Skip to main content

Full text of "Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst"

See other formats


Arcmv Tur 
Frankfurts 
Geschichte 
und Kunst 



Frankfurter Verein 
für Geschichte und 
Landeskunde 



r 



i 




Digitized by Google 



£5 

ARCHIV- 

.- FÜR 1 1 ■■■ ■ 

FRANKFURTS GESCHICHTE 

UND 

KUNST, 

Dritte Folge. 

Herausgegeben 
Vereine für Geschichte und Altertumskunde 

Frankfurt am Main. 
Achter Band. 

Mh i« Rissen, i Kam und i Tilwllc. 

FRANKFURT IL M. 

K. TH. VÖLCKER'S VERLAG. 
1905. 

DigiiizM Oy Google 



3-!. 3.3 



*mm cnnrnr iibbafv 
DEC 8.-1805 

HOHIMtOLLCHM COLLICTION 

qift OF*.a cooLiaoe 



INHALT. 



Dr. K. Jung. Krimi.-j-,m K an Stiunir Dr. l-rail von Oven . 



(icficlifflfUichc Mlltcil 11 Ilgen. 

I. Bericht f.kr Jk- T.ni ( ikd[ Jts Vc, 

IL RechDUliH5üb5chlus5 für das Jahi 

Hl. Bericht über Jk- Tatiglcir .1« Vci 

IV. Rechnungsabschluß für das Jähr 

V. Bericht über die Tätigkeit du Vo 

VI. BediminüSjL^liKi« dir da- Jalu- . 

VII. Beridii über dk- 'l",ili i; ki-;i .1- Vr 
VIII. Kcdinunfpabschlu!» für dar, Jalif 



Die Landwehren 

der 

Reichsstadt Frankfurt a 

Topographisch-historische Untersuch u 

mit einer Übersichtskarte und 16 SpetLilrissei) 

PROF. DL< EDUARD PELISSIER. 



II J« Un-hrtu XKlt 

Ml tuLigc dr. XXII 

V Bit ii»d L'niniiallunfl Jer ] mduihl ... . XXX 

V, l'jien.l ,jt UbRwjch»^ jn d BcJ.ni.i.n dr. tjnA.il» . XXX III 

VII Venntnduvj d>r Lio^nehi ,r. Ct()l.r XI.1IJ 

v:il <khlj: B u-(!ti. ..'ci Lio.'w^i , .......... XLVI 

lnpnnrnphi«o'i*.-r Ti.il 



DigitizcO by Google 




L"'i ]i[i :■:■:] Uy Goo 




□Igilizedby Google 




OigiiueO Oy Gixiglc 




DijitizKi by Google 



Dlgitizod 0/ Google 



- XIV - 



ling-HcIlcr. Udler. 
4 D h = iid h 



S, = k Wk.-Z. - o,jS46ioi ml 
1. = « F.-Z. 

= .q ¥.-/.. = °,}}S7«t ™» 



0,788699 W.-R. =» r,mx)ooo F.-R,' = ),äoS mi 
1,000000 W.-R. = 1,167910 F.-R." — i.sfj mi 

«VHBOOO W.-R, = Jl.OOOOOD F.-R. 

übe. Morgen. nRuien. □Schuh. d 

F.-H, = so F.-M. = 4S00O F.-R. 

j F.-M. — 160 □ F.-R. = 16000 p F. -S. 

100 F.-M. = ; 

WiHmnc 1 

.V. U. - m W.-M. 

1 W.-M. = i6oO W.-M. — lAnooQ W.-S. 



- XV 



Abkürzungen. 

I. BQeiicr und Akten.' 

Ball. = Ballonn, Önlid» Bradir. der Stadl Frankfurt a. M., cd. Eitler l8oi-;i- 

Bumb. = llunieisterbiidi. 
Chrom = Frankfurt«! Chroniken. 
F. r= Folio. 

Fielt. Kdscttr. Jj. = FicturJs lunJiditlKUt!« Nadilass JJ. 
rlaunuk, = Hauptkunden. 

Kgfc. M. = Kriegt, h:.ndsdiril!litlie Ausüiffc -ni- versdiie Jenen Archiv allen. 

Mb Ib. = MinelgewOlbsakten. 

Hb. — Rechenbuch. 

Reich». = Reiehssachtn. 

Rep. = Repmorien. 

Uglb. — Untcrgewölbialttcn. 

2. Kut-toti, Hisse und MAnu.' 
Bd. PI. a- Bclagcrungsplan von [551. 

Flurb. — Flurbuch der Frau Wirrer un.l Saihwrilijuitv (..■uiartlllig. Hilde dn 
XVÜI. lahilunJc.^. jL,:.;i i; . t l>j,..L-. Zimmer 19. 

(ir. R. = UnbezcicIlTU'N.T, unii-ilL'rNrT-. • .■kr UTii^er. larl.iger Riss des Geländes 
zwischen Ijndweli] und C'iru-.lLL'iin. [11 u- i r:ci l:ck.: dLsselbeii liiss der 
,'tb.m- Frankfurts 1:1 kleinerem Masssubc. L'sisjcl.i'ir uteich/emf; mil Jeu 
Kissen de. Archivs 1 No. 5 n. 6, von 15X5 um! ] ;>„ mul einem Martuiwi- 
von 1501 Febr. [ 1 (Marli. Fi ijgi, Bl. 1), 

M. I - Risse und Pläne in Mappe I. 

M. II = ebenso in Majtpc II, u. s. v. 

Marb. - Risse des K,:iü:;l. Siaats-Arcliies zu Marburg, 

O G ='c'li T Clin". .| felill. 




Digitizod b/ Google 



V.... füf die Städte d.e Mauern und Gt I ■. . <bs waren im 
Mittelalter gui?t Stadtgebiete i-ud '.andliche Heipke diejenigen 
Schutzanlagen, die meist uoier dem Namen dei Landwehren 
bekannt sind Unter llinen nahmen die der Reichsstadt Frankfurt 
eme hervor ragende Stellung ein. Tiotudem sind sie noch nicht einer 
umfassenden Bearbeitung gewürdigt worden Wahrend Battonn, und 
Ficbard' und spater Kriegk' die auf Landwehren bezüglichen 
Nachrichten nur zusammenstellten, behandelte von Cohauscn 1 
den Gegenstand tmn ausführlicher, besonders nach der technischen 
Seite, Auch Scharf! 1 lieferte wertvolle Beiträge. Auf den Genannten 
beruht, was Hörne 1 über die Landwehren sagt. Für die Warten 
liefen die gründlichen Untersuchungen von Wolff und jung' vor, 
die in erster Linie die bauliche Seite berücksichtigen. 




der erwähnten Vorarbeiten wurde das Städtische Archiv I nach 
weiteren Nachrichten durchsucht und die Karten und Risse der 
Archive 1 und II herangezogen. Zahlreiche Begehungen im Stadt- 
gebiete wurden gleichzeitig unternommen, Am 20, Januar 1B98 
konnte im hiesigen Verein für Geschichte und Altertumskunde ein 
vorläufiger Überblick über die topographischen und historischen 




in Frankfurt a. M„ IL, FraiM 1897- 



- XVIII - 



wehren der Reichsstadt Frankfurt«, ein anderer 1902 in 
meiner Frciburger Inauguraldissertation oZur Topographie des 
rcchtsmainischen Gebietes der Reichsstadt Frank- 
furt a. M. und der sogenannten Landwehr um die Stadt« 



Besch reib u 11 g all. 
Schutzanlagcn, ii 
geschichtlichen Nacl 




Digitizod b/ Google 



- XlJt - 

Die Drucklegung des topographischen Teils war bereits voll- 
endet, als die Auffindung einer Nachricht die Umgestaltung der 
Abschnitte »Buchwal dl and wehre und «Lücke» erforderte. Wir geben 
sie ;u;f Sl-Icu im und hitu-n, dieselbe an Stelle der genannten Ab- 
schnitte, lesen zu wollen. Bald darauf kamen im S'.iiJsisdiai Ak1i;v 1 
eine Anzahl alter Risse zum Vorschein, die über mehrere dunkle 
Punkte unerwartetes Licht verbreiteten. Die hierdurch und infolge 
fortschreitender Vertiefung in den Gegenstand nachträglich notwendig 
gewordenen Berichtigungen und Zusätze zu der ganzen Arbeit belinden 
sich am Ende des Buches. Auch sie wolle man vor dem Lesen 
berücksichtigen. 

Die vorliegende Arbeit entstand in den Mussestunden eines an- 
strengenden Berufes und war deshalb t:ii^ililij;a! L'iucrbrin-liiir.gs.'ii 
ausgesetzt. Es erklärt sich daraus eine gewisse Ungleichmäßige it 
in der Behandlung der einzelnen Teile, die wohl auf nachsichtige 
Beurteilung rechnen darf. Erst zuletzt konnte ich liingere Zeit zu- 
sammenhängend arbeiten und so das Ganze zum Abschluss bringen, 
nachdem mir dank dem lebhaften Interesse des Herrn Oberbürger- 
meisters Dr. Adickes- fi;r die topographischen Verhältnisse unserer 
Vaterstadt und der Geneigtheit des Kuratoriums der höheren 
Sehulen ein ir-ehrwochentucrier Urlaub erteilt worden war Es 
gereicht mir zur besonderen Genugtuung beiden, dem Herrn Über- 
bürgen nent er und dem Kuratorium biet meinen wärmsten Dank 
ergebenst aussprethen zu können. Auch den Behörden und Personen, 
die mich bei meinen ho'scbungen auf das wirksamste uwerstutzi 
haben, sei der gebünrenJe Dank ausgebrochen, beenden dein 
Herrn StaJtarchivar D( (ung. 



Digiiizod by Google 



Einleitung. 

Bevor wir die Lind wehren im Gelände aufsuchen und ihre 
Schicksale durch die Jahrhunderte verfolgen, sollen über Namen 
und Zweck, Anlage und Bestandteile, Bau und Unter- 
haltung derselben, über das Personal, dem ihre Überwachung 
und Bedienung anvertraut war, ihre Verwendung in Gefahr und 
endlich die Schädigungen, denen sie ausgesetzt waren, einige 
Bemerkungen vorausgeschickt werden. Diese beschränken sich jedoch 
auf das Unentbehrliche und wollen nur als Skizze betrachtet werden. 

I. Kamen der Landwehr. 

Die Name» für die in Rede stehenden Anlagen sind folgende: 

1. die lantwere, lantwer, Landwehr, häufigster Aus- 
druck, zuerst 1393;' auch vereinzelt oder Landweh r«, z.B. 1397 »den 
lantwer uff zu werffeno,' 1618 »Länge des Land weh res«, 1 1799 
nein Strick Land weh resu,' 1619 der Sultzenbrunnen beim Land- 

2. die lanigewer(e), nicht selten, z. B. 1427;* »die Land- 
gewehrai 1 die Langewehr;' 

3. die lantgewerde, z. B. 1418;' 

4. der Landgraben 1488" von der Sacbsenhäuser Landwehr; 
1497" von der Wallgrabenlandwehr. " Der Ausdruck kommt auch 
ausserhalb Frankfurts für Landwehr vor; 

5. der graben, graben und lantwer, je einmal 1444;'' 

6. der zun oder die zune: nbjm zune gein Raden = an 
der Landwehr gegen Oberrad 1502;"' 1469 wird einer gefangen, als 
er "inwendig der stedc zunen und siegen« Vogelfang trieb.' 1 



■ Rb. 1391 F. jjb. — * Hb. ij57 F. 37b. — 1 Hb. 161& bei Fich. Hdjchr. 
JJ. 63b. - « Forslarnisal™ TJ. April 175g. - 1 Rb. 1619. - ' Rb. 1417- - 
J Chroniken, Karten von 1637, 1715, 17.13. — 'Chroniken, Verl, der Riedhot- 
gütsr 1716, und öfter. — ' Rb. 1417. - " Reichss. 6391. — " Mglb. E. 51, 
L. 91. — " S. S. 77. — 'I Bgmb. r444, F. 10b, Rb. 1444, F. 45. - '* Ab- 
sieinung des Neuen Btrges 1502, Ugtb. A, 01 N. — '< Mglb. E. ig N. 4. 



DigitizGd by Google 



— XXII — 



II. Zweck der Landwehr. 

angliche Zweck der Landiw 



s Stadtgebiets gegen 
i XIV. und XV. Jabr- 
n Fehden Frankfurts 



: die Rjjlsi;;« a..l d;e Sicherheit sowie auf den /.nilscbuiz 
chränken für got (and, was früher in tcvollkommener Wc.sc 
irch Schlage an den Strassen erreicht wurde. Nach Cohausei. 
die Landwehr auch die Stadtmauern, die bei der Vervoll- 
g der Feuerwaffen nicht mehr genügende Wicierstandskrah 
besauen, vor plötzlichen Überfallen bewahren. Hierbei ist aber zu 
bedenken, dass grosse Heere vor dem XVI. Jahrhundert Seltenheiten 
waren, und, wenn sie später die Stadt bedrohten, wie 1552, auch von 
der Landwehr nicht aufgehalten wurden. 



III. 1 

Der Lauf der Landwehr suchte in erster Linie der Gebiets- 
grenze zu folgen. Doch blieb er nicht selten hinter ihr zurück. 
Wo dies der Fall ist, lässt sich einer oder mehrere von folgenden Um- 
ständen als wirksam vermuten: I. unbequeme St äffe hing der Grenz- 
linie; 2. starke Ausbuchtung derselben; j. nicht unbestrittene Geltung 



DiQiEized b/Cl 



- XXIII - 

Gebietsteil; 4. bewaldeter oder wenig angebauter Zustand desselben; 
S. fortifikatoiische Rücksichten. 

Die Landwehr kann also nicht schlechthin als Gebietsgrenze 
betrachtet werden, wie dies von lunanisciier Scit-j (it'iers, aber un- 
berceh'.iger Weise mit dem Hinweis auf den Umstand geschah, dass 
in der ganzen Wetterai] und in den Gegenden um Frankfurt die 
■j Landwehren t:rul l..i:icgrahe:i:< aal" de:) Grenzen .mge'c;;; seien. Sie 
war vielmehr, was Frankfurt initiier wieder hervorhob, eine »Sichcr- 
iii-LTs.iiiljijL'ti, über welche das Gebiet vielfach bimm-reichie.' Trotz- 
dem wurde sie, nachdem sie einmal da war, für verschiedene Ver- 
hältnisse teils vertragsmäßig, teils einseitig als Grenze angesehen : 

a. für die Jurisdiktion; li.üiauh.che Ju:^actiLinsa.nsprüchc kamen 
namentlich bei dem ausserhalb der Landwehr liegenden Gelände der 
Höfe Rieden) und Rebstock immer von neuem vor; 

b. für das Geleite; bei Riedern z. B. reichte das hanauische 
Geleitsrecht bis an die Landwehr; 1 

c. für die Jagd; in einem Abkommen mit Isenburg von 1578' 
erhielt Frankfurt innerhalb der pinksmwnischen] Landwehr das 
alleinige unbeschränkte Jagdrecht, ausserhalb derselben aber, jedoch 
bloss in den Feldern und nicht im Stadtwald, die Befugnis das »kleine 
Weidwerk mit Hunden und Garnen, ohne Schi es sge wehr treiben zu 
dürfen ; 

d. für die Behau dlerij; «m Frevlern; in dem genannten Vertrag 
verpflichtete sich Frankfurt, liiul'iiro die ausser der Landwehr 
in Wald und Feld betretenen Frevler Hos nachbarlich pfänden, nicht 
mehr wie bisher, »fallen, gef.iupi.-li, ■.vei^ch-elfen und schlagen" zu 
wollen ; 

e. für die Brachordnung-, die Brachpflicht auf dem rechten Main- 
ufer haftete nur an den Feldern innerhalb der Landwehr;* 

f. für den Viehtrieb; beim Einschlagen der Schweine in den 
Wald wurden neben den Frank! a::cr Neus-.jJiern und den Sachsen- 
häusern die »hoff lüde in der hinix-weren be^indcrs genannt.' 

Lief die Landwehr nicht auf der Grenze, so wurde sie, wo 
möglich, längs einem Wege angelegt und zwar am liebsten an 
dessen Innenseite, um die Zahl der Durchgänge zu vermindern. 



in Mnb. LH. D. N. 17V". 4. - ' S. S. 92. - 1 TJglb. D. sq. No. 1, vgl. auch 
S. 91. — • Brachardnung von 1504. — > Fontmottentclm. ijal; vgl. lach 
Unli'iatx'ljktcii Nu. I1J. 



- XXIV - 

A. Der Landwehrkörper. 

QrSbes. Den Kern der Landwehr bildete stets ein Graben, der je nach 

dem Gelände uass oder trocken war. Die ältesten Landwehren 
waren eingrabig. Einige blieben es immer, andere wurden später 
durch Hinzufügung eines zweiten Grabens verdoppelt. Die jüngsten 
Landwehren wurden sofort zweigrabig angelegt. 

Mittut- Bei den /wei;jr.il'ii;eii Landwehren li^t /wisJicn beiden Gräben 

* '*"' ein mehr oder weniger breiter Mittelstreifen. Ist er schmal, so 
erscheint er durch das Zusammenfallen des inneren Auswurfs beider 
Gräben als erhöhter Kamm oder Wall. So heißt es 1621, die Mark- 
bach, d. h. die Ginnheimer Landwehr, sei neine kleine Landwehr mit 
mit 2 Gräben, in der mitten hoch, darauf!" allcthandt holt; wachst.» 
Dieselbe Beschreibung würde auch auf die Tannenwaldlaudwchr 
passen. Bei beiden ist diese Eigentümlichkeit noch jetzt zu erkennen. 

Die Breite der cingrabigen Anlage betrug VH R. bei der Born- 
heimer Landwehr (bezeugt), bei der Buchwaldlandwehr (im Flurb. 
schwankend) und wahrscheinlich bei den meisten übrigen Linien. 
Einige können sclimiilet gewesen sein. Die Breite der zweigrahi:;eii 
Anlage betrug 3 it. bei der Steglach (im Flurb. schwankend); 4 R. 
von der Südostecke von Rudolf zum Humbrachts Wiese bis zu 
Stein 82 an der Rödelhcimer Strasse (im Flurb. schwankend) sowie bei 
der Ginnheimer Landwehr (bezeugt) ; 5 R. vom Gutleuthof zur Steg- 
lach und von Stein S2 an der liödellieimer Strasse bis zur Ecken- 
heimer Straße (beides im Flurb, schwankend); endlich von 4 bis 7, ja 
bis zu 13 WR. schwätzend i".vi;;:ie:i Riedschlag und Viehweg (Flurb.). 
Genaueres unten bei der Beschreibung der einzelnen Strecken. 

Bäum«. Zur Verstärkung der Hindernisse wurden auf den Landwehren 

Bäume gepflanzt. Sie standen sowohl bei den ein- als auch bei den 
zweigrabigen Anlagen .ml" K-.Je:: Crabenrandcrn. Diese An der Bc- 
pllanzung zeigt noch eine Abbildung der Bockenheim« Warte von 
1804, wo südlich der Warte ein von hochstämmigen Bäumen über- 
ragtes Buschwerk beginnt; ebenso eine etwa gleichzeitige Darstellung 
der Sachsenhäuser Warte. 1 Dass der Mittelstreifen der zweigrabigen 
Landwehren, wenn er grössere Breite hatte, regelmässig ganz mit 
Bäumen besetzt gewe^n wart. \'-k;\ sidi Grund der Darstellungen 
nicht behaupten. Von allen Baumen kommen am häutigsten die 
Weiden vor, die sich, wo nasse Gräben waren, bis in die letzte Zeit 

' Mus. C. 4)46 u. C. 150.. 



Digitale; Oy Google 



- XXV - 



der Landwehr erhielten. Sie empfahlen sich durch ihre grosse N'm;- 
barkeit. Der »Weidenhaun auf der Landwehr wird oft erwähnt und war 
nicht selten Veranlassung zu Streitigkeiten. Aber auch andere Bäume 
wurden schon früh in die Landwehr gesetzt, so z.B. Hieben 141& 1 
Obstbäume, die dort wild wuchsen, scheint man nicht geduldet zu 
haben. 1+5; sollen die Rechenmeister bestellen, «alle Kirschbäume 
uf!" der landwere abeezehauwen,»' Später, als die Landwehr kaum 
noch zur Verteidigung diente, finden sich auf ihr die verschiedensten 
Arten von Bäumen. 

Sowohl die eingrabigen als die zweigrabigen Landwehren hatten 
auf der Feld- wie auf der Stadtseite Zäune oder Hecken. 'Diese 
sollten juf beiden Seiten dem Weidevieh und den Frevlem, auf der 
Feldseite aber hauptsächlich dem Feinde, den Eintritt in die Land- 
wehr unmöglich machen. Die Hecken bestanden meist aus Dornen, 
von deren Pflanzung sehr oft die Rede ist. So wurden z. B. 14t: 
8sh. gezahlt »umb ; vierteil dorn an die lantwer zu eim zu n c h 1 n. 1 
und 145 j, als der Dornenzaun der Landwehr auf die Äcker überge- 
wachsen war, heisst es »die dorne mag Clais hauwen, so ferre sie 
off sinem acker steen, so daz der lantwere rude [vom Graben- 
rande aus| blybe als auderswa.n* 

Auch Gcbücke kommen bei der Landwehr vor, und auf sie 
beziehbare Nachrichten fehlen nicht. So erscheinen z. B. am 8. Januar 
1412 Ausgaben »dise wochen hecken zu bücken uff der Lantwer.» 1 
Besonders, sagt Cohausen, wurde die Hainbuche »an die Vcr- 
teidigungsgräben gepflanzt, zum Gebück. So an der Landwehr beim 
Wendclswcg;* die alten B.hime stehen noch, das Gebück ist ver- 
schwunden. 0 Die Gebücke scheinen aus den auf Jen Ciraben rändern 
stehenden Bäumen gebildet worden zu sein und von den .innersten 
Dornenzäunen unterschieden werden zu müssen. 

Da sich die Landwehr mit Vorliebe an die Innenseiten von : 
Wegen lehnte, sd hatte sie fast iuiruer von selbst einen äusseren 
Bcgleitweg. Auch ein innerer Begleitweg wurde begreif- 
licherweise meistens angelegt, oder mju )ic-\ w u Acker :nu;r,:n;-Ten, 
wenigstens einen Wich, der nicht bebaut werden durfte. 7 Wenn 
bei zweigrabigen Anlagen ausnahmsweise ein Weg zwischen beiden 
Gräben führt, so kann dies aus der Beibehaltung eines Beglcitwegs 
aus der eingrabigen Zeit erklärt werden.» 

■ Hamb. 1416, f. j6b. — ■ Bgrab. 145). F. 71b. — 1 Rb. 1411, V. 54. - 
< Hamb. 1455, F. 5!. — i Rb. 1411, F. j(. — * Oberrider Landwehr, s. S. ]8r — 
' Von einem solchen ist Bgrab. 145,}, F. Sib die Rede. — > S. S. j8 und 188. 



- XXVI - 



Zur Landwehr gehörte endlich noch eine inner« und eine äussert 

Den Landwehten dem Zwecke nach verwandt und zuweilen 
diesen zeitlich vorausgehend -lud einfachere Sehlis: anlagen, bestehend 
aus Ii ecken und Holzza'uncn, die sich i:en: an passende Gelinde- 
^cgcrist.'indc, wie Hriidic, siüiisii^e Wiesen, sie:!-.' Riisc!ii:i'.i;cn, Graben, 
Weiher u. s. w. atilehnen. Auch sie sind tinter Umstanden in den 
Kreis unserer Untersuchungen zu ziehen; als eigentliche Land- 
wehren jedoch werden wir nur diejenigen Anlagen bezeichnen, 
denen dieser Name nachweislich beigelegt worden ist. 

B. Die Durchgänge. 
I Fusswcjjt überschritt er. den ein Li. Ii tu l.an.kv ehr ; ;:.ihct] auf einem, 

den doppelten aufzwei St egen. Die Stege waren bis in spjte Zeilen 
aus Holz ' und konnten bei Gefahr abgenommen werden. Auf letzteres 
he'.ngüche Anordnungen konimeii vor. Spater gab es auch steinerne 
Stege. Zum Schutz gegen Heiter und gegen Vieh stand an den 
Durch ;;a:ii.'C!i der I-'usswcr-e. nicht selten das heute noch übliche 
Drehkreuz, meist Haspel genannt. 

Bei Fahrwegen setzte der einfache Graben selten aus, gewohnlich 
war er überbrückt. Auch bei Doppellandwehren ist das Aussetzen 
beider Graben selten, meistens trugen entweder beide oder nur der 
äussere eine Brücke. Auch die Brücken waren ursprünglich hölzern 
und einige von ihnen abnehmbar. Zuweilen ruhte die Holzbrücke 
auf einer Zunge n mauer. Schon früh aber finden sich, besonders 
bei den Warten, gewölbte Steinbrücken mit z. T. ziemlich hohen 



rund heisst dann ».,lci-shaf:iger.: < oder »beslussi- 
ind folgende Teile zu unterscheiden : 
t Pfosten, der Dreh- und der Sehliesspfost 
ijr.ibenr und zu »richten (' .sind. Stüter linden si 
i der Schlag geht,*' wa! 

' Dir Stege am üinnheim« Stadtweg (16) wurden nnch IJJj aus Tann 
lioli repariert, U g lb, A. 91 t. 1J7J. - ' Bumb, 1418, F. 22b, — ' Dgnib. 14 
F, 17b. — ' Nachricht von 160; bei J>'c!u:rt. llornh. [k-ig, ; 59. — 1 Bumb. 14 
F, 49. - 1 S. S. 60 und 90. 



b. der eigentliche Schlug, dessen Teile sind:' 

o. die Angel, ein senkrechtes Holz neben dem Drchpfostcn. 

ß. der Bug,' der den Schwengel mit der Angel verbindet 
und in wagerechter Lage erhält. Er besteht entweder aus 
zwei Krummhölzern je unter und über,' oder jus einem 
Krummholz unter," oder endlich später' aus einem Schräg- 
holz unter dem Schwengel. 

y. derSchwengcl oder Uicg tl - der wj^erechu: Haupthaiken. 

c. die Hängevorrichtungen am Drchpfostcn. Vermittelst 
der Angel wird der Schlag an dem Drehpfosten ugchenkt.a* 
Hierzusind an Angel undDrehpfosteu folgende Vorrichtungen nötig. 

o. 2 Pfannen oder Angelpfannen.' 

ß. in späterer Zeit wurde die Angel mit z Scharnicrbä'n - 
dem am Pfosten befestigt. 1 
Die Schläge öffneten sich stets nach innen. 

d. die Schliessvorrichtungen am Schliesspfosten. 

a. das ruwisen,' zur Aufnahme des freien Endes des 
Schwengels (?) 

r . 4 »schiner»" — eiserne Binder zur Befestigung der Kette 

an dem Pfosten (?) 
3. der Krappen, am Ende der Kette, der in das Schloss 
gesteckt und von dessen Riegel festgehalten wird. 1462 
wurden die SdiLii'liLLV: -.;:-.u:i St ;:i I .tc: ilrti h li in; cnv.'.ir 
der Schläge zu warten und udie krappen inne czu werffen.a" 
.. das Schloss. 
t. der Schlüssel, 
die Schlinke oder Sc blinken. 
1414 wurden Schloss und Schlinken am Kudrecksschlage ge- 
bessert." I481 erhielt Frankfurt das Recht, »siege und slinkcno 
an einen Graben zu setzen.'* Das Wort scheint an der ersten Stelle 
einen Teil der Verse hlussvorrichtung zu bedeuten, an der zweiten ein 
Synonymen von Schlag zu sein, 

Hin mit Schloss und Kette vcrschliessbnrcr Schlag steht noch 
jetzt in der Allee von Babenhausen nach Harreshausen.' 1 

' Erklärung zu einem Riss von l7JtS, GuÜCVtboTlfcun, M e lb. B, SS, No. 7. — 
'S. Grimm unter .Bu K - ' Taf. VI, XI, XIII. XV. - 1 Ii!. XI. - sTaf.XH]; 

' Butub. 1418. F. }6. — "Sb. 1)78, F. J4. — "ibid. — " %mb. 1461. 
F. 74b. — '1 Chroo. Uli i6 ( . — »' S. S. 117. — 'I Ansicht desselben auf de. 
Übersichtskarte. 



- XXVIII - 



c. Als Zubehör zu einem Schlag kommen endlich vor; 
p. i Zipfen und ein zugehörig liiiij;;' 
ß. mehrere Ringe;' 

Doch fragt sich, an welcher Stelle und zu welchem Zweck. 

Seit dem XVII. Jahrhundert zeigen Abbildungen den Schwengel, 
od mit hoheo eisernen -Stacheln besetrt; die Akten haben dann 
die Bezeichnung shiserner Schlaga. 

2. Der doppelte Prehschlaß (Doppel sei; jag), bei welchem 
den Schwengel e:n Rahmen venriii, dir u- 2 L.iif:h!>!zrrn und 
mehrerer. (er.!.rc;hrtr- n:\. Si. ufcen \>r:vi li:r,'.hulzrn; histihi, wie 
bei den in Knglar.d häufigen Gaf.crthoren.' 

j Der Schlagbaum oder Fallriegel' ist bei den Warten 
die Regel* Auch er ist seil dem XVII. Jahrhundert od gestachelt. 

An den belebteren Strassen stand neben dem Schlag eine Hütte 
zum Schütz für den Hüter. Sie heisst in älterer Zeit huttichin, 
stelchin, huschin und war mit einer Tür und einem Glasfenster 
versehen.* »An der Schlaghüttc« heisst noch jetzt die Gegend am 
nördlichen Ausgang von Bornheim.' 

Auch der Name portlius kommt vor. Das »porthus zun guden 
ludcnu, welches man 1413, als die Holzwartc wahrscheinlich zerstört 
war, nzu einer [provisorischen!] warte machen" !iess, E wird ein etwas 
grösserer Bau gewesen sein, als die gewöhnlichen Hüttchen. 

Nicht selten standen 2 Schläge hinter einander, wodurch die 
Ankommenden leicht an jeder Bewegung gehemmt werden konnten. 
So am Vichweg in Oberrad. Neben den Schlägen linden sich häutig 

Als Verstärkung finden sich bei manchen Schlägen die (der) 
Brustwehr," 1 die (der) Schnecke" und der Erker." 
Wmt». An den wichtigsten Durchgängen standen Warten, d. h. Hoch- 

bauten zur Ausschau und ZeicheniH'bimg. W.iütn wurden teils auf 
den bereits vorhandenen, in die Landwehr einbezogenen Hofen, wie 
dem Knoblauchshof und dem grossen Riedhof, eingerichtet oder 
eigens erbaut. Die letzteren waren in der ersten Zeit von Holz, erst 



i6(. - ' S. S. HI. - ' Bwnb. 141,, F. ,4b- - » S. S. 191 und Tlf. XV, 3. - 
"> S. S. 160. - " Ibid. - " S. S. 16a. 





Hi8, F. 0. — 1 TiC XV, 1, - 1 Gelcin- 
11a und die Dmtellurippi der Warten. - 
nb. 1440. F. 4b, [447, F. Sät, Cbron. Uli 



Digitizcdoy Google 



- XXIX - 

Hölzerae Warten, natürlich van geringem Umfang, wurden auch EelnraHt*. 
zur Beaufsichtigung der Weinberge, wie es scheint periodisch, er- 
richtet, Sie ruhten auf hölzernen Kreuzen, welche dauernd vor- 
handenwaren. 1463 sollen »die gesworn . . . wider in die w in garten 
Warthe [PluralJ seezen lassen.«' 1471 beschloss man, noch nicht 
zuzusagen »den heckern' holz czu den warthen in die wingarten 
czu sture [zu] gebcn.a' 1477 wird bestimmt, »wer die krueze, 
daraff die warte im ltiederberge gestanden han, abgebrochen hait, 
sal die Widder machen.»* Das Gleiche kommt bald darauff wieder vor. 

Ähnlich werden die Warten eingerichtet gewesen sein, die man 
in den Rats Dörfern vorübergehend zu Sicherheilszwecken errichtete. 
Am 28. Mai 1459 beschloss man z. B. »die Warthe czu Bonamese oft- 
slagen noch eyn zyt ansteen lassen». 1 

Von den Steinwarten standen die drei rechtsmainischen und wahr- steinharten, 
scheinlicb die alte Sachsenhäuser Steinwarte am Miihlbcrgweg links, 
die jetzige Sachsenhäuscr rechts vom Ankommenden. Von den vier 
erhaltenen Warten besteht jede aus einem ummauerten, verteidigungs- 
fähigen Hof oder Zwinger,* in welchem sich ein von einem Mantel 
umgebener Turm (Bergfried) erhebt. Das oberste Ceschoss desselben 
bildete die verschli essbare Schützen kämmet.' Zum Abgeben sieht- 



barer Signale dh 


■nten derKo 


rb.dii 


■1-eue 


rpfanne und das Bjnncr. 


Der Korb wurdi 


! an einem S 


eilt ! 


Luf gezogen, das über eine Scheibe 


lief,' oder an e 




aufgesteckt. 


Die Darstellungen zeigen 


nur die letzte» 


i Einrichtung. 


Ein 


Korb 




grosser Korb 14 


;6 für die Bot 
die Knopf 


kenne 
[Knau 




'arte iß 6 h. »Als [ij 16] 
, den warten zutun, domit 


die Korb deste 


r baß gesehei 






.■rden,,. beschloss man »die 


Knopf stehen [t 




DieF 


euerf 


fannen waren nicht fest, 








s >ußsl 


ecken»." Auch Fackeln 


kommen auf de 






72 erhi 


elten die 4 Warten, (d. h. 


die Galgen-, Bockenheim er-, 


Riedl 


;r- und 


Sachsenhäuser -Warte) je 


1 Banner »uff 
Sachen und ger, 


zu stecken ui 
•nne jme Feie 


td wa 
le im, 




n damit zu geben, 50 sich 



1 Bgmb. 146), F 86b. - ■ •Hecke» sind die Ratsfreimde, die Ober die 
Wicgerte gesellt sind, vgl.Uglb. B. j68b. - I Bgmb. 1471, F. lt. - 'Ibid. 1476. 
F. 75. — * Ibid. F, 10b. — ■ Bgmb. T470, F. 73; Bau der jetzigen 

Sachsenhlusei Warte. — J Bumb. 1461 bei Kgk. M. 4. 130. — ■ Bumb. 145«, 
F. ) und J4S9 bei Kck. M. 4, 108 und sonst. — ' Chron. iJIi aoi. — u Rit- 
ichlagsprot. JL |6. F. 14], I ; 16. — " Bgmb. 149), F. 10. — " Ibid. 1480, F. 10. — 



Digitized B/ Google 



- xSiX - 



Zum Aufliehen von Hob. und Essen diente ebenfalls ein aus 
Seil und Scheibe bestehender Aufzug.' Der Schlüssel zum Hofior 
wurde an einer Schnur herabgercicht.' Ausser dem Turm enthielt 
der Hof die Wohn- und Wirtschaftsgebäude für den Wartmann, — 
Der Brunnen stand bei den 4 erhaltenen Warten so in der Hofmauer, 
dass er von innen und aussen benutzt werden konnte. 

gingen oft Ruhebänke, ursprünglich von Holl, die erhaltenen 
steinernen meist aus -Bocken hei m er Blauem» (Basalt), sehen aus 
rotem Sandstein. Ihr niederer Teil diente als Sitz, der höhere zum 
Abstellen der Kopflasten. Die Ruhebänke stehen meist innerhalb 
oder in seltenen Fällen ausserhalb der Landwehr, fast immer parallel 
dem Wege, aber bald rechts, bald links. 

C. Ergänzungen der Landwehr. 
Als Ergänzungen des Landwehrsystems kann man die Dorf- 
befest ig ung en von Oberrad und Bornheim, sowie die meisten Höfe um 
Prankfurt und Sachsenhauscn betrachten. Die Befestigungen beider 
Dörfer und unter den Höfen der Gutleuthof, der Knoblauchshof und 
der Ricdcrhof waren der Landwehr ijimiinelb.ii- einverleibt. Ausser- 
dem besass der Rat auf den genannten Höfen und den meisten 
anderen Höfen vor der Stadt das Öffnungsrecht und die Befugnis 
zur Besetzung mit Mannschaften und Geschütz. Auch durften die Höfe 
an keine Ausmärker uder Geistlichen gi^ckr; werden. Diese wich- 
tigen Rechte der Stadt sind jedesmal durch einen Revers festgelegt, 
Jen jeder neue Besitzer wieder unterschreiben musste. 




hatten sidi zuweilen Ratsfreunde zu Pferd nach einem verabredeten 
Ort in der Umgegend zu begeben. Sodann galt es, den Lauf der 
Landwehr festzustellen, wo/u ebenfjlls Ratsfreunde, wohl auch mit 
Zuziehung von Sachverständigen, hinausritten. Wo die Landwehr 
Privatbesitz durchschneiden sollte, mussten Enteignungen gegen Celd- 
entschädigungen vorgenommen werden. Hinmal hinderten die Rcchts- 



■ Rb. 143a. — 1 S. S. ti. 



Oigilizofl Oy Google 



- xxxi - 



Wo der Lauf der 
man ihn durch ei 
Falk bezeugt ist.' 



der Dorfleuie kommen vo 
folgte das »rumen« d.h. 
Erdarbeilen. Darauf wnrd 
gepflanzt und die Zäune 
On für die Warte wurden luiiili- z;ilet?: benimmi und erforden 
noch besondere BesiehtigOOgStitte der Raisfreunde. In einzelr 
Fällen wurde die neu errichtete Landwehrs trecke in ztisamm« 
hangender Arbeit auf einmal fertig gestellt; gewöhnlich aber z 



etlichen jaren an orthen, da eß euch zu thun gehütet (= auf den 
westlichen joo Ruten), nit u f f gc w o rf f e n , odder in wasser 
gehalten worden, das man an vil orthen dadurch ungehindert 
reithen mag, darumb unser bitt, ir wollet die selbige vergraben 
und versehen lassen, das nit dar durch tu reithen sy.« Die 
Untcrhaltungsarbcitcn, die in grösserem oder geringeren] Masse fast 
jährlich vorkamen, bestanden in Offenhalten der Graben (»uffen«). 
Nachpflanzen und »Bucken« der Hecken, richtigen Beschneiden der 
Bäume und im Anbringen von Planken usw. an gefährdeten Stellen. 



u Anljrij; lIc: l.Jrjilwdir ■■. S. t) 



- XXXII - 



Besonders an den Schlägen, an denen sich die feindlichen Nachbarn mit 
Vorliebe vergolten, waren beständige Reparaturen nötig. 

Zum Unterhalten dir Graben waren die Anlieger verpflichtet, 
Sicher war dies der Fall bei der Sachsenhijser und Ooerräder Land- 
«.ehr und der Nieder rader Zwerchlaudwthr. hn Verjeicbnis sinnl- 
icher Anleger dieser Streiken, neben welchen auch der Rat mit 
;c> Ruen bc; Jet «erbrochenen« Stein warte lurkommt, ist aus der 
Mute des XIV. Jahrhunderts erhalten. 

Ferner heisst es am 8 August 1441 im Burgermeisterbuch : 
■•m.t der lantwer ?u Sas;cnl;;ser. v \r ö c .^tosscr l f 1 1 r.ha I dt 
und (man soll) das vert/e i-./;i(in) . und wer das ml tut, wjl der 
Kai das lassen machen und von den jhenen wyder r.emen und yne 
phender. lassen; und (man soll) das den jhenen lassen sagen, end 
die xchuuen und evn schribei sollen das verzeichnen." ' Dir An- 
Siset dien :e:t den /weiten vt:m Hat.- I:vei. : iiiei;ii Wey giwiUi 
zu haben. Denn am tS, Auguit lieisst es »der Rad sal die lantwer 
l/u Sassenhusen um machci; und man sa". cdeirtunn s.r. c;-ei oder 
wingarten (die aul die Landwehr süsser. ') tun messen und die 
czinse für folle nemen, 50 vi! sie hin.«' Von einer Abmessung der 
Äcker im Neuen Berg auf der Sachsenhäuser Landwehr ist auch 
wieder 1443 und 1448 die Rede, ' — Von der Oberräder Landwehr 
aber heisst es 1442: »dem obersten rithter und Jeckeln uff der 
brücken (einem Sdii.tzen r) ':>c:el:n:ri. die anstosser an dem l'ehepide 
(Viehweg) die lantwer heisien uff schiessen (= aufwerfen?) 
und iglichen sin teil lassen machen, und Jockel darby heissen zu- 
sehen; weLii iDÜcbs iiii tede, ])!ieiiden.s' 

Rcchtsmainisch kenne ich nur bei einzelnen Strecken Belege 
für die Verpflichtung der Anlieger zur Crabcmmicrh.iltung. Betreffs 
der Diebsgrundlaiidwelir heschiuss man 1443 »Meister Voys befelhen, 
die lantwer umb den Knoblauchshof besehenu uud darauf: «Voyss 
von der Winterbach > den graben hinder dem Knoblauch shole heissen 
uffwerffen.u s Von der Landwehr vor liicdern wird S. 80, von der 
Seckbacher S. 127 die Rede sein. Bei der Ginnheimer Landwehr 
weigerte sich 1468 der frankfurter Sifrid 1-olckcr gegen den Cent- 
grafen zu Ginnheim, die Landwehr an seiner dortigen Wiese her- 
stellen zu lassen.' 



I Reichäjcten 1598. 



- XXXItl — 



Als Entgelt für die Liucrh.-.ltiir::; fiel den Anliegern die Nutzung 
der Landwehr zu, namentlich der Weidenliaii. Auch der Rat hatte 
die Nutzung, wo et die Gräben unterhielt. 

Von den regelmässigen Untcrhaltungsar heilen sind zu unter- 
scheiden grössere Herstellungs-, Erwciterungs- und Verstärkungs- 
arbeiten, die der Rat in dem gleichen Verfahren wie bei den Neu- 
bauten ausfuhren liess. 

VI. Personal lur Überwachung und Bedienung der Landwehr. 

I. Die Oberaufsicht. 

Die Oberaufsicht über die Landwehr führten von jeher die 6 
Rechenmeistet, deren Amt später die Recheney oder das 
Recheneyamt hiess. i .f 3 6 sollen die Rechenmeister diejenigen 
pfänden lassen, "die ir aduchen [nA manchen« für Abwässer] in der 
lantwer nit abetun«.' In den Rechenbüchern rinden sich denn auch 
die Ausgaben für Anlage und Unterhaltung der Landwehr. Noch 
1723 lag »die Besorgung der Landwchru dem »Recheneyamt« ob.* 

Aber schon 1727 war bereits a die Landwehr von der Recheney 
ab und dem Ackergericht zugezogen».' Dieses Amt bestand aus 
2, seit 1507 aus 3 Ratsfreunden, welchen hauptsächlich die Feld- 
polizei und die Wege Verwaltung zustand. In manchen Jahren gab 
es 2 Ackergerichte, eines für Frankfurt und eines für SjlIim;]i Innren. ' 
Zur Begründung der Fürsorge des Ackcrgcrichts für die Landwehr 
heisst es 1767 und 176S. die Landwehren seien von verschiedenen 
Kaisern privilegiert und durch die Stadt reformatio ' und 
kaiserliche Resolutionen' gegründet. Nach letzteren dürfe ihre 
Unterhaltung nie unterbleiben, weswegen die Act ergeschworenen , 
Wartleute und der expresse dazu bestellte G rabe nmei ster ver- 
verpflichtet würden. 7 

1807 wurde das Ackergericht samt dem Kornamt mit dem 
Landarm vereinigt und am 1. Januar 183a abgeschafft. 



' Bgmb. 1436, — 1 Bericht des Ackerger. 1715 in Atliergcr.-Ijnuv.clir. — 
' Siehe Augenschein dus Ajl-^r^urj^it.- ■-■.11 dci .d : rin^'.i:[i:r M.ui?.i:;ia 1777 Lind 
Stricht desselben vom ij. Dercmbcr 1767 und 11. April 176S, all« in Fair. 
■Adcrgcr.-Landwcriri. — ' Kirchner, I, 41B. — ' = die 1500-1509 entstandene 
.■iLü.^ljiniLr.f: lcs i : uui.!L:rt^ SudsiTC/m. ■ ' = l-esmidiT. von 1725 — 1712 
in Saclien des Zwisln der rl-.irsiTschart mi; den: Hm nbwenen kaiserlichen Ver- 
tagungen. — T Bericht des Ackerger. vom i]. Detember 1765 und Gutachten einer 
Ralsdcpiitaliou vom jo. September 176B. 



- XXXIV - 



2. Die Grabenmeister. 
Die Sorge für das Game des Landwehrkörpers, d. h. die Gräben 
mit dem Holze, dem Grase und den Hecken, die Leitung der in der 
Landwehr auszuführenden Arbeiten und die Aufsicht über die Arbeiter, 
hatte ursprünglich ein vereidigter Knecht ohne besondere Amts- 
bezeichnung. 

Das aAlt Aidt Bucha aus dem Anfang des XV. Jahrhunderts 
enthält' folgende Instruktion für ihn: 

»Der knccht der in der Stüde lantgcwer geet und dem die 
li.i.i'ili.n ivin sal in guden uuwen geloben und run heiligen sweren, 

1. auch off der siede Rechenmeistere eytlichen zu Wirten und by ine m sin 




sin. Was lüde oder anders er Auch von befehle der Rcchcnmeistere gewynnct und 
schiebet, das soil er tun, und bestellen mit den iheaen, die iren lonc wolc ver- 
dienen mögen und den äUCll Iii: nie liL'i'.jiL'n rii-.t r..:,lcrn .r.m 'Inen la.livn l.mi', 

und jne den auch sonder vertiehe iu rechten lyten geben und kcvne rc:>n:i:. 
sdiencke noch gäbe van den fordern noch nemen; 

4. er sal auch ane erlaubung der Rechenmeistere aymurt, wer der sy, 

Samstage ia der Itede Reellem 11 ■ 1 ■. n::\ ■!. ■ . ■ 1 I üi'l : 1 1 ■: 1 ■!. . 

5. a. Was er auch sehe oder erfure, das der lantgewcre, wyden, geholtae, 
dornen, wellen oder anders schaden gescheen were oder wyderfareri mochte, und 
b. was jne sost beduchte der lantwere not sin ; c. desgliclien, wan jne 
beduncket lyl sin, das die wyden, holtie und dornen in der lantwer an buefcen 
und binaren sin, das er soliches den Rechenmeistern furbringen solle, befclhe und 
bescheit davon ru nemen. 

6. Und in allen und glichen ■d-::en ^Jchuvf des Rades, der stede und auch 
der lantwer schaden in warnen, sril'iT kevn ir l'rMes zu werben und für- 

rm Rade und der stat arheiden, Ireynerley geholt! noch anders 
mit ine oder sost hinweg tragen oder füren lafflen, noch auch selber nil tun, 
uflgescheiden alle argclistc und gcverdei." 

Ob es von Anfang an immer zwei solcher Aufseher gab, ist 
nicht bekannt. Es scheint der Fall gewesen zu sein hei den Land- 

' F. 97. — J Die Einteilung des Teiles ist von mir. 



Dlgiiizcd by Google 



- XXXV - 



wehrbauten von 1414— 16, bei welchen zum Unterschied von den 
übrigen «Kncehtcns iwci, die nur als Aufseher aufgefasst werden 
können, im Rechenbuch stets mit Namen genannt werden und einen 
höheren Lohn erhalten.' Aus den Vereidigungsvermerken des Eid- 
buchs ergibt sich nichts über die Zahl der gleichzeitigen Aufscher. 

Der Titel Grabenmeister kommt im Eidbuch zum ersten 
Mal 1534 vor; 1568 machen der Grabenmeister und seine 9 Knechte 
»Gräben bei der Marbach am KlobelauchshorTe.«' Zwei Graben- 
meister, von denen der eine nein Grabenmeistei zu Sachsenhausen 
und Oberrad« heisst, waren feste Einrichtung noch vor dem Über- 
gang der Landwehr an das Ackergericht.' 1782 heisst der eine 
sNeb engrabenmeistem und dB e y g ra b e nm ei sie rn. H 

Im XVIII. Jahrhundert hatten die Grabenmeister neben der 
Überwachung der ganzen Landwehr noch, gleich den Wartleuten, 
die besondere Aufsicht über einzelne Landwehrstrecken, die den 
Warten entlegen waren ; so der rechtsmainische Grabenmeister, der 
in Bornheim wohnte, über die Strecke vom Ginnheimer zum 
Bräun gesheim er Steg 1 und die ganze Seckbacher Landwehr vom 
Sulzenschlag zum Bornheimer Bruch [Stein 261 oder 262],' der links- 
mainischc über die Landwehr von Oberrad zum Hainer Steg und 
vom Hasen pfadsteg zum Langen Bruch.' 

Nachdem die Landwehr an das Ackergericht gekommen war, 
Hess dieses 1776 eine neue Instruktion* drucken, in welcher zu der 
des alten Eidbuchs noch Folgendes hinzukam: der Grabenmeister soll 

1. täglich einmal bei Tage und wöchentlich mindestens zwei- 
mal bei Nacht die Landwehr abgehen; 

2. Abackeruiisjctvunft igt! Sd-,:ii. ikrungen und Grenzverrückungen 
dem Ackergericht melden; 

J. Holzdiebe und Frevler ohne Ansehen der Person angeben; 

4. auch bei unbekannten Thätern die Frevel anzeigen; 

5. eingefallene Landwehrgräben wieder aufwerfen, verbotene 
Fusswege und »Falineno' abgraben; 



Commisim. Bogen ohne Datum, Anfing d« XVU1. g ]«hthuad«is ad. B. 49 ii 
der Rep. — * AcfcerßLi ';:i^'r:.i. :. Ili*i'i:ibcr lj&l. — I S. S. 45 und in. — 
i S. S. .16. - ISA 17; und 180. - > Uglb. B. 9a n. 1 9 K. A. - > = Herden- 
»■ige; "gl- ■Klepperfahn. und .Bci-jeusiuriduhn« im Walde; der Hin .fährt, 
mit seiner Herde auf ein Gelände. 



— XXXV] — 



6. Lücken in der Bepfhnzim;: ausfielen und jungt- Bäume 
schneidcln; 

7. keinen Unterschleif mit den Tageloluuetteln begehen oder 
dulden; 

K. das aufgemachte Holz treulich anzeigen. 

Die Bestallung der Grabenme ister betrug Anfang des XVIII. 
Jahrhunderts' wöchentlich 1 fl, also jährlich 52 II. Dazu erhielten sie 
als Ac cidenü tu: I. im Hauptamt : »wenn die Landwehr behauen, 
Treidel und Wellen gemacht» waren, für nObsicht" 20 Kr. wöchent- 
lich, so lange die Arbeit währte; dazu alle 2 Jahre grünes Tuch zum 
Kleid; 2. im Nebenamt, ebenso wie die Wirtleute, auf ihren >Distriltteno 
dis Gras und was in Wildobst gewachsen war, lind ein Drittel der 
Strafen von denen, die die Landwehr geschädigt oder an ungewöhn- 
lichen Orten passiert hatten. 

Geraume Zeit vor 1774 wurde das »wenig einträgliche! [rechts- 
mäinisdiel Grabenmeisteramt mit dem des Wart mann s der Fried - 
berger Warte verbunden. Dies war zuerst der Fall mit Balthascr 
Bloch (vereidig! i/j-l),' auf welchen sein Sohn Julunu Bloch in den 
gleichen Stellungen folgte. Dienst« uhnuRg war jetzt die Warte, von 
wo aus der Grabenmeister bei Holzdiebsühlen in der Landwehr, be- 
sonders bei Nacht, schneller zur Stelle sein konnte.' 

3. Die Wartleute. 

Auf jeder VVarte sass ein Warrmann. In der ältesten Zeit 
lieisst er einfach »der uf der warten.' Der Wartmann der Bocken- 
henner \V,;rte lieisst einmal dormann 1 , der der Riederwartc seit 
ijjo nieist Sc hn euni.ir.ii ii.lcIi seinen. Schlage, der Schnappe.' 
Auf dem liniililauchsbof' verschwand der Wartmanu nach der Er- 
richtung Oer 1-ricdherger Warle, ijO'j ist dies bereits der Fall;' auf 
der vom Unglück verfolgten alten Sachsenhäi^er Warte .1111 Steinwey 
(MOhlbergweg) ist ein ständiger Wartmann nicht nachzuweisen. 

Die Verpflichtungen der Wirtleute und deren Veränderungen 
im Laufe der Zeit ersieht man am besten aus ihrem Diensteid, von 
welchem wir auf S. XXXVIII und XXXIX vier Fassungen aus ver- 
schiedenen Zeiten zusammenstellen.* 

' S. S. XXXV, Anm. j. - ' Act. Maibich Uglb. A. 91 177). — 1 Bericht 
•les Ackerger. ti. n«eiiiK-r 1771 :n Uglb. 11. und 19. — ' 1. Ii. »KiJhu.-ln il\ 
F. «■ - 1 Fehden No. 114. MO bd Kgk M. 14. 14. - ' S, S. B9. - 
7 Lcrsn. 1, 57.5. ■ Wir bitten .iie Seiten N.XXV1Ü und XXXIX vor 
XXXV11 lesen zu »ollen! 



Digiiized bjr Google 



- XXXVII - 



Zu diesen Instruktionen der Wartlcute ist noch folgendes zu 
bemerken: 

Zu y. Anstalt /.u ^hiesscu nllegte:! früher die Wattlcurc wie 
die andern Türmer, zu blasen, wozu auf jede Warte ein Horn ge- 
liefert wurde." 1462 heissr es »die ulT den Warten sollen blasun 
und banyer ullstosscn, woe wenn] sie reysige sehen,»' Unter 
Umständen wurde aiicli, wohl der Sicherheit halber, das Blasen unter- 
sagt und nur oplisdse Sipnale angeordnet. 1456 bcschloss man »den 
wartluden underseyn |— uincrsas'en | ?u Hann, [dafür ihnen zu be- 
fehlen) mit dem banner zu zeugen und [man beschloss] ein Korbe 

Zu j: Die »forport.cn und torc» scheinen der Eingang des 
Warihofs zu sein. Diesen zuzuhalten wird öfter und besonders ein- 
geschärft, I.B. soll 1462 der Wartmann der Bocken heim er Wirte, 



Cuno von Solms selber da sy.«> 

Zu 8: War es nötig, dass die ganze Nicht gewacht wurde, 
so wurde dem Wartmann ein besonderer Wächter beigegeben. 
Auf der Galgenwarte war es 14 iS seit mehreren Jahren vorgekommen, 
dass einer »nächtlich ein h.Ljin.idite wachen musstc, wofiir er viertel- 
jährig 2 1t erhielt.' 

Ursprünglich halte der Wartm.inn, wie Instruktion I zeigt, nur 
mit der Wart« selbst und deren Schlag zu tun. Aber nach dem 
Bau der Bockenheimer Warte [1434] erhielt jeder Wartmann noch 

dazu imstande war [Ii, nl Am Anfang des XVIII. Jahrhunderts' 
bestanden folgende Aul'siclitsJistrikre : fJ;ili:ertw:irte: vom Gutlcuthof 
zur Steglach; Bockenheimer Warle: von der Steglach zum Ginn- 
heimer Steg; Friedbergcr Warte: vom Preungesheim er Steg zur 
Schlaghütte; Bieder Watte: vom Bornheimer Bruch [Stein 261 oder 
262] zum Main; Sachscnhäuscr Warte : vom Haiiicrstcg zum Hasen- 



' Öfter; für die SubKntliuxf Warle 1. B. Rb. 147D, F. 41. — 1 B^mb. 1461, 
F. 5. - > Ibid. hü, F. 67b. - ■ Ibid. 146a, F. ;. - i Ibid. F. ib. - » Rb. 141S, 
F. 8, Kgb. U. S. 16, 90. — ' In dcn> erwähnten Beriet». 




DigiüzGd ö/ Google 




Digitized ö/ Google 



- XL - 



Als Neben verdienst betrieben die Wartleute oft auf eigene Faust 
die Schinkwinscli.il>. D-.c : . wurde ihnen wiederhol i v:rbo:e:i. ; [77.: 
wende die Schankwirts; hafi der Wartmanne: von neuem beraten und. 
wie der Eid von 1776 ze:gt, mit gewissen Beschränkungen gestattet 

Von der Vereinigung dei einen Crj'jer.m eist er stelle mit der 
des Wartmanns aul der r-tiedberger Wanc war die Rede. 

Der Rieder Watt oder Schnappen mann veriah schon lü] zu 
gleich die Stelle eines Hosp italt'or stets, 1 stand also gleichzeitig 
im Dienste der Stadt und des Hospitals zum Heiligen Geist Der 
letzte, der beide Ämter vereinigte, wai Andreas Ludwig. Nach 
seinem Tode waren sie wieder getrennt. 

Zuletzt waren um! ile \Vi;t.r-:« einschliesslich des Sthnappen 
mannes gleich-eilig Chans-Cegeldetheber bis ms XIX. Jahrhur.dert 
hinein. 

Die Besoldung der 4 Knechte, die 1396 an den 4 Warten — 
der hölzernen Galgcnwarte, der hölzernen Sachsenhäuser Warte am 
Steinweg und den beiden Warten auf dem Knoblauchshof und zu 
Riedern — hüteten und den späteren Wartleuten entsprachen, betrug 
je 14 Eh. wöchentlich, d. Ii. je 3688 s!]. oder 30 fl. 20 kr. jährlich.' 
Die Knechte »zun guten Luden« und auf dem Knoblauchshof erhielten 
1396 dazu noch je einen Kock. 1 

In der Folgezeit betrug die Besoldung der Wartmänner auf der 
Galgen-, Bockenheims, S.idiserihäuser und Fried b erger Warte viertel- 
jährig 61t, also jährlich 248 = 20 fl.' Auch lieferte ihnen der Rat, 
wie auch sonst den Türmern, Pclzröcke.* Daneben gehörten zu 
ihrer Bestallung die sog. Wartäcker. Diese wurden später ab- 
gelöst.' Im Anfang des XVIII, Jahrhundens erhielt jeder der 4 eigent- 



lichen Wartmänner jährlich: 

Betallung 18 fl. 24 kr. 

Broigeld 20 „ 48 „ 

Stiefel- und Kohlengeld. ... 2 „ 3, „ 

Zusammen . 41 fl. 47 kr. 



Dazu als Accidcntien Gras und Wildobst im Aufsichtsdistrikt 
und '/j der Strafen für Litidwehlfrevel.* 

Der Rieder Schiiüppenmann nahm eine besondere Stellung ein. 
Fr erhielt nachweislich seit 1550 den üblichen Schlaghütcrlohn von 



1 u Ii. Bgnib, 1471, F. 85 b. - "Mglb. E 51 I. Estr. Ricdcm. — 1 Rb. 1196, 
F. 48. — 1 Rb. IJ96. — 1 Rb. 1468, 1480, 1484, 1190. — <Lom. I, 574 zu IS09. — 
7 Uglb. A. 1 ? , Nc 8. - • S, 5. XXXV, Ann.. (. 



Digitized by Google 



■ 



- XT.I - 



8 sh. = 20 kr. die Woche, also jährlich 20 S 16 sh. ™ 17 fl. 20 kr.' 
und dazu einen Pelz wie die anderen Wartleute. Zu seiner Bestallung 
gehörte die Schnappwicsc.' Im XVIII, Jahrhundert erhielt er 
jährlich : 

Bestallung [wöchentlich 30 kr.] . 17 fl. 20 kr. 
Brotgeld 20 „ 48 „ 



wozu die erwähnten Accideniicn der andern Wirtleute kirnen. 



Die Schläge zerfielen in bewachte und unbewachte, letztere 
wieder in solche, die für den ganzen Tag, und solche, die nur nach 
Bedürfnis geöffnet wurden. Die Schlagbäuine der Warten, deren 
Bedienung den Wartleuten zufiel, sind hier ausser Betracht gelassen. 

Isur die bewachten Schläge hatten ständige Hüter. Sie heissen 
»die an den siegen», uslageknechteo ' und häufig nponencr«.* Der 
Schlaghütcreid aus dem XV. Jahrhundert' schreibt vor: »Die an den 
sk-'jeii oll' der lantwere sollen in guten truwen globen und zun 
heiligen sweren, morgens, so die porten zu Frankfurt offgetan werden, 
von siont in sinen slag [es fehlt aoffentunuj und abendes, so er den 
zugesloßen und verwart hat, auch zu rechter zyt von dannen zugeen 
und die slußele mit jme zutragen und stedichiieh tage daran zusin, 
zuhuden und zubliben und mit dem slagc und andern Sachen uß und 
ynne zulaßen, als er dan zu iglicher zyt bescheiden wirdet.it Die 
folgenden Bestimmungen Uber Verhalten bei Gerennen und beim 
Nahen von Reisigen und Gefangenentransporten, über Beaufsichtigung 
der Landwehr, freundliche Behandlung der Leute und Vermeiden von 
Flurschaden entsprechen genau den Vorschriften für die Wartleute 
(I und II). 

Als Lohn erhielten die ständigen Schlaghüter gewohnlich 8 sh. 
wöchentlich, also zo % 16 sh. jährlich.' 

Das tägliche Auf. und Zuschliessen unbewachter Schläge be- 
sorgten Leute, die sonst eine andere Beschäftigung hatten, nebenbei. 



Rb. 1401, 1403 11. o. - 1 «Alt Aidt-Buchi. — * Belege bieten die Rechenbücher 
des XIV. und XV. Jahrhunderts, z. B. Rh. 1199, F. 4g; 14», F. »; rjoo, F. 37. 
Nach Rb. 1597, F. j8 erhielt der Hüter an der Vilheler Sirasse ml 8 h.; dasselbe 
gleichzeitig ein Hüter auf einem Turm; 140J, F. 4>b erhielten 4 Schlaghtjier m- 
samiDen 26 I, also jeder 6 j 6 h.| 1409, F. 41 einer 6 f wöchentlich. 



Zusammen . 38 fl. 8 kr. 



4. Die Schlaghüter. 




Digitizcd by Google 



- XLII - 



l: . »siege bv Sinei Wendelm« sdiUe&st 141} auf uod 111 »Henne 
in der dutsciitn hern garteohus»;' den Prcungeshcir.icr Schlag 14)1 
»Rudolff sbgeknscht an Borr.heimrrstTassent;' und vom RieJuhlag 
heisst ei 1490 in der Instruktion für den Schäfer auf dem damals 
erbauten Schafhol »den sloiTel zu dem ulTet (laß soll der Scheffer 
haben und morgens und abends uff und zusbeßen«.' Als Jahrlohn 
für das tägliche Auf- und Zuscbhessen erschein! öfter Geld für ein 
Paar Schuhe, die z. B. 1431 4 ff, 1440 4 ß 4 h. kosten.' 

Zu den in der Kegel vcii;hlo>ienen und nur nach Bedürfnis 
geöffneten Sciiljgrn gehören j B. ii.e bt;den Si:..jj;e a:i der Oppen- 
heimer Strasse beim Langen Bruch und der Eiserne Schlag an der 
seit 1462 zur »Notstrassen herabgesunkenen Eschenheimer Strasse. 
Van ersteren erfahren wir, dass sie 1430 Henne Kurcze, Portener 
an der Oppenheimer Pforte, »zu noden uff und czu slüfßet«' und 
dass man 1440 beschloss »dem dutscliherren den floffel czun siegen 
lyhen und ime den bevelhen und den Glauben uff in stellen«* Der 
Schlüssel zum Eisernen Schlage aber wurde nur in besonderen Fällen 
zuweilen gegen eidliche Versicherung der Treue geliehen. 1 

5. Die Schützen. 

Ausser dem »knecht der in die lantwer geet«, oder dem Graben- 
wärter, den Wartlcuten und den Schlüghütern gab cs noch besondere 
Schützen, die die Aufgabe hauen, die Landwehr täglich zu be- 
gehen. Zu diesem Zweck zerfiel die recht smainische Landwehr nach- 
weislich seit Frühling 1427 in zwei Bezirke, vom Uniermain beim 
Guileuthof zum Knoblauchshof und vom Knoblauch shof zum Ober- 
main bei Riedem. Jeder Bezirk wurde von 3 Schützen überwacht, 
die jährlich je 10 iE c= 8 fl. 8 sh. empfingen. Von ihrem zweiten 
Vierieljahrlohn heisst es am 6. September 1427: 

»item 71A (7 Wernher Widdich und peder von Kebel [Kobel] 
und Walther Kerlog iren andern viertel jarlon zuverdienen von dem 
mein by den gudenluden biß an den Clobelaurhs hoff; 

item 7 Vi G pedere hoppeland und geiste 1 iren andern viertel 
jarlon der lantwer von dem clobelauchs hoffe bifl oben in den mein 

und am 15. November erhalten die drei zuerst genannten ihren 
dritten Vierteljahrlohn »von der lantwer«.' 

■ Rb. 141; nach Fich. Hdsdn. JJ. 6s. — ' Bb. 1431, F. jS. — I HiusnA. 
HOfe Sithienli. - < Bb. 14JI, F. j8 und 1440, F. 44b. — 1 Ibid. 1450, F. 70. — 
* Bgmb. 144D, F. 74b. — 'S.S. 60. — > Hier ist offenbar ein Name au^elaiM», 
da der Lohn derselbe Ist, wie vorher für i Scheues, — » Rb. 1417, F. ]7 und J9. 



DigitizGd bjr Google 



Für die linksnia mische Landwehr finden wir 1444 einen Schulzen 
mit 8 fl. Jahrlohn angestellt. Am 24. Oktober zahlte nun »2 fl. CI*s 
Stutnpe schuczen, die lantwer czu Sassenhusen al!e nacht gein morgen 
czu besehen von dem vergangenen lirtel jarlona.' 

Auch die Ginnheimer Landwehr wurde nur von einem 
Schützen überwacht. Dieser erhielt den beträchtlichen Jahrlohn von 
tj fl. — 15 8 12 ß. Da Frankfurt und Hanau alle Ausgaben für 
die Ginnheimer Landwehr im Verhältnis von 5 zu 6 teilten, so 
betrug der 

Jilirlohn. ViertrJjlhrlabn. 
Frankfurter Anteil . 7* ij?8h 1 11 15 fl 4 h 
Hanauer Anteil . . 8 a 10 » 4 * 2 » !■ 8» 
Ganzer Lohn . . , IJ % 13 ß — 3 (C t8 ß — 
Am 27, Oktober 1408 heisst es: »7 iE 1 ß 8 h han wir gegeben 
Wemher Korber[?J zu unßem antzal zu jarlon, der nuwen lantwer 
by ginheim zu warten, als er zu jar [™ auf ein Jahr] gewonnen 
ist der lantwer umb 13 gülden zu warten und mit innen wan wir 
von der stede Frankfurt wegen fünft" prienige gebin, so sal die 
bornheimer zint seß phennige gebin». 1 

Einmal teilten sich ausnahmsweise 2 Schützen in diesen Lohn. 
Im November 1410 verzeichnet das Rechenbuch: »35 fl 4 h Bechtold 
von eckinheim und Wigel von Ginheim iren ersten viertel jarlon, als 
uns geburt in [ihnen] zu gebin an der lantwer zu ginheim zu 
huden». 

VH. Verwendung der Landwehr In Gefahr. 

In Zeiten drohender Gefahr, in »Warnungen" wurden an die 
Leistungsfähigkeit der Landwehr die höchsten Anforderungen ge- 
stellt. Dann galt es, die Gefährdeten zu warnen, die Landwehr 
mit verdoppelter Sorgfalt zu besichtigen und sie mit Mannschaften 
und Geschütz zu besetzen. Auch zur Messzeit wutde die Land- 
wehr scharf überwacht und in verteidigungsfähigen Zustand versetzt. 

1. Warnung der Gefährdeten. 
Als 1493 Gefahr drohte, liess der Rat den Oberrädern sagen, 
sie sollten »ihr Viehe hcrin in die Schläge schlage™ und fertigte 
eine Frau auf den Schafhof, osie warnen [zu] lassen, dass sie ihr 



1 Rb. 1444, K. 48. — * Rb. 1408, K. jo. Die gleicht Ausgabe :n den 
Rechenbüchern von 1409, 1410, 1411, 1417. - > Ibid. 14m, F. 4jb. 



- xuv* - 

Vidi in der Landwehr behalten.!)' — Audi den Nachbarn erlaubte 
man zuweilen, ihr Viel, in die Landwehr zu treiben. 146a liess man 

herinne, wann der slag [der BockenheimerVarte] offen ist, will man 
geschecn lassen« , doch durfte ihnen der Wartliof nicht aufgetan 
werden,' 

1. Besichtigung der Landwelir. 

Die ausserordentlichen Brikiiti^uii^cii erst riskiert sich zunächst 
auf die Landwehr nubir allen 1 oder »all amb und umbu.' Sie er- 
folgten täglich, 5 oder »cc^wyhnqc«. czuczvdeti' und zwar Nachts,' 
oder Morgens vor Tage,' oder Morgens und Nachmittags* durch 
Diener oder Knechte, entweder *u Fuss oder zu Pferde, zuweilen 
auch durch Flauen," vielleicht, weil diese weniger auffielen. 

1412 musste ein Fischer eine Zeit lang 2 Knechte morgens 
iibersL-./c'i aJii- [linksniainisihej lamwer zu besehen in diesen War- 
nungen.»" — 1441 liess man in der Messe die Landwehr alle Tage 
besehen.' 1 — 1471 erhielten 2 »bullende Kl: L-chi^n 16 ,i »diu verji.mjienc 
woche 12 nacht ußwendig oli" der lamwer czu Sassenhusen wyder 
so fu re [wie zuvor] czugecn, czu warten und czusehen, obe 
imant da inne lige oder sy oder dadurch gangen oder geriden habe, 
oder [obe] die [lantwerj ingezogen [Bedeutung?] sy; und was 
ine begegnet sy, das an der AlTennorten, so mau die offslusset, czu 
sagen und anzubringen.«' 1 

Die Tätigkeit de* Wachens und Spähen* heisst oft die warte; 
daher die Ausdrücke »uff die warte rideno, »die warte beridenn, 
»die warte in nernen« und zwar zu Fuss oder zu Pferde, welche 
sich aber nicht immer auf die Landwehr zu beziehen brauchen. 1442 
liess man «den d i enern sagen under andern das si morgens vor 
tage und auch nach mittage die warte beryden und ver- 
sehen, als vormals geschehen ist, uff da* man schaden vorkeime.« " 
1451 beschlos5 man »die dienet morgens degelich uff die 
warthe lassen ryden und die lantwer lassen besehen,«' 1 1395 
z.ibhc nun) Lohn :>eim knechte, 14 tage zu Riedcm zu bilden und 
die warte in zu nernen«,'* und 1 397 anderen Knechten "die 



1 Letsn. IV. 409. — • Bflmb. 146a, F. i. — ' Bgnib. 1441. — 1 Ibid. 1448, 
' F. [. — » Ibid. 1441. F. (I. - *Rb. 14.3 und .448, F. jjb. - 7 Ibid. F. 71 b. - 
■ Ibid. 1412. — » ßgrab. 1441, F. 55b. — " Bgmb. 1440, F. s, 1448, F. );b. — 
" Rb. 1419, 2. Juli. — " Bgob, 1441, F. jt. — '1 Hb. 1471, F. 71b. — 
■« Bgmb. 1441, F. nb. — "I Ibid. 1451, F. 8. — <* Hb. 1)95, F. ]j. 



Digitized by Google 



- XLV - 



Warthe zu fuße in zu nemen, als man gewamet waz.i' Die 
beiden letzten Notizen sind keine Beweise für das Vorhandensein 
eines Wartengebäudss. 

Inden Ausdrücken » die Warte verslagenu oder »b es lag en« 
scheint die gleiche Bedeutung vorzuliegen. 1390 zahlle man »6 ß 
zwein gesellen, die ein nacht [= eine Nacht lang!] die warte in dem 
nyder walde" virsiugen 1= dort wachten], als man die kaufflude des 
morgens von der messe geleiden soldeo,' 1491 mfiift fl. t alb. für 
ein phert zu e3'ncm für rider [Vorrciter] die wart zu beßlagen» 1 
und 1402 heisst es 11] 3 grossen atzete der diener ein teil, als sie hern 
Kuno von Ro.lenstein gein Frideberg geliehen Warden und auch als 
ir ein teil die warte vor der höhe [vor dem Taunus!] bisluge, 
da man die von l ; ridel>erg ... in die messe geleidet. « ' Die Nach- 
richt von t ;ijo beweist ebensowenig das Vorhandensein einer hölzernen 
(lalyai warte, wie die von 1402 das einer sonst nicht bekannten «Warte 
vor der Höhe.« 

Auch wenn 1453 Lohn gezahlt wird «len frauwen, dieß wuchen 
im walde du ßlege [welche?! z" beßlagen«, 1 wird beschlagen = 
einnehmen, in Beschlag nehmen sein. 6 Die l'raucn sollten wohl in 
unaulTalliytr Weise sich an den Schlagen aufhalten und eiwui^L- Vor- 
kommnisse melden. 

Die zum Wachen bestimmte Mannschaft heisst ebenfalls ndie 
warten 1440 erlaubte man Konrad von Glauburg »die Warthe 
tun by sinen phig und auch anderswo, so man der diener nit bedarff.a 1 

Auch die Höfe vor der Stadt wurden in »Warnungen» auf ihren 
Verteidigungszustand geprüft. 1459 wurden »die Leuthe auf dem 
Clobelauchs-lk:i, der Ode ::nJ andern dergleichen Hausern tescl::ci:t 
und verhöret, was Geschütz darauf seye, auch den Herren befohlen, 
ihre I Liu-cr und Sachen in Obacht zu iidum-n, und wenn der Magistrat 
Leuthe darauf schicket, solche einzulassen.«' 

3. Besetzung der Landwehr. 
Die Landwehr, d. h. die Warten und Schläge, dazu die Höfe 
vor der Stadt und die Dörfer Hess man bei Gefahren mit Mann- 
schaften und Geschützen »besetzen" oder •bestelle na. 



* Rb. 1)97. - 1 Rb - >i9°< F - 45 b - — ' lbiJ - M9*i F - 9 1 - — * Rb ' '*»> 
F. 6l b. — S Rb. M9(, F. 74- - 'S. Grimm «beschlagen. IJ{I). - 1 Bgrob. [4411. 
F. 10. — « Leri. 0. t;8o iu 1459 fa. III p. Dom. Trin, 



- XLVI - 



T444 beschloss man, otegeüch die lantwer off beyden syten 
tun bestellen«; 1 14 J9 sollten die Rechenmeister die warte (Plur.) 
bestellen»;' 1449 dieselben "besetzen und bestellen mit 
gesch ut zt« und 1397, als ein »gerenne vor du sudo war, 
«.irden ; 1E 4 h bezahlt »von Steinen aß die wart he |Plui.| zu 
bnogent.* — [4)7 wurde beschlossen =Bvtsack an den Slag czu 
Deinen und ime ein armbrujt mit daran zugebene,' und 1426 
11 j Sit er. Tage lang zwei reue^ch.rzei: ..jf den. ör jsrgev. erde 
by Sani Wendel ing und in Rudolf zum Humbrachts hofe [— Brommen- 
hofj in warnunge hudem.* 

Oberrad licss man 149; »mit 40 knechten stercken«' und Ijjo 
"die ußersten slosse, als Bonamese, Irlebach, Husen; KnobclauchshotF, 
Riedern; die czwo warthen [Galgen- und Bockenheimer] bestellen 
diesen obend, das die mit luden und geschueze beste 1t syen«. 1 



VIII. Schädigungen der Landwehr. 

Abgesehen von Zerstörungen durch den Feind kamen absicht- 
liche Schädigungen der Landwehr sehr häufig vor. Der Frevler 
hatte wo möglich den Schaden gut zu machen und dazu unter Um- 
ständen noch eine Busse zu zahlen. So wurde 1438 beschlossen, 
die «ur alden Wagen' die lantwet wider heissen machen und 
busse eingeben. 1 " Folgende i-'revel sind die häufigsten: 
t. Gebictsschmälcrung; 

a. durch Überackern: im 15. Jahrhundert hatten nach einem 
undatierten Verzeichnis" an der Sachsenhäuser Landwehr 
viele Anlieger ȟber arno; [723 haben die Bocken- 
heimer zwischen der Bocken heim er Warte und dem 
Eisernen Schlag udermassen nach nah) der Landwehr« 
angebaut, udass nicht ein Fuss breit räum zu finden ist, 
da doch einige Steine zeigen, wie weit sie davon zu bleiben 
schuldig sind«; J727 kommt die gleicht Beschwerde am 
gleichen Ort und an der Ginnheimer Landwehr vor; 1 ' 
und später an der Oberräder Landwehr beim Thürchespfad. 



■ Bgmb. 1444, i : . 9b. - ' I^d- '419 F. - I Ibid. J. 1449. F. 14b. - 
' Rb. 1)5*. F. 46. — l Bgmb. 1417, F. JO. — » Hb. 1416 bei Fich. Hdschr. JJ. — 
' Leis. 111,409. - 1 Bgmb. uso, F. 19b. - • Haus .m alten Wage in der Kallelosh- 
gas«, Batt. IV, Jii. — ™ Bgmb. 14)». — " Uglb. A. 95 V. - " In Fl» Acterger.- 
Landwehr. 



DigitiZGd by Google 



— XLVII - 



b. durch Baum pflanzung, 1467 heisst es »Sifrit Fulkern und 
andern sagen, die gesaste beume off der lantwere 



c. durch Gebäude; 1458 sollen »die frunde . . . Sifrit Wclders 
buwe by der lanlWCr besehene. ' 
2. Widerrechtliche Nutzung. 

a. von Holz: Über das Fällen und Beschneiden von Land- 
wehrbäumen wurde zu allen Zeilen geklagt. Im XVIII. 
Jahrhundert gab das ordnungsmässige Erbsenreiserhauen 
vielfache Gelegenheit dazu. 1761 haben die Beständer des 
Gutleuthofs und des Hellerhofs Reisig in der Landwehr 
gehauen, letzterer sogar 2 Eichbäume in der Landwehr 
hinter seinem Hofe »abgestumpft«. > 

b. von Früchten : 1723 masste sich der Bockenheimer 
Schilling von den auf Hanauisches Territorium über- 
hängenden Bäumen der Frankfurter Landwehr Obst und 
Eicheln an.* 

c. von Gras: 1777 bat der TaglOhncr Traub in der Landwehr 
[beim Eckenheimer uuJ IVeiLüjieslieiLiicr Sieg] gegrast.' 

Vieheintrieb: 14 12 musste Busse bezahlt werden, »als (che 
in die lantwere gelanffen waw* und 1459 beschloss man »mit dem 
meister von den gudenluden zu redden, als sine vehe den luden 
schaden tud und der lantwere.» 7 Besonders war die Schäferei dei 
Landwehr nachteilig. 1446 heisst es »mit Maderne in der Gin- 
heimer lantwere bestellen und redden von des scheffers wegen, der 
die schaff in die lantwer drybit.i* 1782 klagt Oberförster Vogel, 
zwischen der Bockenheimer Warte und dem Eisern tri Scbhu w-.jrtii: 
das »tlackcn und besäen [der Landwehr] neben den Ackern beiderseits 
der Gräben . . . wegen der Schäferei nicht viel helfen,» und im 
folgenden Jahre hat einer in der »Landwehr im alten Berga 
|Riederberg| Sihafe geweidet. Überall waren dort Pfade von 
Schafen in der Landwehr. '° 



* Bgmb. 1467, F. ji. Es hudelt sich entweder am den nördlichsten Teil 
der Galgenleidlandwehr u der S. 1, genannten iVökkeri sehen Wiesei. nder lim 
die Ginnlieiroer Landwehr (S, S. XXX11) - ' Benib. 1458. Es handelt .siel, um 
die Ludwehr rwischen Knoblauch sweg und östlichen. V/lllopLuL S. S, 16 und 17; 
.buwec konnte vielleicht auch Inf den Ackerbau gehen. -- I Fan Acktiger.- 
Landwehr. - < Ibid. - > Ibid. - ' Rb. 1413, F. 11 b. - ' Ibid. I4i9, F. Bob. - 
■ Bgmb. 1446, F. iä. Madern aar wohl der Schaue der Ginnheimer Landwehr 
wie die S. XUII genannten. — » Bericht voni S. Män IjBi. - " AekergokhB- 
iktcn vom ji. Juli 1783. 



- XLVffl - 



4, Anlage von Privat wegen : 144; versuchte Gerlach von Lons- 
dorff, der sich 1470 unter den Hauprleuten der zum Schutz des 
Baues der Sachsenhäuser Landwehr aufgebotenen Schaar befand, 
einen Steg über die Landwehr iu machen, was ihm aber der Kat 
untersagte. 1 

5. Zuleitung von Abwässern: 14)6 wird bestimmt die Rechen- 
meister sollen lassen penden, die ir aduchen in die lantwer 
nit abetun.« 1 



■ Hgnib. I44j. S. auch S, i[6. — ' Bgrob, 1416. 



— »•**«•*- 



Digiiizcd bjr Google 



Topographischer Teil. 



lirsics Kapitel. 

Das reehtsmainisehe Stadtgebiet. 

Um du- Anlage der rt;.i:s":jv- wln~; I. judv. el;:eu m ver>tc-hen. 
ii: es noiwendip, juvor von den redusrnjiniiclien Scilsgtbici m 
Hinsicht auf seine natOilicb« liesöaffer.heii, seioe S'achLargebieK.'. 
« :".c Cren/ui, -in IV. I; ur.l t;M:j;:i J.t :^ c.fcluii-U'ndir WVpt 
eine \ oisieiljnf; lu gcwiw u i 

Natürliche Beschaffenheit.' 

Der Boden des rcchtsniainiiciu-n St.id^'cl'iijics bratcht aus der 
Höhe und der Flussebene. Ersterc ist das Endsifick des vom 
Vogelsberg zwischen Nidder, Nidda und Main herabziehenden Rückens, 
niii höchster Erhebung bei der Bcrficr Warte. Von dieser Höhe 
[rennt die Mulde des Diebsßruri des, der von Seckbich her zwischen 



durch Weg MocknlLurii-fniüiliLiiu i'Ji ui5 lui Peilenfabril« ; sodann durch den 
Praunheim« Weg 03d). — ' L r n. T e:'iiir l^t r.ir.k- Allerheiligen-, 'IVjii^us-, 
alle Schleiingeigj™. KelrenlinfVe^ ([.(). — ' Ritetisieiii, A I i^iiem.. C bcrsiclits- 
plan 1 : 10,000, 1880. — * Hin «was hellerer Rand von 1!0 ni lieh! sieb von 
der Kiniiiüiidung des Arl'eiKlrisier V-'t^s (it>) in die llsehertheimer Strasss (r;) 
südlich uni die Irrenan-ull 1:1: J die WinY .'.i.-^ecYu.k- -ler Griineburg. 



der deutlich hervortritt zwischen Sulz und Pfingstweide, sowie an 
Je- jL'LKiser: WiilihcliiuiJ'.iir. L-.-.L-, vlr.v scher am Wege Bockenheim er 
Sirasse-Ginnheini (16) hinter der ehemaligen Villa Leonhards brutin 
und zweimal am Praunheimer Wege (:8c). Seine Abdachung ist 
zwischen Sulz und Pfingstweide kurz und steil; zwischen Pfingst- 
weide und Ginnheimer Weg(ifi) sehr lang und sehr sanft; zwischen 
letzterem und Diebsgrund wieder kürzer und steiler, besonders am 
Praunheimer Weg (18 c) nördlich von dessen Kreuzung mit dem 
Diebsweg (48). Der Abfall zum Diebsgrund tritt nur westlich der 
Eschersbeimer Strasse (17) allmnhh'g stärker hervor. Den südlichen 
Teil der Höhe unterbrechen folgende Huden Senkungen : .. die Sulz; 



wird, zieht von Seckbach her das Oslbrueh, ein alter Mainarm, 
der den ältesten Stadtgraben bildete" und bei der späteren Neuen 
Mainzerstrasse in den Hauptstrom zurückkehrte. Das Ostbruch be- 
gleitet bis zum Eselsfurt den Rand der Höbe, mit welchem es dann 
bis zur Pfingstweidgasse (;S) ein zweizipfcliges Stück der Ebene 
einschüesst. Unterhalb der Stil?, ist es durch eine An schwemm uns 
aus letzterer stark überdeckt, die den natürlichen Wasserabfluss von 
Seckbach herab hemmt und der Gelnliauser Strasse (28) einen be- 
quemen Übergang gestattet. In das Ostbruch münden von rechts: 
[. die ticfeingcsclinittene Sulz, in welcher aber ein standiger 
Wasserlauf auch für frühere Zeiten nicht nachgewiesen ist; 2. der 
Spessartgrabe 11 der aus dem 1-icliw.tlJ kommt und durch die 
Bomhcimcr Mulde flies«; 3. das kleine Hospitalbruch; 4. der 
Pfingstborn; 5. der Elkenbach mit dem Abfluss des Her- 
Riederbruch. - Durch die üntcrmaincbcnc, die sich nach Westen 
zu verbreitert, zieht, mir wem;; vun deisel'uen nördlich lassend, das 
Westbruch zur Nidda, deren alter Zufluss es ist. Es setzt ein mit 
dem Rastensee' und biegt einmal stark nach Süden aus. Zum 

1 Born urs[T = tingle ei:il Al':l;::i, JiT^I-ei] ; ,mcll J.15 englische 

bounie iti Ortsnamen. — * Bau. 1 öfter. — 1 Herr Ingenieur Weimer vermutet 
Spes-liart = Eichwjlil! (?) — 4 Auch Rüstcrscc, 1658 fast gjiii lUJgettlll, 



Digitized b/ Google 



Westbrueh Iiiessen von rechts: I. die Leerbach, ■ die alle Ge- 
wässer zwischen Eschersheimer Strasse (17) und Ginnheimcr Weg 
(16] sammelt und in den Rosiensee mündet; 2. der Leonhards- 
born u. s, w.; von links: 1. die Sieglach, die das Wasser des 
Wolfensccs abführt. — Die Niddaebene endlich schliesst sich im 
Westen an die Untermaincbcnc. 



Nachbargebiele. 

Das rechtsEYuüni.Jie Su.:r;,e:^t mit Einschluss von Rieden:, 
aber mit Ausschluss von Bornheim, grenzte an die Gemarkungen 
der neun Dörfer: Griesheim, Nied, Rödelheim, liuckeiilieim, Giim- 
heim, Eckenheim, Bornheim, Seckbach, Fechenheim. 

Von diesen grenzte Ginnhcim nur zeitweilig in Frankfurt, und 
zwar nur mit dem südlich vom Diebsweg (48) und westlich von 
Jer Eschersheimer Strasse (17) gelegenen »Feldchen«, dessen Zu- 
i;ch.':ri:;k-.'i: zwisilu-r: C ji nr.ii ein! und licekcniiam geschwankt zu 
haben scheint. Da es durch die Ginnhcimer Landwehr von 1406* 
jiiiüi;:.:lil(!:,ie:i wird, so b.;t ei \\<:\\. Jamals, und vielleicht ursprüng- 
lich, zu Ginnheim gehört. Nach 1728 heisst es .das Kleine Ginn- 
hcimer Feld«,' dagegen schon 1677 »das Bockenheimer 
Feldgenu,* und die letzte Steir.uas ;:"is:he!i Bockenheim und 
Ginnheim ] 7i 6 zog es endgültig zu ersterein. 

Politisch nahm Rödelheim eine besondere Stellung ein. Seine 
Burg war schon im 15. j ah rhu 11 dort Ga 11 erben haus , seit 1443 ist 
Frankfurt Mitbesitzer.' Die acht übrigen Dörfer gehörten mit elf 
anderen zur Grafschaft des Burnheinier Berges, deren Geschichte 
mit der der Landwehr vielfach verflochten ist. 6 Gerichtsplatz der 
Grafschaft war der Gailenberg Sei Üoniltcini, 7 Hdsitzer die Zent- 



iJw die M.irt.uh, l.' B Lb. A. 01, Ar - • L'iii&jüinj: von 1677. - i Die sehr ver- 
wickelten Verhältnisse bejundd: Eulcr, D.uf" und S;]iloss U .id. -du- im, Ncujahrsb] 
des Vereins f. Gesch. u. Alien. 1B50. — * Schitff, die Grafkhaf! des Bomheime. 
Bergs, Arch. f. Frltf. Gesch. u. Kunst, Neue Fulgc II, (. Dicier ^leidlichen 
Mcirat.^liic siiut die folgende:: A lieben ubsr EinHdilei:).' end SchiAs.ik der 
Graadii!: entlehnt, die y\i'.u ViTjMü.lni: .Vs Kokenden nicht entbehrt werden 
tonnten. — 1 Auf dem iKuth-l'cri;», ni^d'a.i midi im 10. Jjhrh. der ■Armen- 



Digiiizod bjr Google 



grafen der neunzehn Dörfer. Den Vorsitz führte ursprünglich ein 
königlicher Beamter und ein Richter aus Frankfurt. Als später die 
Grafschaft an Hanau verpfändet war, hatten sich Frankfurt und Hanau 
in den Vorsitz zu teilen. In richtiger Erkenntnis der hierin liegenden 
Gefahr bewarb sich die Stadt um die Befugnis, das Pfand einzulösen. 
Sie wurde ihr zwar 1529, 1336 und Ijfi6 erteilt, doch fehlte es ihr 
an der Macht, die Einlösung durchzuführen. 1454 belehnte Kaiser 
Sigismund Hanau mit der Grafschaft, verfügte aber trotzdem 1436, 
dass alles beim alten bleiben, und Frankfurt mit Hanau gemein- 
sdtaftlich den Vorsitz führen sollte. Frankfurt suchte nun wenigstens. 
Bornheim zu erwerben. Nach langen Verhandlungen wurde am 
18. September 1475 Dorf und Gericht Bornheim vom Reiche der 
Stadt verliehen und am 14. April 14S1 in einem Venrage mit Philipp 
von Hanau — vom Kaiser bestätigt am 18. November 1481 — dem Rate 
die Oberkeit und Herrlichkeit über Bentheim, Hausen und Überrad 
zugesprochen. Ostern versammelte sielt die Grafschaft /ism 



Gebietsgrenzen. 

Die Frankfurter 1 lolicitsgtenze gegen die neun I 
f in der Zeit, wo der L a 11 dv. ehrbau begann, also na 
1 14. Jahrhunderts, an mehrere!! Stellen anders als Ii 

1. Zwischen Main und Mainzer Landsirasse (2) v 
vas unregelmässiger als jetzt.' 

2. Die ..Dammwiesen« (etwa vom Biegwald 



ubirsiduil;. i.HKN. Dir Str«:-^ UiLl^iK.ii:i-K;r S ;.r^;:t n-,i,Jr an mir mibrk 
Zeit, dir Strecke Hic;::T::cNt-Ü:..-r:i],i:i (n.mirlidi mii Kinschluss Hontheims) 
die Creme iwischeit Fr.isikrur: n.i.l fWnhtiii] 178; luleru pesteiill. Im Folj 
sind Angaben rem (Jrcijisii-iixsi ahne Weiteres von den Sleinungen von 
nnd 17E7 zu verstehen. Gteiven ■in ! v,m^.r-.:iliv. iv- .larl daher der alle Zl 
im All^-em einen ab erhalten gehen, wo nicht tu'iie'iseil J'ekini.! i- 

' Landschrideb. von 1578. Uglb. A, oj. 



Digitized by Google 



rcme von [785 mehrere Wingerte, <li 
trittiger Hoheit.' Noch [793 wurden 
tz und Zehendii nach Fraotfurt gaben, vi 
1, aber 1785 nmii Hoheit und Privat 
eien,' jedoch aus unbekannten Gründen 
ichlussen. 7 Spater wurden sie mir. Bo. 
|. Der Diebsfjrund. zwischen lischerth 
eitner Grenze, nördlich bis zum Diebs«. 



c zwischen l ; r;mkiiirt und Ricdern » 
ind das kleine Riederbruch zum 
ch 1471 »das rais bruchcr, 1 * letztere: 
Bruch« oder »Frankfurier Siadt Br 
iciden zu Riedern gehörte, ist mir 
den der Fall." 



7 Flurr 



jn BoraheEm 1772. 

- •' Marr sehe die Risse Mglb. E. 57 1 ji, M. I, 3, 1(75, woselbst der 

Arnjburpcr Atter »ii> iil.eini'.'r St I" i : : .r ! -.lr i n ;f M. ], l.i L 1C17K; Ried. 7, 1774. — 

'I Ried. 1, 171X - " Mglb. E.JI, I, 147' - " [Ued.7, 1774.- '* Ried. 1, 1711. 
Zwischen Hanauer Riras.e (3,1) uuJ Main litt die clmr/c, «»lange wir sie kirnen, 
(Orr jeher, wörlk!, v,> 11, Weiie Kk-Jem-Maii, Cf.[... in l-e!r.re!i:lidi;:v. 
Iben. Der Ostraird dieses Wune. Iiil.kie spater die Jagd K rttlze 
und Riedtrn. Sic wurde <n!ti/[ -esKmi 17.W mir 6 noch vol- 
leren Seilen so bc*ciehnct sind: 



HI 



RI 



n Wäl. 



mark aus drei Feldern zusammen: dem Galgenfeld, dem liiederfeld 
und dem die Stadt nicht berührenden Friedberger Feld,' die in regel- 
mässigem Wechsel von Winter-, Sommer- und Brachfeld bebaut 
wurden. Die Feldmarken der um ließen den Hofe und Dörfer waren 
ursprünglich sowohl von einander als von der Frankfurter Feldmark 
durch breite Waldstreifen getrennt, die mit dem fortschreitenden 
Anbau allmählig bis auf einige Reste schwanden.' Von dem Gelände 
zwischen Stadt und Friedberger Feld wurde zu einer bestimmten 
Zeit der südliche Teil in Garten verwandelt, später, und zwar in 
mindestens zwei Perioden, dir nördliche meist in Wingcrtc. 

Wcstbruch und O-üuuch teilen die TcMiiincv in eine untere, 
mittlere und obere Gegend. Hierbei rechne ich das Westbruch 
zur unteren, den Ostbruch zur oberen Gegend. 

A. Untere Gegend. 

Die untere Gegend wird niirdlicli betraut vom Weg zur 
Leerbachbrücke (])), der Hüdelheimer Strasse (la) bis zum Abfluss 
des Leonhardsboriis und dem Nordrande des Westbruchs. Zu ihr 
gehören: der untere Mamwaseii, die westliche Fbene zwischen Stadt, 

Grenze, Mainwasen und Weitbruch und das Westbruch selbst. Die 

Teile der unteren Gegend sind: 

1. der untere Mainwasen, zwischen dem Main und dem 
alten MarazerweB der Siadt gehörend. 

In der westlichen Ebene: 

2. das Frankfurter Gelände im Galgenfeld; 



' R. Felln«, Ucitr. zur Gesch. des Stadtwalds von Frankfurt i. M„ FrukT. 
iStjj. — ' Min sehe i. B. die Bn L -]iorJ:u]i^- w.a 1 ;u | im Archiv. — J En solcher 
war i. B. der Schcidswalu jmsJicii fu-Ahn uiul ISornl.eiii]. Der Name 
bedeutet aber nicht Greniwald, sondern weist nach He.™ Archivar Dr. Jnn B 
auf einen spateren Besitzer Namens Sclicid. 



Dicjitizod by Google 



}. das GulleuthrJfer Gelände; 

4. das Hcllerhöfer Gelände; 

j. das Rebstöcker Gelinde; 

(,. das Gelände einiger ausgegangener Höfe.' 

Galgcnfcld h:c:,s ui-äpnnLvic'i vuli! nur Jas vim Frankfurter 
Bürgern bebaute Ackerland, in welchem sich der Galgen erliob.' 
N:ith Hrntliiju^ der Landwehr aber reichte, wie Jit- Hiiickordmiu;! 
von 1504 ausweist, das brachpflichrige Galgenfeld, das erste und 
vornehmste der drei Stadtfclder, westlich bis zur Landwehr, umfasste 
also auch Teile des Gutleuthofur und Hcllerhiifcr Geländes. 

Im Wcstbrudi, dessen oberer Teil bis tum Grenzstein 65 öfter 
Nicdenau heisst,' lägen: 

7. der Rostensec, von dessen östlichstem Zipfel sich ein Rest 
bis ins ig. Jahrhundert erhalten hat;' 

8. der HofNiedenau, da, wo im 19, Jahrhundert der Marti'sche 

9. derkleine (ostliche) Keuenhof; 

10. der grosse (westliche) Keuenhof* mit den westlich 
daran stossenden Kettenhöfer Wiesen; 

11. die Wiesen in der schwarzen Gelen Loch, von den 
n Wiesen bis Stein 6; ; 

:. die Dammwiesen bis zum Biegwald. 



B. Mittlere Gege 
e Gegend liegt nördlich 



Ostbruch, 
liehe brat 
Feld, die • 



Vor der Städter Weiterung von 1333 bedeckten »die Gärten« 
n ziemlich ausgedehntes Gelände, das sich an die nördliche Stadl- 
auer lehnte. Als aber durch jene Erweiterung ein Teil der Gärten 



H6fc im Flurbuch. 



zur Stadt gezogen wurde, bildeten diese nur noch einen Streifen 
im Norden derselben. 1 Als westliche Grenze der Gürten nennt 
Baldemar' IJju die ßoekenheimer Strasse (15), als östliche die 
Riederstrasse (= Hanauer Sirasse 34). Die nordliche i>Lbt er nitht 
an, doch liisst sie sich stellenweise noch feststellen, c B. zwischen 
Keiner weg {16a) und Eschersheimer Strasse (17), sowie zwischen 
Berber- (a8) und Riederstrasse (34). 

II. Das westliche bruelifreie Gelände. 

Als nicht zu den drei Heldern gehörend bezeichnet die Brach- 
reldordoung von [504 das zusammenhangende Gelände nördlich der 
Garten mit folgender Begrenzung nach Aussen: Rödelheimer Strasse 
(14); Bockenheimer Grenze mit ßnschluss der Äcker zwischen 



gren/c des Hiedcibergs. Das so umschriebene Gelände erscheint — 
mit Ausnahme des Bnckcnliciüier Sandes und der Umgebung der 
beiden Öden — spater dur;lnves mit Winccnc:: bedeckt, 1 die nach 
später teilweise Äckern Platz machen.' 
Teile dieses Geländes sind: 

I. Der Bockenheimer Sand, Er tritt zwischen dem West- 
bruch und dem Lindau (siehe das Folgende) als sandige Insel her- 
vor, üher welche der Weg nach Bockenheim führt. Von seiner Ver- 
wendung um :;;u ist nichts bekannt; Joch imiss sein westlicher 
Teil zwischen Rödelheimer (14) und Bockenheimtr Strasse (15) 
damals noch mit Wald bedeckt gewesen sein, da noch viel später 
dort der Bockenheims Ktihwalti stand, von dem von Gohüusen 
noch Reste gesehen zu haben angibt. 1 Um die Wende des ^.Jahr- 
hunderts finden wir den Saud .<)• Ackerland J l t lirachordnung unter- 
worfen, und zwar als Anhang des nicht sehr umfangreichen Rieder- 
iclilcs behandelt.* 

Bildern») von Pcicrweil ikstliTL'ibuiiB vimPranWurl i-, ,Wh. f. IVjnkfuni t.wh.' 
u. Kunst, drille HoIrc V 1S96. — > B. 45. - ' Thomas, Gruner.; Flure. - 
' Arth. f. Fnmlif. Gesch. u. K-, neue Folge IV. A >. - * R. 4i EiplieiBo. 



Digitizod bf Google 



3. Der Affenstein, nördlich vom Lindau zwischen Weg 
EUseuskreuz- Praunheim und Eyersheimer Strasse, ursprünglich wohl 
auch Wald. In ihm stand die Wolfgangskapelle, zu der von der 
Eschersheimer Strasse der Wolfis wer; foqito. 

Weiter östlich sind hervorzuheben: 

4. Die Holzhausens Ode.' 

5. Die Stalburgs Öde." 

6. Das Leimenrodt, zwischen Öderweg (20) und Ecken- 
heimer Strasse (21), begrenzt nördlich von der Swlburgs Öde, süd- 
lich vom »Weg unter dem Leimnull«, dum jetzigen Oberweg. ' 

7. Der Z eissei, auch Zaissel und Zei ss i ng* genannt, 
zwischen Eckcnhcim-r (n) und Yill'der Str,is.se (27), Gänen und 
Friedbergcr l*'eld. Sein nördlicher Zipfel heisst Obcrzaisscl. ! 
Weinberge im Zeissel werden oft erwähnt und sind auf der Geleits- 
karte von IS72 verzeichnet. 



die Gegend zwischen Ostbruch und Ricderbcrg. Wenn man an- 
nehmen darf, dass dies Gelände westlich bis zur Stidt reichte, so 
war es nördlich von der Hanauer Strasse (34) und dem Unteren 
Hiederbcrgweg (57) begrenzt. Da es meist Ackerland enthält, so war 
es vielleicht älteres Kulturland als das westliche brachfreie Gelände. 
Doch schein: es später ansjckiiu als iiih Hiederfeld. 
Zu ihm gehören: 

1. Das Gelände zwischen Sradt und Hanauer Brücke. 
Sein Zustand um 1350 ist unbekannt. Um 17m waren dort Gemüse- 



■ Aldi. f. Funk:'. fJtsdi. 11. 
(.1^111 LI Li 1 : ::i v.vri.m.l,-i. > 

vom w.Sept I8(J9. - J Flnrb. 1; 



' Ackergcridilsaktcu 4)1, 



□igitized b/ Google 



2. Das Hospitülfiui unter dem Alten Bure, von der 
[-Immer Rriickt l'i im HiimliL-mier Gmi/L-. rmlulteiid einen Garten, 
ein BaumstOek, viel Ackerland und eine eigentlich schon nun] Bruch 
gehörende Wiese.' Es gehörte seit unbekannter Zeit dem Hospital 
■/.um I leiliyen Geist. 

J. Der Arnstädter Acker, 1814 Dcu tschurdensack er, 



14S7 derRicdcrbcr£\vc(;(;s)]- An ihm entstand westlich der nahen, 
östlich der »neue Berg«.* Später drang der Anbau auch von Norden 
vor, auf dem »Neuen Wen," wie 14R7 die Sclieidswald Strasse heisst. 



■ RieJ. 1, 1750. — ■ Neuere Form «Röaerberg.« — I Uglb. B. 56, E'; vgl 
Priigntlim S. II. - < Wj, SC r.lrijug (a.|uac Julius). — i N'jlicics imltn. — 
k'i M. II r.i. — ' \<d, \:^t^ i;n K i'j l' it l'c r ! r .Lil- hcu^HLLiiiTt:: 

iüWdlJ,. -im Wakklien.. im u\V\.U^imi.ll.. - S.S. Karte II, C. 1691 



Digiiizod öy Google 



Allmählif; bedeckte sich der Berg mit Wingettcn bis auf seine Süd- 
ostecke, wo sich der Wald bis ins 17. Jahrhundert erhielt.' 

V. Das Fried bergor Feld. 
Das FricJbcrger Feld, das dritte der brachpllichtigen Stadtfeldcr, 
gelegen zwischen dem westlichen brachfreien Gelände, der Vilbeler 
Strasse (27) und der nördlichen Gemarkungsgrenze, hatte folgende 
Teile : 

1. Das Affensteiner Feld zwischen Ginnheimer Weg (16) 
v.i:i Fsch-cr^ii-micr Strasse (17). 

2. Das Knoblauchsfcld zwischen Ksdicrshi-inier und F.cken- 
heimer Strasse (21). In ihm der Knoblauchshof mit der »Bunde.«' 

5. Das Friedbcrgerfeld im engeren Sinne, zwischen Fckcn- 
heimer und Vilbelcr Strasse (27). Sein nördlichster Teil, der Diebs- 
t; r 11 ti d , war :udi \~; rrirkuvi; i!rr 1 . .: 1 ■ l!v.i.!i ; v,:ii J-r !>r:id>]>flicl>t 



VI. Die Oslsske. 

Die Gegend zwischen dem westlichen brachfreien Gelinde, der 
Vilbelcr Strasse und der Bornhcimer Grenze nenne ich die Ost- 
ecke. In ihr liegen : 

1. Die Dicknit, ehemals ein Wald. Gehörte noch 1697 der 
Stadt.' 

2. Die grosse HunJsweide, nürdlidi der Dicknit. 

3. Der Nordfipfel (von mir so genannt), der später aus einigen 
Ackern und Weiden bestand. 

Der Frankfurter Wasen, nördlich von vorigem und ost- 
lich an der Vilbelcr Strasse; gelegen, neben den Steinen S, 9, io 
der Burn heimer Grenze. 

Die ganze Ostecke wird in der Brachordnnng von [504 gar 
nicht erwähnt, scheint also damals, und somit auch um 1350, noch 

Dicknit noch Wald und der Nordzipfel entweder Wald oder Wiese. 
Als die Gegend später angebaut wurde, bildete sie nebst der Feld- 
mark des seit 1475 frank furtischen Hornheim einen Teil des Fried- 
berg er Feldes.' 



' Mit. vergL M. I 11, 1678 und R. .15, vor 1698 mit Thomm Grnndr. 1790, 
«■eich letzterer an Sltlk W.ildn i.^^nländer «igi. - ' Bnchcrdn. von 
1304. - 1 ibid. — 1 So R. 4i, vor 1698. 




Die übern Gegend Uttlfosst das Ostbruch, die östliche 
Ebene und den oberen Mainwasen. Ihre Teile sind: 
a. Im Ostbruch: 

1. Das Mctzgcrbruch zwischen l'isdierfcldgrahcn und Hanauer 
Brücke; der Siadi gehörend. 

2. Die Hospitalwiese, dem Hospital zum Heiligen Geist 
gehörend. Ihr östlicher Teil besteht aus einem Anhang des Bruches, 
der Seile m unter III; herein erwähnt ist. 

3. Die Reiherwicse oder Cleeische Wiese,' die in ihrem 
unteren Teile nur die halbe Breite lU-s Usihr.ich;. einnimmt und im 
Westen und Norden mit einem behinderen (,r.ihen umfasst ist. 

a,. Das Vincent viertel,* der Sudi nehm end. Iis war ursprüng- 
lich Wiese, wurde aber i:e!;e!i bilde des Iii. J.ihrlnmderts erhob! 
und in Ackerfeld verwandelt. Das zur Erböhong nötige Erdreich 
scheint dem westlich anstossenucn Teile des liiederfeldes entnommen 
zu sein, wo jetzt noch eine dreieckige Ausschachtung vorhanden 
ist. Heute ist das Vincenzviertel wieder Wiese. 

5. Das grosse Riederbruch. 

6. Das kleine Riederbruch. 

7. Das Köntgsbruch.' Es umfnsst den Teil des Ostbruchs 
oberhalb der Bomheimer Grenze nebst der Suk untl war bis 1481 



Ried. 5, 177s Huri I • ül I IH ndlieli milgrtcillc'in- 

ge e nd (esch h 'on 

L : rinkfurt, S. i5 6. - 1 Mglb. E. 51, I, 1471 urnl sonst ofl erwjlral. San Osl- 

L^r.iI'LT] liciw .nicli Kii]ii!^^rjll^:i. :.. H. Ititd. 9, 3799. 



Digitizod b/ Google 



ii Kiinisjsä'iit, wurde aber 
ja, von den aidic«tiuk'n 



e brachpflicbiige Suthfeld, vom 
hisclierfeldgraben zur Grenze und vom oberen Mainwasen zum Ost- 
bruch und Wallgrahcn. Sein östlicher Teil sithiirte, wie wir sahen, 
zur Riederhi'dcr Teimincv. Seinen Nur dran d !>es:!i.v.eie vom 1 lananer 
Hrückchen zum kleinen Riederbruch der Feldßraben;" vom Rleder- 
brückchen nach Osten der Wallgraben,» während am Südrande 
des kleinen Riederbruchs ein Graben nicht nachzuweisen ist. 

9. Das äussere Riederhüfer Gelände, zwischen Riedelfeld, 
Ostbruch und Fechenheimer Grenze, mit den Rieder Höfen. Die 
Ostbaltte dieses Geländes war nach mit Wald bedeckt, wie sie es 

c. Für sich bestehend: 

10. Der obere Mainwasen, zwischen Leinpfad (45) und 
Main, der Stadt gehörend. 



Wegeverzeichnis. 

Es sollän hier die wicht i^erni Weue angezahlt werden, die 
bei der Anlage der Landwehr mit Sicherheit oder Wahrscheinlich- 
keit vorhanden waren. 

A. Wege, von Frankfurt. 

Geordnet nach ihrem Ursprung an der Stadtmauer nach der 
Erweiterung von 1335. 

L Von der Mainzer Pforte: alter Mainzer Weg(t)* am Main- 
wasen entlang, südlico .im C^'intlioi' 1 und an Griesheim vorbei, 
endlich in Weg 4 mündend. 

II. Zwischen Mainzer und Galgenpforte in der Verlängerung 
der Münzgasse* entspringend: Gutleutweg (a|' nördlich am Gut- 

1776- Flurbuch. — > Auch Wal- und Wihlgrab«n[ auf Hieii. i, 1677, neben 
letzterem auch Wal d graben, 'v^ Jj' iliotu ^lnjini. Benannt nach einem 
ehemals ein- oder ausgeschlossenen WaMeV — 'So Landschcidcb. 140J. — 
1 WegesietouDg 1517, L s lb. B. 5«. ii.«. - ' Haue hin die ilteste Sudr eine 
Pforte! — ' aMsittcr >i ( Jtr van ;;uWH luden Rellin (je«, gccl an nvischcu 
Xalgenporten 11. nu-iiit^"^^!!-. UiL.I'diciJcb. 1404. 



Digitizcd by Google 



leuthof vorbei, durch Griesheim, dann als "Kirchwega zur N'idJa- 
brücke bei Nied. 

III. Von der Galgenpforte: Galten Strasse (j)' zum Galten; 
dann als Mainzer Landstrasse südlich am Wollenste-, nördlich am 
Langen See vorbei und vur Nied :ni: dem Kitdiwcg vereinigt. 

IV. Von der Bockenheimer Prorte, die etwas südlicher stand, 
als das spatere Thor: 

1. Weg Bockenheimer Pforte-RabensteinCi).' Dieserieilt 

sich westlich vom Rabenstein, etwa wo jetzt Mainzer Land;; ras . i- 
und Westend sirasse- sich treffen, in folgende ; Wege: 1 

a. Weg Rabcnsiein-Galgenstrasse (j) und Galgen- 
strssse-Gutleuthof (6). Der Zug Ii Ockenheim er Pforte -Rabensteiii 
+ Rabe n sie in- Galgetisiras.se + Galgcnstrasse (4 + S + j) ward schon 
früh Hauptweg nach M;inz; gecadegelegi 1770 

b. Weg Rabrnsie.n Heyerhof Rebstock (7). 

c. WegRaber.stcin-LcTd>rsbergSr.CKl:chReb;iock(K); 
im Flurbuch »Weg auf den Lercheiberg., iSiy .-Weg von dem 
Wjs.rr;.;j:/n.' Nördlich ar. ihm liegt ein Kornarn lecker imodo 

li;:i,Jn;.:seli». I ili3i.i i I3j. 

d. Weg Kjbensiein-Üaninigriben(9); Ring ober das Bruch 
ju Grenzstein 6s. 

e. Weg Rabeiistein-Rödelheimer Strasse (10), jetzt 
Niederau.' 

2. Weg zur Leerbachbrücke (ij).' Kr teilt sich jenseits 
der Brücke in: 

a. Rödelheimer Strasse (14), = Kettenhofwcg + Weg nach 
der Landu-chr + Sandweg nach Rödelheim, fuhrt über den Ablluss 
des Leoiiharikhinis >.u: \i JJ.-.hiück-.- br: l'iidelheim. 

b. Bockenheimcr Strasse (15), Sic lief auf Frankfurter Gebiet 
nördlicher als die jetzige Chaussee, emsprcdiend dem »Weg nach 
den Hören« im Flurbuch,' dann über den Abfluss des Leonhards- 
borns zur Bockenheimer Kirche. Auf Bockenheimcr Gebiet heisst 
sie auf einer Karte des 18. Jahrhunderts »Kirdiwegu, jetzt Frankfurter 
Strasse. Von ihr entspringt: Weg liockenheimer Strasse-Ginn - 

■ So Üebfrjueiiurt. Ii, üio; vgl. Thomas Grundr. 1790. - " Der R.ibc.r- 
steiti wird Uli beim R..-te:i-ci; erwilmi in l'ick Hdsclir. J. J. F. 14b; fehlt auf 
Dl!. PI. ist Iber auf M. I, la, 1678 vorhanden. - > s. Ulfkn, gram. 

(,ri:r:Jr. [S19. — ' ibid. — 'S M. I, 13, .678. — S SpiKSWIS T j ^2 «i-irliTiii Bri:cl:e, 

die der Bei. PI. gm «kirnet. Sic wurde beim Ran de. Hrätl Füntenbof bloss- 
geregr, südlich der jctzk-c:i ]!o:!!i:ihniiicr i.sniisirjsse, — 'Vgl, Ulrich Grundr, 1819. 



heim (IG), der innerhalb der Grenze oft »alter Ginnheimer Wcgo,' 
ausserhalb derselben »Ginnheimer Stadlwegs beisji. 

c. Weg Leerbaehbr&cke-Eschersheini (?) (163). Zu ihm 
Schüren Rcutcrweg und Feldstrasse. Lethert wird bis zur Crcnje 
durch eine Ackergrenze fortgeselzt. Jenseits der Grenze zieht der 
Weg auf einer Darstellung des 17. Jahrhunderts 1 nach Norden auf 
die Eschersheimer Strasse zu, hört aber vor derselben auf. 

V. Von der Eschenheimer Pforte: 

1. Eschersheimer Strasse (17). Aus ihr entspringt: Weg 
Eliseuskreuz-Praunheim (18), bestehend aus den Strecken: 

a) Grimeburgweg bis Liebigstrasse (iSa); b) Licbigstrassc bis Grenze 
(Stein 119 am Ginnheimer Steg) (18b). Diese Strecke ist nirgends 
bezeugt, muss aber ursprünglich vorhanden gewesen sein; c) von 
Stein 119 bis zur Perle 11 fabrik am Wege Bockenheim-Ginnheim (iSc), 
bezeugt für 1753,' jetzt verschwunden; d) von der Perlen fabrik bis 
Praunheim (i8d); bis zur Main-Weser-Bnlm teils erhalten, teils in 
Spuren erkennbar. Weiterhin führte der jetzt verschwundene Weg 
wj:ir.-.il]Cin;ioii wesili,:;] an der »l-'nrilnvicsi;» über- Jen Woog. Die 
letzte Strecke vor der Ptaunheimer Brücke ist 1777 dargestellt.* — 
Von Weg 18 zweigte bei der jetzigen Liebigstrasse ab: Praun- 
heimer Seitenweg (19), bestehend aus den Strecken: a) Grüne- 
burgweg von Liebigstrasse bis zum alten Ginnheimer Weg (19a); 

b) von da über Greil/stein it.] Krim i.cmiliarjshiri] in Jen heutigen 
Praunheimer Weg {19b); nicht bezeugt, doch vorauszusetzen; 

c) Praunheimer Weg bis zur I'erlcnfabrik. 

Von den beiden Praunheimer Wegen (j8 und 19) scheint nach 
Errichtung der Landwehr innerhalb (1er Grenze nur der dem heutigen 
Grüneburgweg entsprechende Zug (18a + 19a) fortbestanden zu 
haben. Er geht »vom alliseus [alias Eliseus] kreutz* an bis in alten 
ginheimer weg (tfi>< und heisst 1404 «die twerchstraze die da 
geci uz dem Eschersheimer wege twerchs durch die garthen gein 
Ginheim wert«,' später »der Alte oder Gailsweg.«' 

2. Öderweg (zo), zwischen den beiden Öden hindurch zur 
Eckenheimer Strasse (21). In der Wegesteinung von 1517 ist mit 

• Wegesldnung ijr?. — 1 Mjrb. D. 2:8a, Bl. 2; die Streite rani Grüne- 
burgwqi nach Noideo lekhoR M. I, u, [67S. - ' R. 10. Grenirio vor 17Ü, 
berubend auf 1677 u. 1691. - * Grafsrtl. Bornheimerbcrn, Hand/, im Muituni 
v > '777- — 1 An der KrciKui.; Kaiser ilitiiu:: S'.tüsm' .uid ürjncbur^wcg; ab|>=- 
bildel GcLcltsbane i;;a iM. II, r;;f. — Wi^i-SEmim»,; 1517. - 7 Landidieide- 
bucli 14114 u, I40S. — ' Flurb, 



Digjtizoü Oy Google 



■Eckenheimcr weg" der öderweg gemeint, da die Ecken heim er 
Strasse (21) dort als »alter Steinwego besonders genannt wird. 
Auch beachte man Folgendes. Sowohl die Iis dien heimer Gasse als 
der Thorweg des 1428 vo]]eiide:e:i l-sdienliehner Turmes haben 
nicht die Richtung der Fsdicrshcimer Strasse, sondern die des Oder- 
wegs. ' Letzterer ist ein Teil des allen Fahrwegs vom Kcinigsgut am 
l.jon.!:ardi[hn:- ■jier Huclis.-S'.c. Kornmurk; '.:tid |-..Jii.-iMCimcr Gasse 
nach Preungesheim und Ockenheim und über beide nach Friedberg. 1 
Die ij$6 erwähnte »strata ubi [tut Fridcberg per portam Bocken- 



Strasseim» war sie die Westlichste und wahrscheinlich anfangs die 
wichtigste. Die Bezeichnung Friedberger Strasse schlechthin vor 
1476, wo die jem«ir Friedheryer Strasse allein (Uiliig wurde, scheint 
von der Eckenheime: Strasse verstanden werden zu müssen. Aus 
ihr entspringen: 

a. Knoblauchs weg (22)» zum Ostthore des Knoblauchshofs; 
fortgesetzt als fwestlicher] »Wcllerpfad« oder ■Weller Fuss- 
weg«* 0 nach Fckcnbeim. 

b. Hofweg (23) zum Knoblauchshof. 

c. Preuiigesheimer Strasse (26), vielleicht am späteren 
Hirschgartensieg als Fortsetzung des Oderwegs. Zog zwischen den 
Grenzsteinen 1S2 und 189 nach Preungesheim und der Haarhcimcr 
Niddabrficke. " Siefmki ocr ;imÜ,Ih- We'.lviphnl) lu-issi 1 4 ;6 »Brungiß- 
heimersrrassen ;" 14,-5 '"1" mittel Friedberger weg.e' 1 Die 1774 '< 



S-idJabrQcke: III. w.i l-;.L„,:„:r ,:l u J.:: /,:r Vilbeler Niddabl 

Als Nomrassc Jicr.lt Jtr Wcc l : uiiihjrt .:'jr I£i;!]crslicimer Niddibrückc. 
M. I, .c Ende des 17. Jahrh. - ' Sein Ursprung j c „ilii:li auf GeleilslaTlc v. 

- Ried. 7, 1774. — " Dargen. M. it - " Rb. 1456 bei Kglc. M. .< 

— 'i Bjiab. — •< Riid. 7, 1774. 



erwähnte mite Landstr:>se.< zwischen Landwehr und Diebsweg scheint 
mii ihr identisch. 

d. Östlicher Wcllerpfad (2,). Entsprang etwas südlich der 
späteren Zeissell.inJwchr, 7.0g, du- ursprüngliche Richtung der Fcken- 
heimer Strasse fortsetzend, ii'.'cr J.i;, K li[-^L:llirün riclicii und über Wappen - 
stein 191 der Grenze nach i'i eimgeslieiiii ' und vereinigte sieh turn vor 
dem Dorfe mit der Preungesheim er Strasse (26). Er heisst: »Brunges- 
heimer weg oder Wcdlcr (sie!) Weg« ijjj;* nWelderpfadn 1540;' 
»Wellerpfad« und »Weiler fuspfad» ij.Srj;' ..Weiler Pfad« 1790;' War 
sicher ursprünglich ein Fahrweg, was er in seinem südlichen Teile Siels 
blieb. Von ihm geht ein YcrNi: Jungs weg nach der Vilbclcr Strasse. 

VILVonderStelledesspüterenNeuiluirsOetztl-nedbergerThors): 




gisse + Alte Gasse) die vor der Stadt er Weiterung von 133} bei der 
Bomlicimcr Pforte an der Falirgas.se begann , entsprang bei der 
späteren Pcterskirchc: 

Vilbeler Strasse (27), zuerst = Vilbeler Gasse + Friednerger 
I.andstrassc bis zur grosser 1 lundsivii Je ; dann in nicht mehr erkemi- 
barem Zuge zum Wege liomhdm-Prcmigoheim (j5); ^ätin auf der 
Bornhcim-Seckbacher Grenze zur jetzigen »Festen Burg« und schliess- 
lich zur Vilbelcr Niddabrücke. — Von ihr entsprangen wieder: 

a. Gelnliäuser Strasse (28), vom Gasthaus zum Pfau auf 
der Vilbeler Gasse zuerst als »Berger Strassen über Hammelsgasse 

Teile Bornheims vorüber über das Komgshriicb und endlich nach 

b. iiornheimer FussweR (29), wohl ursprünglich ein l ahr- 
Keg, etwa von der Gegend de', jetzigen Frie.lkTger Thores durch das 
jetzige ßcthmann'sche Gut /tun Spcssartgrahcn, woselbst Brücke am 
Siideck des Bornburggeländcs. Jenseils der Brücke geteilt: der eine 
Zweig (29a) führt zur Hornburg, der andere (;ob) über den »l'riirlingii 
zur Iiornheimer Kirche." 




ohllm. - ' Scharrl, die Sirasicn der Funken fürt. - • äiid. 



durch die (alte) [■Yiejber S er ['forte ilbtr Jic -hiscruc ll.md« [Wc» ;o). 
den Bomheimer Fussweg und die Berger Strasse von der Vilbeler 
Strasse aus, .ml" einem der je'.^ai »Korn hei mur Lindstrassc« ent- 
sprechenden Wege (31).' 

VIII. Von der ISomln-innT l'foru- (.mt Kmle der Rreitengassc !):* 
Bornhcimer Strasse (32) — Sindweg, zur Brücke über den 
S|iessaii;:r:thcn, jenseits deren ste in die Gelnlüuser Strafe (2K) 
mündet. Sie war seit 1333 der Hauptweg nach Bornheim. Nach 
Schliessung der Bornhcimer Pforte (an der Breitengasse) erreichte 



zildu allerer Wege ™s.uiiiiieii» wem, |eJoeli, wie ts seliciut. mm T, 
ir l.andivctircsir. — ' Iis sinJ dort zwei Rrücten, über Redietiey- i 
, Fhub. — > Flurb. — ' = ». — > ibid. — * WtgevenKkhnis v 
B 56 1!». - > Ried. t. 1711; Ried. 5, 7750. — Florl), die Lini 
;r> iLiinek-jüc /wcr.'ii-r.iK-,,. - " Flurb. 



Digitizcd bjr Google 



c. Zwcrchwcg zur Pfingstweide den liicderbcrgweg 
kreuzend; 1487 opingstgasse die man nennet die Bmchgasse und 
dienet uff die steynbruckena [■■- Hanauer Brücke]. 1 

d. Weg am Sildrand des kleinen Li iederbruch s (39). 

südlich: 

Weg Hanauer Strasse — Hoher Steg 54a) mit Abzwei- 
gung zur Brücke des Heiliggeistpfads (34b). 
X. Von der Fischerfcldpforte: 

1. Weg zum Fisehcrfeldgrabcn (4t), zugleich als Leinpfad 
dienend. Jenseits der Brücke des genannten Grabens Teilung:' 

». Weg über das Metzgerbruch (42). 
h. Weg zur Hanauer Brücke (43).' 

C. Weg zum Südosteck von Riedern (44a) und von dort 
auf Brücke über den Wallgraben zur Hanauer Strasse (44b).* 

2. Leinpfad (45). Bis zur jüngsicn Mainkanalisation zog der 
Leinpfad von Main/ Iiis l-V.mkfiin auf dem linken Ufer. Beim Ulrich- 
stein gingen die BLeinreutem mit ihren Pferden auf einer Fnrt durch 
den Main und erreichten das rechte Ui'cr oberhalb der allen Brücke, 
»0 der Leinpfad von neuem begann. 

B. Wege von Bockenheim. 
1. Weg Bockenheim — Frankfurt [= is). - 2. Weg 



früh als Ganzes ausser Gebrauch gekommen zu sein. Von ihm 
zweigt ab: Nebenweg Bockenheim - Bornheim (46a) von der 
Frankfurter Strasse beim Steinweg zum Grenzstein 115. — ;. Weg 
Bockenheim — Knoblauchs!)»!" (];)? Zum Teil --- Grenze von Stein 
123— ijo? — 4. Weg Bockenheim — Seckbach (48) oder Diebs- 
weg. - j. Weg Bockenheim— Ginnheim (49) über die Marbach. 
- 6. Weg Bockenheim - Hausen ( S o). - 7. Weg Bocken- 
heim-Nied (51). — 8. Weg Bockenheim-DammbrQckefsz). ' 
% Weg Bockenheim-Heiiigenstücke (yj). 1 



1 Wcgcver/. v, 1487, Uglb. B 56 Et - ■ S. Bei. PI, — > Gr. K. 1589. — 

' M. I, 1 1605 11 ich 157;; lud im, Arilin. Rick-rkl.lljtidiirlir, licgliiilivrgi:. 

- I M. I, 11 1678. 



l, Weg Bornheim-ViJbeler Gasse ( *sb + - 
2. Weg Bornheim— Bockenheim ( - ,]6). - 5. Weg Bornheiro- 

Ginnheim = Schlinkenweg (53 1) + + Hofweg (25)? + 

-1- Bnmlieime: Weg (>)!')- ■! w e« Bornheim- Hckenheim {54). 

- (. Weg Bornheim - Preungesheim - Weg Born- 
beim-Künigsbruch -Kiedern (56J; hebst von West nach Ost 
erst Rwhs-, dann Wasen-, endlich Kirch**eg - 7 Weg Born. 
beim-EseWfurt (57); aus ihm: Weg in den Buchwald (58). 

- K üclnhiuser Str.issc ( >8> Von ihr gehl ab vor dem 
Ostende Jes spateren Dnrfumfanges ; 9. Weg Bornbeim -Seck- 
bach ( i9 ). 



1. Weg Riedern-l-raukfurt und 2. Weg R ieder n — H an au , 
neide lusairimen - Hanauer Strasse (.4) Diese zog ursprünglich nach 
ihrem Austritt aus dem Kieder Hofhe/irk eis-, nach Norden { der 
jetzigen Kirschenallce) und bog erst nahe dem Bahnwärterhäuschen 
nach Osten um. worauf sie d.c Richtung des von Westen in sie 
mündenden Hanauer Pfades ((;) .lufnahm. 1 Krst seit 1785 zieht 
sie :n gerader Richtung lur Grenze, die <.:e mischen Stein )ti und 
31t überschreitet Von ihr entspr.ngen: 

a- Weg Riedern-Main ((*>).' - b. Weg Riedern-I : echen- 
he,m Hcligge.s.pfad (61). - c. We, 



d ((,2); 



des grossen Rieder Hofes, geh; m den Heilipgeistpfad. - d- Weg 
Riedem-Bergcn (61) alte Berne. Strasse, beginnt östlich 
-nn Rieden, nebt über das .Seckbach« Bruckclchen. nach Beigen ' 



E. Wogp von Ginnheim. 

t. Weg Ginnheim -Bockenhcimer Strasse, »Siadtwcg. 
( lt.). - 2. Weg Ginnheim — Bockenheim (= «). - 1- Weg 
Ginnheim — Hausen (64). — 4. Weg Ginnheim — Praunheim 
(fij). ■ - 5. Weg Ginnheim Knnbla uchshnf-- Bornheim ( üb 
und sp). 



' Vgl. Ried. 1, 171'- — ' S. oben S. 5, Aura. 16. - 1 M, la 1678. 



Digiiizcd bjr Google 



F. Woge vom Hellerhof. 



i. Weg Hellerhof- Rabenstein (-7). - 2. Weg Hcllcr- 
hof— Ken tnh öfc (na + 11)? - 3. Weg Hcllcrhof-Damm- 
briieke (66). - Weg Hcllerhof— Rebstock (= 7). — 5. Weg 
Hellerhof— Gatteuthof (67) innerer Bcglcitwcg der Land- 
wehr. Bestand er vor dieser? 

G. Wege von den Kettenhöfen. 

1. Weg Kettcnhöfc-Lecrbachbrücke {— 14). — Weg 
Kettenhöfe -Bockenheimer Strasse 12). - 3. Weg 

Kettenhöfe -Rödelheim (- 14). — 4. Weg Ketlcnhöfe- 
Hcllcrhof (II + IIa)? davon abzweigend; Weg Kettenhöfe — 
Galgcnstrasse (nb). 



Zweites Kapitd. 

Die „Landwehr um die Stadt". 

Den Kern des recht smaini sehen Landwehrsystems bildet eine 
Wdir.inkige, die am Untcrmain beginnt, in u «regelmässiger, an einer 
Stelle unterbrochener, Linie die Stadt umzieht und am Übermain 
endet. Wir nennen sie nach einer im 14. Jahrhundert vorkommen- 
den Bezeichnung' »Landwehr um die Stadt«. An sie schliesst 
sich im Westen die 1406 von Frankfurt und der Grafschaft Hanau 
gemeinschaftlich angelegte Ginnheimer Landwehr, im Osten 
aber zunächst drei Anlagen von 1476, von denen die eine den 
grüssten Teil der llornhcimer Termincy einsehliesst, die andere die 
erwähnte Lücke in der Landwehr um die Stadt ausfüllt, die dritte 
die gleiche Landwehr um ein Beträchtliches abkürzt, sodann die 
Landwehr von 148t, die die bis dahin ausgeschlossenen Teile der 
Bornheimer Tcrminey aufnimmt. 

Ob die Landwehr um die Stadt aus ursprünglich selbständigen 
Teilen allmählich z-.isam.ii entwachsen, oder nach einem einheit- 



1(56 V. 41, vom 18. Nov. 1)96. 



DigitizGd by Google 



«^•"mplao, «er»,:*«., in Je /„sc« fesuund, bevor die 

Ausführung der einzelnen Teile begann. 

Die Unterscheidung und Benennung der Teile und ihre gegen- 
seitige Abgrenzung, wie sie im Folgenden Begeben wird, beruht 
zum Teil auf alter l'hu-lid'uruiä:, zum Teil aber mnsstc sie nach 
pr.ikti-dien Gesiditspunkien unter llctikkaiditigiing der i<i|>[j;;r.if>l]i- 
adien Vi-ikiiltnissi; von Lina erat vorgenommen wurden. Demnach 
zerlegen wir die Landwehr um die Siadt in folgende Abschnitte: 
[. Die Galgenfeldlandwehr; 2. die Bockenheimer Landwehr; 3. die 
Xoi\io:i'.l;.iiiKvdn ; .]. die IStidinddlarHlwehr und die Lücke am 
Riederberg; 5. die Riederfeidlandwehr. 



Die Ga Igen feldlanil wehr. 
I. BeiirllT. 

Den ersten Abschnitt der »Landwehr um die Stadt« vom Maine 
beim Gutlemhoi bis zum Stein fc; der liodienbeimci Grenze, nenne 
ich, weil sie das Galgenfeld im Westen und teilweise im Nord- 
Westen abschliesst, Galgenf cldbndwehr. Als alte Bezeichnung 
ist mir nur olantwcr zun guden ludcno von 1414 bekannt. Da 
diese Landwehr beiderseits nur Frankfurter Gebiet berührt, so ist 
sie eine reine Bimitnljndwchr. 



Die Gdiiei-.lelcLHiJwelir 



•tWeg (i) und dem Gut 



■te ein Brand das Wohnhaus bis auf den untersten Stock, die 
n Gebäude bis auf den Grund. Xur das notwendigste wurde 
teilt. 1 Den Zustand vor dem Brande im Verhältnis zum heutigen 
wir auf einem liisse veranschaulicht. 



Digitizcd by Google 



Die Teils l recken der Gülgcnfckilandwchr sind folgende: 

1. Die Landwehr zwischen Main und Gutlenthof.' 

2. Der Gutleuthof." 

5. Die Landwehr zwischen Gutleuthof und Sleplac 



luss des Well 
von dcmselbei 
r Landwehr n 



die Vermutung, man hab^ vielleicht ursprünglich das Nordthor in 
die Landwehr einbeziehen wollen, aber nachträglich diesen Plan 
geändert. Die Landwehrstrecke Gutleuthof- Hellerhof scheint näm- 
lich ursprünglich so gedacht zu sein, dass sie einen bereits vor- 
handene» (?) Verbindungsweg (67)' vom Nordthor des ersteren zum 
Thor des letzteren Hofes aussen begleiten sollte. Sie stiess dann 
an die Mauer des Guilcuthofs westlich neben dem Nordthor, an die 
des Ilellerhofs zwischen Thor und Westeck. Die Landwehr hätte 
dann ursprünglich beim Nordeck des Hellerhofs neben dem See- 
graben von neuem begonnen, und sowohl die Krümme, wie das 
aussaugende Knie beim Dellerhof wären Abänderungen der ersten 
Anlage. 

4. Die Landwehr an der Steglach. Sie begleitet die Lache 
auf deren Westseite. 

5. Die Landwehr am Westbruch, Vom West brach begleitet 
die Landwehr zuerst den Südrand bis zu der Stelle, wo das Bruch 
durch Anschwemmung von Norden her eine starke UeberUgerung 
erleidet. Auf dieser überschreitet sie, in zweimal geknickter Linie 
das Bruch, um Grenzstein 65 zu erreichen. 



' Der Grundr. d« Hofe vom Hude da i3. Jh. in F lurb. u. R. 171 darf so 
ziemlich als der ursprüngliche gellen. — • Näheres unter «BcsJutfetilicit«. — 
> S. besonders Vorlage m Tiranas GllillJr,, color. Eiempl. (Senck.) und L-'lurb.; 
sehr deutlich auch Klein, Iii« 17:7. — 4 S. S. ai F. 



6. Zur Begründung des geschilderten Verlaufs der Und«, 
lässt sich folgendes hervorheben. Dass die Landwehr nicht auf i 
Wesrgrcnzc des St.idijjehiess angelegt wurde, dürfte hauptsächl 
bedingt sein durch die weile Entfernung und grosse Ausdehnt 
dieser Grenze. Die Anlage wäre fast viermal so lang gewon 



Gutleut- und Hellerhol ausgezeichnete Stutzpunkte für die Vertei- 
digung. Dass auch hanauischc Ansprüche bei der Anlage zum Teil 
bestimmend waren, ist deshalb nicht ausgeschlossen. Wenn Hanau 
im 16. Jahrhundert Wildbann, Obrigkeit und Jurisdiction über alles 
Gd.isiJ.' Ms ,:n die il-.v r ^earsspruonte, x> üinJ diese .■Vv.pnidic 
gewiss zum Teil übertrieben und auf das Vorhandensein der Land- 
ivclir zuf-cs-climuen, sie Zinnien ;iber auch teilweise auf berechtigte 
Forderungen zurückgehen aus der Zeit, wo die Grafschaft Horn- 
heimer Berg in Hanau verpfändet war. So vielleicht gerade beim 
Rebsiöcker Gelände. Um seine doriigen Ansprüche durchzusetzen, 
unternahm Hanau 1578 sogar einen Überfall auf den Kebstock.' - 
Vom Hellerhof bis zum Grenzstein 6; sehliesst sich die Landwehr 
natürlichen Verhältnissen an. Dass sie aber das Westbruch nicht 
in der Verlängerung der Steglach auf Grenzstein $3 au überschritt, 
woiu die natürlichen Verhältnisse einluden, und dann am Nordrand 
des Bruches lief, bat offenbar seinen Grund in dem Umstand, dass 



1. »Das grosse Dreieck« (Fluib. No. jjy), der durch die 
Landwehr abgetrennte Teil des Gutleutböfer Geländes. 

2. Der Virneburg Hol, später Hellerhof, der, wie andere 




Digitizod t>y Google 



3 . Di« Wüstung längs der Landwehr zwischen [lellcrhof- 
eingang und Steglach, ^ Flurb. No. 100 u. 101. Von ihrem früheren 
Zustand ist nichts bekannt. 

Zeit eine Wiese, benannt Johl nach dem Steg im Wege Rabenstcin- 
Rebstock (8). 

5. Der Lcrchcsbe-rg, eine limk-is.-liwt'lliici^ ni">rdlich vom 
Gii-.ei h.ihulmf, :u:S welcher jutz: il.is l-VUstliiii/.i.'tiiijiisi.-lii.'ii sieht. 
Über ihn führt Weg 8. »Acker auf dem Lcrchcsbcrg neben der 
Lind wehr« — l-'lurb. Mo. 121. 

6. «Wiese an der Schwangoldnen Laag« = Flurb.No. 124, 
jetzt Acker. 

7. Wiesen im schwänzen gulcn loch genannt,' wo die 
Landwehr Jas Bruch überschreitet. 

Aussen. 

Aus sogleich crsidulidiui prakiisditii Gr.-.ndeu gehen wir hier 
von Norden nach Süden. 

I. »Die Wiesen im Log«. So heisst 1586' der nordliche 
Teil des Bruchs zwischen Dammgrabeu und Grenze von Siein 6; 
bis hinab gegen 561 — Flurb.No. 38. Dieselbe Gegend heisst 1677' 
»wiessen so auswendig der lantwehr in Schwarzengulenloch und 
Ibmuricli guleucn.'; Dar. N.uiSümicI; Kwischun Grenze und Land- 



13 Ruten gegraben »neben ItnJolli /.um I lumbrechts 
[--hinaus], sowie ] Ruten « m dem loche [---loche] 



Difjitizcd b/ Google 



graben mochte.« ' Beide Nachrichten beziehen sich auf den gleichen 
Or!, Die Bezeichnung »yn dem loch» weist auf das Broch. Die 
Gegend muss tief liegen, da die Arbeit durch Wasser unterbrochen 
wurde. Dieser Forderung entspricht allein die Stelle, wo die Land- 
wehr im Bruch die doppeile Knickung erfährt An dieser noch 
jetzt sehr tiefen Stelle wird das Wasser aus dem oberen Teil des 
Bruchs durch einen von Osten sudlich neben Weg n herabziehenden 
Graben noch vermehrt. Ich nehme daher als liudolf zum Nümbrechts 
Wiese dasStück Hurb. No. ig zwischen Dammgrabeu und Landwehr an. 

j. Rudolf zum Humbrechts Büsche. Das Bumeisterbuch 
von 141s erwähnt wiederholt Arbeiten an der Landwehr »by liudolff 
zum Nümbrechts huschen». Da wir soeben den südlichen Teil der 
Damm wiesen als Rudolf zum Humbrcchts Wiese angesprochen haben, 
su vermute ich, dass die Bezeichnung »Rudolf zum Humbrcchts 
Büschen sich auf die Genend westlich neben di-r Stegkich bezieht, 
die den Grundstücken 19, 18, 35c des Flurbuchs entspricht. Im 
Vertrag mit Hanau 17S; werden die »Dammwiescn mit dem zu- 
gehörigen Wäldchen« an Frankfurt cediert. Dies Wäldchen kann 
nur die fragliche Gegend sein. Wald aber war auf den Stücken 18 
und 19 noch 1779 vorhanden." Er wird 177.1 »Gutleulhßffer jung 
Wäldchen» genannt.» Rudolf zum Humbrecht hatte, wie wir noch 
sehen werden, 1413 den Knoblauchshof von der Stadt gekauft. Zu 
dessen Gelände können aber die in Rede stehenden Grundstücke — 
die Wiese und die Büsche - ihrer Lage wegen nicht gehört haben. 
Welchen Hof Rudolf sonst noch 14IJ besass, ist mir nicht bekannt. 
Den Hellerhof jedenfalls nicht, da dieser 1415 von den Virnbur K ern 
an Johann zum Eber überging." Es könnte aber der ausgcg-iugene 
grosse I Linnich 1 in Betracht kommen. Der Weg von den Heiligen- 
stücken an der Rödelheimer Strasse {Fortsetzung von Weg jj), der 
östlich an den Sc Iii essständen vorbei nach Süden führt, wird J57H 
«noch immer gcn[annt] der weg zum alten hoffe zun. 1 Er zieht 
.ml' ein uiireije!:iia:.s!ces GriuiiistucLs,' (las .]:.•■ FJurhich (N'o. 21) als 
'.IScstaliiii^saclier des 1 loh.hausischai Försters« bezeichnet. Dieses 
könnte der alten Hofraithe entsprechen. Übrigens befanden sich 
nach dem Flurbuch auch die Stucke lS, i>c, sowie 29 in IIolz- 
l'iiuseiiscliem Besitz. 



R 67, 1774. — * Mitteilur 



Digitizcd ö/ Google 



- xj - 

Die Wirt-Wiese. Sie ist, wie das oben erwähnte »grosse 
Dreiecko ein durch die Landwehr abgetrennter Teil des Hellerhöfcr 

einem Henss aus Bornheim.' Das 1410' erwähnte Land, «gelegen 
zwischen den finden luden und der nuwen Warthe [- hölzerne 
Galjicnwartc!] und );eet die [damals noch eiiifirabigc !| lantgcwcrdc 
dadurch« kann nur sein entweder Wartwiese + grosses Dreieck 
oder Wartwiese + Teil des «rossen Dreiecks. 



--l.cn Main und Gotlei 
Main und Gutleuihof koa 
und bchmogglern, besondc 



haben sieh iinttrsundci. tmen r.ejcrlulien Wey Innrer der Galgen- 
»arte herunrer auf' den Cuileuhof [ äusserer Hcgloiweg der I and- 
webl /n machen und durch den Main be. niedrigem wasser, acch 
woh! mir zollbaren Wahren zu fahren-.' 

Die Sicherungsmiiiel wiren Graben, Planken, Stakeuauo 
und Pfahle. 

a. Graben, Wühl von der Südwest-, als von der Südosiccke 
der Uofmauer lief ,e ein rrockner Graben in den Mai", die Pon- 
seiiungen der vor der westlichen und östlichen llotmauer jedenfalls 
vorhandenen Graben. Diese Graben werden zwar nie erwähnt, doch 
beweisen die Siege in. allen Mainzer Weg (1) auf einem Kissc> ihr 
VorhanJensem Der Kaum zwischen beiden Graben war >'Om Main 
bis zum Mainzer Weg in der Kegel mit Biiumen bcpflanzr,* wie wir dies 
auch linksmainiscli ki den: ent-.rr.v-i.ikkn U.iu'ie /wischen Main und 
Offenbacher Fussweg an der Gerbermahle wieder finden werden. Zur 



1 Üwsr Hiss .kr C.-iMi.l um Nk-in, 1717. — ■ Urkunde lies Licbfruoen- 
stif» von 1410, bei Kgk M. 11.17. — ' Bgmb. F. izb. — ' Mjjlb. E. 6(. — 
. von Terhel] . »Bg. Maib. Konn. A. «er. 10. - » ibid. u. R. ijt, sowie Hiw von 
Klein 1717, 



Digitized B/ Google 



Zeit der Belagerung von i;j2 waren jedoch am Gutleuthof die 
Bäume in der angegebenere Weise nid« vorhanden.' 

b. Planken. Unier Planken verstehe man die nocli jetzt ge- 
bräuchliche SperrvorricheutiR, bei welcher auf weitgestellten [Tosten 
wagerechie Riegel ruhen, die mit eisernen Dübeln auf ersteren 
befestigt sind. Wo zwei Riegel znsanioiinMossen, ist die Fuge in 
der Regel mit einem Schutzblech überdeckt.* Die hölzernen Pfosten 
wurden spater oft durch steinerne ersetzt. Diese Vorrichtung konnte 
natürlich nur Heiter und Wagen, nicht aber iussgänger abhalten. 

Am 20. April 1408 wird Lohn gezahlt für Arbeit nan den 
blancken by den guten luden an der laniwerei;' 1415 ebenso für 
■planken by den gudenluiien in den meyne zu slageno; 1 1444 soll 
man die lantwcr by Gudcn luden (und by Rydern) im Meyne 
beblenckcn und vermachen |= zumachen] lassen«, 1 Wie die 
beiden letzten Stellen zeigen, gingen die Planken nicht nur bis an, 
sondert) auch eine Strecke in den Fluss hinein. Sic standen sicher 
am westlichen Graten und zwar nach der gleichen Hinrichtung bei 



Flanken von der oben beschriebenen Form, sondern einen Staket- 
zaun und vor ihm nach Westen eine Reihe dicht st eh ender Bäume. 
Verstehe ich die Darstellung recht, so ist die Baumreihe auf dem 
inneren Graberrand siehcnd gedacht. Diese Absperrung reicht aber 
nicht bis zum Ufer; es bleibt ein Durchgang frei, auf welchem wir 
einen schiessenden Soldaten nach Westen schreiten sehen. Diese 
Lücke dürfte das Hrgcbnis zeitweiliger Zerstörung oder Vernach- 
lässigung sein. 

d. Pfähle. Dass heim Gntleuthof auch Pfahle im Main ver- 
wendet worden seien, wird zwar nirgends ausdrücklich gesagt, ist 
aber wegen des gleichen Verfahrens bei Riedern' wahrscheinlich. 
Auf Pfähle ebenso gut wie auf Planken lässt sich die Nachricht 
von 1419 beziehen : Lohn ftir 2 buhlen Holz »uz dem Forst by den 
gudcn luden c/ufuhren, den Mein by der lantwer czu v erslah enc* 



Digiiized by Google 



- 29 - 

2. Gutleuthof. 

Ausserhalb der Mauer (oder Hecke) scheint im Osten, Norden und 

liehe Hoftrauer und der westliche Teil der nordlichen in Betracht, 
beide nach dem eben gesagten wahrscheinlich mit vorliegendem 
trockenen Graben. Audi der Gutleuthof wurde in Zeiten der Gefahr 
vom Rate, dem er gehörte, mit Wachen und Geschütz besetzt. 1 

3, Landwehr zwischen Gutleuthof und Gr e Ull- 
stein Sj. 

Diese Strecke hatte ursprünglich nur einen Graben. Erst I4IS 
erhielt sie einen zweiten,' jedoch mit Ausnahme des Abschnitts au 
der Steglach, der stets eingrabig blieb. Datstellungen des 18. Jahr- 
hunderts geben diesen Unterschied deutlich an. 1 Diese Gräben 
konnten nur trockene sein vom Gutleuthof zur Steglach. Der 
Gr.ibcn bei der Stcgladi war gewiss ein nasser, ebenso die beiden 
Gräben zwischen Stcglach und Stein 63.' Die Breite' der Land- 
wehr zeigt folgende Maasse in Feldratcn ; 

lüingr.ihige Strecke an der Stcglach: 2°5'.|" — j'i'o". Ähnlich 
wohl überall vor der Verdoppelung. - Krümme: ca. 3°o'o"- 4 ° j'o'. 
- Zwischen Gutleutweg (2) und Südende des Wangärtchens: 
5°cf4'— s°2'4-. - Au der Galgenstrasse (3) südlich: ca. 12V0"; 
daselbst nördlich: ca. 11V0". - Gleich nördlich der Warte: to°2'2". 
Vom Ende der Verbreiterung bis 30 Ruten südlich der Sieglach: 
5*0*0"— Wo", — Vom letzteren Punkt bis Steglach: 6*1*0* bis 
|°4'M", nach Norden schmj'lei werdend. — Im Hck .111 der Stcgl.icli- 
mündung: 7*0' 2"— 7*8* S". Südlich neben Stück 29 (Flurb.): 4°4'2" 
bis s°8'4". — Rest: i'j'o-— 3*8'o". 



!kk:hr. ; J i7 li. ■ < S. hi.L. TeI. - ; U. ](. 17S3 ( Hliii..;l): I'IliiIi. <j. 170. 
t'ür Jic Strecke SleKi-idiiiiüiiduti;: - Mein (>; Judi liiss v. V,. W.mibacl] H. aia u. 
41b 1779. - « LtwriTi'i senju .ml' Ii. 41 u. Copien. — ' IDas Flurbuch g\t! lür 
J!c l..iii.ki-t!ir vrnn tuitlti.llni! bis zur »KivtrilsljriiKvL-lLr. an Jei I-^ktnhrinitr Str.i-t- 
Li-i ;ui!ciu Minern i'ii.l .'ui^iTii t. i r,:i--Mc:n lik 1 lll.iic it""i: I ^, iü.^vlii, J.I.II 
iki;Il vIlIh: an.liTL' I>:m L117.-1. 13.;! .U:i mii 01 1— ■ tir;3l KvL'kliiiLt.'i] .']i;:.:k'n ■.■u<l 
Hillen niel.l >iiH'ili.-:Vi I, si:iuk-iii vi.|: iniy y : ■ r^"l l i;-. I u i r i \ T<i--..'n : Ii: :.,'.m.^.-;i 
jilJ Jl-sIiiII. nur Jniu! mrilJ richtig. 



Digitized b/ Google 



— JO - 

V. Begleltwege. 

Äusserer. 

1. Vom Main an der Wesumoer des Gulleuthofes hinauf zum 
Ki.irdthnr und vu:i J:i /Lim Knie beim Heilcrlmf hat stets ein Weg 
dicht neben der Landwehr geführt.' liei der Wartwiese fühlt er 
zwar im Flurbuch, deich zieht dafür ein anderer Weg am Westrand 
dieser Wiese zur Galten Strasse (Rest eines Grenzwegs zwischen der 
Giitlcuthüfer und Hellerhofer Tenuincy '•). Jedoch 17:17 lief er noch 
neben der Landwehr bis zur Warte.' 

2, Vom Knie beim Hellerhof bis Stein 6j ist ein Weg dicht 
neben der Landwehr nicht erwiesen. Der auf M. I 9 Jon gezeichnete 
V,'i-)- kann ehensn gut als stellenweise der Landwehr k-nddeilirnd 
aiiiiSL't.isit werden, wi«u Jas Gelände Anhalt bietet. 



1. Zwischen Gutleuthof und Galgenwarte hat Bei. PL einen 
breiten Weg dicht neben der Landwehr, der auf späteren Dar- 
stellungen fehlt. — 2. Zwischen Warte und I lellerhof ist der Begleit- 
weg schon als Zugang zum Hofe vorhanden. — J. Zwischen Hellerhol 
und Sieglaeh kann die Wüstung (h'lurb. No. 100 u, töl, letzteres Stück 
zwischen I aniiwehr und Sccgrahen) als Begleit weg gelten. — .1. Neben 
dem einfachen Graben an der Steglach zeichnet Bunsen 1782' einen 
Weg, der südlich in die Wüstung, nördlich über den l.andwehrgi ahen 
ir. den Weg G.dgeuwartc- Diimmhiiciie mündet. — 5. Vom Lck an 
der Sieglachmündung bis Stein (15 hat einen Weg I!. 1 ;, vom Damm- 
graben bis Stein 65 auch Terhell. Bei Ravenstein 1 läuft der Weg 
bis zum Lude des Stückes z<) als schmaler l-'ahrwcg /wischen den 

später bezüglich der Lage der [l;iiwce.s l eim Knoblauchshof kennen 
lernen werden. 

Auf den innem liegleiiweg vnii Giitleuthnf bis Stein 6; bezieht 
sich der Beschluss von 1496: »die b r ü c k el c h in czu machen ... . 
dmuit man möge muh die hmtgewere vim Guileu Luden hyli an ilie 

1 S« die lueisttn Darstellung«!. — ' Riss Klein 1727. — ' K.46. — ' SpeiiaJ- 
plan 1879. 



Digiiizod by Google 



Ricdclnheimer | ■ Hocke nheirner] warte ryden. 1 Solche «Bruekelehen« 
müssen gelegen haben filier: I. dem Steglachabfluss; I. dem Graben 
neben Weg Rabcnstein— Dammgrabcn (i r); j. dem Abfluss aus den 
Wiesen im Schwarzen Gelen Loch (Flurb. 225 u. 226); 4. dem 
Ablluv. des Leonhardsbornes. 

VI. Wegenetz. 

Die Anlage der Galgenfeldlandwchr bewirkte folgende Ver- 
änderungen im Wegenetz: 

r. Der alte Mainzer (1) und der Gutleutweg (2) wurden vor 
dem Ostemgang des Gutleuthofs vereinigt und durch den Hof ge- 
leitet. Von einer Veränderung des alten Mainzcrwegcs ist 1414 
die Rede.' 

2. Der frühere Zug des alten Mainzer Weges führte sicher, die 
Wege Hab en si ein- -Hellerhof— Rebstock (7) und Rabenstein— I.crchcs- 
berg — Rcbstocfe (K) wahrscheinlich fortan nur noch als Fusswege 
durch die Landwehr. Die beiden ersteren sehen wir beim Verfall 
der Landwehr sieh wieder sl:> halii-wcgi 1 geltend machen. 1 

Als einziger Weg für den grossen Verkehr blieb die Galgcn- 
strasse {;). F.s ciUMimdtii d.iher nder Linien in Gebrauch folgende 
Zugangswege nach und von der Galgenwarte: 

A. für die Verbindung vom Alten Mainzer Weg und vom Gm- 
kutweg nach Griesheim: a. Weg Alter Mainzerweg -Galgen warte 
(673).' — b. Weg Galgenwarte-Griesheim (fi 7 b), nicht weit westlich 
der Warte von der Galgenstrasse fj) abzweigend mitten durch den 
Langen See.' 

B. für die Verbindung Hellerhof— Rebstock (7) : a. Weg Heller- 
hof- Galgen warte (- innerer Bcgleiiwcg). - b. äusserer Bcgleit- 
weg + Weg Warte- Rebstock (68).« 

C. (Ür die Verbindung Hellerhof— Dammbrucke: 1. Weg Heller- 
hof- .Galgenwarte, - b. äusserer Begleitweg bis zum Knie der Land- 
wehr (bei ü) + alter Weg Hcllcrhof-Dammbrfickc (66). 

VII. Durchgänge. 

1. Alter Mainzcrwcg (1). Xach Schliessung des Raumes 
zwischen Main und Gutleuthof bestand er, wie erwähnt, nur als 



• «grub. !.((*, F. 7S. - 1 Bclcsc Mc.c-.i imii r ..[ Ju^ eli-.T..j h ^ : üjlgemlrjsse.. - 
> M, Ira, r«;8. — ' Bei. PI, u. M, 1,9. — ' Thnau CbuwIt. - 1 M. [, .) a. 
Riss von iS]i, wo «Fahrweg auch Rebunik«. 



— jz - 

Fassweg fori, mit je einem Steg über den östlichen und west- 
lichen Graben. ' 

i. Weg durch Jen Gutleuthof. Als die Anlage der Warte 
den Durchgangsverkehr auf die Ca Igen Strasse gezogen hatte, diente 
der alte Mainzer- und der Gutleutweg nur noch den Bedürfnissen 
des Hofes. Der Verkehr dieser Wege ging nun durch den Hof. 
Der Eintritt von der Stadt her konnte sowohl durch das Süd- als 
auch durch das Osiilmr erfolgen. Vielleicht ging er uis]nüii!;lie:i 
vorzugsweise durch das ersten-. 1 Die Missstande des Hochwasser:, 
mögen bewirkt haben, dass allmählifi das Ostthor der alleinige Ein- 
gang wurde. Nach ihm ziehen sich spater der alte Mainzer- und 
der Gutleutweg zusammen. Letzterer scheint der wichtigere ge- 
worden zu sein. Darstellungen nach i jlSy lassen em weder ihn allein,' 
oder auch den alten Mainzer Weg zur Ostpfortc ziehen, diesen 
alsdann mittelst einer starken Biegung.' Der Austritt des Fahrwegs 
erfolgte durch das Nordthor, welches nach den Darstellungen einen 
Matthchen Thorbau besass. 

j, Galgenstrasse. 

A. F.ingrabige Zeit, vor i 4 1 4. 
Hölzerne Galgcnwanc. 

Nachricht«!. Die Warte bestand schon an-. 17. September 1390, an welchem 

dem tivdcr w.ilde versinken | in Verteidigungszustand setzten] als 
man die Kauflude des morgens von der messe geleiden soldc.n" 
Kur/ vor oder im Jahre [410 scheint sie erneuert zu sein, da sie 
1410 die mniwe warthe« heisst." Sehen 1.315 scheint sie nicht mehr 
bestanden zu haben, weil man damals nicht die I lolzwartc, sondern 
nur das »porthus | = Hütte des Schlaghilters] zu den guden ludet» 
zur |steinernen| Warte machen wollte. "■ 
Standort. Der Standort der I hilzwarte dürfte südlich von der späteren 

Steinwarte gewesen sein, 1 ' denn mit der Errichtung der letzteren 




Digitizcd bjr Google 



war, Hie wie scher, werden, e.nc Vmchscbuni; der Cj!;ii:iti'.h, 
um! zwar «ahrscbeiolicli nach Süden, verbunden 

Bei der Hol?ajttc siand e.;. Vltla^- Ii: heiss: : »V.tneb'Jtger Sebti 
Hofs Schlage '}S"V »Schlaf; bei Vimeburghof« 1410;' islag zun 
(luden lucent 1402,' 1412 ' Kr wurde 1410 samt dem Kudrecks- 
schlag' von den L' bet h oh 1 sehen | Taunusrineri:| gebrochen-* 

Ein »porthener« daselbst tommt 1401 7 und 1401* vur; das Hut 
sporthus zun Gudcnluden« 141;.° 

B. Zwcigrabige Zeit, seit 1414. 
Die Holzwar ic wurde durch die jei/i°e Sruinwarie ersetzt, die 
Landweht erhielt gleich darauf Jen zweiten Graben. 
Steinerne Galgen warte, 

guden luden« 1414," 1418," J419,'* 144V 1445 "* ; (warte by den 
guden luden« 1441,'' I490;' 1 »warte im Galgen fei de« 1418; 1 ' »warte 
by Vi m bürg s hoffe« 1415.'° Nach Errichtung der Bockenheimer 
Warte (1454) auch: »alte warte« 1447," 146S," 1475,*' 1481.'* 

Der Plan, »das porthus zun guden luden zu einer Warte zu Bm 
machen« bestand, wie erwähnt, schon 1413. Errichtet wurde die 
Warte gleichzeitig mit der Sachscnhäuser Stein warte am Offen- 
bacher Weg'* 1414 zwischen Mitte Juni und Ende September.' 1 Bei 
der Belagerung von Ijjz brannte der Hehn des Turmes. 1 ' 

Die Stellung der Warle war beding: citiersLits durch, die bereits Stund 
vorhandene Landwehr, andererseits durch die GaljjL-r.srr.is-iL'. Ihc.:- 
Strasse, deren älterer Zug inner- und ausserhalb der Landwehr südlich 
von der 1770 angelegten jetzigen GniissOe hs," erlitt 1414, zugleich 



ivi'iil .1-' nl i'ii erwllimen AliSilr.iel.s nhi n' iL.-r \vj"ij.j.: 

. Aber im W.ilde hat eine Warte keinen Sinn. Entweder llal die 
Gegend der rlntiwirte die alte Beieicbniuig Ion einem vtrseWun denen Wilde 
beibehalten, oder es muss 1190 Iltissen .vor dem nyder wilde». - ■ Chron. III», 
104-, die obige Orthographie ist die der Chronik - ' v. Cohsusen, Aich, N. F. 
IV, 54- - 1 Hb. 1401, F. »■ - ' ibid. 1413, F. 9). - 1 An der RadtDramer 
Vri; c (14). - <■ - 7 ith. i.(ot, bei Kc>. M. II, J47- - * Rb. 14m, F. 14- - 



lelle entfall™. - '* Rb, 1418, F. 50. - » liee.lbndi der Nudi-tsMdl l.|ts. 
. - * Fieh. Handschr. JJ„ F. J6. - " Hb. 1468, F. St. - 'I Bj>mb, 147 
■b. - " Rb. 1481, F. )6b. - ■! S. diese nnten. — 1 W. J. a. a. O, - 
I. PI. leirjt dies. - t Man sehe die Ackereren™ südlich der Mainzer Lan. 
e im Flurbuch. 



Digitizod t>/ Google 



mit dem alten Mainzer Weg, eine Veränderung, und zwar wahrsdidn- 
lkh bei der Walte, Iis verzehrten damals so und so viel »des Rates 
frunde, d.c «tfc ur.d lantwcrc zun gudcn Wen, die alden strafien 
alter Mainzer Weg) und bei Vi.nebur fi er hofe - TGalgen- 
Strasse! zu besehen und zu verendereno.* Vielleicht handelte es 
sich um t.r.c leichte Ausbiegung nxh Norden, um der neuen Warte 



einen aus irgcn 


emem Gr 


nnde besseren Plaiz zu verschaffen. Die 


esunauer ti 


Wanhofei 


[ lehnte sich - so vermute ich - an 




e der dam 


a\ 1 i-.'.ij;rahi(:cn i.. ndwehr, d.c Sud- 


iiijnerar- 6 dic'(n 


rcguliei 


te>) Galgensirassc. Da aber letztere die 


1 and weht nicht 


reditwiL-k! 


ig schnitt, so erhielt das Südwesteck des 


Warthofes den ! 


yi-.rxn Wi 


nkel. 1 Als man !4 t 5 die Landwehr ver- 


doppelte, gab m. 


in ihr hei 


der Warte dadurch eine besondere Breite, 




on Norde, 


1 kommenden innem Graben nach dem 


Xordosteck des 


Hofes lenkte, wo er sich tot lief, und den von 


Süden kommend 




em Ende ebenso weit nach Osten heraus- 


zog.' - Die Ga 




sieht links vom Ankommenden.' 


Für die ba 




richtung verweisen wir auf die Dar- 


Stellung von W. 


,lff-Jung, e 


ier wir Folgendes hinzulügen. 


a. Der Tun 




fder am meisten gefährdeten Südwestecke 


des Hofes, und i 




;t sein Mantel mit etwa »/' des Umfanges 


über die Ecke v. 


jr.' Diese 


Stellung ist weder auf Bei. PL noch aul 


M. I, 7 und M. 




rkennen. Dieselben Darstellungen lassen 


auch den Erker 


am Mantel 


weg. — Das oberste Stcingeschoss hat 


auf M. J, 7 ein 


cn w«erec 


hl vorstehenden Balken, wohl für die 


Holle eines Auf 


:uges, auf M. I, 9 sieht man zwei solcher Haiken. 


- Eine Schnu: 


-, «den slofsel von der nuwen warte damide herabc 



Ciu reichen«, wird 1414 erwähnt." — Am Helm erscheinen 5 (im 
Ganzen sind es 4) kleine Spitzchen Über den Luken auf M. I. 9, 
ein Signalkorb ist ausgesteckt auf M. I, 7 und M. 1, 9. 

b. Der Brunnen stand ursprünglich so in der südlichen Hof- 
mauer, dass er von innen und aussen benutzt werden konnte. Er 
wurde von aussen mit einem Schwengel betrieben.' Spater war 
die Einrichtung anders.' 

' Kb. 11 m bei K R fc„ M. IV, 43. - • S. Crwulr. lici W. J. - 1 Flurb. u, 
S. 171 um 180«: v K l. auch M. I, 7 u. M. i. 9. - " ÜbcTiiu s"Klll i.: tii^ HoJn-n- 
iitimiT. ifcc l : ricJttrpiT mi.l iv.i;irsditial:ili dit iii-baule aliu Sadi-tnli.m-^r 

S;.i:nv.lr[L'. RecHtf Wim i:J:m.::ir:Jul «t 1 ('■.); beabjitllligle Warle in der 
I. Ji.-'.iuiii.-i Sim.h: Jii LLiiii ntiieSach'.tiiliJu'.er n'arre, - i S.CJrundr. 

btiW.J. - tBdKgk.M.VII,)i._ ! M. 1,7 u.M. F, 9. — ■ S. Fig. 71 bei V. .J. II. 



Der iussere La n durchreiben hatte urspiüfiglKh eine (abr.chm- B™.*. 
bin}) HoljbrQcke, deren Tragbalken sowohl auf den Crabenrandern, 
als auf einer Zungenmauer in der Mint des Grabens ruhten. Man 
zabltc 141 j Lohn tmeister Wigand dem morer von 6 ragen cm 
tnuerchen in dem graben by der nuwen narre Mir dem thotn 
anaufoieno ; auch erscheinen Ausgaben f'jr das Auswerfen de: Erde 
ind für die Ste;ne zur ZunRenmaucr.' Sparer seit unbekannte: üeir 
gewölbte Steinbocke, mit Schuttmaoem beiderseits.' 

Der Schlag, wahrscheinlich seit Bestehen der Steinwarte ein Sohle* 
Scbbgbaum, wurde nach Cohausen Ende September 1414 errichtet.' 
Frwihnt wird er 14t; als »riefiel by den guden luden«' Sein 
Drehpunkt lag wahncheinlicb, wie dies bei der neuen SacbseohSuser 
und der Friedberger Warle noch zu erkennen ist, im Man'.el de* 
Turms. Abgebildet ist er zwischen 1 [ja und [568 als glatter, 1 
1804 als gestacheltcr Schlagbaum.' Südlich neben dem Schlag- 
baum stand früher ein Haspel. 7 

Um 1800 finden wir etwa in der Verlängerung der östlichen Zn.iter 
Hofmaucr einen zweiten, innern Schlag als glatten Schlagbaum Schlag, 
mit Drehpunkt im Süden. Südlich neben ihm das zu ihm gehörige 
Hüttchen. 1 

Nach einer Bestimmung von 1584' ging das Mainzer Messgeleit Geleits lein, 
für die heraufkommenden bis zur Galgen warte. Dort stand aber 
kein Gelcitstein. Ein solcher befand sic:i Ursprünge: Ii nicht weit 
vom Galgenihor. Als er kurz vor 1645 in dem dort errichteten 
Bollwerk verschwand, wurde 28 Buten von ihm ein neuer nin der 
(i:!.~tn:.:-.Lv;e vnr der Stadt» «eset/t. " Beide Steine 'Rheinen sich 
nie In mehr nuf ilasMess-, -inali-rn a'if das l-üstensideli Kvugell zu haben. 

4. Weg Rabcnstein-Hellerhof-Rebstock (7). Er iiber- 
schrciiet die Landwehr dicht oberhalb der .Stcglacli. Von einem 
Stege ist nichts bekannt. 

j. Weg Rabcnstcin-Lerchcsbcrg-Rcbstock (8). Er über- 
schreitet die Landwehr unterhalb der Stcglacll. Die Landwehr hat 
in dem 1'ek, das sie dun bildet, eine ganz bedeutende Breite," der 
V.'VKck derselben ;:,t aber s;.'m/l : ..li ■.ink'k.innt. Ebenso der Steg, 
der trotzdem mit Isi'ieliMer Walirseheinlithkeit dnrt aii/nuehnien ist. 

' Hb. 1415, F. 17. S — ' M. !, 7- — '' Karte C. 'tili, Maninil. - ' M. [, 7 und 
M. 1,5; 1S04 nielii mehr Vorhand™. — * R. [7: und Museum C. 4j4j. — 
» Kgfc. M. III. 117. - '" ibi«"- VI, im. - 11 Flurb, 



- i6 - 

Die Bockenheimer Landwehr. 
I. Begriff. 

Bockenheimer Landwehr nenne ich den Abschnitt der »Land- 
weht um die Stadt«, der die Bockenheim er Creme von 1785 von 
Stein 6j bis Siein 15S an der Eschersheimer Stusse (17) begleitet. 
Coerheferrc Namen sind »laniwer by Nydeniaw.;' oltmwer iu 
Bockenheim« 1409;* «lantwet by Redeinheim» 1419;' .lan (fi ewer 
im Redeloheymer leidet I494.« Benennungen, nach Rädelheim anstatt 
nach dem näherer?, aber Ir-Jher gan; unbedeutenden Bockenheim sind 
in alterer Zeit überhaupt nicht selten.' Von Stern 1;; bis Stein ij8 
berührte Jicc Land-c.n jrsjir .npjch du (inti'litimer Tim: mi ' 
Vom Frankfurter Gebiet schliesst sie nur die Atter \oi der Bocken- 
heim er Warte aus,' ist also fast reint.' Gru-tmLinJwdif. l-in.mjschlossei! 
wird von ihr ein Teil des Westbruchs, der Saud, das Lindin und 
das ArTenstcincr Feld. 

Lauf der Grenze voraus. Kür den Ausschluss der Äcker vor der 
Warte liegt von Seiten der Landwehr kein technischer Grund vor, 1 

in. Umgebung. 

1. "Die Wiesen im Loch.a So genannt mit dem 
Zusatz uolim das Censeloch;« i*>77 »Wielen. ... im ich «amen 
Goten loch.« Reichen von Stein 65 bis Sj, entsprechen den Stücken 
21} ond 226 im Hurbuch. Altere Horm des viel entstellten Namens 
ist gewiss nin der warzen Geler. lochs, die auch vorkommt und 
nach Dr. (ong eine Besitzerin bezeichnet 

2. Der Bockenheimer Busch. Da in ihn 1434 beim Bau 
der Warte die Ramme gefahren wird," so möchte man ihn nördlich 
der Bockenheimer Strasse zwischen dieser und der Landwehr an- 




HS. oben S. 6. j. - t S. S. f . - ; S. S. s, f. - « ibid. - > Umbg! v. i;86.— 
" Umbg. von 1677. - " Cahauscn i. a. O. 54. 



Digitizod t>y Google 



;. »Im Lindey.n Hin viereckiges Gelände neben den 
Steinen io6 bis 109, das im Westen von der Landwehr, im Norden, 
Osten und Süden aber von drei landwchrartigcn Streifen begrenzt 
wird. Bezeugt für 1677, i6yi, 1753 und 1769. 1 Der Einschluss 
erinnert an den des Bornackers in Saehsenhausea.* Näheres ist leider 
nicht bekannt. Die Notiz von 1410 »S morgen Landes... gelegen 
in dem Lindey ulF der lanigcwerdc« ' kann sich auf diese Örtlich- 

4. Der Leonhardsborn in der Landwehr, zwischen Stein 
11; und 114. Sein Wasser floss im äussern Landwehrgraben zum 
Westbruch hinab/ 1787 soll Maurermeister Bell den Brunnen er- 
höhen und in Stand stellen. 1 Nicht weit davon lag ein Acker des 
Leonhardsstifts an der Landwehr - Flurb. No. 16. 

5. sFrau Rat Goethes Baum stück oder Wiese a 
zwischen Stein 116 und 119, -- Flurb. No. 1,' erwähnt 17S5. 

6. uDie Buttcrsup p.«, beginnt nördlich von Stein 119, endet 
bei Stein 127, — Flurb. No. 83. Bei Thomas, Grundr. heisst die 
Gegend Linden feld. 

7. Am Sauborn, nahe Stein 140, 

Äussere. 

i.. Bocken heimer Wäldchen -- Gegend zwischen Stein 65 
und Kz und noch weiter südlich. Land weh [grab ung daselbst wird 
für 1415 erwähnt.' 

2. Die Hammelfangsheiden' bei Stein 66. 

3. Die Bockenheimer oder alte Schindkaut"* zwischen 
Stein So und 82. 

4. Die Frankfurter Äcker vor der Warte.' 

5. Am Kloster, von Stein 12; bis etwa 129. 

6. An den Fuchslöchern, zwischen Stein 140 und 14t. 

7. Das Ginnheimer, später Bockenheimer Feldchen,'" 

IV. Bcachaffenlieit. 

Auch die Bockenheimer Landwehr li.;i;e ursprünglich nur einen 
Graben. Die spätere Hinzufügung eines zweiten geschah wahr- 
scheinlich auf der Innenseite, wie auch Cohausen annimmt. Von 

■ Umbj;. v. 1677 u. 1691 und H. ( u. - ' S. on«n •Suht«MiiltI Landwehr, 

* Hutnb. f|is filier, -'i Riss! »Imsen 1786. - *"u ra bg. 1677 'flu««" 17«. - 
J S. oben S. ^, - '° S. oben S. i. 



Digitized by Google 



- i» - 

Stein dj bis mindestens i i'j wurde der zweite Gräber, 1415 angelegt.' 
Wann dies auf den übrigen Strecken geschah, ist nicht bekannt. 
Hin deutliches Bild der doppclgrabigen Anlage zwischen Rödelheim« 
und Bockenheimer Strasse gibt der Belai;eriiugsplaii von 1552. Es 

graben: 3. Hecke; 4. weniger tiefer Innengraben. Der Raum zwischen 
den Glm;'i.ii, in Wirklichkeit Jit breiteste Tai der Anlage, ist in der 
Z l- • j j 1 :i 11 ] : ^j; .r s ;lm'..il :iust; 1.- i'.i i 1 u :i . Hink' Jus [ti. J.diriuindcrts linden 
wir au ]" diuscr Strecke der Wjik anst.ni der Hecke ebicn Ss.ik c-'.- 

zaun ausserhalb do Aussetigr.ibens." Bei der Vermessung von 178) 
f.mdtn sieb uberall die beiden Graben. Noch 190U sah ich ihre deur- 
beiien Spuren /wischen Stein dj und So, hn Ausscn;;raben linss 
von Stein ItJ bis 82, wie erwähnt, das Wasser des Leonhards ho ms 
herab. Die Gegend der Landwehr zwischen der Bockenheim er und 
Rödelheim« Strasse muss früher sumpfig gewesen sein, da der 
Bockenheimer Schlag auch als »Schlag auf der Landwehrlache vor 
Kcdclnhcim, bezeichnet wird. 1 

Über Tiefe und Breite der Graben erfahren wir folgendes: 
16t» wurde die Landwehr »von der Bockenheimer Warte bis an 
den Ginnheimer Steg [hei Stein 113] S Schuh tief und 6 breit auff 
beider; Seiten» aufgeworfen und ausgegraben, und 161 ] geschah 
dasselbe mit der Strecke »vom Ginnhcimcr Steg an bis in den 
Eisern Schlag,,' Bei dieser Reparatur wurden also beide Graben 
gleich breit und gleich tief gemacht. 

Js'ass waren beide Gräben von Stein ö; bis 82;' der äussere 
von Stein 82 bis rtj zum Leonhardsborn, ob dort auch der innere, 
ist zweifelhaft. Von 113 bis tjj waren wohl beide wegen ihrer 
Lage auf der Hohe trocken; endlich von ijj bis ijS der äussere 
jedenfalls, der innere möglicherweise von der Marbach gespeist. 

Die Breite der alten eingrabigen Landwehr ist nirgends mehr 
erkennbar, die der zweigrabigen war nach dem Flurbuch folgende. 
Zwischen Stein 65 und 82: 3°7'o" bis 4° 6' 6"; zwischen Stein Sz 
und 91: J°8'4" bis S°J'8"; an der Bockenheimer Strasse südlich; 
S°i'S"; daselbst nördlich ohne die Warte ca. 4°o'n"; mit der \Varte 
ca. uVo"; zwischen Stein 96 und 119 : 4" 2' 0" bis 5° 5' 1"; zwischen 
Stein 119 und 158: .i°4'o" bis ij 0 3'o". 



■Museum C. 15)2. 176 (—Sa. — ' Gollau»]], a. 1.0. SJ. — 



Digiiized by Google 





Begleitwege. 


A 




i. Von Stein 63 bis 


82 an der Rüdelheimcr Strasse 


zog ein Fahrweg dicht an J 
Hoheit, Ja die Grenzsteine 


er Landwehr.' Er lag in Frankfurter 
dort um Vi Ruten nach Frankfurt zu 


eingezogen sind, doch übte 


auf ihm Bockenheim allein die Hut- 


«ei-ecliiigkcit ans.' 

2. Von Stein 82 bis ; 


16 bildete die Rödelheimer Strasse den 


Begleitwcg. Sie lief gewiss 
wehr, findet sich aber bereits 


ursprünglich iitiidlkh neben der I.and- 
17S6 auf die Landwehr verdrückt.' 


3. Von Stein 86 bis 91, zw-ischen Rödclheimcr und Bocken- 
heinier Strasse ist ein Weg dicht neben der Landwehr nichi erwiesen, 
Joch zog der unter 1. erwähnte Fahrweg von Stein 82 in der 
Richtung der heutigen Strasse »auf dem Kies« nach der Bocken- 


heim« Strasse.' 




4. Von Stein 92 bi< 
Waite-Ginnheira {69b) den E 

5 . Von Stein 9 S bis 


: 9; bildete der Weg Bockenheimer 
■egleitweg. 
112, wo die Äcker vor der Warte 


liegen, ist von einem Wege 1 
Strecke behandelt wie die fol 


lichts bekannt. Vielleicht wurde diese 
eende. 




mit ihrer Feldbestellung von 
Ks war also ausserhalb an £ 


der Landwehr fern zu bleiben hatten.' 
ier Landwehr ein »Wich« abgesteinr, 
■ aben kann. 172; lütten Jlc lioeken- 


der auch als Wee bedient t 


heimer zwischen Wune und 1 Gelier shdmcr Strasse »dermafsen nach 


[ - nahe] der Landwehr ang. 


cbaut. dass nicht ein Fuss breit räum 


zu finden war«.' Derselbe »Eingrifft wird 1727 gerügt. Damals 
konnte man »vom Eisern Schlag [In der Eschenheimer Strasse| 

fast bis an die Bockenheimer Warte thcils onh.cn änderst nicht 

als über die Flucht gehenc.? Ein Teil dieses Wiehes ist der Nebcn- 



weg Bornheim-B Ockenheim (,|6a) von Stein 114 bis 119, ein anderer 
der Ginnheimei Stadtweg (15a) von Stein 119 bis 122. 



■ Nach Act. Scn. Stab :8D von 1781 lief neben der Graue .ein Fahrweg 
von ilcr Dnnmwiesc bis l-ci:w!ii: llockcnk-Wr Warte«. ILr ist noch vorhanden. 
Abccbildct Flurb. u. Kauen des 19. Jahrli. — • Abjteraung gegen Hanau 176; 
in Hglb. A. 60. Tom. IV u. V. - 1 Bimsen 17W; Flurb. - • Dirgeslelh M. I, 9 
(um 1(7Ö? — I Kotii von 173) in Fase. ..Acker «er icln-I.aiiiJv.Tlir«, — ' ibid. — 
r A^«l:i schein bc!r. .lie Mirbach 1717. 



Warte: lt. Ij; von ebenda nur bis über die Rödelh. 
Gr. R. 1 589 ; von Rüdclhcimcr bis Bockenheim« Strasse 
deutlich; von letzterer Iii:, ^egeniiber dem Eck bei Steh" 
Gr. K. und Ii. 15- Letztere Strecke ist der Weg Cail 
heimer Warte (69a). 

2, Im übrigen ist nur noch von Stein 119 nach 120 
weg bekannt, der «Eingang zur Bunersupp«. ' An 
Stellen dürfte er jedoch in alter Zeit ebenfalls bestand 



Durch die Bockenheimer Landwehr wurde 
Seitenweg (19) ganz geschlossen. Die Wege Eliseuskreuz- Praun- 
heim (18) und Bornhdm-ßockenheim (46) samt seinem Neben- 
weg (46a) gingen fortan nur als 1-usswege durch die Landwehr. 
Vom Wege i.eerbachbrucke-Hschersheim (16a) ist unbekannt, ob er 
geschlossen wurde, oder als Fussweg fortbestand. Wenn eine Dar- 
stellung von r6 7 8 richtig ist,' so wäre er damals wieder als Fahr- 
weg durch die Landwehr gezogen. Hauptdurchgang war vor [434 
die Röiiclhcimcr Strasse, die Bockenheimer diente als Nebenweg. 
War der Schlag der letzteren geschlossen, 50 ging auch der Verkehr 
nach Bockenheim, Praunheim und Ginnheim durch den Scjil.ig dir 
Rödelheimer Strasse, und zwar I. nach Bockenheim über den Weg 
Heihgenstikkc-Bockenheim ($2); 2. nach Praunheim und Ginnheiiii 
(und auch nach Bockenheim) über den Weg von 5tein 82 zur 
liodenheimer Strasse und von da weiter wie nach 1434 (siehe unten). 

Als 143.) durch den Bau der Warte die Bockcnheimer Str.ti.sc 
1 l.'.u)-t'vi.g virile, kamen folgende Zugangswege auf: 

A. Für die Verbindung Hiiddhcimer Strasse-Rödclheim: a. Weg 
Ket'.rniiuii' ■ ]i.^ke:il;ciu:i'r Warte (dSa).* — b. Weg Bockenheimer 
Warte-Heiligenstöcke (68b) der spateren Strasse »Schöne Aussicht«.« 

a. Weg Gailsweg - Bockenheimer Warte (69a), 1 auch «Wartwega 
genannt. — b. Weg Bodenlieimei Wjrte-Gismheimer S-.aiitwti; (£■>!>), 
welcher die beiden Praunhcinicr Wege (18 u. 19) schneidet. 6 



i, Heslcr. - » M.l. ta, ifi;«. - « ibid.; Bungen tjS6, 



Digitized bjr Google 



Rödelheimer Strasse (ti). 



zu haben, da keine Spur von einer Brücke vorhanden ist. 

Brücke des Aussengrabens erwähnt als hölzern 140S,' 141 
ohne diese Bezeichnung 1414,' 1475;* dargestellt auf Bei. PI. 
Holzbrückc mit Geländer, auf einem hölzernen Joch mitten 
Graben ruhend. Später Steinbocke, die 1901 noch bestand. 

Schlag. Namen: 1. »slag zu [öder by] nydenauwcn 135 
1401,« 1403,' 1410,« 141 1,» 1413-" - 1415 hat einer »zu Nidenau 
des sla B es gein den wiesen- zu warten. " - 2. Kudrcgs (-cks, gl 



und off die andern ußk» 



r Red 



Kudreg uffsicitt.« Kudrejäs Frau erscheint öfters ah Hüterin des 
Schlags zu Nydenauwc, z.B. 141 1,'« 1414.''. - ;. »Slag by Redcln- 
heimee 1429."° — 4. Grosser Schlag hei Niedenau im Gegensatz zum 
kleinen an der Bockenheimer Strasse." 

Entstanden ist der Schlag gewiss mit der Landwehr, bekannt 
seit 1396. Kr wurde 1410 von den Überhöhi sehen gebrochen, aber 
wieder hergestellt;" 1411'' und 1414" wird ein Schlüssel zu ihm 
erwähnt; 1414 Schloss und Schlinken an ihm gebessert;' 1 [415 wird 



' Bumb. 1408. F. 10b. — ■ ibid. 1.115, F. 44b. Dort werden Nägel erwähnt 
iir Brücke *by dem FI-l?c:i1^1l (^1, J.irjLi'vn stchi von moderner Hand aKnn- 
drfcliMchlüg.. — > Bumb. 1414, P, 48. _ ' Bgmb. 117;, F. 10b. — 1 Bb, ijj6, 
F. ]8b. — » ibid. 1401, F. 71b. — ' ibid. 140), F. 84 f. — « Cohuuen «. a.O.— 
' Und. — « Bb. 14.}, F. 89. — " ibid. 1415. F. »7 b. - " Bumb. 1414, F. 48. — 
■l ibid. 1415, F. 46, ja, $jc, 51 b. — " Bgmb. 1419, F. 8b. — ■! ibid. 1475, 
F. 40 b. — * Bumb. 1415. F. 51. — 1 ibid. 1411, F. 49. — ,s Cohiiuen, 1. a.O.— 
'' Cbron. lila. i6j. — " Bgiiib, 1419, F. 16 b. — 11 Cohausen, a.3.0, Der Abtiuss 
des Leontiardsbonis hat nffcnbjr als Zubehör des Westbruchs in älterer Zeit an 
ittisen Beieielinunj; 1I3 »NvJtnsu™. u il jiemmmien. — " Cohausen.a. 1. U. — 
libid. - «Rb.1411 bei Kgk. M. IV. ja. - >i Chron. [IIa. tbi- 



Digitizod by Google 



- 4* - 

er erneuert, und Schlot und Kette* daran geseilten. ' Auch spät« 
wurde er öfter erneuert. 

Ob sein Standort inner- oder ausserhalb des Grabens war, ist 
unbekannt. Bei. PI. hat zwar die Brücke, aber nicht Jen Schlag. 
Hüter. Der Portener des Schlags kommt öfters vor. Zuweilen halle 

er zugleich des Kostensees zu warten,' d. h. wohl eine Schlcusse 
am unteren Ende des Sees zu versehen, die dessen Wasserstand regelte. 
München. Ein Hüttchen beim Schlage wird erwähnt 1410, erneuert 1415.' 

2. Bockenheimer Strasse (j 5 ). 

Eingrabige Zeit. 
Nachrichten fehlen. Anzunehmen ist: durchziehender 
Graben, Holzbrücke und Schlag. 

Zweigrabige Zeit vor 1434. 
Ausscngrabcn durchziehend. Imitiigrahen gewiss, wie später, 
aussetzend. - Fahrbare Holzbrücke, 141J Bockenheimer Steg 
genannt 1 — Der Seisla« lieisü Ri-deiiieiinei SJiI.il;; kleiner Schlaf; 
von Xii.iler.au; Schlag auf der Land wehrlache vor Kedclnhcim ; alle:; 
nach Cohausen, der aber weder Datum noch Quelle angibt. — Ob 
hier vor 1434 eine Holzwarie bestand, ist bei dem Fehlen von Nach- 
richten nicht auszumachen, 

Zweigrabifie Zeit seit 1434. 
Steinerne Bockenheimer Warte, 

Namen. Namen: »warte bv .nieiis'.ein« 1434;' »warte by kuwedregks- 

slage« 1434;' »nuwe wart by kuwedrcgsslagc«. 1434;" »nuwe wart* 
1435,' 1440,"' 4441," 1456," 1468"' im Gegensatz zur Galgenwarte, 
die im letztgenannten Jahr auch als »alte Warthe« neben der Bocken- 
heimer vorkommt;" «nuwe Warthe gein Bockenheim« 1441;'' 
nBockenheimer(Buckenheimer) warte [452 1462;'' 15Ä0;'" 1578;'' 
»nuwe wart gein licdelnhcim« 1441;'° »Kedelnheimcr wart« 1459," 
J4SJ," J490," 1496 ;' 1 abwechselnd fluekenheimer und Riidelheimey 
Warte 149S. J1 

' Cehausst., a. 2. O. - i Uumb. 1.115, F.' 54. '- t Kij. ]', ; | nach Cnhaitsen. - 

F. 11 - " Rb. 1441, I'. Sa. - *» Rb. .456, F. Sit. - " Rb. MSB.'p. 79. - 

1 Bumb. 146t, angehängtes Blau. — ■< Hb, 1560. — FuindKbddeb. 1(78. — 
» Bgrob. 1441, F. 10. - " Bumb. 1458, F. jb. — » Hb. 1787 bei Bau. — 
•i liclesä iiiclii au [zu linden. — « Bgnlb. 1496, ]■'. 18. — »I Rb. 1498 bei BatL 



DigitizGd by Google 



Da die Warte viel später errichtet wurde als die erste Anlage, standen 
ja als die Verdoppelung der Landwehr, so ist ihre Stellung durch 
die Landwehr bedingt. Man legte den Warthof nordlich der Sirasse 
so an, dass die Westmaucr sich an den inneren Landwehrgraben, 
die Südmauer sich an die Strasse lehnte. Dies ergab auch hier im 
Grundriss schiefe Winkel. Ob der innere Graben neben der Hof- 
maucr sich erhielt oder einging, ist unbekannt. Nach dem Del, PI. 
zu schliessen, scheint man Stein 56 gegenüber den innem Graben 
nach der Nordostecke der Hofmaucr abgelenkt und so die Land- 
wehrbreite vergrüssert ZU haben, wie dies aucli bei der Galgenwarte 
jj esc heben war. 

Auf dem Bei. PI. sind die feindlichen Pferde in folgender Weise Pf.rd, 
an der Landwehr untergebracht. Zwischen Rödelheimer und Bocken- ^ *" 
heimer Strasse stehen sie auf Bockenheimer Gebiet ausserhalb der 
den Aussengraben -westlich begleitenden Heeke, und zwar die Pferde 
nächst der Rödelheimer Strasse unter einem Dache. Nördlich der 
Bockenheimer Strasse sind sie zunächst auf eine Strecke ebenso 
gestellt. Sodann aber beginnt eine zweite Pferdereihe am Nordost- 
eck des Hofes, westlieh von dem seiner Hecke beraubten inneren 
Graben und zieht sich bis ungefähr zu Stein 100 hin. Diese stehen 
alle unter Dächern. Beide Pfcrdcicihcn stehen mit den Köpfen nach 
der Stadt. 

Der Plan zeigt ausserdem eine Hecke, die nördlich von der Hocke. 
Bockenheimer Strasse beim Aussengraben beginnend zuerst dem Lauf 
der späteren Grenzsteine 92 bis 95 entspricht, die — z. B. 1785 — 
Ja:. WartL'artdiiT. wotiicli begrenzen, dann aber der äusseren Grenze 
der »Äcker vor der Warte.« Diese Hecke umschliesst also alles, 
■-'.■.i-, Lrankturt dort .ui>.ser:ulh Je; Landwehr besass. Es ist nämlich 
hier nachzutraben. J.m die Landwehr auf der Linie von der Bockcn- 

und 96 hinter der Grenze zurückbleibt. Der Raum zwischen ihr und 
der Grenze, der später zusammen mit der cassierten Landwehr das 
Wartgärtchen bildete, 1 scheint zu Zeiten mit Recht oder Unrecht 



Digitizcd bjr Google 



als zur Landwehr gehörig bei rächtet worden zu sein, denn das in 
ihm bei Stein 45 stehende BrünnchiT. Iruisst iOy; "das Urtinnlein so 
in der Landwehr stehet.« 

Hinsichtlich der baulichen EinrichWng ist der ausführlichen 
Darstellung von Wolff-Jung folgendes Ii in zu zu fügen. 

Der Turm steht nicht auf, sondern ganz nahe der am meisten 
r\[>i>riR'[-tcn Siidv.es lecke in der SüduisuiT des Hufes, eins der sein 
Mantel mit etwa '/« seines Umfanges vorspringt. Der Erker am 
Mantel fehlt auch hier auf älteren Darstellungen. ' Hin Gemach des 
Turmes hiess dit SLhi'nzenkammer. 1 Der H el m hat auf dem Bei. PI. 
vier kleine, nach Gemüsen c'eicli vua Anfang an errichtete Tümt- 
cliell, von denen ilri-| sichtbar sind, liuvas spater fehlen sie.' Den 
Signalkorb am Helm ausgesteckt zeigt M. I, 7 und M. I, 19. im 
Jahre 1560 errichtete ein Georg Müller auf der Warte eine Wind- 
mühle, wozu der Rat 8 Gulden beitrug.* Eine Abbildung der Warte 
mit der Windmühle besitzt Herr Oberförster Haus auf Goldstein. 

Das spitzbogige Hofthor ist auf Bei. Pd. und M. I, 9 mit 
rundem Abschluss gezeichnet. 

Der Brunnen stein, wie bei de: Galg erwarte, mitten in der 
Holrr.auci. ■ Der Hei. !'". hat aus cer S:.;rie übet i!:n t;a z*c:ics 
Hofthoi gemacht, M I, <j zeichnet din richtig, und war als Zieh- 
brunren, 1r.1t einem Liener Djj.i; .i?tr dem Kaue, einest ihn aber 
zu weit nach Ovca Richtig zeichnet :an auch Riese 1R114 * 

D.e Brücke .be: Jc;i A- .igr l-tn war ie:t Jen Bai. Jti 
Warte gev.ulhic ^ : e i :i b r ü c k e. I:'.i Rechnungsjahr 1435/36 
erscheinen Kosten «das Geweihe durch die Wegen zu mauern, 1 was 
nur von der Brücke verstanden werden kann. Vom Südvvesteck des 
Warthofs bis zum Westende der Brücke war der Weg auf beiden 
Seiten von ziemlich hohen Wangen mauern eingefasst, die in der 
erwähnten Rechnung die »zwei Muren durch die Siegen genannt 
werden.' Das Brückengewölbe und die zwei Wangcnmaueni zeigt 
Bei. PL mir voller Deutlichkeit; die südliche Wange um auer ist Ende 
des 18. Jahrhunderts ,» die nördliche 1R04" abgebildet. Die Grundrisse 
der Wangenmauern bei Bunsen 1786." 



1 Bd. PL, M. [, ■}. M. ], 9, — ' Bumb. .mgcliariglcs Rlatt: «in nuc 

sloßd ati der fc hoc* cn komm er uff Bockenheim« wart.. — im 9 

[wischen t)(a u. 156c. — * Hb. i;Cd, — i W. J. Grundr. - • Zeichnung 
von Riet :V|. Uinuiim C. — 7 ColiJiiH-n. .1 ,1. O., S. - ' ,-\ uir.il LtuI 

der l'lurjl »Sie»«, wie oliui Je, l'lurjl uWegcn. Doch s. unten. - * Mus. C. 

ijia, 1764-84. - " = - " R. 48. 



Digiiizcd ö/ Google 



bäum. Seine Axe lag nach M. I, 7 und M. I, 9 deutlich im Mantel 
des Turmes, und auch der Riss von 1804 lässt sich so auffassen. 
Auf Bei. PI. aber scheint er sich nach der anderen Seite zu lieben. 
Dieser Plan ist aber bei der Ilockcnhcimcr Warte auch sonst ungenau. 

Ein Hüttchen neben dem Schlagbaum auf der Nordseite der Hüttebu. 
Strasse ist bezeugt aus der letzten Hälfte des 18. Jahrhunderts.' 

Den Haspel südlich neben dem Schlage hat auch hier M. I, 7 
und M. I, 9. 

Ein zweiter, innerer SclilaRbaum mit Drehpunkt im Süden [ DD ercr 
ist 1804 zwischen dem Brunnen und der Südostecke des Hofes über- s °« "9 ■>»<"»• 
liefen. 1 Auch er hat ein Hütttk':i iiciitn sich, und zwar, wie zu 



Auch eine Ruhebank bei der Warte wird 161S erwähnt.' R 
Sie muss innerhalb der Landwehr gestanden haben, doch bleibt 

Endlich ist zu erwähnen das Ginnheimer Brucltchen im 
Wege Bockenheimer Warte-Ginnlieimer Stwltweg (69b) neben Grenz- 

3. Weg Bockenheimer Strasse -Ginnheim (16) : 

Eingrabige Zeit. 
Graben wahrscheinlich schon durchziehend mit Steg für Fuss- 
gänger. 

Zweigrabige Zeit. 
Der äussere Graben zog durch; vielleicht auch der innere, 
ni^k'idi c-. bis mki/.t in sicheren Nachrichten immer der Ginn- 
heimer Steg heisst,' so können doch zwei Stege bestanden haben. 



■ Bei, PI.. M. I, 7 und M. [,9. — ' Mus. 1551,1764-84. - 1 Zeichnung von 
Riese 1804, Museum C. »46. — « ibid. und Museum C. ijjj. 1764—84, wo 
beide Hütrehen vorkommen, — ■ Onh, Rei;U : .nir«,::i. S. r 1 7 f. — 1 R.47, 1787. — 
' limtib. Tom. XIX, 1S18, F. 110 bei Kg*. M. VII, JS7. - * Umb K . 1677. - 
' t, B. •Gienlieimer Sick in der Landwehr. 11 1677, Eiplicitio. - 



□ igWzed hyGoOgfe 



- 46 - 

e Nachriehl von M58' 
r Sieg Cber den Aussei 
; der Landwehr.' Eine 



lieh ; 



: -.-id 



diesen DurchganR 
)en bestand noch 
.ebank innerhalb 
und 1787 ver- 



Als Nordustlar 
die als reine Binnen]* 
l:>^i:i:shc!T.cr Strasse - 
und Dicknitlandw, 
Bornheiir.er Ciren?e ziel 
feld, das brachfreie C 
Sirasse und das brach 
Huri:: in nur Fussr>:':J, 
berger Feld im engen 



: Nordnsllandwfthr. 
L Ii .;. :i 



c Landwehrsirecke, 



i.S 



lieh a 



'eld-, Zeisse!- 
j Stein ji der Frankfurt- 
.0: das südliche Knobiiuchs- 
Eckenheimer und Vilbeler 
ischen Vilbeler Strasse und 
e Knoblauchsleld, das Fried- 
Genend awischen Vilbeler 



1- Ü.e Knohlauchsfeldlandwehr. 
Die KnobUuehsfeldlandwehr sollte das Knoblauchs feld und die 
dahinter liege 11 Jeu Oden sdiütien. Ihren nördlichen Schenkel nenne 
ich Dicbsgrundlandwchr, weil sie den Diebsgtund ausschliesst, 
für den östlichen ist der Name Zwerchtandwehr hergebracht 



. Die 



:.. .1 



ehr. 



Sic benutzte d;e Vorteile, die der bereits vorhandene Knob- 
lauchs- oder Kuhornshof mit seinem befesügteo Hoffelde bot. Sie 
folgte daher nicht der HnhciugreoJe am Diebs u-cg (4.!), sondern 
befinüKtc sich damit, die offenen Kjuir.e iwischen dem Hol und 
i.er tschc:s.ieu:ic.' (17) e: ö edieiuiet SrijsM-(at) fu -.ci. hissen. 
Bevor wir uns daher ru: Beschreibung dieser Landwehr wenden, ist 
der Knoblauchsliof in historischer, topographischer und fariiiicatori- 
schcr Hinsicht zu betrachten. 

■ Bomb. 1458, F. jb, bei Kgk. M. IV, 107 werden 2 Tigdahne geubtt 
icyn slae iu foren und von 1 Stegen by das Lyndenlra.n.» Das Lindenborn 
kann der l.eijnhir.l.linni sein, tk-nn r;lu ließ! es nahe der Badienheimer Warle 
und einer langen WIlii: (s= Flurb. I + i :). Dann können sich die Siege auf 
Je;] (.iiriiljciii.cj VV'l- ; ^■lelleri. il.r S.-Iil.ie. :l'er Ilx^.'.r v,]:i cijlel.l a:] Je: i] ^'c,;e ve: - 
>l.uiik-ii ivtnleu. - 1 Karle C. y<*)-. iWi;, Museum. ■ ! Kii..k-r(.r;T.^- Ljt-äfen ll.ii.iu. 



Digitized by Google 



wischen Eschersheim 



und das »Hoffeld«' 



darauf an seinen Freund Jakob Knoblauch den Alten,* der es 
zuletzt ab Eigen besass. Er kaufte mehrere Grundstücke dazu,' von 
denen eines an die Südseite der Bunde stiess. Auf letzterem legre 
er t;29 einen Hof an, der aber nur Wirtschaftsgebäude enthielt. 
Hof und Bunde wurden in dein gleichen Jahre von dem Zehnten 
an das BartholomäuMiiü befreit.* Jakobs Solln, Jakob Knoblauch 
der Junge, erbaute auf dem Hofe ein wehrhaftes Wohnhaus, den 
»steinernen Stock« mit einem den Hoffleck umgebenden Wasser- 
graben. Dies geschah noch vor 1396, weil damals der steinerne Stock 
erwähnt wird;' ich vermute 1585, weil zu diesem Jahr die Chronik 
meldet, dass im Frühling «ein Newe Wart uf dem Knoblauchs Hof 



Zubehör, also samt dem steinernen Stock und der Bunde um 800 
Gulden an den Rat,' trotz dem Einspruch seines Druders Adolf, der 
den Hof für ein Lehen erklärte, das auf Jakobs Brüder übergehen 
müsse (J.). Damals, sowie später 1413 werden alle Bestandteile des Hof- 
besitzes aufgezählt. Es sind ausser der Bunde™ und den 1 Morgen, auf 
denen der Huf sraml.o vor: viTSi-tv.e.UüoTir'.iwiii ei Grundstücke. 

Am 22. Februar 1402 gab der Rat dem Wölfl" Kode und drei 
andern in Bestand aur ti Jahre das Gelände des Hofes «doch abge- 
schieden den steynen Stög und daz werde als wyt daz begriffen 
hat" [- die den Hofflek bildende Insel in ihrem ganzen Umfang |. 
Auch sollten die Heständer haben »den Graben der umb den steinen 

e, Frank f. ijij. Andere .Bunden. (Neben- 

l ,!:. v,.,: As|-.ili. l'r.v,: n: 

' Üb. ja,, cumn. beiFkh. HdKlir. JJ. 15; 
Bm. a.a.O. - 1 Mirldludg von Dr. Jung. 
he*eiclitiel. — « Der ['rohst vcrjfclitclc 
id dem tiobc [llofc] der dagemichei 
1. Diente die Wiehe nur dem Hille 
Sicherung? — ' Böhmer, Urkunden 
ich Jer Plural idie Bunden* in Jen Urkunden 




Digilized by Google 



s:oti geet«, aber sie sollten »dem Rade... die fische... halb Kissen 
gefallenu und auf ihre Kosten iiden Graben tun rumen und fegen.« 1 

An »Petri ad vineulao 14 t ( verkaufte dann der Ri: an 
»Kudolff mm Humbcacln und Gr« de toaekh hoifrauwea den 
Hof samt dem Meinemen block und »aller zugehörige« f.,< ■>» 
Gulden unter gewissen, spater zu erwähnenden Vorbehalten, ' worauf 
d,e Knohlauehschen Verwandten 1414 unter der Erklärung, d;ss der 
Hof kein Lehen sei, auf alle ihre Ansprüche verzichtetet:.' Rudolf 
starb 1421. Den gleichen Revers wie er inussten alle spateren Hof- 
be a ,uer dein Ka:e abstellen. 

Es folgte der Münzmeister Foyss von der Winler- 
bacb. In seinem Revers ist neu der Zusatz, dass jeder spatere 
Besitzer die Versehreibung erneuern soll.' Konig Sigismund hatte- 
den Hof all verfallenes Reicbsleheo an sein« Karde: Beamter. »Michel 
von Priest, Probst zu Boieslaw prothonotufp und Caspar Schlick, 
Notar, gegeben, dem Foiss ibti \ n-gcliaK-n. den II»: nvcrswigen« 
und mein zu Lehen empfangen zu haben, und ihn aufgefordert, 
denselben Angesichts de; Brief es den vor. ihm belehnten ahmtietcn. 
Der Rat machte darauf geltend, dass der Hof Jakob Knoblauchs 
Eigen und kein Lehen gewesen sei. und bat den Konig, von seiner 
Forderung abzastebeo, 1434,' wie es scheint., mit Erfolg. Foyss 
lebte noch ,442 * 

Von den spaterer. Besitzern sind hervorzuheben: Friedrich 
Rorbach bis r;6l (J) J ; sodanr. Bernhard Kuhorn 1561-15X6» 
und Hermann Bertram se;t 16(0, dessen Familie bis 1742 den 
Hof innehatte (J0- Nach beiden letzteren wird der Hof oft ge- 
nannt. Jetzt gehört er der Familie von Rothschild. 

b. Zur Topographie des Knoblauchshofs, 
k. Der Hoffleck war ein Rechteck mit abgerundeten Ecken. 
Ein breiter und tiefer Wassergraben umgab ihn. Die Gebäude standen 
längs den vier Seiten.' An der Ostscitc stand der 1)85 erbaute 
steinerne Stock. Er muss ein hoher, turmartiger oder von einem 
Turme gekrönter Steinbau gewesen sein. 1404 verdingte der Rat 
dem Zimmermetstcr Mengoz den Helm auf dem Turme.'" Die 2S 
neuen Fenster, die der Rat in dem gleichen Jahre auf dem Hofe 
einbinden Hess, zeiHtn, dass dort ein stattlicher Bau stand." Im 



reparari nun poiest, nisi de novo edificetnr.« Der Bei. PI- zeigt wieder 

ein hohes Haus. Das jetzt an seiner Stelle stehende und wahrschaiTÜch 
im XVI. Jahrhundert auf den alten Fundamenten errichten' Wohnhaus 
hat als Rest des alten Baues in der Nord wand des erslen Obergeschosses 
ein nur im Innern sichtbares s;'i:/no;;iges Plortchen. Die Haustür auf 
der Westseite ist später eingeseut. Sie tragt die Jahreszahl 1715. Nörd- 
lich neben dem steinernen Stock führte die Zugbrücke über den Ost- 
S rabcn. Die .uff ziehend brücken am Clobelshoffc wird ijoj erwähnt.' 

Der Umfang bestand aus dem rechteckigen Grundstück sud- 1 
lieh der Bunde. Seine Ostgrenze fiel mit der der Bunde in eine 
Linie, nach Westen war er kurzer.' Nahe dem Südosteck des 



des Umfangs, eine Spitzbogige überwölbte Brücke.' — Von 
der Zugbrücke ging der Hofweg (13) zur lickenheimer Strasse. 

Die Bunde oder das Hoffeld bildete ein grosses Rechteck, n, f Buodp. 
das im Norden vom Diebsweg (48) im Westen, Süden und Osten 
vom westlichen, südlichen und östlichen Bund enw eg* 
h'^ltitet wurde. Letzterer Weg (= Weg :2, weMiieiiev WeilerpMd) 
lief innerhalb des Umfangs bis zum Hofweg, 

c. Zur Befestigung des Hofes. 

Der Knoblauchshol' selbst diente, auch abgesehen von Oer Hof 
seinen Landwehrfunktionen, gleich den anderen Höfen vor der Stadt, '•»•»'■ 



• Quellen jur Fr. Geich. I, iS.. - ' Colnu™, j 3. O. 46. - i Flurb. — 
< Ürundr. auf K. .(■), Bimsen; ln.-.|.r. .^1 .l-ii von lU'ilien'.idii. Test m Jen BMJem 
aus FraM. VII ,i„j ^uk'l/t im [nlL-l]i f ;en;H.nl -A Si-|>l. [.,1.., « L . f e]fc«,! AM-ifJnn,; 
Jcs l.Hitc. fiele eilen Futiisu. - • Audi ,le: Wj«.rljii: /wiiilini Hut unj Strasse 
ivirtl M.ir1>j(ti gcn.nnl. — ' Muri'. — I Keilleillt. a. j. U. 169. Brücke, Teich 
hreiie. Gr-iK-n >in,l neuer, liiu^ tcrhdru-uiiJtii. — « Vgl. H. .(<(, 17B7 liunsen. 



DigiliZGd 0/ Google 



der Vereidigung des Stadtgebietes. In diesem S 
z. B. neben den »uGersten slossen Bonamese, Irlebacb, Husen, 
Kiedemo M,J;' neben der Öde 1459,' neben der Ossenau (= Horn- 
burg) i .176. 3 Die Reverse seit 1413 bestimmen in dieser Hinsicht 
folgendes : 

1. Es soll der Hof und Zubehör »nimmer uz der Stat Frankfurt 
haut kommen«, auch in keins Ussmcrkcrs oder Edellude oder geist- 
lichen lüde hant kommen«. 

2. Der Hof soll dem Rate und der Stadt »zu dienste und 
bede steen und willig sin und bliben, als anderer burger gude« ; 
insbesondere dem Rate stets »offen sin«, der das Recht hat, sich 
daselbst »draußen und drinnen ohne »Kosten und Schadcna in allen 
Nöten szu behelffen«. Letzteres geht namentlich auf die Befugnis 
des Rats, nach Gutdünken Mannschaft und Geschütze auf den Hof 
zu legen.' 

Der Umfang war sicherlich auf .illen vier Seiten von einer 
Hecke umgeben. Diese schioss den südlichen Bundenweg aus, den 
südlichen Teil des östlichen Dundenwegs ein.' Letzterer muss somit 
einen Durchgang an der Nordostecke des Umfangs gehabt haben. 
Der Eingang des Hofwegs war nahe dem Südosteck des Umfanßs.* 
Etwa V« des Umfanfis wurden tu einem engeren Bezirk um den 
Graben gestaltet, durch Anlage einer Hecke vom Nordosteck des 
Grabens zur Nordecke, sowie am Siidrande des Hofwegs.' Der 
nonlüstliclic Ted des Umfange«., welchen die geiianniai Wege durch- 
zogen, wurde dadurch eine Art Vorhof. In ihm befand sich später 
ein Gebäude.* 

Die Bunde oder das Hof feld war »von uhrahen Zeiten her« 
mit »Gräben, auch B.iumen und Gebüsch« umgeben," d. Ii. 

befand sieh auf der Ost- und Westseite, sowie auf dem westlichen 
Teil der Südseite, der nicht durch den Umfang gedeckt wird. Sie 
schloss den '.uJiiclie'i iir.ii nördlichen lijiukii'.veg ein, den westlichen 



las.' Am Diebsweg fehlt sie auf f;ist allen Darstellungen.' Dort 
war ein anderer Schutz vorhanden. Der bekanntlich früher zu einer 
sehr tiefen Hohle .uisgefalircnc Weg war östlich vom Hoffeld und 
gerade vor diesem mit Wasser angefüllt und hatte sogar an letzt- 
genannter Stelle eine teicliar[:i:e lir Weiterung, 1 die auch als »Wasser- 
zell« erwähnt wird. 

Die Schutzvorrichtungen des Umfings und der Bunde zu- Die HofwtLir 
samnicn sind nach aussen als eine einheitliche Hofwehr zu be- 
trachten, die von der eigentlichen Landwehr unterschieden werden 
muss. Diese Hofwehr hatte zwei Durchgänge: 

1. Hofweg (23). Dort sah Battonn' nocil »Überreste eines 1h« Durth- 
alten Thotes mit Schiesslöcliern«. Den hakenförmigen Grundriss s"«9«- 
der die Hecke beiderseits abschliessenden Stirnmauern hat Bunsen 

1785 und das Flurbuch. Die Art des Verschlusses ist unbekannt. Der 
Standort ist eiwas westlich vom jetzigen Gartenthor. Unbegründet 
und ganz ui:waurscl:e:!ilidi isL Ita-oims .in dieses '['hör gctiuipUc 
Vermutung, der Hof sei früher mir einer Mauer umzogen gewesen, 
die durch die Anlage der Landwehr von 1476 grösstenteils verstört 
worden sei. Man wäre vielmehr damals froh gewesen, hätte man 
eine solche Mauer v'Orgefi unden ! 

2. Südlicher Bunden weg. Der Durchgang lag zwischen den 
späteren Grenzsteinen 167 und [66. Die Art des Verschlusses ist 
auch hier unbekannt. 

d. Verlauf der Diebsgrundlandwehr. 

Der Ankauf des Kii.iH.iuclisiniK durch die Si.ult 1396 geschah 
gewiss in der Abstellt, den sclmn .111 hieb die Sicherheit der Gegend 
eriiuhenJen Huf der Landwehr au/u'.vH, ixti. wo er einerseits diu 
Neubau einer Strecke ersparte, andererseits als Warte diente. Vom 
Endpunkt der Bockenheimer Landwehr zog die neue Linie, den 
Abfluss der llufipelle kgleiteiiJ un.i ■■.\u:il auch rc^tiii zierend, zuerst 
über die Es.hcrsheimcr Strasse, dann .111 dieser eine Strecke nach 
Süden und endlich nach Osten, wu sie am Eck des südlichen und 
wis.t'icnen liuiidenwcgs auf die Um:ricdig.ing der Bunde stiess. Vun 




' R. ! {17. Jihrli. }) R. i7ii U.lUI.i;; M .KLhnrnsMe. auch 
im Norden tine fSaijinr.ilii:. Di^n :s: Üire /i,'e]].i..i]:I.Li! ir.i^licli. — ' Dargestellt 
M. I 11 1678 und R. 36. 1714 Klotz; il« idxai MilatJ Ii it- J 7, 1774, — < I. 146, 



Digitized B/ Google 



neuem begann sie dann im Osten am Diuchj^iiiL; des I lofwvi;* und 
herleitete Jie:.er. We.e. w.>lir;.c]ieiiiUc;i ;un Jessen Südrand bis zur 
l ; cU'elic:uie: Strasse.' Zwischen diesen beider] Land wehrst recken 
bildete die liufweh: eine zweifache Abschlusslinie. Erwähnt wird 
die Diebsgtaodlandwehr in der Notiz von 1447: 2 Fuhren Weiden 
»von der lantwer by dem Klobelsuchs hoffe off den [Stadt-] 
graben solarem:" und vielleicht in der von 1456: «6 m. landes ge- 
legen by dem Wobbuchs Holte da die lainyewcre durch gectu [durch 
die Äcker!]' 

e. Unterhaltung der Diebsgrundlandwehr. 



auf, jährlich um Weideiisüirmie setzen zu lassen, »wo des -liier mein 

2. [442 heisst es: umeisu-r Vuys befehlen die lantwer urab d eil 
K noblauchshof besehen» und ferner »Voys von der Wuitcrbacli 
den Graben hinter dem Knobla uchshofe Iltissen ulTwerfTcn«.' 
Mit der Landwehr um den Hof sind, wie mir scheint, die beiden Stücke 
der Diebsgrundlandwchr gemeint, mit dem Graben hinter dem Hofe 
vielleicht nur das westliche Stück, bezeichnet vom Standpunkte eines, 
der auf dem Knoblauchsweg (22) oder Hofweg (25) zum Hofe ging. 



wahrscheinlich auf das 19 bis 20 Ruten lange Stück Feldwehr am 
^eidlichen ßtmdenwcfr. welches der Ht'.clmldirev iilienbar für einen 
Teil der Landwehr hielt, weil es unvermerkt in diese übergeht. Die 



1 Eteriitit Jer Wilwe Ketirimin Ah. Ait. 



Digitized by Google 



■LTIO Unterschieds Verwirrt. Bald Wellt die I .Jtlilwtll f Midlich ,L1H Hol' 

vorbei,' bald nördlich.' Im XVIII. Jahrhundert tadelt Hanau, dass auf 
Frankfurter Karten der Hof diesseits der Landweht gezeichnet sei, 
iv.ilirend er doeb njen.scits -J-l r Landwehr eadi !-'r:inkii!rt liegt;.' 
Sut!; faltigere Darstellungen haben das nichtige.' Die südliche, west- 
liche und östliche Feld wehr und als Fortsctzuiu: der letzteren die Ost- 
hecke des Umfangs his zum Thür hatten nach allen Darstellungen eine 
lie[vic!i[! r e!i-.' lirei:-.- .md irschi-incn JurcliiUis wie eine Landwehr. > 
Die westliche und südliche Umfriedig im!; des UmhiiiRS dat;ef:cn 
erscheint auf genaueren spateren Darstellungen* nur als Hecke. In 
alteren Zeiten aber wird sie sehr breit und ganz wie die Landwehr 
dargestellt.' 

Ii. Die Zwerchlandwehr. 
Die Ostseite der Kntiblauchslandwehr hiess seit dum Bau der 
neuen Bornbcimcr Landwehr 147t meist Zwcrchlaudwchr, 1 auch 



wo ihr Sitdende neben der StallbiLtüsuilc i;anz .idinial wird. Ihr 
ili'rti^o Vorli.uniciisciu beweist die Notiz von tjdS iilleriu CraK 



Digitized ö/ Google 



S!.iH>ur.L'u's ( >alc bei Ja' Luut K e wehre«. ' Vom llofwcg bis zur Stal- 
burgsüde ein genauer Riss von Bimsen 1788.- Für den früh aus- 
OTtMgaw« südlichsten Teil ist lehrreich Junßmann, Riss des Stein- 
wegs 1786.' Hier wird der durch das Ausgehen der Landweht 
stark verbreiterte Steinwej; (21) auf seine Osthälfte eingeschränkt, 
wobei die an die AuÜeger abzugebende Westhälfte offenbar der 
Breite der alten ZwcrchUndwehr entspricht. Der nördlichste Teil 
ihres Areals, vom Hofweg bis da, wo jetzt die Eckcnhcimcr 5tnsse 
von der Friedhofsmauer abbiegt, war noch im 19. Jahrhundert im 
Gelände erkennbar und isl bei Ravenstein' als » Zwerg I andw eh ri 
bezeichnet. 

2. Die Zeissellandwehr. 

Die Zcisellandwehr' zog, das brachfreie Gelände im Zeissel 
gegen das Friedberget Feld (im engeren Sinne) abschliessend, von der 
Eckenheimer Strasse zuerst nach Nordost, am Südrand des wahr- 
scheinlich schon vorhandenen Verbindungsweges (26a), dann gerad- 
linig nach Osten zur Vilbeler Strasse (37) und endlich, zwei westliche 
Stiten.-.rnw da" lerzt^ren K^lataui, n.ich Süden bis ^eKenübcr dem 
Südwesteck der Dicknit. 

Ältere Erwähnungen sind: t. 1596 »Weingarten im Zaißle 



idtgewehra.i — 3. 1426 «Landwehr bey Friedberger pfor 
rabcmi.* Letzteres passt auch auf die Zwerehl and wehr. 

Dargestellt ist die Zeissellandwehr auf der Geleitskartc i 
2 und auf M. Ja 1678 und damit verwandten Rissen. 



3. Die Dicknitlai 



□igilized by Google 



Strasse [— Vilbcler Strasse hinaus, oben auf die Koppel- oder 

Hundsweide, unten mit einem Schlüssel' samt der kleinen 
Landgewehr auf die Galten stossend. Preis 1700 fl. a 60 Xrn.' 

Die Dicknit endete also im Süden nicht in gerader, sondern in 
tiL-sufTirlier Linie, d. h. es gehörte zu ihr noch Jus Gelände Midlich 
der Bombcimcr Landstrassc (31) ----- No. 279 und 280 des Flurbuchs. 
Auf einem undatierten Riss, das Fay'schc Gut betreffend,' ist dieser 
■Schhiv>cl'< von einem als » S c Ii i e d - G rab e n 0 bezeichnet™ (i:;i:tn 
von der Vilbeler Strasse (27) bis zum Stein 31 der Bornheimer 

m'c stas^ei:. und mit deutlicher 1 lervorlicivjn« ihrer ^csiiilTdtcn Linie 
auf M. Ia l<>7(4 um: Verwandten nn,h hur? vnv ihrem Verschwinden. 
Das Bornheimer l.anerhuch von 1732 kannte noch ihren Verlauf, 
denn es verlängerte die Signatur der die Bornheimer Heide Dm- 
Gehenden Landwehr über Grenzstein ;i hinaus nach Westen. Dagegen 
hat das Flurbuch fälschlich die Beischrift «Landwehr« am Grenzgraben 
von Stein 51 zur Bornheimer Landstrasse. 

4. Begründung des Verlaufs der Nor dos t Und weh r. 

a. Den Ausschluss des Diebsgrnndes, des nördlichsten Teiles 
des Knoblauchsfeld es, veranlassten, wir wir sahen, fortirikarüti.scl-.c 
Rücksichten. 

b. Der Ausschluss der Genend /.wiseheii Vilheler Sirasse und 
linridicicner Greiwe beruht wahrscheinlich auf gen'.cir-.amcn Nutzimgs- 
rechien mit llornheinl. Die Ilundsweide wenigsten-., die sich mich 
jetzt in die Bornheimer Termincy Iiinein erstreckt, war, wie wir 
oben sahen, Koppelweide, die Dicknit ursprünglich Wald, nach- 
her Weide. 

c. Beim Ausschluss des l'rjcd her «er leides sind Cnnihiuiinial- 
veiliälmisse weder bekaiLin, hiilIi wahrscheinlich. Auch hätte die 

herner Leid die drei Friedber^er Strassen — die Hcl.cnheimer, 
iVcimncsheimer und Vilbeler — wigen, die .sich alle in dem Siid- 
westwiuiiel des hchies vereinigten. Die Vilheler entsandte dorthin 
iliten Verbindungsweg (2ha). Vielleicht wollte man die MugliJiVeit 



1 Schlüssel sdisnjlcier Alisa:/ an ein Uruniislüol;. - ' Kopie des Kauf- 
briefs. - I In Ackerger. 49. 



haben, diese drei Sir.rsw.-n mit einem der Stadt nahen S^I:U=.{;l.- (;in 
der Lckenheitner Strasse) sperren üu können, während sonst drei 
Schläge nötig gewesen wären, von denen zwei — der an der Ecken- 
heimer und der in der Preungesheim er Strasse — sehr weit abgelegen 
haben würden. 

III. Umgcbung- 

Innere. 

I. Am eisernen Schlag, Feldnrte rechts und links der 

Dort Im das Flurbuch: Nn. 270 »Garten im bösen Lipso, «Garten 
am bösen Lips.« Auch jenseits der Landwehr hetsst das Südwestecl 
des Dicknitschlüssels »im bösen LipSP (No. 279). Spottname eines 
Besitzers.' 

1. In der fiofeckc, Feldort östlich vom Knoblauchshof 
/wischen diesem und der Landwehr. 

2. Am Steg,' Fcldurt ebenda zwischen liclictihciiucr Strasse 
und Landwehr. 

Der Hirschgarten, durch die Eckenheimer Strasse von 
der Zwerchlandwchr getrennt, = Flurb. No. 40. Der ihn Hingebende 
Graben war bis vor kurzem noch erhalten. 

4. Die kleine Hundsweide, südlich an den Hirschgarien 
grenzend, — Flurb. No. 39. 

5. Die Klöppel wiese, auch Klippelwicse, /wischen Klippel- 
brünncheu und Zcissellandwehr, von letzterer getrennt durch den 
Verbindungsweg (•<!.'.)- Auf der Gcleitskarie 1572 ist sie mit einer 
stattlichen Hecke umgeben. 

IV. Beschaffenheit. 

Die Dicbsgrundlandwehr haue ursprünglich einen Graben. 
Noch 1442 sollte, wie wir sahen, Voys von der Wimcrb.ich den 
Graben, nicht die Gräben hinter dem Ktioblauchshof auf werfen 
lassen. Später, vielleicht seit 1476p) bestanden zwei Gräben. 1568 
macht der Grabenmtister mit seinen. ') Knechten »Gräben bei der 
Marbach am Knoblauchshof«," d. Ii. /wischen dem Hof und der 
Eschersheimer Strasse. Westlich vom Knoblauchshcf scheint der 
innert, östlich der äussere Guben der junget e /u sein. Hude Gräben 

■ S. unten S. 7;, 5. — ■ Rb. I >S6 bei Bart. I, 117. 



Digilized by Google 



«wischen Jen beiden Strassen sah noch Oberförster Vogel [786.' 
Von Stein 15N der I::., Itershemiei' Sira-se bis 175 cimMcEi vom Hof 
waren sie »sehr lief und die Dist.ut/en |der Ränder rl /.ieuilieh weit«. 
Der damals als Austräger beibehaltene äussere Gruben' von 167 
am westlichen Bunden weg bis ijS ist jetzt stlir .schmal, aber immer 
noch sehr tief. 

Der Rest der Nordostland wehr blieb stels cingrabig, wie auch 
alle noch folgenden Ah.si.hnuie der Landwehr um die Stade. Bei der 
Zw-erchl.indwehr ist ein /weitet Graben nicht bc;:ci:;;t und bei ihrer 

es 1779, 1 sie habe »einen schmalen Graben« und 178s, 4 sie habe 



Heckent. Der Graben, der im Flurbuch den Zeiss 
der ehemalige Landwehr;; raben. lir lauft am äusst 



bis 5" 4 -8", Hauptstück zwischen Stein , 7J und 177: ff o" bis 6V 2, 
— Zwerchlandwehr'vom Hofweg zur Stalburgsöde: 2° j' 1" bis fc." :'<.>"; 
der Rest nicht bekam)!. — Die Zeisscllandwchr mass an der hetcu- 
heimer Strasse i'G'o", 1 " welches Mass sie ungefähr bcibeliaken haben 
dürfte. — Von der Breite der Dick rsst Li rui weil r ist nichts bekannt. 



' Bericht toto in. Nov. - ' Acfccrg». Protei., v. 11. Oer. [786. - ' Ber. von 
l ».L-rlorniT V<i (! d, i.,. Ott. - • Akt. Aitcreer. Ii. Juni. - - * ]!,»!.■ In, !: , : ,:e 

,lc. ^Usc-Iljii.lv.dir .1.1:1 ihre: fWilijjurig. V s. ehirlinch, ivo antl, Spuren 

Je: ritiri-iiiiliii IjuicüJci] AhsJinitü. - « tki der Mm-lhiiJii-fji: Staun .weh ein 
Teil itt-s Cr.il'ru. von, K)i[i|*'ll-rii:i:icli.-:i .11:. \V. n s<iT schuh haben. - ' Masse nicii 
Dunau Riss von 17««. — » Uglb. A. uS No. r, 1784. 



- j8 - 

V. Beglcitwcgc. 

Äussere. 

Dieh.sgnuidlandwehr West : nichts bekannt. Dicbsgrundland- 
wehr Ost: in der eingrabigen Zeil der Hofweg (2}). Durch die 
Anlage des zweiten äusseren Grabens kam dieser Weg mitten in die 
Landwehr zu liegen. Diesen Zustand geben mit zweifelloser Deut- 
lichkeit -wieder die Geleitskarte von 1572, Bunsen und das Flurbuch. 
Gr. R. legt, gewiss nicht richtig, den Weg ausserhalb der Landwehr. 

- Zwcrchlandwehr: Eckenheimer Strasse. — Zeisellandwehr West: 
Verbindungsweg {26a); Nord: nichts bekannt; Ost: Vilbel er Sirasse. 

— Dicknitlandwchr ; am lernen Teil des Abschnitts Bornheimer 
Fussweg (29) von seinem Steg bei Grenzstein 91 (= jeuige öst- 
liche Mcrianstrasse). 



Diebsgrundlandwchr West: ein Weg von der F.scbershcimer 
Strasse zum Knoblauchs weg (22)? Ein solcher könnte gemeint sein 
auf M. I, t, doch ist die Darstellung sehr ungenau. - Zwcrchland- 
wehr bis zum Hirschgarten: nichts bekannt; vom Hirschgarten bis 
zum Südende: Knoblauchsweg (22), deutlich auf der Geleitskane; im 

folgen. - Zeissellandwchr West und Nord: nichts bekannt; Ost: 
Zcissclweg oder »Fahrweg im Zcisse],« der südlich in die Vilbeler 
Strasse mündet. Wenn dieser Weg im Flurbuch dem Graben 
unmittelbar anliegt, so scheint er später auf Kosten der abgeschafften 
Landwehr nach Osten verdrückt worden zu sein. — Dicknitlandwchr: 
nichts bekannt. 

VI. Wegenetz. 

1. Der Abgang des östlichen Wcllcrpfadcs (damals noch Fahr- 

Jer Landwehr gelugi, sodass crsicre ein Knie erhielt. Der alle Zug 
■icst.md als l-'ussweg weiter,' 

2. War der Schlag der Vilheler Strasse geschlossen, so konnte 
man durch den der Ecken heim er Strasse in die Vilheler Schneen, 
auf dem schon erwähnten Verbindungsweg (26 a), dessen erster 
Abschnitt mit dem verlegten östlichen Welicrpfad bis zu Jessen 



DigitizGd by Google 



Knie zusammenfiel. Die Spaltung der Eckcnhcimcr Strasse in drei 
nach Friedberg (uhrende Strassen zeigt deutlich Gr. R,, wo aber 
kider Schlag und Landwehr fehlen. 

VII. Durchgang». 

I, Eschersheimer Strasse {17): 
Eingrabige Zeit. 

Der Graben durchziehend; (hölzerne) Brücke erwähnt als 
Eschersheim er Steg i.|o6'; Scilla;- w:ilu sciieiulidi, wie später, 
ausburhalb des Grabens. 

Zweigrabige Zeit. 
Beide Graben durchziehend. Zwei Brücken. 1573' linden wir ; 
eine längere äussere Brücke mit zwei Geländern und eine kürzere 
innere uhne Geländer. Die Bohlen beider Brücken laufen den Gräben 
parallel. Die äussere Brücke scheint fest, die innere abnehmbar 
gewesen zu sein. — 1644 zeigt ein Riss' die äussere Brücke als 
einbilde Steinbruck e mit Wangen mauern; die innere lässt er weg; 
sie ist vielleicht als abnehmbare Holzbriickc zu denken. - 1718- 
sehen wir über beide Gräben eine einzige lange Steinbrücke geführt, 
mit 2 Gewölben und Wangenmauern ; wühl aufzufassen als 2 Brücken 



Diebsweg wieder erreicht. Sollte der Platz dieses Steges etwa 
dicht neben der Brücke sein, sondern erst in dem Eck bei C 
stein 163, wo auch jetzt ein Steg liegt? — 1644 7 lag dicht 
dir Brücke über jedem Graben ein Steg, bestehend, so schei 
aus einem Balken, oder einem Bockenheimer Basalt, wie wir 
Basalte noch heute in der Umgehend zuweilen als Stege anti 
Der Schlag war vor dem 17. Jahrhundert ein einfa 
Drchschlag. Er heisst »Eschersheimer slag« LH9>und 
Slandort gleich ausserhalb der äusseren Brücke. Abgebildet : 
und 1589." Der Schlaghüter wird erwähnt 1462." 



plan von i6jj, wo der Schlag immittelbar vor der Brücke steht, mit 
Ibiscf.rift > : bisern Schlag«, aber ohne Stacheln. Der Schlag wurde 
1787 beseitigt. 4 

Sohickiale. Itl der älteren Zeit war die F.schcrsbcimer Sirasse eine Haupt - 
strassc lind ihr Schlag wahrscheinlich ein belebter Durchgangspunkt. 
Durch das Bestreben, der besseren Kontrolle wegen die Zahl der 
Sirassen v.v verringern, wurde dies anders. Schon 1 \(<i hescliloss 
man »den Ksehcrshciincr slag czuczuttin und den slaghudcr 11H die 

hudehen zu machen." Ob diese Einrichtung von Dauer war, oder 




a'.te Lnidstraßci:^ Der Schlag aber wurde .spätestens seit Anlage der 
«Chausseen auf der Vilbeler Strasse ( jetzige briedderger Landstrasse) 
verschlossen gehalten iinil nur den benachbarten Müllem der Schlüssel 
dazu gegeben. Die l-lscher.shei^ier innssicn ihre br/ctignisse, besonders 
ihr bleu, über Cinnhchn und llnclsciibciin nach Frankfurt bringen. Aber 
1779' erbaten und erhielten sie einen Schlüssel. 17S4 erfolgte die 
Anteil; e, der eiserne Schlag sei ul-rodicr., »Schlag, .Schluy. 1.1 11 1 i Steine, 
in welchen alles dies ruhen und befestigt sein .oll«, seien völlig zu 
i.miüilc gerichtet. Hierbei erfahren wir, das.. die hiesigen bin weh nei- 
den Weg »gar nicht bedürfen iu;d gebrauchen«, sondern nur die 
Eschenheimer und die Müller an der (Ursel-) Bach, von der Nied er- 
urseter, lischcrsheimcr und Isrebsuialilc. Die MiiÜcrsknechtc ver- 
gässen oft den Schlüssel und sprengten dann den Schlag »durch 
Anspannen einer Kette mit ihren Pferden« gewaltsam auf, wodurch 



■ Snlchc SchLise sind liatifi« .b-ebiklct. ■ ■ ' So licisst Cr noch Hjusilrl.. 
1608. - i lifl linde sie liierst ift.i in Harb. LH, I), No. Jü'fc 7, - * Fielt. 
H-Uhr. ]J. 1=. 12 Rückseite. - ' Bgmb. 1463, F. 9. - t Li. in detil umsi i »iige. 
,v ; :u:c.i Scliriitslück. — 1 1. II Umbg. 1566 und 1621. — " All dies aas caicni 
Schreiben des Amtmanns Uscntr in Bergen Jti Amtmjun Luiher *u Frankfurt 
vom II. Sept. 1771) in Uglb. 40 No. II. 



DigitizGd by Google 



den Schlüssel mitgegeben halte 
rr Eschersheim von dem dortigen 





dem Muster der vorhandene 


i Warten. Sie 




Strasse stehen, wo jetzt der Gr 


ünhof ist. Den 


ebst Koste 


DsnschUß bewahrt das Archiv.' 


Doch kam der 




,lirun K . 




ein Neb. 


Anschlag kommt an der lischt 


rslitinicr Strasse 


• soll Olli 


:r pebensbg am Eschersheimer 


slago gemacht 




r sonst unbekannte Schlag den 


inneren Bcglcit- 






■47fi errichteten 




n der Warte bildet die Geleitskat 
den nach Westen ziehenden inn 


te einen solchen 
eren Bcgleitwcg 



Digitizcd by Google 



durch des Clobelauchs huff geen, wand |- da ja| die auch von alder 
dardurch im gegangen hau«. Die niclisten gemeinen Wege waren 
die Eschenheimer und Eckenheimer Strasse, der Hofweg dagegen und 
der südliche Bundenweg dienten also von jeher nur dem Verkehr 
des Hofes. Auf die beiden letzteren Wege bezieht sich die Bestimmung 
des Reverses; "es solle auch keym Ußmann oder lidclluden oder 
geistlichen luden olfenunge [Einlass] gegeben werden«. 1435 wurde 
»dem uff dein Knoblauchsharle [damals Foyss von der Winierhich | 
noch tinmal besonders anbefohlen, »nymands dorch zu lassen Jan 
die dienet [des Rates], iß wurde yn dan befollieno. ' 

Von Brücken an de;i neiden EiiieaiLiicn der ilofwehr, sowie 
von der An ihres Verschlusses ist nichts bekannt. 
; 8 Warte. Der Knoblauehshof diente auch als Warte. In dieser Ver- 

wendung erscheint er oft neben anderen Warten und wichtigen 
I.ai]ü'.ve':irdL]L-:lig.'Li!:;eii. wie der Warte zu Riede™, dem Mehlas bei 
Niedenau in der Rödelheimcr Strasse (14) u.s.w. 1 

Die Warte war, wie vor 1396, so aucli nachher, der steinerne 



oder Schlaf: in der Hofwehr?)». ' 1399 »Usst der Rat viel aufKnob- 
l.mchshol' machen, wie auch zuvor, auch ein wart darauf setucn».' 
Ausgestattet war diese Warte wie die übrigen. Ein Horn wird 
IJ97,' eine Scheibe zum Aufzug eines Korbes 1461» erwähnt. 

Auf der Warte wird »gehütet» 1427 öfter, 5 1440; »die Warte 
oder wacht bestellt" 1428," 1450." Im Jahre 1440 erhielten der 
iüiüjl.L-.iclidiol' und der »lTidl-erei.:- iluiini. |aoi iin.le der Altgasse] 
je einen Wächter, und spater wurde beschlossen »die Wart von 
dem Fridberger torn "ff den Knoblauchshof tun.« 11 

Vom Wariniann bestimmen alle Reverse, dass der Hat »itzuod 



' ibid. 1435 F. ». - 'Z.B. R1..1J96, K„V. M.XVa, f9 l; Rb. 1401, F. 19; 
HO] bei Kgk. a. a. O. 38t). — I Rb. iju* bei Halt. ], 146. - ' ibid. u. Bumb, 
1)1)6 Sab. I. Lau. bei Kjt M. XII, IS4. — 1 Rb. I|97. ^. Juli. — ( thron, lila. 
104. Es handelt sich wohl um Neubau njer UejuMinr Ji-r alteren Warte. — 
! Rb. F. ty. — s ibid. Sab. .1. Kilian. = 7, Juli. — ' Rb. 1.117. — » Hgmb. 

1410 F. 10. - ■' Hgmb. 1418 lere a. Oculi. — " Bgmb. 1450, F. 19b. - ibid. 



Digiiized bjr Google 



der Clobclauchs lioff, als der itzund gebuwet ist oder hiernach 
s cbuwei oder gemacht wirdet, einen Warrhmann uff der Warthe 
oben Ufte- haben« darf, den er nach Belieben »abetun und wider 
bestellen« kann. Er soll in einer Kammer oder sonst unter dem 
Dache wohnen, aber dem Hofbesitzer, der ihm erlauben muss, an 
seinem Feuer zu kochen, keinen Schaden thun. Wie Lohausen mit 
Recht annimmt, hatte der Wartmann ausser dem Weg durch den 
Haf besonders die Esc hers heimer und Eckcnheimcr Strasse im Auge 
zu behalten. 

Der Umstand, dass der Wartinann nicht ständig war, zeigt, dass 
iler Knoblauchshor die volle Dignität der anderen Warten doch nicht 
besass. Unter Umstanden scheint ihn, wie wir oben sahen, der Turm 
der alten Friedberger Pforte bis zu einem gewissen Grade ersetzt 
haben zu können. 

3. Knoblauchs weg (22). Cohausen' erwähnt beim Knob- 
lauchshof einen Schlag und einen Steg (eine Brücke?), die beide 
vom Rate unterhalten wurden. Ich glaube, beide am Nordende des 
Knobhuchswegs suchen au müssen. Dann zog in der eingrabigen 
Zeit der (.später innere) Landwehrgraben durch den Knoblauchs weg. 
Derselbe Schlag scheint gemeint in einer Nachricht von 1400 über 
ein CruriJsiiiL-k beim Kuoi'l.uichnhof »an dem slage newen der 
langwcr«.' Nach Anlage de:; äusseren Grabens scheint Schlag und 
Steg (Brücke?) als eiubchilich loKgchllcii mi -ein. Die Gclcilsl;.i|-lc 
hat sie nicht; der innere Graben scheint am Knoblauchsweg aus- 
zusetzen. Doch hat sie hier noch eine Ruhebank westlich neben 
dem Knoblauchsweg, die aber (ans Ungeschick! 1 ) 411er über den Hof- 
weg gezeichnet ist. 

4. Hofweg-Ost (2;). Ist der äussere Graben, wie wir an- 
nahmen, der jüngere, so kann erst nach diesen Anlage diu O-tcude 
des Hofwegs ein Durchgang gewesen sein, üb der Süssere Graben 
über den Hofweg in den stets einfachen Graben der Zwerchland- 
wchr zog, ist unbekannt. Die Celeitskarte hat dort einen Schlag, 
aber keine Brücke. Eine Kuhe'naiili /nehma d.u l-'iur buch südlich 
vi. if. Scilla« an der WeMseitc .l.ir Kckcnlicimcr Strasse, wo noch 
heute eine solche aus rotem Sandstein steht. 

5. Durchgang bei Stein 177. Die Ecke zwischen der 
Dieii'iii-Lindl.iiHKvelir 11ml der 1 \~t: .1111 Kckcnlicimcr Weg errichteten 

1 Weilet unten Hos« es »ult dem Imsc.. -- ' Cohiustn, j. a. O. 46. - 



Dipzed by Google 



_ < 4 - 

heissi noch jcttt «Am Sieg». 1 Es wird also hier ein Seeg aus 
dem Hofweg über Jun Auszugraben der Diebsgnnullandwelir u.icli 
Korden gefÖhrt haben, vielleicht über erst nach Errichtung der 
Landwehr von 1476, 

6. Wegekreuz beim II irschgar teil. Heim Nor den Je des 
I lirschgartens zweigt sich von der Eckenlieimcr Strasse (istlich die 

der Landwehr abbiegende Knnbla-icbwcg ab. /:» Verbindung 
üwi sehen Kckenhehucv Strafe und Kuohlau,lisv.eg li.nu- der Graben 
der hier besonders .du:] 1 :lI i.:! X« erchlaiulwt.hr einen Steg für bus;.- 
gänger, den die Gelcitskarte angibt. 

7. Ecken heimer (oder Preungesheimer) Sirasse und 
östlicher WeUerpfad. 

Älterer Zustand. 

Der Graben zog sowohl durch die 1 ick eu Ii eimer Strasse, von 
der sich erst weiter uordlid' jie rrjungesheimir Strasse abzweigte, 
als auch durch den östlichen VvYllcrplad. Seine Siehe muss der 
westlichen Verlängerung der Zeisellandwehr entsprochen haben. Die 
Ccteitskarte zeichnet hier eine Bohlenbrückc, ob mit Geländer, 
ist wegen des vor ihr stellenden Schlages niclu erkennbar. Einen 
Steg hat sie östlich der Brücke Im Wellerpfade. 

Der Schlag hcisst: »sUg gen Brüngtßheim« 1451," 14)4;' 
»Selilag an der Eckeiihcinier Strasse» 1489.* Er stellt auf der Gc- 
leitskarte innerhalb des Grabens. 

Den Schlaghilter et wohnen folgende Nachrichten : 143t 
schenkte man »4 ß Rudolff dem einen slage Knecht an Born- 
heimersirasse |(;| für evu jili.ir scliue von dem slagc gen Urüngili- 
heim ix» von evin ganc/eu j.ire ulf und ezu ckli tun«.' Der Kneelu 
scheint kurz vorher vom locken heimer an den üoruhciinei- Sclil.ii: 
versetzt worden zu sein. Auch 1434 erhielt ein »Knecht« Geld für 
ein Paar Schuhe »den slag gen Brüngißtieini uff und GMCzllsließen.a s 

Eine Ruheliank innerhalb der Landwehr, parallel derselben, 
östlich an der Eckenheimer Strasse hat die Geleitskarte. 

Spaterer Zustand. 

Wahrend sich seit Anlage der /tissclLmd'.vdir lickeubcimer 
Strasse und östlicher Wellerpftd erst ausserhalb der Landwehr 
schieden, wollte man seit dem 17. Jahrhundert jeden von beiden 



> KlUstErblRe 18*7. — ■ Hb. I F. )B. — 1 ibid. 14|4 F. 41b. - I Chron. 
IH b. 1 = '. - *='. 



□igitized by Google 



Wegen besonders sperren. Hierzu verlegte man den durch die 
Etkenheimef Sirasse ziehenden Graben nach Norden bis jenseits des 
Abgangs des Wellerpfades, fühne ihn durch letzteren und liess ihn 
im rechten Winkel auf den Graben der Zwerchlandwehr stossen. 

Jeder Weg erhielt nun eine hölzerne Brücke. Beide 
Brücken gibt ein Kiss von 1786," der sie als nun brauchbar« bezeichnet. 
Die Brücke am sog. ußreiten Wega (21) wird auch sonst 17S6 
erwähnt." 

Innerhalb jeder Brücke stand ein Schlag. Audi die beiden 
Sehlde werden 17SC abgebildet und als »zerbrochen« bezeichnet. > 
D;c ^riil.igt ohne die Brücken hat auch ein Riss von 1G90.* Den 
Anschluss der Schlage an einander und an die Landwehr scheinen 
Planken vermittelt zu haben. 

8. Vilbeler Strasse (27), 

Älterer Zustand. 

Der Landwchrgrabcu zog jus der /eisscl- in die D ick nitland wehr 
über die Strasse, südlich vom Abgang der Hornheiiner Landstraße (jl), 
wo M. I, ! die Lindwehr hinsetzt. Wieweit südlich, lägst sich nicht 
genauer lest stellen. 

Eine gelanderlose BohlenbrQcke hat die Geleitskarte. 

Der Schlag heisst -'slag an YeKvilcr Strassen« 1337* [401,* 
1 |Oj, 7 1427." Er fehlt auf Geleitskarle ; M. I, 1 setzt ihn auf die 
äussere Landwehrgrenze, er stand also wohl ausserhalb des Grabens. 
Der aPorthener«, der den Schlag »uff und zuzuschltessen™ hatte, 
wird 1401' und 140}'° erwähnt. — Knechte hüten am Schlag [397. " 

Einen llciligenstock ausserhalb der Landwehr östlich vom 
Schlag hat die Geleitskarle. 

Späterer Zustand. 

Auch hier wurde spater jeder Weg besonders gesperrt. Der 
die Vilbeler Strasse durchziehende Graben ruckte deshalb nördlich 
bis über den Abgang der Bornheimer Landstrasse hinaus und zog 
dann durch diese in Jen Graben der Diel; milamUvelir. Wu der Graben 
spater durch die Vilbcler Strasse zog, steht durch Darstellungen genau 
fest, nicht so sein Anschluss an die beiderseitigen L.uulwclirgKil'en. 
Die Veränderung niuss eingetreten sein nach 1678, wo nach M. I, 1 



tute Senric. — I Rb. 1397, F, JS. — * Kb ijui, F. So. — J ibid. MO), F. «■! I". — 
' ibid. 14 i7 f. J4. -»■<.-» = I. _» = K 



sich beide Strassen noch ausserhalb der Landwehr trennen und vor 

1G9O, 1 wo der Schlag der Vilbeler Strasse schon an der neuen 

Stelle sieht. (Dur andere Schlag fehlt.) 

Die Brücke in der Vilbeler Strasse wird im XVIII. Jahrhundert 
erwähnt als »Brückclgcn der Friedberger Landstrasse« " und im Flnrb. 
4 Ruten nördlich am Nordrande der Bornheimer Landstrasse ge- 
zeichnet die in der Bornheimer Landstrassc gibt der oben erwähnte 



gestellt, den der Vilbeler Strasse allein erwähnt als »Schlag in der 
Friedberger Landstrassc« im XVIII. Jahrhundert,' dargestellt auf der 
Brunnenbarte von 1690. Der der Bornheimer Landstrasse wird 
nirgends dargestellt und nirgends mit voller Deutlichkeit erwähnt. 
Ich vermute aber, er hicss »Bällschlaga, da Bansen in einem 
Risse von 1785' die Bornheimer Landstrasse als »Weg nach dem Bäll- 
schlag. bezeichnet. Westlich neben dem Schlag der Vilbeler Strasse 
wurde die übermässige Strassenbreite durch eine Planke gesperrt, 

9. Bornheimer Fuss weg (29): Steg auf Gclcitsfcartc und 
im Flurbuch. 

Die Buchwaldlandwehr. 

I. Begriff. 

Die Buchwaldlandwehr, wie ich den nächsten Abschnitt 
der »Landwehr um die Stadt« nenne, [<>li;t ab. :eme (Jrcn/.hnJv.viii- 
der Bornheimer Grenze von Stein 31 bis 40. Sie «Messt /wischen 
Stein 3] und der »AJuclie« neben der Heiner Strasse (;N) einen 
Teil do osthclien r-r,'.c!ihcieii (icl.iude., zwischen jener und dem S.iiid- 
w i\l: (52) lIi-m Teil des Riedel hergi, der nördlich vom Siimkves; lie!;l, 
gegen den Bornheimer Bucliwald ab. Sic heisst: »hm wer vor Born- 
heimer hichwatdc« i.jt)'); 1 »l.mtwer für dem Üornlieimer waldc« 

im Gegensatz m der 1476 gebauten neuen Bornheimer Landwehr!' 

Die Buchwaldlandwehr scheint die' Grenze vorauszuseUen. Sie 
ljuh, ihr entsprechend, zuerst zwischen Stein ;] und ; | vnu Nordwest 

' BruDnenlurre. - ' Uglb. 11. No 1 (1751?! - ! ^'. - ' H- 68. - 

1 Runib. 1409 F. 4- — 1 Bgmb. 1459, F. 67b u. Hab. ' Bgmb. 1461. - 

« Insiizb. Tain. XI, 151,7, F. 10. — ' lettre zn B niWIicli und »ulicli um die 
IS.'i nli.im^r Termincy. 



Digitized by Google 



nach Südost; dann bis Stein 59 von Südwest nach Nordost; endlich 
bis Stein 40 wieder von Nordwest nach Südost, nachdem sie gerade 
noch den Sandweg überschritten hat. Üb sie gerade hier geendet, 
uJer noch ein Stück auf der Grenze weiter gezogen ist, etwa bis 
zur nächsten Biegung der k-t/teitu, i.tsst sich aus Mangel an Nach- 



III. Umgebung. 

Im Frasskeller.' So heisst der ganze Abschnitt des Rieder- 
bergs nördlich vom Sandweg. Spätere Form auch »im Frost- 
keller.«' Der Weg vom Baumweg nach dem Landwehreck bei 
Stein i.| lieiä;,; -Siumppwcg im br.iss^ellei'i I jK;. 1 »brasskcLtrpf.kl' 
1788;' im Flurbuch uGässchen im Frostkeller«, > jetzt »Musik.uittn- 
weg.u Er trennt die I-'eldorte »im Frasskeller unten,« zwischen 
Stein 33 und J4, und im Frasskeller oben von Stein 54 bis 40. Im 
eisteren lagen 1487 »Keyserhenne's« Güter;' vom letzteren wird S. 69 
unter »Wartee zu handeln .sein. 

Äussere. 

Der Bornheimcr Wald oder der Bachwald. Fr reichte 
bis 1522 au die l'iaiikliiirer Grenze zwischen Stein Ii und 40. Im 
Zusammenhang mit der Landwehr fanden wir ihn genannt 1409 und 
1459. Schon vor der Erwerbung Hornhcims 1475 durften die Frank- 
furter Bürger in ihm spazieren gehen' und 14S8 wurden »die jungen 
burger« verwarnt, »sich ires weidwergs und spatzierense daselbst 
»zu maißen« [massigen]. * Seit 1522 begangen die Rodungen, durch 
welche der Wald nach und nach in die Bornhcimer Weide oder 
Heide verwandelt wurde.'' t;y; lag ein Wingert »vorm Wald an der 
Born heiii> er waid t . . . stosst unden uf die alt landige wehr;« ,0 
und 1609 ein Garten an der »Bornheimer Heide, oben uf die 

IV. Be.ehuffeol.eit. 

Die Buch Wildtand wehr hatte nur einen Graben. Erhalten hat 
er sich bis ins ]>j. Jahrhundert zwischen Stein ji und 34. " Ein 
nasser Graben hot.md vmi Stein ;i bis 5 1 und vielleicht eine Streike 
darüber hinaus. 



' Wtgerera.v. 1-187. — * Warb. — !=•'. — ' GrenibeBcbtigung v. 1768 — 
I Fliirb. — ' = — ' Bgmb. 1461, F. 95b. — • ibiJ. 14KB, F. 40. - ' Kirchner, 
Gesch. Jtr Sudt Fr. 1807, 1, 47g. - 10 [niaub. Tom. XI, 1597, f. 10. - " ibid. 
Tom. XV, .605, F. 94b. - '■ Vgl. 1. B. Ulrich, geom. Crundr. 1819. 



glduvq; iii iinliek.iiiui, d:>d; Linn etwa von 
ergei Strasse (28) dicht neben der Landwehr 



w. 



VI. Wegenetz. 

.sskellcr^issdiLTj ursprun^licii -111 Zusjang zur Berger 
es durch die Landwehr geschlossen. Die Berger 



e (Si): : 



2. Sandweg (32). 

Der durchziehende Graben harte ursprünglich eine 
hölzerne Brücke, Diese war i.]?; mir.v, 'i/ulinidieiin worden. 
Vier »gesellen« pfändeten die Frevler, wofür sie 8 Schillinge er- 
hielten. Hierauf bezahlte man »3 ß. 2 h. opperkn echten 3 Mglon zu 
1; h. täglich eine brücke by bornheimer slage zu machen.« 1 
Erwähnt wird die Brücke auch im Wege Verzeichnis von 1487. Später 
war dort eine Stein brücke mit Wunden nunern, dargestellt 17S3. : 
Im Flurbuch ist sie als «Bornheimer ßrückchen« verzeichnet. 



' Hcp. 437 u. Flurb. — ' Uglb. B. 56. Eb. — ' Bemb. T4J9. — * Bunib. 
H17, F. 1] n, s;. — ' Uglb. D. 84, No. B8. 



- 6 9 - 

Der Schlag hiess: »slag by Bornlieimer waldc« 1396;' »der d« ssi.iag. 
nuwc slag vor Bornlieimer holtz« 1398;' »slag vor dem Buchwalde« 
1401,' 1.103,* MIC 1 1«';' oburnheimer slaga 1399,' 1427.* '487;* 
tArnsbofgei Schlaga lyB;'" nach dein nahen Fcldgut »auf dem 
Arnshi^ifjT« :n üornheimer Termmey. — Bekannt ist der Schlag 
seit 1596; er ist also mn der Landwehr entständen Abgc'.':'.det ai:f 
Gr. R. als einfacher Drebschlag. Ob er inner- oder ausserhalb ile> 
(,ra?cns star'.c. ist unbekannt *j.:ir*<>l::i ii-r den . T 0 r t n c :i «in! 
erwähn: 1401," 1403," M40 '' Er hat den Schhg fulf und czu czu- 
sließeo, '■ hm Knecht huret an ihm 1 *' 1 J97 '* — F.ine Ruhe - 
b.ink innerhalb der Brücke südlich aui Wcye zwischen der Brücke 
und d™ beiden Wegsteinen No. 9, gibt das Flurbuch. Sie soll noch 
in den 60er Jahren des 19, Jahrhunderts bestanden haben.'' 

Von einer Warte beim Bornlieimer Schlage fehlt während K«In*Waiit. 
der ganzen Landwehrzeit, jede Spur. Dennoch sagt Battonn: »die 
Hi.nihcimcr Warte stand auf dem Bomheimcrwcg am Ende der 
Weingärten.« " Der dortige Platz bei den Grenzsteinen 39 und 40 
wäre sehr passend gewesen, doch sind Batlonns Beweise hinfällig. 
Denn die von Lcrsncr"' zu 1504 erwähnte «Bornlieimer Warte« ist 
die häufig so bezeichnete Friedberger und der »stock gein Burn- 
heim,o bei welchem 1350 [Maurer-] «meist er Ort« 20 S verdiente, "° 
kann auch ein anderer wehrhafter Bau sein, vielleicht die 1405 ge- 
schlossene iSorrilieimer Pforte der Mauer von 1 j 3 3 . 11 

Immerhin könnte schon vor der Landwehrzeit am erwähnten 
Platze ein steinernes Gebäude gestanden haben. 1356 kommt vor ein 
Stück »an burnheimer wege es opposito burnheimer buchholtze in 
den steynen murena;" ferner »der aide wingart seu murer« 
und eine »vinea dieta uf der rnnren;** 1 1390 ebenfalls eine »vinea« 
daselbst.» Diese Angaben beziehen sich offenbar auf die gleiche 
Onlidikeit, die am Sand weg zu suchen ist und vielleicht gerade bei 
den Steinen J9 und 40 lag. Auch das Heb. Hdschr. JJ., F. 23b 



' Brnnb. t i9 6, e. 40. - ■ Hb. IJOS, F. 48b. - 1 Rh. 14m, bei K K k. M. II, 
J41. - ' ibid, 140}, bei Kgfc. M. I, 1S9. — 1 Hb. 1440, 1 ; . 44b. — < Chron. 
Hl j, 48. - ! Hb. i(99, F.4H. - ' Bemb.1437, F.iiu.lJ. - »L'glb.fl. ;6,Eb.- 
» AckcrRcr. N0.492. — " Hb. 14m, bei K E k. M.II, 341. - ibid. 140;, bei Kfl. 
M. 1,189. - '' Rb - '4*0, F. 44b, — ■* ibid. — 'i Rb. 1398, F. |Sb. — Rb. 1399, 
F. 48. — T Angabe eines Rnnilicimcn 1S99. - '«I, 149. - 'f III, 4:1. — 
" Rb. ij[o, bei Hart. a. a. O. — " Hornel, 31 setzt die IMfjlicK- .m .Iii- 

S:ns« 1 wischen lirirnlieini und Seckhuii. lldrl kiwHe ini.'ii-l.'ii. eine Warle der 
Ludwelu von 1476 gediclii werden. — " Fleh. Hdsclir. ]]., F. 24. — 1 ibid. 
F. 17. - " ibid. 




Digiiized bjr Google 



trnjliii;.: S: 11^ l. dünn ■ ^ -, i V. • vi - dt ■ ■■ • . -. ■ i ji . 
nt^t jjc:i Bin'.. le rn, dictum eh. Uillcx .wk' muss bierhci gehören 
Wenn 14^11 bevchlossir. wird, »liic siege uff der B:irnlitii;iu 
Immer u;ddcr su\ leger, wo Sit ver ircltfiti :i.ir.»,' so kjir aii.M- 
Jtr.i Sieg ir. de: Hire.tr Strasse ai.ci die Holzbruckt im Sir.iiu.ej! 
j;cn!tint <c:n, viellcidi: akr auch dtr S-cg des Homhtimcr bmswees 
in der Dickmtlandwehr, di diese sieh leicht j'> Tal dtt Buchwald' 
Landwehr Judassen lässt. 

Die Lücke. 

Vom Sandweg bis zur Hanauer Brücke, wo eine neue Land- 
wehr begann, befand sieb eine Lütke. Diese wurde rwisehen Sandweg 

und Grenzstein 69 am unteren Riederbergweg (37) erst 1476 durch 
eine Landwehr ausgefällt, deren Fortsetzung auf der Bornhetmcf 
Grenze bis zu der bereits bestehenden RicdcrfeldUndwehr zog und 
dadurch die westliche Strecke der letzteren als Schuraanlaße entbehr- 
lich machte. 

Zur Erklärung der Lücke beachte man folgende Thatsachen: 
1. der Riederbcrg war zu Zeiten des Landwehrbaues nur schwach 
gebaut; 2. er war im Osten und Süden 



Angriffen wenig! 
). er besass dort 
Sehetdswald, der 



noirlidie Seluu;:\vc:nen, 



eis^eiuimten Strecke ist sie heute noch, wie vor Jahrhunderten, 
von dichigeslellten, hohen Küstern durchsetzt, der Boden aber, auf 
dem sie wächst, durch den früheren Auswurf des versch wundem;;! 
Landwehrgrabens von 1476 wallartig erhobt. 

Auf der kurzen Strecke zwischen dem unteren Riederbergweg 



liciinev Gleim; 11111 Y\'c5(bnicli (Jjs Loch). 



Digitizcd &/ Google 



Abfluss des Pfingstborns begleitet. Don war also, bevor das Hospital- 
gut bestand und seinen Girtenzaun haue, ein Abschluss durch Graben 
und Heeke leicht herzustellen. Nachrichten darüber fehlen. 

Die den Riederberg umziehende Hecke haue bis zum Stein 69 
wahrscheinlich dieselben mibe dem enden Durchgänge wie die spätere 
Landwehr von 1476. Sie sind bei dieser zu besprechen. Ausserdem 
führte der untere Riederberg weg Jurch den zwischen Kiederherp; 
und Hanauer Drücke zu vermutenden Abschluss. Es wird wohl eine 
Ii rücke in diesem Wege über lien Aldlnss des l'iiug-ihirns gdegen 
und wahrscheinlich ein Schlag dabei gestanden haben. 

Die Riederfeldlandwehr. 

I. Begriff. 

Als Riederfeldlandwehr bezeichne ich ein System von 
Gräben, das von der Hanauer Brücke über die Uicderhöfe zum Main 
zieht. Ahe Namen bind: »l.amwer gein Riedeiim LuiS;' »htniwer 
im Riederfelde« 1448.* Sie schlicsst das Ricderfeld, die Reiher- 
wiese, das Vincenzviertel, das grosse umi kleine Rieder- 
bruch und die nächste Umgebung der Riederhöfe ab gegen 
das Hospitalgut unterm Allenberg, den Arnstädtcr Acker, 

Strecken, am Kiim'gshruch und beim Amsburger Acker am Main, 
nach liananisclier Anpassung jedoch auch an der Grenze gesell d.i., 
von Hanau prätendierte äussere Kiedcrhüfer Gelände. 

U. Verlnuf. 

Bevor wir den Verlauf der Hicdcrfclnbiidieclir betrachten, sind 
die gesclücluÜehc!i, t<i|'i>;:i anfisoeu und fiMtif.k.HLiii-.lien Verhält- 
nisse der Riederhöfe zu erörtern. 

A. Zur Geschichte der Riederhöfe. 

Die zum Teil verwickelten Fragen nach dem Ursprung der Höfe 
und ihrer Verteilung auf d;e überlieferten liesiui-r baue ich auf Grund 
des mir zugans!i,-l:en. d lijha^e der f [ei ren Dr. jung und I-. P.-.djer.i 
vermehrten Materials zu einem vurlauliyeii Abschluss gebracht, als 
Herr Padjera seine gründlichen Untersuchungen über den gleichen 
l.cgeT.Mnd in einem Vorrage veriidentüclne. dessen Lr;:ehnisse in 



1 Rt>. 1407, F, 47. — ' Bgiab. 144S, F. 57b. 



sehr erfreulicher Weise in allem Wichtigen mir den mcinigcii zu- 
sammenfielen. Da der ganze Gegenstand von uns an einem andern 
Orte ausführlich behandelt werden soll, so beschränke ich mich hier 
darauf, die t'iir die vorliegende Untersuchung wichtigen Frsielmisst 
oline nähere Begründung anzuführen. 

Während es jet^t nur 2 Riederhöie giht, Jen grossen westlich 
und den kleinen östlich der Hanauer Strasse, gab es früher 4. Auf 
jeder Seile der Strasse müssen zwei Höfe in einen zusammengeflossen 
sein. Leicht erkennt man dies beim grossen Hol", dessen nördliiihcr 
und südiklier Teil zwei ganz verschiedenartige Grundrisse (eigen. 
Beim kleinen ist die Art der Verschmelzung nicht so durchsichtig. 
Im Folgenden bezeichnen wir mit »flofln den nördlichen, mit »Hof II« 
den si'ulilcliin Teil des grossen, mit "Hof III « den westlichen, mit 
»Hof IVo den östlichen Teil des kleinen Hofes. 

Der älteste und lange Zeit einzige Hof war Hof I, der das roma- 
nische! hur und die kü peile cntliah. l'rsp'er.dici] \vnkr::cl'.einlieli könig- 
licher Meierhof, kam er seit 1 19; an verschiedene Besitzer, zuletzt an 
die Frankfurter Familie Frosch. Ein Siegfried Frosch komme vor 1331; 
Junge Frosch war Besitzer 1397-1419; Wicker Frosch bis 1426; Engel 
Frosch 14a«— 1485. Spätestens seit 1397 war auch Hof II, spätestens 
seit 1419 Hof III, spätestens seit 1488 Hof IV vorhanden. Die Um- 
fange der neu entstandenen Hofe können entweder auf völlig neue 
Anlagen, oder auf Abirenlinngeu von dem viellciju LU-.[iti'iTiglich sehr 
grossen Umfang des ersten Hofes zurückgehen. Für letzteres spricht 
der Umstand, dass die Landwehr im Jahre 1396, wo mir erst ein Hof 
bestand, einen Bezirk umschloss, der von kleinen Abrundungen abge- 
sehen, genau der Summe der Umfange der vier spateren Hofe entspricht. 

Im Jahre 14S5 verkaufte Johann Forstel seinen Hof II 
durch Vermittlung des Rates an das Hospital zum Heiligen Geist. 
Der Hof hiess fortan »des Spitals Hof«. 

Im gleichen Jahre fiel Hof 1 nach Kugel Frosch's Tode an 
Jörg von Helle, der bereits Hof III seit 1474 besass. Dieser verkaufte 
am 5. Februar 148S, ebenfalls durch Vermittlung des Hates, beide 
Höfe an das Hospital, welches später die Höfe I und II zu dem 
grossen UieJcrhol'e vereinigte. Die ersten Bestandet derselben waren 



B. Zur Topographie der Riederhüfe. 

Nach drei 1419, wie ich annehme über die Hofe I, 11 und III, 
vun den damaligen liesit/ei n ausgestellten Reversen gehörte zu jedem 
der genannten Höfe: I. »hus., d. h. das Wohnhaus; 2. ohotU, d.h. 
der Hoffleek, auf dem Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude stehn; 
3. »graben«, der den Hoffleck umgibt; 4. »umbfang«, d. h. das 
jedenfalls mit einer [lecke umgebene nächste Gelinde ausserhalb des 
Grabens. Also dieselben Bestandteile, wie beim Knoblauchshof. 

Dagegen heisst es in einem »Verzeichnis der [dem Spital ge- 
hörenden] hoiffe zu Riederun» nach 1492:' 1. »zum ersten hat [hatte] 
her Engel Frosch [+ 1485] eyen hoiff[Hofl] und eynen steynen 

stock stet mi zu banden Doctorc phetfern [alias Jorg von Helle, 

Canialer, docior, genand PfefTer| unndt herrn Gylbrechte von Holt ü- 
husen [als Bestände™] unndt ist cyn gcteilig [?] mit dem heiligenn 
geistcci [= vereinigt mit dem seit 148J dem Spital gehörenden 
Hofe III; 2- "item so hat der Spotal! eynen hoifT mit eynem steynen 
stock, mit cym garthen, dryen wyhern | nassen Gräben auf drei 
Seiten; gemeint ist Hof IUJ; ;. »item so ist noch cyn hofT u. s. w.« 
[genaue Beschreibung fehlt; es ist Huf IV]. Was [419 Haus, Umfang 
i;m! Gr:.bui hiess, Ixt.s: i.]')3 steinerner Stock, Garten und Weiher. 

Durch Zusammenfassen beider Nachrichten und Berücksichtigung 
sturerer Kiste und Juri Geländes erhallen wir von den vier Höfen 
folgendes Bild. 

a. Vor dem Erwerb durch das Hospital. 

H 0 f I : Hoffleek, wie beim alten Riedhof von unregebinissigcr 
Gestalt, die im Hurbuch im O., N. und W., jetzt nur noch im O. 
und W. zu erkennen ist, geschlossen teils durch die Gebäude, teils 
durch eine Mauer. Letzteres im O. und wahrscheinlich auch im S. 
Mitten im Hofe stand frei der steinerne Stock, das noch erhaltene 
nun, mische Haus. Sein jetzt fehlender tiM lieber Teil enthielt im Unter - 
geschoss die Kapelle, oben wahrscheinlich einen turmartigen Aufbau, 
wie ihn z. B. die Ode vor ihrem Umbau hatte. 1 Um den Hoffleek 
ein Wassergraben. Eingang und Brücke vermutlich im Süden. Den 
Umfang werden die spateren Gelandeteile »Ackere, »Drcispit/a, und 
»l-'orslergirtcheno ' gebildet haben. 

Hof II: Viereckiger HofÜcck und Graben.' üb der steinerne 

' Ansicht 



L 



- 74 - 

Stock am Rande stand, wie die andern Gebäude, ist unbekannt. 
Mauer? Eingang und Brücke wahrscheinlich im Norden. Umfang 

Uicderl-nidis, sowie uSi u Grenze mischen den Stücken »Ackere und 
■iGrasLMrtcno und der Lauf det I l.maucr S::wm' nordöstlich vom Thore 
des jetzigen grossen Hufes lassen vermuten, dass die Hanauer Strasse 
einst zwischen Hof ] und II hindurchzog, uiui erst später das ver- 
dächtigt Knie an der Ricdeio: iicke incchtc. I [err l'jdjcra hat auch auf 
einem Riss ein schmales »Hütchen« /wischen den alten Höfen I 
und II entdeckt, welches auf dem cassierten Strassenzug angelegt 

Hof III: Viereckiger Heck. Nasser Graben nur im Westen, 
Norden und Süden? (die drei Weiher!). War im Osten HoflV an- 
geleimt? Steinerner Stock am nördlichen llofratid. Hr zeigt 157; 
einen tiuinartigeii Aultvm.' Eingang und Brücke wie mich jetzt er- 
kennbar, im Norden.' 

Hof IV: Näheres nicht bekannt. Östlich an III geleimt mit 
drei Gräben? Die Umfinge von III und IV entsprechen zusammen 
dem i> Kücheng arten« und n Baum garten« des kleinen Hofes. 

b. Nach dem Erwerb durch das Hospital. 

Höfe I und IL Die Vereinigung der Höfe I und II muss 
folgende Veränderungen hervorgerufen haben: 

1. Hof 1 verlor die südliche, Hol II die nördliche U in f Heiligung. 
Die Gräben zwischen den Höfen wurden ausgefüllt. 

2. Beide Hole verloren ihre Hingänge. 

3. Der Raum zwischen den I löten win de geschlossen, im Wote.ii, 
wie es scheint durch Gebäude, im Osten dordi Anlage der noch vor- 
handenen hohen Wehrmauer. 

4. Als Eingänge erhielt der neue Elof im Westen ein Pfürt- 
chen, im Osten den noch vorhandenen stattlichen Thorbau und 
neben diesem nördlich ein s|iiizhoj;i;;cs lMiirtchen, das die Zahl 
1493 trägt. Ob der Graben vor dem Thor aussetzte oder nicht, steht 
nicht fest. Ein Riss von 1751* hat überhaupt keinen Graben mehr 
um Jen grossen Hof. 

Höfe III und IV. Der zu unbekannter Zeit aus der Ver- 
einigung von III und IV gebildete kleine Ricderhof haue einen 



' Ried. 4. — ' M. ], ij, 157; (1605). — I Du grosst Hofthor im Wcsttn 
ist ßaiii mo'derD. — * Ried. 4- 



DigitizGd B/ Google 



Hrosscn, viereckigen Hoffleck mit den Gch'uulen an den Rändern und 
ein un \V.issiTi;r:ibi'ii :ml" allen vier Stilen. Von dem nneli erli.i'.ltneu, 
nisjiriiiiglu Ii ai I In: III gehörenden s]ijtal-< TliLTweg im Norden 
führte Brückl und Wer; zur Hanauer Strasse. Dies zeigen die seit 
1751 vorhandenen Grundrisse. 

Die Anssengrenze des Gesaiiitumfjngs der vier allen Hofe zeigt 
got der Xi>s von 1712, welcher atcr die Landwehr fortlasst. ' 
C. Zur Weh(h»fiißkeil der Rieder hole. 

Wie beim Knoblauchshof, so Hess sich auch zu Riedern der 
Ki! von den Besitzern Reverse mit dem bekannten, auf die Gebiets- 
Verteidigung bezüglichen Inhalt aosstellen. Wli haben eiuen solchen 
von 1 197 von Junge Hiosch Ober Hui I und drei andere Reverse von 
i|i9 den damaligen ßeiitzern der Höfe I, II und III. 



•1 durch die Landwehr erreich: 



1 Die Landwehl am Ostbruch. 
Sic umfasst den Graben tu g von Jer Hanauer Brücke bis etwa 
Ho Ruten westlich der Rie-d erb rücke ' mit folgenden Teilstrecken: 

a. Die Landwehr am Ricdcrfcld, oder der Teil des alten 
'iFelilgr.ibcns« /.wischen Hanauer Riiiekc und lieiherviese, von Stein I 
bis to am Rande des Ricdcrfcliles. Der Graben ist noch vorhanden 
und zum Riederfelde gesteint. 

b. Die Landwehr an der Reihetwiesc. Sie zieht, diese 
Wiese im Westen und Norden e-mfassend, mitten durch das Brjch 
zur» Nord wes leck des Arnsradiei Ackers, darauf ..11 dessen West- 
rand entlang ;um Nordwesietk des grussm Ried erbrach-. Der 



' Rml I - ■ ».«et r.rtttoiui a\ Te.1 Japnlgcn, I7J0 ■!» 
• lledieniTgribcne hcjieUiml mi.l tum v.ij;;;r;iS:n his ; Ruten IKIlich tlc: Riedcr- 
brücle gerechnet wird. Uer. Jer Aekerjieii Ii iy/u in L'<;]L>. B. S.(, No. 150, S. jo. 



- ,S _ 

Graben bestand noch 1773" wurde aber 1793' zugeworfen. Auf 
einem Hisse von 1801 heissr er »au>:;eirockncrer Heehcncy Graben 
zur Reiherwiese gehörig.« 1 Sein Lauf Ist noek lieuie zu erkennen; 1 
auch stehen noch einige Grenzsteine an seinem äusseren Rande. 

Die Strecken a und b werden — vielleicht zufällig — nirgends 
als Landwehr bezeichnet Ich rechne sie aber doch dazu, weil sie 
genau wie die folgenden Strecken das städtische Gelände gegen 
Ihisjiit.-.lKiit und Arnstädrer Acker abgrenzen und nach ihrer Be- 
schaffenheit die Aufgabe einer Landwehr erfüllen. Auch ist von 
einem andern L;;naVelirl:mf ;v.iscl:en dem Nord',vesie;k des grossen 
Riederbruchs und dem Ricdcrberg, etwa quer durch das Hospitalgut, 
keine Spur in: Gebilde zu finden. Dazu kommt, dass die beiden 
Strecken von jeher auch die Grenze zwischen Gewann I und II 
bildeten. 

c. Die Landwehr am grossen Riederhruch rechts.» 
Sie lieisst »der I.andwchrgraheii« [750;* oalte Landwehr« I799' im 
Geyensatz zu der sie überflüssig machenden Zwerchgrabcnlandwehr 
von 1476;" »Zwerg Land Wehr am grossen Riede;-i'ine:i:. llihI >.ilu. 
Zwers- l..iuJ Wehr:' im l-'lurbuch. Der Name Zwcrclilandwehr k.mn 
nielit ähev sein als 1.(711 und bezeichnet eine I-uidivehr, die innerhalb 
der aussersren Linie jenes Jahres »zwercht (quer) durch da; Geljnde 
zog. Ihren westlichen Teil, am Amstädter Acker bezeichnet das 
Hnrhncli midi besonders, einmal als »Landwehr«, ein andermal als 
»Zwei;; Land Wehm, was zu beachten ist. Auch dieser Graben ver- 
schwand 179;, isr aber noch jetzt als Mulde erkennbar. 

d. Die Landwehr am grossen Riederbruch oben. 

e. Die Landwehr am grossen Riederbruch links, 
oder der Absehnin des iKöiiis^gr.ikT.sn Ins zum i : ek des kleinen 
Riederbruchs. 

f. Die Landwehr am kleinen Riederbruch, oder der 
»iwerehfjraben gein Riederna' bis etwa 80 Ruten westlich der 
Riedcrbrücke. 

Die Abschnitte d, e, f gehören 1779 zu demjenigen Teil der 
damals aufzuforstenden Landwehr, det nim Brw'h» ijetiatini wird.' 0 




Digitized by Google 



den Bezirk der Uicderhöfe mit zwei Armen, indem sie ihn als 
Landwehr vor Riedcrn in der Front und auf den Flanken, als 
Landwehr hinter Riedern im Rucken deckte. 

a. Die Landwehr vor Ricdern, so genannt 14 jo,' beginnt 
am Zwerchgrabcn geht Riedern etwa 80 Ruten westlich der Rieder- 
brücke, umzieht den Hofliczirk in einer üinff.icli ^elu-ochenen Linie 
so, dass ihre Teilstrecken West, Nordwest und Nord westlich, 
Nordost und Ost östlich der Hanauer Strasse liegen, und endet am 
Wallgraben, Ausgeschlossen werden durch sie folgende Teile des 
alten Hofbezirks; a. ein kleines Stück Land durch die Südhälfte der 
Teilstrecke West ; 1 6. eine Dreispitz von dem »Acker« durcli die 
Teilstrecke Nord; T- der grössere Teil des Forst ergärtchens ebenfalls 
durcli die Teilstrecke Nord;* eingeschlossen eine Strecke der sehr 
breiten Hanauer Strasse. Als Grund dieser gcrinlugigen Abweichungen 
von der Aussein: renne je:; nc-amten Hol'be/irks verrat sich deutlich 
das Streben nach Abrundung. 

b. Die Landwehr hinler Riedern, wie ich diesen Ab- 
sein liiedem und dem we-iliclien des W. die. iahen-, Hrstercr zieht 
vom rechten Rande Je- Biuclits -chr.'t<; zum linken, Jen er bei der 
RicJerbnicke erreicht, letzterer bleibt am linken Rande. Bei der 
Landwehr hinter Riedern ist naiiirlieli Jie Südseite die Aussei i-eite. 

j. Die Landwehr Wallgraben' besteht aus dem Wall- 
graben von der Landwehr um Ricdern bis zum Leinpfad. Sic zerfällt 
in die Teile; Wallgraben-Nord, -Nordost und -Ost. Sie heisst, 

' M. Ii u. Verwandle; aedi ein Riss In Stuck. — 1 Bgmb. Mjn. F. 78.— 
i Die- LT^iL'i sidi, wenn ni.in Itie.l. .|. 1—51 niil Ftied. I, 171? vcrjdeiclit. -- 
• Ried, 4, ijji. UfTenhar Ul liier die IjiiJwelir sruier, als das (iarrdien. Denn 
ivie hätte nun djiii komc1n.11 Unnen, naeli f-:m;iiMn|; d,i Landwehr ein Gäridieu 
quer über sie aiuele;;eii und d[e llreiipi;/ kunsJeis i.a sclulttii ■ M. 1, (, 11,75; [60 j 
lial das Cartdien erd mnci Zaun, i:!:ht aber Jie durch lieh ernle I.andv.-elir. die 
■.■ielleiclil Jamals slarlc verfallen war. Die /.lii^keit, mit der -ich da- (iä.idieu 
liiert, zjiul ^nid. .1-.. der v. .[.iTd^idi.-ii.V 1,1:1 .kveiirk n' ;;i.- r.dit ^e.leNien :l lie. 
womit audl die Überliei etum; srirnn.t. ■■• ' Natu Hurt., prellt der Wailgrjben 
.von den kleinen Rieder Hof Iiis an den Holm Sieg am Main.. 



Digitized b/ Google 



— 7 8 - 

natürlich mit Einschluss der folgen Jen Strecke, auch llieder- 
graben 1 und Landgraben. ' 

4. Die Landwehr Wallgraben mündung geht vom Lein- 
pfad zum Main. 

H, Begründung des Verlaufs der Ii i cd u r fe Id lan d w eil r. 



t ihre Bcsit innren crv.-ari'en, konnte ich nicht ermitteln, 
ischluss des äusseren liiederhöfer Geländes konnte einen 
:hcn Grund haben. Eine Landwehr auf seiner Grenze 
usgedehm, stark exponiert und umständlich zu llber- 
:sen, während die Linie de:; grossen und kleinen Kiedcr- 
les Wallgrabens zu einer Sdnit/,ii;ki!;e geradezu einlud, 



DigitizGd by Google 



- 79 — 

Grenzlinie gjh. Nach h.äiiiLiiicl-.tr Anft-siuns; ■. iiLr.pijch dksi: Grenz- 
linie Jen Verträgen von 14K1 und 1,-04. Wie jedoch der Ausdruck 
'.itmiiihslii;!]« zeigt, hat Frankfurt auch nach 1481 nicht grundsätzlich 
auf das äusseri; KieJerhufcr Gelände verzichtet. Es wurde ihm aber 
ent im Vertrage von [78J endgültig zugesprochen, l'rocesse mit 
Hl flau wegen Hoheit, Termine}', Jagd und Geleit zu Niedern waren 
beim Kammeniericht last stets anhängig. 

III. Umgebung. 

1. Das Birnenwaldchen, ein kleiner Bezirk aussen am 
vV-ill graben- Nord, noch heute als au Hallend.: Yei-;ieliiiig zu erkennen. 
Oft iLsrjjeslelll. ' 

2. Der Arnsburger Acker, aussen an der Landwehr heim 
Leinpfad. 



Auswurfsdistrikt lag auf Strecke a vermutlich, auf b, e, d nachweis- 
lich auf der Innenseite. Man sehe für b und c das Flurbuch,' füre und f 
den heutigen Zustand mit den teilweise erhaltenen Sieinen, für e und d 
beides. Auf b, c, d war der Auswurfsdisttikt verhältnismässig breit, 
auf e und f schmal. Beide Grabensciten waren mit Bäumen, besonders 
Weiden besetzt.' Der Weidenbau in der liiedetfeldlandwehr wird 
öfter erwähnt.* Die Nutzung der Baume stand auf den Strecken 
ä, e, f innen dem Ackergericht, aussen dem Hospital zu. ' 

Haupthindernis war jedenfalls das Wasser. Verstärkt wurde es 
auf den Strecken a und b durch den dem Hospitalgut gehörenden 
rechten Raudgraben des dnn schmalen Bruchs, wodurch ungefähr 
die Wirkung einer zweigrabigen Landwehr vorhanden war, ausser- 
dem durch die sumpfige Beschaffenheit der noch schmaleren West- 
spitze des Bruchs neben dem Hospitalgarten.' 



& Sinn ^Iwri^n AuwiiilMlMriNle -Jim den Baumen an das Ku-p 
ltflb.A,u3, No,88, - * Ried 17;,) gibt Jon .ein Stü;k mit Hol« bews 
Bruch, an, ein Riss des lä. Jahrh. in Mag«, ij cintn Stt. 



□igitized by Google 



- So - 
2, Di« Landwehl an Riedern. 

Dit Landfein um RieJern bestand sowohl vor als hinter den 
Hofen mmdestens aus Graben und Zaun. Es ist 1471 von Gräben 
und Zäunen die Rede, die bei Riedern zu unterhalten sind. 1 

Den Ijnd«.'t'inf raten vor Ritotm teure die Hanauer Strasse 
in eine westlkhen und einen östlichen Abscharrt. Von ersterem 
hat der jetzige Hof bestinder den damals noch übrigen östlichen Teil 
um die Mitte des 19. Jahrhunderts zuwerfen lassen. Der «.eithihc 
Abschnitt kann nur ein trockener Graben gewesen sein. Der ost- 
liehe Abschnitt besteht, wohl mit verringerter Breite, noch jetzt. 
Es aar ein nasser Graben, wie ihn noch Risse des iH. ond 19, Jahr- 
hunderts* darstellen, doch kann er nach seiner Lage nicht viel 
Wasser gehabt haben. 

Üer Li-ndwehrgrabcti hinter liicdern, der noch besteht, wir 
wegen seiner Lage im Bruch leicht in Wasser zu halten. Sein östlicher, 
dem Wallgraben angehörender Abschnitt nahm an der Vertiefung 
des letzteren r S ,-8 ieU' und ist heute noch mit seiner breiten und 
tiefen Wasserfläche ein unüberschreitbares Hinderniss. 

Der Zaun muss normaler Weise den ganzen Innenrand der 
Landwehr begleitet haben, In der weniger gefährdeten Gegend 
westlich der Hanauer Strasse dürfte er vor und hinter liiedern oft 
verfallen gewes 

Strasse, 1589' nur östlich derselben 
gedeutet. Es scheint ein Palissadenuim gewesen zu sein, wie ihn 
der Belageruu^.pbu zwischen Mai» und Guikuihof abbildet, 1 kaum 
verschieden von demjenigen, der heute noch an der Ostscite des 
Gartens des kleinen Hofes am Innenrande des alten Grabens auf 
der Stelle des alten Zaunes entlang zieht. 

Auch eine Hecke am äussern Grabenrand wird bei der Land- 
wehr vor Riedern ursprünglich vorhanden gewesen sein. Aber auch 
sie scheint man nur auf der gefährdete™ Ostscitc sorgfältiger unter- 
halten zu haben. Wir sehen sie dort 15% zwischen Hanauer Strasse 
und Wallgraben,' 1785 zwischen erstcrer und Weg Riedern- Bechen- 
heim (6o) s dargestellt. 
> ng Die Unterhaltung der Landwehr um Riedern, und zwar wahr- 
scheinlich vor und hinter den Hofen, lag ursprünglich den Hofbesitzern, 



1 Mgll. Ii, S7 , I, t 
sit? 1 1 aooa - > S. an 
7 Gr. R. — * Ri« Junp 



Digitized ö/ Google 



oft still unvollständig tiid^oriimtn Dies war z. B. 1+46 der 
hall. Die Rechenmeister sollten deshalb nach den .hurümkn zu 
Riedern senden und mit yn reden von der lantwer wegen, die yn 
mhoreu solle, die vergee.o' Ebenso 1471, wo de: K.« iKngeln 
und andern» saßt" Üess, »versorgen sie das Riden und in kommen 
mit graben und zunen niti anders, so wölk der Hai den ufsersieii 
slag abethun m Rtfem.ci ' ■ Engel« und die »andern« sind Engel 
Frosch auf Hof I (und III?), joh. Fursrer auf II und Wicker Knob- 
lauch auf IV. < 

Freilich muss es den Hofinhabern oft recht schwer geworden 
»in, die Gräben und Zäune in Stand zu halten, da die Irrungen mir 
Hanau wegen Grenze, Jagd und Geleit fast nie ruhten und vorzugs- 
weise bei Riedern angefochten wurden. Verkaufte doch 1485 Joh. 
Furster hauptsachlich deshalb seinen Hof dem Spital, weil wegen 
fortgesetzter Angriffe von aussen keine Hofleuie zu bekommen oder 
zu behalten waren. 1 



■ehr-Wallgrabei 
ht die Niederung, v 



Südost ab, worauf sie sieb bald verliert. Das Gelinde zwischen ihr 
und dem Main bildet eine hohe Räche, die nach beiden Seiten mit 
steilem liande abfällt. Vor der Nord- und Kordostseite dieser Fläche 
wurde nun in der Niederung vom Ostende des Hofbezirks an ein 
Graben gezogen - oder vielleicht eher ein schon vorhandener Graben 
in gehörigen Stand geseut. Dieser war leicht in Wasser zu halten. 
Sodann wurde von da, wo die Niederung sich r.u verlieren beginnt, 
quer über die höbe Fläche ein Graben nach dem Maine angelegt, 
der natürlich nur ein trockner sein konnte. Hecken und Bäume 
«erden dem ganzen Crabenzug, der ja durch seine vorgeschobene 
Lage besonders gefährdet war, nicht gefehlt haben. Der steile Inneu- 
rand der Strecken Wallgraben -Ost und -Nordost war wahrscheinlich 
von jeher mit (;eMrii;>;i he-wjclisun, Diesen Midieren Zustand ze!«i 
uns ein Riss von 1499—15,10.* Hier ist die Landwehr wie gewöhnlich 

' In den »Leihebriefena der IV-i;'in.l,T I 1.::ri:jh ■•-ird die Verpflichtung 
i.,r Unterhalt!] iir der Landwehr nicht »-.vilim. — ■ Bpnil). 14^6. — S Mglb. K. 
;;, I. a;- - 1 S. S. 7a, - ' Mitteilung von ßr. Jung. - ' Mglb. F.. S7, I, 7a. 



.1 Bedenken darauf! 



i' 1493 Hess 
1 besichtigen. 



. Man gab daher snäier Jas 



Digiiizcd by Google 



- Sj - 

Bewachsung braun Colonen ist und nach dem Main zu, wo der 
Graben an Tiefe zunimmt, höhet wird. Dieser Zustand der Land- 
wehr war natürlich in fortificatoriscliei- Hinsicht äusserst günstig. 

Der Erdwall hat sich bis zur Abschaltung der Landwehr erhalten. 
t;8j wird sein Abschnitt neben Wallgraben -Ost »die Landwehrhöhe« 
genannt.' Die niirL-tic-! m.i--si Unuissc Je-, i^niwalls auf der Innen- 
seile seines Grundrisses zeigen mehrere Darstellungen." 

Als man das Wasserleitungsprüjeki endgültig aufgegeben hatte 
und daher nichl mehr an der Tiefhaltung des Grabens zu arbeiten 
brauchte, besetzte man den Erdwall mit Daumen (und Gebüsch?). 
Sil zeigt ihn eine genauere Darstellung von 1751.' Anspruchslosere 
Darstellungen der Landwehr lassen den Rrdwall fort und bezeichnen 
erstcre mehr oder minder schematis-ch ah Graben mit Bäumen oder 
Hecken auf beiden Seiten.* 

Von Wall graben -Nord sah ich noch in den 70er Jahren die Joiiijsr 
Mulde ziemlich tief und weithin mit teilweise versumpfendem Wasser Zustand, 
gefüllt. Jetzt geht sie ihrer volligen Ausfüllung entgegen. Den 
Niirdnstgraben verrät noch eine ganz deutliche Hinsenkung, den 
Ostgraben nur noch eine meist flache Mulde. Diese zeigt oberhalb 
des Leinpfads- noch jetzt eine besonder:, liefe Stell;-, genau wie auf 
einer Darstellung von 1 798. 1 Die Strecke unmittelbar am Leinpfad 
aber hat man, offenbar um des Hochwassers willen, bei der Ausfüllung 
sofort der Umgebung völlig gleich gemacht. 

4. Die Landwehr-Wallgrabenmündung. 
Die Ausmüiidiir'.:; lies I.smlweiii-jjrak-ii;. nahmen wir oben für Graben, 
die Zeit vor 1 5 5 IS wegen des Landen Steges schon aK ziemlich breit 
an; nach Ijj8 muss sie bei Jer sehr liefen Ausschachtung des 
Grabens erst recht breit gewesen sein ; jedenfalls so breit, dass auf 
ihr ein Mainschiff liegen konnte. Denn 1579 versetzt einer ein 
»Lege Lastschiff bei der Guten Leute hoff off dem Diubenfnntii, 
ein zweites soff dem Snltrfurth« und ein drittes »im Hiedergrabcn 
ober dem Plank ho.* 



nunn 17S5 in Aclicrger. C. - ■ M. I], i;o von Thomas 17^. 
VII, I j73, F. 150b. »Lege LaiJlschilT. = Schilf luni Ziehen fl 
... ei:icni he^i:iiinl'.-i zVe;!. .iv.r.J-.vi: lejlg^legr ist? 



Digitizod by Google 



- 84 - 

Ausserdem war dieser Landwehrabschnitt, gleich dem ent- 
sprechen dt ts [vim (hi;lemln>\ durch IM j ii k eil und I 1 fahle geschütäi. 
Planten. Auf Planken an der WillgribenmÜndung bezieht sich sicher 

die Nachricht von 1444, man solle »die lantwer by guden luden 
und cku liyJern im Main beblanckcu und vermachen hissen«' 
und der soeben erwähnte Ausdruck »im Kiedtirnraben ober dem 
i'hmklie. ; vielleicht auch die Notiz von [408, dass 4 Schilling gezahlt 
wurden von »Blechen und Isen an dieblancken in die Lantwer 
iu machen,«' «eil kurz vorher die Rede war von Pfählen, die an 
der liiedcrfeldlandwehr gestossen wurden, und wahrscheinlich die 
von 1438 neyn tag die plancken czu luren gein Riedern czu den 
[sie] lantgcwcrde mir eyn [sie] nacheiv ' weil man die Planken tu 
Wasser transportierte. Nach der Chronik wurde \ \ »ein Plancken W> 
liiedem gemacht ui" die Landwehr.«* Die Stcllimi; dieser l'lanku: 
war, wie der Ausdruck»im Riedergrabcn ober dem PUnkhi beweis!, 
innerhalb des Grabens, 
rrälil«. Pfahl e erwähnen loi;;rnde Nachrichten: 1408 werden «Knechten 

bezahlt, um upliele an der lantwer gein Hiedem zustossen«,' und 
1415 erscheint eine Zahlung «von [ tag am linpade by Ricdern 

dein Mevue und dem Ii ied ergraben f zwischen Main und Leinpfad j un.l 
by dem Mcyne [=-■ im Wasser?) die fürte [den Durchgang] zu beslagcn.u 7 
Die Masse der Abschnitte Wj11;;i abei; ur.d WaüinjbcnnuiiuhiitL: 
rindet man im Flurbuch. 

V. Begleit wege. 

Nur Östlich der 1 1 .111.1 tief Strasse befinden sich l.iei;kit\\f 
Innerer. 

r. An Wallgraben-Nord sicher der Heiliggeistpfad (61) auf dem 
Rande der Böschung bis zu seinem Übergang über die Landwehr. 




Sjl,. (11J sr W-iLpurj!. - 1 U'toii. III J, röj f. - * Kb. 14.7, F. 47. - * Bunib. I4IS- 
F. nb. - »Nachricht bei Kgk. M. VII, 35. 



Digilizod t>y Google 



3. An Wjlljjubcn-Nufdoii und Ost ist ein Weg vor i Si 8 
möglich. Für sein Vorhindenscin nach 1558 spricht der Umstand, 
ujss man im TÜ- Jahrhundert, wo der Steg im lleiliggeistpfad lange 
Zen fehlte, aus jenem Pfade Ober die »Landwehr höhe« und den 
hohen Stej; nach Fechenheim ging. Der Riss von 1575- hat einen 
Weg jauchen Graben end lirdv.aH. zwei Riüc des iS. Jahrhunderts 
westlich vom Erdwall.' 

1 An der Landwehr vor Riedeln he: den Abschnitten Nordost und 
Osi: Nebenweg der Hanauer Strasse (43a) bezeugt t,7S.' 1785. 1 

J. An Landwehr Wallgraben: möglich, doch nicht bezeugt. 
VL Wugcncti. 

Von den Wegen im Ricderfeld wurde durch die Landwehr 
keiner völlig geschlossen. Noch nicht vorhanden war der Weg von 
der Hanauer Strasse über das V in cenz viertel und den Landwehr- 
graben zum Arnstadt« Acker. Letzterer war zugänglich auf einem 
Fahrweg vom unteren Riederbergweg aus.« Der neue Weg findet 
sich erst seit der Graben Verlegung von 1793.' Der Weg aber von 
der Hanauer Strasse am Südrande des kleinen Riedelbruchs führte 
wahrscheinlich nur bis zum großen Bruch, ohne dieses und den 
L.tndw ehrgraben, wie jetzt, zu überschreiten. 

VII. Durchgänge. 

,. Hanauer Strasse (,4). 

Der altere Lauf der Hanauer Strasse ist im Wegeverzeichnis 
und bei den Kicdcrhöfen besprochen. Sie hatte bei Riedern drei 
Durchginge, zwei in der Landwehr und einen an ihrer engsten 
Stelle bei Hof I. 

A, Der innere Durchgang, 
a. Die Warte. 

Den innem Durchgang zu Riedern hei Hof I beherrschte die 
Rieder Warte. 

Auf sie bezichen sieh folgende Nachrichten: 1 395 «hielt einNac] 
Kiuiil)! Lohn ■!!.] tage zu Riedel 11 zu linden und die \va r te in zu 
nemen«; 5 1442 gab man Wenczeln in der lantweri den Auftrag, 



3 Pfad (61). — * .] : .ilir*f: -.n: ir.l Ried 3. 1750. - 

t. Aderger. Uglh. A. 9g, Ko. 6j. - * Hb. i !?i , F. J 3 , vom 14. Aug. 



Digiiizod bjr Google 



□die nachtwach uff der wa rt abcstcllcn... ' Dass dies die nieder Warte 
war, wird sich später' zeigen. 1462 bcschloss man «die Rieder- 
warte zu besehen;"' 1509 wird beraten »die waein zu Riedern 
zu erhöhen.«' Endlich 1775 werden die »Röder, Saehsenhäuscr, 
Gallen und Bockenheimer Warte" zusammen genannt.' 

Wo diese Warte zu suchen ist, zeigt das erwähnte Höfe- 
Verzeichnis aus der Zeit nach 1492. Nach ihm enthielt Hof I einen 
steinernen Stock, ndo inne der slaghudere sine wonunge hat.» Da der 
Sehlagliiiter ln'ieli-ii wahrscheinlich auf der Wune gewohnt hat, so 
konnte man geneigt sein, die«: in dem romanischen Hause zu suchen, 
also auf dem von Herrn Padjcra über der Kapelle vermuteten Turme. 
Dann wäre aber der Schlaghüter sehr weit von seinem Schlage 
einlernt gewesen, den er von Jon .ms jeden hl'.-, nicht ziehen konnte. 



.-.maurchelhusa, ,d..u.t kr ,1 ,hr I u.::,nde Schlag 

echt hat daher schon lkittunn s die Warte mit der Schnappe 
;csetzt. Die Schnappe bildete dann auch den Turm zum steiner- 
3ck, sodass das Vorhandensein eines Turmes über der Kapelle, 
.tens seit dem Bestehen der Schnappe nicht mehr angenommen 
'den braucht. Immerhin kann er früher bestanden haben. 
Vm 26. September 1797 heiss-, es, d.iss bis vor wenigen Jahren 



diente dem Hofmann als Schuppen, abi 
zum hinteren Teile des Hofes. 10 Dieser 
»llofthor genannt. Die Decke des lird^e 



üuiized b; Cot 



^entliehe »(rImii.:: der S d::upjK'; S d.h. die WViiiims; de. Schn.i|>|uii- 
wärters. Ei enthielt mehrere Stuben. • Darüber wird Jas Dach 
gefolgt sein, denn ein weiteres Geschoss wird nicht erwähnt. Trotz- 
Jcm muss das Gebäude ziemlich hocli gewesen sein. Battonn, der 
u noch gesehen hat, spricht von einer hohen Mauer' und die 
mit dem Abbruch beauftragten Maurermeister bezeichneten es sogar 
als Turm.' Schon das Uroxrgeschoss muss hoch gewesen sein, 
denn sein Durchgang heisst einmal »das hohe Thor der Schnappe«. ' 
in der »hohen Mauer« des Gebäudes sah Battonn «noch hie und da 
Schiesslöeher.«' 

Die Schnappe muss jünger sein als die Kapelle, an die sicEi 
■angehängt« ist und als die Hofmauer, die ihr den unregel massigen 
Grundriss aufzwang. Da nun die Kapelle aus dem Anfang des 
12. Jahrhunderts stammt,' die Hofmauer aber ebenso alt sein kann, 
so kann die Schnappe nicht vor dieser Zeit entstanden sein, aber 
lach nicht nach 1395, wo die Watte, d. i. die Schnappe, zuerst 
erwähnt wird. Battonn' wird Recht haben, wenn er sie zugleich 
mit der Landwehr entstehen lasst, doch muss diese dann schon 
IJ9S angefangen worden sein. 

Das Gebäude der Schnappe gehörte nebst dem Platz, auf dem 
es stand, im 18. Jahrhundert nicht dem Hospital, sondern dem ■ 
AAergerichi,» also der Stadt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die 
Stadt, als sie die Warte erbaute, von dem damaligen Besitzer des 
Hofes 1 den dazu nötigen Ha unrund als Eigentum erwarb, wie sie 
ji auch, als sie den ihr gehörender! Knoblauchshof in Bestand gab, 
den steinernen Stock wegen der dortigen Warte sich vorbehielt.' 0 

Zur Baugeschichte der Warte. 
IJ9S- Erwerbung des Bauplatzes und Bau der Warte durch 
die Stadt. 

ijoj), Plan die Warte zu erhöhen. Scheint nicln ausgeführt. 
178S. Andreas Ludwig, letzter W an mann und Hospital sftirst er 
in einer Person f. Seitdem bleibt die Schnappe unbewohnt." 



! Hol" un.i Garten 



irbeic bis Ende 

nterste Gebälk« 

berste Teil des 
abgetragen.« 1 



b. Der innere Riederschl ag. 

Beim SüJosieck des Hofes I stand, vielleicht schon vor lirrichtunj; 
der Landwehr, tili Schlag, der, als die Landwehr vor RicJern mit 
ihrem Schlag cnisi.tnd, zum intievn liiederschlag winde. Der [402' 
erwähnte Schlag kann der äussere sowohl, wie der innere sein. 
Husaniiiicn erwähn werden beide wo es lieisst, es gebe min 

zu Riedcrn zwei Schläge,' und 1459, wo beide erneuert werden.' 

Vielleicht war dieser Schlag von Anfang an ein Schlag- 
bnum, sicher bezeigt ah. solcher im er erst seil 155», seit welchem 
Jahre er sowie seine Wächter oft erwähnt werden. Er lieisst «die 
Schnappet: oder »Schneppen, wir sieh aus den He/ciduiiingei! Irr 
Jen Wächter ergibt,* und »Sduiappeiisdilag« 1553;' 1605.' Nach 

Dargestellt ist er mit Drehpunkt im Westen 1712 und 1774.' 

gezogen wurde, ist :it n: Ii nid« aufgeklärt,* 
C. Der Wartmann. 

Der Rieder Waniuatm und Schlaghutcr scheint in gewöhnlichen 
Zeiten den inneren und äusseren Kiedcrschlag versehen zu haben. 
Genannt wird er »der am Riedcr slagc« 1440.'' Den 1442 vor- 
kommenden »Wenzel in der lantwcr« werden wir später als Riedcr 
Wirt mann wahrseheinlieh machen. Seit tjSo wird die rky.c-ichiiiiiig 
oSehtiaiipL-rmiamiK üblich. Ihre Varianten gibt üattonn. " 

Zur Resialhing Je. Sdinappenm.iniics geborte die Sc liti.l |< p eti - 
wiese im Riedcr Walde. Dort verzeichnet ein Riss von 1787" Jic 
"ehemalige Schnappen wieso, die von den Grenzsteinen 282 und 2B; 
ri.ieh Süden h Jen Wald hineinzieht, i;nJ die »je: /ige Schnappen wiese", 
Jie südlich Jer Steine j.7; bis 27; im Walde ciiigcsdilusseu liegt. Y.u 
seinen Verpachtungen gehörte es, zu kontrollieren, ob der Hof- 
bestander Wein .che:ikte, oder andere KonirakisühtTtrco.iiigen beging. 
Die Bussen teilte er mit den H ospital pfleg ero. " 

Der llospitalforstcr nutzte natürlich das FÖ rs t e rgä rt ch en. 
Vielleicht bewohnte er dort vor der Vereinigung Je-. l ; orsler- und 
Wartinanr.sauitc: : ein Hinsehen, als dtwcil Zubehör sieh der Brunnen 



> Mglb. F.. ji, L — * SchirlT. Rorahciiiiciberg. 519, - " Ri 
1 Ebensowenig Jer oiler ol'i^f 1. lt. Üb. ]$J,i erwähnte Sclinc 
Ol auf ihm der SchlagtlOter litlt, so könnlc es die Warte sein - 
F. ,|b. - '■ I, 160. - " Ried. 8. — ■■ Mglb. E. S7. I. 1 ■ 



Digitizod by Google 



am Forsterßärtchcn leichl erklären licsst. Nach Trennung der Ämter 
178B bewohnte der Wartm;nn, der zugleich Oiausstee.eldcr;ie;>i.r 
war, das gleich au beipiccher.de Guussechauichcn. der Huspi.al- 
fonte. iber ein nach iGoj am l ; or«eig3.t<hen errichtetes Föistethaus, 
d. Das Chaussiehäuschen. 

Es stand im 18. Jahrhundert am grossen Hofe nördlich von 
dem 149) «bauten Pförceheo. ' Erbauungszei: ist unbekannt. Du 
Hamch.cn war an d.e Hufniacer angehängt und enthielt eine niedere 
Stube und eine Küche. Es wird ab unbrauchbar für einen Minn 
nur Famdic bezeichnet. Nördlich an das Häuschen siless, gelade vor 
der Schnappe und diese vom Schübe trennend, der Hof und an diesen 
das Gärtchen des Chausseehluschens, woran sich ein Ganenstück des 
Hospitals schloss. Alles dies auf der Stelle des ehemaligen Grabens!' 

Häuschen, Hof und Gärichen gehörten dem Aekergericht, also der 
Stadt. 1792 sollte das baufällige Häuschen beseitig und ein neues 



oder eine Holzhutte zu errichten sei. 1797 genehmigte endlieh 
Senat den Bau des Chausseehauses. Dach wurde er erst 1S0J 
geführt. 5 Erst jetzt kann das alte Häuschen entfernt worden 1 

Ii. Der Süssere Durchgang. 

Der Graben der Landwehr vor Riedern zo« durch die Str; 

Ms Brücke wird zuerst am 11. Mai tj<(8« ein hoher 
(natürlich fahrbarer) Steg erwähnt. Dass sie der Riss von t 
fort lässt, ist ohne Hclang, da er auch den zweifellos stets vorhandc 
hohen Steg im Leinpfad auslüsst. Jungmann stellt sie 1785 
doch ist nicht zu sehen, ob sie von Holz oder Stein. 

Nordlich von der Brücke, durch einen Zwischenraum getre 
lag, wie der Haspel auf dem Riss von 1575 beweist, ein Steg 



. Mai 1198* wurden 17 Gulden 



nüi, <kr:SLll'i:L1 UüL'llcn, wie die über 

E r das Hinsehen fehlt. - ' Uglb. t 
>. ijo8, F. 14 b. 



Digitizod by Google 



der äussere Schlag gemein! sein, da beim innern kein Graben durch 
die Strasse zog. Wahrscheinlich handelt es sieh hier um die ersi- 
iiuli^c l-irrichusn;: dieses Schlipps, der jlsn c:\vas junger wäre, als 
die zu ihm gehörige Landwehr vor Rtcdern, - 1415 erscheinen 
l : ;Jirbisteii i:\.)ü eim sh^c und pliu-,tcu gein Kicdcrn aifiiret]« und 
daraul weitere Kosten »von eim slagc czu Ricdeni zu beslagcn und 
mit stoße und mibencken, als ir nu iwene sin, von der stede iscnV 
Da wir wissen, dass schon seit 1398 zwei Schläge zu Riedcrn 
bestanden, so kann es sich hier nur um Herstellung eines zerstörten 
Schlades handeln, und mit grösster Wahrscheinlichkeit um die des 
so oft zerstörten äusseren. Seine Neuerrichtung hatte sich wohl stark 
verengert, mi dass vielleicht wahrend einer «L-raumen Zeit vor 1,(15 
wieder, wie frnher, mir ein Schlag y.w Riedern viirlinulei) war. Als 

Im Vertrag von 148t erkannte Hanau den äussersten Schlag 
nfliüid! als (,ien,e seiner licreclr.icninicn an. 4 Trotzdem griff es 
noch öfter auf weit ergehende Ansprüche zurück und versuchte 
besonders sein Geleite bis zum innern, ; ja Ks zum hintern Schlade 
auszudehnen. Dadurch war der äussere Schhj; beständig in Gefahr. 

Wahrscheinlich um dieser zu steuern, trug sich der Rai 1509 Geplant» 
mit dem Plane, hei Hicdern eine Warte auf die Landwehr, Werte, 
d. h. auf die Landwehr vor Riedern beim äussersten Schlage, zu 
setzen.* Kr wurde nicht ausgeführt, vielleicht mit Rücksicht auf die 
händelsüchtigen Nachbarn und m> Hieb der Schlag nach wie vor 
den hanauischen Xf['>ii>]'iiii.i!.s<;ehisteii preisgegeben. 

Am 26. März 1605 »hat der Graf zu Hanau den äussersten Schicksale 
Schlag bei Riedetn verwüsten und umhauen lassen.» ' Genauer erfahren <■•• s.hlng.. 
wir, des Grafen Leute seien mit ij oder 14 Pferden eingefallen und 
hätten »die bestellte Wächter . . . übel tractiret«. Mit «Lärmen, 
Blasen und einem Lösung ssehuss« [von Seiten der Wartleute!] seien 
«noch bis in die 300 zu Ross und Fuss aus dem nachstgclcgencn 
Wald herausgewischto und »zu den anderen gestossen;« der äussere 
beschlussige Schlag sei zerhauen worden und samt dem Haspel 
1) iiiweggeführt, »die Steine, darin der Schlag gegangen, zerschlagen.« 

' Bumb. Mi;, F. }B. — 1 Mglb. E. jj I, 141- — 1 Chron.I, 6. Sept. i(t>>.- 
' Rb. 140a. - I ChlPD. Uli ib; I. - ' .Das Huniuer Geleit ging früher bis 

' ■■ ■ V ,1 ■ l<- .' II '.. i ■ i: I IV'.:! ic Ii .. M V[ 

198. - » Ch™. I, i6o ( . 



Digitized ö/ Google 



Am I.März ifo) wurde tili neuer Schlag gcseizt." Audi 1648 



rar- Der Riss von 1 

B |] UDB . D . ucr Landwehr vor I 
Förstergirtchens voi 



■ des Schlages, .1111 FörsteTgäitchen 



1 Nach Mgll'. A, jfi. I k-i ScFiiin":', ISnmSielnwrbtrg, »9. - 'ibid. — > .Mglb. 
H. 57, I, iji — " Riss JungitBim. - iCbran.l, 160;. - • M. 1, j. — 1 Riedl. — 
' Clin«. III», ifi(. - ' M. [, Ii. - "> M. 1, 1. - 11 Jungniinn. 



DigiiizGd t>y Google 



— n 



Wappen davon abgenommen, der Stock in Stückt gesaut und letztere 
klein gehauen. o 1 

l£in Geicitstein bei Rieden ist nicht bekannt. 



weil die Landwehr Müd l'ulglicli .»ich die Pforte mit dessen Krlaubnis 
angelegt »nd erbaut wurde.» Dazu die Anmerkung: »In einer 
Handschrift von 14.10 [die über Battonn nicht genauer bezeichnet] wird 
der Wenzelport bey Riedern gedacht.« 

Die Existenz einer Wen/elpforte liiedern kann nicln bezweifelt 
werden. Doch hicss sie gewiss nicht nach dem Kaiser, sondern 
nach einem ihrer Hüter. Dies kommt öfter vor; man denke an den 
»Kudregsschlagu' und die »Quiritisjifone« in Sacl Isen hausen. 1 !.\$2 er- 
hielt ein in der Landwehr angestellter Wentel die Weisung, die Nacht- 
wache auf der Warte einzustellen. Dieser rouss also Wartmaun 
und Schlaghüter oder »ruinener« gewesen sein. Iis kann demnach 

von der Landwehr und Warte zu liiedem die Rede. Welcher Schlag 
war aber nun die Wcnzelpforte? Der hintere kommt nicht in Betracht, 
im äusseren gab es keine Mauer mit Schiesslüchern. So bleibt nur 
der innere übrig, hei welchem die Schnappe mit ihren Schiess- 
5 Charten stand. 

Hierbei möchte ich die Vermutung aussprechen, dass die S. 74 
berührte Verlegung der Hanauer Strasse in ihren jetzigen Zug erst 
nach und gerade infulgc der \\Tcini,L.:iuig der i löfe I und II, also nach 
dem Februar 14SS stattgefunden haben dürfte. Vnr diesem Zeit- 
punkt hätten wir uns also den iiniiru H-cJerschia;: /wischen Jen 
Höfen I und II stehend zu denken. 



Seit 141 5 kommt auch ein Hüttchen zu Riedern vor. Das 
Bumeislerbuch von diesem Jahre erwähnt es öfters ohne Angabe 

■ Hirb., LÜ. D No. 17V,, 4- - " I. »S«. - ' S. 41. - * Sie wird unten 
iu besprechen win. 



C Die Wenzelpforte. 




:dem sagt Baitonn: 1 

:n Eingang der Land- 
Kaiser Wenzel her, 



D. Das Hüttchen. 




□igWzed by Google 



fcnstcra gemacht in das »Häusgen beim Riedern Schlag.»' 1440 
beschloß man, »dem am Rieder slage ein stclcliin bnwen»,» und 
t-147 wurden »die frunde an RieJer geschickt >jczl; buchen 

utnb das huschena.* Es handelt sich also um ein Uüttchen mii 
Thür und Glasfenster bei einem der liieder Schlage. Solche ScbutZ- 
hüitchcn für den SehkghOter fanden wir bei der Galgenwarte, der 
Uoclicnheinier Warte und dem Kschershcimer Schlage. Auch bei 
der jetzigen Sachsenhäuser Warte befand sich ein solches. ' Oh das 
Hünchen zu Riedem beim innern oder beim äussern Schlage stand, 
ist nicht zu erkennen. Auf keiner Darstellung kommt es vor. Viel- 
leicht war es keine ständige Hinrichtung. 



Am Graben hinter Ricdern. südlich der Riederbrücke ist 
ein gewöhnlicher lirehschlag durch Darsiel hingen bezeugt Tür [678,' 
i 7 [2'und 1751.' Wahrscheinlich bestand er aber schon seit Errichtung 
der Landwehr und vielleicht sogar seit der ersten Einhegung des 
Rieder Hofbczirks. Der Schlag dürfte den Hofbesitzern, also später 
dem Hospital gebort haben, da ich in den stadtischen Urkunden 
keine Nachricht über ihn gefunden habe. 

Den äussern, innern und hintern Riederschlag zugleich sehen 
wir auf den Rissen Ried. 1, 1712 und Ried. 7, 1714 Explicatio. 

2. Eschenheimer Pfad (60); ein Steg ist vorauszusetzen. 
Nachrichten fehlen. Jetzt dort eine gewölbte Steinbrücke. 

3. Nebenweg der Hanauer Strasse (43a + 43b): Steg, 
dargestellt 1575." Er fehlt auf den meisten Hissen. Erwähnt linde 
ich ihn nirgends. Hat vielleicht nicht immer hcs-.mdcti. War er 



t;;8 bekannt ist.'" Vielleicht hob die Tiefer legung des Grabens 
:h die Erdanschüttung den Weg vom Osteck der Landwehr vor 
fern bis zum Steg, sowie diesen zeitweilig auf und lenkte den 



' ibid. t : . 51b. - I S. unten. - « M. 1. ia. - 7 Ried. 1. — ■ Ried. 2. - 
I M. I, j. - " Di= Fehlen ml Riss v. tjao [14») Mglb. Ii. i; I, S 72, bewein 



Digilizad by Google 



(4)a + 43t). Der Riss von 1575' scheint diesen Zustand d.ir zustellen. 
Später muss der Sieg wieder bestanden haben. Denn ein Riss von 
1774' bezeichnet an der einsprechenden Stelle den »Orth wo ehe- 
dem« - d. h. doch wohl seit nicht allzilanger Zeil vor 1774 - 
-ein Steg über die Landwehr ging.« 

Von t 7 8; bis 1785 bestand wegen dieses Sieges eitle Comro- C 
verse mit Hanau.' Dieses hatte am 17. October 1783 Beibehaltung 1 
.1e. Hei'ii'geisipl.H^ u:iJ Leget;;! eines Sie^e-, iiiier die Jor;j::u Land- 
wehr verlangt, worauf Frankfurt erklärte, ein Pfad unter [d. h. 
südlich von] dem Hof Riedern nach Fechenheim sei zwar herge- 
bracht, aber erstens sei er nur für Fechenheimer, die in Frankfurt, 
und Frankfurter, die in Fechenheim zu thun haben, zugestanden 
und zweitens gehe er über den Hohen Steg. Am Geistpfad sei 
ein Steg weder im Archiv verzeichnet, noch den ältesten Leuten 
erinnerlich.* Der Hanauer Riss habe ihn dort einseitig gezeichnet. 
Ein Steg sei aber dort auch nutzlos, da bei trockenem Wetter die 
Landwehr passierbar sei, bei nassem aber auch die Felder unter 
Wasser stünden. ' Im letzteren Falle müsse man über die Land- 
wehrhöhe [d. h. den Auswurf des Grabens] bis zum Hohen Steg 
gehen, wie der Augenschein darlege. Die Fechenheimer hätten 
mehrere Fusspfade zur ün S ebfjhr gemacht« Nur einer sei zu dulden 
und dieser sei zu fixieren, 

Hiermit erklärte sich Hanau am 2. December 1784 einverstanden, 
verlangte aber, dass da, wo det zu frierende Wer; über die Land- 
Mehr ginge, ein »Steg« oder »anderweitige lirhöhimg« hergestellt 
würde, worauf dann Frankfurt am II. December sich verpflichtete, 
da, wo der Heiüggeistpfad »anfelosst«, den Durchgang durch die 
Landwehr in passenden Stand zu setzen, jedoch unter Verbietung 
aller Nebenwege. 

Im Vertrag vom 1. Augus: 17S5' endlich wurde bestimmt, 
dass Frankfurt den Durchgang so einzurichten habe, dass er auch 
bei nassem Wetter gangbar sei, wogegen Fechenheim keinen andern 
Fussweg über das Rhederfeld machen darf. Ein Riss vom September 



1 M. I, J, — ' Ried. 7. - 1 Mglb. A. 60, IV u. V. - < Demnach wäre 
er. wenn min Hm Su J.ilire niriiekT«!inci, ^■-il.'-tcri' lnl.l iucIi 17UO in Abging 
fttonimen. — 1 Dir Gegend haben wir S. gl ih tiefliegend gekennzeichnet. — 
' Natürlich ist nur gemeint sudlich von den llölcn. — ' Der Vertrag, der die 
Abschaffung der rfclil-ni .Unionen l.ji.ilu-ehr be-.liinuit, unveil sie Hanauer Gebiet 
berührt, bdriHt nitlit .lie liieJerleldl.ni.kvelir. J.i u.i.h .lem.ell'en Vertrag das äussere 
HiiJtiliükT Gc!.u;di; eri,l:.'u!iip 7:1 !-":.ir]kiurl kim. 



1785' zeigt denn auch, ebenso wie einer von 1799,' den Heilig- 
geistpfad übet die noch nicht aufgehobene Landwehr geführt. So 
blieb es bis in die neueste Zeit. 

5. Leinpfad (4;). Der dortige Steg heissi » Fechenheimer 
Sieg« 1517,1 »der lange Steg« 1540* 1677;' gewöhnlich aber »der hohe 
Sieg«.' Da der Leinpfad für die Schiffahrt unentbehrlich war, so 

Durch Signatur dargestellt rinden wir ihn häufig, genauer 1798' und 
1799." Wie der Steg vor [558 beschaffen wir, ist unbekannt. Spater 
ruhte er auf vier sehr hohen Steinpfeilern. Vielleicht war sein öst- 
lichster Teil aufhebbar. Die ganze Anlage, die gewiss sehr stattlich 
aussah, muss der alten Brücke auf der Ode ähnlich gewesen sein, nur 
ohne Dach wegen der Lein reuter. Die vier Pfeiler sind noch erhalten, 
obwohl bis obenhin mit Erde angeschüttet. Von der Aft. wie die 
Lmgbalken auf ihnen befestigt waren, ist nichts mehr wahrzunehmen 
Die Unterhaltung des Stegs lag natürlich der Stadt ob.* 
Nördlich vom hohen Steg ha: der Riss von \;r, auf ,eder 
Habenseite je einen grossen Stein. Diese sind wohl als »hohe Mark- 
steine* auf Bezeichnung der I unkfurtci und Hanauer Hoheit auf- 
fassen. S,e stehen bcide.seits einbogen, da, wie wir sahen, vor 
.785 nach lumauischet Auffassung die Grenze in de. Mittellinie des 
l.andwehtgrabens lief. Der Riss von t i7S ist von Hanau aus an- 
gefertigt. 



— ' RieJ.9. — > Wtgesteiaung 1. 1(17. — 
i.B. Ried. 5 U.7, M. II, 17a v. 1798 u.s.w. - 
1. - ' RitJ. 7, Eiplicalio. 



DigitizGd by Google 



Drilles Kapitel. 

Die Ginnheimer Landwehr. 



Die Ginnheimer l 
s von der Grafschaft 
»Item ipsa die Sev 



Spätestens 1421 war ihre Verdoppelung vollende:.' Als fast reine 
Crcnzlandwehr umzieht sie die Ginnheimer Gemarkung von Siein 
156 sn der Bockenheimer Landwehr bis zur Nidda und schliesst sie 
gegen Bockenheim, Hausen und Praunheim ab. Offenbar sollte sie 
Ginnheim und die Östlicheren Hanauer Dörfer, sowie die Nordost- 
seite des Frankfurter Gebiets Regen Angriffe der oÜberhöhischeno 
schütz«, wenn diese die Nidda bei Nied, Rödelheim, Hausen und 
besonders bei Praunheim überschritten hatten. Für Frankfurt, das 
im Norden und Osten schon seine eigene Landwehr hatte, besass 

Anlage sind: »lantwer zusehen dem Knoblanchshofe und der Nyde 
gein Gynheim« 1407; 1 »lantwer zusehen dem Knobelauchshofc an Byß 
in die Nyde, vor Ginheim ußhin« 1442;' beide Angaben bezeichnen 
Jen zweifellos feststehenden Anfang der Landwehr auffallend un- 
geschickt; »Gynheimcr lantwer» 143?, 1 1.(34. * 



' Hb. 1406, F. 40b. - ' Mi. 1411. F. )9 b. - 1 Ibid. 1407. F. - 
1 Ibid. 1421, Sab. 1. Sim. et JuJ. — ' Ügmb, 143 ), 1'. 7b. — ' Ibid. 1441. 



Digitizcd by Google 



- * - 

Der von Frankfurt unterhaltene Teil heisst: »der .steile lantwef 
nydewendig des Eschersh|eimer] Steges an gein t;mlieiin[er| hole/ 
wert [=wärts] die margbach abehienc 14(16'; »l.u-.twer by G;:ilu-::i::i 
1409," 1427,' 1430;* »lantwcr zu Ginhcimit I4JO, 1 1476/ »ginheimer 
lantwer» 1405,' 1410,1 1446,' 1677;'° »nuwe lantwer by Ginheim« 
1408", da sie erst 1406 errichtet worden war; »nuwe lantwer 1415;" 
■Laotwcbl uff der Marbach« i S9 j;" «die lanrwchr w . . . neben 
der Marpach gein Cinhcim zußelit r;il rdie Martpach« ijug -1 

Für den Hanauer Anteil kenne ich keine tun* BeieicbnunR. 

Nach Erlöschen det foriitj kalorischen Bedcjtung der Landwehr 
wurde au unbekanmer Zeit das Gelinde des \ — ... Ante.ls 
zwischen Frankfurt und Hanau aufgeteilt. Das FrauUfqrt lufellend« 
östliche Stück hiess fortan »die Frankfurter Marbach» 1729 ' oder 
kurz »die Marbach. n So 178)" und in anderer Schreibung : «die 
Markbacho 1773.'» trst im Verttag mit Hanau 178; ver> 

zichiete Frankfurt auf alle Ansprüche an od.t alte Landwehr, o-.t 
Mack- oder Mar. Bach gerannt-'. 



II. Verlauf. 

Bevor wir den Verlauf der Landwehr siMÜdcn:, int t::i Hlkk 
auf Gelände und Grenzen erforderlich. 
Gdände. Die Marbach fioss von ihrer Quelle auf dem Knoblauchshof 

bis Stein 163 nahe an der Eschenheimer Strasse (17) und dann 
wieder von Stein 6 der Grenze Ginnheim-Boclienheim bis au ihrem 
Eintritt in die Niddaebene ursprünglich in der gleichen Richtung wie 
heute. Dagegen muss sie zwischen Siein ilij und 6 früher in gerader 
Richtung, etwa bei Stein 134 vorbei, geflossen sein. Darauf weist 
eine Senkung zwischen 163 und tJ4 und die Richtung der Acker- 
grenzen zwischen IJ4 und 6. Durch die Anlage der »Landwehr 
um die Stadt« wurde die Marbach östlich der Eschenheimer Strasse 
rektifiziert und dann parallel der Strasse nach Norden geleitet, sodass 
sie nun westlich der Strasse als Landwehrgraben beirmhii i h.; 



' Rb, 1406, F. 40b. — * ibid. 1408, F. 4jb. (17. Apr. 1409). — 1 ibid. 1417, 
F. (6b u, ( a. — * Bgmb. i4io, F.Sjb. - 1 Rb. 1410, F.45b. — ' Cbraa. Ilh, 164. 
— 1 Rb. 1409, F. 59. - ' ibid. 1410, F,4jb. - ' Bgmb. 1446, F. IS. — "> Urabg. 
van 1677. — " Rb. 1408, F. jo. — " Bumb. 141), F, 5. — 'I Rb, [59; bei 
YkL. IWiJir. JJ, i:b. — '< Schreiben Hanaus an den Rat vom ). Juni II2I in 
Fast. »Luufw. u. Wirten.. — » Erklärung des Rais vom I). Dtc. IJOä. — 
•' Uglb. A, 91 7. - 1 Schreiben Hunoeshagens , Marb. Ken- B- No. 8). - 
'i Unibg von .62. - '» U B lb. A, ,1 Z. 



□ igifeed by Google 



— 99 — 

nördlich lief. Vorn Eck bei 15; an wird sie wieder in den alten 
Lauf eingelenkt haben. In der Niddacbenc flicsst die Marbach nach 
Süden, heissi eine Strecke weit O e h sen g ra be n , dann wieder 
Marbach , nimmt bei der Bicgbriicke den Dimmgribfn auf und 
geht als Laufgraben in die Nidda. 

Hine zweite »Marbach« entspringt nördlich von Stein 8 der 
Grenze Ginnheini-liuckenlieiin in Lina» sumpiigen, mit Bäumen be- 
standenen Gelände und vereinigt sich mit der Hauptader etwas ober- 
halb des Weges Hocken heim er Stras^e-Ginnheim (16). 

In Ginnheim entspringt östlich der Kirche eine starke Quelle. 
Ihr Ablluss, bald durch andere Quellen verstärkt, biegt unter dem 
Namen »der Woog« nach Westen und Süden aus und vereinigt 
sich schliesslich mit der Marbach. 

iLtwa halbwegs zwischen Ginnlieim und Praunheim zieht von 
der Nidda her, aber ohne mit ihr noch zusammen zu hangen, ein 
wasserloses altes Flussbett nach Süden zum Woog. 

Die erwähnten Wasscrläufe gaben der Ginnheimer Gemarkung Gcd»d. 
natürliche Grenzen; im Süden die Marbach, im Westen das alte 
rUüibat und der Woog bis dahin, wo er nicht mehr Wald und 
Wiese trennt, sondern ganz in das Wiesengelände eintritt. Zwischen 
Marbach und Woog aber bot sich ostlich vom Wege Ginnheim- 
Hausen (64) der Hand des höheren Ackerlandes gegen die Ebene 
als Scheidelinie, die auch von der Grenze benutzt worden ist, westlich 
von demselben aber, wo Höhenunterschiede fehlen, scheint die einstige 
Ausdehnung des Waldes die Grenze bestimmt zu haben. Der Woog 
und die Strecke Woog-Marbach können immer nur Liniengrenzen 
gewesen sein. Das M.irl'aduh'LUier) aber und das alte Flussbett waren 
zur Zeit der Landwehranlagc wahrscheinlich noch nach alter An 
Streifengrenzen, d. h. Landstreifen, die je zwei Gemarkungeil 
s-chik-ikn, ;';« von b tili tu L'^neinschaftlich genutzt wurden. Völlige 
Aufteilung der Streifen scheint erst nach Anlage der Landwehr statt- 

i'L-:pn\licinlin ':|-itcre:i Grcii/.itcuimetii Ginrinciiiis .uTgen Bockcn- 

Indem wir nun untersuchen, in welcher Weise die Landwehr r.oaäw.hr- 
sich an die gegebenen X.iuiruraizui .t tt, c 1 1 ! 0 werden wir die er- ™Uuf. 
wähnten Steinungen öfters als willkommene Orlen tierungslinieu be- 
nutzen. Von Darstellungen kommen in erster Linie die Kataster- 
lf anen von Frankfurt und den Ortschaften aus der Mitte des XIX. Jahr- 
hunderts in Betracht. 



Dipzed by Google 



Vom Anfang bis zum Wege Ginnheim-Hausen (64) ist eine 
zusammenhangende IToppe] I:iul[ wülir nac Ii zuweisen. Sie zieht zuerst, 
das »Ginnheilria R-ldclten" ' einschliessend, nach Norden zum Diebs- 
weg; dann an dessen Südrand bis zu seinem Obergang über die 
Marbach ; dann diese hinab bis zur Ebene und endlich in flachem 
Sogen zum Wege Ginnheim-Hausen. Östlich vom Wege Bocken- 
heims Sira.sse-Giimhciin ( ;''0 i ^.t das ]..nuKvi:lir,«i'iil als snlchus weder 
auf Karlen, noch im Gelinde erhalten. Doch lassen siel: die beiden 
Graben verfolgen. Der innere verrät zwischen Bockenheimer Land- 
wehr und Diebsweg seinen Westrand in der Ackergrenze, die auf der 
Kaiasicrkarie von Stein 156 über einen anderen Stein zu Stein ; zieht;' 
von Stein ]— 6 wird er jetzt durch den nördlichen Weggraben des 
Diebswegs, von 6— S durch einen Fusspfld ersetzt; von 8— Ii ist er 
zwar verschwunden, aber von 1 1 bis zum Wege Bockenheimer Strasse- 
Ginnheim mit nach Westen zunehmender Deutlichkeit zu erkennen. 
Etwa 12 R. östlich vom genannten Wege mündet in ihn die erwähnte 
andere Marbach. Der äussere Graben ist, in reduzierter Gestalt, ganz 
erhalten. Nur zwischen Stein 4 und 6 ist er etwas nach Norden 
verdrückt, um dem hier auf die Landwehr verlegten Diebsweg' als 
südlicher Weggraben zu dienen. Westlich vom Wege Bockenheimer 
Strasse-Gimihcim ist das Landwehrareal auf den Katasterk arten mit 
der Bezeichnung »die Landwehr« erhalten, und zwar, wie meine 
Nadirne-HiL^cn i'ri;.ik'ii, bis /imi VVV^e lin, keiiheim-Giniilieim (].;) 
gar nicht, von da bis zur Ebene ein wenig auf der Innenseite, von 
da bis zun: Wege Ginnheim-Hausen (£4) auf beiden Rindern ge- 
schmälert. Auch im Gelände sieht man es noch liegen, doch ist es 
zwischen dem \\'e.j;e iicickcrJieim- Ginnheim und der Niddaebene bis auf 
den inneren Graben vom Bockenheimer Friedhof eingenommen und 
kurz vor seinem Ende auf etwa tfi R. von der Main -Weserbahn unter- 
brochen. Der innere Graben ist bis JS R- westlich vom Wege 
liockenheimer Strasse-Ginnheim verschwunden, weiterhin entspricht 
ihm die Marbach bis zur Ebene, der äussere ist nur bis 55 R. west- 
lich von genanntem Wtjt erhallen. Zwischen Marbach und Weg 

Vom Wege Ginnheim-Hausen (64) bis 27 R. vom Woog am 
allen Flassbctl hinauf fehlt die Doppellandwehr. Hier wird die Ab- 



' S. S. j. — 1 Jetii Jon ein Pfad In der Ginnerei. — I Schon 1727 hatte 
>i;lt Ja Dldiiivtj! .Its Jültflftn-ifuiis ilffl UiiiKvi-lir 1'tiu.itlilisl. inner SJileiNjii>; 
des inneren Grabens. L'filb. A, i;: Z. 



üi j tzod by Gl 



Sperrung erst durch den südlichen Hq^u^u des Gtmibcimer Waldes, 
darin durch den Woog, endlich durch die sudlichste Strecke des alten 
l'inssk-ues bewirkt. 

Vom Ende der letztgenannte Strecke bis zum Wtfic Ginnheim- 
Praunheim (65) erscheint wieder eine Doppel land wehr. Der auf den 
Kirten und im Gelände vorhandene als »Landwehr« bezeichnete Streiten 
enthalt aber nicht das unverkürzte Areal, vielmehr ist beim äusseren 
Guben bis Stein 10 |tden r alls die Berme, von da bis zum Wette 
Ginn heim -Praunheim vielleicht die ganze Hälfte bis zur Mitte der 
G.'itaisuiilc '11 Praunheim ceste;nt, der innere Graben aber ganz zu 
den Äckern gezogen. 

Vom G" 'iliiin: l'u..:iheim zur Nidda ist als Fortsetzung 

des bisherig«) äusseren Grabens noch heute ein Graben eihalien, von 
einem innereo ze.gen Karten und Gelinde keine Spuren. 

Zu diesem l-andw ehrverlauf verhalten sieh die spateren Grenz- Di* Cum- 
«einungen m folgender We.se; ...Ip*,,«,. 

Uie Clenze C.innbeim Bockenheim von 1756/ welche das Ginn- 
heitner Feldchcn schon zu Bockenheim zieht, erreicht die Landwehr 
mit ihrem dritten Stein, Sie zieht von iht zu Ginnheim: von Stein 
J— Zj'/t und 3} 1 /* alles bis auf den äusseren Graben; dann, diesen 
überspringend, von 2j'/t— 27 alles; dann zurückspringend von 28—30 
die Berme des inneren Gratens, bei 30 1 /« diesen selbst; dann wieder 
hinüberspringend von jo'/i— 31 alles bis auf den äusseren Graben. 
Bei 3 i entfernt sie sich in unreg citri ässiger Linie von der Landwehr, 
deren Ende sie aber am Wege Ginnheim -Hausen mit Stein wieder 
erreicht, steint zwischen 39. und 40 den vorspringenden. Zipfel' zu 
Bockenheim und zieht südlich neben dem I leggrabeit zum Drcmurker. 
Auch die Hausener und die Praunheimer Grenzsteinung ziehen den 
Hcggrabcn, bzw. den Woog zu Ginnheim. Zu Praunheim jedoch ist 
itcsttiiu : der GraK-r. zwischen Wims; und DojipdLmilwchr, sicher 
wenigstens in seinem nördlichen Teil, von der Doppellandwehr die 
Bernte und zuletzt die Hälfte des äusseren Grabens und vom Graben 
zwischen Weg Ginnheim-Praunheim und Nidda die Hälfte. 

Es erübrigt noch, die Ausdehnung des Frankfurter und des Hanauer Lnnäwehr- 
Landwehran teils sowie der »Frankfurter Marbach« festzustellen. midi» 

Der Frankfurter Anteil wird 1406' auf 500 R. angegeben. Frankfurt« 
Der damals gezahlte Betrag von 55 f, 11 S, 1 h ist genau der Preis Anteil. 



■ Van einer ältere L-,. -klchlj jiuiJl-:; S:e;i:i:n..- «,-l:tir.e:i J : .i- .illcn, irobczeicllnelctl 
Stent mischen Stein ti und i) herzurühren. — ■ S.S. 106, 1. — ) Hb. 1406, F. 40b. 



für ;oo R., die Rute zu 20 h, den ß zu 9 h gerechnet. Messen wir 
500 R. von Stein 156 nach Westen ab, so kommen wir gerade zur 
Niddaebene. Nun heissi es aber 1421;' oltem LXXXX lb XVII G 
han wir gegebin zu der lamwere zusehen dem Klobelauchs hofe 111 
biß in die nyde vor ginlieini ußhin als die nu zwyfeldig ist gemacht 
und geburten uns des zu unßem antzal XI' [= 1100] rüden 
LXXXXV rüden zu graben zu Uli ß hll y {= je] die rüden, so 
quam datz ander geh umb XVIII' j= 1800] wellen von wyden 
darin zu legin, so gruben die 1011 Bomheiraer berg datz uberige».' 

Die Frankfurter gruben also von den 1100 R., zu deren Her- 
stellung sie verpflichtet waren, damals 95 R. Da nun die Ghmhcimer 
Landwehr damals schon doppelt war, -» lütte der 1'r.ttiLfuner Anteil 
nicht 500, sondern ;;o R. betragen. Er hätte dann bis zu einem 
Punkte zwischen Marbach und Wtg C!iivihci:)i- 1 Luisen (65) gereicht, 
der zu einem Abschnitt gar keinen Anhalt bietet. Auch müsstc dann 
zwischen 1406 und 1421 eine Abänderung der ursprünglichen Ver- 
teilung stattgefunden haben. Beides ist unwahrscheinlich. Unmöglich 
ist es dagegen nicht, dass im Eintrag von [421 irrtümlich 1 roo Ii. 
für 1000 R. geschrieben ist. Ich halte daher an den 500 R, fest. 

Der Hanauer Anteil betrüg: auf den Karten gemessen: 



Von der Marbach zum Wege Ginnheim- 

Praunheim bei Stein 39 83V1 R. 

Von Stein 59 um die Spitze zu Stein 40 53 R. 

Von 40 zum Woog 60 R. 

Arn Woog jio R. 

Graben vom Woog zur Doppellandwehr 27 R. 

Doppcllandwehr 129 R, 

Weg Ginnheim-Praunheim 2V1 R. 

Vom Wege zur Nidda 12V. R, 

Zusammen ... 688 R. 

Nur Hanau hatte 1406 zu bauen' . . . 600 R. 

Also bedurften keiner Bearbeitung ... 88 R, 



■ Rb. 1411, F. 59b. 

■ Gesamtausgaben 90 ff 17 1 oh. 

Gnbungtkogten für 95 R. tu 4.9 = $b b 19 S 0 1 0 h. 

Also Kosten für Anliluf und Sellen von iBuo Weiden well en 71 ff 17 I 0 h. 
und Kasten Tür Antauf und SeKen einer Welle ca. 7'ft Ii. 

' Rb. r«o. F. 40b. 



- inj - 

Diese können nur am Woog gesucht weiden, für welchen sieh 
demnach lolgendcs ergtebt: 

Gesamtitrecke im Woog 310 R. 

Davon unmittelbar verwendbar - - . . 88 K. 
Also der Nachh.lfe bedürftig . . . " 2T2 R~ 
Die •Frankfurter Marbach* endlich iog nach einem 
»Augenschein« des Ackergerichts von 1727' mm Anfang bis »über 
den doppelten Ginnheimer Steg* im Wege Bocken heim er Strasse- 
Ginobein) (.6)| in einem Punlre, der vom Eck am Diebsweg »mil 
Schrirten gemessen zirka 159 Rutenu entfernt war. Dieser Punkt 
lie ßl etwa 9 R. östlich von Stein 16. zeigt aber heute keine Spur 
mehr von der einstigen Abgrenzung. — Dargestellt ist die Frank- 
lurter Mirbach am besten auf dem erwähnten Augenschein von 1717; 
offenbar viel zu kurz bei Hesler 1678.' 



1. »Das Ginnheimer Feldchen«, s. 0. S. ]. 

2. »Im Diebsgrund«. Reicht westlich etwas über Stein 8 
hinaus. 

»In der Markbachu, von vorigem bis zum Ginnheimer 
Steg, ein Wiescngründchen von den beiden Adern der Marbach durch- 

4. »Der grosse Berge 

5. »Das Reck» oder Im Rech«. 

6. "Am Bockenheimer Weg«, auch »am Schlag«. 

7. »Am eisernen Schlag" (s. Durchgänge). 

8. "Die Mahräcker«. 

9. »Auf der Schindkauto. 

10. »Der Ginnheimer Hinterwald". Bestand noch z. T. 
im ]8. Jahrhundert, 4 jetzt Feld. 

11. »Die Furth wiesen , auch »Falzwicseu. 

II. »Der Ginnheimer Vorderwald«. Am Woog noch 
jetzt vorhanden. 



' Fau, •AcJtergu.-Laodwehr«. — ' M. i ia. - I Die Namen dtr Feld- 
und Wildente sind racisl den RavcnsTcinschin und den Kaustci Linen entnommen. — 
• Undatierter Marburger Riss. 



□igilized by Google 



- 104 - 

13. «Im Pfaffenrath«. 

14. "Auf der Nachtweidu, bei Siein 9. 

15. »Die Pfingstweid«, südlich und nördlich v 
Ginnheim-Praunheim (65) bis zur Nidda. 



In Bockenheimer Gemarkung. 

1. »Im Eck« bei Stein 4-6. 

2, »Am Eckenheimer Steg« (s. 0 Durchgänge«). 
;. »In den Simsten«, von Siein 7-8, 

4. »Die Markbach«. Am 20. Januar 1629 verkaufte das Dor( 
Bockenheim an Thomas von Delfft, Bürger von Frankfurt, und dessen 

Frankfurt und Bockenheim und dessen l : rau »Ihr frey ei^emh'imb- 
lichcs .1 1 : 1 1 l zi-hcini m:il 'i'ccdfivyes Guth, die Mahrbach genannt, 
am Gienheimcr Weg und dem Fraiu hin.ei ] : i:ss]ilaj* angehend, Einer 
seilen durch geh endts ein Angewandt und anderer selten neben der 
Landwehr hinaufwarf [= nach Osten] gelegen, ungefchr 5 M. Landts 
haltend«,' Offenbar handelt es sich 1639 und 1714 um das gleiche 
Gut. Es wurde im Westen vom Wege Bockenheimer Sirassc-Ginn- 
heim (16), im Norden von der Landwehr begrenzt; die Bezeichnung 
der Südgreuze verstehe ich nicht. Nicht zu verwechseln mit diesem 
Gute ist die am 2;. April 1330 von Kaiser Ludwig dem Jakob Knob- 
lauch und seinen Erben verliehene iigemcinde die do hetret Marpach 
und gelegen ist zwischen franckenfurter Velde und eckenheimer Velde« 
also das Gelände des späteren Knoblauchshtifs," 

5. «Die drei Brunnen«, Jetzt noch eine tiefe, wasserreiche 
Stelle bei Stein 21. 

6. «Am eisernen Sc Ii lag" östlich ees Weges Bockcnheini- 
Ginnheim (49); s. »Durchgänge", 

7. »Der Madacker« westlich an dem Wege Bockenheini- 
Ginnheim (49), jetzt vom Bockenheimer Friedhof bedeckt. 



■ Kaufbrief djtkrl v.,.i Vilk-I in Fjk. »Adci^T.-Lanihvetir.ci — ■ Mit beiden 
Bezeichnungen kann nnr Jl-i Vu- !i,.cnLi::-.-j::LT ^lr-i: ; •-Gir.uhcim (tG) gemeint 
sein. — 1 Fase. «A^rgL'r.-l.aridwi'hrt. — * Böhmer 507, Die Noiir isi oben 
S. 47 Atim. 4 nachzutragen. 



□igiiized by Google 



In Ginnheimer Gemarkung. 

8. »Die Bocken heimer Wäldchen« zwischen Stein 31 und 
39. Noch je-tzt Reste vorhanden. 

9. »Am Ginnheimer Spiessu, zwischen Siein 39 und dem 
Drei mark er. 

In Hausener Gemarkung. 

10. »Am Woogo. 

... ..Die Hsnp! wiesen*. 

12. »Am Ginnheimer Spiess«. 

In Praunheimer Gemarkung. 

13. »Die von Klethen Wiese«. 

14. »Das Solms-Rödelheimer Wäldgen«. Jetzt ver- 
schwunden. 

ij. »Die Praunheim er Huthwcide«. Die Stücke 13, 14, 
15, verzeichnet R. 66 von [770 und ein Marburger Riss von 178t, 

IV. Beschaffenheit. 

Eingrabige Zeit. 

]. Vom Anfang Iiis zum \Vci;e Gimibcim-Hauscn (64) ist als der 
ursprüngliche Graben der innere zu betrachten. Dies ist für die 
Hauptstrecke von 6— ;o zu beweisen und deshalb auch für die Strecke 
vca Anfang bi<.Ste;ri t « ;l.i)C:ic:tibcl A.;l ervertr nj*ul;;h, «« J:i 
Undaehr de; Marbj.h folgt, wurde i;cwi>.s nulit ein besondere: Grauen 
neben ihr angelegt, sondern die Marhjil- selbst zum 1 andwel.igiaben 
eingerichtet. Dass dies nun der innere war. zeigt sich übel halb des 
Weges Uockenhor.ier Stusse (•■r.rtlmx 'it), «o beide Gliben ei- 
fi.i.:en ;,r.c, :c r.ccrs znnöen Sle:n 11 und 16 dadurch, dass dutt 
der iejiere Graber. dem schart maiüenen Talrand Mgl. SO da 1 . 1 , cic 
südliche Berme viel hoher ais die nöidliche lieg:, wogegen der Ju<.seie 
(südliche) Graben in ein gleichmässig hohes Gelände eingeschnitten 
ist. Unterhalb des genannten Weges aber Messt noch heute die 
Marbach, wenigstens von Stein 2) an in der Linie des inneren Grabens. 
Von 30—59 endlich widerspricht wenigstens nichts der Annahme, 
das* der innere Graben der ältere sei. 

Demnach wurde 1406 ein neiicr Graben angelegt zunächst vom 
äusseren Graben der Bocken heimer Landwehr bei Stein i$6 zum 
Diebsweg und südlich neben diesem zur Marbach. Dieser nahm das 
Wasser der Marbach auf und beseitigte so deren bisherigen Lauf von 



Stein 156-6. Sodann wurde die Mirbach selbst von Stein £— 30 
zum Landwehrgrab« eingerichtet und endlich von Stein 30 zum 
Wege Ginnhcim-Hauscn ein neuer Graben Bezogen, der sich viel- 
leicht in die Ostseite eines ehemaligen Weges nach dem Ginnheimer 
Walde anlehnte. 

2. Zwischen Weg Ginn he im -Hausen (S^) und Wog finden sich 
Spuren einer Sehutianlage nicht von Stein ;<) bis 40, wohl aber, 
wenn wir annehmen, dass hier der Ginnheimer Wild sich in einem 
Zipfel nach Süden erstreckt habe, auf den Rändern dieses Zipfels. 
Zunächst zwischen Stein 39 und 38 ist keine Grabenspur, wohl aber 
ein dichtes Gestrüpp vorhanden, von 38 aber um die Südspitze 
herum bis 40 zieht noch jetzt ein mehr oder weniger gut erhaltener 
Graben, von dessen einstiger Baumhecke auf der Innenseite zwischen 
der Spitze und Stein 40 tili ansehnlicher Ke.s; stehen geblieben ist. 
Der Graben von Stein 40 zum Woog ist erhalten, aber jetzt sehr 



ganze Grabenanlage zuerst entstand, bleibt unentschieden. 

3. Der Woog bestand ursprünglich aus einer Reihe teicharti { 
Erweiterungen, die durch schmalere Strecken verbunden war. 
Hrstere bilden noch heute tiele, sumpfige Tümpel. Die Ufer si 
meist schlammig und schwer zugänglich. Wo der Woog am weites! 
nach Westen vorspringt, ist er in zwei Arme gespalten, dazu ; 



sumpfigem Gelände begleit 
;r Erweiterung und Verl 
irelTliclie*, gegen Rein 



Praunheim (65) muss der ältere Graben der äussere (westliche ) sein, 
weil dieser den unter 4 genannten Graben fortsetzt. Er musstc, viel- 
leicht abgesehen von seinem südlichsten Teile, 1406 besonders aus- 
gehoben werden. 

6. Zwischen Weg Ginheim-Praunhcim und der Nidda gehört 
der noch vorhandene Graben der ersten Anlage an, weil er mir dem 
äusseren Ende der vorhergehenden Strecke korrespondiert. 



Oigiiized Oy Google 



Einlach bhcb die Landwehr stets vom Wege Ginnheini Hausen 
tis 27 R. nOidlkh vom Woof;, weil sie hier den Wald berührte. Am 
Woog haue außerdem eine Verdoppelung die Sicherheil nicht er- 
hobt. Verdoppele wurde du- Landwehr nur von Anfang bis zurr. 
We«e Cinnr.eim-Hauseri, wo die Hauptmasse des Ginnlielmer Ac'.ei- 
landes in der Nähe laß, und im l-lussiiilchen von 27 R. nördlich des 
\Vool;s l'ls '.lim Wc»t Ginriheiin-l'raunheiin. Nördlich von diesem 
Wege isi die VcrJomH-lung nitiit erwiesen. 

1. Von Anfang bis Stein und 23'/» besteht der äussere 

und 5 jeizt auf seinem SiiJrjnJe stehen, jenseits 23 Va ist er ver- 
schwunden. Zwischen 30 und 39 scheint er den Phu/ eines früheren 
Ik^leiv.ve^s' eingenommen 1.1: h.iben. Reste seiner Süsseren Bcrnie 
finden sich noch auf zwei Stellen dieser Strecke. 

3. Im alten Flußbett sind ebenfalls Spuren des /.weiten, hier 
des innern, Grabens vorhanden, beMinders .im südlichen Ende, wo 
auf 32 Ruten die zu den anliegenden Grundstücken gezogene Bernte 
mit Baumen und Gestrüpp noch erhalten ist. Wegen des Abflusses 
des Regenwassers muss dieser Graben am Südende der Doppelanlflge 
in den äusseren Graben hinübergezogen sein. 

Vom Anfang bis zur Niddaebene erhielten beide Gräben ihr 
Wasser aus der Marbach. Heute fhesst diese bei Stern iS im äussern " 



wieder der Graben von ] 1 R. südlich von Stein 38 bis zum Woog, 
dagegen konnten die Gräben zwischen Woog und Nied, in Ermangelung 
eines natürlichen Wasserlaufs nur trockene sein. 

Der innere Graben w;r der breitete jedenfalls zwischen Stein 1 36 
and Diebsweg, wo er 1751* alt der damals zugeworfene =g:ussc 
Craber." bezeichnet wird, vrelieuh: auch bis Stein 30, wenn man die 
aus den Resten zwischen ^tein 11 und 14 sich ergehenden Masse 
verallgemeinern darf. Im alten Hessbett nach den Massen der sud- 
lieh und nördlich anstossenden eingiabigen Strecken zu schliessen, 
muss der äussert Graben der breitere gewesen sein. 





, endlicl 
und 39, 



wieder 
wo das 



■ S. S. 10B. — » Riss zum Bericht des Ackerger, vom j. Mai 1751 in Fase. 
•Ackers er.- Landwehr*. 



Als Breite der ganzen Landwehr werden für die »Frankfurter 
Marbach« 1717' 4 Ruten angegeben. Dies war, wie Nachmessunsen 
auf den Karten bestätigen, das Normalmass für die beiden zwei- 
grabigen Strecken. Aus Gründen des Geländes kommen jedoch 
sii'liaiv.-ciM; .such grt'^sac lireiit-i vor, 7. Ii. zwisoiien Stein ij und 
17, wo die Graben tiefer und daher breiter sein mussten. Für den 
Mittelstreifen zwischen beiden Grüben beträft die Durchschnittsbreite 



Vielleicht von Stein 30—59 der erwähnte Weg nach dem Giuti- 
heimer Wald von der Verdoppelung. 

Von Stein 4 — 7 der Diebsweg (48). — Führte von Stein 7 bis 
zum Wege Bockenheims Strasse- Ginnheini (16) ein Pfad, wie jetzt, 
auf dem Mittelstreifen der Landwehr? — Von Stein 4U zum Woog 
der noch bestehende Fahrweg? 



VI. Wegenetz. 

Die einzige Veränderung im Wegenetz dürfte die vermutete 
li^aii:;iiiig des Weges nach dem Ginnheimer Walde durch die Ver- 
Jujipchiiij; der Streckt von Stein ;u— gewesen sein. 



VII. Durebgflnfie. 

1. Weg Bockenheim-Seckbach oder Diebsweg (48) 
und Weg Leerbaehbiucke-Esehersheim (16a). Beide schneiden 
die Landwehr an derselben Stelle. 

Eingrabige Zeit. 

Für gewöhnlich scheint nur ein Steg für Fuss^au^cr bestanden 
zu haben und nur vorübergehend eine fahrbare Brücke gelegt 
worden zu sein. So erhielt 1416 einer 20 h., oder das holtz fürte 
an die [Ginnheinierl lantwer, darüber zu legen, die Bockenheimer 
steine | liasalt] darüber zu füren gein lionsmese«.' [d. h. über Diebs- 
weg und Hselierslieinier Strasse und dann entweder über Eschersheim 
oder über Eckenlu'iu: - Prcun^-hcim nach Bonames.] 

1 .'li^n^llL'irl lIl- AcUtl'.t. :r: 1_';;i[- r A <>2 7., — * Hamb. I4J5. 1 : - &t>. 



Zweigrabige Zeil. 
Für die allere Zeil nehme ich zwei Siege für Pussgänger an. 
Wenn es, ähnlich wie 141;, auch 1439 heissi, man habe 6 II »keysern 
geschenkt [dem Hütcr| am Esthers heimer Slage [= am Eisernen 
Schlage] als er die brücke ciu Ginnheim ulT der lantgcwcrile [d. Ii. 
auf der Ginnheimer Landwehr] halff machen und alle nacht abcliube 
als man die stein gein Bonaniese fürte«,' so haben wir sicher an zwei 
provisorische Brücken zu denken. Spater bestanden don zwei feste 
Brücken, wie sie der »Abriss über die Marbach« von 1738 zeigt. Der 
Durchgang heisst 1767 und 1777' Eckenheimer Steg und wird 
von einem Marburger Kiss 1 summarisch mit einem Steg bezeichnet. 
Heute ist der innere nördliche Graben verschwunden, der äussere 
(südliche) hat eine Steinbrücke. 

2. Weg Bockenheimer St r asse-GI nn hei m (16). 

Eingrabige Zeit. 

Ein Sieg ist anzunehmen. 

Zweigrabige Zeit. 

Der »doppelte Ginnheimer Stego wird erwähl» in dem 
Augenschein vom 18. Juni 1727 und dargestellt auf dem zugehörigen 
Riss. 4 Noch 1773 wurden »die zwei Stege am Ginnheimer 
Fusspfad* in Tannenholz repariert. '• Jetzi ist der innere Graben fiber- 
wölbt, den äusseren überdeckt eine ehemalige Grabplatte aus Sandstein. 

Die »Stege über die Landwehr uff der Markbach«, 
iu Jenen I59S' Holz geliefert wurde, können sich ebensogut auf 
diesen Ubergang, wie auf den des Diebswegs beziehen. 

3. Weg Bockenlieim-Ginnheini (49). 

liingrabige Zeit. 
Eahrbare Brücke und Schlag, beides aus Hol/ sind anzunehmen, 
obgleich nicht bezeugt, 

Zweigrabige Zeit. 
Auch der äussere Graben zog wahrscheinlich durch und hatte 
dann eine Brücke. Überliefert ist nichts. Der Schlag am inneren 
(nördlichen) Graben war später ein eiserner Schlag und führte 
diesen Namen, den die benachbarten l'eldorte bewahrt haben. Er 

' Bumb. IJJ 9 , F. jb. - ' Angaben von. ja Nov. 1767 und. 16. Mai 1777 
in Fj«. lAckerg«.- Landwehr«. - > Marb. D, llSa, Blatn. - - l-asc. .Ackers«.- 
Unik-sti,. und Uglb. A. -)1 Aa. - > Auw^e Jus Crjbi-isitidstcrs Blodi in Uglb. 
A. 51 _ * Rb. ij?] bei Fich. Hdsrhr. JJ. i7 b. 



DigitizGd by Google 



Die gro 



vic Dübellöchet 
n Jen Wiesen, 

raalige Richmn 



bWe! 



ordlichei 



; des Archivs (1589) und entsprechende M: 
e des XVII. Jahrhunderts geben im Wege Bockcnhcii 
Cinnheim zwei SthlSge an.' Davon isl sonst nichts bekannt. 

Bei dem Schlage stand auch ein Heiligenstock aus Basa 
Sein Oberteil sieht jetzt bei der Linde östlich vor Ginnheim ; 
Wegweiser, wo sich die Wege nach Bornheim und Eseherehei 



. We 



5. Weg Ginnhei 
zog durch, denn ein Ma 
baren, Steg. Schlag? 



Viertes Kapitel. 

Die Bornheimer Landwehr. 

Die Dorfbefestigung. 

Die Befestigung der nichttimmauu-ii 11 ( Ir.icii.iiceii uiimTit Gijl:._':iJ 
bestund meist au-; einem (irjhcn, der jedenfalls am innem, wahr- 
scheinlich meist auch am äussern Rande mit einem Zaun besetzt 
war. Der Zaun war gewöhnlich eine lebende Hecke oder Baum- 
heck c. Wo dies nicht angingig oder unzureichend war, half man 
mit Holzvcrzaunung nach. Die ganze Anlage heisst oft Hain- 
graben, der aussen um sie heramftlhrende Weg Haingisse. Den 



1 Rh. 1611 bei Bali I, 142. — ' Angabe des Herrn Lehrers Ludwig :n 
Hod.uiK-.,:!. - i Mark U ijSJ, BUl • u. :. — < = ',- 1 Mjrb. D i)Bj. 
Bim 



Oigitized by Google 



stattlichen » He y n g rab en « von Praunheim zeigt z.B. ein Ris: 
1770'. Kilianstädten ist noch jetzt auf der Nord- und Ostscite 
Graten und innerer Hecke umgeben. In manchen Orte», z. 
Dörnigheim Hanau erinnert noch heute die »1 1 ainyassei' ar 
iVte., der einst um Jen Hains;raben zog. 



befestigung, insbesondere der Grabet, später ganz vollendet wurde, 
bleibt dahingestellt. 

Der Verhüll von /an:! ii:id Graben, da wo sie vorhanden waren, 
wurde jedenfalls durch die Lage der Dorfschla^e bestimmt. Von den 
2wischcnsi.ccken lässt sich nur soviel sagen, dass nach der Geleits- 
brte ein Staketzaim entsprechend dem Pfade zwischen Apfelbaum- 
gewann und Friedhof gezogen zu sein scheint. 



An vier Stellen führten Fahrwege aus den: Dorfe. Durchgang« 
1. Geinhäuser Strasse (28) Nord. Die Gcleitskarte zeigt 
hier einen Drehschlag, dessen Achse mitten in der Vorderhand 
tiaei wc.'tlul; an: Wege stehenden, zicgclgcdcckicii Häuschens liegt. 
Dies Häuschen ist noch vorhanden, es ist das Doppelhäuschen No. 341 
und 3jj. In der nördlichen Haltte wohnt das alte Ehepaar Hafer. 
Die trau gibt an, frühe, sei de. sudliche Teil des Ilauschens «Hirten- 
haus», der nördliche .Schaf et haus« und der Garten nördlich vor 
letzteren [der auf ehemaligem Landwehr areal liegtj sei »Schäferei* 
gewesen Das Dach ist nach Anssage des Mannes beiden Häuschen 
gemeinschaftlich,' 

I. Wtp Bornheim-Kiedern (56). Schlag, genannt -das 
Flüthörn, also e.n Scl.lagbaum. Em Grundstück »gelegen an dem 
.j'.ldor» ermahnen d.e Grk.ir.ccn des l.icbiraucr.stifis * K.::h -etzt 
don die »Faltthorgasse«. 

3. Gelnbäuser Strasse(i8)S0d. -Der FrankfurtcrSchlaR.. 
Die Bezeichnung »zu Bornheini am Frankfurter Schlag« kommt 
:<-| ; '■■;,:.> D;r Sc!dan';'a:mi :.ta:i.l :ialie dorn. Ab^.in.n der LinvuiLiasse 
etwas nach ßornheim zu, wo jetzt an der SOdostseite der Strasse der 

ch im i. Seft 1S99. — ' 11».» 



Digitizod by Google 



Neubau der Wirtschaft »zum alten Schlagbaum« stein (No. 248). 
Eine Ansicht liei Wirtschaft tviiiii ScI'.isijhiuitüi , aber uhne Jen ci clius; - 
baum ist in der gegenüber liegenden Wirtschaft (Kühl Wwe) seit 
einiger Zeit auf der Wand gemalt. 

4. Weidenbornstrasse (46). Am Westende des ältesten 
Teiles des Dorfes, wo lünf alte Wege zusammen treffen, darf viel- 
lacht ein Schliß vermutet werden. Bekannt ist nichts. 

5. Auch ein busiwes führte aus Bornheim kurz vor der Schi.i^- 
hütte nach dein Pfade, der ilnvt .111-seii .im Duif/aim cnii.m;; Ktcllt. Es 
iiL-::-f.i lo:-. 1.1m S:ic_;ch rieb der hel.-.inv,tcn 1 v i 1 l r L c " 1 1 l : r . .j . die denEintritl 
des Viehes ausschloss, während sie von Menschen überstiegen wurde. 



Neue Hornheimer Landwehr heisst die Binnenlandwehr, die vom 
Eck der Diebesgrund- und Zwerch band wehr JUOl Ostende des Dorfes 
Bornheim zieht. Eingeschlossen wird von ihr der grossere Teil des 
l ; r:tjbiTj!ei leide-, im enteren Sinne :iiul der Hon:lie : .ii',ci- Termiiiev. 
.iiisgesililossen der nördlichste Teil de- ]':ie Jber;;e: leides (der Diebs- 
grnnd) und in Bornheimcr Termine? das Wartfcld und das StafFel- 
fdd. Namen sind; »die nuwe usserste Undgewere usserhalh Boro- 
heim« 1476;' »die nuwe Bornheimet lantwcm 1477,* '479;' "die 
nuwe lantwem (oder olantgcwer.) 1476, 1 1477,' 1478,' 1774; 7 »Land- 
wehr zu Bornhcinm [476;* ulantiver geill Bornheim« 1480;' »die 
Bornheimcr lantwcrn i.(7Ü.'° 



Dass der An t jii p u 11 !; t der Landwehr das heb der Dicbsgrund- 
und Zwerchlaiulwehr war, fuli;! schon .ms den örtlichen Verhältnisse]'.. 
Dazu wird es noch deutlich ausgesprochen in der Nachricht von 



Die Lantlwehr. 



I. Begriff. 



IL Verlauf. 



1477:" SO Ul 
gein dem 
Knoblauchsh. 
Anschauung, 




»han wir 
chs he 
nufl. e 



ißgebt 



ven landgowcre 
tnd später die 



ibi 



in hi 



Ti 



Ei 



ig der Eschers- 



Bgnib. 1.176, F. ij. 



heimer Strasse beginne. Ein Hanauischer Riss von 1774" seilt die 
Bezeichnung »Neue Landwehr« schon mischen Eschenheimer Strasse 
und Knoblauchs hol" und Baitonn gibt :iri tiner Stelle an, die Land- 
wehr sei nuni den Kmol.uich.h ot« genügen und an einer anderen, 
sie sei »dich; hinter uVm Knnbhuclishof herum« angelegt worden." 
Veranlassung zu diesem Irrtum kann der Umstand gewesen sein, 
dass man in spaterer Zeit vom Eisernen Schlag aus die Begehung 
und Einteilung der Grenze einerseits nach dem Ober-, andererseits 
nach dem Untermain zu vorzunehmen pfleg«-, ' vielleicht auch der 
andere, dass die Verdoppelnnjj der Diebsgrundlandwchr mäglicher- 
wtise gleichzeitig mit der Anlage oder einer Reparatur der Neuen 
litirnliL'imer Landwehr erfolgte.* 

Die Landwehr zog zuerst am Westrande der Eckenheimer 
Strasse («) 55 R. ™ch Norden, zum höchsten Punkte der Strasse, 
dann ziemlich geradlinig nach Osten über die Bornheimer Grenze 
zum höchsten Punkte des Eulenberfis, wo jetzt die Warte steht, dann 

Vilbeler Strasse (27) untf des Weges Born he im- Preungesheim (55), 
dann zum Wege Bentheim-Seckbach (5?) und endlich am Westrande 
dieses Weges /um Dorfe, Per Ausschluss des nördlichsten Teiles des 
Ftiedberger Feldes kann keinen fortifikatorischen Grund gehabt luhc-ti, 
wie die gleiche Erscheinung bei der Diebsgrundlandwchr. ' 

Die Strecke Bornheimer Grenze-Warte ist bestimmt durch die 
Absicht, für die Watte den höchsten Punkt zu gewinnen. Von der 
Kreuzung des Weges Bornhcim-Preungesheim mit der Vilbeler Strafe 
bis zum Wege Bombeim- Seckbach (J9) bot sich eine natürliche Boden- 
senkung dar, die sich jen-.eits Je?, genannten Weges als "die Sulz» bis 
zum Bruch fortsetzt. Zudem war die Nordgrenzc der Btiruluimei 
Terminey wegen ihrer grossen L'nreijeimassigkeit ab Anhalt für die 
Landwehr unbenutzbar. Der Ausschluss des Kothsbergs, auf dem 
die Gcrichtssüttu Jl-s >.]!■: ■inheim er Beiges« lag, konnte damit zu- 
sammen hängen, dass 1476 der Rat vielleicht nach nicht für alle 
Teile der Bornheimer Termine v uli voriger Verständigung mit Hanau 
gelangt war.' 



- ii 4 - 

Doch dürften auf alter gemeinsamer Nutzung beruhende 
ll.ir-;v.ii : .i:kc Ansprüche vurL'cksai habere, die ül-ristus auch die 
Führung der Dtebsgruridhndwebr beeinflusst hüben können. 

Die Festlegung des Landwehrverlaufs im Gelände macht gar 
keine Schwierigkeiten vom Anfang bis zur Warte, da für diese Strecke 
genaue Risse vorliegen. Auch die Strecke an. Seckbacher Weg unter- 
liegt keinem Zweifel. Dort sind sogar noch Steine erhalten. Für 
litis /Iwisd teiisi i'ick haben wir mn eine uns- Gusanitd.-.rsteKiiT'.^ 
von 1772.' Hier gilt es, die Spuren der meist völlig verschwundenen 
Landwehr im Gelände zu suchen. Da können wir nun die innere 
Landwehrgrerwe bestimmen durch die Nordmauer der Warte, den 
zehntfreien Acker und den Feldweg von diesem zum Wege Bornheim- 
Prcungcsheim (55). Jenseits des letzteren verUsst uns zunächst jede 
Spur. Wenn wir aber den Feldon »im Boden« (Gewann 7) in genau 
Midüstlkhcr Richtung durchqueren, so treffen wir auf den Anfang 
eines (iiniKiis, der genau in der Mitte der oben erw.llmien Senkung 
bis zum Wege Bornheim-Seckbach zieln miil nicrits :i:deres sein kann, 
als der Nachfolger des Landwehrgrabens. 

Die Hoheitsgrenze von 178; begleitet den äusseren Rand der 
l.jnd'.vdir vor. Anditit: bis ■/:.: dem iiitercsianien, noch von 1769 her- 
l iihri-nJer, Dr dm.'ii her No. 192, worauf sie sich von der Landwehr 
ab nach Norden wendet. 

III. Umgehung. 

Innen. 
Im Weidenbornfeld: 

1. Der Eulenberg. 

Im Nussbatimfeld: 

2. Der Wartgarten.' 

;. Der zehentfreie Acker. 1 

4. Hinter den Röthen. 

5. Im Boden, eine Senkung. 

6. Im Sültzcn Ahlen', ein Lck am Wege Rnrnheiiti-Scck- 
bach (56). 

Aussen. 
Im Nussbaumfcld: 
T. »Der [>ur War;e] zugehörige Garten an der Landgewehr*. 
Flurbuch. 

2. Am Wildstock.' 



DigitizGd by Google 



). Der Schmerbacher Acker, die Landwehr niclil unmittel- 
bar berührend. 

4. Der Atzelsberg. Seine Höhe hegt in Seckbacher Termine?, 
sein Abhang im StafTelfeld. 

5. Im Ulmenclauer. 

6. Eine nWiistungn, eine »Spitze ausser der Landgewehru 
zwischen den Steinen 257 und 258.' 

IV. BcscJwffeQhdl 
Die Bre.te dieser stets eingrabig gebliebene,! Landwehr wird 
1713 für die in Bornheimer Terminey verlaufende Streike auf 2° y 
mgefiebrn ' Cirnj-.t Dorste hingen l_i In Strecke i^thch der Watte 
fehlen. Westlich derselbe^ setzt nach einem Riss von etwa 1800' das 
Areal der damals s:hon abgeschafften Landwehr mit einer Breite 
>-n j'/< H ■-• . -m i.ach : : l< 1 .: c:e Xunnaiarcite von 2° j' zunlck- 
Illeben, Jic 'ie tii: mm Wij.-t Ijo.-nbcim-LcU'i heim (54) beibehält, 
aurauf sie b.i z.:r bratiktVit: (ireefe Jutch Lir.Je/ielu e.f. Jes ;nne-i-r. 
hti , \':tv.c,'es i" K" 4" breit ist. 



seilt (Ost) mit » =-- Neobinch, auf der Feidseite (West) mit 
(Kornamt) bezeichnet. Der erste steht in dem Gässchen zwischen 
den Hausem 357 und ;6l, der zweite gegenüber der Mitte zwischen 
Haus 434 und 448 (ehem. Aceishaus), det dritte etwa iou 111 

randes beträgt jetzC vom ersten dieser Steine 6,20 m, von den beiden 
anderen 8,00 m wenigstens. Da nun die ursprüngliche Landwehr- 
breite 2° ;' = 9,52 m betrug, so ergibt sich, dass hier der Weg aui 
Küsten des l..i!id\vchr,iieals verbreitert worden ist. 

In Frank inner Termine;- schwanke:] die bei der Ai'scii.iliunu; 
angenommenen Masse von der Bornbcinicr Grenze zur Eekcnheimer 
Strasse zwischen 3° 2' 8" und ,|° 4' 0", an der genannten Strasse 
zwischen 3° o' 6" und 5° 4' 2". Auf ersterer Strecke ist hierbei sicher 
der innere Bestie! 1 , weit, auf letzterer vaiirsdieiiilicli ein 'l'til der ehe- 
mals sehr breiter: Eckenlieisncr Strasse /um Landwchrarcal gezogen. 
Niehls binden, auch in der hVank furter Termine;- eine LiVsnri.nLjic:^- 
Norm alb reite von 2° 5' anzunehmen. 



DigiiizGd t>y Google 



- II* - 

Erhallen ist der Land« chrgrahcn ungefähr in seiner ursprunf;- 
liehen Breite, aber mit verminderter Tiefe vom Wege Boroheim- 
Seckbach (59) nach Norden m auf 75 R. 

Hier betraut der Kanderabsrar.d ungefähr gemessen, kurz ober- 
halb des Seckbacher Weges 4m = i*o- kurz oberhalb des 
Eintritts der Wasserleitung < m - t'j'2"; einige Meter weiter 
oben, wo der Graben m neunter Zeit erneuert «heim, 0,92 m. 
Nehmen wir als utspiünglichen Handerabsrand 1° j- an. so verteilten 
sich, vorausgesetzt, dass be.de Reimen gleich breil waten, die über- 
lieferten z* y Land weh rbreiie folgen der massen : 

Innere Be.me : cfy 

Ränderabsrand: t'y 

Äussere Benne ify 

Landwehrbreite: i'y 
Aut weitere 117 R. ist an die Stelle des Landwehrgrabens ein 
Silimaltr Gra»i.n (jc.reicn, der teilweise als Weg benutzt wird und 
am Keldort o.m Bocena aufhört." 




Von Stein 177 — >Wi bezeugt für 15119.' Kr enisprithr dem Steg 
der Diebsgrundlandwebr bei 177.' Vom Eckenheimer Weg zur 
Warte zog noch 1777 ein Weg »hart an der Landwehr hin«, den die 
G;\i;u-n:nei:,UT ■<;ir: i:nv(!:;k-[iklit!ie!i Zeilen" /uv WY^bringung des 
in der Landwehr gehauenen Holzes benutzten. 4 Dargestellt ist er 
schon ij8j s und sein Anfang bei der Warte 17J2. 1 Von der Warte 
zum Wege Born heim- Seckbach (;■)) geht Ij8t5 »nhur ein schmaler 
l'!i;irives: /wr.dien dei I ..uuLicwelii" nach den Weingärten im Atzels- 
berg» d. h. zwischen der Landwehr und da-i.rn Weinbergen. Dar- 
gestellt ist er in seinem ganzen Verlauf 1 589, ' 1678* und 1759» 
.Sdiduin pn;i -.ein -loyjwenl^lier Teil ein ; denn 17S5 heisst es; 
»Iii. existiert ein Fahrweg an der I.ainlwchr vicii SnlzensciiLi!.; [um 
Wege Bomheim-Seckbach] bis mitten nach Fricdbcrger Warten. 10 
Jetzt ist auch dieser Rest dem Verschwinden nahe. — Vom letzt- 
genannten Weg zum Dorfe begleitete der Weg Bentheim -Seckbach 
die Landwehr. 



' S.Katisrerli.i:iiSo, 1B71H u.Kirten»1z 1 : 2000. — ' Gr. R. — 'S.S. 61. 
— * AckeTgcricSilsrnu. ■ r o r -v. id. Mjl :;77. - * Gl. B. - * Domh. LaycrL'u Js. 
7 Gr. Ii. - • iL I, u. - ' Kaitc der Schlacht bei Bergen, Scrictenb. Eibl. — 
» Act Senat. Scabin. 28. Dcc. 1785. 



Zuerst die Eckenheimer Strasse. — Der Begleitweg zwischen 
dieser Strasse und der Warte kann gemeint sein in dem Beschluss von 
[495 »den weg by der Bornheimer wart die lantwer hin ab 
biß inn die alt Straß [= Eckenheimer Strasse] absteynen lassen 
und den jhenen, 50 tckere do selbst haben, erstatung turnt,' obwohl 
dies auch auf den Äusseren Begleitweg passt. Sein Vorhandensein 
fanden wir oben durch die Breite des Landwehrareals und bei der 
Warte durch Darstellungen bezeugt. Letzteres ist schon IS72 * der 
F;:l. — Zwischen der Warte und dem Fck am Wege Bomhetir,- 
Seckbich scheint du Riss vor, 1678' einen solchen Weg zu vet- 
tert hnen ; doch ist die Deutung durchaus nicht sieber. Em Teil 
cieses Weges schein: heute erhalten in dem schmalen Heidweg 
mischen der Noidoitecke des oZeher.t freien Ackers» und dem 
Wege Bomheim l'iiungeshe.ni ,'üj. - Endlich vom genannten Eck 
bis Bomheim fehlt jeder Anhalt. 

Im Wegenetz hat die Neue Bornheimer Landwehr starke Ver- 
.:ü;Ti;n^[ ii lu-rvorgeriita!. (i:irv.j,l: h'osscn \vn:d;'r: u'ic l'rcunges- 
heimer Strasse (26) und der Weg Boniheim-Eckenheim (54). Die 
übrigen Wege wurden als Fahrwege nach einem einzigen Durchgang 
bei der Fricdbergcr Warte geleitet; ihre alten Strecken sanken zu 
Fusswegen herab. Es kamen somit folgende Zugangswege auf: 

A. Für die Eckenheimer Strasse (21). 

a. Vom Preungesheimer Schlag erst der Weller pfad (zj), dann 
ms diesem der Zugängsweg zur Warte (z;a), der wohl am Süd- 
osteck des Wartgartens in den Hauptweg mündete. Einen Weg 
Wellerpfad-Warte zeichnet Hesler 1678" und verwandte Risse. Sollte 
der Name »Hammeßschlagi. den Preungesheim« Schlag bc- 
leichnen, dann bezichen sich auf die Anlage des in Rede siebenden 
ZaglE(pwegs zwei Nachrichten von 1490: »die frunde die für 
|= vorher] bym Hairuncß.scIiLg gewesi sin, sollen den weg aber- 
mals besieh tigen« und später: "den weg an Hammeßschlag besehen 
und geyn der wart czu schicken.« 1 



b. Von der Warte nördlich an Stein 196 vorbei 2um Weller- 
pfad, wo der Weg Bornheim-Eckenheim (54) erreicht wird. (J4 b )' 
B. Für den Wellerpfad (aj). 
>. Wie bei hi. 
b. Wie bei Ab. 

C Für den Weg Bomheim-Eckenheim (54). 

a. Zugangsweg zur Warte (54a), lyja' »Wartweg«, jetzt 
■Dortelwciler Strassen genannt. 

b. Wie bei Ab. 

D. Für den Weg Bonrneim-Pmingesheim (55). 

a. Wie Ca. 

b. Zuerst Weg von der Warte zum alten Weg bei Stein 207 
(55b), 1677 dargestellt und als »alter iiieimcsheirner Pfad« bezeichnet;* 
später Weg von der Warte zum Wellerplad, der bei dem noch vor- 
handenen Heiligenstock erreicht wird ijjc), jeizt Chaussee.' Der 



E. Für die Vilbeler Strasse (27). 

Znr Wegevwlegung lagen zwei Pläne vor. Am 23. Juli 1478 
beschloss man »den weg czu und von der Warthe, wie der besehen 
ist wyt und enge, den wyden wegmachen lassen«,' und am ;. Sept. 
»den weg zur Bornhcimer warte, wie der besehen ist, machen lassen 
und den befrieden mit grebena.' Die Ausführung fand spätestens 
1500 statt, denn damals wurde auf der Warte gehütet »alß man die 
steyn setzet zu der Strassen daselbst*.' 

a. Innerhalb der Warte führte man damals die Strasse wahr- 
scheinlich so, wie wir sie noch 1772 in rektifizierter Form finden 
(27a). Sic verltess die alte Strasse nördlich der Hundsweid, streifte 
die Westseite des Frankfurter Wasens und zog mit einem Knick am 
Schlinkenweg nach der Stelle des Wartwegs (54a), die der Grenze 
zwischen \ij:.sl\inmle\! (Ciewanr. K) iiiul WculinhmifcU (Gewann ;) 
gegenüber liegt.' Die heutige Richtung der Strasse (27b), von der 
Hundsweide geradlinig auf die Warte zu, besteht seit 177}."' 



Di ].l::e-"J O 



M? - 

zog bis i 773 der Zugangsweg (37c) 



n ;:\:-Ll Aii!;il:-;:Lli;s;.-:projeklC. Nach dci 

kr Warte zur Kreuzung von Vilbel. 



1 (J 7 d) ziehen. Lernen 



und demnach Schläge 
j »die siege, wie die 
md Museeiet)..' Solche 
iieh die Eckenbeimer Strasse (21) und vermut- 



östliche Wcllerpfad (2;). 
Eckenbeimer Strasse (21). 
1 Schlag und, da der Graben | 



Steg. Diesen Zustand zeig! ganz deutlich die Geleitskarte von 1572; 
ferner der grosse Riss von 1589 und die Risse von 1677' und 1774.* 
Die beiden letzteren haben auch die Benennung »Eckenheimer 
Steg.. 

Von jener Schliessung der lickenliehr.cr Strasse <;ibi 1768 eine 
Erklärung des Rats betr. die Zwerchlandwehr' folgende Darstellung: 
»Zu der Zeh, ehe die Stadt mir Wallen und Gräben, wie sie jetzo 
ist, befestigt war, ging die Strasse nach Friedberg über die alte 
(lasse, dem nunmehr zugemauerten Tor hinaus, neben der Zwerch - 
bndwehr vorivv um! durdi die grosse Land w ehr an denjenigen 
Ort durch, wo jetzt der Eck enheimer Sieg liegt. Als aber 
j.is [ heutige) l'riedberger Tor gebaut und die neuere liefest iguiti: 



angelegt war [1628—16)4], nal "™n luc ^ e ' ne neue Landstrasse und 
zwar nach der Eriedberger Warte zu gemacht ; die vorhin nach 
Eekenheim gegiiri^en, aber, vermittelst Aufwerfung der Gräben, 
wo dermahlen der Sieg liegt, gesperrt, aber den Platz der Strass 
selbst ohne Veränderung liegen lassen.« Die Breite der nunmehr als 
Fussweg dienenden Strasse wird sodann auf ij- 18 Schuh angegeben. 

Hierzu ist Folgendes zu bemerken: I. Niehl die Stadtbefestigung 
des 17., sondern die Land weh ran läge des 15. Jahrhunderts veranlasste 
die Strassenverlegung. - 1, Der Ausdruck »Aufwerfung der Gräben« 
gestattet keinen Schluss auf Zweigrabigkeit, für die sonst nichts 
spricht. — Dass der Graben an der Kckeniieimer Strns>.L- 11 rsprij!: j; livrli 
ausgesetzt hätte, ist schon wegen des Ablaufs des Regenwassurs von 
der Warte her nicht denkbar; auch wäre dann [499 bei der Ab- 
sdjallijiij! des Sdilugs neben dem Besetzen mit Hecken da? viel 
wichtigere Durchleben des Grabens erwähnt worden. Die Sperrung 
der Strasse wurde also, abgesehen von der Beseitigung der Brücke, 
durch Fortführung der die Landwehr innen und aussen einfriedigenden 
Hecken bewirkt, in denen nur eine schmale Lücke für den Steg ge- 
lassen wurde. 

2. östlicher Wellerpfad (25). Er überschritt die Land- 
wehr westlich neben Stein 19t. Steg. Er heisst »Rreunis- 
heimer Steg« t $86;' »Preunges.r.eimer Ste fit 177;'; »Preunges- 
heimer u»d Eriedberger Steg« 1774'. Stegsignatür 1589.* Hie 
(ielej-karte tjji '.a<«i den gaucn Wct; fort, also betand damals 
schon nicht mehr der etwa anfangs vorhandene Schlag. 

j, Ha^ptdurchgang. 

Friedbeiger Wirte. 

»amen: »nii« Warthe« t4?8;' »r.wc Warthe gen BninyiSheimo 
1478;' »Vilwiler warten 1478;' »Warthe henesit Bortlheimo 1477;* 
»nuwe Bornheimer warte« '1478;' »Warte gein Bornheimct 1480;'° 
sW.u '.lie zu [iurnbein;- 1 .5 St f 1 ' :ilifirnl:e:ii:er warte 147S-," 14S5, 1.1^7, 
1488", 1490," [498," 1499," isoo," 1501," 1502," 1504,™ ijn," später 
kam die Bezeichnung »Friedherger Warte« auf, welche geblieben ist. 

. <; r . r, - i 8 R g g r 

> (.l:,cn. III. 6. - ' Rb. [.178, i-. !4. - 10 HL" I. ;!>!>, ]■'. n-lL-. - " M. IJ«4- — 

■< Rb. 1450. — — — '• ligmb. 1499. — Rb. 14991 — " Uglb. A, 92, 
S. 1. - '» Rb. ijca bd Fleh. Hdsttir. JJ. 57. - B Le». III, 4". - " Rb. i s n 
bei Reh, Hdschr. JJ. t7 L-- 



DigitizGd by Google 



am 2. Dez. 1477 bestellte: man »die (runde, ezubesehen umb eyn 
hc czu machen und an welches ende off die nuwe lantwer«' 
am 14. Jan. 1478 beschloss man endgültig »als die frunde czu 
luvten Warthe yen lSii;:i;jii;litim k-sulien han, dem nachkommen ■ 

nit czu kostlich machen lalsenc' So begann denn Anfang Mai 
Jan.' Betreffend die Arbeits- und Geldleisrungen der Bürger 
u beschloss man am 5. Mai: »die pherdc han, sollen mit pherdei. 
geschirre dienen, die andern Richen sollen 1 thor [Tuüios]' 
a, die andern 9 h., mit den gantz armen sol man sich [unles- 

Infinitiv] czu der warte«.* Und am 29. August empfingen die 
enmeistet 129 t, »als etliche burger mit iren pherden tind ge- 



kommen ezur Bornheimer Warte«.« Der sreinerne Teil, der »Fuss« 
des Turmes wird linde Juli vollendet gewesen sein. Denn damals 
beschloss man »off die nuwe warte eyn stocke hölzernes Ober- 
geschoss] und eyn siecht Dachen [glattes Dach ohne Türmchen, wie 
solche in Otiten an der GjIü™- im,! HiKU'iihi'imtr Ward: «m;cii | »d.iriiiT 
machen Infstim.' hin guTüilte*- Kric'isi'.mnn i-rludt die Warte zu- 
gleich mit de: 1 Hadiscr.lijiiter 1.171, .üs nun hcüircluett, dass etliche 
Landherren die Warte »brechen« weihen.' 0 

tracht kommenden Genend. Offenbar um ihn auszunutzen, hat man 

über jenen Punkt angelegt. — Die Warte steht links vom An- 
kommenden. 




Digitizod by Google 



Einrichtung. Für die bauliche I- i n ri c h t Li n g füs;en wir dem bei Wolff-Jutlj; 
gegebenen Folgendes hinzu. 

Der Turm steht wie bei der Gulgcn- und Bockenheim« Warte, 



ältesten DarstellnDgen der GalRen- und der Bockenheimer Warte- 
zeigen diese beiden liijjeniiimliclikeiti-n. Der Erker im Mantel ist 
dargestellt um 1S04 und 181a' 

Den t;laticn Helm mit ausgesteckiem Signalkurb zeigt die 
Geleitskarte. 

Den Brunnen setzt die gleiche Darstellung, unrichtig er weise, 



uer. Die Uge 
nem Marburg« 



□ hl vcin Anfang an ein Schlag- 
ats "Schlaf; an der Warte hin- 



Der erwähme Schlitz ist jet^t /ummauert, aber die iwei Kragsteine 
mit den Ausfresungen zur Aufnahme der eisernen Achse des Schlag- 
haums sind erhallen. — Gezogen wurde der Seblagbaum durch eine 
Kette, welche aus dem Boden des etwa überkragenden Hobgeschosses 
des Turmes (der S c h ü tzc n kam m e r ? s. S. 44) nacli dem inner- 
halb des Mantels liegenden kurieren Arme des Schlagbanms ginn. 
Diese Einrichtung wird durch die Darstellung der Geleitskarte ausser 
Zweifel gesetzt. Die von R ei He n sie in noch gesehene Rinne in dem 
vorkragenden obersten Steingeschoss des Turmes diente zur Auf- 
nahme dieser Kette. Den gleichen Zweck haue die an entsprechender 
Stelle noch jetzt vorhandene Kinne bei der Galgen warte.' Auch bei 
der Bockenheimer und Sachsenhäuser Warle wird demnach eine solche 
Rinne als einst vorhanden zu vermuten sein. — Die Darstellungen 
von i6ji und um [804 geben dem Schlagbaum eine Kette an einem 
(reien Ende; demnach wurde er später auch oder ausschliess- 
lich von unten gezogen. 

Den Durchgang für l''iiv.gj:igei- /wischen dem Iii nfallsp Hock und 
dem Südende der westlichen Wun^enmauer der Brücke sperrte ein 
Haspel. Auch dies deutlieh auf der Geleitskarte. 

liieser Warte so um [804.' 

Auch eine Ruhebank -und bei da Warle, liiue neue, steinerne 
wurde dort 178K durjh Steiiili.mei Renfert mi- Bockenheim gesetzt. 4 
Doch ist ihr Standpunkt unbekannt. 

Wo der 151 l gefasste oKamelbotm bei det Bomheimer Warte 1 

lag, ist ebenfalls unbekannt. 

hin Nebettschlag schloss nach der Gelcitskartc den Eingang 
zum inneren Begleitweg. Hs war ein Drehschlag mit Drehpunkt im 
Westen und Anschlag jeeeu dieSüdstirn der weitlichen Wangenmauer. 

Um den Verkehr auf der gegen ijoo neu angelegten Strasse 
zu halten, war diese auch gegen den alten Weg Bomheim-Ecken- 
heim (Wartweg) (51), sowie e.cgeO die alte, nach dem Vilbcler Stege 
führende Strasse (27) durch je einen Drehschlag gesperrt. Beide 

1 Anden W. J, S. fii) U, 100, — 1 II. [(Of Museum. - 1 C. 414; Museum 
">i Acttmunn iSio. — ' Act. Ackerger. in Nu. 511 des Rcp. — 1 üb, i;it bei 
R*. Hdichr. J. J. 17 b. 



— ta< - 

Schläge erscheinen auf der Geleitskarte; der erstere wird auch 1678' 
und 1732' verzeichnet und heisst »Warth Schlag«. 

An die Ostmauer des Warthofs schloss sich, gleich breit mit 
dieser und nördlich an die Landwehr oder deren Begleit weg gelehnt, 
der (zur Warte gehörige?) »zehentfreie Acker..' 

Westlich an der Sirasse (vor 1773) aber, zwischen dieser und 
dem Begleit weg lag der Wartgarren. Er reichte 1772 südlich bis 
an Jas Knie der Strasse, endete also fast dem »Wartsclilag« gegen- 
über.* Schon die Geleitskarte zeichnet ihn, und zwar als Weingarten 
mit Lattenzaun, lässt ihn aber, wohl ungenau, nicht so weit nach 
Süden reichen. 

4. Vilbeler Strasse (27) und Weg Bornheim - Preunges - 
heim (55). Steg, genannt »F ilbeler Sieg ■ 1586;' »F ü lbel e r 
Steeg« 1677.' Stegsignatur findet sich 1572, 1657, 1677.' Beim 
»U'mbgango von 1677 wird die Bemerkung gemacht; »aber der Steg 
ist nicht mehr vorhanden«. 

Wo die Vilbeler Strasse die Grenze durchschneidet, stand öst- 
lich neben ihr, wo jetzt Stein 214 stellt, ein »Hanauer Wild- 
lind Zigeunerstock.n* Daher der Name des Feldsorts »am 
Wildstock«. 

Die Lücke zwischen Bornheim und Riederberg. 

Die am Ostende Hornhtinr. .tut'hörcmk Landwehr lindet nicht, 
wie zu erwarten wate, am Weitende des Dorfes längs der Geln- 
häuser (28) und Bornheimer Strasse (32) (heute Berger- und Arns- 
burger Strasse) ihre Fortsetzung. Vielmehr bleibt zwischen dem 
Frankfurter Schlag und der Btichwaldlandwehr, obgleich hier die 
Anlage eines L.mJwehrgrabens leicht gewesen wäre, aus unbekannten 
Gründen eine Lücke. Weder hier, noch an einer anderen Stelle haben 
sich, trotz eingehendster Untersuchung des Geländes, irgend welche 
Spuren einer Scliutzanlage zwischen Dort "nc lest ig uns ""d RuchwaU- 
landwchr auliinden lassen. Der Grund für iiie l'ntL'rl.issiiiig einer 
vielleiehi gepl.:iiieii Verbindung mag, wie bei der Lücke am unteren 
KicJerKrgweg. Jie v erb. Um: ■■.massige Sicherheit der Gegend ge- 



' R. I g. — ' Bornh. Lagerb. — > R. lB, 1771, Framminn. — < Ibid. S. 
Ts F. X1L [ A B C D, - ' Umb B . 11H6. — « R. ib. - ^ Üeloits karte; M. 11, 
1 ;Sj ; R. :b. - s ](. 1, ,6j 7 UI ,J Riss von J. C. Linding I7jj, Marb. 



Digilized by Google 



- 12J - 

Fünftes Kapitel, 



Die Zwerehgrabenlandwehr. 



Iwdwehr und dem Nordwesteck der RiederfeldUndwehr am grossen 
Riede rbru eh.' Sie heilst meist »Zwerchgrabtn; daneben auch iZwerch- 
hudwehr 177911 ;* »Zwerg Land Wehr an der Bornheimer Grenze«;' 
»Born he im er Zwerg Land Wehr».* 

II. Verlauf. 

Die Landwehr folgt der Bornheimer Grenze von Sioin 69—72 
nach Osten, von 72 — 73 nach Süden. Letztere Strecke fallt in die 
nördliche Verlängerung der »Landwehr am grossen Ried erbrach 

III. Umgebung. 

Das Hospitalgut unter dem alten Berg. 

Ädere. 

Der Bornheimer Bucliwald, der noch im XV IL Jahrhundert 
dort vorhanden war.' 

IV. BeKtiaffenheit. 

Die Breirc des Land weh rare als, das noch heute im Gelände er- 
kennbar ist, beträgt bei Stein 69 auf der Kataster karte' nachgemessen 
2 R, verjüngt sich aber etwas nach dem Bruch zu. Der Graben ist 
erhalten von Stein 71 — 7), wo er in den ebenfalls erhaltenen Graben 
der »Landwehr Grosses liicderbruch oben« umbiegt. Seine heutige 
Breite entspricht etwa der äusseren Hälfte der ursprünglichen. 

V. Befleltwcge- 

Von Begleitwegcn ist nichts bekannt. 



' S. S. 76. — ■ Btr. des Ubtrf. Vogel vom 19. Od. 1779 In »Aclerger.- 
UnJwehr«; Flurbuch. - 1 Floib. - ' [bii - I Heiler H. 1 u, tfijS. — 



□ igitizedby Google 



VI. Wegenetz. 

Da? Wegenetz erfuhr durch diese Landwehr keine UmgesuUuii!:. 



Sechstes Kapitel. 

Die Seekbaeher Landwehr. 

L Begriff. 

Seckbach er Landwehr nenne ich die Grabenanlage, die, 
am Bck der Neuen Bornheimer Landwehr heim Wege Bornheim 
Seikh.ich (;.)) 1'tyiünenJ. am kunigsiiMicli liin.di/ielii, ii:u heim Nord- 
usteck de- Grossen KicduTrik'ks die KieJerkUljiid'.veln- zu erreichen. 
Sie begleitet fast durchgängig die Bornheim -Seckbach« Grenze, 
welche nur zwischen Stein 147 und 248 der Steinung von 178; über 
die Landwehr hinaus bis an den Pfad nach Seckbach reicht. Die 
Bezeichnung "Landwehr« findet sich für das Game auf einem liiss 
von r 57 j (bzw. 1605),' für den Graben an der Suis auch im Rechen- 
buch von 1619.' Der nördliche Teil der Anlage lieisst, da er an 
Seckbach grenzt, 1.-133 »lantwere /.u Seckpaclw.' Die Landwehr ver- 
wahrt die 1476 noch ausgeschlossen gebliebenen südöstlichen Bestand- 
teile der Bornlieimer Tcrniiney, nämlich Koihsberi;, Hochwald, Buch- 
waldfeld und Sand, gegen Seckbach und den ausserhalb der Land- 
veeh; liegen Jen, i'ch.in iicii von I Isn.iu beanspruchte:) Teil von Hie Jini. 

II. Verlauf. 

Die Teilstrecken de* Seekbaeher Landwehr sind: 
I. Der obere Graben, von der licke der Neuen Bornlieimer 
Landwehr (Siein 359) mim NorJnstecl; des Bornlieimer Bruchs (Stein 



262). Diesen Graben legte 1-r.inkmrt aul Grund des Hanauer Ver- 
gleiches vun [481 neu an. Der Grahcrimeister miij.'.tc ihn »mit der 
[Neuen BornhcimcrJ Landwehr auf halten«. ' Seine UnterditeÜvmgen 
sind folgende: 

3. der Graben an der Sulz, am Südrand der Sulz bis zum 
Beginn der Niederung kurz vor -Stein 247. 

b. der Graben am Ostrande des Seckbacher Bruchs vom ge- 
nannten l'unkt bis Srein 261. 

c. der Graben am Eselsfurl, 1 von Stein 261—262 quer über 
das Bruch ziehend. »Der Eselsfurt aber ist ein Zwergd.imin, /wischen 
dem Seckbacher undi Rornheimcr Bruch, scheidet dasselbe, nach In- 
halt des Hanauischen Vertrags [1481] von einander, und ist dieser 
Damm 2J R. lang, und gehet der Austräger des Sultzenbrunnen 

desselben' am Wcsirande des Bruchs] bis an den Ried graben« [—öst- 
lichen Randgraben des Bruchs].' 

2. Der untere Graben, am Ostrande des Bornheimer Bruchs 
von Stein 262 zum Isurdostcck de- Oo.sse:) KieJerbrudis. ilr ist 
der südliche Teil des Königs-, Ried- oder Herrengrabens, 
den Hanau schon 1471, als Bomlieim noch nicht zu Frankfurt ge- 
hörte, von Seckbach her bis zum Crossen Riederbruch trotz Frank- 
furts Einspruch angelegt hatte. 

Mit der Erwerbung lion-.hums l.am .iucb dieser Grabcnabsclmitt 
in den Besitz des Rates, der nach dem Vertrag von 148t ihn »in 
wesen halten« sollte und nach Gutdünken "daruff siege und 
slinken* setzen durfte, womit der Graben zur Landwehr wurde. 
Die Reinhaltung des untern Grabens scheint der Rat den Born- 
heimeni übertragen y.;: lul'tu. Ah diese ] 49S J.imi; saumteil, licss 
ihnen der Hat sagen ■ide:i gr.ibeu .111 der Hselsfun zu legen, nJer 
der Rat wolle den lassen fegen uff ire belonung«.' 

Beachrcnswert ist Jas Verhältnis der Landwehr zur Grenze. 
Nach dem U rabgang von 1586 zogen damals die Frankfurter Hoheits- 
seeine von Norden her nur bis über den Sublenschlag im Wege 
lkirnheim-Seckbach (59); »vorrers« aber, nämlich vom Suketischlag 
zum Main — so heisst es weiter — »wird die Gcmark nit durch 



' Unibg. v. 16/7. Das dort zunjihst aul .11c Strecke Adlerstee-Eselsfurt 
Kvuj;li:'ii!- :-il: c-Hrii t.jr I" i"i t den j;ati/cii cl'uni (lulini. — ' nifi« de:, seln-ncr 
Jic EsdstWl. - > Umgang von 167;. - < ScLilinken »clKinte-.L-jiljij b S:'il.i-e 
iu bedeuten. Genaueres über dieses Wort bei Grimm. - 1 Bjfmb. 1498, F. 17. 



Mar;; oder Sc;iKii:>;un ab^esiiiijert, •■•.Indern tiwd: ^liiben unü aus- 
trag er [= Abüugsgrfben] unterschiedena. Der Graben der 5eckbacher 
I.aTiilwdii bilje;t liimn.uli /LL^li'icli die Grenze, Erst 1 763 fand, 
zunächst zwicken Sul/en-clila:; i:nJ F.rlLr.<;L-a;'cn, in '.vd:li letzterem die 
Ti.-rij-.incy Kicdcrn l-eyimu, eine Grenzvcrpfahlung mit nachfolgender 
Vcrs'.eimiH);' Mut, wnk-i die Pfähle mul nachher die Steine, da die 
ideale Grenzlinie die Mittellinie des Grabens war, '/» R. auf Seckbacher 
Gebiet eingezogen wurden. 1 Bei dieser Verstcinung verfuhr man 
auffallend verschweuderiM:!), denn die 17 yescuten Sieine waren 
samtlich Wappensteine. Ihre Adler dürften die spateren Bezeich- 
nungen »Adlcrsteg« und «Adlerwegs veranlasst haben.' Als man 
dann 17S5 die ganze Hanauer Grenze von der Biegbrücke bis zum 
Main von neuem steinte, nahm man die 17 Wappen Steine heraus 
und übergab sie an Zahlung stau (das Stück zu Ii Heller), dem 
Bockenheimer Steinhauer RenfTcr, der sie soweit tunlich verändern, 
/nr-.ii.-;Llid"iTii und auf die ganze Grenze verteilen sollte.' An die 
Stelle dei 17 WappeiiMciue traten nun die 29 Steine von 2.11 bis 269 
worunter sich 4 Wappensteine (241, 247, sji, 262) und 1 Drei- 
märker (269) befinden. Auch sie standen nach Seckbach eingezogen, 
aber nach einer 1785 getroffenen Bestimmung nicht um Vi, sondern 
um V. R. Dieses Verhältnis von Landwehrgraben und Grenzsteinen 
zeigt der Riss zur Gren/bcMcIniguiii; vom 26. April 1787. 1 Seitdem 
aber sind mehr er l- W-ri-iudc ringen cin^errL-tcn. Zunächst ist, seit mir 
unbekannter Zeit, der Graben vom Ende der Sulz bis zum Anfang 
des Estlsfurts völlig verschwunden und der Qucrgraiicii am I-selslürt 
auf ein schmales Grübchen reduziert. Von den Steinen aber stehen 
No. 241 bis 247, die die Sulz begleiien, jetzt innc rhalb des dort noch 
vorhandenen Grabens, wollin sie in den 70er Jahren nach Übergang 
des Grabenareals von Bornheim an Seckbach versetzt worden sind. 
Die Steine heissen seitdem 241a, 242a usw. und sind durch Ein- 
schiebung der Nummern 245b, 246b, 246c um drei vermehrt worden.' 
Von der heutigen Steinung aus betrachtet ist also der Landwehr- 
graben von Stein 240 bis 247 auf Seckbachcr, von 247^5 269 auf Bom- 
heimer Seite zu suchen. 



■ Uglb. E. 77 u. 82. - " Vermutlich von der Mittellinie J« Giabtnj. — 
I S. S. ![]. — ' Ein wichet veränderter Stein isl t B. No. 162 am rUedgmben. 
Auf ihm ist noch von 1769 her .So. in stehen RerilkbeiK er Iu: also ur>j!n;;i,;LLch 
als ersier Stein minrllalh .In SnK-iuLhU-. [re.unden. - > R. 167. — * Vgl. den 
Iii» ,ier Suli von Kutaner iSjj, ki Herrn !' e ]J f ;esi:luvuri;i».-ii B,uk in IWniieim 
mit der spateren KqlLlstcrfearte- 



-- 129 — 

in. Umgebung. 

Inner«. 

1. Der Bomheimer Berg, Galgenberg oder Reins- 
berg, zwischen Weg Born heim -Seckbach {59) und Gelnhäuser 
Sirasse {28). Es war bis 1485 die Gerichtsstätte der i|j Dorfer. Auf der 
Geleitsliarte von ] ;72 ist er mit Winterten bedeckt. Der Zugang zu 
dem Richtplatz, wo der Galgen stand, er folgte von der Gelnhäuser 
Strasse auf dem nArmcnsündcrwiy«, jetzt KohiL'r.mdstrassc. Gezeich- 
net findet sich der Platz noch 1772 bei Frommann. 1 Der an die Sulz 
grenzende Teil des Kothsbcrgs heissc jetzt selbst Sulzen. 

2. Der Buchwald, zwischen Gelnhäuser Strasse und Esels- 
(urt. Teile seines ehemaligen Gebietes sind die beiden folgenden : 

j. Das Herren Wäldchen. Bcnncnung nach den Herren vom 
Hat ? oder nach den Grafen von Hanau, die es etwa früher besassen? 

4. Der Biersack. Bier — mhd. bir, Birne, wie beim »Bier- 
grund« in Offenbach. 

5. Das Bomheimer Bruch, jetzt auch Ochsenwiese 
genannt. Westlich hinter demselben setzte sich früher der Buch- 
wald fort. 



1. Die Sulz, Sülze oder S Elze später, z. B. 18)6 auch Nacht - 
weioV der oberste Teil des allen Königsbruchs, wie dieses im 
Vertrage von 1481 deliniert wird. Sie ist 1677 nach Angabe des 
»Umbgangs« «eine gemdin- weid;, zM-isdimi Seckbäclier und Bom- 
heimer Termine}- gclugcn ; wird von dem Kotzberg so den Born- 
heimern zuständig, mit einigen Gräben | I.jiiJw dirgrabeuj 1 abge- 
sondert und haben beide gemein ihr Vieh und Schuf darauf zu 
weiden«. Die gemeinsame Hut bestand bis ins XIX. Jahrhundert.' 
Bei der Steinung von 178; wurde die Sulz zu Seckbach gerechnet 
und 1787 ihre Grenze gegen das Seckbacher leid mit 6 noch vor- 



- i m- I ^rjl'i i'.inh^L- t L-u.L-i-i: 



L 



i. Der Sulzenbrunncn, nördlich an der Landwehr, unge- 
fähr bei Stein 246. Wird 11.19 ' erwähnt als »der Sulzenbrunnen 
beim Landwehr« und erscheint 1678' viereckig ummauert. Noch 
jetzt ist dort eine ichwache Quelle. Sein natürlicher Abfluss ging 
gerade östlich nach dem Bruch. 

Zwischen Sulz und Hselsfiirt hat der Anbau zu unbekannter 
Zeit von Osten her den Riedgraben überschritten und einen nach 
Süden ganz schmal werdenden Streifen vom Bruch in Besitz ge- 
nommen. Dieser Streiten wird 17(11) auf einem Riss als oKraut- 
garten» bezeichnet.' Der Rest des Seckbacher Bruchs aber zerfällt 
in folgende zwei Teile: 

;. Das Seckbacher Gemeindebruch; 1575 Seck- 
bacher Weyde;' 1586 die Seckbacher gebruch, das Seck- 
bacher Bruch, die Seckbacher Nachtweid;' 1769 Seck- 
bach er Gemeinde Wiesen;' jetzt auch die Seckbacher 
Kahlbruchwiese genannt. Seine Nordgrenze begann bei den 
Umbgängen von 1586 und 1677, 2 R. nördlich von dem unter 2 er- 
wähnten AHluss lies Sul^ciibruniicn.v die Siidgrcn/c lieg: etwa-, 
nördlich von Stein 252. Im nördlichen Teile dieses Bruchs haben 
die D.i Stellungen von r j ur-d td-K einen Teich, in welchen der 
Ablluss des Sulzcnbrunnetis mündet, aus welchem aber kein Aus- 
dauer nach .lern liiedg: . 1 1 - 1 1 führt. Vini diesem Teiche ist jetzt 
zwischen Stein 247 und der le:/:e Rest am Verschwinden. Spätere 
Darstellungen lassen den Teich fort, verlängern aber den Abfluss des 
Sülzenbrunnens quer über das Bruch bis zum Riedgraben.« 



Der I lerrengraben ist der liiedgrahen. 

j. Am Schwinden, heim Eselsflltt, 

6. Im Erlen. 

B, In Riederliiifer Terminey. 

7. Das dritte Hiederluifer Feld. 



' Fleh llJschr. JJ., ,7. - 
> Lt. 165. — ' M. f, j. — i Umbg 
Wonlim i;.-'l,biitl Jie'jr. Jie 2 I 

• R. i6 S , .76^ u. K. 16;, t 7 « 7 . 



DigitizGd by Google 



IV. Beso In. iTen fielt. 

Der stets einfache Land well rgraben war längs der Suis' in- 
folge des starken Gefälles trocken, vom Anfang des Eselsfurts an 
aber jedenfalls reichlich mii Wasser versehen. Man vergleiche die 
Risse von 1575 und .678. Ob der Graben vom Ende der Sulz bis 
zum Eselsfnrt unter Wasser zu hallen war, muss, da er nicht im 
Bruch, sondern auf dessen Uferrandc angelegt ist, zweifelhaft bleiben. 

Ausgestattet war der Graben an der Silk gewiss ebenso wie 
die angrenzende Neue Boroheimer Landwehr, d. h. mit Hecken und 
Bäumen auf beiden Rändern. Beide Anlagen erscheinen wiederholt 
mit der gleichen Signatur.' Sämtliche Gräben der Niederung er- 
scheinen auf dem Riss von 1575" beiderseits mit Weiden besetzt. 
Auch auf der Innenseite des unteren Teils des Grabens an der Sulz 
hat dieser Riss Weiden, weiter oben aber andere Baume. Auf der 
Strecke am Herrenbruch verursachten die Weiden wiederholte Streitig- 
keiten mit Hanau. Dieses wollte Anfangs - wir wissen nicht ob 
mit Recht — nicht dulden, dau Frankfun auf der äusseren Seite des 
Grabens Weiden pflanzte. Am 24 April 1 19 j schrieb Philipp von 
Hanau an den Rat »dass wydenstemnie off die lantwere zu Seckpach 
Hein unserem theile gesetzt sin, die uns an iir.sem wiesen des 
endes schaden zufügen»,' Und t;zR wurden Weidenbaume «by dein 
Svckpacher bruch und Eselsfürth, sn Jie von Hornheim hie bevor 
gesatzto. bei Nacht [von den Seckbachem] wieder «ausgerauft»,' Da- 
gegen linden wir 167; den Rechtsnistlnd. da» der Rat zu Frankfurt 
und die Gemeinde zu Seckbach »die Weiden jenseit [ östlich] dem 
Graben alle drei Jahr i.mb einander zu hauen., haben. 

Eine Heeke an der Landwehr unterhalb der Sulz wird nur 
beim Esdsfuft erwähnt. Sie wird den Nordrand oder beide Rander 
drs /.werch graben* begleitet haben" 

v. Begleltwcg«. 

Ein innerer Begleitweg zut; vielleicht v 
Strasse zum Ksekhui, iiih/nlalU aber a 

(- Wt B i; > 

■ Der Abflau <i« Sußenbrunn cm, Jn von stein 346—147 

graben Lamml n.11 Lirlich iikIh m IIcImcIii. - ■ ... H. K. :ö, 

167S. — I U l |. - 1 Au.wlrt. 14. Apr. 149.J hei KgL, M. VII, 5 
I!JB, F. 8b.— ' Hgmb. 1492, F. 



Difjitizcd by Google 



ÄUSS, 

EinäussererBcgleitwegi 
Seine Fortsetzung über das Bruch z 
von IS7S- Sodann lief von Siein 
der Gclnhäuser Simse am Uande , 
Er heisst 1677 »der Eusspfadt so 
Setzung der 17 Wappens.eine von 1 
sich später auf den nach Bornheim 3 
Strasse ausdehnte; 1836 Bruehw 
fluss des Sulzenbrunnens auf dem 



VI. Wegenetz. 

Die einzige Veränderung, die die Seckbacher Landwehr im 
Wegenetz hervorrief, scheint die Gelnhäuser Strasse betroffen zu 
haben. Sie hat spätestens seit Ausführung der 1481 beschlossenen 
Landwehr nur noch dem I nssverkehr gedient, falls sie nicht schon 
früher wegen ihres starken Gefälles beim Kothsberg ihren Haupt- 
verkehr an den Weg Horn he im -Seckbach (59) hat abgeben müssen. 

VII. Ihirehgause. 

t. Weg Bornhcim-Scckbach (53). Der Graben zieht als 
fiiii^-i/uiig des wi-si-oMlicii Liuleiiiien (imIh-iis Jei Neuen liornheimer 
Landwehr durch den Weg. Brücke. Noch 1575 als Holz- 
brücke gezeichnet, 1 aber zwischen 1575 und 151)11 durch eine 
Steinbrückt ersetzt, denn in letzterem Jahre fand eine iiLiefei-Lms;« 
statt »am Schlag bej der Sulz uf dem steinen Brückliii daselbst".* 
Die Brücke gehörte »privative in Bnmheimer Gemarkung". 1 

Der Sclihe; hiess: »shg uinlcii an Seckbach« 14K j »Horn- 
litiinerscIil.iHc !jSd;' »Scilla!; liey der Slllzci 1590;* »Sul/ei^cld.!!;.. 
(Sulizensclllag) Ij86,' i;SS'° und später oft, z.B. bei Thomas 1790 
»Siilzcnsdila;:« I7S6;" »Sikensehla;;« 17^;" uSult/cr Schlag« 1677." 
Er war, wie der oben erwähnte Rhs" neigt, noch 1575 ein hölzerner 
Llrtir-cli'-iii und M.iiul. wenn die Darrel luni; richtig, ausserhalb 



' Umbgjiu;. - ' R. üb. - l H. I, j. - ' Cliron. I, IIS; GruDdrl» der 
Steinbruch R. )8, 1771. - ' Ach (des Ackeiger.?) wro 13. Sept. .785. - 1 RmIi- 
IMig mit Hanau vom |. April i.|Si; s. aurh SdiarlT. Sirjssen der Franlenlurt. - 
' L'uilij.jii!» von HS6. — > = : — ' = 7 »Bornhcitlierselilag der Sukrir.. til.i/ 
gen.« - *> Kg*. M. VII, 187 am buttb. Tum. VIII, F. 8j. - " Hiniuet Graii. 
ris» von Zlne* vum J(. OU. 17K6 (Mnb.) - " — - "K. 1677. — « _ I. 



der Brücke nach Seckbach zu. Später, seil unbekannter Zeil, ein 
eiserner Schlag. Ein Grundstück »links des Eysscrn Sultz Schlagsa 
erwähnt iIjs Bomheimer Lagerbach von 1752 und die spiiiere Karle 
von Haas hat die läezeitliiiuiii; :»lii\erne Schlugt. Der Grenzriss von 
1787 zeiehnci den Schlag innerhalb der Brücke, Eine Ruhebank 
ausserhalb der Brücke ältlich neben dem Wege wird 1787 ver- 
zeichnet. 1 

2. Geinhäuser Strasse (2S). Steg, nördlich neben 
Wappenstein 25t,' |6° Ii. vom Nordrande des Seckbach« Gemeinde- 
bruchs entfernt.' Er heisst »Steg an der Seckbichcr Nacht- 
weide 1586;' Seckbacher Steg an der Nachtwcid 1677; 1 
später Adlersteg. Gezeichnet ist et im Bornheimtr I.agerbudi 
1732. Von ihm führte bis zur Zeit der Anlage der Quellwasser- 
leitung quer über das Bruch zur Fortsetzung der Gclnhäuser Strasse 
ein Fusspfad, der den Riedgraben auf dem Enkheiiner Steg 
überschritt. 

3. Weg Bornheim-Kselsfurt-Mainknie (57). Er trillt. 
Jas Bruch südlich neben Stein 2611, überschreit et es aber eist weiter 
südlich bei Stein 261, zu welchem er sich in südöstlicher Richtung 
wendet. Fand etwa der Übergang ursprünglich bei 2611 statt und 
wurde er später nach Süden verschoben? Der Hanauische Vertrag 
von 1481 bestimmte ja u. a. auch die richtige Lage des Esel sf urts. « 

— Steg über den Riedgraben, erwähnt 1 48 1 , als man nden Maurern 
cm Seckbach czu verdrinckeno gab, oeyn steg am Eselsfurt 
wydet czu legen da er vor gelegen hat».' Sein Platz ist etwas süd- 
lich von Stein 262 zu suchen. Jetzt ist dort weder ein regelmässiger 
Steg, noch eine östliche Fortsetzung des Weges vorhanden. 

4. Weg Hornheim-Riedern (56) oder Kirchweg, auf 

Der Riss von Ij7j gibt eine fahrbare Holzbriickc und ausser- 
halb derselben (richtig?) einen einfachen hölzernen Drehschlag, 
der 1645 »Kirchschlag« heisst." Jetzt steinerne Brücke. 

' Grenzriss vom Aprif. - 1 M;;lh. A. ho, Trm». IV u. V. — 1 Umbgatipe 
vi.ii lj(>8u. 1677. — • Uni|. B Jri-. — ■ L'ml.gatij. — * Vgl. Ried. 7. 177,1. F.iplicalio. 

- 1 Rli. i-|8i. F. J4' - 1 Fich. fldnäir. JJ. JJ*. 



Sieb alles Kapitel. 



Das linksmainisehe Stadtgebiet. 

Wie auf dem rechten Ufer, so schicken wir auch auf dem linken 
der Beschreibung der Schutzanlagen einen Überblick über das Stadt- 



Natürliche Beschaffenheit. 

Auch auf dem linker Mainufer unterscheiden wir die Höhe 
und die Flussebene, Hauptteil der erster«, ist der Sachsen- 
hauser Berg. Er steigt im Süden und Osten fast unmerklich aus 
der grossen Ebene des Maintales empor, zeigt aber im Westen und 
Norden einen deutlichen Abfall, der sich da, wo er dem Main am 
nächsten kommt, am Muhlberg, zu einem schroffen Absturz steigert. 
Die Linie der höchsten Erhebung liegt zwischen Bischofsweg (l) und 
Landwehrweg (2) und weiter nach Osten in der gleichen Richtung. 
Der Börnchesgrund teilt den Berg in eine Ost- und eine West- 
hälfte. Als westliche FortsctMing zieht sich, vom Sachsenhäuser Berg 
durch eine Senkung getrennt, eine viel niedrigere Sanddüne zum 
.Mainknie bei Kelsterbach. 

Die Flussebene, am schmälsten in der Mitte, wo der Berg 
schroff abstürzt, nimmt nach Osten und Westen allmählich an Breite 
zu. Zwei prähistorische Mainarme durchziehen sie, das Sachsen- 
häuser Bruch, das wir in Ober-, Mittel- und Unterbruch teilen, 
und dasSchwanheimer Bruch. Erstcres nähert sich von Osten her 
f i ll vs ilem Schönhauser liere;, !■::> es deti I-u-i-i des Mehlheies beinahe 
berührt; darauf entfernt es sich wieder, um kurz oberhalb des Roten 
Hamms den Main zu erreichen. Es schliesst daher mit dem Berg 
zwei Streifen der Flussebene ein, die vom Mühlberg aus nach Osten 
und nach Westen breiter werden. Etwas oberhalb des Mühlbergs 
hat das Bruch eine nördliche Verzweigung. An zwei Stellen ist der 
alte Hussbcitcharakter des Bruchs verändert, schwächer beim Stein- 
weg durch das vom Berge herabgeschwemmte Erdreich, stärker 
beim Sandhof durch die Geschiebe Jet Königsbaeh. — DasSehwan- 
heimer Bruch beginnt beim jetzigen Oberforsthaus und zieht am 
Eussc der Sanddüne zum Main bei Kelsterbach. 

Folgende Wasserläufe kommen von der Höhe: 1. Die öst- 
liche Königsbach, im Unterlauf auch liöd ergraben und 



die Senkung tischen Sachsenhäuser Berg und Sanddüne, spaltet 
sich zweimal und erreicht den Main, indem sie sich übet das Ge- 
schiebe, mit welchem sie das Bruch überlagert hat, ein Ben gräbt. 

Nachbargebiete. 

Als Nachbargebictc kommen in Betracht für die letzte Zeit der 
territorialen Entwiclthmjj die Gemarkungen von Offenbach, Schwan- 
heim und Kelsterbach, sowie die südlich an den Stadtwald grenzen- 
den fremdherrlichen Wälder, für die frühere Zeit seit Besinn des 
Land wehrbau es ausserdem noch Oberrad bis 1.(25, das Kiedhofgelände 
bis tjjj und Niederrad bis 1569. Odenbach und Oberrad gehörten 
zur Grafschaft Bomheimcr Berg.' Unbequeme Nachbarn waren stets 
die jeweiligen Inhaber der Vogtti im Hain und gelegentlich die 
Mainzer Bischöfe, denen das Dorf Schwanheim und die Jurisdiktion 
über das Schwanhcimer Bruch zustand. 

Gebietsteile und Grenzen. 
Da das linksmainische Stadtgebiet während der Landwebrzeit 
noch in der Entwicklung begriffen war, so ordnen wir die Gebiets- 
teile tunlichst nach der Zeit ihrer Erwerbung. 

A. Die alte Sachsonhiuscr Feldmark. 

Die Gemarkung de- ehemaligen Dorfes Sachsenhausen reichte 
um ijjo wahrscheinlich im Weste:] bis an die Konigshach; i:n .Süden 
bis an das Bruch und seine Verzweigung; im Osten bis J11 den aus 
letzterer kommenden Ahlengraben, den Offenbacher Fussweg (4) 
und einen ku.r-.en Quergr.ilvn van diesem ;inn Maine, in ihr lagen 
im allgemeinen die kleineren Güter nach innen, die grosseren nach 
aussen. Ihre Teile sind: 

:r i : ulgc nennen wir die t'silichc Kiti^sImc:! : ItijJururjiieti, die wesl- 



Digiiizod by Google 



- 1,6 - 

I. Der obere Mainwasen, nördlich vom Mainwasenweg ( 5), 
U. Der untere Mainwasen, nördlich vom Leinpfad (6). 

III. Das Obcrfeld, mit unbekannter Wcstgrenze. Das Flur- 
buch lagt hier noch mehrere grosse Güter, doch ist mir über sin 
jus früherer Zeit nichts bekannt. 

IV. Das Mittelfeld oder Zingelfeld. Weslgrenze wahr- 
scheinlich die Oppeniicimer Strasse (9). Grosse Güter daselbst sind: 

1. Die Glauburgischen Äcker, zwischen Oppcnheimer 

2. Hin Holzhausenschcs Grundstück, Flurbuch No. 211, 
nördlich vmii vorigen. Weiteics wird beim Bruch zur Sprache 
kommen. 

V. Das Unterfeld. In ihm westlich der kleineren Äcker 
folgende grosse Güret: 

1. Die Hundert Morgen oder die Wallbrunn isch en 
Äcker, Flurbuch No. ry ; [268 urbar gemacht; im XV. Jahr- 
hunden den Gänsen vn:i W:ülLirutin, im XVIII. dem Frei- 
herrn von Wetzel gehörend.' 

2. Das Rodebruch, zwischen vorigem, I : raucnweg (j8), 
Kmiigshidi und Hrinli. Uriprüiiglieh ebenfalls Wald und 
früh im Besitz des Deutschet] Ordens; 1273 als Noval nach 
seinen Grenzen genau bestimmt.' Im Hurbudi enthält diese 
Gegend j giusie AlLtm ticke, von denen 3 dem Orden, 
2 denen von Frankenstein gehören. 

j. Ein Deutschherrenacker, Flurb. No. 43, da* Nordwcst- 
ed< de-; Unterieide-; li:lk':-.d, ziemlich troiä. 
B. Das westliche Wiesen gelinde. 
Das westliche Wiesengelände besteht aus dem Sadist: n hau sei 
Untcrbruch und einer Reihe von Gütern, meist Wiesen, die an der 
ktinigsi'.idi /wischen Fiischofsweg (1) und Frauenweg (jü) l.ings der 
alten Mieder Jader Grenze 1 liegen. Wann die einzelnen Güter zur 
Sachsenhiusei Gemarkung gekommen sind, ist nicht bekannt. Es 
sind folgende: 

1. Das Stück — Flurb. No. 18 an der Oppenheimer Strasse. 1 

2. Des Deutschen Ordens Lange Wiese, das ganze Unter- 
hruch um lösend. Sie erscheint mich 1:75 als »pr.itum Hartum Ji inilmst' 
im Besitz des Reidi-mmi-iiT^ai ll.irtimu von Sachsenhausen. 1 



1 Ball. I, Vi], 10. - »Ball. 1, Iii- — > Niedert", ümi'litßtiiunii ii*S. 
Ulgb. B. 4a, Gggg-, Tom. I. " " 



Digitizcd b/ Google 



J. Des Deutschen Ordens Winkelwiese, von der 
Kouigsbach umflossen, doch sudwestlich übet sie hinaus bis zum 
Mühlen weg (60) reichend. 

.(. Der Deutschordensacker := Flurbuch Nu. 5; früher 
wahrscheinlich Wiese. S. das Folgende. 

5. Die Frankens teiaische Freiheit. Sie erweist sich ;ms 
Folgendem als ein altes, schon vor ijjS bestehendes Hofgut. 

a. Im Flurbuch findet sieh als No. 6 ein Gelände, weiches die 
[iömLiv.Mcli mm Fek der I-.mgt.-n- und Winkelwiese bis bei- 
nahe zum Mittelweg (7) berührt und mit einer schmalen 
Spitze gegen den Sandhof vorspringt. Ks wird als Franken- 

b. 16.68 zieh: die Xicdcrrädcr Grenze vom Main her »umb die 
Spitz oder Eck heruutb, wo die Kloische [— ClccischeJ oder 
im Frankensteinische freyheil steht ... mit einem 
Wassergraben umb fangen 0. liier ist offenbar der Franken- 
steinische Acker gemeint. Der Ausdruck «steht" weist nicht 
auf das Gelände, sondern auf ein Gebäude, Dieses ist also 
mit einem Wassergraben umgeben und steht auf der Spitze 
des Grundstücks. 

c. 1558 gibt der Orden beim Kammergericht an, die Königs- 
bach fliesse durch des Ordens Wiesen bis an das Höfchen, 
wu diese die Breite genannt würden. Daselbst neben des 
Ordens Wiesen auf der von Gleen Gut hab eine 

sind die Winkelwicse und der spätere Dcutschhcricnadicr, 
Flurbuch No. 5, der demnach ijjS noch Wiese war. «Der 
von Gleen Gut« ist das Gelände Flurbuch No 6, das »Hofchen« 
aber der Gutshof, über dessen sjcii.uicre Ligc jedoch aus dem 
Ausdruck "bis an das Hofchena nichts zu entnehmen ist, weil 
mit »Höfchcnn auch das ganze Grundstück gemeint sein kann. 
Die Mlihlc endlich kann nur zwischen der Nordostspitze de* 
Stückes No. ; und der Nordspit/.c- der Winkelwie.se gestanden 
haben, weil nur hier die Bach zwischen «des Ordens Wiesen« 
und «der von Gleen Gut« flicsst. 

d. 1318' wird als Ostgrenze der Holz heck angegeben der Weg, 
der aus Rudolfs von Sachsenhauseu' Hof, der da lieget 

1 Scharff, Dreisith 156. — 1 Schaff, Dreieich 14t. — > Et war Schuhheiu 
i»a und starb 1J70, Bjtt, VIT, ij. 



Digitizcd by Google 



auf der Frauenbach, geht. Auch hier kann nur an No. 6 
gedacht werden. Die Lagt »auf der I-'raucnbach« bezieht sich 
auf das Grundstück, der Hof selbst kann nur auf der Spitze 
gelegen haben, an welcher auch später noch der genannte 
Weg (Mühlen weg) vorub erfährt. 

6. Ein Stück unbekannter Zugehörigkeit, nördlich neben dem 

7. Die Stoekische Wiese, 1727 Henrici, 180J Bernhard 
Stock gehörend. 

8. Die Frankemteimschc Wiese, zwischen Bischofs weg 
und den zwei Armen der Königsbach. 

9. nAuf dem Kamthl", Acker am Nordrand des Bischofswegs. 

C. Der Wald und seine Teile. 
Karl IV. verkaufte 1372 dem Kai den Rest des königlichen 
Waldes bei Frankfurt. Die Grenzen dieser Erwerbung liefen folgen- 
den» asseu : 

1. Vom Kodersteglein der Offenbacher Strasse (18) um die 
Ost-, Süd- und Westseile des Waldes und zum Südosteck des 
Sehwaiilicimer Bruchs hüirlisiw.ilirscliemlidi wie beute. 

2. Von da entweder mit Eiuschluss der Holzheck' westlich, 
nördlich und ostlich um diese herum, oder mit Ausschluss derselben' 
längs der Mörfeldei" Stusse (37) zur liicdbrückc. 

Von da an der Köiiigsbudi zum Bisdiufsweg (1). 

4. Am Bischofsweg, der dort später Wald- und Feldmass schied, 1 
/in ( l]i]iullicimei Strasse (9). 

j. Gegen das lliedhöfer Gelände und das Unterbruch : längs 
der Oppenheimer Strasse. 

6. Gegen das Mittel- und Oberfeld: am Nordrande des Bruchs 
bis zum Sttalenbergcr Gelände. Dass der Wald das Bruch noch ein- 



spricht der Umstand, dass der Abzugsgraben der Deutschherren- 
mühle, der über das Bruch zum Stadtgraben führte, gerade bis zum 
Nordrand des Bruchs von den Demscblierreu, jenseits aber von den 
Sachsenhäuser Ciärrncr« s^eie^t werden musslc.' 



■ Ihre Graue 1 S. 147. — ■ S. S. jjK. - I S. S. 1)9. - 1 Uglb. A. jj, 
A-E. -- 1 Landsclicijeb. I40J. 



L'i j tizo-j b, Gl 



7- Gegen Jas Stralcnberger ; wahrscheinlich schon längs 

Jessen heutiger Grenze. 

8. Gegen die Westseite der Oberräder Terminey: vielleicht 
schon so, wie die heutige geradlinige Grenze zwischen Sachse ti- 
li just/n und Oberrad, Diese bestand nach Seharff schon im XIV, Jahr- 
hundert.' Die heutige Sieinutis; ist von 1787. 

9. Gegen die Südseite du Ox-mder Ter:u/icv bis zum Rüdcr- 
steglein: wahrscheinlich wie heute. 

Eingeteilt war der Wald schon 1372 in Lehen, Buchwald e 
und Porst. Die Westgrenze des Lehens bildete der Klosterbeer- 
heekenweg, die des Buchwalds der Kohlweg. 

Bald nach der Erwerbung begannen die grossen Rodungen im 
Buchwald. Sic erstreckten sich auf die am meisten nach Norden 
■■'.;::> -Irmhilde:! Tale, den Xiederräder Herg im Westen, den 
Alten Berg im Osten und den Neuen Berg in der Mitte. Da 
sich der Kaiser das Rückkaufsrecht vorbehalten hatte, so bedurften 
1, jedenfalls im Anfang, besonderer lirrniichtigLmt;. 

[. Der Nlcderrfliler Berg. 



Bi«:,o^wcg (■), Welschen Weg (62) und Oppenheims Strasse (.,) 
liegt, nenne ich Niederräder Berg, obgleich ich diesen Namen 
nur für den Teil südlich vom Bischofsweg belegen kann. Wann 
diese Gegend gerodet wurde, ist unbekannt. Im XVIII. Jahrhundert 
hatten seine ostlichen Bezirke- Wein steuerwiesen und Kiedhufcr Acker 
(letzterer jetzt Louisa) — Feldmass, das Übrige Waldmass, 1 Bis in 
die neuere Zeit gehörte die Gegend zur NiedcnäJer Terminey, Der 
Grand dieser lirschciming ist unbekannt. Ihr heutiger Waldbcsrand 
ist sehr jungen Ursprungs, Im Mittelalter herrschten die Äcker vor. 

Teile: 

1. Der Niederräder Berg im engeren Sinne, 1 der Vorsprung 



ii Bischofs weg. 
. Die Dreispitz. 



■ren Ackergütern. 



Strassen der Fimkeafnrt, ohne Quelle. — ' Flurb. — i S.S. 198. 



140 - 

II. Der Alle Berg. 

Als Alien Berg im weitesten Sinnt bezeichne ich den Teil 
des östlichen Buchwaldes ;:e.isc!ieu Liuidwehivee. und Sachsen häuscr 
Feld, der nicht zum Neuen Berg gehört. Auf seine erste Rodung 
bezieht sieh wnhl das AI |-.(il;'.iii:^-|Tivile^ Karls IV. von 1374 und 
die daratl üi.g jrule l'.tr/elHcruns von 6uj Morgen zur Anlage von 
Weinbergen.' Die Güter im Alten Berg wurden mit l-'eldmass ge- 
messen und waren /.ehempllichiig. In dem später gerodeten Neuen 
lierg .il'er behielt 111.111 aas unbekannten Gründen das Waldmass bei. 
Auch bestand dort keine Zebempflicht, dafür aber die am Wald- 
boden hahende Veri-lliei-.uiii:; :'.:n:i iirückenzins. 
e äugen Die Grenze zwischen dem zchempHichtigen Alten und dem 
Konto zi; |u;nt freien Neuen Berg konnte icb für 1502 durch Vergleichung 
einer Steinung zwischen beiden Bergen aus genanntem Jahre" und 
einer Begebung der Grenze- /wischen l-'e]J- und Waldmass von 1646,' 
verbunden mit Nach forschungen im Gelände und Messungen auf den 
blurlarten ermitteln.* Sic lief vom letzten Steine Jer (JberraJer 
Grenze längs iler Landwehr zum Wer.del-weg ; an diesem westlich 
hinab zum Wegstein 51; hinüber zum Grasweg im Huppcnackcr (421!); 
diesen hinab zu dessen Knie; zurück zum Wegstein 24 des WenfJels- 



gebmehene,-. Linie über du, Mühlgraben zum Weystein 2 des Lc.tig- 
kautwegs; dann an diesem hinab über den Hei Ii gen stock zur Offen- 
baclier Strasse; endlich an dieser zur Quirinspforte am Steinweg. 
Durch ihre Unregelmässigkeit verrät .sieh diese Linie als die ursprüng- 
liche Grenze zwischen den beiden Bergen und somit auch als die 
zwischen Feld- und Waldmass in dieser Gegend. Die späteren Ver- 
änderungen dieser Grenze zu Gunsten des bcldmasscs werden beim 
Neuen Berg zur Sprache kommen. 
Teile des Alten Berges sind: 

AA. Das Sachsenhäuscr Oberbruch, von der Straten - 
berger Grenze zum Sieinweg. In und an ihm sind hervorzuheben : 
I. Der Wolfsgarten, zwischen dem Bruch und seiner Ver- 
zweigung. 

1. Die I.ahn leben.' Der Bclagerungsplan hat hier sieben Teiche. 
1 Fellner, Btitr. 1111 Gesch. da Sudtwaldo, 1B91. — ' Uylb. A. 92 N und ibid. 

F. 1. — * Ufilb. N. 84, Nu. IjO. — * A-.lt I1.::;l-,;.i::;- der lieweLsiLiLjULCulL um- 
liier verzidMel wer Jen. — > So Jer V ulk sinn hl!, Jic K.irlen mei.i «I.aimlrtetn. ]!.:• 
richtige Iii .LeiJlcbeii°. Inj.il/n. Tum, VII, f. nub, 1578 Im »ein morgen wisen 



Digitized ay Google 



-,. Das Muntbruch, 1404 Kodebruch,' 1411 das lange 
btueh* genannt. Es reichte östlich bis zu einem noch vor- 
handenen breiten Qiier^rabcn auf der Grenze der Gewanne 
II und III, der es von den Lahnlcben trenn!, westlich bis zum 
Mühlgraben. Sein westlicher Teil diente später dem XIII. 
Quartier als » Bürg erb! eiche«. ' 
4. Das Bruch zwischen Mühlgraben und Steinweg. 
Auf ihm zeichnet der Belagerungsplan Gärten und Wingerte, 
sowie fünf Teiche; nördlich neben dem Bruch aber am Stein- 
weg einen Wasserhof. Es ist der schon 1381 vorkommende 
Hof zum Hude.' 
BIS. Das Hohenrodcr Gelände, ein Teil der Feldmark des 
r.ech zu «mahnenden Dorfe Hohenrode, det s:ch zwischen 
'J.:(.:iip;'t:ri. u.'J N.i-;:f»-i'. I 1L..1 ;-.ie; \Vc>t in-.! Om^oi-h 

erstreckte. In ihm befanden sich: 

1. Die »Hohcnroder geriet«. PlWenÜnder iwiscl.eu dem 
südlichen Kandgraben des Muhlbruchs und dein Mühlgraben,' 
1. Der »Hohenrode; born«,» der Btunnen am MQhlberg- 

weg beim Hingang des Seehotwegs. 
CC Der Niederwald- Seine ursprüngliche N'ordgrenze 
war wahrscheinlich das Btuch. Seine Südgtenzc lief vielleicht einmal 



Digitizcd öy Google 



- I 4 2 - 

Strasse (21). Hier wurden r)7'i zuerst die Wingeite angelegt. Die 
lic^achim-.j • Mi-.:: Ber^o erstreckt sich auch in die Oberrlder 
Tcrminey, was bei der l-'ragc u.ilIi der ur.s] jrün i i c licn GretKe viel- 
leicht in beachten ist. Der Teil zwischen Ahebergweg und Gold- 
bergweg (17) heisst auch Goldberg. 



Der grössere westliche Teil des vom Buchwald bedeckten 
Herges erhielt, da er spater gerodet wurde, als der östliche, der 
Namen Neuer Berg. Die erste Rodung scheint hier 1376 statt- 
gefunden KU haben. Sie hatte, wie heim Alien Her;;, vorzugsweise 
die Anlage von Weinbergen zum Zweck. Die Besonderheiten der 
Güter im Neuen Berg, W.iklni.iij, Zehnt ("rvi Ii ei: Lind liriickenziu- sin.! 
schon erwähnt. Seine Südgrenze ist mit der Zunahme der Undingen 
allmählich bis zur heutigen Ausdehnung vorgerückt. Letztere scheint 
aber schon im XVI. Jahrhundert im Ganzen erreicht worden r.u sein. 
B«- Folgende Teile des neuen Bernes wurden später deni Wald- 

spinlnfcung maii entzogen und dem Feldmass zugewiesen : 

''msM««''" *' Strich Östlich vom Wendelsweg (19) und Lettigkaut- 
weg (22) und 

2. der Strich :u'irdlicli Jei Murfeldcr Sirasse (-7) zwischen Stein- 
weg (19) und Uruttibrimiu-ciweg (;;), beide spätestens 16.)*;' 

3. der Strich östlich vom Mühlkanal vor linde des XVIII. Jahr- 
hundens;" 

4. der Strich nördlich der Mörfelder Sirasse zwischen Bruch- 
brunnen weg und Oppenheimer Strasse ebenfalls vor linde des 
XVIII. Jahrhunderts, aber nach 1727, weil damals das Riedhöfer 
Viereck noch Waldmass hatte. 1 

Di« Die Wingcne des Neuen Bergs bildeten zusammen mit denen 

Hüterin 1. des Alten einen einheitlichen Aofskhtsbezirk, der, wie die Wein- 
berge des Riederberges, der Hur der Hecker anvertraut war. 

iiiiter ücrLicksiL-luijjiui« der nicht aufgenommenen Wege crsclilics-cn 
lässt, inlgetide gewesen sein: Nnnirarui des Herges vi 111 derMiii fehler 
/.ur Oliail'a.licr Strasse »zwischen St. Wedelirigs Weg und dem 



1 C rt a ri 11 nvi^äitn \Vj]J. l,ih> ! : J,ir,i is, i <■](.. Vgl\i. IS. Nu. I(U, 
].. 19 - ' Flurb. - J Rurl. mi.l Liicdlk.ler .VU-ibudi 17.17, .Vij.]h. Ii. Kjitcn 
-Riwüiof.; s. S. in. - ' Dp.lt>. H. 1*. E 6. 



- 143 - 

Hivnerweg vor Leck erhüben wiiigcn steet eyn alder stes'iic«; 
Oflenbacher Sirasse; Mühlgraben; Seehofweg; Goldbergweg; Ober- 
rlder Grenze; Laiidwehrwcg: Oppenheimer Strasse; Mörfelder 

Die Bestandteile des Neuen Berges sind: 

AA. Das Sachs enhäuser Mitte Ibruch vom Steinweg (to) 
m Oppenheimer Strasse (e>). Bei der Aufzählung seiner Teile haben 
wir [flr die Zeit nach 1 373 das .uiincnzeiulc Mittel leid n'.ltr.ib-.T.-.c':- 
sichiigcn. Es folgen sich also im und am Bruch von Osten nach 

Westen ; 

1. Der Deutschen Herren »Gar thus«, in einem ummauer- 
ten Garten, westlich um Steinwcg, niiiolick um Bruch gelegen, 
schon 1372 hek.iuri;.' /m ihm gehörte seit unbekannter Zeil 
der angrenzende Teil des Bruchs. Beide Grundstücke ver- 
einigt erscheinen im l-'lurbuch als »No. 16, des Deutschen 
Ordens Steinwiesea. 

2. Der Hof Siegfrieds zum P.iradies, neben vorigem. 




»Graben und l-'leciein' anstieg:, 4 Jen ihm aber Karl IV. 7572 
111 behahen erbuhte und sogar 1374 urkundlich m Eigen 
überliess. Letzterer Rechtstitel stand aber im Widerspruch 
mit dem Verkauf des Waides an die Stadt. Daher bemühte 
sich 1456 der damalige Besitzer Conrad von Glauburg ver- 
geblich, au!" Grüne der er\v.ii:r.-.cn Urkunde zu bestreiten, diu:, 
sein Gut im Bruch auf einem Teile des an die Stadt ver- 
kaufter. Gebiet Üege. I;r r.iusste iiie L'ilnnde dem Rate aus- 
liefern, von diesem das Gut in Erbleihe nehmen und sich 
*um Brttcketiüins bequemen.' Das verliehene Stück Bruch 
reichte aber »von dem heiligen hufz bifz an das brach«, d. h. 




Digitized ö/ Google 



- 144 - 



gebenen »Flcckenu einen Weiher.' Der ganze Bezirk war um- 
zäunt. Auf dem Hecke» aber stand später Jer Brom nie» 
Hof. Von icitiL-ii Gei'juilen zeig: Jer livlajierungsplan nur 
den Hauptbau, und zwar als liuine, M. 1, 17 dagegen ein 
stattliches, melirstoelugts, sehidergedecktes Herrenhaus und 
im Norden einen Torbau, an de» sich zwei andere Gebäude 

erscheint auf diesem Plane trocken, auf M. I, ty mir Wasser 
gefüllt. Der ältere Hof Seglncds :i<>:di.;'i de- Uiuclis, fehlt 
aut beiden Darstellungen. l:r wird Irüh eingegangen sein. 
; Das Lange Bruch, det lange Weiher zwischen Bruch' 
.hxiiU'i ,;:id l )|i|iei:l ti :ie- ■'Ii.».- S1-1 ->i..Kja:P:i: i-.i ,: r.n 
Strasse scheint 1577 durch eine Mauel verstärkt worden au 

HB. Der Streifen /».sehen Windbruch und Berg 
In .hm sind hervorzuheben ; 

I, Der Zipfel zwischen Stein*ee. Morfelder Strasse und Weg [n, 

deutlich «keonbar auf dem Belage! eng splan und M. I, 18; 

im I luibuch No. 17. Baumstütk des Ackergerichts. 
2 Das Gelinde des spateren Apothekeihofs, »bei dessen 

früheren Zustand mir nichts bekannt ist, 
j. Das Riedhüfei Viereck, zwischen Mörfeldet Strasse 

und Bruch. 

4. Das Kiedhöfer Dreieck zwischen Mörfelder Strasse und 
Ziegelhüttenweg. Beide hatten, weil zum Neuen Berg ge- 
hörig, Waldinass. 1 
CC Der eigentliche Berg. In ihm lagen: 
1. Das Dorf Hohenrode. Die Gegend nordostlich vom 
llainerwcg hiess Hiinerberg oder Mahlberg. Dort 
stand lange vor dem Waldk.uif ein Di'H-fdie», Jas hohe 
Kod genannt. Weder seine Lage uncli die Ausdehnung seiner 
Feldmark, die, wie wir sahen, auch in den Alten Berg hinein 
reichte, ist genauer bekannt. 

Im Neuen Berg erinnern an Jas Dorf die Namen: 
Hoenroder berg' = Muhlberg, Hoenroder Strasse 5 = 
Mühlbergweg (13) und die Hohe Radmühle. Seit 1377 liess 



der Rat das Dorf abbrechen. Die Kosten werden i J77 und 
!)79 verzeichnet.' 
2. Die- Mühle zum Hohen Rod, auch Hohe Radmühle 
und Deutschher rennt üble genannt, schon im XIII, Jahr- 
hundert im Besitz des Ordens. 
;. Der Seehof, früher [''ersgarten' genannt. 

Der Deutsche Orden kaufte 128} »vivarium seu laciim 
apud fontem dictum fersbunic. 1 Dcrl'crsborn speiste den 
See. Er gehörte nicht dem Orden, sondern der Stadt, war 
ummauert und hatte nur vom Fersbrunnen weg (20) eine 
Zugangs treppe* An der Südseite der Ummaticrung war nach 
dem Seehof zu vor Kurzem nocli der rot-weiss bemalte 
Frankfurter Adler vorhanden. Von der runden, basaltenen 
lirunnenfassung liegen Stücke umher. Aus dem See ftoss das 
Wasser in dem noch vnrlian Jenen künstlichen Mühlgraben 
zur Mühle, wo es in der lernen Zeit des Betriebes (XIX. Jahr- 
hundert) ein gewaltiges Rad von obenher bewegte. Der 
Abfluss ging Uber die OrTcnbachcr Strasse und — wahrschein- 
lich schon im XIV. Jahrhundert, belegt für 1404' — quer 
über das Bruch, dessen sämtliches Wasser er abführte, in den 
Stadtgraben. — Am unteren Ende des Sees standen spater 
zwei Gebäude, der grosse und der kleine Seehof. Letzterer 
ist nebst einem Reste des von einer Mauer gestützten Stau- 
dammes erhalten. — Auf der Westseite des Seehofsgeländes 
(des Fersgartens) stehen noch 5 s.atrlicheGrenzsteine von 1811. 
IV. Der Sladtwald. 
Der nach den grossen Hudungen übrig bleibende Teil der 1372 
eiwoi'.icnen W'ald:l:iche bildet den heutigen Stadt wald. Auf ihn 
näher einzugehen haben wir keine Veranlassung. 

D. Die Oberräder Terminey. 
Das bescheidene Gelände des Dorfes Oberrad wird gegen 
Orlenbach durch den R iid e r g r 3 1> e n , Regelt das Stralenbcrger Gut 
durch den Lehngraben am Südrand des Bruchs, gegen den Wald 
im Westen und Süden durch die bereits besprochenen Linien be- 
grenzt. Die Dreiteilung seiner Feldmark ist nicht genauer bekannt. 

Im Osten der Terminey lag nördlich am Offenbacher Fuss- 
ve S (49) die den Johannitern gehörende Fleschenbarg, Sie ist 

' Rb. — 1 LandselieiJeL.. 1,0] L1] ,a 5U!ls t, _ 3 Hau. VII, jj. — ' Fiurb.— 
I Unduhddeil. 



- n6 - 

jetzt verschwunden; doch ist ein sku'.ptiqrier Stein von ihr an einem 
Hause am Nordrande der Olietihadter Chaussee östlich von Oberrad 
angebracht. 

Das »obere Rod«, ursprünglich zum Frankfurter KönigsgtH 
gehörig, später vom Reiche verpfändet, wurde 142; mit Einwilligung 
Kaiser Sigismunds gegen eine Zahlung an die damaligen drei Pfand- 
herren vom Rate eingelöst, Gericht und Dorf zu Oberrad wurden dem 
Rate als Rckhslchen übertragen und von ihm beständig »gemutet und 
empfangene. ' Nachdem der Kaiser J11 Schultlieiss, Schöffen und 
Gemeine des Dorfes geschrieben, sie sollten dein Rate zu Frankfurt 
gehorsam sein, bis das Reich das Pfand einlöse,' fand am Sonntag 
nach Ostern die Huldigung statt. 

E. Das Stralenberger Gelände. 

Das Stralenberger Gelände wird eingeschlossen im Osten 
vom Rödergraben, im Süden vom I.ehngraben, im Westen 
zuerst von einer gestaffelten Linie vom i.elingraben zum Nordrande 
der Verzweigung des Bruchs, dann von der oben geschilderten Grenze 
des Sachsenhäuser Oberieldes. iis war ein kurmainzisches Lehen. Der 
Hol", zu dem die Gerber r.nihle gehört, bestand schein vor i;n, denn 
damals erscheint er berd::. ils ■ .1 j'r;.gc::iu:ril'"-> ti.v.tr-.'- verliehen. 1 
lieliatiru ist er nach einem Inhaber, I lertwig von Stralenberg, der um 
1 i)" nach i : ratikfutt kam, 1 j;6 in den Rat gelangte und 1370 starb, 1 

Das Gelände enthielt auf entern Kaum alle zur Wirtschaft 
nötigen Boden formen : Ackerland, Wiese und Wald. 

Teile: 

1. Der Mainwasen, durch den Abfluss der Mühlbach in 
einen oberen und unteren geteilt. 

2. Das Stralenberger Feld mit Hof und Mühle; Dreiteilung 
nicht näher bekannt. 

3. Der Stralenberger Wald, auch Junkerwäldchen 
genannt, im Osten /wischen Bruch und U int ergraben. 

4. Das Stralenberger Bruch. 

Zu unbekannter Zeit wurde das Stralenberger Gelände teils der 
Sachsen hause r, teils der i)bcrrädcr Terminey zugeteilt. Als Grenze 
diente der vom Lehn graben /um Main ziehende Speckgraben, 

' Bau. I, 73? nid.Chron, 1,464. — • Mglb. E.47, Neu. — » von Nalhusius- 

Ant. I. - < Bali. I, 



dessen Entstehungszeit wir ebenfalls nicht kennen. Seinen Wesi- 
nnd begleitet Jer Speck weg.' 

F. Das Riedhofgelände. 

Das Ried In lüiel.'hide erstreek; sich zwischen Unterbruch und 
Oppenheimer Strasse nach Westen, wo es in der Mitte von der 
k;'ti: ; ;r,ixich, nördlich und südlich von Teilen des westlichen Wiesen- 
::e!jndes Litj;r^[!/[ wird. Iis w.ir mit seinem sehr allen Hofe, dessen 
Gebäude eist |802 den heutigen weichen niussten, ein Reichs- 
lehen, also nicht zum Stadtgebiet gehörig. Der letzte Lchns in haber 
war Jacob von Prumheim. Er erwarb 153t das Eigenram an 
Hur und Gelinde, verkaufte es aber schon 15J3 an die Stadt." 

lieb anders als heute, folgcndermassen : von der Mündung der Königs- 
bich nn deren linkem Ufer hinauf bis über den Frauenweg (38); 
djmi westlich Liu^LieiifLiJ, um die I -r ;in l-z fn r.tu-i: it r Freiheit und den 
DiLiischlier-cnackcr Xo. i .uiszusehliessen ; dann an der Buch, und 
»■n diese gespalten, an deren linkem Arm hinauf zur 0|>pei]lic:me:- 
Strasse (<)), an dieser eine Strecke nach Westen; dann nach Süden 
zur Kreuzung de:. Sandlüiler Sdi.ilmebs ((.2) mit dem Hiscliofswcg (0; 
-an letzterem zur MörfeUlev Strasse (27); an dieser zum Südosteck 
des Schwann eimer Bruchs; am Bruch hinunter zum Niederräder 
lehluiark;;raben; endlich an diesem zum Main oberhalb des Koten 
Hammes. Die Inusteliungszeit dieser Grenze ist unbekannt. Nicht 
:"s;i:l; litt ist auch, warum sie die Holzheck, die seit 1484, und den 
Ke;iirk Niederrädcr ücq; im weiteren Sinne, der stets zum Stadwald 
-irlu'.rto, tkkIi mit eiiiMlmcss;. Sp.ir.u- erhdir die Niedcrrader Terminty 
eine prasse Yer.indeliU)!;, indem sie Weiten den uitkehen Teil Je-, 
.Sehwankemier Ktl:c:is gewann, wahrem! sie im Osten Elolzheck und 
Kieiiei i.'ide: Ik-ii; einbftssie. Sn entstand die heutige Grenze. — Die 
Strecke Oberforstiistis bildmarki^mben wurde 1719 reguliert. 

Vom Dorfe Niederrad besass seil 1 jfi.; hranUun drei Viertel, der bmIIi. 
Deutsche Orden ein Vierte L* Der Anteil des Ordens erlosch erst 1842. 



Krück P | i | I I Sj.ithbracken kommen Ort«, v.r. - 

' Mgll>. E.16. Na Sund So. 11. — > Grem^lieei; ■.-,,,„ ji.l,!,. n:f.M. I i-!K Ii. 

gegtbe" werden. 




□ igifeed by Google. 



Teile: 

I. Der Mainwasen, zwischen Leinpfad und Main. 

II. Die Niederräder Feldmark mit dem Dorfe Niederrad, 
zerfallend in Mainfeld, Bruchfeld und Galgenfeld. 

III. Das SandhöferGelände, Ackerland zwischen Main und 
Bruch. In ihm der dem Deutscht» Orden gehörende Sandhof. 

IV. D ie D eutsch her ren wiese, das Bruch /wischen Sifullinf 
und Niedcrradcr Feld, von Heinrich VII. dem Orden geschenkt.' 

V. Die Holzheck, IJj8 von König Ludwig dem Orden ge- 
schenkt.' Ihre Grenzen waren damals: im Süden die Merfelder Strasse 
(27); im Westen Schwann eimer Bruch und Niedenäder [Galgen-] 
Feld; im Norden der teutseticn Brüder Wiesen; im Osten der Weg 
der aus Rudolfs von Sachsenhäuseii Hol" geht, d. h. der Mühlenwee 
((■<>); als» im Westen und Osten die ahe Niederräder Grenze. 

Als Karl IV. 1 572 den Wald der Stadt iil-erliess, be.ms]»i'uchie 
diese auch die Holzheck als dazu gehörig. Der Streit mit dein Orden 
dauerte ühcr ein Jahrhundert, bis er 1484,' dadurch beendigt wurde, 
dass der Orden gegen eine Geldsumme die Holzheck dem Kate über- 
lief, sich al'cr den Schafirieb In: f-Yankluncr Walde vorbehielt. Die 
Grenzen des dciLisciiherrUciuni S.-kaluiirbs wurden damals durch zwei 
Reihen sogenannter Sc h ;i fers teilte bezeichnet, die vom Sandhof 
zur südlichen Waldgrenze liefen und fast alle noch erhalten sind. Von 
der Holzheck lag jetzt nur die Südostecke im Scliaftrieb, der Rest 
wurde seitdem von der horsivenvalti;:]^ K i t.mdig gehegt.* 



Ackerland lag jedenfalls im Osten. Dort linden wir im Flurbuch vier 
Ackerstüeke, die damals mit dem Feldmass gemessen wurden. Ihre 
Besitzer sind von Norden nach Süden: das Forstamt (» Sandacker«), 
die Fraiikenstciner, der Orden, das I-'orstatm. 

VI. Der Niederräder Berg, lir ist oben schon besprochen 
worden. 

Wege Verzeichnis. 

Auch hier beschränken wir uns auf die wichtigeren Wege, 
deren Vorhandensein bei der Anlage der Landwehr sicher oder 
wahrscheinlich ist. 

1 Schaiff, Drei «dl 144. - 1 Ibid. 145. — I Schirff, Dreäefeb, 149. _ 



- T 4 9 - 

A. Woge von Sachs eil hausen. 

Geordnet nach ihrem Ursprung au den 5 schon 1350 vor- 
binden en Pforten. 

I. Von der Pforte am Kulihirtenturm: Ma in was tn w eg (j) 
mainaufwärts. Am Steg der Gerbermühlc mit .( vereinigt. 

II. Von der Miiblpforte: t. Offenbacher Fussweg (4) zur 
Gevermühle und dann all »Apll-lilicc« nach Ottenbach. — Aus ihm: 
Mühlbruchweg ( S ) zur Offenbacher Strasse (11). 

III. Von der Affenpforte : 

1. Weg am Graben (57), zum Mühlbruchweg (j). 

2. Steinweg (10), über das Bruch. Aus ihm entspringt am 
Nordrand des Bruchs der Fussweg (}o) nach der Mürfcldcr Strasse 
(27) zwischen Steinwicse und Stuck 17; an dem freien Platze süd- 
lich vom Bruch aber folgende sieben Wege: 

a. Offenbacher Strasse (11) = jetzige Landstrasse bis zur 
Uuhebank + Oberräder I-usswcg. War bei der Deutschherrenmühlc 
bis in die neueste Zeit dem Hochwasser ausgesetzt. — An derselben 
Stelle wie a entspringt 

b. Mülilbcrgstrassc (12) = Mühlbergweg + jetzige Offen- 
bacher Landstrasse. Hochwasserfreier Fahrweg nach Oberrad. Der 
Mühlbcrgwcg hicss auch »Stcinwcg». Denn die Sternwarte 
an ihm heisst 1426 und 1417 Warte oder Turm "uff dem stein- 
weg», die Landwehr daselbst Landwehr am Steinweg.' Auch 
Hohenroder Weg? — Die Strecke (rj) vom Abgang des Ober- 
riik-r Fusswegs zu dem des Seehofwegs (im) wurde erst 1409 an- 
gelegt. 1 — Aus dem Mühlbcrgwcg entspringen: 

a. Lettigkautw eg (21) einerseits /.um Wendelsweg (19), 
andererseits zur Offenbacher Strasse (11). 
^ Seehofweg (12a). 

c. Hünerweg (14). Endet jetzt an der alten Scliützenh litte, 
wo der Anfang einer Gabelung erhalten ist. 1 Ihre beiden Zweige 
;;:[:gL'ii /uniichs: 7.11111 !.ntti^kaulw.:jj. Weiterhin führte der Nord zweig 
(15) ursprünglich mit Benutzung des Breulswegs zum Westende 
von Oberrad;' der Südzweig (i(i) aber, ehe der Sechofteich (genannt 
schon izS;)' angelegt war, mit Benutzung des Querwegs zwischen 
Lettig kaut weg und Seehof, zum Goldbergweg (17), den die Alte 

' S. iroieti iSsdise:iluusur l.miJwolim. - ' [.jiid^Wideliuch 1409. — 
' An der Spitze der Gailling wurden tar einigen J.il-.iin die liesli' eines Heil igen- 
üodis aus Baaali beseitigt. — ' Spuren im Gelände. — 1 Damals kaufte der Orden 
Jen Set beim hersborn. Bin. VIF, jj. 



Digiiizcd by Google 



Strasse (tS) Fortsetzte. Der Südiwdg war also ein Weg nach Offen- 
hielt ohne Heiiiclisiehligtiiig von Obeum!. Noch 171/1 war einer der 
Lvide-i Zweige, ungewiss welcher, bis zum Lettigkautweg erhallen. 1 
— Alis dem Hünerwey gehi bei der SjlnnzentiLiue der Schützen- 
pfad' zum Wendelsweg. Aus dem Gnldbergwcg dürfte der /.um 
Hohen Steg führende Weg (171) entsprungen sein. 

d. Wetidelswegfjs), nach Dietzenbach. Wird im Walde nach 
Abgang des Heusenstamm er Pfades (25) Dietzenbacher Pfad 
genannt. Vom zweiten Sandbergsgässchcn oder Allenberg weg bis zum 
[.andwehrweg (j) heisst er auch R 0 1 e n k re u zer w eg. Aus ihm 
entspringen 

ostlich: 

,. Fcrsbrunnenweg (,o), zum Goldbergweg; 

f. Altebergweg (21) oder »Husen statu mer Wegs' 

y. Heusenstammer Pfad (23); 

0. Erstes S.indbcrgsgässchen (39a); 

p. Zweites Sandbergsgässchcn fjsb); 
y. Bcrgcsg rund weg (40), d. h. Börnchcsgrundwcg ; 1487 
"Zwergwcg vuin Havnerweg .... und geet uliS. Wcnijclmgi.wegt' ; ' 

1. R uppe nackc rw eg (41a) + Sch nappborn weg tb). 
lirsierer heisst 14S7 »der uln-rsi Zwergweg der Ja geet vom llodcn- 
crutz biß uff Slappcnborn durch den Uornchinsgrundo und 1502 
»weg der mitten durch den Bornchinsgrund gecto. 1 Den Schnapp- 
boruweg setzt fort bis zum breiten Weg der »Zwergweg von 
S.Up pen Wi ngert ulicn« 14S7 (41c) und von dort bis zum letzten 
Hasenpfad der Schützenhütten weg (4 id). — Vom Buppen- 
ackerweg (41a) zieht nach Süden der Grasweg nach dem 
Ruppenacker, verzweigt in einen nördlichen (42a), westlichen 
(.[2ii), i'iMlielieii (.]je) und sinslichcn (.pd) Ast. Der letztgenannte 
heisst 1502 »fareweg im Rupenacker« und bildete einen Teil 
der Grenze zwischen den beiden Bergen.' 

e. Hainerweg (2;), über die Königsbach (Hainerbrücke) nach 
dem »ll.iiiin (Dreieichenhain). — Aus ihm zum Breiten Wog der 
Unterste Zwergweg. 

f. Breiter Weg (2(1), w: D.iruiMiultcr Limistr.is.ic ; jenseits 

llunerwen bis U1T St. Wendlings weg .... er.il is! liycm.ui .lu; p.11 riJen oder 
fahren.. — 1 Wd^ttLlnusig i.|S; iiiicts. — ' Wegcven. in Uglb. [i. ;6 l:b; Ugto. 
A. 91, f. 1. — ■ ibid. - ' Uglb. A. 91, F. 1. 



des Landwehrwegs (2) als Sandbrücken weg über die Königs- 
bad) (Sand brücke) nach Langen.' 

g. Mörfelder Strasse (27) oder Unlere Geleitsstrasse, 
aber die Königsbach (Riedbrücke) und das Königslacher Brünnchen 
□ich Geh spitz- Mörfelden- Oppen heim. Zwischen Ricdhof und Ober- 
sorsiiiaui bei sie etwas nördlicher als die heurige Chaussee. Sie bildete 
die Südgrenze der Holzhcck. An ihr mir, (lieh die Scluiersteine 4— II. 

Aus der Mörfelder Strasse entspringen 
im Neuen Berg: 

„. Grethenweg ():*). - ß- Gr osser Hasenpfad (.,8a), - 
r . .Mittlerer Hascnpfad (48b), - J. Unterer Schafhofweg 
(44); so genannt bis um 1800, jetzt Ziegdhüttenweg. - Von diesem 
geht aus: Letzter H aseti p lad ( )!*), von welchem dann wieder .hls- 
gehen: ». Mittelster Schafhofweg (45), 1487 »zwergweg vom 
hasenpat der in da*. Ulncrs Syff geet durch die wiesen 
. . . biß uff die lantgew erd«,' jetzt durch die Bahn abge- 
schnitten. — ,1,1. Oberster Schaf hu f weg 14N7 uler weg von 
dem hasenpat U. geet biß nber den santberg aßen uff den weg der da geet 
durch das Ulncrs Syffn, d. h. auf den inneren 1 ..niiKvclirbcL^citweL:.' 
Am Riedhof: 

■.Weg Riedhot'-Ziegelhüne (55). Der Weg, der auf 
Hissen von 1678 von der Ziegelhütte durch die Landwehr in den 
W.iM /iciit, wo er --.i e Ij Tili: einem Weg von der Warte vereinig'.,' 
^Iieint mir unsicher. — ,1. Weg Riedl: u!'- K nu i g s bm 11 nc n (jS). — 
/.Weg Riedbof-Oppcnhcini (57) am Ostrandc der Konigsbach- 
wiesen hinauf, beim Bischofsweg in die Oppenheimer Strasse.' 
Ander Riedbrücke: 

a . \VegRiedbrQcke-Sjndhof(toa) + Sandhof-Main(6ob), 
Mühlen weg genannt. Line Mühle lag auf der Lrankensteinischen Frei- 
heit, eine andere nahe der Mündung der Königsbacti.* — Aus dem Mühlen- 
weg: Weg an der Deutschhcrre nw iesc (67) nach Niederrad, 

ß. Weg Riedbrücke-Niederrad (59). 

?. Weg Riedbr iick e - liisclio f :, weg (jS), /.wischen den 
Wein. unerwiesen und der Schwar/en Sieink.uu. Verlauf südlich 
'"Um Bischofs weg unbekannt. 

(6ja). — f . WegKönigsUcher Brünnchen-Sand'hof.west- 

' Ntu-Isenburg emtand erst 169g. — ' Wegeverz. — 1 S. S. IjJ. — * M. I, 1 
ncbii Variablen und Vorlagen, — s Ibid. — ' SJuril, Dreieich, I». 



I i e Ii e t (63b). Zwischen buidcn spater die Sandhofschneissc. — 
y. Weg (6 S J zum Triebwe K . — ä. Kohlweg (64) — Grenze 
zwischen Buchwald und Forst. - .. BischoI*wcg (1) und Lind- 
wehrweg (2). Emern ist erhalten bis tum Brown Weg; \on 
dort hu> fjin Weudelswcg rinden sich Spuren im Wa.de; östlich 
vom Wer.delsweg mundet et in den Land wehr weg {2}. Oiesct 
.)[ wyh. :.jr e;:i n^ni ^lnT Sctt-iurm .:.> Biscrte ;! c,. >, dc;i ei Ve: 
dt; großen Wevel-rctzung am Bornackc: '.cr.assen hat Osihih nur. 
WenuV.sweg trji;: dci wscdci e.mjchc Wen bis zan. V;cliweg (50) 
den Namen Land w- ehr weg und z;eht dann, sudlich am Hohen 
Sandrich vorbei in die Neue Strasse (18). Nichts hindert an- 
zunehmen, dass beide Wtgt alter sind als die Landwehr. Nachdem 
diese errichtet war, gewährte der Bischofsweg und seine Fortsetzung 
den Mainzer Bischöfen eine bequeme, das Passieren der Frankfurter 
Landwehr vermeidende Verbindung mit dem I-125 erworbenen Gross- 
Steinheim und dem Oberen Stift.' 

Am späteren Oberforstliaus: 

... Triebweg nach Niederrad (64). — f. MainzerStras5c(j8). 
Südlich vom Oberforsthaus: 

Gundstrasse (29), zum Gundhof. 

Geschnitten w:r.l il : t- Moricider Strasse von dem Sandhöfcr 
Triebweg (61), der die Strasse heim Scluiersiein Nu. .| erreicht, 
bis N0.7 mit ihr zusammen fallt und sie dann in südöstlicher Richtung, 
fortan meist WclsciiiT V.'c^ :;eL-.jnnt, vcrlasst. 

Frauen weg (38) Ober die zweitunterste Brücke der Königs- 
bach zum Mühlenweg (60b). Von der Affenpfurte zur Oppenhcimci 
S:r.i.s.-,e (<>) auch Xiedcrrädcr Fussweg, von da zur Kreuzung 
mit dem Niederrädei- Si.ulr.veg (ü) auch Re-aierpiad, nach Aufnahme 
des Mittelwegs (7) auch selbst Mittelweg genannt. Der alte Name 
Frauenweg ist jedenfalls für den westlichen Teil sicher.' Aus ihm 
entspringen : 

a. Hederich w eg (jo), westlich vom lirommenhof über das 
Bruch zur Mörfeldcr Strasse (27); fortgesetzt durch Grethen weg (;;). 
Der Hederichweg entsendet über das Bruch drei weitere Wege zur 
Mörfeldcr Strasse: o. Weg östlich vom Brom m enh of (joa) ; 
fi Weg durch den Brommenhof (30b); y Bruchbrunnen w eg 
(33), am Bruchbrumien vorbei; furiL'cseui durch den grossen Hasenpfad. 



1 Der k&riesie Weg von Miim zum Oberer Still war die weiter IQdliCh 
duich Jen WjlJ i:chtr.Jt A ^ha-k-nl Lir^r Str.i»c. - ' Genannt 11;; : s.Bjtt.1, 254. 



Digitizod by Google 



b. Apothekerhofweg (jj) erst in neuerer Zeit »bei das 
Bruch. In seine: Vtrljogcrung jeet de: Kuriere Hasirplad (pj) 
f. Wen im Graben (j?a) zur OppeDheime. Strasse (9). 

IV. Von der Oppenheim ei Pforte. 

Oppenheimer Strasse (9) oder Obere Geleitsstrasse 
über Bruch und Königibicli (Oppenheimer Brockchen) nach der 
Gehspitz, wo sie mit der Unteren Geleitsstrasse (27) zu- 
sammentrifft . Die Sirasse ist jetzt zwischen Bruch und Mörfelder 
Strasse nach Osten verdrückt, von dort aber bis zur Zicgelhütte be- 
seitigt und durch den Ziegelhütren weg (44) vertreten. — Aus ihr: 
Mittelweg (7), der auf die unterste Brücke der Künigsbach zielt, 
aber nachträglich in den Frauenweg geleitet ist. 

V. Von der Fischerpforte (am Ulrichstein) : Leinpfad (6) ttiain- 
abwärts über die Königsbach. Aus ihm Nie der räder Stadt weg oder 
Fussweg (8), den Mittelweg (7) und Frauenweg (18) schneidend, 
über die Künigsbach und südlich am Sandhof vorbei nach Niederrad. 

Die wichtigste Sachsen häuscr Pforte war die A f fc n pf or t e. 
Denn von ihr konnte man, wenn ;ük- anderen geschlossen waren, 
i^.i.icm /.: aller, W [.■(■.£!! gilar.^.'n. Dies .var aber auch der 1-all, wenn 
etwa ausserdem olle Durchgäni;i: durdi die Umgrenzung der alten 
S.Kh.scnjiauicr Feldmark gesperrt waren bis auf den des Steinwegs; 
denn von dem Platze am Südcndc dieses Weges liefen die Wege 
:ia:h sämtlichen liicfir.iiijien mit LiM.ie.iili. liei l\e:;e!m:;-.si;:''.cit fächer- 
förmig auseinander. 

B. Wege von Oberrad. 

I. Weg zum Fersbrunnenweg (47).' - i. Weg zum 
BreulswegOs)- - 3- Frankfurter Strasse (12). - .».Fuss- 
weg nach Sachsenhausen (11). — Die Wege 1—4 entsprangen 
gemeinsam am Westendc des Dorfes. — ;. Wingertsweg (48), 
jetzt Chaussee, auf halber Höhe zur Alten Strasse (t8). — 6. Offen- 
bacher Fuss weg {49) am Fusse der Höhe. — 7. Vieh weg (50) 
zum Walde, fortgesetzt als Wolfsweg nach Heusenstamm. — 
S. Kirc heupfad (51) zum Goldbergweg oder zum Allenberg weg.' 

— J. Schifergasse (52), über das Bruch, dann als Trieb w eg 
zum Stralcabergcr Hof. Aus ihm: Weg zum Junkerwäldchen. 

- 10. Stralenbcrger Gässchen (53), jetzt Wehrstrasse, nach 
den "Wiesen hinterm Durfa und dem Lehngraben. — 11. Speck- 
*' e S (54)> VDn dem Weite inle des Dorfes lil'tr im Brucli 211m Maine. 

1 Gr. R. und Spuren im Ueländf. - ■ M. 1, 17. 



DigitizGd by Google 



- I i I - 
Achtes Kapitel. 



Die Befestigung der alten Saehsen- 
häuser Feldmark. 

Die alte Sachsenhäuser Feldmark besass, abgesehen von ihre 
Ostsspitze, eine deutliche Begrenzung in Ahlengraben, Bruch im 



an, Sftdrand des Otfcnhacbcr IWcgs (]). *«i«l«n Ahlcngraben 
und Miihlhruch und zwischen Mülilkuehwej; (0 und O lT cidiciuu-i 
Sirasse. Trotzdem könnte er auch auf diesen Strecken früher stellen- 
weise oder durchgängig vorhanden gewesen sein. Das im Mittel- 
alter sehr wasserreiche Bruch bildete jedenfalls auf weite Strecken 
vor der Grcnzhcckc ein willkommene Annäherungshindernis. 

Die Befestigung des Oberfeldes. 

Die ursprüngliche Umfriedig ung, wie wir sie soeben vermutet 
haben, scheint am Oberfeld später nicht verändert worden zu sein. 
Karte M. I, 17 und Belagerungsplan haben in dieser Gegend Baum- 
hecken, die jener L"iiiKricJis»uni; im Ganzen zu entsprechen sei 1 .!.-:!) u-n. 
DuivhgliigB. 

1. Mainwasciiwes; (:'): Hinci: .Schlag zeichnet dort ein Riss 
von 179s; Beischrift; oder Schlag«.' 

2. Offenbarer Fussweg (4). Nichts bekannt. 

Die Befestigung des Mittelfeldes. 

Im Iteclmungsjahr 1377-7B' kommen Ausgaben vor »das bruch 
.-/Li Sasseiiliuseti virslahin« (;:n.i!); dasselbe nczn viiin.tcbin« 
(inial) und »an Jas bruch czu Savscniiuseiio (7 mah. Uicsc Arbeiten, 
bei denen es sich vorzugsweise um hölzerne Planken oder Stakete 
gehandelt haben wird, beziehen sich in erster Linie auf das Mittel- 
feld und wahrscheinlich auf dcv.cn alte Grenze am Nordrand de- 
in der l*olgc erweiterte sich das Mittelfeld durch Hinzuzichuiu: 
des Bruchs zwischen Bruchbrunneiiwcg (jj) und Miihlbruchwej; (j), 

1 Thomu, M. 11, 17a - 1 Hb, 1577, F. 45. 



- rjj - 

wobei aber der Verschluss des Steinwegs auf dem Nntdrand des 
Bruchs verblieb. Der L"h erlang des «en.uuiten Bezirks vom Wald- 
miss zum Feldmais braucht nicht gleichzeitig erfolgt zu sein. Die 
neue Hinschlusslinie aber war folgende; 

r. Zwischen Lahnlebcn und Mühlgraben: wahrschein- 
lich der breite Ostgraben und der Südrandgraben des Mühlbruchs. 

2. Zwischen Mühlgraben und Bruchbrunnenweg 
eine Einfriedigung, die von der Stein wegjiforte einerseits längs 
Olfenbacher Strasse und Mühlbruchweg zum Südwesteck des Mühl- 
ind Bruchbrunnenweg nun 
S a auf dem Belagerungs- 
er erwähnten Pforte als eine, damals aus militärischen 
liedergelegte, Mauer, westlich derselben am Steinweg 
aber bis zum Brommenhof als Staketzaun, worauf 
rt; auf der (älteren?) Darstellung von M. [, 17 dagegen 



Eisenwerk notig. Einmal werden 67 kleine und 3S grosse Riegel 
zu einer Zingel verwendet.* Eisenwerk wurde 144a von der Ziugel 
am Steinweg abgebrochen. 1 

Es scheint demnach au einen Verschluss durch Planken ge- 
dacht werden zu müssen. Die Zingel am Steinweg wird als ver- 
schliessbar erwähnt 1381 und 144a 1 und 14t) wird gearbeitet an dem 
Mäuerchcn »an der czingcln 11ydcv.-1.-nJi« saut Wendelin an dem 
e..irthusci |Jcr Deutschherreii].' Nach der Zingel liiess das ganze 
Mittelfeld auch Zi nge Ifcl d; 6 ein Acker nim Zingelfeld«, der 
auf das Bruch stösst, wird 1591? erwähnt. Insbesondere hicss die 
Gegend südlich vom Bruch zwischen Steinwei; und lirudihrniniei- 
weg noch 1646 .im Zingell,.' 

Einen besonderen Einschlug hat ausserdem auf dem Belagerungs- 
plan die Gegend zwischen Mühlgraben und Steinweg. Dort setzt sich 

einen Staketzaun unterbrochen — bis zu dem vor der Mülilpiur..- 



Humb.ll.j2, F.Wli. — I IWd.F. 10b. — ' .SecimJus cinipi.s likitur Jas Zi 
leid, >lui jara dsstrii.-.is -Jucdlij Ulis fa-.i:-: d.is MUlclfcldt. Bin. I, li 
üb. )ur, canon. F. 12 ..imt 1-lbr. H-Hl..": ^iftr .1:l HiTlLrinm:;; enrieluii; v. 
UltllJunatlg einzelner Güler im Mittelfeld ab. - ' Uglb. N. S), Ko. 150. 



DigitizGd by Google 



- „6 - 

liegenden Wasser hol, .im Steinweg aber bis zur AfTenjilnric r.a. h 
Korden furr Die Nordst.tc ccs Iverehrch cuvtsJilDssencn V:e:ttk; 
lehot skh ao den lernet] Abschnitt des Mühlgrabens und den Siadi 
[■r.iber.. Nur Jcr\\\:: ai;iSnJif.u;ie:-.( j:) di.:J;r>r:tl.! J.t Lnimajerun,- 
mh ic dner(oi;ht «tstörten) Horte im Owen undWestcn. Auf MI, 17 
rinden wir nti im t ),tcn eioen Absciiluss und iwat s:ait der Mauer eine 
Hecke, die aber am Ustiar.d des Mühlgrabens lauft. Die völlig« Ab- 
-, ^ I : [ i l.-s.'. u 1 1 des Vierecks schein; ;i1mj späteren Ursprungs zu sein. 

Erheblich verstärkt wurde die Sicherheit der Gegend westlich 
vom Steinweg durch Jas deutsch herrische Gartenhaus mit seinem 
ummauerten Garten' und den Brommenhof nebst dem zu- 
gehörigen W eih er. Auch diesen Hof konnte der lint vertrsgs- 
massig im Verteidigung benutzen," wie er daselbsl z. B. 1426 vier 
Tage lang einen Feuerschützcn besoldete »in warnunge czu hudeno.' 
Die gleiche Verpflichtung listete auf dem H ynsp e rg i sehen nhus 
und stock«, gelegen im »Krauchgarten« neben Brommenhof.* Leider 
ist seine Lage nicht genau bekannt. Östlich vom Steinweg spielte 
vielleicht der Hof zum Hude eine ähnliche Rolle. 

;. Zwischen Bruchbrunnenweg und Oppenheimer 
Strasse erhielt die alte Grenze des Mittelfeldes eine vorzügliche 
Verstärkung durch die Anlage des seit 1577 bekannten Stautciches, 
genannt »das Lange Bruch«. Das Gelände aber südlich vom 
Bruch bis zur Mört'clder Strasse, in welchem u. a. das Ricdhöfcr Viereck 
liegt, ist auf M. 1, [8, ganz wie der später »im ZingeU genannte 
Bezirk, von einer Hecke anheben, die kinf-s Bruchbrunnenweg und 
Murfekler Strasse Hs ;nr t )p;ie!ihehicr Strasse läuft, wo sie auf die 
dort herunterziehende LiruKvehr snisst. Wie alt diese Hecke ist, 
und ob sie vor dem Bau jener Landwehr an deren Stelle Innijs der 
üppetiheimet Strasse hinab zog, wissen wir nicht. Dass das I-'eld- 
mass in dieser Gegend erst nach 1727 eineefülir', würde, haben wir 

Durchgänge. 

I. Mühlbruchweg (,-). Der Belagerungsplan zeichnet eine 
Bohlenbrücke über den Südrandgraben und einen Schlaf-* an 
dessen Kordscitc; dazu eine Steinbrücke über den Nord rand grabe 11. 
iiine dritte Drucke über den osi-wtoilidi ziehenden Teil des Mühl- 



' M j 11 sr erwähnt n.11, Uglb. A. ji, A-Re. — ' llcvcrs von ijgSin Hiusurk.— 
' Rb, i 4 ±6 "ich Fiel), Hdsdir. jj. — ' Revers von l S oj b Hauiurk. — i Audi 
auf M. I, 17. 



- "57 - 

grabens, die durch jüngere Darstellungen' gesichert ist, fehlt auf dem 
Belagerungsplan, da der Zeichner den Mühlgraben und den Süd- 
graben in einen zusammen geworfen hat. 

2. Si ein weg (10). Er zag auf einem hohen, schmalen Damm" 
durch das Bruch und lag noch 1807 »um vieles höher, als die Garten 
rechts und links«.' Der Damm begann schon beträchtlich nordlich 
vom Bruch und war dort im XVI. Jahrhundert rechts und links mit 
schützenden Planken versehen.' Näher der Stadt war der Weg noch 
1810 am Jassoyschen Garten (Flurb. Gew. II. No. 2) so eng, dass 
nicht zwei Wagen ausweichen konnten. Am Wege rechts und links 
standen bis 1552 zwischen Aflenpforte und Bruch die zwei Häuser- 
reihen der 15p demolierten Vorstadt. Der Abschluss lag am Nord- 
rande des Bruchs, wo im Flurbuch die drei Wegsteine No. 17 stehen.' 
Weder von einem Graben, noch von einer Brücke ist hier jemals 
die Rede. 

Ein Schlag am Steinweg wird zuerst 1375 erwähnt als be- 
wachter »Rygel«;* ein neuer Schlag 1)92.' Als verschluss- 
bar wird er bezeichnet 1381 und 1+12." Später heisst er Pforte.» 
So wird 1^55 von der »Affenporten die uHusenstammer porte uff 



ungen, die vielleicht vor 1553 zurückgehen, 11 sehen wir ein breites 
zviL-kiiickigi;!. GeLüiide mii hohem, abgew.ilnüem S.iueldach. Sein 
Platz wird wohl genau zwischen den Wegsteinen 16 und 17 des 
Flurbuchs zu suchen sein. Das Obergeschoss ist Fachbau; durch 
das Erdgeschoss geht der Torweg, den jedenfalls um ("nicht dar- 
^cr,;dl ;■.■[•) Schlag verschloss. Der [645 erwähnte H a s p c I'* stand, je 
nachdem wir den Schlag nördlich oder südlich vom Torhaus ansetzen, 
entweder im Stcinwcg neben dem Schlage, ouVr in; Fußweg zur Mör- 
leldcr Strasse (30). 155z wurde die Pforte mit der Vorstadt ab- 

1 t B. Feifiii-, s«>ra.(Jrdr. von l'mi'n:. -- 1 Silurtf, Wegn. — ' Bcrichl 

.:■.■! Fiiiiimuiwtrs STtss. - • M. J, lt. Solche l'knilun uhutien ] .aa. ? Ii. den Lindwehr- 
v.^v.^ilidi vom grossen MascnptaJ «egen die Virrt it'fimg der t'!]cno[i[^n Sttkihrüdii;. 



den an der Sntan 
" Schuß; Strassei 
- •< Bau. VII, n 



Digitized by Google 



gebrochen, spater aber wieder aufgebaut. Im Mainzer Gclcitsvcrtr, : .!; 
von 1584 erscheint sie als Grenze des Geleits aus dem Oberen Stift 
fOi Sundespersonen; auch wird dort zuerst der Name Quirins- 
pforte' gebraucht, de. seitdem blieb. Das Thor wurde am ). Juli 164; 
»samt dem dabei gestandenen Haspel« endgilüg beseitig!. Es blieb 
nur der Schlag, unter welchem der Geleitsstein itand, dessen Auf- 
findung 1764 Schwierigkeiten machte. Die Stelle der Pforte bezeich- 
nete seit (790 eine Sieinpiramide, die r8m verschwand,' um neuer- 
dings an eine: anderen Stelle, am Hettelbrunnen, wieder aufgestellt 
zu werden. Die abgemeißelte Inschrift ..Quirinspforteo ist wieder 
lesbar gemacht. 1 Noch später stand südlich der ehemaligen Pforte 
am Westrande des Stein wegs ein Zollhaus. 1 Der (Innige «Wärtern 
oder »Gelderlieber« Rurck klagte 1798 zusammen mit den Wart- 
mannern über Schädigung durch die französischen Truppen.' 

i. I'ussweg zur Mörfelder Sirasse (loa). 

1 Weg östlich vom H r o m m e n h 0 f ()oa). mit iniigem 
an der Strasse zusammen treffend. 

j Weg durch den Btomtnenliof (job) Bei den Wegen 
}, 4, s ist keine Sperrung bekannt. 

6. Hederichweg {30) und 

7. Bruchbrunnenweg fjä)- An beiden Wegen erscheint 
auf einem Riss von 1787* nicht weit von der damals noch seht 
breiten Mörfelder Strasse je eine wie eine quei gestellte Ruhebank 

lanke. die nur russganger vorbeiliess; südlich davon 
jhebanlt in gewöhnlicher Weise parallel zum Wege 

Der Abschluss am Mühlberg. 

Die Sicherheit des Mittelfeldes scheint noch eine besondere Ver- 

pforte zwischen Zingel und Berg, in welchem die sieben Strassen mün- 

wurde. Bezeugt sind Schläge an allen diesen Strassen ausser an der Mör- 
kLier. Soll ;<.\h>eli die Anlage den vemu:tctcti Si'.n; ii.il'cn, 50 ist auch 
dort ein Schlag anzunehmen. Die Räume zwischen den Schlagen waren 
durch die Einfriedigungen der Guter am Fussc des Neuen Bergs ge- 
schlossen. — Vor Errichtuu:; der Saclisenli.'iiLser Liüdwehr gewährten 



Digitized t>y Google 



Jie Schläge die Möglichkeit, Jie AiskimimcnJeri auf Sjcmuiiiihcii 
Wegen ausiuschliessen, ohne die übrigen sperren zu müssen, die 
Abgehenden aber, wenn sie die Steinwegpforte durchschritten hallen, 
nun Einschlagen bestimmter Wege zu zwingen. Aber auch nach 
Errichtung der Landwehr waren die Schläge nicht überflüssig War 
die Landwehr unversehrt, so blieb der allgemeine Vorteil in Betreff 
der Abgehenden bestehen. Insbesondere aber war es dann bequem, 
die Eingänge zum Himer- und Hainerweg, später auch zum Wendels- 
weg für Fuhrwerk und Reiter gesperrt halten zu können, seitdem 
diese Wege infolge der Landwehr ihre Eigenschaft als durch- 
gehend!: Fahrwege vciluren hauen. 1 ■ i i r Zeiten aber, wo Teile 
der Landwehr unvollendet, nnch ku schwach, verfallen oder zerstört 
waren, was alles nicht selten vorkam, ist die Bedeutung des Ab- 
schlusses einleuchtend. Die wichtigste dieser Wegsperren war die 



indem zusammen.' Abgebildet um itai.' Stand,»., vielleicht am 
Nordwesteck von »Ort Reysen Garten« (1487; bis vor Kurzem 
Frau von Villam), wo der Weg nach Osten breiter wird. 

2. Hünerweg. Schiaß. Auch er nur mit anderen Schlägen 
erwähnt. Abgebildet um Ilioo. 1 Standort wahrscheinlich .1111 Sihlwestcck 
von Ort Reysen Garten, wo die normale Breite des Wegs iiegimu, 
oder etwas höher, sei Jen We;; steinen Nu. 1. 

3. Wendelsweg. Westlich am unteren Ende des Weg. es stand 
die St. Wendelins Kapelle.* Schiaß seit [395 bekannt. Damals 
wurde er «geplackt" (geflickt)'; 1596 ein neuer Schlag »by sant 
Wuidelinge« gehenkt 6 ; t.|ij erst das Schloss, spater Sehlens und 
Schlag ausgebessert. 7 Als Schhesser und Wächter an diesem und 
einigen NachbarschUgen hatte damals über ein Jahr »Henne in der 



1 S. S. [60. - ' Marti. D. 1)8 1, Bim 1. - ' Gr. R. - t Bel.-Pl. - 
<Rb. ijpj, F. 16b. — * Burab. ijijS. — T Ibid. 1415. F. 38b. 



Digitizcd by Google 



dutschen htm Gartenhus« gedient." Seil 1426 war der Schlag mit 
einem »brostwern versehen. Auf dem ■■ilirtstgewenie bv S,;i:t 
V/ L ']idfU;ig und in Kudolf zum Humbrachts hören (= ISrommenhol) 
iiiiisstrii damals zwei FuiiLTscIiützen vier Tage lang »in warnunge 
liutcn«.' Zu der Brustwehr gehörte auch eine (oder ein) Schnecke. 
r.|;f. verdient einer Loliri »ull' ilnui sneLken i\v sau: Wendeiingt' und 

by sant Wende lingo.' Zwischen 1441 und 1477 wird Brustwehr und 

Wächter; »der sneckc by s/w.« 13 mal ebenso.' Das Wegever- 
y.L-LchnLs von 14S7 erwnluu iv.it eine »porte«, aber die Ik'ii'sti^im.; 
bestand fort, denn 1.^2 ersdu-in! ein Wäilitvr »am M n I e 11s n ec k en 
by sant Wcndeling«." Der Name bezieht steh auf die nahe Deutsch- 
herrenmühle. Abbildungen des Schlages öfter. 7 

4. Hainerweg. Einenportea erwähnt das Wegeverzeichnis 
von 1-187. Ein Schlag wird öfters abgebildet." 

5. Breiter Weg. Schlag. Erwähnt nur mit andern zu- 
sammen; abgebildet nur einmal* 

6. Mürfelder Strasse. Schiaß? Westlich oder östlich der 
Ausmündung der Wege jo und 50a? 

Zuweilen weiden mehrere dieser Schlage 7usamrr.er.(iefassi und 
nach dem am Wendehweg, ais den. u i;lu g-.tc:i, boeicbnetr 140» 
wurden fünf Schübe bei St. Wendeln: gebessert , '* 1415 hatte nun 
Ausgaben »von drin siegen by st. Wcndeling rech: czu 
fertigen«;" auch bcscbloss ind hütete damals der vorhin genannte 
Henne »die siege by sant Wendeliot." Weiche Schläge 
edesmal gemeint sind, bleib: natürlich unbestimmt. 

Die Befestigung des Unterfeldes. 

1. Die Lange Wiese hatte einen nftrdli, 
luben Randg;jbe:i urd einen M.r.elgrabcn. Dt 
unbekannter Zeit und gehörte dem Rate. uyK 
aus dem Lange.. Bruch von dessen »unteren 
(),','en'".;mer Strasse und mitten durch das -.j 
(Florb.) bis an die Lange Wiese, worauf er s 



i SJlla[;uklle lei Kgfc M. IV. 1,7fr. — SRb. 140,3 
Ficli. Hilülir. JJ. 6j MJcli Rh, 1411. 



md einen süd- 
te bestand seit 

fem. Ober die 
Stück No. 18 



Diu tizod by Ce 



Nock 



7 (Lauge Wie«) und t 



r Au: 



iträ B cr 



der Wiese, wieder mit dem Nordgraben vereinigte. i-f^fi liess der 
Orden Hilten des Uates de;i \1 i: ■ l- ; ■ : : .iL-l- u tieter und weiter machen, 
um das Wasser aus dem Bruch aufzunehmen, wogegen sich der 
Ha: verpflkhicte, Jen Ni>:-Jgrabeu nicht verLdlesi zu lassen, damit er, 
falls der Wassergang der Wiese schädlich werde, diesen aufnehmen 
könne. 1 Der Südgraben, ün der Ried hofgrenze, ist erst aus spaterer 
Zeit be/eugt. - Vim diesen Grüben lii-^i l-ii/il- der Nordgraben das 
Unterfcld. Hr war »i'scn seines s:cÜc:i Randes der Zn:;chwemmung 

stark ausgesetzt* Die im Stadtreebenbuch 1 377 — 7S verzeichneten 



Völlig deutlich 1 



,ude 



sich der Graben durch eine Baum- 
i'iecke. Spatere Darstellungen' «'icluiti: ihn bis zur Kiin-gshach genau 
so wie die Sachs cn hau sc r Landwehr. Doch habe ich die ausdrückliche 
Bezeichnung als Landwehr nirgends gefunden. Noch 17G5 sah man 
den »mit Hecken bewachsenen alten Grabens; zwischen 1766 und 
r;6S wurden die Hecken entfernt.* 

1. Die Kunifisbach rliesst, wo sie das Untcrfeld begrei-zi, 



, E le,ch h 



1 Uferi 



1 IL. 



,n I Iii.. 



,.h,., 



M. 1. 



. A;-sc m.i 



1. Oppenheimer St> 
graben (Austraget). Kamer 
147s.' »Meerfeldet Biutkelch 
buch au! de: Westseite der b 
Et|;cii das tiefliegende Slütk 1 



isflnRe. 

- (9) Brücke übet den Mittel- 
Tücke der Oppenhennei tiraf/e», 
Flurbuch S;e lag nach dem Flui- 
die hiit dutcii eine Mauer 
rhuüt war. wahrend MC Östlich 



von der Stauiingsanaucr des langen Bruchs begleite; wurde, Ihr Ce- 

1 Revers nLlr. Jjs Ki-.idl I ;.;.S. !].ij\L in Nil. ; ! I .L-r Kep. — 1 Ibid. — 

1 F. 4J. - 1 Bumh. 14.1», F. 6. — > M. I, i, 1678: Reinhardt, Drrieicber Wild- 
li-i-i. i rank/. [74; 1:1:1 Kji:c; litiillrr, K.nle »FurolLin: Driet-iei:« 17-H (Museum), - 
1 Md. )u der Btp. — 7 Rb. 147a, F. 71b. 



wölbe wurde 1810 um 6 Schuh nach Osten zu verbreitert.' - 
Schlag bekannt seit 1409. Namen: »slag by der dutschen hern 
wiesen« 1409,' 1415;' «lag an dem langen brach vor Sasscnhusai" 
1414;* »slag olT die brücke der oppenheimer strafzeo 147a; 1 «Küt- 
hoffSchlag« 1739,* welche Bezeichnungen sieh aus der Nachbarschaft 
erklären. Standort am Nordrond des Bruchs. Abgebildet M. I, 17. 

- Beim Schlag wird 141s ein Erker erwähnt, wohl zur Aufnahme 
eines Hüters. Iis wurden damals verwendet: »j karren leimen tiaselbis 
czu dem ercket, st roh in den leimen, ein gebut gerten aus dem 
walde den ercker damit czu sticken«.' - liine Planke westlich 
neben dem Schlag sperrt die übergmsse Breite der Strasse auf M. 1, 17. 

— Zwei Scillase werden vor.iu^:e.ie;/[, wenn es tun litisM »die 
siege by dem !;ngen bruch« 1 und 14411 ebenfalls Jet Plural vor- 
kommt, ' Stand der zweite Schlag am Sudrande de> Bmchs, wo 

»Cnll-I^Clis CJ-> Kn.Jhi.lgel.l'li.u ' i ldtl tlSt kuti VOt dtl 

Kreuzung 1r.1t Je: Morleldcr Stusse, ft'o ihn M I. 17 hat. fall* iie 
hierin zuverlässig ist? Wollten Jic IJeutsdihencn auf ihre Lange 
W.ese, su brauchten sie icdeniills 111;: Jen innren S:l;iag m durch- 
schreiten; iie halfen dar.:i gleicb iedi:i eir.e I. nl.hr: Puidlich 10« 
Steck lB. Wenn trotzdem la^i edem du;i;liherren" de: Scl.l 
zu den Schlägen kierlicii ::nvirtr.;ul wird, iu wird dies wohl hei-sen. 
d.lss beide Schläge niil demselben Sdlhi-i-el geschlossen wurden. 

2. NieJcrräder Fussweg (S). "Der hohe Steg«'° über 
die Königsbach. Erst 1803 eine Steinbrücke." 

Frauenweg (jS). Brückt, jedetiL-JIs urspriinglich lud /er 11;" 
steinerne zuerst erwähnt C739 als »Stein Brücke am Sandhofs; 1 ' 1761 
bei Klotz: iBrückletna. — Schlag? 

4. Leinpfad (6). Brücke; dargestellt ,ui: der.sc-lben Rissen, 
wie die des Mittelwegs; [739 »Stein Brücke am May»«.'' — Schlag? 



an Lrauenweg und Leinpfad zu denken. 

• Uglh. A. 17 il 8j. - 1 Uglb. A. 9! M. — 1 Hu 
' Ibid. 141.1, F. 6b. — > Rb. M7S, F. 71b; off = in; vgl. 
lantwer«. — < No. 1 ; der Rcp, — J = — < Rb. 1450, F. ; 
F. 71b.— »Klat1lk-geb.176.lj M.I. 17. — " N0.671 derRtp.— 
'i Nu. 61 Jet Rep. — M Riss Bruehgraben, No, Sj der Rcp. - 'i 



Digitizcd by Google 



- .6} - 
Neuntes Kapitel. 

Die Saehsenhäuser Landwehr. 

I. Begriff. 

Die Sachsenhäuser Landwehr beginn: wahrscheinlich am Süd- 
osteck des Mühlbrochs, umzieht den Neuen Berg auf drei Seiten 
und endet am Südwestes!; des Langen Bruchs. Sie will die grössere 
Wirebalfte des Neuen Bernes östlich gegen diu Alten Burg, südlich 
gegen die kleinere Südhälftc des Neuen Herges, westlich gegen das 
Riedböfer Gelände abschliessen, wobei sie sich aber im Osten nur 
inf drei kürzeren Strecken genau mit der Grenze des Neuen Berges 
von 1502 deckt. Im Osten undSüdcnwarsiciinmcrBinncnlandwchr.irn 
Westen aber, solange djs RieJhüfer Gelände noch nicht der Stadt 
.'jliüite, Gieri/landwehr. — Die häufig vorkommenden Bezeichnungen 
■bntwer zuo oder »vor Sassenhnsen« können vor 1441, wo es 
noch keine Oberräder und Niedcrräder Landwehr gab, nur von der 
in Rede stehenden Anlage verstanden werden, doch ist in manchen 
Fällen die Miteinbeziehung der Befestigung des Unterfeldcs nicht 
ausgeschlossen. 

II. Verl nur. 

Die Ostseite der Saehsenhäuser Landwehr lässt sich nur mit C 
einiger Mühe in ihrem Verlaufe rekonstruieren. 

;. Auf der kurzen Strecke vom Bruch zur Oftenbacher Strasse (16) 1. 
eine Schutzvorrichtung, die etwa auf der Greil /linie der Gewanne II 
und III gezogen wäre, nicht nach ;u weisen. I 

2. Südlich der Offenbachcr Strasse bildete die Deutschherren- . 
aiiihie mit ihren Gebäuden und ihrem eingefriedigten, vielleicht schon 
früh ummauerten Hofe' einen guten Abschluss. 

3. Hinter der Mühle stand am Mühlbergweg (11) zunächst eine 
Holzwarte, weiterhin, am Oehlerschcn Garten, eine später errichtete^ 
Sternwarte, oft die zerbrochene Warte genannt." Eine Landwehr am 
MDhlbergweg, von der wir keinen Grund haben anzunehmen, dass 
sie nicht bis zum Lcttigkautweg lief, erwähnen folgende Nach- 
richten: 1427 wurden Fenster geflickt »uff der lantwerc am Stein- 
wegi» d. h. auf der Steinwarte, denn der Muhlbergweg heisst auch 

' Bel.-Pl. — 1 Siehe •Durchgänge». — J Bumh. 1417, F. 11. 



aus der Landwehr treten, so muss zur Zeil der Holzwarie die Land- 
wehr auf der ganz kurzen Strecke zwischen Mühle und Holzwarie 
auf der äusseren, jenseits der Warte aber auf der inneren Wegsehe 
gelegen haben. 

Dies kann man sich nach der Beschaffenheit des Geländes sehr 
gut vorstellen. Nach Errichtung der Steinwarte hätte nun, um jene 
Gepflogenheit zu w .ihren, der 1 .and^h gr.ilen nviseheti den beiden 
Warien von der inneren auf die äussere Wegseite verlegt werden 
müssen. Dies schein! aber nicht geschehen zu sein, da das Gelände 
auf der äusseren Wegseite sofort steil abfällt. In Ermangelung jeder 
Überlieferung darf wohl angenommen werden, dass man den Land- 
wehrgraben auf der inneren Wegseite beliess, die äussere aber, die 
durch den Abhang schon ziemlich unzugänglich war, vielleicht durch 
eine Hecke oder eine Planke schützte. 

Slrtek(L«ln- 4, Die nächste unmittelbar bezeugte l.andwch strecke ist, wie 
kouLnod- gleich zu zeigen, die am Uoieukreuzcrwcg (22). Vom Eck der 

""'"""""■Leimkaut bis dorthin zog, wie ich vermute, die Landwehr erst 
am Lcttigkautweg , dann am Wcndelsweg westlich entlang. Die 
alsdann anzunehmende Zahl der Schlage stimmt mit den Nachrichten 
über Schläge. Für einen anderen Lauf der Landwehr findet sich kein 
Anhalt, f ür die Landwehr am liotenkrcuzcrwcg aber ergeben sich 
die Beweise aus dem bereits erwähnten Bericht von 1502 über Ab- 
stdnun.i: der Gien;'..- z wis^icn den beiden Herfen. 1 Es wurden damals 
mir da Steine gesetzt, wo die Grenze durch die Felder zog, die 
Strecken, wo sie durch Wege gebildet wurde, werden nicht erwähn;, 



Jurch den bornchins grund gehet geyn Rade, XTII'/j rüden von 
jerselben brücken ein steyn; stehet von derselben lantwere drey 
ünel eyner rüden zwischen Wygel Scherer und Contzen Wissen 
jevm Stege; und soll alwege vom rat eyn ;teg dar geleget weiden, 
iaz der pfad blibe, den Nuwcnberg vom alden zu scheiden». Dann 
Seht es über die Steine 10, II, 11 zu Stein 15, der »an ein fare weg 



' Fich. Huschr. JJ. 69k - ' Uglb. A, 9 i N. 



Digitizcd by Google 



- i6 S - 

gen. Hupen weg« stösst, an welchem Wege dann die Steine [4, 

ij, ifi hinaufliehen. Von letzterem, einem Eckstein, geht es schliess- 
lich nüberzwerch Regen dem Cmtzen wege zu Stein 17, welcher 
tevn halb rüden von der lantgewer am Roden Crutzcr weg« steht. 1 
Der Weg, oder mitten durch den ho rnc Innsgrund gehetec, isi der 
Kuppenacker weg (41 a),* wie die Nachmessung der Entfernungen 
des Steinlingsberichtes ergibt, der Itupcnweg demnach der süd- 
liche Ast des Graswegs nach dem Ruppenacker ( A 2i). Durch einen 
glücklichen Zufall haben sich die Steine n und 16 erhalten, ersterer 
/;( situ, letzterer neben seinem i'liu/e.' Von ihnen aus lassen sich 
aber die Steine 9 und 17 bestimmen, die nahe an der Landwehr 
standen. Setzen wir die Brücke, «die im wege liget*, an den Ein- 
gang des Ruppenacker\ve,i;s iicJ Iva einen, Jas* S'.tiTi 9 von der Brücke 
11% von Stein 10 j>/t und dieser von Stein 11 14'/» W.-R. entfernt 
ist,' so finden wir, wenn wir von der Brücke, d. h. vom Südrande 
des Ruppenackcrwegs um 1 ;V» W.-It. nach Süden und von Stein 11 
um i4'/a + 4 ! /> W.-R. nach Südwesten gehen, westlich vom Weg- 
stein 2.1 des Kotcnkrenzerwegh ziemlich gen.iu die Lage des Sieines 9, 
bei welchem der Steg dei Grenzpfahles über die Landwehr führte. 
Messen wir dann noch '/» W.-R. von Stein 9 nach Osten, so er- 
reichen wir den Westrand der nahen lantge werde«, deren Osttaiid 
der Roicnkrcuzcrweg bildete.» Gehen wir ferner von Stein 16 um 
14V» W.-R. nach Osten, so finden wir nicht weit von Wegstein ? t 
den Platz von Stein 17, von dem die Landwehr am Rütenkreozer- 



ipe 




Digitized by Google 



heimer Strasse.' Dies zeigen alle Darstellungen, das Flurbuch aber 
gibt auch auf der ganzen Strecke die innere Grenze an, die sich 
sogar heute mich in Gebinde ■:.]■., A,l:e- iii enze viedach crken:ic:i Uisst. 

Ein undatiertes fiistt mit Schrift .ms dem XV. Jahrhundert'" ver- 
zeichnet Übcrackerungeu und andere Übergriffe ;iuf einer Strecke, 
die dem ganzen inneren Umfang der Sachsenhäuser Landwehr EU 
entsprechen scheint. Da der dort genannte Johan uxstat offenbar 
mit dem in einer Haus Urkunde von 1439 erwähnten Johann von 
Ockstadt identisch ist, so wird die lintstehungszeit des Blattes 

Der Verlauf der Sachsen h aus er Landwehr zeigt das Bestrehen 
rein durchgeführt, Landwehren an Wegen und zwar an der Innen- 
seile derselben anzulegen. Im Osten hat man diesem Grundsatz zu 
Liebe Teile des Neuen Berges aus-, solche des Alten Berges ein- 
geschlossen. 

III. Umgebung 
Innen. 

1. Die Leimenkau t, im Wege Verzeichnis von 1487 »ley men- 
kuten, jetzt Lettigkaut. 

2. Das Rote Kreuz. Häufig erwähnt, zuweilen mit dem Zu- 
satz oimn oder «vor dem buchwalden. 1 «Alu Wcndelsweg oben 
rechts« [alsu der Goetheruh gegenüber) sah Keilfenstein 1862 ein 
steinernes Kreuz im Felde liegen. 1 Die Bezeichnung »am roten 
Kreuze zog sich weit hinab, reicht der «Roden Crutzcr Weg« 
sogar bis zum ersten Sandhcigsgiisschcii (;ya). Das Kreuz stand in 
der Landwehr, denn »1430 wird das rote Creuze in der Landwehr 
im Buchwaldt vor Sacliscnliauscn geiiuhlcie.* Bei anderen Nach- 
richten, die das rote Kreuz mit der Landwehr in Verbindung bringen, 
kann auch an die Oberräder Landwehr gedacht werden, die oben 
am Wendelsweg begann. — Westlich am Rutenkreuzerweg liegt ein 
schmales Stück des Alten Bergs innerhalb der Landwehr. 

3. Der Ruppenacker. 1748 liegt ein Grundstück «vor Sachsen- 
hausen im Rappen Acker . , . oben auf die Landwehr, unten auf 
gemeinen Weg stiu-sendo. Her Ruppenacker liegt zwischen dem 
Landwehrweg {2) und den Verzweigungen des Graswcgs im Ruppen- 
acker (42 b, c, d); der agemeine Wegs ist Weg 42b und c. 

' Anf der Karte zu Dr. Schart)', Strassen der Franken Ii: rl, ist die Liiw. fälsch- 
lich vom Bornjeter an nfirJücli der Ojipnill. S:r. nun Riedh.if unJ Hmch e.cfulirl. 
— ' Dumh. U. 1-157. — 1 T"l 1. L-i-er UolC v.ieiirercr InJinr K[ll..'.' 

in Üaa Gegend 5, ibid. II, 179. — ' Chran. lila, i6j. 



□igitized by Google 



4. Der Bürnchcsßrund. Zieht vom Haincrwcg zum Sochof 
(wischen I.'lIüIm lIliai eg n::il S.uulbeig. Den eielf.icli cnl-telkci: Wimen 
bewahrt der Berg esgr und weg. Ein Börnchen ist noch jetzt südlich 
vorn Hergcsj; rundweg vorhanden, folgende Krev.'iiii innren l'tv.iirjicn 
siji auf die I.:u:d\v ehrst recke zw:'-tlii.-ii ! :.unerv-.-e;: Lind Weg 42 c, wo 
noch jetzt die Äcker vom Schnappbomwcg (41b) auf die frühere 
Landwehr ziehen; [raatzbuch Tum. Va, F. 79 1481: »wingarten im 
Grunchensgrunde gelegen . . . stoßen uff die lantgewereo; ibid. 
Tom. VII, F. 171b ijto: "Weingut vor Sassenhusen im Borgers- 
grund t . . . stoßet oben of die Undgewchtn; ibid 177, F. 28b 1 574: 
»Land by dem Schapen h tu :i 11 c n |Sc]inap|>bortiJ . . . stoß oben oft' 
die Lindtgewehra.' 

5. Im Hexenbaum. Siehe Durchgänge: Hainerweg. 

6. Ulners Syff, Alcn, Schafbof, Bornacker. Diese 
vier Üer'CLebi-.unLiei: l'c;::eben J-ie'h nach einander aur/das gleiche Gelände. 

a. »Das Ulners Syff« hicss die Gegend, wo Oppenheimer 
Strasse und Landwebrweg sich kreuzen, wegen ihres Wasserrcich- 
nmis.' Jetzt ist sie trocken. Der innere Hegleiiwtg vom Burundier- 
eck zur Warle beginnt 1487 »im Ulners syff im tick uff der 
Landgewer«.' 

b. Der Alen.' So beissl der von der Saclisenhhuscr Landwehr 
im Südwesten gebildete spitze Winkel. Um 1459 hat Johan 
lixstadt (-— J. von Ockstadt) 118 Ruten auf die Landwehr 
stossend »in dem Alne das Richhartz wiß« s und 1466 liefen »Ruin" 
morgen wiesen und acker ... au der Oppenheuner Strassen. Im 
Alen neben Krebßhe Einen. 1 

c. Der Schafbof. Nachdem der Rat einen älteren Schalhof, 
Jessen Lage unbekannt ist, 14;, | harte abbrechen lassen, 7 kaufte er 

1 Alles bei Kgli. M. VII, .56, 180, 17J. - ' Uhler — Euber, Etiler = 
Tapfer. Grimm, Wb. ; SylT = »von Qucllwasstr, .1 .Hier 11, k r Nasse etc. durch- 
,.. S eii« Gelände; KruväsdK. Miitelei. aueh ,1er Sei fe, dai Seifen, Jas Seif. 
Wei-.i!iJ, Wb. ~ s Das et: «»■.iluitt W«eveT«idliiis. - ' Der (Jjs) Ahl od« 
Ahlen. 1. Zwinger zwischen Gebäuden. Weigand, Wb. So noch jct.t in Frank- 
furt üblich. 2. In ähnlicher Bedeuluuj! hei Pforten iiflers erwähn, 1. B. Kgk. 
M. IV, 71 jus Rh J. Hin gesch Ii»? eil er Winke! im t'.el.iude. So 3) villi ,1er üoru- 
..der S eilend. Hj^url,. r. ( «, 1467; Hb. 1490, F. 57b; Bjjmb. l-|0O, F. ;Sb, 19b. 

1.1 ■. 1I/1 nm I Jl' ■ ! ■ 11 ■ A 11I 1 I , Ii. Ml'., 'i . !. I< liv ei im 1 

Ijndlir. 1 : 10.000; im Praunticinicr Ahl«, l'r.uniheira ; «der Ahlen (Traben., Grenze 
iwisel-.cn Sacluenhauscn und Sizilien beiger Feld. — i Undalierles Blau. — 
< Hausurk. — T Bf}mb. 1454, F. Job. 



□ igitized DyGoOgfe 



i.|:>: »funH" morgen l\viesin| und aclers aaey runder geleyctl an der 
Oppenheimer straißen im alen neben Krebshennen gelegen», in 
der Absieht »nu ein Schaffhoff daruff und by buwen zu laißcnc.' 
Dieser heisst 1491 oder schaffe liofi'e vor dem dennenwalde [— alter 
Tannenwald südlich am Bischofsweg] inwendig sassenhuser 
lantgcwcr«;* 1 579 wird erwähnt die Landwehr beim Schafhofe 
zu Sacbsenhausen; 1 161S «die Landwehr bei dem Schafhafeo. 1 Noch 
heilte erinnern :m ihn die HiiriuiiKn «im übern, mittlem, untern 
Schafhof» sowie die drei Schaf hofwege (44, 4 j, 46). - Der im 

1 an d wehr» bezeichnet. Sie waren bis zuletzt Eigentum der Stadl 
t.:io vcrschwariiien erst mit der Landwehr, 1 Gleich beim Bau war 
beschlossen worden »die buwemei-nrr Millen eyn sieyn dhure an 
den Schaihof nucneno.' l;in stattliches Hoftür erscheint in dieser 
Genend auf M. [, 17, daneben ein S c h wc n g c 1 bru n n cn, wahrend 
Gebäude fehlen. Andere Darstellungen haben nur die Gebäude,' 
Aus dem Hoftür führte selbstverständlich ein Ausgang über die Land- 
wehr nach der Oppenheimer Strasse. Ein zweiter Ausgang war 
auf der Nordostecke zum oberen Sehafhofweg (46). - Eingegangen 
ist der Sehafhof wohl 1604, als der Rat eine Schäferei auf dem 
Rtedhof errichtete.' Seine Gebäude verschwanden bis auf das Hof tor. 
d. Der Bornacker. Das Gelände des eingegangenen Schaf- 



1673 sind noch dort in situ. Der nunmehr aufkommende N 
Bornacker erinnert an den Brunnen des Schafhofs. Nur der. 
gang am Schafhofweg blieb offen, der durch die Landwehr w 
geschlossen. Das steinerne Hoftor erhielt sich bis zum Ende 
XIX. Jahrhunderts als Ruine unter dem volkstümlichen Manien - 
Landwehrmaueri , obgleich es mit der Landwehr gar nicht 
tun hat. Bunsen zeichnet am Nordend des Bomackers, näher 
Nordwest- als der Südwestecke, dicht an der Landwehr dieser pat 
eine Mauer,'' die 1794, als man dort wieder einen Weg durch 
Landwehr machen wollte, »das alte Thorgemäuer« , gen 



IHll.-' Siäi.irll. Drv:, 



Digitizcd by Google 



Riedseblag gehalten Dem Volle tjaii es als (Jalgen. Es verschwand 
eist Ke^en Ende des XIX. Jahrhunderts. — In dei Mi:ie h;i der 
Rnrnacker eine starke Vertiefung. 

7. Die Ziegell.Onc, noch heute vorhanden. Zuerst mit 
Sicherheit erwähnt 1607: 4 morgen waldmaß . , . bty der Ziegel- 
hünen . . (tossen oben auf die jecler zum Uiedhof fieberig und 
enden auf die I.indwehre.* 1796 itosst ein Acker cgieich hinter 
der Zicgelhuttc im untersten Seh . f hol auf die I. and wehr«,' — Wenn 
em undaiieries Ratspreviiki).!' si,'t I);. lern c.v X;ej;e!hütte «cht, 
hat der Schafhof gestanden», so lieg; entweder ein Irrtum, oder 
eine ganz ungefähre Bezeichnung vor. 

S. Der Hnrenbrunnen oder j ungfernbrunnen la R 
nördlich der M Urfeld er und östlich der Oppenheimer Sirasse in der 

zum Bruch. Erwähnt 1.(29 als Born in der Landwehr vor Sachscn- 
hauscni 5 dargestellt Öfter. Noch jetzt dort ein Brunnen. 

9. Das Ricdhöfer Dreieck und 

10. Das Ricdhöfer Viereck. Beide vom KiedhÖfer Ge- 
lände durch die Oppcnhcimcr Strasse und die Landwehr, von einander 
durch die Mörfelder Strasse getrennt. Beide hatten, da sie zum 
Neuen Berg gehören, noch 17:7 Waldmass. 

r. Am Schecrwald, zwischen Weudcls- und 1 laiuerwcg. 
2. Die Bettelt ,1 u t, zwischen dem I Inner- und Breiten Weg. 
Der Kalk ofen, westlich vom letzter) I lasen pfad. Dargestellt 

M. [, 17. 

|. Am J 1111 g fern pfa .1 , zwischen Schafluif und Jungfernborn. 

IV. Beschaffenheit. 
Die {Istseite war steis eingrabig. Der Graben muss west- 



1 Act. Forsiamt u. Mir-. 1794. - * Hnusurk. — 1 Fich ildsclir. JJ. 
mth JweWgenibl, vom lä. S'ov. 1796. — « Angeführt bei Kgk. VI. 104. 
I Lot III, |. 



— 170 - 

ihr iil'erliüsi.ig erscheinen lassen könnte, hick-^scn ist der Hülien- 
uutcr-cliicJ zwischen Weg uuJ Gelände vor .] bis ;on [.ihren sicher 
weil geringer gewesen und nicht ausreichend, um ohne weiteres 
einen Schutz in gewähren. List die gleichen Verhältnisse liegen 
bei der Landwehr am Wege Bornheim-Seckbaeh (59) vor, dort aber 
ist das einstige \" ui lui 1 ilLl-ii eines regelrechten ( Uabcns trotz dem 
beulen aller Spuren und trotz den heutigen Böschungen i'u^^Lipt. 
— Von den abreiten Hecken nr.d I! iisicrhäuinen«, diu sich noch ijS6 
reclus und Huts ,11:1 Kutcn'~reiizerwegc fanden, : können die der Wes:- 
seite von der äusseren Hernie des l,andwehrgrabcns herrühren. — 
Die Süd- und Westseite war zuerst eingrabig, später zwei- 
grabig.' Heim südlichen und östlichen Abschluss des liurnaciiers 
bleibt die Zahl der Gräben ungewiss, 

Sammdiche Grüben der Sachscnhätiser Landwehr waren, ihrer 
Lage entsprechend .rocken. 

Die Breite der Landwehr ist auf der Ostseite überhaupt und 
.ml der Süd- und Westseite für die cingramge Zeil weder überliefen 
noch zu ermitteln, Bei den zweig rab igen Strecken schwankt sie 
nach lUirii.cn 1 vorn Knien Kren/, /ur Oppenlieimtr Strasse zwischen 
4 und 7 W.-R. Ich fand durt beim Nachmessen im Flurbuch ein 
Schwanker) zwischen ji/i und l) W.-R., Durchschnitt etwa 7 W.-R. 
Ferner gibt ein Bunscnsdicr Itiis folgende Masse au: Strecke westlich 
am Bornacker oben 6" 6' 4", unten (." o" o" ; Südstreifen daselbst j° j' 
bis 2° 5', Oststreifen 2' 9' S" bis f J' 6"; an der Oppenheimer 
Strasse beim Udmacker: im Westeck 4" o' 6", im Osteck 3 0 5' 9"; 
zwischen Bomackcr und Ziegelschlag 4° 5' o". Zwischen Zicgcl- 
schlag und MörfcUcrstrasse ist die Breite nicht zu ermitteln, Jueii 
wahrscheinlich vorigem ungefähr gleich. Am Jungfembom 4° 5', 
am Bruch 3' 5', beides im Flurbuch nachgemessen. 

Von den inneren I.aiidwebrstciuen hat sieh keiner erhalten; hie 
waren schon 17N9 meist verloren, so dass Jamals die Grenze von 
der Mitte des inneren Grabens bestimmt werden mtisste.' 

Von den äussern sind mir 4 bekannt. 

I. Ostlich vom Hause Landwehrweg No. 246 in situ. 

1. Lag 1S99 ausgerissen westlich bei der Brücke an der Warte. 

;. Lag iSyH ausgerissen bei der Ruhebank am letzten Hasen- 
pfad, iS.).; westlich vom Wege unten im ehemaligen Steinbruch. 

• Wi-geneimmg 1786, — ' Belege: Aci. Forsunit 21. Juni lluasen, Ri.s 



Dicjitized by Google 



4- Gegenüber dem Hause Landwehr weg 175 nicht weit vom 
Ricdschlag in situ, - Alle sind ohne Jahreszahl und auf der Nord- 
stite ohne Zeichen; die Sudseue tragt ein Krem Das Kehlen der 
[ahicsiahl weist auf eine ilw Sieinuog, 

Di« Lage der Graben betreffend bestimmte Bunsen bei der 1 » r 
Absteinung der l.andu.ehi zwischen Wendelsweg und Mflrfelder Oi*t™. 
Strasse, da wo Sieuie fehlten, 1789 den Abstand der Mitte des 
ausieien Grabens von der lusseren Landwehrgrrntc auf 2 W.-K. 
| 2. 531 F.-R|, -Jnd 1797 den Abstand der Mltie des inneren 
Gubens icn der inneren Land wehrgrenze auf l*/tF.*R. [— 2,666 F.-R.]. 
Der Unterschied, 0,132 — etwas über '/i»"F.-R, ist verschwindend. 

Ob die Breite bcLJ-jr (jr.ibcn. bleich cilcr vur ic'ii.'^n war, liess Bnito der 
sich nicht feststellen. Ottoa. 

Der an sich wahrscheinlichen Annahme, dass der altere Graben EUimlv« 
der äussere ist und bei der Verdoppelung der innere hinzugefügt AM"- 
wurde, steht nichts im Wege. 



Als äusseret Beglehweg dienten von der Steinwirte oder Holz- 
wartc auf dem Mühlberg bis zum langen lirndi MLhll'ei-i.".vei:, Lettis- 
kautweg, Landwehrweg' und Oppenheimer Strasse. 



1. Auf der Ostseite ist ein innerer ISe;;leinvcg unbekannt. 

2. Vom Roten Kreuz zum Riedhtifer Dteieck beschreibt einen 
solchen das Wegeverzeichnis von 1487 deutlich, aber in umgekehrter 



fingt an »von derselben Kiediuiter »vi an der lantgewerde 
[gemeint .ußhin. - hinaus?] biß in das Ecke, der weg 1'/, t 
wyta. Das Gut der »RiethofTcr« ist das innerhalb der Laadweh 
legene Dreieck. Ihm südlich gegenüber lag also das Gut des H 
Lücke. Das Eck ist die Südwestspitze des späteren Bornacker; 

b. oder weg im Ubers syff im Eck uff der Landgcwcr .11 
Oppenheimer Straß an [— anfangend] biß an die Wart, 
rudeu wyta. 



Digitized by Google 



c. «der WC;: inwendig der [.iinl^cwcr, neben dem brcvdcti wt;i 
[beginnend] biß vur Jung grefen gut, einer rüden wyt«. Da das 
Verzeichnis den Aken Berg mit begreift, so ist das klagen.) tu: :c 
Gut an der Oberrädct Grenze zu suchen. Hier geht uns der Wey 
nur bis zum Wendelsweg an. 

Wenn ferner ib\6 die Ältesten des Ackergerichts, welche die 
Grenzen des W.il jmasses besichtigen, nachdem sie den Uotenkreuzer- 
weg himuifgegangci: sind, »an der Landwehr her bis zur Zicgelhutte. 
durch ihren Schlag [Ziegel schlag] hinaus [auf die Oppenheimer 
Strasse] und den Riedschlag [am Jungfernborn] lilneino gehen, so sind 
sie jedenfalls bis zum Zievel schla;; den inneren Bcglcilv.cg ?eg.niaen. 

Das Flurbuch lasse ihn noch teilweise erkenn«!, Hier, wo die 



tfrdliche Grenze d, 
r längs der Hofmau 



Die Qiiseiie der Sachsen hauser Landwehr schnitt die Zsve.g- 
wege des llunerucgs ab, von denen man, wie es scheint, den süd- 
lichen {16) eingeben, den nördlichen als Zugang iur Leimlaut fon- 
Uestehen hess- An der Gabelung scheint ein Schlag gestanden zu 
haben, den ich fCt den öfter erahnten Hohen Schlag halte. Der 
i 4 Xi erwähnte Wingert »für Sassenhusen am l.oen sliße«, der 
»oben uff Sant Wende lingswegt. stusst ' kann nur am Hüne t weg ge- 
legen haben. Da aber der -Hohe Sehlag« um seines Namens willen 
n < it am .mrc-m Fuji d :sis \Vt,:cs imstande i I:.iV;i -i-u-, so bh I i 
nur das obere Ende fUr ihn übrig. - Die Südseite der Landwehr 
hob, jedenfalls 1470, den Hamerweg als Fahrweg auf, so dass nur 
der Breite Weg als Fahrweg übrig blieb.' Reiter und Wagen, die 
von Frankfurt zum »Hain« | IJreieichenh.ün | wollten, benutzten nun 
zuerst den Breiten Weg, von welchem sie ausserhalb der Landwehr 

1 Man sehe die Dlrstellungen. — 1 In den Insaubttchero 'A&> und 1469 
iKiit M. VII, 15!. 131, 156) und lljusurk. — I Sonoth 17jj, 00 sich die icnsdl, 
>!el Landwehr Hexerei tun ühcr i\acr. Hu:l,mJ beschweren. 



DigitiZGd t>y Google 



b der Richtung der jetzigen Babenhäuser Sirasse nach Osten zum 
Hitnerweg abbogen. Der Bau der Steinharte auf dem Mühtbcrg 
:i.!ir:c keine Verauderm;;; herbei, dagegen gestaltete man seil Er- 
richtung d« jetzigen Warle 1.170 den Verkehr mit Mürfehlen- 
Ojipmlieim in der Weise, das;: nun die SciiUsii- der heulen Geleitv 
Strassen, nämlich den an der OppenheimeC Brücke, den am Jungfem- 
born lind den Riedschlag der Z*-erchlandwchr' schliessen konnte, 
indem man vor der Neuen Warte einen Weg vom Breiten Weg 
nach Westen in Gaue; brachte, der über die Kimiesbach (Knicke au 
der oberen Schweinesteige) nach der KiinigshciJe zog, wo er sich 
mit der oberen Geleitsstrasse vereinigte. Diesen Weg hat M. I, 17. 
Auch M. I, la hat ihn von der Warte bis zur Vereinigung mit 
einem problematischen Weg Hiedhof-Zicgelhutle-I.angcn. Gr wird 
.iiieh vtm Ilvese:/: durch :u!e:er.de Nachrichten: 1. 1470 heisst es: 
die Oppenheimer porten ofitun und die czwerchslege czutun 
und die strafz czur nuwen Warthe czu wisen«;' d. h. die Oppen- 
heimer ['fürte, die zeitweilig verschlossen war fr 5 52 zugemauert) 
soll zwar geöffnet werden, dagegen wurden die drei üben erwähnten 
Schlade (— czwcrchslege) geschlossen und die Strasse von Oppen- 
heim nach Mörfelden nach der Warte geleitet. 2. 1472 wird ein 

Strafzeit czu steen, den czuczuhaltcn und die lüde czti wisen mit 
ireui geschir czu lareu die Strafzeit czu der nuwen lantgewere czuo. ' 
Hier sollen die Leute, die nach Oppenheim m fahren wollen, auf 
der Oppenheimer Strasse nicht durchgelassen, sondern offenbar auf 
Jen Breiten Weg gewiesen werden. 

VII. Durchgänge. 

I. Offenbarer Strasse (11). Schlag, üs werden Kosten 
erwähnt: 1411 «von ehn Slage by dem langen liriiche [ -Mühleuhi ucli | 
bj der dutsclien herren molen, als man in den Nyderwald gehet, 
czubeslahen..;' 14 1 1 »ein stolz czu befzem an eim slage by den dut- 
sclien herne; nslofz an ein slag czu Sassenhusen hinder der 
dutsclien hern molen«; »von eim slag by der dutsclien 
kern molen czu befzem«. ; Standort vielleicht da, wo die Gewann- 
grenze die Strafsc schneidet. Von dieser Stelle liegt der eigentliche 
Mühlenbau seit Ende des XVIII. Jahrhunderts östlich, früher lag er 



' S. S. i«). - 1 Ri»»t>- 1470. F-*4- - ' Hb. M7*iF-7' b ' - ' n " a,h - 
f. 3 ( . - s Ibid. i4U, F. 6, 28b, 44b. 




DigitizMBy Google 



imT; 


ige au 


f ilir tu hüten/ 


■ ebenso in 




Sign 


il-] Korb neb* 


l Schnur ui 


Schon 


M'l 
• 1). 


war sie so 1 
cnoch blieb s.e 


■anfällig, d: 
nach Erric 


Gebra 


uch, c 


enn noch Jan, 




Bauarl 




in ibr.'» Erst i 4 


!j soll sie» 


Dass 




> Holz war, nt 




1 ,■! -er 


n ' Si 


e stand »in etni 


■Ki Macken« 



westlich. ' Dazu pafste sehr gut die Bezeichnung »hinder dir 

2. Mühlbergweg (n) Nordwest: Holzwart*. 
Namen . »narre an ■lern ouwer. betjie uzwendig Sassenhuseci 
iw.ntc in Siswuhcsen« i f;;,' »wa:te uzwendig Sassenhusen« 
l)97i* »warte an dem molenbergeo 1404;* »warte hindei der 
dunchcn henen molen am nuwenberg« 1109;' «die holczen warti 
MIO;' »die huir?en wart gegen Sassenhtseni 141;.' 

Sie bestand schon am 18. November \,<)h, in welchem Tage 
18 II. ausgegeben wurden, um sie zu »machen«.' Dies wird sieb 
auf den ersten Bau beziehen. Am )0. Januar 1 597 wird »smvde- 
wergk« an ihr bezahlt, " am r. April erhalt ein Knechi Wochenlnhn, 
.Ma.." •- 14 ro erhielt s.t 
Scheibe zum Aufzug. 1 ' - 
idirnne kein man bliben 
mg der Steinwarte 1413 in 
heinen Ausgaben für vier 
abgebrochen worden sein."- 
uch ihr Unterhau war 
r Mauern umgeben. 
. — Ihr Siandort war »einen Büchsenschüsse naher der Siadr, als der 
der spateren Steinwarte." Wenn nun letztere am Ohlerschen Garten 
stand," sä) stand die Hoizw.irrc hinter der Muhle, da, wo der Pfad 
am Muhlgraben abgebt, wohl eher links als rechts vom Mühlbergweg, 
wenn man hinausgeht. 

Von durchziehendem Graben und Brücke nichts bekannt. 
Ein Schlag bei der Holzwarte rnuss angenommen werden. Er 
kann nach Errichtung Jer Sternwarte und auch nach Abbruch der 
Hiiiz\Y.trie fiirthL'M.nuki] haben. N'adii iciitcn fühlen, 
j. Mühlbergweg (13) Südost. Steinwarte. 
Namen: »die steinen wart»;" »stcylien wart vor Sassciihusm 
an dem Nuweii bergen 1414;" »nuwe wart uzwenJi^ Sasst-nluistm: 

1 Bd.-Pl. - 1 Rb. No. i8. - J Ibid. F. 46b, 48b; ti97, F. 17b. - 
1 ibiJ. F. 4!b- - 1 Lmdieheioeb. 1404. - ' Hb. [.109, F. j8. - ' Jtumb. 1410. 
Sib. j. GiDi; Bslelning nicht guu sicher. — > Bumb. [41t, F. 48. — J Hb. 1J96, 
.Sib. i. Elisa». - ■• Ibid. F. 4J°. — " llitii. F. 46b. - " IbiJ. F. 48b. — 
'1 — 1. — " Anrate Jit iT-inifuniT C^jnJieii sjugniubirr Jcm Lr/l'-isilul' von 
Trier am 20. Aug 141? in »Aas'vjrtigus« bei Ki;l:. M. X, 17;. — 'i Bumb. 1415, 
i : . 48. — t WoHT-JtUlg 5. 71) ohne Quelle. — 1 «In hokzen warte uff dm 
boloei 5. Anm. 14. — 's Laadseheideb. 1409. — •' = ". — " Siebe S. 176. — 
„ H. _ ■> Bunin, hu, F. Sä . 



Digitized t>y Google 



u Sassen Imsen« 1426;' »warte 



erwähnt wird. 10 Sil? hatte einen Beschreibung 
Stdncvlinder, der die eigentliche 



8 * 15 ü, für den Aufh.u, d« linW-mci: lieh 



.T die i 1 liIttv.it'.-.- ^■.MKiiLl ..'U i:: Y.icl'A '•-i::y;-'l^:i^i-lj L 



Digitized by Google 



Nach Lersncrs Chronik' «arid die Steinwane «auft* dem Mühl- 
berg über der T. H. Mühle an dem Ort, den man noch den Nicke! 
nennt«. Ein Weg »by sand Niclawefi« kommt 1)85 vor,» wohl 
nach einer Kapelle oder einem Bildstock benannt. Ein Feldort "der 
Nickel« ist jetzt unbekannt- Es besteht die Ansicht, die Warte habe 
südöstlich neben der Einfahrt des Oelilerschen Gartens westlich vom 
Wege gestanden, da wo dieser anfängt bergab zu gehen. Dort ragen 
aus der Gartenmauer zwei Steinkonsolen hervor, die zur Aufnahme 
eines Balkens von irgend einem zur Watte gehörigen Bau gedient 
habet) können. Gegenüber fanden sich vor etwa 15 Jahren bei der 
Rohrlegnng der städtischen Wasserleitung mitten im Wege Mauer- 
reste aus Kalkstein,* die durchbrochen «erden mussten. Ihr weiterer 
Verlauf wurde damals nicht festgestellt. Sie brauchen nickt gerade 
vom Turme herzurühren. Wie die niedrige Stellung der Konsolen 
und die tiefe Lage der Garten ei ngänge auf der Nordostseite des Weges 



Durchziehender Graben und Brücke cntüllen, wenn die Land- 
.-ehr nicht auf die Süssere Wegseite verlegt wurde. Der zugehörige 
chlag wird I42S crw.ihnt: «zwei an t;clr> bannen czun 5 läge by dem 
uwen thom; irem ein umbgeh enden slag gehangen» u. s. w. ' 

Bei der Zerstörung der Warte 1416 verschwanden nur Dach 
nd Obcrgeschoss. da der »steinerne Fuss» noch auf dem Bel.-Pl. 
1 ziemlicher Höhe und mit glattem oberem Abschluss erscheint.' 
>as Obergeschoss wurde nicht mehr aufgebaut, weshalb wohl der 
lame »die ezubrochen wart« so fest haftete. Doch hielt man 
en Bau so weit im Stande, dass er weiter benutzt werden konnte. 



■ F. 70 unter Jit Kul-ril: -Sif.i'.wc-i;». V..i-1ilt wir die Wirte £<:- 

mnnt. — * I. 23. — > ftb. i;Ss, F. ;i, — 4 Mitteilung ,ic- IWcti [rncii;n:n- 
[.eus .Tieil'iii:.iHit) uiiJ 01'urj!.n1:itr Klinten -lein. - - < Buiiili. ] |jS, Sali. p.SL'vtriii. 
* Eben» auf der Ansicht von Bruin (1572 — 1618). - ' Burnb. 141;, F. )6. — 
s Bitr. I, 146 nach Rb. i.|i6. Die Holnvjru- int ivalirjdtciaiicb niitn gemeint. 



ISeher' gemach! und einem 
1437 der Weg »undcr die nu 
dem Bau der Neuen Warle, Ii 
nute czu Sassen husen abebrei 
Jer Markgraf von Brandenburg 
berg bey der allen Warthe h 



unbekan 
|. We 



Belagerung 1552 hatte 
macht ahn dem Mühl- 
üires Yerscliwiiulens 



gC-3).' Dur. 



5. Bergesgrondweg (40). Ebenso. 

6. Ruppenackerwcgf^ta). Der Grabe] 
tineBrücke ist für 1502 bezeugt.' Sie scheint a 
in der Notiz: mIs sie die brück über die lantgewei 
Crutze gemacht hauen«; 7 denn oben im Rotenkrei 
iio:t beginnende Oberrüder Landwehr seit 1450 nu 



Auf [« 



1 Scilla; 



ch gemeint 1492 
by dem roden 
zerweg hatte die 
einen Steg. 



ti Wendete-, Bergesgrund- und Ruppcn- 
jckerwei; bezieht sich die X.icliriclu von r 12S über Ausgaben für 
idry Duwe siege gehangen by dem Rodenkrucze, mit slossen, 
crappen, ruwisen, ringen, je vor ein 2 ffi«.' Sic wurden im Anschluss 
an die Landwehrbauten dieses Jahres errichtet. Dieselben Schläge 
Scheinen gemeint 1442. Es sagt einer aus: »daz ich uff sondag zu 
abend in dem felde war by den sleegen obenwendig sant 
Wende! i ng, da fure sie [die Witwe des Junkers Eberhard von 
Heussenstamm | uff eynem karren doit her und reid ir knecht by 
iro.' Die Frau kam von [Jeusscnstamm entweder den Rotetikreuzer- 
uJer den Ah eil her;: weg ("Husen stummer :>tr;i'V.c<. j :icr,ib gekuren. 

7. Grenzpfad zwischen dem Alten und Neuen Berg. 
Steg bezeugt für 1502.'° 

8. Hainerweg (25)." 

liingrabige Zeit. 
Ob nur ein Steg bestand, oder eine Brücke mit Schlag 



' Bumb. 1416. — 1 ibid. F. 17. — 1 Hb. 1416, F. 68b. - • ]] S mb. [472. 

F. 4b. — ' .'■'..■LLL S.in:ll',T.:..;.-.^. , l:..i !;.,!]] ::.n .v.ii! vjir tlin: 1 l.iTd:£;-.ll:- 

WniitelMeifi in diesen iTemiindet. — * Ug\b. A 92 N. — ? Buinh. uyj. 
F. 96b. - ' Ibid. r4JB. - ' Lide »Fehden« s?, 111. KgkM.il,]}. - ,0 Uslb. A. 
93 N. — " Unbekannt in, ob die Zweige des Rupenackerwegj (41a und b) 
Siege über die Landwehr hallen. 



DigitizDd t>y Google 



Zweigrabigc Zeil. 

Jedenfalls zwei Stege, welche, wie auch sonst oft, kurz als 
»der Steg" bezeichnet werden. 1487 gehi der Hainerweg »bis an 
den Stecke. Der »H eunersteg" in Verbindung mit der Land- 
wehr genannt 1,-85, '585, '6*4;' "der Heyner Weeg Steeg« Flurb. 
Ein »Haspel» daselbst 1531;* der Weg selbst heisst 1620 »Haspel- 
oder Haynerweg«. * — Innerhalb der Landwehrbreüe zeichnet d-ii 
Flurbuch östlich am Wi«; eine jetzt verschwundene Ruhebank, 
westlich aber ein der Stadt gehöriges viereckiges Plätzchen mit 
einem grossen Baum, den die Beischrift als »Hexenbaum« be- 
weg und Darmsradtcr Landstraße. Das Plätzchen ist jetzt auf drei 
Seiten von der Friedhofsmauer begrenzt und trägt ein Feldschützenhaus. 

9. Breiter Weg (26). 

Eingrabige Zeit. 

Auch hier ist ungewiss, ob Steg oder Brücke mit Schlag an- 
zunehmen ist, da man nicht weiss, ob vor 1-170 Ilainer- uni Hiciici 
Weg beide als Fahrwege, oder nur einer, und dann welcher, durch 
die Landwehr gezogen ist. 

Zweigrabifje Zeit. 

Die jetzige Warte seit 1470. 



husen« 1470;'° jetzt »Sachsenhäuser! oder »lsenburger Warte«. 

Vor Weihnachten 146S baten die Sachsenhauser um eine Warte, 
worauf der Bescliluss erfolgte, »die Warthe vor Sassenhusen besehen«." 
Am 12. Juni 1470 bcschloss man den Bau; am 14. Juni beauftragte 
man »die frunde zu besehen die warte die man machen soll, die 
da buwemeister sin sollen«;' 1 am 26. Juni bcschloss man, »den buwe 
der warte zu S.>--.enh-:scu verJhsjen und nach dem die von S.issm- 
luiscn ^emevnlieh bedien: luu, die dieiit auch bitten czu dienen, und 
weine nit gelegen 1 h l c/n dienen, y h ( 1:1 den dienst Deinen«.' 1 Am 
14. Juli erfolgte der Eintrag der ersten Ausgabe; Ende November 



' Kgk M. VII, 1R4IT. mdi Insiubudiem. - ■ Ibid. 166. - I Ibid. 21S. — 
I Bgmb. 1470, F. 11 u.ö.- Rb. 1470. — 1 Rb. 1470: 1481, F. w b. — t Hinrark. - 
7 H K mb, F, 6.| u. ö. — s Rb. 1471, V. 1). — » KauSUrk. — » Roibictl in Qu. 
t Fnakf. Gesch. L 86. - " Bgmb. 1468. F. )6b. — 11 Ibid. 1470, F. 11. - 
" Ibid. F. 14. 



Digitized by Google 



wurde die Warte mit. Dielen verschlagen. Vollendet wurde sie 1471; 
die Batircchnung ist vom 9. November datiert. 1 — In demselben 
Jahre baten die von Mönchen -sie die Warthe czu Sassenhusen be- 
sehen czu laßen«, was der Rat erlaubte.' - 1479 erhielt die Warte, 
wie die Friedberger, zwei Reichsbanner. - Am i/.Juli 1552 brannte 
sie bei der Belagerung.' 

Wahrend die drei rechtsmainiscben Warten unmittelbar hinter Starfort, 
der Landwehr nach innen ließen, liegt die Sachsenhäuser Warte in 
der Flucht der Landwehr. Die Gräben enden an der Ostmauer des 
Wartbofs; im Westen beginne der äussere östlich, der innere erst 
westlich von der Strasse von neuem. Zog überhaupt auf dem 
schmalen Wich südlich hinter der Warte ein Graben zur Brücke, so 
war dies nur ein Wasscrabzug, kein Wehrgraben.' Die Warte stellt 
nicht auf der höchsten Stelle des Breiten Weges, sondern einige 
hundert Schritt nördlicher. Ihr Standort ist offenbar durch den Lauf 
der Landwehr bedingt, diese wieder durch den, wie ich annehme, 
schon vor ihr vorhandenen Weg (Landwehrweg). 

Auch die bauliche Einrichtung die von Wolff-Jung ausführlich Eia.isl.tun9. 
behandelt ist, unterscheidet sich von der der drei übrigen erhaltenen 
Warten in mehreren Punkten. Der Turm hat einen sechseckigen 
Mantel und steht nicht auf oder nahe einer Ecke, sondern lässt 
zwischen sich und der nordwestlichen Holecke Raum für das Hof- 
thor. Den Grundriss des Hofes bildet ein längliches Viereck. Er 
war wie M. I, 17 beweist, früher nach Osten zu kürzer. Auf der- 
selben Darstellung ist der Brunnen noch nicht aussen iibermauerr, 
sondern zeigt die Rolle für die Ziehkette und das von Reiffenstein 
erwähnte kleine Schieferdach. Am Turm ist ein Signalkorb aus- 
gesteckt. 

Die (hölzerne!) Brücke des äussern Grabens wurde 1493 so Brück*. 
gemacht, dass man darüber reiten konnte.' Spater, jedenfalls 177t, 
e.re Steinbruche. Der Warte gtgenübet lief später e.ne Mauer an 
der Strasse und über die Brücke, mir zuerst bekannt von 1722. wo 
sie mit Ziegeln abgedeckt erscheint.' 

Ursprünglich scheinen zwei schlossbafte Sc hl ige bei der Sttiäj,, 
^ine geitanden zu haben, denn 1492 beisst es »auch siege daran 

' lnhi!i luifuhiinn bei WolfT.Juog. - ' K&r,b. 1471. F. 87. - 1 D?e Noluco 
*•* üj>e: Umgibt sind Wo.ri-Junx tmJthnt - t Wat meu,i rr'n iii'ii r*M II, 
119 mit den Gräben, deren er sich i S4 j ins dem Jahre 1S16 erinntn? — 
' B,;mb. 1491, F. 89. - * Abbildung von Zchetider, Museum C. ijoi; M. I, 17 
lut Jie Hauer noch nicht. 



Digitizod &/ Google 



setzen und sltrael Peter Moller lafzenn.' Im XVI. Jahrhundert 1 nur 
Sohl igbum. ein Schlagbaum, der 1772 und später mir Stacheln besetzt er- 
scheint;' Schlitz und Auflage sind noch vorhanden. Der Warte 
gegenüber hat M. I, 17 nur den Block für den Schlagbaum und 
einen Pfosten unbekannter Bestimmung; seit 1772 steht dort ein 
Wacbl- Wachthäuschen , nördlich daneben eine Hütte mit Guckloch 
häuiobm. nach Korden.* Ein zweiter Schlagbaum, wie ihn um 1800 die anderen 

Warten haben, scheint hier zu fehlen. Haspel unbekannt. 
We S mm Zu dem spitzbogigen Pförtchcn neben dem Brunnen fahrte vom 

PtBrirtKn. Schützenhüttenwefi an ein besonderer Fussweg neben der tiefer 
liegenden Strasse. 1 Sein Übergang in den inneren Begleitweg luue 
im Osten eine ausgebogene Stützmauer, die noch am Stück ^2 Je* 
Flurbuchs erhalten ist. 6 

ia Letzter Hascnpfad (43). 

Eingrabige Zeit. 

Steg? 

Zwcigrabige Zeit. 
Doppelsteg anzunehmen. Einen » H a s eil p fa d s te g o ver- 
zeichnet das Flurbuch. Ruhebank noch jetzt östlich am Wege 
innerhalb der Gräben. 7 

11. Schafhof. Ein Durchgang an dem steinernen Thor uiuss, 
so lange der Schafhof bestand, vurluiulcn gewesen sein. Nur die 
zweigrabige Zeit kommt in Betracht. Fine oder zwei Brücken. 

12. Mittlerer SchafhoKeg (45). 

Eingrabige Zeit. 
Brücke und K c Ii I a walirsclieinlicli. 

Zweigrabige Zeil. 
Brücke über den äusseren Graben, der innere setzte, wie es 
nach dem Flurbuch scheint, aus. — Schlag, öfters Ziegelschlttg 
genannt.' Seine Stellung gibt das Flurbuch, M. 1, 1, am Iniieiirattd 
des äussern Grabens wahrscheinlich falsch, nämlich quer über die 



1 Bgmb. 1491, F. ig. — ' M. 1. 17. - 1 Die Abbildung von Zehender, Mumm 
C. 1501. M.I. 17, bat die Mauer noch nicht. — ' - 1 und U c lb, B. 98, Ko. 10). 
17S7. - > M. I, 18. — ' Ilies sind uolii Jie t \|jue:B:e ,I.t .uferen Umlassmii'«. 
deren sich HcilleiiUciii, 11. 1 Uli Jon Jahre ]R)6 erinnert. - ' Der Weg, J« 
auf M. I, [ von Jtr WcjjdhCitti: ruili Sn.i.u Jiirili .'Ä-j L:m,l'.ich; iiclil, ist u:;Vf 
gesichert, - » Fieta. Hdschr. J). za 17«; Act. Fonrtimt S. Dec. 1708; Flutb. 



Digilizcd by Google 



- .81 - 

Oppenheim« Strasse. Aur letzterem Risse ist es ein Drehschlag 

mi c Kiseiistachcln. 

Ii. Mürfcldcr Stesse (27). 

Eingrabigc Zeit. 

Der Graben wird schon wegen des Ablaufs des Regenwassers 
durchgezogen sein. Daher Brücke anzunehmen; Schlag erwähne 
[«0 als Schlag »am Riedhoff«. ' 

ZweigrabigeZeit 

Ob beide Graben durchzogen, unbekannt. 

Bestand früher eine Brücke, so wird sie fortbestanden haben. 

Der Schlag heisst: »Schlag beym Riedhoff« 1592.- weil die 
Mörfelder Strasse auch zum Riedhof führt; »Ricdschlag. 1646,' 
1737;* »Schlag am Jungfernborn.. 1732.' 

Uincn Schlag zeichnet M. I, 1 a, 1678, zwei Schläge M. I, 17. 
Die Stellung der Schläge zu den Gräben ist nicht ersichtlich. 



Xelintw Kapitel. 

Die Oberräder Landwehr. 

Die Oberräder Landwehr bildet ein fort in kalorisch es Ganzes 
mit den verschiedenen Befestigungen des Dorfes Oberrad. Diese 
iiml daher mit in Betracht zu ziehen. 

Das Bollwerk. 

In vielen Dörfern, z. B. Hochstadt und Miltelbuchen/ bildete 
der oft hochgelegene, ummauerte Kirchhof ein Bollwerk, in 
lii'ssa: Mitte Jlt hJiL.li a wehrhafte Kirchturm als Bergfried und 
Watte dienen konnte. Auch Oberrad hatte ein Bollwerk an seiner 
Kirche. 1461 baten die Oberräder nein bolwcrg 1 an ihrer Kirche 

' »grab. 1440, F. j. - ' Cli™.IIIa,t49. - 1 Uslb. u. 8.1, No. 150, S, 19. — 
' HitJlijfiT Ackert. 1727. — 1 Act. r'omimt, 171 ;. — » Von den ausgegangenen 
Dorfe Grubenbcrg i?kT::.il':> i,; nur und] i-Or K'in'liicli aufgehellte, 

ummauerte Kirchhof im Hachen Felde vorhanden. — ' Mil Bohlen gcslfltzte 
Schäme", vgl Kluge, F.lym. Wörterbuch. 



Digitizod by Google 



machen zu dürfen, und der Rat sandte die «Freunde«, um es zu 
»lie-chen«, ia er schickte sogar Holz dazu und i Pfund Pulver zur 
Verteidigung;' und 1496 heisst es: adalz bollwergk zu Ober Rade 
sullcn buwemeister verfallen mit dem holtzen stock und 
dachung fertigen«, 1 d. Ii. das Bollwerk soll vervollständig! werden 
Jurch einer. hiiLcniet! Wehrbau (Tu tm ?) md dessen Dich fertig 
gemacht werden. 

Der alte Dorfzaun. 

Zaun oder Zäunen umgeben. 1495 ist einer dort durch den Dorf- 
graben über den Zaun in das Dorf gestiegen. 1 Wenn i486 der 
Iva; be.sdiliesM udeii von Rade sajjm die iren lvii schirmen bynnen 
den bannzunen«,* so scheint mit den ßannzäunen eben der Orts- 
zaun gemeint. 

Über den Verlauf des Dorfzatins zur Zeit des Lau dw ehrbaue 5 
von 1441 lasst sich Folgendes sagen. Die Nordwcstcckc des Dorfes 
bildete der Glauburger Hof, dessen Mauer dort den Dorfzaun 
ersetzte. Vom nordöstlichen Hofeck bis zum Srück Sehäfergasse 
scheint der Zaun, nach der Darstellung von M. I, 17 und M. I, iE 
und den Spuren im Gelände zu schliesscn, seinen ursprünglichen 
Lauf bewahrt zu haben. 1480 hören wir von »wiesen an dem esch- 
graben hinter dem dorf gein der kirchen ober«.' Gemeint ist die 



ipätcrcn Hauses No. 119 zum Dorfe. Ob aber der Dorf- 
atn Ostrande dieses Weges oder etwas östlicher lief, ist im- 
s. Da das »Einhorn« und No. 119 noch 1385 die letzten Häuser 
iehweg waren, 9 so muss der Zaun im Süden vom Einham 
Iwie hinter der Kirche her nach Westen und dann über die 
e zum Glauburger Hofe zurück gelaufen sein. - Von der 
■elnden Beschaffenheit des Dorfwuneä, sowohl in den älteren. 



i Weiufriuaizlasb. M Fich. Huschr. JJ. ;<,. - J O. Gtcir. - ' Gr.-R. _ 
" CclLjIMtKiJe mit Mainz. 



Dnitizod b, Gut 



als Jen jüngeren Teilen, gewähren die verschiedenen Darstellungen' 
eine Anschauung. 

Durchgänge. 

Drei Fahrwege führten jus dem Dorfe: Frank furtcr Strasse, 
Scliäfergassu und Viehweg. An jedem bland ein Schlag, 

1. frankfurter Strasse (12). Der Standort des Schlages 
kann nicht weit westlich vom Glauburger Hofe gewesen sein. Ab- 
gebildet als gewöhnlicher Drehschlag Gr. R. und M. I, 18. 

2. Schäfergasse (jj). P^tz des Schlages am Südosteck des 
alten Rathauses (No, to^), wo die Oberräder Grundrisse den Anfang 
der Gasse durch eine punktierte Linie bezeichnen. Abgebildet, wie I, 
auf M. 1, 18. 

3. Viehweg ."(SO). Schlagbaun. zuerst erahnt t{8{ im 

gekit aus dem oberen Stift »bis an und bei den Falriegel oder 
schlag oben am ende des dorfs Oberrode, nie well obwendig des 
Spühauses stehender, gehen sollte, wahrend das Für Stengel rit erst 
an der Quirinspforte endigte.' Wenn es 1620 heisst »Behausung 
zum Einhorn . . . und dann in dem baufz dem gegenüber neben 
dem Schlaghaufz gelegen»,' so ist gemeint das jetzige Gasthaus 
Mim Einhorn, das ihm gerade gegenüber liegende Haus No. 1 19 und 
das sich südlich daran anschliessende No. III, Letzteres — oder 
sein Vorgänger, wird als Schlag haus bezeichne!. In der Tat finden 
wir 1771 einen S c Ii 1 .1 g b .1 11 11: /w ischen diesem ihiuse und dem 
Sudosteck des Einhams ge/eicliiui. 1 Mi; ik-n Kinheim und No. 119 
hörte also 1585 das Dorf auf. Das »Spilhaust, von dem der 
Schlagbaum »nicht weit obweiuligc Main:, wird au Stelle von No. wy 
gestanden haben. Dort wird um 1575 ein stattliches, mehrstöckiges 
Haus, mit abgcwalmtcm Dach abgebildet.' Die Oberräder Grund- 
risse von 173) bezeichnen es als ■■Rath hause Es reicht nicht bis 
"Ii Südostecke des Grundstücks und springt mit seiner Südwestecke 
Uber die Fluchtlinie von 107 (G.lsiIühis zur Sniuie) vor. Seine Stelle 
nimmt jetzt, mit gerader Front und die ganze Südseile des Grund- 
siiicks füllend, das Anfang des XIX. Jahrhundert- gebaute alte Schul - 
bans ein. Zu dieser Lage des Sj>:e)h.u;scs stiinnit die Notiz von 
i6n.( »wiesen hinderm Spilhaus«, die bei Jeu »Wiesen hintern: Dorftr 

■ Gr.-R., M. I, 17 u. 18; R. 17; Timm« GrJr, - ' Orth, RckUjmcsscn 
">> nach Rb. 1 ifi.| — 1 Obcrr. Wehrs ein Usb. F. too. — ' Rhs Obcrr., R 77. — 
' «. V 17 «. * 



zu suchen sind. 1 Es folgten s 
Spie] Ii aus, Rathaus, Schul haus, 
dem Dorf. So jedenfalls das Si 
jetzt »Wehrstrasse«, nach 
pfad zum Goldberg weg. Beid 
überschritten haben. Vielleicht g; 



d Hoffeldstra 



Darstellungen fehlen. 



i Dorfgraben auf Steie- 
rl der heutigen Wellen- 



Die Landwehr. 
I. Begriff. 

Im Osten schlicsst sich ;in die Sadi v.'uhjunT die ObeiT.tiier 
Landwehr. Sie zieht als Rinnenlandwehr vom Knien Kreuz in einen) 
Haken bis in die Nähe des südlichen Oberräder Dorfzauns und dann 
wieder vom nördlichen Üorfz.iun zum Lehenfiraben. Von derSachscn- 
liäuser Tenntney schlicsst sie da; östliche Dreieck, von der Ober- 
räder nur die kleinere Westhälfte ein. 

II. Verlauf 



ende beim Hinhorn durchgeht. 

Von dem weiteren Verlauf, den keine Darstellung verzeichnet, 
sagt 1775 Orth,» indem er beweisen will, l-'rankfurt besitze viel 
Gelinde jenseits seiner Landwehren, »dass die Landwehr zu Oberrad 
vom Wasserhof [Stralenberger Hof; gemeint ist von der Grenze des 
Stralenberger Geländes] an mitten durch das Dorf, in welchem auf 
beiden Seiten noch viele Häuser stehen . . . ziehet«, und ein alter 
Oberrädcr' hat von seinem Vater gehört, dass die Landwehr früher 
bis an das [ Stralenberger] »Geländ« gegangen sei. Nach Orth's An- 
gabe könnte man meinen, die Landwehr sei vom Wcndelswcg in 
ununterbrochenem Laufe bis zum Lehengraben gezogen. Dem wider- 
spricht aber die thatsadtlich vorhandene Lücke, die ohne gewaltsame 

1 Obcrr. GMtrven. F. iS. — ' M. [, 17. - » O. Gwt. — ' HcsoiiJcrs 
M. I, 17. - i Ami. zur Franltf. Reformation, lern V, ;r;. - s Ernst Ccorp I. 
gegenüber dem Pfarrhaus, am 16. Juli ujoo. 



□ igitized b/ Google 



sowohl das südliche, als auch das luudhciic La:idwchr.<uick zu seiner 
Zeit auch im Osten Hauser neben sich gehabt habe, nämlich die 
späteren Dorferweiterungen an Wingertsweg und Schäfcrgassc. Ein 
Blick auf die Oberräder Grundrisse legt den Gedanken nahe, den nörd- 
üi-lit!) Abschnitt der Landwehr in der Ochsenwiese zu erkennen, 
die hinter dem Grundstück des Hauses Na. 105, wo wir nach Aus- 
weis von Rissen den Dorfzaun vorüber ziehen liessen, nach dem 
Lehengraben läuft. Mit dieser Annähme stimmen folgende Nach- 

I. Zwischen 1518 und [618 werden sehr oft Grundstücke in 
Ji'r Schafergas-e erwaluu, die 1 1 L i_- Landwehr bcrujii ijjT. ' ! { i n i n u liegen 
in der Schäfcrgas'sc »an« oder »neben der Landwehr«; andere stossen 
.■bin -.eil«, andere 'muten», wieder .uulere «oben auf die Landwehr«. 
Bei der vorletzten Gruppe, bestimmte den Ausdruck der Lauf des 
Lehengrabens, bei der letzten das Ansteigen des Geländes von der 
oberen Schafe rgai.se nach der Ochsenwiese. Eins der beschriebenen 
Grundstücke lässt sich sogar genau festlegen. Das »hufs und hof- 

nebenn Clel'zenhcn und uff der andern sitten nebenn der gemein 
lang wer" kann nur das Haus Schafergasse No. 1 auf Grund- 
stück 152 sein, so dass wir in Grundstück [53 mit Haus No. 5 das 
l'iijMULiti des Clefseiihcn -m erkennen haben. Auch die Notiz von 
1599: »Behausung gelegen ui einer sehe gegen gemein I.angwchr, 
auderseit Jacob T.übcr, stofzt unden nf Jacob Lewenn' muss sich 
auf Schäfergass c 1 beziehen, Ja kein anderes Haus gegen die Land- 
wehr steht. 

Andere Grundstücke werden beschrieben 1 als an und un- 
gefähr an der Wesehbach liegend und die Landwehr berührend. 
Die Wesehbaeh heii'st 1720 genauer »Schafergässcr Wcsch- 
L'achs und ■> S c I: a f e r ^ ä s s e r flach" r.nd lLc ij^u ::i -j ! uicii-j it' 



ein Gm uichi, wie angesehen wird, Lir-ieii auf den Lehengraben und 

mukidi ij(S, -- J Wehrsduflsb. — • Rnies lllw. ISudi. Wcidgjng belr. ~- 
> Üben, ünshcfi isSd. 




Digilized by Google 



oben auf die Wöschbach siosscn könnte. ' Alles wird verständlich 
durch die Annahme, die Wöschbach sei früher vom Brunnen vor 

klar die Angabe von i J 1 8 : »wiesenn und gartten und stofsen Briden 
uff das liehen gut und owen uff die weschbach und uff der 
anderenn syttenn neben der gemein langwer«.' Sie würde sich 
bezichen auf Stück 133 nebst den dahintcrlicgcndcn Stücken iGS usw. 
bis zum Lehengraben, die dann ijiS noch ein eiu/iges langes Be- 
sitztum neben der Landwehr gebildet hatten, dessen Osigrenzc noch 
1733 ' bis in die Nähe des Lehengrabens ununt erbrochen zu erkennen 
ist, während sie 1833* schon Lücken hat. 

3. Endlich kommen Grundstücke vor auf den »dorr en wiesen a 
oder auf der «dor-, dorr-, dörr- oder Dorn wiese« welche 
auf die Landwehr stossen. Vermutlich gehörten sie iu den aWiesen 
hinter dem Dorfn ' wc.tlicb neben Jet Ochsenwiese. 

Die Betrachtung des (itundris^es legt die Vermutung ruhe, dass, 
als man den Plan zur Landwehr machte, das Dorf östlich nur bis zum 
Viehweg reichte. Dann konnte eäe I..ui.l\v;lir o'me l'nterhred'.iiiie, 
bis zum Lehn graben wichen und hi-.nich:e nur einen Schlag beim 
■■nalcren Sjiielh,;!» IXo. Ki.(). Die Ah.ii:ile:i;i'.i. T des iir:.jvu['^!ie!iei! 
Planes könnte mit tier zögernden Ausführung und det inzwischen 
eingetretenen Ver^issenim: des Dorfe--. / 1 j s:t 1 1 1 1 1 1 u n hängen. 

III. Umgebung. 

Innen. 

In Sachsenhäuser Terminey. 

1. Im Alten Berg. 1531 liegen Weingärten «im alten berg 
jii S.iJ Ikenhausen neben dem Keller Im tetitsclieil I laus, su>i(>e:i imdeii 
auf Hans Kellern und ziehet! off die lantgewere«. 1 

In Oberräder Terminey. 

2. Im Alten Berg. Portsetzung des vorigen. 

3. Im Rübenfeld. 

4. Im Mitternachts- Acker, sehr häufig in Verbindung mit 
der Landwehr genannt. Der Personenname Mitternacht findet 
sich in Wehrschaftsbudiern zwischen ifioj und 1618. 



- i8 7 - 

5. »Uff der Gesellen-Ecke«, wo Landwehrweg und Vieh- 
weg rusammen treflen. Dort sollen 1491 die Bäume auf der Land- 
wehr abgehauen werden.' 

6. »Im Hcrrenwäldchen«. 

7. »In den allen Steiukauteno. 

8. »Im alten Kla sha nscnstcg".' 

9. »Auf dem Sandliügcl«. 

10. »Am Hohen Sieg«.' 

11. »Im Metzelet«, o:'t tun Landwehl zusammen genannt. 

12. »Am V.ehwega. 1442 werden die Landwebuns-tÖsser »an 
dem l'ehepadte« genannt;' Ohne Datum kommt wir ein »acket 
an dem fchewege det da Iii an det lantgewerdde«.* 



Während das Landwehrgelände heute vom Wendelswcs (*Ö 
bis zur Neuen Strasse (23) durchweg vom Walde begleitet ist, zu 
dem es gezogen ist, wechselten dort im XVI. Jahrhundert Wald 
und Feld in folgender Weise:' 

t. Ein Stück Feld, vom Wendelsweg nach Osten zu. 

2. Ein Stück Wald, von dort bis etwa zum Viehweg. 

3. Die Gern: Hu rüder,* iihtlidi vom Vidiweg bis 211111 Walde, 
in den schon damals det »Teller« eingriff. 

4. Der »höh Sandt Mg«, 1 das Dreieck zwischen Viehweg, 
Neuer Strasse und verlängertem Landwehrweg. Die dortigen Äcker 
wurden 1726 dem Fnrstami überwiesen" und sind seitdem zum 
Walde gezogen. 

IV. BcheEi äffen hell. 

Vom Wendelsweg zum Hohen Steg bestanden zuletzt zwei 
Gräben. Bis in die Nähe des Viehwegs sind sie noch heute ziem- 
lich gut erhalten, von da bis zum Hohen Steg auf den Oberräder 
Grundrissen gezeichnet. Der äussere Graben verläuft sich dort in 
den inneren gerade oberhalb des Steges, etwa 137 F.-R. vom Dorfe. 
Von da bis zum Dorfe geben diese Risse nur einen Graben. Im 
Widerspruch hierzu erklären Vogel und Dick in einem Gutachten 
vom 2, Sept. 1772, dass nur für die letzten 60 K., »vom Fusssteig 
nach OlTcnbach bis Oberrad« ein einziger Graben bestehe. Der ge- 



■ ISgmb. 1491. F. 1). WO auch ilic üesellcnäcker. — ' S. Durchgänge. — 
1 Bgrob. .441, V. 57. - 1 Oben. Kirtiien™, Mgli.. E, 17 n. 6. - i S, M. !, 17. - 
* Ibid. und Stbirff, Drcickh 174. - > Ibid. — * Oben. Grdr. 



Digitizod by-GtXlgle 



den Gewannrissea ist da nur eine Ad: er grenze. In dem Landwehr- 
abschnitt nördlich vom Dorf, für welchen die Überlieferung fehlt, 
ist deshalb auch über die Zalil der Gräben nichts bekannt. Fraglich 
bleibt, ob der Wasserlauf, der später ostlich am Hause 109 über den 
Sehulhof und die Ochsenwiese das vom Viehweg kommende Wasser 
abführte, mit dem Landwehrgraben etwas zu tun hat. 

Bei der doppelgrsbigen Strecke ist der Abstand des inneren 
Grabens vom inneren Landwehrrind etwa? unrcgeltnässig. Bei der 
einsilbigen Strecke südlich Oberrad lag nach den Grundrissen der 
Graben näher am inneren Rande. 

Wo beide Gräben erhalten sind, ist der innere bedeutend tiefer 
linj breiter und macht den Eindruck Je* i Luiptgrabcns. Hierdurch 
und durch die Art, wie beim Hohen Steg der äussere Graben sich 
nach dem inneren hinüberzieht, wird die Vermutung nahe gelegt, 
dass der äussere Graben erst später hinzugekommen sei. Damit 
stimmt auch, dass östlich der Schee mal dschneise der Landweheweg 



Messungen der U.sdiv Jirbrcite vor. Sie entspricht im ganzen der 
Südseite der Sachsenhäuser Landwehr. Von jenem Punkt bis zum 
Hohen Steg beträgt sie, auf den Oberräder Grundrissen nachgemessen 
9 F.-R. Von da an allroählig weniger, am Goldbergweg nur noch 
3 F.-K. Von dort zum Dorfe fehlt ein Blatt. Auf den Obcrrädcr 
Gewannrissen gemessen beträgt die Breite des in das Dorf vor- 
springenden lindes !<'.', die der Ochsemvicse ohne den Ik^iei', vvci; 
jV» F.-R. 

V. Bcglcllwcg. 



ealdsel 



der Verdoppelung hat man vermutlich westlich der Scheerwald- 
schncise von innen. Östlich von aussen einen neuen Graben hinzu- 
Befugt. Beim Viehweß aber wählte man statt der Einschliessunp. 
Verdickung des Wegs nach Osten. - Nördlich vom Dorfe ist ein 
jusfertr lieglei'.wej; inibekannt. 



Digitizcd by Google 



- IS) - 

Innerer. 

»Es zieht an der gar./i'n Landwehr, wo sie an die Güter sliin 1 ., 
von Oberrad bis Wendelsweg ein schmaler Fusspfad zwischen der 
Landwehr und den Fcldgütern hin«. ' Sein unterer Teil ist der 
iTh ü rc hespfadtu,' wohl benannt nach einem Thürchen im 
späteren Dorfzaun. Hr ist jetzt mit der Landwehr verschwunden, 
während der Teil vom Oberräder Forsthauj zum Wendelsweg noch 
besieht. Auf den Grundrissen ist der Pfad nur vom Goldbergweg 
zum Hohen Ste;; gezeichnet, doch folgt daraus nicht, dass er nicht 
früher südlich weiter zog. Auch den nördlichen Landwehrteil be- 
gleitet innen ein Pfad, die fettige Wehmwsse.' 



n man meist nach der »Alten Strasse« (iS), zeitweilig abet 
ich der »Neuen Strasse« (a 3 = Wolfsweg) abbog. 

VII. Uur-iliKÜntt*:. 

Wendelsweg (22). 



Bezogen zu sein. Denn am I. Mii dieses Jahres beschwerte s 
Mainz, »dass man die lantstrafse by dem Roten Crucze vergwl 
heue«.' Demnach wurde, wahrscheinlich kurz vorher, der Landwe 
Kraben durch den Weg gezogen und dadurch der Fährverkehr 

Der Schlag entstand mit der Landwehr 1441-42. Die Sem 



Iti u. Bumb. Y: b>. An letneret Stelle tanii audi ein Schlag jii Jer Üit 

'ci!c der .Sjdi^eiih.'niHer l.jii.KvL'iir |remer<H sein. 



□igitized by Google 




- IJO — 

Zweierabige Zeit. 

Beide Gräben zogen durch. Der Doppelstest wird bezeugt 
durch die !slachricht vors 1593, dass Holz bezahlt wurde zu Stegen 
über die Landwehr an dem roten Kreuze' und abgebildet auf dem 
Grossen Riss von 1591. Erst 1792 dachte man wieder daran, den 
l'ahrwci; hi:riisstcllcn. J 

2. Altebergweg (21). 

Eingrabige Zeit. 

Der Altcbergweg haue an seinem unteren linde, beim Vers- 
born einen Schlag. Nach der Chronik' wurde [447 »ein Schlag am 
i : ersborn gesetzt«. Auch da; WegcvL-r/eklii'.:;, von i.jSd erwähnt ihn. 
Lr hatte offenbar den Zweck, Heiter und Wagen zurückzuhalten, 
seitdem dieser Weg nur noeii als lus-iwes: i!jk1i diu Landwehr ging. 
Neben dem Söhlige st und zwischen Allenberg und Wendelswcg 
eine Ruhebank; die jetzige ist von Stein. War nun der 5chlag von 
1447 der erste, so kann der Altcbergweg bis dahin die Landwehr 
noch als Fahrweg durchzogen hüben, ab srsit Aussetzen des Grabens 
oder mittels einer Brücke, bleibt dahingestellt. Seit 1447 bestand 
gewiss nur ein Steg. 

Zwiigr.bigt Ztii. 

Doppelsteg, genannt »Clashan s en steg«. Weg und Steg 
bestanden noch ijiS, Iis las; d^ns.s'.s ein Wingert »im rnwenn Felde 
.... zesigt mit dem owersten ende uff den weg der da zeugt zu 
Classenlsenß Steg*, 1 Spätestens seit 1733 bestand der Steg nicht 
mehr und endete der Weg da wo heute (Grundrisse). Der Feld- 
nrtsname otm Klashcnscnstcg« besteht noch. Der Name des Sieges 
geht gewiss auf den Clcssen Hans zurück, der 1571 als Anlieger 
in dieser Gegend vorkommt' und dessen Haus an der Landwehr wir 
oben kennen lernten. Der Steg wird oft in Verbindung mit der 
Landwehr genannt. 6 

5. Weg zum Hohen Steg.' Der Weg bestand noch 1518. 
Damals sticss ein Grundstück tunden uff den weg der geet zum 

1 Fleh, Hshdsr. JJ. 17b sucls R. 151)1. - ' Vonrelisaig vots Suduenh, 
liurfjiro jii Jen Hit. üepi. 1791. — ' lila, 163. — < Oberr. Url, - s Oberr. 
VVdirjMain.k Va;!asi[ci! -.ia.l: ClafeoliEiss — sjifl; Cleliliennen — 1559; CloG- 
licnzen - null 1600; CLmÜliesinci - 1C1;; K Iii..] 11.1s™ ssij; 17;). - t 2. B. 
11'iLTr. /.imkcli r;-,'i. W<.!ir<d:]U;li. if'i;. ü;,n.i- Verzeichnis ab ]öoo, S. 119. — 
1 O. Grdr. 



Digitizod by Google 



hoben stegn, es zog also vom Allenberg weg herunter. Spätestens 
1753 isi der Weg verschwanden. ' Der Steg wird in Verbindung mi: 
der Landwehr genannt 1559 und 1604.' Et ist einfach, da dicht ober- 
halb desselben der äussere Graben aufhört. 1 Abgebildet auf den 
Überräder Grundrissen mit Beischrift, sowie auf einem Vogelsehen 

4. Goldbergweg (17). Ste^. Abgebildet auf den Grundrissen 
mit Ruhebank östlich vom Sieg an der Südseite des Weges,' 
Wahrscheinlich hicss er nach seiner Lage der ^Niedere Steg". 
Die Notiz m Viertel 8 R am Niedernsteg neben Beruh. Müller" 
gehört dann hierher.' 

Die Zingel. 

Vom Dorfaaun wie von der Landwehr ist zu unterscheiden 
»die Zingel« oder »di e inge In«. Die öfter vorkommenden 
X.L.hrichivn über sie sind so alt wie die Oberräder Landwehr. Im 
November i.(.}0 wird beschlossen. dc:i I i';n. , i r.ni .nlic r i ! e- : 1 1 Kie.ucl | 
czu czingelna zu geben;' auch 1.(78 erhalten sie Holz zu Hügeln,* 
und [48; gab der Rat »denen von Rode aspen czu befestenunge 

Endlich 1492 will man »den von Oberrode eyn alt zingel zu be- 
sehen, einen eingeschlossenen Kaum vor einer Burg oder Stadt, be- 
sonders vor einem Thor. Man sehe die Hinsel vnr dem lachen 
heimer Thor bei WollT-Jung. Heute noch nennen die Oberräder 
/.il.üeinein den vor dem allen Dürfende am Einhorn liinauizicl'.eiulcii 
Viehweg »die Zingel«, ohne zu wissen warum, liier standen 
aber am jeizi.neii Dürfende, westlich an die Landwehr selcht», zwei 
Schläge, und am Eingang zum Wingertsweg stand ebenfalls ein 

Dorfausgang am Einhorn zum Schlagern Wingertsweg und von da 

Dorfausgang rine regelrechteste!. Auf eine solche Anlage glaube 
ich die Nachrichten über Zingclu beziehen zu müssen. Genauer 

1 Ibid. - ' Oben-, Zinsheit u. Oben. Goiervtrs., S. — ' O. Grdr. — 
• O. Qm. u. Kilasterlrirte. - i Auch Kloo, Hcgeb. 1764 <•■ Vogel, Riss 1BB1. 
1.1, 1.1 it SAvpgsi M. I, 17 u. IS. - ' ÜL'Crr. liurichub. :\cl. Ul'err, iSl-l März 10. — 
1 Bgmb nio, V. .(7b. - I IbiJ. 147K. - ! Ibid. 14SS, F. Jb. - ™ ibid. 1491. 



kann der Verlauf der Sp erstrecken zwischen den Schlagen natürlich 
nicht angegeben werden. Beachtenswert ist, das* die erste Erwähnung 
der Zingel mit dem Bau der Oberräder Landwehr jilnchzeitij; ist, 
was vielleicht mit der Lücke in der Landwehr zusammenhängt. 

Durchgange. 

SebiBge. i. Vichweg. Unbekannt, oh ursprünglich nur ein Schlag. 

Um 1600 zwei Schläge, gleichmlssig dargestellt von M. 1, 17 
11. iS u. Gr.-R. Der innere ein einfacher, der äussere ein thür- 
artiger Drehschlag. Soviel sich erkennen lässt (s. besonders 
M. f, iS), steht der erstere zwischen dem Land wehrende und 
Stück 1 an der noch jci/t vurtuinleiie:! m.niier. Stelle des Wesses, 
der letztere an der Nordgrenze des Stückes" 459 C. Westlich neben 

Haspel, dem inneren Schlag ein Haspel. Vielleicht war in gewöhnlichen 
Zeiten der innere Schlag geschlossen, der äussere offen, so dass 
Fussgänger ohne Öffnung des ersteren durch den Haspel aus- und 

M«u« n . eingehen konnten. - Auf dem Riss von 1771 fehlt der innere Schlag 
(zufällig?), beim äusseren ist die Thür fortgelassen, aber rechts und 
links von ihrer Stelle sind steinerne Stirnpfeiler, von welchen je 
eine Mauer hinter den Häusern 102 und 104 auf eine beträchtliche 
Strecke nach Westen und Osten zieht, in gleicher Flucht mit der 
Nordgrenze von Stück 459 c. Beide Mauern begegnen schon auf 
den Grundrissen von 17)5; die östliche reicht dort nicht über den 
Weg hinaus, was aber auf Rechnung der nachlässigen Zeichnung 
koinnten kann, die westliche sehen uir gerade reich in die Land- 
wehr einschneiden, worauf leider ein Zielband das Wciieie icrdeck: . 

Hu». - Wen vor dem äusseren Schlag steht am Scdosteck des Vieh- 
Baal we j, s un j j er Ai [f .„ Strasse auf M. I, 17 und 18 ein Heiligen- 
M Utk cii'Ci in 'he A te S:i i^si webende": Hand (M I. iK) und 
de: Beischrift «tuen: Hindi« (auf 17 und IN), welche Bezeichnung 
dort als 1 lurr.amc nocii besucht. Dieser »ste:nc:iic I leilitien-tnc'*" 
war die Gtcr;e für das Nürnberger Geleit.' im Viehweg aber stehen 

Preai™. ('7 u"J 'B). ehe d:e alte Sirasse abbiegt, drei starke Pfosten, 
vielleicht um das rasche Kintretcn vieier Reiter in der. schmalen 
I l>-lüwL'-- / 1 \frl:.:i.kri; Die (i-iindris^e :i iii-jn: d;:;i erwähnten 
lltilii.vn^tn.k nocj 1 ;ien kluneren, beide ohne Hand, wogegen an 
der Nordosieckc ein hölzerner Wegweiser mit der einen ufiand" in 
die ahe Sttasse, mit der andern den Vichweg hinauf weist. 



Di ].Ii:üg !:.■ O 




Wacht haus. 

zu welchem der Rat Holz gib.' Doch bleibt ungewiss, wo es stand. 



der Zingel hinaus. Gegen 1600 fehlen zwar noch gegenüber 
Einhorn die zwei Häuser, welche spätestens 1610 dort er- 
;nen,< aber es steht schon je ein Haus ausserhalb der Schläge 
cli |am WingertsweK und nördlich an der Schäfergasse. Der 
n zwischen Einhorn und Nord grenze von Stück 4;^ C ist schon, 

heute, mit Häusern besetzt, und auf jener Grenze läuft ein 
er Dorfzaun, teils als Hecke, teils als Holzzaun zum äusseren 
wegschbg.' In diesem Zaune muss neben der Landwehr das 

ürchena gestanden haben, nach welchem der Landwehr- 



r t77t ein Schlag am Wingensweg, wo jetzt die Neufville- 



Die Fortsetzung der Landwehr im Slralenberger 
Gelände. 

Der nördlichste Abschnitt der Oberräder Landwehr hatte im 
Stnlenberger Gelände nicht, wie unzuverlässige Darstellungen an- 
zudeuten scheinen, eine gerade Fortsetzung bis zum Main. Eine 
solche scheint auch entbehrlich, da die dortige Gegend ohnehin 
zwei Schutzlinien besass. 



1 Bgmb, 1461, F. gb. — ' R. 77. — 1 Bgmb. 1495. F. 60b. — * Oben-, 
Wdindultab, F. 199, )0. Okt. 1610. - I HL I, 17. — * Kgt. M, VII, 111 jus 
liujtih. ifo). - ? Obtir. Erbrinjvtn. Mglb.E. 17, N. 6. - « Riss. Oberrau, R.77. 




- 19-1 - 

1. Die innere Schutzlinie, gebildet durch Leiingraben, 
Strahlenbergcr Hof und Zwischengräben vom Hof zum 
Lehngraben and Main. Da der Hof von seinen Besitzern im eigenen 
Interesse gegen Osten verwahrt wurde, so bildete er auch fiir das 
Stadlgebict eine Sperre zwischen Bruch und Main. Ein Revers in 
der üblichen Form, der im Sicherung der Stadl dem Rate Rechte 
auf dem Hofe einräumt, während er dem Besitzer bestimmte Ver- 
pflichtungen auferlegt, ist von 1448 bekannt.' Den Hoffleck umgab 
ein breiter Wassergraben' mit Brücke im Westen. Den Raum 
zwischen Hof und Lehngraben schloss ein aus letztcrem kommender 
Graben, der die Ost- und Nordseite des Hofs ais äusserer Graben 
umfloss, und dann zwei zusammenhängende Teiche bildele. Diese 
speisten die Mühle. Ein tiefer Graben führic das Wasser von letzterer 
zum Main. Die Hofgräben und Teiche waren noch 1901 fast ganz 
mit hohen Bäumen besetzt, die damals nur zwischen Hof und Lehn- 
graben fehlten. Zwischen Mühle und EIuss befindet sich, wie einst 
auf dem entsprechenden Raum am Gutlcuthof, ein Wäldchen. 
Durchgänge. 

1. Triebweg-Schäfergasse (5a). Brücke. Schlag aus 
späterer Zeit nördlich vom Graben begrenzt. 1 

2. Weg nach dem Junkerwäldchen. Brücke. Schlag? 

3. Triebweg (52). Brücke zwischen Hofgraben und Teich. 
Schlag? 

4. Offenbacher Fussweg (4). Steg. Östlich vor ihm ein 
Heiligenstock. * 

H Die äussere Schuulinic, gebildet durch Lchngraben 
und Rüdergraben. Ersteter hatte das nasse Bruch hinter sich und 
war jtJofall^ fr.'.her viel tiefer jnd -.wi^et reicher als jetzt. Letzterer 

Die Spitze zwischen beiden Gräben war ausserdem vom Walde 
ausgefüllt. ^ ^ 

Offenbacher Fussweg (4) oder Apfclallec. Brücke. Schlag 
unbekannt. 



1 Hiusurtundcu. - ' Zum Folgenden vgl. Thomas, Gmndr. 1790 und 
O. Gut. iSjj. im Gelände ist fasl alles ltwühiio rrfu fo^hclsiclu-nJti Zei.l.-.rnii, 
noch eckeanbar. - ' Bin aus dem XVIII.O Juhrhuiiden. - ' Hot«, FnuAf. 

W.lÜr in: Archiv. 



Diuitized by Google 



Elftes Kapitel. 

Die Niederräder Landwehr. 



Wie im Osten die Oberräder, so schlieft sich im Westen die 
Äderrider Landwehr an die Sachsen haus er Landwehr an. Indem 
sie vom Bornacker in einem Haken zum untern Ende der Deutsch- 
herrenwiese, und von dort vermittels ihrer Fortsetzung zum Sandhof 
und vielleicht zur Königsbach zog, umschloss sie in Sachsenhäuser 
Terminey das Riedhofgelände und das westliche Wiesenbau de, in 
Niederräder Terminey (alte Begrenzung!) den Niederräder Berg 
msser semer Südspitze und die Holzheck. Vielleicht auch das Deutsch- 
oraemsbaumstück No. 8. 

II. Verlauf. 

Die Niederräder Landwehr zerfällt in folgende Teile: 

1. Die Zwerchlandwefir zieht vom Bornacker zum Rande 
des Königsbachtales, beginnt dort nach Süden umzubiegen und hört 
dann plötzlich auf. Ihr in Akten und Rissen' häufig vorkommender 
Xame würde auch aufdie ganze Anlage passen, da diese quer zwischen 
vorspringenden älteren Befestigungen liegt. 1581 heisst sie »die 
alte Landwehr am Schafhof«* im Gegensatz zu der damals 
neu errichteten westlichen Strecke. 

2. Die Lücke, bis zum Wege liiedbrückc- Oppenheim (58). 
Ihre Ursache wird der historische Teil erörtern. Hätte man sie aus- 
gefüllt, so wäre die Landwehr vermutlich erst östlich längs dem Rand- 
graben nach dem Bischofsweg und dann an oder nahe von dessen 
Nordrand über das Tal der Königsbach gezogen. 

3. Die Tannenwaldlandwehr vom Westrande des Weges 
Riedbrücke -Oppenheim (58), dem Eck der Steinkaut, nördlich am 
Biscliofsweg zur neuen Wiese. Diesen Anfangs- und Endpunkt gibt 
der Darmstädter Geleitsvertrag an. Seit Anlage der jetzigen Mörfcldcr 
Strasse, die etwas südlicher zieht als die alte, reicht sie nur noch bis 
zu jener.' In dieser Ausdehnung iM sie jetzt noch im Gelände er- 

1 l. Ii. Uglb. B. 41, No. 46; Flurb. — ' DarmstäJttr Geleitsvertng. - 
I Klon, Rix über SdMftrieb I7j| in H. 6$i; Thoraii, Grandr.; Riss tum Ver- 
kauf Sttin.klüt ,8ul, Uglb. D. 19. No. ä . 



Digitized by Google 



Landwehr n!L nadi ihrer Lage am Tannenwald bezeichnet wird. Im 
XVI. Jahrhundert inissl sil' auf einem Riss, der aber il llj /eichnmi'' 
iler Lasidwirlir l-l; l.i-.-,; , »die mv I amdgeveliro im XVIII. »die 
alte Landwehr« ohne Beziehung auf «int jüngere. So liegt 172s ein 
Itiedhiifer Acker »zwischen der Holzheck und der alten Landwehr«, 
ein Linderer Acker »zwischen der Oppenheimer Strasse und der alten 
Landwehr vorwärts der Buchschcer«. 1 

4. Die Holz h ecklandwehr. So bezeichnen wir am passend- 
sten den Landwehrabschnitt zwischen Mörfelder Strasse und Dcutsch- 
liL-rrcii'.'. lese, dir ■ jSn zuerst durch cir.e Furche bezeichnet, dann mit 
zwei Gräben in Angriff ^eiuumnen, abet bald darauf von Gegnern 
an vier Stellen wieder geschleift wurde. 1 Die Lurche begann wahr- 
scheinlich nicht, wie man aus dem etwas ungenauen Ausdruck des 
einen Berichtes entnehmen könnte, an dem Schlag im Xiedcrr.idcr 
Stadtweg (S), Mindern erst am Nicdesr.ldei Feldniarkgrabcu, entweder 
da, wo er nach Norden umbiegt, oder etwas weiter überhalb. Denn 
der (doppelte Graben« begann nach einem anderen Bericht nicht an, 
sondern "nicht weit von demselben Schlag. Auch wird die Furche 
nicht weiter als bis zur Mörfelder Strasse gegangen sein, weil jenseits 
derselben der Bischofsweg der Landwehr als Richtung diente, also 
keine Furche nötig war. Andererseits wird da, wo die Furche ge- 
zogen wurde, die Landwehr nicht auf die Niederräder Grenze gelaufen 
sein, sondern ostlich derselben, wobei unbestimmt bleibt, ob sie die 
schon 1501 erwähnte 4 Neue Wiese ein- oder ausschloss oder durch- 
schnitt. Der Mittelgrabcn dieser Wiese vom Konigslacher Brünn- 
chen zum Lck des l'eldmarkcrabcn- scheint am besten dem Lauf der 
Landwehr zu entsprechen.' Der Feld mark graben sollte jedenfalls, einen 
Teil der Landwehr bilden. Wo er kurz vor dem Stadtweg nach 
Westen abbiegt, zog aus ihm ein Graben nach Norden, der am ge- 
nannten Wege aussetzte, um nördlich desselben aufs neue zu beginnen 
und in den Weiher der Deutsdiiieirciiwiese zu ziehen. So glaube 
ich nämlich die Angabc verstehen zu müssen, dass der genannte 



.eshinilis Ijfn. 'Mwl im Archiv. 



□igitized by Google 



— 197 - 

,-. Als Fortsetzung der Landwehr betrachte ich Jie N'ordgrein-.e 
Jer llolzheck bis zum Sandhof. Hier fällt der Waldboden mit hohem 
Sttilrand zum Bruch ab. Dieses aber war zum grossen Teil, wie 
jetzt noch an seinem Westende, von einein tiefen, sumpfigen Weiher 
■■edeckt, an Jen sicii östlich bis ;.u\:i S.nuho!" bruciii^e. von Gräben 
.|i.ircl;.^iL : Liiu Wiesen anschissen. 1 I lierjnrcii w;ir die lloi/lieck vo:i 
Norden her unzugänglich gemacht. 

6. Weiterhin bildete der Sandhof mit seinen Wassergraben 
einen Abschlug. 

7. Wenn endlich zwischen Samihuf nnj Ki'iuk.-.ki.h ;e:nais eine 
Ai'iperrnn:.' vorbanden war, so dürfte sie am einfachsten auf der 
Westgrenie des Bauinstücks No. 8 am Ostrande des Weges Sandhof- 
Main (7) von der Xnrdostspit/e de; S.inJhofs nur ISriickc Jei krauen- 
wegs (38) gezögert sein. 

III. Umgebung. 

In liiedhöfer Termine;', 
t. Die Sohl.wiese. 1 

In Sachsenhätiser Terminey. 
2. Die Stockische Wiese 1803. (1727 Henrici.) 
). Die Frankensteinische Wiese. 

In Niederräder Terminey (alte Begrenzung). 

4. D i e Weinsteuer \ei cse 1727. Später Saebs-.r'.ii.iüser 

Bau m stücke, 

Geleitsvertrag genannt. Basaltbruche, jetzt zum Park Louisa gehörig. 

6. DieDre i spitz zwischen Steinkaut, Landwehr und Mor kider 
Strasse, früher Äcker enthaltend' aber 1759 mit Eichen usw. besät.* 
Bei Thomas 7790 erscheint sie bewaldet wie heute. 

7. Das Königslacher Brünnchen, nördlich an der (alten) 
Mörfelder Strasse, einst Mittelpunkt des »Wäldchens» und durch 
die vielen dort sich treffenden Wc ; ;e Sch.mpUu rv,;en Verkehrs.' Vor 
einigen Jahren von roher Hand zerstört. 

■ M. 1, 171 Thora», Criindr.; undatierte Riis (um 1800) bei Herrn Ober- 
f'irsi« Hau 5, Cnldslcin. - 1 Die FeldorlE I—; s. hei Hi:,l.,-ii, Ki.i J ( -i iüeJli. 
GtÜnJ« |8oa (.Sentl.). - 1 It. 6j«.-< Kinn. - 1 Sthjrfl, Wege. 



Digitized by Google 



- i 9 8 - 

Aussen. 
In Sichsenhäuser Terminey. 
[. Auf dem Kamchl, Äcker an der Zwerchlaitdwebx 1 
2. Die Ochsenwiese. 

In Ntederridcr Terminey. 
1. Der Niede.rlder Beig. Das Gelinde sfidlich vom 
Hisc i.if.ii.1,:. i'ü Weiter an-tci^crd von der Komi'sbacl h., 

nahe an drn Welschen, Weg (^2) reiche, halte ich für den vor.« 
nirgends jnteit.irnr ■■t-nder. »KiederiaderBerg«, AikN i,enri,eR 
l.rhetpiini;en Berge, wie der benachbarte .SpiclnunnsberK. 16011 

kommt vor ™ Wingert » vor der Landtgewehr im Niederroder- 
bergo' ur.d ifoj Winnen »von der Landwehr im Niederrodel ■ 
berg . . . stoßen unten uf die. i.andgewehru. 1 

Im Buchwald. 
4. De rTannenwald, südlieh am Bisehofs weg zwischen Nicder- 
räder Berg und Kohlweg, meist der alte genannt, zum Unterschied 

heide »gegen Mitternacht uff der alten Dennwaldt«* und 1480 
wird die Landwehr »vor dem Denncnwald« errichtet, der auch 
einmal »Dannenhöltzleino heisst. Auf dem Marbur^er Riss steht 
»Dann wald a südlich von »new landgewem. Die Niederräder 
Gtenibegehung von 16(18 nenn zwar noch »den alten Dahunen- 
wald.« fügt aber hinzu, »worinn die thannen Bäum mehren theil 
vom Rcitli ausgetilgt, und itzo insgemein die Buehscheer heißt«. 
So noch jetzt. 

IV. Beschaffenheit. 

Zwerch-, Tannenwald- und Holzhecklandwchr waren zweigrabit;, 
erstere sust unbekannter Zeil, die beiden letzteren jedenfalls seil 1 ;Ko. 
Die (irat-tn der Z-.verckhr.dv.-.br ?ii:d Utters dargestellt. Die der 
T.iniieiiv.jldhniVAL'ji- sind mich im Gelände zuerkennen. VoniStcin- 
kauteneck bis ainn Welscher Wer., ■,«! die Mordhälfte der Landwehr 
zur Louisa gehört, deren Zaun auf der Mittellinie der Landwehr 
steht, ist der innere Graben Im Park erhalten; der äussere, durch den 
Ausbau des tiisclnilst.-c;/. vcrschwumlu), licet unter der nördlichen 
Kinne des l-'ahidanmis. Die Siidhälfte des Mittelstreifens bedeckt jetzt 



' FLurbncta. - ' K K t. M. VII. inS nach Inanb. - I Ibid. im. — < Wald- 
Iviifliunji I ;?J, Ufill'. A. 91, A. z. 



□igiiized by Google 



der Fussweg. Vom Welschenweg aber bis beinahe zur Chaussee 
sind beide Gräben deutlich erhallen. 

Über Breite und Lage der Gräben kann ich für die Zwcrdi- 
Undwchr keine Masse angeben ; bei der Tanncnwaldlandwchr schliessen 
Jie etwa 6' breiten Gräben einen etwa l° 2' Waldmass breiten Mittel- 

Dic Breite der Zwerehlandwely beträgt, im Elurbuch nach- 
gemessen PA W.-R. = 8 F.-R., an der Ecke, wo sie umbiegt, etwas 
mehr; die der Ta n n c n w al dl a nd wc Ii r nach meiner (mit höchst 
unvollkommenen Hüllsmiitdn vorgenommenen) Messung im Gelände 
mindestens j R. Waldmass. 

V. Beglcllwege. 
Äusserer. 

Bei Zwerch- und Holzhccklandwchr fehlend, bei Tanncnwald- 
lindwehr der Bisehofsweg. 

Innere (fehlen). 

VI. Wegenetz. 

Der Weg Riedhof- Oppenheim (57) wurde durch die Zwcrch- 
Ijndwehr geschlossen. Hätte man die Lücke an der Königsbach aus- 
gefüllt, so wäre wohl auch Weg Ricdbrückc- Oppenheim (58) als 
[■'ihrwei; geschlossen worden, Er ist auch ohne dies südlich des 
Bischofs wegs eingegangen. 

VII. Durchgänge. 

1. Oppenheimer Strasse (9). Noch innerhalb der Landwehr 
mündet in die Oppenheimer Strasse der Wcj Riedhof-Riedschlag ([£), 
EingrabiRe Zeit. 

Auf Durchziehen des Grabens und Brücke weist nichts. Der 
zuerst 1490 erwähnte Schlag muss mit der Zw erc hl and wehr, also 
1426 entstanden sein. 

Zweigrabige Zeit. 
Auch jetzt von einer oder zwei Brücken nichts bekannt. Schlag 

Namen: »der usser slag« 1490;' «der eusserste Schlag« 
ijSi;" im Gegensatz zu dem Schlag der Unterfeldland wehr; im 
^'fi.liL'ii CiegensstK «der ent Sciil.i;;^ lj;>')' 1727 öfter, wobei der 
S;iilag im Juni; feminin! als »Kicdschlagu unterschieden wird;* Ziegel- 



' HaunitlL, Scliifhof. - ■ Dar 
Mglb. E, 16, Nd. 11. - « Ibid. 



rig. - 1 Rtedhofer Ackerb. 



stillag 178;' und 1792* weyeil der ti.ilicn /ie^elliiilte [nicht zu ver- 
wechseln mit dem Ziegeistiii js; jui Minieren Schaf hofweg (4S)]i 
»der alle Geleitssehlag* 1792;' "Jer Geleitsschlag« 17931' 



und abends uff und zuslielSen«. Das Flurbuch hat den Schlag nicht, 
aber rechts und links von seiner Stelle eine Mauer auf der inneren 
Landwehrgrenze. Von Schlag und Mauern jetzt keine Spur. - 
Ruhebank innerhalb der Landwehrbreite an der Nordseitc der 
Strasse, erst 1899 entfernt. 

1. Sandhöfer Schaftrieb (fiij. Hin Durchgang muss hier 
wegen des Weidegangs gewesen sein. Auf einen Scilla« daselbst 
kann sich die Nachricht der Chronik' beliehen: »1.(52 wird wieder 
ein Schlag am Dennwald gesetzt«, wenn die Tannenwaldlandwehr 
nicht erst 1580 entstand. 

j. Mörfelder Strasse (27). Ober den hier beabsichtigten 
Schlag genaueres im historischen Teil. 

4. Niederräder Stadtweg (8). Graben setzte aus. Schlag. 
»Ahn dem Orth [= Waldecke] gegen Niederräder Terminey [Feld- 
mark!] gleich -ihn dem Waldlein LliolzheckJ zwischen zwei Gräben, 
mit denen das Wildlein und etliche daran liegende Wiesen und Äcker 
des orths befriedet, uff einem gleichwohl nicht sehr branchlichen 
fahrweg so durchs Wäldlein gehet* | Niedert. Stadtweg] haben die 
Forstmeister [vor dem 6. Juni] 1580 »einen umbgehenden 
duppelen Schlag oder Werrc, das Wäldlein mehr bei nacht 
der heimlichen Holzdieb halber, damit zu verschließen gesem«." 
Dieser Düppelschlag war wohl von gleicher Bauart wie der äussere 
Schla« am Viehweg. Er wurde »durch einen neclist dabei gesessenen 
' Nachbauern zu Niederrad m gebürltchet Zeit verschlossen und ge- 
öffnet«." Schon am 1. Juli 1580 wurde er zerstört." 

1 Uglb. B. 98. No. 8.». - • Ibid. No. 116, Tom, L - J Ibid. - ' Denk- 
s.-;i:ih bc:r. die lic\v:rti:j.itu;i[j; J t , kiudbül's. — ■ Thora.«,' (irundr. — « Dunsen, 
ifiss Horn .ick Cr. - ' Molb. E. 16, So. 21, L. III. - > H.msurk., Sd.jfhof. — 
» Chno, Ida, i6j. — " Supnlicaiio. - " Ibid. — ■■ Ibid. 



Digiti zed by Google 



Anhang. 



Berichtigung 

m den Abschnitten »Die Bochwaldlandwehr* und »Die Lücken, 
S, 66—71. Bei Abfassung der genannten Abschnitte war mir keine 
Nachriehl bekannt, aus der hervorginge, dass die Landwehr vom 
Smdweg bis Stein 69 am unteren iiiederbergweg schon vor 1476 
bestand. Ich liess deshalb für die Zeit vor 1476 die Lücke schon 
am Sandweg bei Stein 40 oder 43 beginnen. Eine solche Nachricht 
hat sich aber seitdem und zwar für [454 gefunden. Ich nehme des- 
halb nunmehr an, dass die ÜiidiwiLiilhnihvelir gleich anfangs bis 
Stein 69 reichte und die Lücke erst hier begann. Demnach ist der 
Test der genannten Aiisdui;:te fönende: rusf.en umzugestalten, bezw. 
ZD erweitern. 

Die Buchwaldlandwehr. 

I. Begriff. 

Die Butliwaldljndwehr, wie ich den nächsten Abschnitt 
der »Landwehr um die Stadt« nenne, folgt als reine Grcnzlandwchr 
der Bomheimer Grenze von Stein ;i bis 69. Sie schlieft zwischen 
Stein }l und der »Aduche« neben der ßerger Strasse {28) einen 
Teil des östlichen brachfreien Geländes, zwischen jener und dem 
untern Riederbcrgwcg Jen Riedcrbcrg gegen den Hornheimcr Uuch- 
wald ab. Sie heissr: »lantwer vor born hei me r buch waldeu 1409; 1 
•lantwer am Kiedcrberge« 1454;' nlantwcr für dem Bornheimer 
waldeo 1459;' »Bornheimer lantwero 1461;' »die alt landtgcwehro 
1597 s im Gegensatz zu der 147t. gebauten neuen Bornheimer Land- 
wehr.' — Der Abschnitt von Stein 47 bis U) licissc »Schatz 
[= Scheids] wildUndwehr« 1797.' - Die Landwehr im 
liiederberg wird Öfters erwähnt im Wege Verzeichnis von 1487. 

II. Verlauf. 

Der Verlauf der Buchwaldlandwehr scheint überall durch die 
bereits vorhandene Grenze bestimmt worden zu sein. 

' liumb. 14119, V. |. - 1 Hb. 1454^.64. — ' Bgmb. t«j, P. tfiiLtcfk — 
* Bgnih. ]j6i. — ijnsiub. Tom. XI, l>97, !■'. ». — ».Leiter,.- ni« m.rjlicti im,! 
ösliiih um ilic lioniliciratr Tenniiicy. — '■ lluriclit des OK-rfiirslers Vogel. 



hergs nördlich vom Sandwey. Spätere Form auch nim Frosi- 
keller.» 1 Der Weg vom Baumweg nach dem Landwehreck bei 
Stein 34 heiss: "Sumippwc:; im Frasskdlerr! : |S-, 1 »Fr.iäskcllcrpfadu 

1788;* im Flurbuch ■Gassthen im Frostkellcr«, jetzt >. Musik amen - 
weg«. Er trennt die Fcldorte oim Frasskellcr unten», zwischen 
Stein ;3 und 34, und »im Frasskcllcr obenu von Stein 34 bis 40. Im 
enteren lag« 1487 »Keyserhenne'sci Güter, 1 vom letzteren wird 
S. 20; unter »Warteci zu handeln sein. 

1. Der Scheidswald, von Stein 40 oder 47 bis 69. Die 
Bezeichnung findet sich zuerst 1544.' Schon 1503 berührte in: Rieder- 
berg der Wald nicht mehr überall die Landwehr, denn Rorbacli 
beschreibt seineu dortigen Weingarten als gelegen »zwischen mein, 
ßemliarts waeltgen und der Landgewehr».' 

Aus.ere. 

1. üer Bor oheimer Wald oder de r Buchw.,ld. Er reichte 



urs;vungln.l' ?win.l.n Sti-Iri Ii i;r 


d A9 überall an die Frankfurter 


Grenze. Irr üusnmineiihanj' mit c 


r Landwehr fanden wir ihn j;e- 


r.annt 1409 ond 1459- Schon vor 


der Erwerbung Bombeim*. 1.175, 


durften die Frankfurter Bürger ,n 


hm spazieren gehen* ond 1488 


wurden »die jtwgeu burger. ven. 
spiuieren-.» da<.elbs< »zu maiflenc 


mlssijjen |* Seit 1521 begannen 


die Rodungen, durch welche der n 


ach Sudwest vorspringende Teil 


des Bucbwalds nach und oich in 


die Bornheimer Weide oder 


Heide verwandelt wurde.'" 1(^7 


ag e.r. Wingert -vorm Wald an 


der Bornheimer w«idt . . . 


tosst unden uf die alt lande- 


gewehr.;" und 1609 e.n Garten 


in der »Bornheimer Heide, 


oben ol die I.an dtge wehr, s 


ossend," — Von dein »ßorn- 


heimer walde h.nder dem R. 




handelt das Rechenbuch von 1480.' 


Auf Rodungen von ihm gellen 



die folgenden Feldnne zurück. 

2. Der Arnsburger oder das Arnsburger Gut, zwischen 
Landwehr von Stein 43 bis 47 und Kappeswiese einerseits, Sandwcy 

1 Wegfvcri. t. 1487. - J Flurb. — 1=1. — ' GrcnibciichtiguriB v. 1 73g. 
-1-'. - IDr. Jung. — ' Uli. Fr. Gesch., ], 411. — > Bfinlb. 1461, F. 90b. _ 
* ibid. 143S, 1\ 40. — 10 Kirchner, f,«J]. ik'i SUiL: Fr, 1807, 1, 47a. — " lllsalzb. 
Tom. XI, 1597, F. 20. - " ibid. To«. XV, 1609, F. 94b. - 'i F. 44b. 



und Klickerbahn andererseits.' Der liinHau.i; mm S.miiweg bei Stein 43 
hiess »Arnsburger Thor.' Die Geleitstarte hat iiier ein zwei- 
flügeliges Thor mit Überschnelle. 

3. Der Sand von Stein 47 bis etwa 58. Nach ihm wird der 
Sindweg benannt sein. 

4. Der Judenkirchhof; erscheint 1772 (R. 38) zwischen 
Stein j8 und 61 neben der Landwehr. 

IV. Beschaffenheit. 



(was darüber hinaus. 



V. Begieltweg. 

Unbekannt. Doch kann von Siein 38—39 die Berget Strasse (28) 
iii;:u ntlen i!cr L.uidwdir u'u.-utcn sein. 

Ein innerer BeL;k-i:wi;s; l'Jiltu i-w i st ii^-ji Stein j[ und }.|, sowie 
Kwischcn (.1 und 69; vorhanden war er zwischen j4 und 61. 
zwischen ].( und 40 ist er 1487 bezeugt als »der weg vom born- 
heimer schlafe [am Sandweg] den fraßkeller innen ufT [— neben] 
Jcr lantgewcT«.' Zweifelhaft bleibt jedoch, ob der Weg vom Born- 
heinier Schlage bis zum Eck bei Stein 34 durchging und dann in 
das Frasske Herrischen mündete, oder schon vorher endete, in 
welchem Falle er vielleicht eine Verbindung zum Sandweg haue. 

■ Bomb. Lagerb. 17p. - * Fronunann, Grandr. von Homh., 1771. - 
1 1. R. Ulrich, geoin. CrunJr. 1S19. - * Btp. jS; u. Flurb. - > Uglb. B. 56, Üb. - 



Für die zweite Miiijichkeii spricht diu Ikv.cichnuni: des Fiasskellcr- 
gässchetis als ssuimppweg« 1^87. Man sehe auch das Flurbuch. 

Von Siein 40 bis 61, d. h. vom Sandweg bis zum Riederberg- 
W«g(js)i besteht noch heute der aliornheimer Land wehrweg«. 
Erwähnt wird er 1454, ko »die frunde» bestellt werden »zu den: 
wege umb die lantwer am Riederberge« .... zu sbeschena 1 und 
im Wegeverzeichnis von I4K7 als oder weg am alden berge uff 
der lamgewer biß ulT den nuwen weg« [---- Sc he idswald Strasse]. 

Die Notiz endlich von 1460 1 »cyn weg ulf der lantwer für dem 

Bornheimer wall abezustdnen« wird am einfachsten auf den »Born- 

licimer Landwebrweg« bezogen, kann aber auch den Beglekweß am 
[-"rasskeller mit begreifen. 

VI. WegeneU. 

War das Frassktlicv^L'.sdicti ursjirüiglijli ein Zugang zur Berger- 
strasse, so wurde es durch die Landwehr geschlossen. Diu lier;;er- 
strasse aber sank, wenn nicht schon mi sicher jeut zum Fuss- 

wey herab. 

1. Berger Strasse (28): Steg, abgebildet auf der Gcleitskartc. 

2. Sandweg (ja). 

Der durchziehende Graben haue ursprünglich eine hölzerne 
Brücke. Diese war 1427 mutwillig »ztlbrochena worden. Vier 
»gesellen« pfändeten die Frevler, wofür sie S Schillinge erhielten. 
Ilicr.utf bezahlte man »; [V Ii. o|ipcrl.necluen ; t ,1 1; L od zu ij h. 
täglich eine brücke by bornheimer siage zu machen«. 1 Erwähnt 
wird die Brücke auch im Wege Verzeichnis von 1487. Später war 
dort eine Steinbrückc mit Watigen mauern, dargestellt 1783.' Im 
Flurbuch ist sie als »Bornheimer Bruckchens verzeichnet, 
ig. Der Schlag hiess; aslag by Bornheimer waldet IJSfi; 1 "der 
nuwe slag vor Bomhcimci holt/«; 1 »slag vor dem linchw.iklci. 



1 Uglb. 1). 34, No. HS. - > Bumb. 1506, F. 40. — ' Hb. 1598, F. 48b. — 
1 Bb. 1401. bei M. II. 541. — " ibid. 140t, ki Kgk. M. I, sBy, — ' Rb. 1440, 
F.44b. - " Chron. Uli, 48. - 11 R*. 1399, F.48. - " llume. 1417, F.aju.;]. - 
'1 Uijlb. lt. ifi. Eb, — » Ackerger, No. 492. 



Di j.i.:l"J !:.■ Co 



Grabens stand, ist unbekannt. - [alirlulm für dm »Portner« wird 
ttwJhm i |OT,' i.|Oj.' 1440.' Er hat den Schlag »uff und czu czu- 
slieBen.' Ein Knecht hütet an ihm 1398,' — Eine Ruhe- 

bank innerhalb der Brücke südlich am Weg« zwischen der Brücke 
und den beiden Wegsleinen No. 9, gibt Jas Flurbuch. Sie soll noch 
in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts bestanden haben. 7 

Von einer Warle beim Bornheim er Schlade fehlt während KabuWula. 
der ganzen Landwehrzeit jede Spur. Dennoch sagt Battonn; »die 
Bomlieimer Warte stand auf dem Bornheimerweg an: Ende der 
Weingärten^. 1 Der dortige Platz bei den Grenzsteinen 39 und 40 
wäre sehr passend gewesen, Joch sind Battonns Beweise hinfällig. 
Denn die von Lersner* zu 1504 erwähnte »Bornheimer Warten ist 
die häufig so bezeichnete- 1 1 idü'cr.^r und der »stock gein Burn- 
hcinM, bei welchem 1350 [Maurer-] »meist er Ort« 20 ff verdiente,'" 
kann auch ein anderer wehrhafter Bau sein, vielleicht die 1405 ge- 
schlossene Bornheimer Pforte der Mauer von 1333." 

Immerhin konnte schon vor der Landwehrzeit am erwähnten 
Platze ein steinernes Gebäude gestanden haben. 1 J jG kommt vor ein 
Stück »an bumheimer wege es opposito burnheimer buchholtze in 
den steynen murenn;i* ferner »der aide wtngart seu murer« 
und eine »vinea dicia uf der miiren;«" 1350 ebenfalls eine avinea" 
daselbst." Diese Angaben beziehen sich offenbar auf die gleiche 
Örtlichkeit, die am Sandweg zu suchen ist und vielleicht gerade bei 
Jen Steinen 39 und 40 lag. Auch das einmal vorkommende Stück 
"dictum Santgrahe, situm vor den «■ingenen .111 dem wege gen 



Pfade 4 




Digiiizod t>y Google 



7. Pfad bei Stein 58. 

8. Pfad bei Stein 61, jetzt als bortsetatiiii; des Röderbergwegs 
viui gebraucht. Die Pfade 7 und 8 gibt ein Riss von [788.' Ob 
die Pfade 4 bis 8 alle zur Landwehrzeit Stege hatten, ist unbekannt. 
Auf alle mit Steden versehenen Durchgänge der ßuchwaldlandwehi 
bezieht sich der Beschluss von 1461 »die Stege uff der Born- 
heimer lantwer widder legen, wo sie vor gelegen Iimb." 

Die Lücke 

zwischen Altenbergsteg und Hanauer Brücke. 

Zwischen dem Ende der Buchwald Landwehr bei Stein 69 und 
der nach unserer Vermutung an der Hanauer Brücke beginnenden 
Äiedert'-.-ldlatidwehr wurde erst 1.176 eine Verbindung hergestellt 
durch Anlage der Zwcrchgrabcnlaiidwehr von Stein 69 bis 72. Diese 
trifft aber die Rie.lLiIcldlatuiwehr weil ostlich von deren Anfang, 
wodurch der westliche Teil derselben fortan entbehrlich wurde. 

Vor 1476 dagegen war zwischen Stein 69 und der Hanauer 
Brücke die Landwehr tatsächlich unterbrochen. Trotzdem kann 
damals der Plan einer zusammenhängenden Anlage bestanden haben. 
Ware er ausgeführt worden, so hätte, da die bereits vorhandene 
liiedcncldlandwehr das Gelände des späteren I kisjualguts ai:ssc]iloss. 
nur der Abfiuss des Pfingstuoms und der untere Hand de. ItieuYr- 
hei^i als Verbuhlir.ic in Betracht kommen können. Dass nun i^erace 
ilicie Strecke unausgeführt aSieb, erklärt sich vielleicht aus ihrer 
weni;; ausgesetzten Lage und dem gleichzeitigen Vorhandensein aus- 
reichenden Schutzes. Denn sieher war der Riederberg an seinem 
unteren Rande von Alters her mit einer Hecke umgeben — der noch 
jetzt vorhandenen Baumhecke zwischen Stein 62 und gedachten 
wir schon, sie setzt sich noch jenseits Stein 69 eine Strecke weit 
fort — und auf der kurzen Strecke zwischen Kicdcrberi? und Hanauer 
Brücke macht die Annahme einer Heeke längs dem Abfluss des 
Plu-.^thirns keine Schwierigkeit. Ob der [Jurehyn:: des unteren 
Hu-uVrWrnmv.' ,hiu::i .iieselbe einen Scilla;: li.ire, Meiln d.il:iii::esiell t . 



Historischer Teil. 



Allgemeines. 

Ein Blick Hilf die Karte lässt vermuten, ibss ilie verschiedenen 
Landwchrlinicn nach einander entstanden sind und zwar um so Stüter, 
je weiter sie nach Aussen liegen. Dies bestätigen die geschichtlichen 
Nachrichten. An die Landwehr um die Stadt reihte sich zuerst da- 



durch den Zwerchgraben die Hecke des Ko.k-rhcrp und die westliche 
Hieccrk'id'iU'.Cwclir; durch die Sachsen häuser Landwehr die Be- 
festigung des Mittelfeldes, durch die Oberräder die Ostseite der 
Sachsenhäuser Landwehr. Wäre die Niederräder Landwehr vollendet 
worden, so hatte ein gleiches Schicksal die Westseite der Sachsen- 
häuser und den grüssten Teil der Utiterfeldlatidw ehr betroffen. 

Sämtliche in einer Zeit vorhandenen i'ie.sscrstcn Linien sind als 
ein einheitliches Wehrsystem zu betrachten. Aber die zurück- 
geschobenen Landwehrteile [allen deshalb nicht sofort dem Vcr- 
scliwinJen iiiilieiin, vielmehr erh.tlten sie sich im allgemeinen, durch 




ziemlicher Zähigkeit nicht nur, wo die äussere Linie nicht fertig 

Schon vor der Zeit der eigentlichen Landwehren gab es Wehr- 

anlagen, die dem u,lek\ieu Xwixkv dienten. Sie sind daher als Vor- 
stufen der Landwehr zu betrachten. Bei den Landwehren selbst aber 
lassen sich, solange sie ihrer ursprünglichen Bestimmung gewiss 
verwendet wurden, drei f-ntwk-kl'.iri!;ss'-jk-:i unterscheiden : die Zeit 
der einfachen Graben und Holzwartcn, die Zeit der Doppclgräben 
und Steinwirten und die Zeit des erweiterten und umgestalteten 
Landwehrsystems. Nachdem dann der ursprüngliche Zweck der Land- 
wehren fortgefallen war, inline für diesdneü noch eine Zeit des 
Nachleben;, in welcher >ic forstwirtschaftlich verwendet wurden, und 
schliesslich die Zeit der Abschaffung. Unsere geschichtliche Be- 
trachtung wird daher in sechs Kapitel zerfallen. 



DigitizGd by Google 



Erstes Kapitel. 

Vorgeschichte der Landwehr. 



n Frankfurt in si 
ig in der Haupts 



wähnt. Da die neue l'nmUnner Mauer den grüßten Teil des Be- 
zirkes der Garten einschloss, in welchem zahlreiche Höfe lagen, so 
war für die unmi'.teltaiv Sicherheit ILirs erste ausreichend gesorgt. 
Aber die drei Stadtfelder und das Sacliscnli.luscr Feld Wieben nach 
wie vor feindlichen liiul'allcii preisgeben, Ihr Schutz stellte sich 
i der zweiten llallic des Jahrhunderts als d 



heraus. Man suchte ihn wenigstens teilweise zu erreichen, indem 
man rech tsmainisdi den Niddailiiis. linhsmainisch den mittelsten Teil 
des Bruches befestigte. 



i Utcrraiidern d.ihinlloss, i 



lant wcrung e wegen geyn Meiuzeu.' Der Rai verständigte sich 
also in Petterweil mit den Nachbarn über die Sicherung des Land« 
gegen Mainz. — Am t j. Februar i J75 liess man dann öden furt von 
Nideheo verschlagen, wobei der Gutleutliofbeständer zwei Fuhren 
Pfähle dorthin schaffen musste. = Gemeint ist offenbar die Furt beim 
Dorfe Nied, die, nach der Beschaffenheit des Flusses, gleich unter- 
halb der jetzigen Brücke zu suchen ist. 

Trotz wiederhoher von Karl IV erlassener Landfrieden steigerte 
sich die allgemeine Unsicherheit von Jahr zu Jahr. 1377 raubten die 
Falkcnstciner und die Cronbcrgcr der Stadt 163 Kühe und ] j Kälber 
nebst anderem Vieh. Vergeblieh setzte der Rat für die Einliefet eng 
der Rauber 100 Goldfiulden ans. Als dann ^78 auf Karl IV Wenzel 
gefolgt war, erreichte die Verwirrung, besonders in der rheinischen 
Gegend, ihren Höhenpunkt 

Dieser Lage entsprechen gleiclveiti.ee beträchtliche Ausgaben 
"zu der lantwcrungc an der Nydchc. 1 Ihre Summe isi 14,- B 
5 4 Ii. Die näher bezeichneten Posten sind, abgesehen von uI2 boden 
kalkes«, der wahrscheinlich beim steinernen Unterbau der Brücken 
verwendet wurde, Zubehörstikke zu 4 Schlagen, nämlich: 

.| Ketten und 16 Schienen, jede Kette mit 4 Schienen . 2 ff; 

4 Zapfen und 4 Ringe, jeder Zapfen mit 1 Ring .... 1 ff. 



Mal der Schlag am Stein weg ais bewachter »rygel« erwähnt und 
1 377 wurde das Bruch — wohl vom M-.ihltiuch bis zur Oppenheimer 
Strasse — »verschlagen» und •vermacht«. Es handelte sich um die 
spater ndic Zingeh. genannte Befestigung. Im gleichen Jahre wurde 
die Stützmauer am untern linde des grossen Teiches, der ndas Lange 
Bruch« heisst, gebaut. Dieser Teich bestand also schon vorher und 
damit auch der das Wasser Je: selben ;::;r König bacli abführende ßrucli- 
graben, der das Unterfeld einschliesst. 

III. BedrangniBsc der Stodt ™n 1879-1889. 
Das folgende Jahrzehnt war für Frankfurt reich an Bedräng- 
nissen. Die LandfriedensveilniTulliiuyeit des Frankfurter Reichstags 



Digitizod 0/ Google 



villi 137') hinderten nicht die Versciiärfim.n i!n Gi'^ihjul' zwischen 
der Stadt und ihren Feinden. Iis bildeten sich Adetsgcsellschiften, 
wie der Löwenbund, »die unter dein Vorwand der Selbst- 
vi-riL'iJi^iiiis; die ull t?t_-m uhi c Sicherheit bedrohten«; Grimberg war 
geradezu «in Watlenptatz des weitcrauischcn Rauhadels«. 1380 bc- 
rannte der Löwenbund die Stadl und nötigte sie zur Herausgabe 
zahlreicher Geiseln von den festen Schlössern. Auch 13S1 erschienen 
Jiese Räuber. Am hj. Autjust erhielt ein Knecht Lohn, oder andert- 
li-Lii-t daii: uli" dein Sieii;wt;;e zu Sassenlinseii die zyii!;eln uff und 
zu sloz, aili die lewen ym lande waren«.' Die Zingel mit ihrem 
Schiige war also damals in gebrauchsfähigem Zustande. 

Der Bund, den Frankfurt nach dem Abzug der Löwen mit den 
sechs rheinischen Städten schloss, brachte zwar einigen Erfolg den 
Wet.eraucm gegenüber, und die Heidelberger Einigung von [38; 
sijieite den Frieden bis 15 SS. Dann aber brach der Kampf um so 
hetiisjer los. Auf die Demüti!;ung der schwäbischen Städte bei 
Di'liuiu'cn am 23. April und der rheinischen bei Worms am (.. November 
15S8 folgte am 14. Mai 1389 die Besiegung der Frankfurter durch 
c:e Lronbcrj^er bei Eschborn. Sie belastete die Stadt nicht nur 
mit der Verpflichtung zur Zahlung von 730011 Goldgulden an Corn- 
berg bis zum 1. März 131)4, sondern vermehrte auch noch die Zahl 
ihrer Feinde. 

In der nun folgenden schweren Zeit, in welcher Rudolf von 
Sjcbsenhansen 1398- 1408 zum zweiten Male das Schult hei ssenamt 



XacliMdem hatte man 
3 Fehden oft gefährdete 
3attonn) die Ost- und die 



Die Wehningen dieser Zeit ausserhalb der Stadtmauern be- 
standen auf dem rechten Ufer nur aus den mit je einem, zum Teil 
auch mit je zwei Schlügen befestigten Niddab rücken und den 
»verschlagenen« N idda fürten. Auf dem linken bestand die Zingel 
mit dem Schlag am Steinweg. Üb aber auch die Oppenheimer 
Strasse und der Miihlliruchweg schon Schlade halten, bleibt ungewiss. 

■ Rb. tjSl, 51b. 



□igiiized by Google 



Zweites Kapitel. 

Zeit der einfachen Gräben 
und Holzwarten. 



Erst sdi ij'jj kann von ui^uudni; Landwehren die Rede sein. 
Die von J39J— r.|i; entstandenen A : 1 Li l; ■,■ : ] weisen noch die grüsMc 
Hinfachheil : einfache Grtlxn, hölzerne Warten, hölzerne Brücken; 
zur Sperrung diente der einfache Drehfchlag ; Wenzels Privileg von 
IJ9K zerleg: diesen Zeitraum in zwei Abselmitte. Im ersten entstand 
der östliche Teil der Landwehr um die Stadt, die Sachsenhäuscr 
Holz warte und wshricr.chilich Jlt A'.-sdihiis a;si Mahlber^; im zweiten 
wurde die Landwehr um die Stadt beinahe vollendet, worauf der Bau 
der Gtonheinier, der eines Teiles der iiockunheimer und der erste 
Versuch zur Niedert. uhr Landwehr folgte. Auch zu diesen Landwehr- 
arbeiten wird Rudolf von Sachsen hausen, der erst 1412 starb, in 
naher Beziehung gestanden haben. 

A. Die Zeit vor Wenzels Privileg. 



s östlichen Teils der Laudivelir um diu Stadl. 

1195-1398. 

Dank der guten Finaiizwinscluft Je- R.uei >u,nd die Hi]cdi : :iui;; 

:. Marz 139;, also ein Jahr vor 
hl. Da tauchte auch zum erstell 
gentlichen Landwehr auf. Am 11. Januar 



Digitizod by Google 



res Jahr fiel a 
r Landwehr al 



litdem cm kleines Areal mm Wartenbau und am S. Juni 1396 kaufte 
rden Knoblauehshof und lies* dort sofort Arbeiten an Graben und 
IrDcke vornehmen.' Auch die hölzerne Galgenwarte wurde spätestens 
396 errichtet. Nachdem dann im Oktober während einer Woche 
ksserungsarbeiten, 1 jedenfalls an dem seit 1393 ausgeführten, nicht 
ehr ausgedehnten Teil der Landwehr suttüL-funJeii hatten, erhielten 
m 18. November [die Baumeister] Heinrich von Holzhaus™ und 
igfried von Speier aus n. & ß 2 h., »zu der lantwere umb die stad 
u graben«.' Man besann am Obermain und nahm zunächst die 
licderfeldlandwehr in Angriff. Hierbei musste vom 28. November 
is zum 25. Dezember jeden Wochentag ein Knecht zur Sicherung 
er Arbeitenden hüten. All dies ergibt sich aus folgenden Einträgen 



5. .im 2; Dcc: »10 ,H B h eim knecht dese Wochen zu Hicdcrn 
zu linden als man die laniwer grabet«. 1 

Im Frühjahr 1 597 kam dann die BuchwaldUnd wehr an die 
Ittihc. Auch biet wurde zum Schutze der Arbeit gehütet. Am 2. Apr. 
zahlte man »XII ß einem knechte von seß dagc [=• 28. März — 2. Apr. | 
uff eime bäume im Bornheimer Walde zu sitzen und die in der 
Lanl wer zu behudetla,' und am 1., Apr.: »VIII ,1 VIII h eim knecht 
V tage [= 10.— 14. Apr. | uff eim bäum im ha ru Ii c i m er iloltz zu 

hei-« e;- iini :S. Apr.: "XII Gulden lun wir geliebeti Sifel von Spire, 
Heime zu J Linau we und Henne Gerhard zis der laniwer umb die 



Digitizcd öy Google 



- =M - 

Das Rechenbuch für 1397—98 enthält zahlreiche Ausgaben für 
Landwehr. Ihre Summe berechnet Kricgk' auf 59 % 3 ß, die Zahl 
der i^raliencn Ruten aber, Ja einmal für <J i e Rute der niedn^e 
Preis von u h bezahlt wird, auf 894. Die Gegend wird nirgends 
ingegeben. Da« es sich aber um die Nordostlandwehr handelt, 
hl mir aus fallenden Gründen wahrscheinlich: I. Weim wir Kriegs 



zwischen den Notizen über den Landwehrbau wird einmal der «lag 
an Velwilerstrassena ' erwähnt, ein ander Mal' Futterkosten für das 
Pferd eines »Reinhard Goldsmid» von Friedberg, adaz man im 
nam, daz er durch die lantwer gezogitl hatte.« Der Frevler harre 
offenbar auf dem Wege von oder nach Friedberg die durch die Zeisid- 
landwehr und an der Zwerehlandwelir hinauf ziehende alte Fried- 
berger Strasse (11) umgangen und sein Pferd irgendwo durch die 
neu angelegte [Knoblauchs-, Zwerch- oder Zeissel-] Landwehr ge- 
führt. 

Im Spätjahr 1397 linden wir im Rechenbuch seit dem J. August 
häufig die Rubriken: »zum buwe den |sic| lantwer u f ( zu w e rffen 
und zu rumentt; »die lantwer uf fzuwerf fen« ; »von der lantwer 
uffzuwerffen und zu rnmeti und duffen«; «zu rumen und zu 
duften In derlantwer.o Sie bezeichnen deutlich die ersten Arbeiten, 
besonders das Ausheben der Gräben. 

II. Der Absehlii89 am Moniberg. 

Fusse des Mühlbergs kann in diese Periode fallen. Jedenfalls wird 
der Sehlag am Wendelsweg 1 395 und 1396 erwähnt. 

III. Bau der Saehsenhauser Hollwarte, 

139S. 

Die Sachsenhäuser Holswart 

Stück der Sachsenhäuser Landwi 
Fehlen aller Nachrichten fraglich. 

B. Die Zeit nach Wenzels Privileg. 

[398—1411. 

Die Landwehrarbeiten der letzten Jahre verfehlten nicht, die 
Feindschaft der Nachbarn zu erregen, die ebenfalls Befestigungen 



' Kgk. M, 15a. 609, — " IIb. 139;, F. 38. - 



Digitized ö/ Google 



j.irmnhe. wie lerrc und wev: sy wollen; sich desto b.ls zu LvLihcu 
und zu befrieden . . . doch uns und dein Siehe unschedelicheriB.' 
IV. Bau des westllslien Talle« der Landwehr um die Stadl. 

I »I-1404. 

Gestützt auf dieses Privilegium nahm man im Frühjahr die 
LiiuiivcluarbL-uen wieder auf, wie die liimraye in: Rechenbuch »in 
Jer lantwer zu arheiden« wehten. In den fol ; ;eu.:cu [aliicn wird leider 
tiieniah: die tiefend ariitcyebcu. Uoch kann es sich nur um den 
Neubau der westlichen Landwehr um die Stadt und um l-r-jjt'.zunsjcti 
des Östlichen Teiles handeln. 

Im Rechnungsjahr 1 19K — 99 wurde 2 Wochen lang an der 
Landwehr j-ej; r a h e n , dazu in .](•- TaLtclähucu an ihr {,'earbt itei, 
endlich drei Norschc' .ui;;c..cliatft und »bestallen« sowie eine 
Schüssel (zum Essen) in die Landwehr Reliefen. Die Ansahen 
Jalu; betrugen nach Jen) Rechenbuch 39 iE 24 ,1 22 li. s 

Ausserdem wurde am U. Mai ej-jN zu KieJern der ansserste 
Schlag liehst B r ii e k e errichtet c und 1 599 auf dem Küo'.'lau.ii-Iuif 
die Warte erneuen.' 

.!;■■• Ucchtnhuchs bis zun) 2;. Januar 1 |Oo in i> Wochen an der 

Jietraii ilcrselhcu aieU Kriegt einmal' mit 768 ;6 ,i 17 Ii, ein 
anderes Mal mit 77 5 iS ,'1 an." 

Von der nächsten Xeit sagt die Chronik: »ijoj und etliche 
vorige Jahre ist sehr viel an Jer Landwehr gearbeitet worden™, und 
»140.1 wird mit der Landwehr fortgefahren.! ' 

Noch nicht ausgebaut wurden in die-vr Zeit ieilenfali- die Strecken 
wischen Stein t)Z und 113 und wahrscheinlich die Strecke Steylach- 

Uödelheimer Strasse. 10 

■ 1)97 «richietcn die Vilhclw eine ZollstJHe mii Wjll und Grabt» und 
utilitn J.'a Hill cisl an. j!< [ : r.müurl mit Hanau unu Crontwe. einen Hund 
'.-Viks Kirchner. — ■ l'riviIectLt-n, S. ;;|. — > F. 4Kb. — * Nursc oder S.wlic 
»inj hOlmc Schaufeln, die mit Eisen K--elil.i;;en anJ. mil »Kruclicrl« versclic-n 
™dcn, w.ii wiederhol! v.ii-Ni-inmr. iMirtuihm- ran lk-m> Ii. I'aJjcra.) - s Kgli. 
H. L 144. 146. — «S.aa. — f S.61. - 1 Unk. H. U»I(, ij j. A-i?. — ' Oiron. HU 



- 2lC - 



hr bildet eigentlich kein Glied In der Kette der rechlsmainischen 
idwehren, sondern nimmt eine einzigartige Stellung ein. Von 

■ dem Bau vorangehenden Plänen und Verhandlungen, aus denen 
1 etwa die besonderen Gründe für diese Anlage entnehmen Hessen, 
nichts bekannt. Vor dem aj. Oktober, an welchem das Rechen- 
Ii die Ausgaben verzeichnet, waren ;oo R. von frankfur tischer, 

■ von hanauischer Seite gegraben, also die Landwehr in der I laupi- 
iic fertig.' In den folgenden Jahren wurde das noch fehlende 

geführt. Am 9. Juli 1407 erhielten die Rechen 



1 Heil 



■1 Holi'h.u 



i Heinrich Wyss. 



lind die 5 Dämme die durc 
1 deren Außenseiten ernst* 
als Auflagen für die Sic, 



Is der Giunhei 
ei Dämmen 
die Rede. 



Am S. September 1409 bezahlte man « 1 IC von vier pherden, 
als Drutman, heneze herdan,' Johan zu hanau und wigel widenbnsch 
geheissen wurden zu ratslngeu von der lantgewer wegen, als man 
zu Redelheim uberkomen ist zu machen. n 6 Da es keine «Landwehr 
zu Rödelheim« gab, so kann nur die Borken heimer Landwehr ge- 
meint sein, deren Hauptdurchgang bis 1434 die Rödelht im er Sirasse 
war. Am [2. April 1410 laute! dann der Eintrag der Rechenmeister: 
tjfl. [= iSB] ..zu der lantwerc- eu Bockinheim zu graben. 



' Rb. 1406, L-. job. - • Ibid. 1.107, F. 12. - J Ibid. F. 40. — ^ Ibid. 1408, 
!■. 19. - 1 Ibid. F. 4! b. - s Hb, 1409, F. 69. 



Dlgilized by Google 



.ils uns bescheiden was zu machen, und wart das verdinget 
die rude umb 4 englisch« 2S h]. ' Es wurden also gegrab. 




ijVi R- 



Das uratslagen» «heim auf besondere Schwierigkeiten zu weisen. 
Nun grenzen die Strecke zwischen ßockcnhcmier Strasse und 
Leonhardsbrunnen von Stein 92—113, = ungefähr 170 R., die sog. 
■Äcker vor der Warte«, deren Zugehörigkeit noch in spaterer Zeit 
/.wischen Frankfurt und Bockenheim schwankte,' Von dieser Strecke 
wird wohl damals der grÖSSte Teil gebaut worden sein. 

VII. Versuch zur Unlerfel diu ud weh r. 



sehen«,' und am 26. Dec. ..12 ß 1 h Eftkrugen von 2 lagen, als 
man meinte eine lantwer vor Sassenhusen czu machen und 
sie die Königisbach abgegraben hatten, unt als man anheben 
wolde und ifz die von Sassenbusen nit meinten Ctulyden, d.m 
sie meinten recht czu der buche czu han:«.* 

Beide Notizen beziehen sieh ,ml' die gleiche Sache und besagen 
folgendes: 1. Der Rat beabsichtigte im Walde vor Sachsenhausen 
eine Landwehr zu machen. 2. Heinrich Herdan und Henne zu Hanau 
besahen vorher die Onlichkcir. 3. Vor Beginn des Baues grub mau 
die Königsbach ab. 4. Ms man die eigentliche Land weh rarbeit be- 
ginnen wollte, erhoben die von Sachsenhausen Einspruch unter Be- 
rufung auf ihr Recht zu der Bach. 

Eine Landwehr an der Königsbach gab es an zwei Stellen: 
beim Bornaeber den Anfang der Niederräder Landwehr und beim 
Sandhof das Ende der Unterfeldland wehr. Die von Sachsenbausen 
aber sind das bekannte Minisicrialengeschlechr, dessen Besitzungen 
limcli Erbschaft 1426 an die von Cleen und 1 521 an die br.mken- 
steiner kamen.' 1358 besass der Schultheis Rudolf von Sachsen- 
binsen,* dessen Denkmal im Dom noch vorhanden ist, beim Sandhol 
Jen Huf an der Königsbach, der später die iTankenstcinisehe Freiheit 
Iiicss.' Auch haue König Ludwig ipy der Familie das Recht ver- 

1. F.E7. - - Bumb. wt, F.45b. 



Diaitized by Google 



- si8 - 

liehen, an der Küniesbaeh Weiher und Mühlen anbiegen. ' Eine 
dieser Mühlen stand auf der Frank enstemischen Freiheit, die andere 

die Familie die ififrS in Fr.-.nkcni.tcmischeni Ijesitz bcl'u: dliche Wieset 
die durch jenen Weg von der städtischen ( khsenwlesc getrennt 
wird. Vertreten war die Familie 1411 durch zwei Brüder, Rudolf, 
der, wie bekannt, zweimal Schidlhciss von Frankfurt war und 14(2 
siarb, und den 141; als Schultheis! von Coblenz verstorbenen 

Die Ableitung der Koni s^ii.ith konnte denen von Sachsen- 
hausen an beiden Stellen unbequem sein, besonders aber beim Sand- 
hof, wegen der Mühlen. Dass man nun 1411 schon an den Bau der 



Ableitung des Wassers dienlich war. Der Wald, der erwähnt wird, 
kann nicht die Holzheck sein. Vielleicht ist aber die Annahme gc- 
stattet, dass der östliche Teil des Sandhöfer Feldes damals noch mit 
Wald bedeckt war. 

Der Einspruch derer von Sachsetilut^eu half nur für Jen Augen- 
blick, Später bestand am Unterlauf der Königsbath eine Landwehr 
und die Mühlen waren schon im XVI. Jahrhundert verfallen.' Viel- 
leicht wurde die Landwehr soiiar hak] nach ienem Hnsnrucli errichtet. 
Dem: icliiui im Juli 14t: mussie ein Fischer eine Zeit lau;; - Knechte 
mornnis auf das linke .M.iiiiufer übersetzen »die [antwer zu besehen 
in diesen Warnungen.«» 



main bei Riedern. Es fehlte ihr wahrscheinlich noch die Strecke 
Sleglach-Rödclheimer Strasse, und am Südrande des Roderbergs war 
sie durch eine Hecke ersetzt. Auf dem linken Ufer v.og die Be- 



' RAhmer, L'rk.: s-«l. Scharrl', Drck'ich 155. Stil 1470 liaitt Jcr Dcimthc 
Orden ilic Kütiigsbacli vnn lientn run Clecn in KrEihcsttnd. - 'S. S. ijS. - 
i Bau, VII, 17- - 1 Sdiaiit =■ »■ O. - > Hb. 1412, 2. Juli. 



Digitized t>y Google 



Wirkte der Ahschluss am MühP.'eri; he.miJers durch de» mit Brust- 
wehr versehenen Schlag am Wendelsweg. Drei Warten verteidigten 
die rechtsmainische Landwehr: diu luilzcnic Calgemvartc , der 
■Steinerne Stock« des Ktioblancbshofs, der die Hsehcrsheimer und 
die- Hckcnhcimcr Strafe — letztere Jamal.-, d i l.- I [a'jptstr.iäsc nach I-"ried- 
berg — beherrschte, und die gemauerte Uieder Watte, lirwähnt werden 
sie als die 1 Warten am 18. Juni 1396. 1 Links v.jin Maine stand 
die Sacli;eiilüuset Hub: warte. Sämtliche Warten heiisen wiederholt 
die Warten.' Zu den Warten kamen rechtsn.aimsch 6 bewachte 
Schlage. En Schlag wird zum ersten Male erwähnt an der Rödel- 

eiwähnt 1391) die 7 Schläge von Sachsenhausen, deren Ver- 
teilung nicht leicht ist, 1406 der Oppcnheimcr Scilla;; und t,|il der 
Schlag an der Dcutschherrcnmiihk. 



Drittes Kapitel, 

Zeit der Doppelgräben und Stein warten. 

I4I)-I470. biw. 117"- 
Mll dem zweiten Jahrzehnt des XV. Jahrhunderts beginnt für 
die Landwehren die Zeit der kräftigsten Entwickhing. An die Stelle 
des einfachen Grabens tritt jetzt in der Regel der Doppelgraben; 
die dem Feuer und der Fäulnis ausgesetzten Hollwarten werden 
durch dattelhafte Steinwarten ersetzt, deren Welircil'.ricLtinüe:] 
auf der Höhe der damaligen Bcfcstigungskim-t -.tehen. Der Diebsdila:; 
wird bei den Warten vom Schlagbaum abgelöst, die HolzbrückeE 
daselbst durch gewölbte S tei n br ü ck e n. 

1. Bau der Sae-lia^nhäuner Steinwarte und Anfang der Sachsen- 

N'oeh vor dem 20. August 1 |ij wurde der Bau der steinernen 
Warte am Mi'ilil'.ieti: heiioimen ' luul im gleichen Sommer die 
•Uli. ii?6, F. jj[>, jSb. — 'Ibid., F. 46b, li^S, F.»b; 1 599, F.4& — 'S.S.175. 



geblich dem Erabischof au beweisen, dafs die Warle dringend not- 
wendig gewesen und nicht als bnrgikhei B.m au betrachten sei. ' 

Auch Jakob Brun, Johann von Horhausen und der »Schreiber 
Heinrich.., die am 26. August »gein Coblenze zu uns. Herrn von 
Trier« geschickt wurden, »siiicn prüden zu erczclcn von der nuwen 
warthe wegen uzwendig Sassenhusen«, erreichten nichts.' Viel- 
mehr muteten die Leute des Erzbischofs in der Herbstmesse dem 
Rate von neuem zu, er solle die Warle .tut vollen buwcil«. Als 
nun auch im Oktober ein gütlicher Tag zu Wesel erfolglos blieb, 
scheint sich der Rat an König Sigismund gewendet za haben. 



Wernhcr: »da die von Frankfun mit mancherlei Feindschaft beladen 

M:in;li!:i]ii;: Lim jedoch aucli jetz: nicht /ti Swride, und -1) forderten 
die königlichen R.i:e beide l'.uteieii zur rLJ - ] i l L^:i l^iuruiehnr,:: 
ihrer Beschwerden auf. 

Inzwischen verlor der Rat keine Zeil. Schon 1.113 hatte er an 
Stelle der offenbar eingegangenen hölzernen Galgemv.irtc J.is dortige 
»porlliusa provisorisch zur Warte einrichten lassen.* Jetzt lieschloss 
er, auch hier eine Steinwarte zu bauen. Die Ausführung geschah 
/wischen Mitte Juni und linde September, 1 

In seiner Beschwerdeschrift vom 21, December führte dann der 
Hat aus: Gaste und Kaufleutc und andere ehrbare Leure von Frank- 
furt und Sachsen hausen seien nur McSszeii beraubt, gefangen und 
getötet worden. Deshalb habe er auswendig Frankfurt und Sachsen- 
hausen Gräben, Landwehren und Warten bauen lassen, wozu er vom 
Reiche Freiheit habe. An solchem li.uie habe ihn der Frzhlschot" 



1 Verhmuil. mit Tri« bei Kgk. M. 10, 177. — ■ Hb. 141 i, F. 70b. — 1 Scharrl. 
Drciciih )i. — * Bumb. i.iij, F. gib. - »S, 5. jj. 



schaften von Falkenstein und Martuenberf 
r, der niclus Triftiges zu erwidern wufste 
ic Zerstörung vun Dörfern und Wilden 
mit der Aclitsesecutiun gegen Wernber: 
:nbcrg, unter Carl IV. rechtfertigten. An 



erdofipeliing der Giilgen 



vom GutleuiW bis zum At.lan« da Stebach kii verdoppeln. Die 
Arbeit wurde nach dem Bumeisterbnch 1 in der Zeit vom 8. (?) April 
bis 17. August mit zwei Unterbrechungen ausgeführt. Zuerst 
arbeitete man vom 8. (?) bis 13. April "an der nuwen' lantwer, als 
man die von den gudenluden i.tflnn zwyfeldig machte vot der 
nuwen warte hin«;' dann vom 23. (?) April bis n. Mai, Ja am 4. und 
11. Mai die Arbeiten an der Landwehr den Zusatz haben »als man 
i) zwifeldig mxhtea;* und endlich vom Juli bb ). biw. 

t;. August; denn am i;. Job heisst es; »als man in der lantwer 
»ider anhube aagraben, vortei zwyfeldig zumachen, all sie 
angehaben wazn' und am ). und 17, August; »als man si wider 
twifeldig iiuchtc als M Mgcfuben waa>.* 

Am ig Mai nahm man die S. ;i eiwjhnicn Wei:ei cunjeiuiigeii 
vor und ebenfalls im Mai beschloß man sdie Stege an die lantwer 
ruLrc», all n..-.ii darüber ie^en wol'ic«.' 

' Hjmb 1411k 1 II ; — ' IJj* \n:c in J>r I n.Jurl.r >\l Vcidnpff lune,. 
- m u nih 1.114. F. Hb. - MI...L ms. F. I «. 4 - Iftid I ihh. •IM. 
I. iSb u l.t> - ' I0.J f. 1; an »reicht Uj.clig...ge( 



Digilizcd by Google 



üass der neuangelegte Graber der innere war, geht daraus 
llervur, d.lss dieser bei der Warle aussetzt und bei der Siei/iadi 
nach dem seine gerade K[lIi;iiii!; iiciheiiahendeu äusseren Grabe« 
abbiegt. 

Längs der Sieglach blieb die Landwehr steis eingrabig un,l 
jenseits derselben wurde sie wahrscheinlich zum ersten Mal 

angelegt. Andi enisnridii den ;<■) K.. die de' innere Graben ;;wibdieii 
Gutleuthof und Steglach im Flurbuch misst, die Summe der nach 
dem Buraeisterbuch 1 bei der Verdoppelung gegrabenen Hüten. Es 
wurden nämlich gegraben: 



bis ZI 




98 






78V1 




Ii. Mai 


19 




27. Juli: 10+23+16 1 = 


49 









zusammen jfijV» R- 
Ausser der Verdoppelung wurden an der Galgen feldlandweiir 
atidi Lrgiin/migen vtirgciiü'uinen. Kosten der Landwehr »vollen 
uzztigrabetio erscheinen mit verschiedenen Zusätzen wie »by der 
warten am II. Mai;' »wo ez not isto am 18. Mai:* «als ez gelassen 
waso am 5. August; 1 nby der nuwen warte ... als ez gelassen warte 
am 24. August.' 

Diese Ergänzungen können sieh entweder auf den neuen, inneren 
Cranell beziehen, oder auf den äusseren, oder auf beide. In beiden 
letzteren Knien wäre die Galgcnfeldlandwchr bei ihrer ersten Anlage 
nicht ganz fertig geworden. 

Endlich wurden nach dem 2;. Mai 100 Weidenwellen in die 
Landwehr gelegt' und am 20. Juli »planken by den gudenluden in 
den meyna geschlagen. 8 

IV. Bau der Landwehr von der Steglacli zu Stein 82 an der 
Rödelhei mer Strasse. 

1411—16. 

Zwischen 27. Juli J,|IJ und 21. Mir/. wurde gegraiicn 

und gearbeilet bei Rudolfs zum Humbraeht Büschen, bei 

' Bumb. 1414. F. SIb, H'-„ F, |, if.b, iSb. - 'Die ™c Zahl isi nicht 

er.v.is dir i.s Ii. air.i;;= ['■-■ i-ei.ie^ .in.icr.i /..ihiei. mi: Je:Q /j.sjli '„.n;!: i:i 
der linlwer 111 B rat™, sisiJ Mdin tbesiljUs Hol .Ii. hä der ersten een-.iane 
Jojil'L-luiii; c.i !imel:ci:. - J UmiiK 1 (I,. F. J. — < Ibid. F. j. — 1 Ibid. F. ;<>l. 
- 'Ibid. F. 1 S . - 'Ibid. F. 7. - "bid- P- 'S- 



Digitizod by Google 



Rudolfs zum Humbricht Wiesen und am Bockcnlieimer 
Wäldchen.' 

Zuerst wurden zwischen 27. Juli und ;. August neben liudulfs 
/um llumbraclu wiesen ulihin' 1; U. gegraben. Später war dort 
iijs Waigel hinderlich. Daher erscheinen am 21. Si.-]i;t-[]i L'l-t Kn-tcu 
«00 drin rüden die lantwer yn dem loche [=- loche] by Rudolfs 
/um lhiiv.br.idu wieben voln nugrabcn a!s r/ gelassen wart, als 
nun vor waßer nie ;;raben mocliie. ! Darauf arbeitete man »by 
Rudolfs zum Humbracht büscheno in den Wochen vor dem 
17. und 24. August, i.|. September, j., 12., i~. Oktober, 2. u. 5. No- 
vember* und endlich »by der Bockenheimer weldchemi in den 
Wochen vor dem 5., 12., 27. Oktober, 2,, 9., 23., ja November, 
7. u. 21. Decembcr, 4., 11., 18. Januar, 1. Februar und 21. März.' 
Am letzteren Tage zahlte man noch BIO ß von zwon rüden als man 
die lantwer by der bockenheinlcr weldclien scmcncii halte und ge- 
graben als man zwo rüden weniger fände«. Die Arbeilen an den 
Büschen und am Waldchen sind im Bumeistcrbuch teils besonders, 
leils zusammen aufgeführt. 

Angenommen nun, es reicht da* Ikickenheur.er Waldchen von 
Siein 82 bis u 5 (= rj 7 R.), Rudolf zum Humbradus Wiese von 
n 6j bis 16 R. südlich nach dem Dammgral 



I-.uiJ'.vcm-.itci 



nd (= 16 R.), und Rudolf zum Hurabiachts Büsche 
enze zwischen den Stücken des Flurbuchs 18 u. 33c 
halten wir, wenn wir die Masse im liumeisteil'uch 



An den Wiesen 13+3 = 
An den Büschen allein . . 
Am Wäldchen allein . . 
An Büschen und Wäldchen 



im Flurbuch. 
Ifi Ii. 



Nun sind von den rr6 R. 

dem Wäldchen . 



ij 7 _tos = 52 R. 
104— 40 = 64 » 
116 R. 



'S. S. 15, 16, J7. — 'Buinb. 1415, F. 19. — » Ibid. F. z8b. - 1 Ibid, 
F. Hb, 2 ( . 27b, IT, pb, j6, 17. - 1 Ibid. F. jr, jib, 36, (7, je, 41, 4z, +4, 4s, 
*fl*t 49b, 54. 



- t24 - 



Folglich wurden gegraben: 

an Jen Wielen .... 16 Ii. 
an Jen Büschen 40+64 = [04 1 

.1111 Waiddien loj+ja = 157 n 
■ 377 R- 

Die besprochenen Arbeiten beginnen an dem Punkte, von 
welchem an die Landwehr später wieder doppelt war. Man ist des- 
ll.llh i'etlcn;!, sie als Vcrdoppcliülgsaibeitai auf/n fasse». Nur fällt 
dabei auf, liass die Verdoppelung g.ir nickt erwähnt war, wühlend 
dies doch bei der kurz vorhersehenden Verdoppelung der Galgen- 
fcldlandwchr geschah. 

V. Arbeiten au der Bockenheim er I.uinlwchr zwischen 
Sic In sa und ise. 

Im Fiühjaht 1416 wurden von Stein 81 wahrscheinlich bis 15S 
Weiden in die Laudwehr gestoisen. Dies geschah Anfang Mai! 
oby kuw idi enss'.agc ,' jwischen dem IJ.p) und 2t. Marz »by 
bockenbeitner siege,' wo ipaier die Warte stand, und zwischen 
Mar/ ~nJ iS Aj n. ,m de: gm l:e . :i.er weve". 1 letztere-, in 

17 Tagelöhnen 

Wann der nördliche Teil der Ca Igen le '.dl arid weh:, sow ie die Hocker.- 
hi-.mei und d;e Diebsgrundlandwehr, welche alle spater zwe-.gtabig 
waren, verdoppelt w-rden, ist unbekannt. Die h:i:geiiir::nc Strecke 
ist noch 14t;' eugicivg gewesen, »am n;jn bu; dem Aus-huc- 



häuser Land I 1 Ii J i c- Arbeit, 

nie!» wie es reclusiuaiiiisci) geschalt, ii.kIi Unten, sondern in Tage- 
lülineli. Nach dein l!;iiiieistcrbu..h wurden bis zum 1. Februar ijiC, 
für »grabe» und arbeiden« bezahlt: 

an •Knechte« >7ijV' 

an »Cleßeheii« .... 4; 

an oGlymc« 49 

zusammen . 1847V1 Tagelöhne. 
1 Uumb. 1415, F. (>b, - "Ibid. F. jj. — 1 Ibid. F. Mb. — * Ilmub. 1442, F. 6ab. 



Digitizod &/ Google 



Die Knechte erhielten als Tagelohn i.| h. Cleßchen und Glyme 
warm offenbar das, was man später "Grabenmeister« nannte. Sic 
kommen in gleicher Verwendung auch rechtsmainkch vor. Sie er- 
hielten höheren Tagelohn, ersterer 17—20 h, letzterer sogar einmal 
4 Englisch = 2« h, ein anderes Mal 5 Englisch = 35 h. 

Wein wurde für die «Gesellen- bezahlt: einmal für 2 Wochen, 
zweimal »als man die lantwer verdingte« ; dann zwei Zahlungen für 
Krüge. Auch für Schippen und Hauen, sowie das Stählen der 
letzteren kommen Ausgaben vor. Fuhren von Holz »als man das 
in die lantwer lehn erscheinen mit dabei, einmal 400 »Rebut« 
Wellen. 

Die Länge der Saclisenhäuser Landwehr, von der Deutsch- 



Mannes auf die Herstellun 
n Teil kann ausgeführt v. 



Kaum waren in Sachsenhausen die Arbeiten begonnen, so traten 
auch die trierischen Einsprüche wieder hervor. Doch ließ sich der 
Rai, wie das Bum eist erb uch beweist, dadurch in seinen Bauarbeiten 
nicht hindern. Auf einem gütlichen Tag zu Oberwesel, am 6. De- 
zember, erklärte dann Trier, man habe gehört, Frankfurr habe in 
Wemhers Herrlichkeit und Wildbann »unierstanden zu graben«. 
Wenn so, so solle man »tedingen«. Als sich Frankfurt auf seine 
Privilegien berief, erklärte der trierische Vertreler, diese seien be- 
kannt, der Erzbiscbof wolle sich aber selbst beim Konig rechtfertigen; 
bis dahin sollien Warte und Landwehr liejjai Heiben. Aber der 
Rat fuhr auch jetzt fort zu bauen und erklärte u, 3,, Warten und 
Landwehren zu machen sei ihm vom Kaiser ncon firmieret!:. Dieser 
habe die »Warte vor Frankfurt« (Galgenwarie) selbst besehen und 
danach an den f-rzNscIii'i ^schrieben. Wernlier jedoch bestand nach 
wie vor auf uuv erz ither bI-xi'Uhl:" (ScIkiJuat-.-.u). Nun gebot 
5'nisnnind von Constanz aus dem Erzbiscbof, unter Hinweis auf die 
l'rL'.'i'.i'jlidn, Frankfurt nicht zu hindern, und dieser scheint Gehorsam 
versprochen zu haben.' 

1 Brief Sigismund! an Wemlicr vpn. 10. Mai 1416. 



Digitizcd by Google 



Trotzdem erschien Wernher im Frühjahr 1416 vor Sachsen- 
hausen, brach die Warte und zerstöre die Landwehr,' letzteres ver- 
mutlich in dci (!i's;aul <lu:i" Wartf. Dies tunfs geschehen sein nach 
dem 2. Februar, wo im Bu meisterbuch die Einträge über Landwehr- 
bau aufhören, und vor dem 10. Mai, wo Sigismund wegen der Zer- 
störung an Wernhet schrieb. Zu seiner Rechtfertigung schrieb 
Wernher später an den Rat, da er keine Kcrung erhalten, so habe 
er Landwehr und Warte selbst abgethan. Der Rat aber schickte nun 
den Stadtschreiber Heinrich von Geilnbusen zum Kaiser nach Lundmi, 
und am 10. Mai schrieb der Kaiser gleichzeitig an Wernher und den 
Ras. lirsterem gebot er, unter Mißbilligung seines Wortbruchs, 
keinen Schaden zu thun, bis er zur Entscheidung nach Deutschland 
komme, letzterem aber »auch kein ncwung« [Neuerung] mit Wernher 
anzufangen.' »Man verstand den Wink« und verschob die Vollendung 
der Landwehr auf günstigere Zeiten (Kirchner). Die Warte wurde 
zwar weiter benutzt, wenn sie auch keinen neuen Helm erhielt, die 
I.audwilir.irk'itt'ii aber wurden in Sacliseuliausen erst 142(3 wieder 
aufgenommen. Wernher von Trier, der unerbittliche Widersacher 
der Landwehr, starb zwar 1418. Doch die allgemeine Unsicherheit 
dauerte (ot; und tutun nur /u, als 1.119 der [Insstteriltrkg ausbrach.) 
Aber weit entfern:, an die Anlage neuer .Schutzwehren oder die 
Ergänzung der begonnenen zu denken, bat am tB. Juni 1410 der 
rv.1 fai- k\'iüaj; Sii;; mui d um Ju I rlj-ajrti«, ar. 0.11 vorhandenen] 
Wanben u lansuehren zu machen und sie zu gebrauchen, auf 
dafs sie, der Pilgerer und der gemeine Mann, desto sdurmln.!:ci 
Zuflucht gehaben mogeno. Mit weichein Erfolge, ist nicht bekannt. 

VII. Verdoppelung der Ginnticiroer Landwehr. 

Erst mit dem Jahr .421 kam wieder Lehen in den Landwehr- 
hau durch die Verdoppelung der Ginnheimer Landwehr. 1 

Vni. Anfang der Niederrüder Landwehr. 

Am 26, Oktober 1426 erscheinen Kosten für »2 fuder wyden 
czu der nuwen lanigewere, als man czu Nyderrnde ange- 

'WolrT-Jiin E und SchiriT, Dreieich ( i ff. ohne Quelle. - 'Kirchner. - 
' 0A111 ib. Aug. i.|.-<> iiliiTl irl licrtra;ii t« Vllh-l ,itm <e.i:leelM' gegenüber diti 
Kauitiiaim lleele. Die Sl.kWLJjU-11, die auf Mm l.iuerlen. selten durch 

den ! ; !eis. iv.riu: iln; u:eder iiiid braelaeti iiiti euch I-'t.i rufen, wo er am 19. Aus. 
vor dem Bocfcenheirner Thor emhauniet wurde- (Kirchner). — > S. S. 97. 



hüben hat*. 1 Da die Tannenwaldlandwehr erst 1581) entstand, so 
kann nur die Z werthland wehr gemeint sein, deren Fortsetzung 
ja in Niederräder Terniiney verlaufen sollte. Diese ist also nach vor 
dem genannten Dattim gebaut und mit Weiden bepflanzt worden. 
Auch der Riedschlag bestand demnach damals sehen. Der weitere Bau 
derNicderräder Landwehr unterblieb bis 1580 aus unbekannten Gründen, 
IX. Vollendung der Sachse obauser Landwehr. 
1416 -14511, 

Darauf wurde in den 3 Rechnungsjahren von 1426—1429 die 
Saclisenhäuscr Landwehr vollendet. 

Rechnungsjahr 1426 — 1427. 

1. Zwischen dem 1. und 7. Dezember wurden ;i'/t rüden lant- 
were gegraben ußwendig Sassenhusen by dem roden Crucze, 
die rude czu 5 ß*.' 

2. Bis zum 3. Mai 1427 wurden in Sachsenhausen, ohne :ük-re 
Bezeichnung, 480 It. zu dem gleichen Preise gegraben. Auch Schmiede- 
arbeiten werden öfters erwähnt, Weiden in die Landwehr zu setzen 
4mal; einmal auch eine Zahlung an Meister Conrad zu Sachsen- 
hausen tvon slahen [Schlägen] und anderes zu machen zu der 
iantwere zu Sassenhusenu.' 

Rechnungsjahr 1427 — 1418. 

Das Bumeisterbuch von 1427 enthalt, zwischen dem [4. Januar 
1427 und dem 1. .Mai 1428, 5; auf Landwehren bezügliche hinträge. 

1. Nur einer, vom 24. April 1428, bezeichnet eine bestimmte 
Strecke. Es wurde damals Wein bezahlt »den by dem Riethoffe 
in der I an tg c w e rdeu. Man denkt am einfachsten an das durch das 
Kit: j!: ij für Ge^nde ziehende S:uck i'.vi -.d:cv. üriiei; ,;n,l Xi.'^eüiült. ir.v,:;- 
Welchc Arbeiten dort vorgenommen wurden, erfahren wir nicht. 

Auf den Bau dieser Strecke bezieht siel) auch eine vor 1484 erhobene 
B-.hjL'.y e:\k iVs !(ied;-.o:'i:]h;ibe]^' Heylmann von Prumhciui sjie 
von Frankfurt haben ime an dem Rietholl', der des Reychs ey^enthuiti ist 
und sin lehen sy, gegraben und ime da midde das sine gesmelet und be- 
schediget, fordert darumb solichs widder in wesun zu bringen und zu- 
machen und ime sinen schaden zu keren« u. s, w. — Der liat verlange 
genauere Angabe und erklärte, wenn er beim Kiedhof habe graben lassen, 
■so were das beschehen an den enden und des der Rat das zu ihun wol 
macht gehabt haben. Heylmann solle die Sache vor das Reiche rieht 

1 Bumb, 1416; f:hion. lila, 164 hcksi es: =>i.| 2 6 wurde die IjiiiIwvIii j;e- 
Küi-en ii: S'ltJcrrjJ«. — ' Bumb. [ 126, R ~ ' Ibid. ötiecs. - ' A^.a i'midi. 
caaa Frankf., Mglb. H. 16 No, j. 



□igitized by Google 



- m8 - 

bringen. Auf einem Tage zu Hanau 1..4S4 wiederholte Heylinann seine 
Beschwerde deutlicher. Der Kit habe mit der I.^mlv.-ulir seinen Vorthcrn 
durch das ihre gegraben. Seine Ekern hätten, wie er noch, Äcker in- 
mul ai:v.vi:iiih<; der Landwehr sii-!i;ibt. Iii seien von dem I.andwehrbau 
Forderungen hergebracht, von denen »tiye dheyn abtrag geschehen 
sy«. Es scheint sich um hn^diädigungskostcn bei Anlage oder Er- 
weiterung der Landwehr zu handeln. Der Rat erkannte auch jetzt 
die Forderung nicht an, erklärte sie für eine »alt erloschen Sache« 
und verwies Kläger an das Reich«. Hier huren die Akten auf. 

2. Von den übrigen ji Einträgen sprechen 35 von der Land- 

von der Landwehr. Da aber die Beziehung auf Sachsen hausen von 
einigen Einträgen der zweiten Gruppe gefordert, von den anderen 
zugelassen wird, so ist sie bei allen wahrscheinlich. Es wurden aber 
»gegraben« : ' 

a) mit Bezeichnung Sachsenhausens . 650»/. W.-R. 

b) ohne Bezeichnung Sachsenhausens . Ijg W.-R. 

Zusammen . 789V» W.-R. 
Als Kosten Tür die Rute werden angegeben einmal 5 1 /, ft einmal 
k ß, zweimal 8 fj; letzteres, weil es »etzwas harter zu graben« ge- 
Berg besteht. Ausgaben tür Schmiedearbeit erscheinen 7 mal, für 
»Bickel« und »Hauen« zu machen öfter. 1 Dornen und Weiden kommen 
wiederholt vor, die Landwehr zu »bestecken«. - Das Steine- 
brechen' spielte eine gewisse Rolle. Es war zur Anlage des Grabens 
notwendig und erforderte namentlich den Gebrauch des »Eickels«. 
Eine besondere »Ergezunge« für die Steinbrecher wird Folio 59b 
erwähnt. — Ausser den eigentlichen Arbeitern wurden auch »Opper- 
knechte*' verwendet, die }.\ Tagelötine erhielten, an der Landwehr 
zu Sachsenhausen zu arbeiten, und 73*/« Tagelöluie, daselbst zu 
»fegen«. Mit enteren) können Jio Arbei-.ei; pre t-i l. : n : ;ei:i, die nicht 
Grabungen waren, wie das Bepflanzen mit Weiden und Dornen, mit 
letzterem das Aufräumen nach Sdihe.s der Arbeit (. : ) — Dass die 
Landvehrarbeiten vor feindlicher Bedrohung nicht ganz sicher waren, 
beweisen die 5 Tagelohne für nKnechte«, d. h. bewaffnete Diener 
des Rates, die für die, »die da gruben in der lantgewerc« hüteten. 

1 Einmal hcissl es ptzu macliena. — 1 F. J2b Aesjj;iL"j I L": r einen . v.ur-.cln: . 
— 'Steine »ui der lantwer vor Sassenliusen crna)!:i: auch Ho. 1437 Öfter. — 

'Von operarü. Ha lull ani; er. Sit: liiUttta eine Zunft 11:1 J i;e(iiirteii zu den Bau- 
handwcrlteru, spielten aber eint untergeordnete Rolle. Bücher, Bevöllernng 1, S, 95. 



- 229 - 

Rechnungsjahr 1428 — 1429. 
Am JI. Juli 1428 besahen die Baumeister odic lantgewerc und 
sle^e«. Dass die zu Sacii: tiu^'ui.i: f,T:iium :.i:nl. ergibt sich aus dem 
Folgenden. Nach dem Bunicistcrbuch von 1428 wurden gegraben: 
[. mit Beieicluiim;: von Sadisenhausen : 

»am langen Brüchen (1 Item) iS R. 

■vor« oder »zu Sachs enhanseno (5 Items) . . 584 » 
ebenda die einem Lohne von ]K fl entsprechen- 
den (1 Item) ) » 

zusammen . m R. 
•. ülniL'Ki.viicliiH::)^ von Sj,1i-i. , :iI:.i-.]m , ii:(ij I: eins) 1215 R. 
dazu die einem Lohne von 2 % 2 ß 8 h ent- 
sprechenden (1 Item) ■ 7 ; 

Gesamtsumme .' 1625 R. 
Dafür, d«s die Arbeiten unter 2. ebenfalls in Sachsenhausen 
stattfanden, spricht, da.ss hiulig ; ■ 1 1_- L ^ 1 1 u.idi Ai:;;.ihe der gegrabenen 
Ruten Kosten für Stein fuhren folgen , sowie die teilweise hohen 
Lohnsätze, die dem steinigen Boden des Sachsen haus er Berges ent- 
sprechen. Es wurden iüi:ilitii Mi^.'iuli: i';i(;i-|'ili[]e bezahlt: 
j h . . . , 1 mal I 20 h .... 2 mal 
12 h . . . . 10 mal i 24 h . . . . i mal 
16 h . . . . 1 mal | (78 h H 6 ß . 3 mal 
Im Sommer 1429 erscheint die Sachsenhäuser Landwehr als 
vollendet, denn am 17. Juli wurden bezahlt «2 S von 8 pherden, als des 
Rades IVundc die nunc lantwer vor Sassenhusen sahen, siege daran 




Digitizcd by Google 



Diese können ^ich nur beliehen auf die SachsenhSaset Land- 
m.I.i. die '/.wen il.H.O'.itlir und J:c L':iit; !cIJ1.i:iJm c "h Njh :-.«: 
aber, bei*, mit den bekannten Verdoppelungen, 

die L'nterfeldlandwebr .... 480 F.-K. 

die Sachsenhäuser Landwehr . 195; W.-R. 

J,c Zwerchlandwebr . . . . ^ 60 W.-K. 

Es bleibt also ein Übcrsdiuss von 29861/1-25)2 = 454V« R. 

Dieser kann nur daraus erklan werden, dass nicht jedesmal 
gleich bis cnc'giltigen Tietc L't'^'r.iL- u[i, sondern a:i der. L?leic!;ei'. 
Strecken wiederhole gearbeitet wurde, was besonders bei dem 
steinigen Huden des Neuen Bergs nicht auffalle. Angaben über tiefer 
machen oder »vollen graben«, wie wir sie bei der Galseiil.ni Jwdir 
wiederholt fanden, fehlen hier wutil nur zufällig. 

X. Arbelten an der Hausener Landwehr. 

14)1. 

Zwischen 18. Oktober und 29. November 1451 rinden wir 
Arbeiten an derllauscncr Landwehr,' wo man grub und Brückte 

XI. Bau der Huekenheimer Warte. 

Es folgte min von Juli I4J4 bis ebenda 14J5 der Bau <icr 
Hoekenheimer Warte. ' Durch sie wurde die grns.se Strasse "rieh 
Nordwest nicht nur ihrer Bedeutung en;.piee!iei:il erheblieh gesidien, 
sondern auch vom Uödelheimcr Weg (14) auf den Bockenheimer 
Weg (15) verlegt. 

XII. Hau der Oberrfidcr Landwehr. 

Das »obere Rod«, iirspiiing.ich zum 1 : .uihfurter Konigsgut 
gehörig, später vom Reiche verpfändet, wurde 142; mit Irmwilhgeng 
Kaiser Sigismunds gegen eine Zahlung an die drei Pfandherren vom 
Rate eingelöst. Gerieht und Dorf in Oberrad wurden dem Rate 
als Hcielislehcn übertragen und von ihm bestandig "gemutet und 

' Fe] J- W.i^n:!-.-:: /i: "n V vw,'-^ 1 ; :;\i.v;\ . 2 Pi:ill'. 14;2, 1\ 

«walin: v.irJ diu Hausen« Landwehr such im Weissfr.-Zinsb. 1480 bei Fich- 
Hdschr. JJ. 04. Itircn Verlauf könnt« bisher weder die Bemühungen des Herrn 
I.clirtrs l.uJwii; Ii! üoiiciiktini. n.vl] meint ti;;t:ien S'.i;:i(,>rscliniie.cii fcsblJIcn. 
Zeig sie e;-.v.i j-.e" dtr N"iir L !- oder .lur Si';.!i:re:i.Te .1.'" [liii'i-r.er Termine*- vnn c\-: 
Nidda iu[ Ciiiinheinier Landwehr? - ' S. S, 4). 



Digitized t>y Google 



empfangene' Nachdem der Kaiser an Schultheis:, Schöffen und 
Gemeine des Dorfes geschrieben, sie sollten dem Kate zu Frankfurt 
gehorsam sein, bis das Kcicii das i'l'.md einlöse,'' i.uul .im 14. April 
die Huldigung statt. 

Erst im Jahre 14511, in welchem man aus Furcht vor den 
Böhmen eiligst die Frankfurter »Walle« baute , taucht auch der 
früheste Plan zur Oberräder Landwehr auf, in dem liatsbeschluss vom 
26. Dezember »mit dem schalt [heissj cm Rode von der lantwer 
czu reden«.' Im folgenden Jahre wurde zunächst die Instandhaltung 
der | Sachsen häuscr] Landwehr angeordnet durch den Beschluss vom 
18. Oktober ndie anstosser von der lantwer . . . »nezueteiehenen 
und ine graben befehlen czu machen«,* darauf aber am 21. No- 
vember [die K.ithfi L-iniilk- ! U.ksud, der Forstmeister .Sti.iltn;ieiger 
und Hans Krisdtr heauftriigt, »ober Rode in die lantwer c/.uSei^eii 
und czu graben ezubesehen«. 1 Zur Ausfuhrung schritt man nicht. 

J436 wurden wieder einmal »die frundc« sammt den nbuwe 
meistern« beauftragt, die lantwer czu Rode czn besehen.« Dass es 
auch jeut nicht zur Ausführung kam, mag damit /is-.aiuir.eiil: äugen, 
dass seit dem unglücklichen Ausgang des Hussitenktiegs mit der 
Unsich.erhei: der Strassen »die Kühnheit vornehmer und geringer 
Häuber wuchs« 7 und deshalb als dringendstes Bedürfnis die Stadt- 
befestigung von Sachsen hausen erschien, vor der wieder die Land- 
wehr zunächst zurücktreten musste. 

Das Jahr 1440 /eigi ein toimalirei'.des Seh: wanken. Nachdem 
am 8. März wieder einmal in Aussieht genommen war, »die 
lantwer by Oberen liade [zu| machen,* folgte am 24. April der 
Beschluss: »die lantwer czu Saflenhuscn [also wohl auch die Über- 
räder] underwegeu ezulaßen und daß gelt an Saßenhuscn czu legen«, 5 
aber schon am II, Mai wieder der andere : »die lantwer vor Sassen- 
Imsen ntYen wo die ingefil'en sy«. " Frsr als zwischen dem j. und 
21. Juni der »heubtiiunn I.ndewi:; und herren buwemeistem ange- 
wiesen wurden, »die lantwer Kinder Rade« zu "be.velien«, " scheint 
man sich wirklich zur Ausführung entschlossen 7.11 haben. Nach der 
Chronik'" fand sie 1441 statt. Wahrscheinlich ward damals nur ein 
Graben angelegt. 

■ Bau. 1, iv} nach Cbren. I, 464. — • Mglb. E.47 Na 12. - ' Bgn.b. 14,0, 
F. 10S. - * Ibid. I4J(, F. 49b- — 'Ibid. F. sj. - 'B B rab. 14JÄ. — ' Kirchner. - 
'Bpob. I4J9, F. 77b. - 'Ibid. F. Söb. - "Ibid. um, F. J. - " Ibid. F. 14b, - 
'-"Cbion. lila, 164. 



En der Zeit von der Errichtung der C 
zum Bau der Sachsen haus er Warte 1470, Wl 
Stellen der linksmainSschen Landwehr Arbeit 

Besonders ist das Jahr [444, in welche 
falle der Armagnakcn die Festungswerke 
vermehren beabsichtigte, ziemlich reich an I 

1. Am 9. Juni sollen die Freunde nebst 
[der uns schon bekannte Hauptmann] . . . 
und Nidder Rode . . . besehen«.' — 2. An 



by Nider Rode, als er das eigentlich verrechent hat, vor brot, 
wyne und anderes".* — J. Am 3. Oktober wurde bezahlt »1 * 9 ,* 
umb brot u. wyn den angehorigen luden, als sie gegraben u. ver- 
hecket han by Niederrode«.' ^Graben« oder »graben und 
lantwero bedeutet soviel wie Landwehr. Mit ograben u. lant- 
wer C7.u Niederrode« kann auch hier nur die Zwerchlindwehr 
gemeint sein. Iis fand also zuerst eine Besichtigung der OberrJder 
und der Zwerchlandwehr statt, worauf die Arbeiten an beiden Orten, 
sowie an der Unterfeldlaudwehr beim Sandhof ausgeführt wurden. — 
4. Die »lantwer by Gudenluden und czu Ryder u im Meyne« lies* 
man obeblencken und vermachen". ' — 5. Die »czingcln und 

Im Jahre 1 \.\b war l i i c_- l_'u Sicherheit s:' tiross. lias. ein ( ~.ird i t;.i ■ , 
der als Gesandter des Basler Concils nach Frankfurt reiste, aus- 
>;e|iliiiide[[ wurde. r.|.j>; wurde an der UiitcrfeldLuidwelir sowohl 
bei der Ljupen Wiese ab auch bei der Königs;:.'.; Ii ^c.irbeitct. Dort 
wurde der Graben geräumt, hier Flanken gesetzt und die Brücke 
am Mittelweg gebaut, sowie wahrscheinlich an diesem und am Lein- 
pfad je ein Schlag errichtet.' — 1431 schloss man den Fahrweg am 



(, F. S7- - 



Digiiized by Google 



roten Kreuz, 1457 wurde ein« Herstellung der Landwehr am Sand- 
huf nötig. — In: Mainzer Erzbistum sstruit Klicim die [..indwehr t \^:, 
den Feind von weilcrem Vordringen iitsdialicii ':i h.ibcn. nSifridus 
de Hohenwiseii üig.H ii Waitm.mi: | den ! r.in^ kirter Hauptmann | usipic 
ad fossam wulgariter (sie) dictam die lantwer vor Sassen- 
husen et cepit captivos etc.«' 

XIV. Übersieh!. 

Auf dem rechten Ufer blieben die Landwehrlinien die gleichen, 
doch war jettt die »Landwehr um die Stadt« vom Gutlcuihof zur 
Eckenheitner Strasse und ebenso die Ginnheimer Landwehr ver- 
doppelt. Auf dem linken zog seit 1430 eine zusammenhingende 
Undwehr vom Untermain zur Oppenheimer Brücke und von da 
um den Neuen Berg bis zur Offenbacher Sirasse oder zum Bruch. 
Sie war doppelt von der. Oppenheim er Brücke zum Hainerweg. ' Seit 



Bei den Warten werden zunächst die hölzerne Galten- und Sachsen- 
häuser Warte durch steinerne ersetzt. 1418 werden rech tsmaini seh 
die 3 Warten erwähnt, 1431 die j Warten und die Sachsen ha user 
Warte. Nachdem 1434 die Bocken heim er Warte hinzugekommen, 
werden 1435 auf dem rechten Ufer die 2 Warten, Knoblauchs hof 
und Ricdcrn zusammen genannt. Ebenso 14511. Die 5 bewachten 
Schlage auf dem rechten Ufer bestanden zunächst weiter; sie heissen 
1432 die j äusserten Schläge. Seit dem Bau der Bockenheimer 
Warte gab es deren nur 4, die seit 1435 häufig z. B. 1440 als die 
4 äusserten Schläge erwähnt werden. Nachdem aber 1462 der 
Eschenheimer Schlag geschlossen war, gab es nur noch 3 äusserst 
Schläge, erwähnt 1462. Auf dem linken Ufer war der Oppen heim er 
Schlag ein bewachter Schlag. Bei der Sachsenhäuser Landwehr ist 
kein bewachter Schlag bekannt. Besonders erfahren wir nichts vom 
Breiten Weg. Dafür behielt der Schlaf; unten am Wendelsweg seine 
Bedeutung bei. Der Schlag am Wendelsweg in der Oberräder Land- 
wehr bestand nur von 1441-1450. Der mit der Zwerchl and wehr 
entstandene Riedschlag gehörte zu den unbewachten Schlägen. 



r. Geich. I, iS; = Lersn, [II, )fij. — 'S. S. uy. 



Digitized by Google 



- 254 - 
Viertes Kapitel. 

Zeit des erweiterten und umgestalteten 
Landwehrsystems. 

1470, brar. 1476-1648. 

Bor 11 Ii ein: eine Umgestaltung, Durch diese erhielt es seine ciid;;t.iki::c 
Lorm. Link ^.11 i.ii ni •.cl) lvj;;ir:si 1! : r L-'i ni^f^t :i' in iiij schon mii dem Bau 
der Oberräder Landwehr 1441, abgeschlossen aber wurde sie erst 
durch den Hau der S.idiserlniiMT War 10 1.1711, reclusmami^b voll/u;; 
sie sich erst durch den Landwehr- und Waricnbau von 1476, der 
durch die Seckbacher Landwehr 1481 eine liryänzung erhielt. Von 
da ab wurde nichis Neues mehr geschaffen, abgesehen von dem fast 
ganz misslungencn Versuche, die Niederräder Landwehr zu vollen- 
den. Dagegen war man etwa bis zum Ende des dreissigjährigen 
Kricps, wenn auch mit abnehmendem Eifer, bemüht, die früher ge- 
schaffenen Landwehren in vertcidiguiigsfähigem Zustande zu erhallen. 
In der Zeit von 1440— 1500 z. B, kommen nach Kriegk im Rechen- 
buch fast wöchentlich Ausgaben vor für Tagelöhnc von Arbeiten 
in der Landwehr. 

In den kriegerischen Verwicklungen des XVI. j.ihrluiudiTtr. 
bewährte sich die Landwehr, da wo die Zahl der Verteidiger der 
der Angreifer ungefilhr entsprach, immer noch als wirksamer Schutz, 
sobald ihr aber grössere Truppcnniassen resaii'ff'er traten, versagte 
sie vollständig. 

I. Bau der Sachse nhQuscr Warte. Umgestaltung des links- 
malnl sehen LandwehrBystems. 

147a 

In den nahezu hundert Jahren seit dem Ankauf des Waldes, 
hatte sich der Neue Berg fast ganz mit Anbau bedeckt. Ihn zu über- 
schauen und mit Signalen zu versehen, war von der ganz im Osten 
gelegenen Steinwarte aus nicht möglich. Dieser Mangel und die 
hantigen IScLisiipir.iien durch die Leute der Wildbannherren wird 
die Sachsenluuscr veranlasst haben, im Dezember 14(18 den Rat um 



Digiiized t>y Google 



eine neue Warte tu bitten, 
sicherte er sich aus Furcht 
Kaiser Friedrichs. In einem Privileg vom m März erklärte dieser 
mit Rücksicht auf die »Kobercy und beschedigungett sowie die 
exponierte Lage Frankfurts: ■darum so hassen und empfehlen wir 
euch .... das ir in und ausserhalb der statt Frankfurt und Sassen- 
hausen, audi sunst umb und by euch, wo und wie weit euch da 
füglich und notdurft sein heduiicket, untwern warten sieg thurn 
gteben eynfeng und ander hevestigung machet pauet aufrichtet eyn- 
fabet vollfuret, auch Strassen und wege, die euch darezu bequem- 
lichen beduneken, ordnen und weiset, damit unser und des heiligen 
iciclis s:rass die benannt statt ir und ander desicrhas versichert sein 
mugen, und ob euch yemands an solichem i 
understund, euch daran nit irren lasset«. 

Jetzt beschloss man, am 12. Juni, den Bau der Warte und zwar in 
der Landwehr am Breiten Wege, von wo sie, nur wenig nördlich unter- 
halb der höchsten Stelle dieses Weges errichtet, ihr Schutzgebiet 
und das Vorgelände vorzüglich beherrschte. Der Bau begann vor 
dem 14, Juli 1470 und endete vor dem 3. November 1471. 

Gleichzeitig müssen Landwehrarbeiten vorgenommen worden 
sein. Man denkt am einfachsten an die Verdoppelung der Landwehr vom 
Skinerwcs: bis z-.mi I lulien Sie;; i'ei Ol cvt ihL [lirin entspricht, ilass diu 
Landwehr bei der Warte 1.172 »die ntiwe Land^ewer« : genannt wird. 
Ungenau aber berichtet die Chronik: 1 111470 wird die Landgewehr, 
bei'orab die Neue Wart, . , mit grolseiu Widerstand sehr vieler 
umliegender Grafen und Herren . . umb Oberrad und Sachse:ili,v.:;ei: 
bis :ri den Riedhof fjefOhteiB und Lersner:* 01470 ts: die l.andgewehr 
uc Obenad gebauet wordeon. 

Heide Na:l r . h:ei ."w .Lcn der Schein, ;ls sc; die ganze 
Strecke von Obenad bis zum Langen Bruch 1470 zum erstenmal 
mgelegt worden, während sie doch, wie wir wissen, längst bestand. 

Suber aber ist, dass durch den Bau der Sachsenhluser Warte 
Jis hnhsma.nisclic I.andwthrsystcin eine gtundn.l t Umwandl oc; 
erfuhr. Schon seit durch die Anlage der Oberräder Landwehr die 

' Saud dirciü. in> Breill. Weg one prorisoriKhe Holrwim? Aon. Rc|> 
Fr. it hcjst es »A. 1470 spct-ia s^iispchaunj ewoitui \if.:ei, mm ligne»- 
Dal Abbrechen der Schalen van der alten Warle 1471. das wir S. 177 auf die 
sUc v.tin-.aric bc.roeai, fasii iitllucln besser hierher. — ' Rb. 1472. F. 71 b. — 
'lila, 47- 6j* 



ganze Ostscite der Sachsenh.luser I.an Jv.elir eiu'-ebrlich jv.orj - 
war, bildete der L.iTulivchrvug vom Leina: graben bei Oberrad 1 bis 
Liiir i, ") p[- lliI: iriii : t r BriiL^i.- und von ilurt bis zur Mftinhmj; dir Künigs- 
haeii, da die XieJen-aJer Landwehr nicli: 1'a-tL' war, eine einheitliche 
äusserstc Schutzlinie. Diese erhielt jetzt durch den Bau der Wane 
ihren Haupteingang in der Mitte, nach welchem sich in Anwendung 
des kaiserlichen Privilegs ausser der Oilcnbacher alle Strassen, ncii- 
weilig sogar die nach Oppenheim 1 zusammenzogen. Neben diesem 
Haupteingans bestand im Osten nur der Schlag am Oberrj'Jer Viehweg. 
Ihm entsprach im Westen der der Mörfeldcr Strasse. Obgleich 
dieser für den Verkehr nach Oppenheim und Mainz ausgereicht 
hätte, so konnte er doch den Gebrauch des benachbarten Schlags 
der Oppenheimer Strasse auf die Dauer nicht unterdrücken. Auf 
der langen Strecke aber vom Viehweg bis zur Mörfelder Strasse 
führte, wenn man vom mittleren Schafhofweg absieht, ausser dem 
Breiten Weg kein Fahrweg durch die Landwehr.' 

Kaum hatte die Arbeit an der Warte begonnen, als die Graien 
Ludwig von Isen bürg -Büdingen, Philipp der Ältere von Hanau und 
Kuno von Solms als Wildbannherren und bald auch Graf Gerhard 
von Sayn Einstellung verlangten und die Stadl für den Weigerungsfall 
mit Fehde bedrohten.' Der Rat aber beschloss, mit dem Bau fort- 
zufahren und »die lüde mid dienern und wherem zu versehen. Es 
wurden 200 Gewappnete aus den Handwerken ausgehoben, und zu 
Hauptleuten bestimmt »der heubtmann Gerlach von Lonsdorff, evn 
burgermeister Arnold Holczhufz und Walther der junge, Peter Becker.«' 
Nach einem erfolglosen Briefwechsel des Rates mit den Grafen 



liclier: Befehl -um Ki.ire.ssen der Wart 
Grafen von Isenburg Hin trag ihue. 
von Brandenburg erhielt den Auftrag, 1 



Genauere bei WcJff-Jmig, - I Bgrab, 
de, Sad. für die nMwmdigo. Schrift, 
Kaiiiscnluine:! iialhei« .in Mc Inisurl. K.m<!ei, w 
l.mgcu nutcilifjK rcrsöiilLilikcii™ giebt d.1 



Digitizod by Google 



Friedberger Warte, llmgcs 



n keuff and auch das sloß 
f späteren Homburg oder 



nis, das Dorf und Gerichl zu Borabeim mit Zubehör, »so von uns und 

bringen.«* Nachdem dann am 20. April die »(runde» bestimmt 
worden waren, "die in sc czunge zu Bumhcim zu iiemenn,' wurde 
am 12. Oktober Bornheini« mit ;o Reisigen und 200 zu Fuss auf 
kayserliches Mandat mit Gewalt zur I kiUiLHuii.' L^.wuiiycn in Gegen- 
wirt der Verkäufer . . . Darauf haben samt dem Gencin 49 Personen 
geschworene' Die Einzelheiten der Zahlungen enthalt das Rechen- 
bach von 147;. 

x. Erlangung eines neuen Land well r p ri vilegs. 
Gleich am 21. November desselben Jahres zog der Rat in 
Erwägung, »die lantwere umb Bornheim czu füren machen lassen«.' 

1 S. j u. 4. — 1 Rgmb. 14», F. (j. — 1 Ibid. t". job. — • Ibid. 14)8, F. 68. 
— J Qu. F. G. I, 187. — ' Ibid. — ' Chron. Uli, 49, — I Hgrob. 1475, F. 4J b. 



Da man hier 




man 1476 am 
erwerben, do 


28. Mä 


Man wünsch 
um nicht du 


e offenb 
eh die I 



das es Bornheim czu gude gesehen.' 
indwehrprivUeg allgemeinen Inhalts, 
ung Bornheims die Aufmerksamkeit 
auf die Gegnerschaft Philipps von Hanau' zu lenken. Es begaben 
sich nun als Sendboten des Rats Dr. Geltliub und Schreiber Lndwig 
Waldecke zum Kaiset mit dem Auftrag, »einen gebotbrieff die 
lantwerc zumachen von derkeiserlicl.cn Majestät ußzubrengen«.' 

Inzwischen verhandelten »doctor Jörge Heel gSt Flieder«, der 
damals einen der Höfe zu Riedern besass,* und Wenzel von Gleen 
mit Philipp von Hanau auf zwei gütlichen Tagen zu Bonames und 
zu Frankfurt, bei denen man aber »ganü one eide gescheiden ist.» 
Der Rat fürchtete deshalb, er möchte von Philipp »angefochten wer- 
den«, und legte seinen Sendboten die eifrigste Betreibung ihres Auf- 
trags dringend an Herz, »damit wir diesen sommer v.a der lantwere 
mögen griffen«. 1 Darauf richteten diese an den Kaiser eine Bitt- 
schrift. 1 Nachdem zunächst »der wilden sweren läuff« gedacht ist, 
»die leyder allenthalben und in sunderheit sein [= sind] an den 
linden, da ... . Franckfuit gelegen ist«, sodann der Landwehrprivi- 
legien früherer Kaiser, deren Inhalt citiert wird, und endlich des vor 
kurzem erfolgten Baues der |Sachsci 
dringende Notwendigkeit hingewiesen 
»zu bevestigung der stat semliche b: 



oder verhindert werde«, so wird der Kaiser gebeten, dei 
einem Brief zu versehen, der zugleich bestimme »ob . 
lieber Eingriff] geübt und der rat mitsampi anderen dl 
stand tün, deshalber sich ichtes [= etwas] begehen * 
der Rade damit nit gefrevelt oder mißhandelt hettl 
von yemants verbietung geschehe, das der Rade dar u 
■were stille zu sein oder auffzuhoren, sunder , . . 
arbcythen graben lassen und soliches vollenbrcngen 
er es mit Recht furgenommen, für e. Keis. gnaden . 
[= gerechtfertigt] wurde«. Am 16. Mai erschien d; 



■Rgnib. 147s, F.fiSI.. — > !).■, B^-: .i:uki-: il,T T.iiik- I :.i:i.i-.i-Mi,ii?.cn:iLT S 
1 Schreiben des Hjis 3n die gen. Sendboten, Mglli. F.. ij, III. — ' S. S. 7: 
— : Alles dies aus dem erwähn™ Raissclireibetu — < Mglb. E. ij, III, 



DigiliZGd by Google 



— *39 ~ 

lidics Privilegium, das die früheren Privilegien in vollem Umfang 
bestätigte und dem Wunsche des Rates gemäss jeden Versuch zur 
Hinderung bedrohte. ' 

3. Hau der Bornheimer Dorfbcfcsiigung. 

Sofort machte man sich an die Ausführung, indem man sieh 
zunächst der Bornheimer Dorf bc fest igung zuwendete. Am 28. Mai 
beschäftigte sich der Rat mit der Frage, »wie die siege czumachen 
und in Bornheim czu setzen sin und auch ein grabe umb das dorff 
zu machen syer;' dies soll »besehen« werden. Der Zusatz »hat man 
machen lassenr. bezieht sich offenbar auf das Besehen an Ort und Stelle. 
4. Bau der Bornheimer- und Zwerchgrabcnlandwehr. 

Dann kam die Landwehr an die Reihe. Am 2J. Juni wurden 
fünf Ratsfrunde dazu bestimmt, »die Bornheimer landwer abeezu- 
messeiw. 1 Der Bau der Landwehr, d. h. das Aufwerfen des Grabens 
erfolgte unter starker Beschleunigung und Aufbietung aller Kräfte 
am Dienstag den 23, und Mittwoch den 24. Juli. Hierzu berichtet 
Berhard Rorbach: »Anno 76 in crastina Marie Magd, que fuit tertia 
feria et quarta feria sequentes scilieet vigilias Jacobi waren myne 
herren des Rades frunde mit der gemeinde uli, arm und riche zu 
pherde und zu fues, und mit allen iren dorfen, die in dienste arbeiden 
musten, zumachen die nuwe usserste landgewere usscr- 
lialli Bornheim und spisseten mine herren die II tage so ge- 
wapnet, und arbeiden die die [entstellt statt »an der« ?| landiii. -.verde 
for das ersf« auß werfen, auf fünfzehn hundert niannn.* Gleich- 
zeitig war der Knoblauclishof und die Ossenauwe [= Bornburg] 
amit geschuzüc bot eil 0 um! es Inn etat jujI!' i:; liebem Inill" : knechte.«' 
l!ii-.' Arbeit aber bezieht sich auf die Anlage der Landwehr vom 
\yrJtrJe der Xvcidilandwchr bis zum Nordende von Bornheim. 

Fast drei Moihu 1 'ptur, Mittwoch den 16. und Donnerstag 
den 17. Oktober -wurde der Z werchgraben angelegt. Denn gleich 
nach der oben erwähnten Notiz fährt Rahrbach fort : »Anno 76 ut 
supra ipso die saneti Galli et die sequenti secundaric ineepta fossa 
J jccnduiis vom Bruche heruf. in diesem graben fand man silbern 
phenge der ich noch han.it' 

' Mglb. E. Ii, III. — ■ Brjmb. 1*76, F. 8b. — ' Ibid. F. ij. — 4 Bernh. 
Rahrbachs Notunina iti Qu. F. G. ], 187. Auch bei Uran. 1, j, 11; 1, 10. - 
1 Bpnb. , ,;6, F.ilb. -'Fehlcrhrti: Wii\k-: S -*L- .restrNadirkht i-a Lersn. !, 1,12, 
u. Chron. V, 1476. Bei Kgk. M. ;<), J;H nach Fkh. ohne Qjielfaiaiijij'lic bieissi 
«: •fing man an iu mauern am Graben vani Bruch huriLf«. lljr, Mauern kann 
sieh nur auf die Brücke im unisrn Riederbtrgwef; beliehen. 



□igitized hy Google 



Von den Dorfleuten, die zur Arbeit an der Landwehr ver- 
pflichte! waren, kamen die Seckbacher [alle oder einzelne?] ihrer 
Pflicht nicht nach. Man beschloß daher am 22. Oktober »die von 
Seckbach, als die nit gegraben han in der nuwen lantwere und 
ungehorsam worden, sie für den Rat [zu] bescheiden«.' 

5. Beschwichtigung des Isenburgers. 
Auch für die Sachsenhäuser Landwehr war das Jahr 1.176 be- 
deutungsvoll. Als Diether von Isenburg »zum andern male« zum 
Erzbischof von Mainz gewählt worden war, schenkte der Rat am 
16. November dessen Bruder, dem Grafen Ludwig von Isenburg, 
den wir bereits als Gegner der Warte kennen, tOO fl. mit der Bitte, 
seilen Unu :11er gtgtr. J:t Sjökim .uicr Warje j?ii.ne!;«i. Ludwig 
ant«o:;ete, sein Bruder habe auch mit ihm von der Sache geredet, 
und wenn der Rat (tue was ihm |l.udwig| heb sc:, so wolle er 
desgleichen thun ' 

6. Küsten des Landwehr baues. 

Die Aufgaben für die Land wehrar bei ten von ij.76 sind im 
Rechenbuch vou 1477 verzeichnet, Hort beim es 

r. am 7. Juni »21 ß der K leserlichen] Majestät] und in die 
canczeÜey für djs |>r;vileg und mandat geben lantwere 

2. Am 2. August: 

*. »688 « 18 ä ! h hau wir uügeben von der nuwen lant- 
pewerd gein dem clobelaucbs hoffe über an bynußen ufWndig des 
rforffs Borahleim] gein dem bomhf«,mer| geriebte l— Kotbsberg] 
zu biß an den awerchgraben des Riederbruebs |= »Landwehr am 
grosser. Kitderbruch obens) 2U graben und zu machen, 

b. und für coste nemeliehen tu % (4 .1 d \\, für win, hror, 
HiMCh, boitcr, >to;kn;ot :ii andere pruvis;«n, ah der :a; 3 tagt 
mittag und gein nacht nud gesp:set hat, nemelichen des ersten tags 
t4jB menn«hen mit dci Ran frunden, off d;e 60 pherde, tj lauff- 
kr.cJuc -:id d;e -ttu;;cn .;iu.ci.di;; und jßwindig den hardwcrkvrn 
in der Aldenstat, N'uwenstat und Sass[enhusenJ und auch uß des 
Rat«, dorffen mit bu;hsen^thu:zen und andern tags und nachts ufT 
dem Clobelau:hs hoffe und Ossenauwe [= Bnrr.burg] und auch 
nachts in hude ort detselbeti lantwcre. Und den andern [Tag] oti 



1 Bgmb. 1476, F. J9- — ■ Rb. 1476, F. 4ib. 



Digitizod ö/ Google 



dit 2170 mennschen zu fuß und zu pherde inwendig und ußwendig 
Frankfurt mit tags und nacht5 hude als vor geschrieben] steet, als 
die dem Rade golichc zwene tage gedienet hau. 

c. Und Jan IE <j ß j h /11 lajielrme : 211 graben, wyden olT 
bitwure 211 ittzen, auch tags und nachts 0" den vor::-! enar.r.tt-i; I 

2 Husen und der lantwere zu huden sclir[ibcrn f] , kuchengestnde, 
hcinnlern, die wisser zu drinken zugefurt han, und anderes inhalt 
ein« verzeichenis also # gezeichen[t] ; 

d. und dann 174 iE 18 ß 2 h von der vorg[c nannten] lantwer 
Jieffe r zumachen, gamze ußzubereiden und ferrig zu machen. 

Darzu so sin schuppen, biekel, bauwerj und mancherlei' anders 
uß dem bruckehoffc kamen. 

Darzu die furrhe allenthalben umb die stat, obe sich etwas 
Bewerbet von dem von hanauwe oder erhübe, die zyt bestall und 
besehen worden».' 

Das unter c erwähnte Verzeichnis ist erhalten. Es ist ein läng- 



»Herrn Hcntz Wevssin !><>(n,y hnrnlieim.. wachten, bis zu »der maydr, 
Ja spület und andere arbeit ine der kuchenn verrichtete; es ist 
die Rede von einer ßottclly und von Ausgaben für lirot, Spillinge, 
Birnen, Fleisch, Stockfische, Heringe, Butter, Wein und Ratswein. 
Das Rechenbuch berichtet ferner 

3. am 25. August: »5 rl han wir geben von bcfclhe des Rates 
Job. von Kebel [einem Ratsfreunde] umb sine Bissige muwe und 
arbeit, so er geton und gehabt hat mit zytliehem bywesen [= Dabei- 
sein], zusehen, anwisen und heißen die arbcidlude [= den Arbeits- 
leuten Befehle erteilen] in der nuwen lantwer und in ander des 



Da die Bornheimcr Landwehr in einer völlig angebauten Gegend 
angelegt wurde, so wurden viele Äcker von ihr durchschnitten, wie 
dies noch deutlich das Bornheimcr Lagerbuch von 172; zeigt. 
Dadurch wurden Enteignungen und Entschädigungen der Besitzer 
notwendig. So zahlte man am 1 1. Dezember 1479 »10 fl dem huß- 
comenthur und brudern gcmeynlich des Düt schmiß czn Frankfurt 



' F, 44. — ' Mglb. E. 18, Ha 14 in Kauen "Landwehr und Wimm 
Hb. 1476, F. 44b. - 4 F. 46b. 



von solichs vergrabens irer eckern, als der Rat in tnachunge der 
lantwer gein Borrjheim czu abegraben laßen hat«,' worüber der 
Orden am 7. März 1480 quittiert. 3 

7. Bau der Friedbergcr Warte. 

Erst am 2. Dezember 1477, als die Landwehr fertig war, über- 
legte man, wo man die Warte hinsetzen wollte. Der Beschluss zu 
ihrem Bau wurde am 14. Januar gefasst, der Bau selbst von Anfang 
Mcii an ausgeführt. 1 

Die Ausfuhrung des Dorfgrabens aber kam nicht in Gang. 

8. Umgestaltung des rechtsmainisch en Landwehr- 
systems. 

Die Land wehr bauten von 1476 bewirkten im nordöstlichen Teile 
der rechtsmainischen Landwehr vom Nordendc der Z wer chland wehr 
bis zur "Landwehr Grosses Riederbruch rechts« eine grosse Ver- 
:iiuier!::i!:. Die innerste SehlHzlinie bildeten nunmehr die ßornheimer 

der bekannten Lücke südlich vom Dorfe die Buchwald Und wehr von 
5tein 4; bis 69 und endlich von da an der Zwerchgraben. Durch die 
Bornheimer Landwehr wurde die ganze Zwerch-, Zelssel- und Dicknit- 
landwehr, sowie die westliche Buchwaldlandwclir bis etwa Stein 43, 
durch den Zwerchgraben die vorausgesetzte Hecke am Südrand des 
Rüderbergs und der westliche Teil der Riederfeldl and wehr in die zweite 
Linie gerückt Der Zwerchgraben kürzte auch den Verlauf der Land- 
wehr ganz beträchtlich ab. Die neue Warte aber zog den Fahrverkehr 
nach Vilbel, Preungesheim und Eckenheim und z. T. auch den nach 
hsdierslieim an sich. Sie bildete fortan den Hauntdurchgang im Nord- 
Osten, wie die Bockenheimer Warte im Nordwesten. Seitdem man 
aber nach Kckenheii» übe: die l : rie,]li-i!:e:', nach lisehcrsheiin über 
diese oder die Bockenheimer Warte fuhr und den Kekenheimer Weg, 
der die ahe Fricdberger Strasse gewesen war, zum Fussweg machte, 

schlössen hielt, wurde die Warte auf dem Knoblauchshof nich/mehr 
benutzt. Dies war schon einige Zeit vorher nicht mehr der Fall 
gewesen. Demi während der Hof imcli \.\y> unter Jen Warten vor- 
kon.n.i, werden 147: nach dem Bau der Saclisenhäuser und vor dem 
der Friedberger Warte nur die 4 Warten erwähnt, unter denen 



'Rb. I.|7t), F. ,)}. — 1 Uglb. B. 56 NN. Die Dciiuclilieimi l'«;issen 17S-, 
Im Winfcld iS Morgen. S. Vergleich mit Kioiu. - >S. S. 111. 



- Hi - 

man nur die Galgen-, Bockenheimer-, Rieder- und Sachsenhauscr 
Warte verstehen kann. Die rcchtsmainisehe Landwehr haue nun 
endgültig die 4 grossen Durchgänge hei der Galgen-, Bockenheimer 
und Frictlbergcr Warte und zu Riedcm. Daneben hesianden als be- 
dachte Schlage fürs erste der Schlag an der Eclienheimer Strasse 
oben, der am Nordende von Bornheim und der äusserste Schlag zu 
Riedern. Diese 3 sind gemeint, wenn 1480 von den 3 äussersten 
Schlägen die Rede ist. 

9. Anfeindung der beiden neuen Warten. 

Es konnte nicht ausbleiben, dass die binnen wenigen Jahren er- 
folgte. Errichtung von zwei so trotzigen Bollwerken wie es die Sachsen- 
hauscr und Fricdiviger Warte waren, den Groll der land weh rfeind liehen 
Nachbarn aufs Neue anfachte. Im Frühling 1479 erscholl das Gerücht, 
dass »die czwo nuwen warnen . . , von ettlichen lau therm) gebrochen" 
werden sollten. Die beiden Warten wurden deshalb mit Knechten 
besetzt und diese mit Wein und Käse versehen ; auch hatte Bcchtold, 
der Maler, für beide je ein neues Reichsbanner anzufertigen.' 

Wegen der S.ichsenhäuser Warte und Landwehr insbesondere 
haben sich die Streitigkeiten mit Isenburg bis zur Auflösung Je 
Reiches stets erneuert. So 1488 und 1494. In letzterem Jahre be- 
schwerte sich Ludwig von Isenburg bei Kaiser Maximilian, dass 
:-:r::kl'i:tt i:i seinem \ViL:h.;:ii: und I lerrüeLkeii wider seinen Willen 
eine Warte gebaut habe, und der Kaiser etlicss am 28. Juli an die 
Frankfurter ihn, ungiaublidie Gebot »dass ir solch [>aw wider umb 
abe tue».' Aber die Stadt vermochte auf Grund des Privilegs tum 
20. März 1470 ihr Recht zu erweisen und die Absicht des Isenburgers 
wurde auch diesmal vereitelt. 

III. Bau der Seckbacher Landwehr. Vollendung dea rechts- 

!.|8.. 

Dass man die Scckbachei Landwehr nicht gleich 7.176 anlegte, 
hatte vielleicht seinen Grund in den noch nicht zwischen Frankfurt 
und Hanau abgeklärten Besitzvcrhältnisäcn dieser Genend. Wurde 
doch das Königsbruch, welches vom Wege Bomheim-Seckbacli bis 
'um grossen Riedcrhruche reichte, noch von Frankfurt und Hanau 
gemeinsam als Weide benutzt. 

1 Bb. 1.179, F. 25b, j.ib, 46. — ■ Urkunde ohne Beiciclinung. 



DigiiizGd t>y Google 



- 244 — 

Der Bau dieser Landwehr aber beruht auf einer Rachtung 
zwischen Frankfurt und Hanau vom 4. April 1481,' in welcher auch 
die Aufteilung der Grafschaft Bornheimer Berg endgültig geregelt 
wurde. Dort wird folgendes bestimmt: 

1. Vom Königsbruch fällt der Teil nördlich vom Eselsfurt an 

Graben an auf der rechten Seite des Bruchs vom Eck der Bornheimer 
Landwehr tum Fselsfurt und längs diesem in den Königsgraben. 

3. Auf dem unteren Teil des Königsgrabens darf der Hat nach 
Gutdünken Schlillken und Schläge anlegen, d. h. ihn als Land- 
wehr einrichten. Auch hat er ihn »in wesen« zu halten, was für 
den oberen Teil desselben Hanau thun muss. 

4. Den bereits bestehenden Schlag »unden an Seckbach« 
[= Sulzenschlag] dürfen die von Frankfurt zu ihren »nodal unge- 
verlichen gebruchen«. 

Schliesslich folgt noch eine allgemeine Bestimmung über alle 
von Frankfurt bis dahin ;;ein.i:li:en J.an J\vi-lir.UiLii.'u:]. »Auch sollen 
die gemachten graben, lantwere, warten, siege und infenng 
gruntlichen, gentzlichen und fruntlichen vertragen, verricht 
und i'eeiuiyt si:i, Minder alle «everJe, Joch der K. Maj. und dem 
Heil. Hiebe sin obtrkek msJ Kechi Iii t behalten.« 

Ob die durch diesen Vertrag verstatteten Gräben sofort oder 
erst später ausgeführt wurden, ist nicht bekannt. Für letzteres scheint 
der Umstand zu sprechen, dass es am 20. November 1 :Sü heisst, =»Jic 
(runde b> das König&bniehe und den Esellsfurt machen p] die 
greben und wiesen zu machen besehen«' und am 30. Oktober 
1489 "den graten an Eselsfort anheben und nach Jude (— >laut| 
de: Kachtungen machen laißen. 1 

Die Seckbacrur Landwehr fia'> Je*' reil;t'mauii$:hcn System 
die 'etile Vollendung. Die j aussersteu Schlage, die z B. 1490 
r>;"-.i:::i-n:o, i;nd m-nmelii der Schlag der Fe ke:i h eiiner S::ass.c 
oben, de: Sulzcnschlag und der äusserte Schlag zu Rie- 
dern. Als dann 1499 der ei\\\;li;)te Sehl:;: ,1er 1: ekeiikeuier Strafe 
einging, gab es nur noch 2 äussersre Schläge, die z. ß. ijoa 
genannt werden. 



■ Mglb. E. n n 47. — 'BRmb. 148«, P. 71b. — 'Ibid. 1489, F. job. 
Arbeiten im Graben der Ejdsfurt midi ibid. 1491, F. i>. 



Dn t::o-j by C 



IV. Arbeiten an der Bornheimer Durfbsfestigung. 

14B1-148S. 

Audi die Frage der Bornheimer Dorfbefestigung kam 1481 
wieder in Fluss. Am 18, Dezember wurde die Angelegenheit oBorn- 
beim czu umbgraben« Arnold von Holzliauscn und zwei anderen 
zugewiesen. 1 

Am 30. November 1482 zahlte man sogar denen von Bornheim 
24 ff 7 ß 3 h »von 300 rüden iin«evcilicl] eingraben czu eym anfang 
und ine czu liebe, als der Rat in meinunge was, das die menner evn 
lantwer umb das dorff [= Dorfgraben !] graben suldeno.' 
Ds:u.ils jicschwerte sich Herr Stumpf! von Tettingen «weil loLii-ir 
Graben Ihme durch seinen 13aiim-Gancn gehen würden.' 

Ein Anfang scheint aber 1481 oder bald darauf wirklieh ge- 
macht worden zu sein, denn am 24. August 1484 beabsichtigte man 
zu iratslagena, ob man Bornhcim forter vergraben wulle». ' 

Ob der Graben jemals fertig wurde, ist unbekannt. Doch scheint 
Bornhcim bald wenigstens einen Zaun erhalten zu haben. Am 
20. Januar 148; heisst es, »mit den von Bornheim reden, einen 
czunc umb das dorff czumachena.' 

V. Die Landwehr in den Kriegen des 16. Jahrhunderte. 

Galgenthor den Frankfurtern sieben Frachtwagen wegnahm, die 
er nach der Ebernburg brachte, so beweist dies nichts gegen die 
L'.iujicjil-.cit der Landwehr, Ja der Stad:li;uin:niann Jakob von Cron- 
btrg gegen seinen Wuhlthätcr nichts ernstliches thun wollte. 



Dagegen hat die Landwehr [546, als Frankfurt auf Seiten des 
Schmalkaldischen Bundes gegen den Kaiser stand, auch einem nicht 
wich iiichen Geyner gegenüber ihren Zweck vollständig erfüllt, weil 
.Cun^ende Sireitkraiie zu ihrer Besetzung vorhanden waren. Graf 
Maximilian von Büren wollte dem Kaiser, der vor Ingolstadt ein 
festes Lager bezogen hatte, 4000 Heiter und lüOuo Fussknechte aus 

Bgnib. 1481, F. 4(. — ' Rb. 1431, F. 42. — 1 Lersn. I, I, 2!. — 1 Bgmb. 



Mandern und Geldern zuführen. In der Absicht, sich l-'rankfurts zu 
bemächtigen, halte er unterhalb Mainz unbemerkt den Rhein über- 
schritten. Darauf zo £en sich die nm rechten ■ Rheinufer lagernden 
37 sclimalkaldisclit-n l-lilmlciu. inner denen sich auch ein frankfurti- 
sches befind, eilig zurück, um die frankfurter Landwehr zu besetzen. 
Samstag den 2S. August standen in der Landwehr »37 fcndlin wol- 
geruster Knechte und ca iooo Pferde« zur Verteidigung bereit,' 
wahrend die Wälle und Stadtmauern von den Bürgern besetzt waren. 



ganze Stunde war das Gemperlein »geklenkt« worden.' Sonntag 
den 29. August »des morgens zwischen 8 und 9 uhren haben sich 
die Probenter widerumb gegen des relchs kneclit [= die Frankfurter] 
in schaimutzels weis zur lantgcwchr gethan, das man abenn.'.ls 
das Gemperlein klenget; sie aber haben alsbald abgelassen«.' Endlich 
»Montags um 6 uhrn ist wider lermen worden, dass die feind sich 
an zwaien orten, nemblich an der Bockenheimer und Fried- 
berger warten genehet und mit ernst versucht den unsern die 
Landwehr abzutringen, aber sie [die Angegriffenen] haben sich 
gegen inen [ihnen] dermassen gesetzt und gewerr, dass sie iren 

5. Die Belagerung von IJS2- 

Die Abwehr des Grafen von Büren nennt Battonn mit Recht 
den letzten Dienst, den die Landwehr der Stadt geleistet. Denn bei 
der Belagerung von 1552 zeigte sie .•.ich gänzlich unfähig, die grossen 
Heerestnassen auch nur im geringsten aufzuhalten. Am 2S. Juni 
war der kaiserliche Überst von Haustein in die damals zum Kaiser 
haltende Stadt eingerückt, während die Gegner, Kurfürst Moritz 
von Sachsen und seine Verbündeten, aus dem oberen Stift plündernd 
am linken Mainufer herabzogen. 

Schon am 1 3. Juli erschien ein reisiger Zug vor der Sadisenhäuser 
Warte. Sofort wurden vom Turm drei Schüsse mit dem Doppclhnkcn 
abgegeben, worauf das Glocklein (Gemperlein?) ertönte. Die Frohner 
am [Sachsenhäuser ?] Walle härten es, schlugen Lärm und liefen zur 

' J. Mcndcnbacli in Qu. F. ü. D, yyj. - 
- I ). Mendenbjdi in Q, F. C. II, (07. - 
F. G. II, JOI. 



Digitizcd by Google 



- 247 - 



Pforte f= Affenpforte?]. Die Feinde aber zogen mit dem erbeuteten 
Jas die l-'mliiurhcitur- | andere Arbeiter als diu vorhin gei!annlc]i?| 
im Walde gemacht hatten, und dem Wartenhuter als Gefangenen ab.' 

Der schlimmste Tag aber war für die Landwehr der 17. Juli. 
Die Verbündeten hatten den Main uberschritten, In der Frühe des 
17. nahmen sie Bergen. Darauf haben sie »gleich anfangs, weil die 
wachten [Wachen] nicht zum besten versehen gewesen und die 
liauptleut nicht vermeinet, dass der feind so nahe, etliche reisigen 
in der Friedberger Wart durch die lantgewehr [am Vilbeler 
Steg?] herein streifen lassen, und dann 5000 Stück Viel, geraubt von 
der Bornheimer Heide«.' Jetzt schlugen der Kurfürst von Sachsen 
und der Landgraf von Hessen zwischen Stadt und Gntlcuthof ihr 
Lager auf, das sich über die Galgen- und Bockenheim er Warte zur 
Friedberger Warte zog, und richteten bei der Bockenheimer Warte 
an den Landwehrgräben Pferdestalle ein. Markgraf Albrecht von 
Btandcnburg-Kulmbach aber ging bei Oberrad auf einer Schiffbrücke 
wieder auf das linke Mainufer und besetzte, ebenfalls nicht durch 
die Landwehr aufgehalten, den Mühlberg, wo seine Laufgrüben bei 
der alten Steinharte und der Dcutschhcrrcnmühlc herabzogen.' Um 
S Uhr Nachmittags wurde die Galgen warte von den Feinden »ange- 
iDndtfl * und am selben Abend »brannten die Belagerer die Sachsen- 
liluser Warte ab..' Die Bockenheimer und Friedberger Warte aber 
blieben verschont.» 

Es folgte nun die z-itagige Belagerung mit der wiederholten, 
besonders für Sachsenhausen so verhängnisvollen Beschiessung. 

Als endlich am Abend des 2. August die Nachlicht von dem 
am 3t. Juli abgeschlossenen I'assauer Frieden eingetroffen war, zogen 
die Sachsen und Hessen sofort ab, der Brandenburger aber erst am 
•j. August, nachdem er das linke Maiinifi-r gründlich verwüstet hatte. 

Obgleich nun die Landwehr in diesem Kriege der Stadt nicht 
nur nichts genützt, sondern sogar durch die Stützpunkte, die sie dem 
Feinde bot, erheblich geschadet hatte, so wurde doch gleich nach 
dem Abzug der Bedränger eine gründliche Herstellung derselben 



' M. LebaqJcr in a F. G. H, 405. - ■ Hcuhin, ibid. II, 419. - ' Be- 
ligenmgipbin. - < N'euhaus j. O. — 1 Lorsn. I, jgj, — 1 Filsch Lersn. II, r, j6j 
K) lynd auch in der Belagerung alle die Warthen oder W«hl-lJlQrn ausge- 
brannt«. - 1 M. Arnbach in Qu. F. G. II, ;o6. 



Aus Gründen, die uns nicht bekannt sind, sah sieh im Frühjahr 
1580 der Rat veranlasst, endlich an die Vollendung der Niederräder 
Landwehr, dieses Schmerzenskindes unter den Landwehren, heranzu- 
treten. Er bcschloss zu diesem Zwecke i. die Errichtung eines Schlags 
am Niederräder Stadtweg, 2. die Furtsetzung der zwciiir.ibigt'ii 
Zwerch lind wehr bis zum Niederräder Feldmarkgraben. Auch wollte 
man an der Mörfeldcr Strasse einen Schlag errichten, der als Geleits- 
grenzc für die untere Geleitsstrasse dienen sollte. Ein vorläufiges 
Abkommen mit dem Landgrafen von Hessen- Darmstadt' bestimmte 
für den Fall der Errichtung der geplanten Landwehr, dass ndero 
turi tiiclic gnaden das gcleidt bey dem schlag, so wir in dieselbige 
Ncwe Landtwer beym Riethof ' zusetzen fürhabens sind, wenden 
lassen wollen«. 

Noch vor dem 6. Juni errichteten die Forstmeister auf Befehl 
des Rats den Schlag bei Niederrad, den Lauf der Landwehr aber 
bezeichnete man — wohl nur zwischen Mörfelder Strasse und Feld- 
tnarkgraben — durch eine Furche. Kaum war dies geschehen, als 
der Mainzer Schultheis? zu Schwanheim den zu Niederrad ' anwies, 
dem Rare zu sagen, er solle Landwehr und Schlag wieder abschaffen. 
In gleichem Sinne schtieb am 6. Juni der Mainzer Hofmeister und 
Amtmann zu Höchst, Hart mann von Cronberg der Ältere, auf Befehl 
seines Kurfürsten an den Zollschreiber RudollT Emmerich zu Höchst, 
der Kurfürst habe den neuen Schlag bei Niederrad selbst gesehen 
und vernommen, »dafz von dannen« ein forche bifz ans Dannen- 
höltzlein* gezackert, vielleicht daselbst her ein Landtgewehr zu 
machen«. Hierdurch werde «der weg [Stadt weg] und die gclcits- 
strafsen [Mürfelderstr.] an mehr urten so tag wie nachto versperrt. 
Es sei dort niemals Landwehr oder Schlag gesehen worden. Deshalb 
solle sich der Zollschreiber zu den zwei Hurgurnieisteni bcuebiüi 
und Abschaffung von Schlag und Landwehr verlangen. 

Aber der Rat liess sich nicht einschüchtern. Er schob zwar 
die Ernchtur.g eines Schlags ;.n der Mürfelder Strasse noch hinaus, 



]er Fcldmartigraticjis. - ' .. Ii i !■. ,:r . i ,i. im: M.i I ■■■[ , .:r.i'A.- und Hischolswtf;; 
n dort gib Innerer der Landwehr die Richtung. 



- 249 - 

bvgisn aber sofort mit Jem Bau der Landwehr. Die Chronik jagt: 
»Mittwoch den rj, Juni, Anno i;8u hau man vor Sac Ikenhausen 
bindet dem RiedhofT vor dem. Dcnnenwald die Landwehr von dem 
Orth ahn es [— von dem Eck an, wo esj vor alters damit geladen 
worden zu volefu.en angefangen*.' 

Nach dem Geleits vertrag mit Datmstadt vom Jt. Mai Ijol 
rechte die neue Landwehr von der Steinkaul bis zur Neuen Wiese, 



das Südusteck der Steir.kaut. [st die An,;abc der Chronik genau, 
so haue 1580 die Zwerc bland wehr bis an dtese Ecke gereicht und 
die Luche wate erst später entstanden. Viel wahrscheinlicher ist, 
cass die Lücke alt isi und l süo aus denselben Grunder. urTer^vljwi: 
wurde, wie früher. Von der Holzheckl and wehr halte ich es trotz 
meiner Annahme auf 5. 196 für zweifelhai":, das:; ;:e jemals über das 
Zacken der Furche hinaus gekommen ist. 

Erst am 21. Juni antwortete der Rat Hartmann von Cronberg, 
sein Ansinnen sei befremdlich, da der Rat auf Grund von Privilegien 
handle und Niemand in seinem Rechte behindern wolle, »sondern 
sollen beide, der allbereit gemachte Schlag [vor Niederrad] und do 
wir einige mehr inn der Newcn Landtgewehr setzen wurden, aller 
gebür nach den durchbegerenden zu tag und zu nacht unversperrt 
sein«. Nachdem dann die Errichtung des Niederrader Schlages mit 
den häufigen Holzfreveln begründet ist, heisst es weiter, wegen der 
Landwehr habe man sich mit Hessen verständigt. 1 

Aber diese Erklärung »hat nicht verfangen wollen«.' Die Ant- 
wort darauf war die Zerstörung des Schlages von Niederrad durch 
die Leute des Kurfürsten. Am 1. Juli ■früe gegen tag hat herr 
Daniel Erzbischof und Churfürsi zu Mainz den Newcn Schlag 
abwendig Niederrad . . . abhauen und niederreifsen lassen«. 4 
Seine Leute hieben den Schlag ab und zu kleinen Stücken, brachen 
das Eisenwerk ab und nahmen es mit; einiges fand sich später im 
Graben. 1 Es geschah dies aber »durch ein jrross aozahl Volks, davon, 
wie man ungcveilich dafür gehalten, bis 200 zu Fuss und .|o zu 
Pfordt gewefzenn , . . und haben sich etliche unier Inen verneinen 
lafzcn, wenn sich Ihr einer von Niederrad uff der gassc schenn lafz 



'Chron. I, ij8ü; Lersner I, 1; saßt, <!it LmJwelir sei ani'sworfcii o-orden 
«U [= wo] es gemangelte — • Brief im Archiv I. Seinen Inhalt cnvjjmt auch 
die Supplicaiio. — ' Supplicaiio. — > Chron. I, 1580. — 1 Supplicaiio. 



oder ufü dem li.uif/c ijehe, woilcn ;.;e eir. !;e;;eii i!i::cii :.ie ;.:;;m; 
und den Flecken anzünden«. 1 

Hierauf iciclitc der Rat durch seinen Syndicus beim Kammer- 
richtcr eine »Supplicatio pro citatione in causa turbatae ponessionis« 
ein. 1 Diese führte aus, da die Stadt das Recht habe, einersei:s In der 
] lol/keck »alle, acut;, jiiri'iitii.'iiiini.s allein zu es erdeten« und ins- 
besondere das Wäldchen durch Gräben, Hegen und Schlüge gegen 
Hollfrevel zu schützen, andererseits Landwehren u. s. w. zu errichten, 
so sei weder gegen die Aufrichtung des N'icdcriäder Schlages, noch 
gegen die der Landwehr etwas einzuwenden gewesen. Es wird so- 
dann der Streit mit Mainz bis zur Zerstörung des Schlages [ein- 
schliesslich) erzählt und zum Schluss der Kammer rieht er gebeten, 
an den Kurfürsten, sowie die Schukhcisscn und Gemeinden zu 
Scii-.vji:heioi, Sossenheim und lhich-i' eine »Cit.tiiuu in communi 
consueta forma* ergehen zu lassen. Aber die Supplicatio wurde ab- 
geschlagen,* 

Mittlerweile hatten sich aber auch die Wildbannherren geregt. 
Nach ihrer Auffassung wollte Frankfurt 1580 «die unbefugt angelegte 
| S.iehienlüiiscr] Landwehr um ein gar merkliches vergrössernn . . . 
»unter dem Schein einer Landwehr sich in die Dr deich weiter ein- 
schleichen 0 und solche Kinsjriiic omit dem Deckmantel einer Land- 
wehr colorieren. 1 Die Grafen Ludwig und Wolfgang von Isenburg 
sandten daher an den Rat ein Schreiben, worin sie unter Berufung 
auf ihre Gerechtigkeiten geltend machten, es würden durch die Land- 
wehr alte Strassen gesperrt.' In ihrer Antwort 1 beriefen sich die 
frankfurter auf ihre Privilegien und erklärten, durch die neue Land- 
wehr wurden keine alten, offenen Strassen versperrt, »sondern plciben 
die gewonliche La nd straf zen ahn jrenn gepurenden ortenn nichts 
desto weniger olfen, wie hie vorcii, defsen sich ulf den Augeti- 
selicm' jie/ogcnn. Von dieser Antwort nicht befriedigt, »haben die 
Wildbannherren die Landwehr wirklieh niedergeworfen und 111- 
schleiffen lafsen.' Am 30. April 15S1 »als man einen Armen Sünder 
zum Richten " nach Nicdcrrad geführet, ist man gewahr geworden, 



an der Zerstörung des Schlages beteilig.. - « Auf der Rückseite des Zttieli 
.Abgcsclllagen in eons. !(. Febr. 8... - : Buri, behauptete Vorrechte etc., Fft 1714, 
Ii) 11, Gründl. GejcninfornMiion jjjS, Tu] II. S. j 5 6. - 6 Büri, Vorrechte Ii}. 
- 'Buti, Gegcntnf. Anbec n. - «Kitt aAu-c^chehis hat sicli nocli nicht 
fluiden. — ' Buri, Gc e rti;n(. III. S. t.S (mein Su !) - 10 Der NiedenÜdcr Gl\gtn 
stand auf dem Gj1;;c:i:^.! ^d-At-Mlich vom Schlage. 



dafz Graf Ludwig und Wolff zu Isenburg, Graf zu Büdingen santi 
Hanau liobcnhaul'zen, durch derselben Unterthanen, deren wie man 
bericht ein gross anzahl gewesen sein soll, dieselbig Naehi die New 
LuiJtgcwchr umb den Dennwaldt hcrumb ziehendt an vier ortenn 
schleiffen und einwerffen haben lassena.' Wo die vier Stellen 
waren, is: jeizr nicht mehr zu erkennen, vielleicht la:id .-.p.iter che 
Anlieferung statt. 

Vom Verhalten Frankfurts nach diesem Gewaltschritt sagt die 
.Jtpierisdic Seite, die Stadt habe «nicht das geringste tüchtige ein- 
gewendet, viclwcuiger die Xicdcrreissung zu ahnden gesucht, sondern 
es bis auf den 1 1 1- l: 1 1 l; o: 1 T.ig Jai'ev l: criT kILc :i bewenden hifsen«.' 

Frankfurter Nachrichten sind mir unbekannt. Kirchner sagt; 1 oder 
Rat, dem es nicht an Processen fehlte, liefs für jetzt die weiuus- 
sehende Fehde ruhen«, So blieb die N-ederr.ider Ijndwchr eine 
Raine und als thitsäeblicb lückenloser äusserst« Abschluß im Westen 
d:e alte Linie Bornackej-Oppeoh eimer Brück cKunig&hichmundung 
'jraehen. 

Von den Schlafen der Nicdenader Landwehr bestand nur der 
Ricdschljf; weiter. Ihn bestimmte der Vertrag mit Darmstadt vom 
l. Mai ti8t unter Aufhebung der Unterschiede mischen gewöhn- 
ücbem und hüistengclcit als Gele;tsgrenze für die obere Ccleit>- 
strasse. Das fremde Geleite sollte atsser-, das städtische innerhalb 
■:cs S;!il.-i:e* halten. Dass man damals auf die lirr:c!itc,ng de. Sc'.ilages 
an der Mörfelder Strasse noch nicht verzichtete, zeigt derselbe Vertrag, 
wo es, nachdem die Ricdbrückc als Geleitsgrcnzc für die untere 
(leieiissirasse fi-sti;esti!(i worden ist, lieisst, der Rat wolle »Jen 
Schlag, so vielleicht in obgemelden duppelen Graben [Tannen- 
hndwehrj möchte gesetzt werden, so oft yemandt dadurch zu be- 
hievten were, zur belmf sulehe* gleyd;-, uu versperret lassen«. Aber 
Jcr Schlag wurde niemals errichtet. Auch von einer ilcr:;tcl:u:ig 
des Schlages vor Niederrad ist nichts bekannt. 

VII. GrOHaen Herste] !un Bearbeiten vor dem SOjfihrlgen Kriege. 

15B1- 161B. 

Der verunglückte Ausbau der Niederräder Landwehr ist die 
letzte Erweiterung des Frankfurter Landwehrsystems. Zu ferneren 
Erweiterungen trat keine Veranlassung ein, da sich cIlIs Stadtgebiet 



1 Chron. 1, i;3l und kuti lila, 164. — 1 Buri, Gegeninf. a. a. O. Anl. ij. 
- I Nach Buri, litE^ninf. U, S. 5. 



- 2J1 - 

nicht mehr vergrösscrtc. Von den Unterhai tungsarbeiten aber, die 
nach 1380 sogar noch in firiisscreiv. M.issstabc vorgenommen wur- 
den, sind die wichtigsten folgende: 

1. ifiio zahlte man 358 fl., worin I fl. Weinkauf, »Bernhard 
Zieglern, Seegräbern ... die Landwehr von der Galjjenwarie an 
bis an den Ginheimer Steg 6 Schuh tieff" und 6 breit auff beiden 
Seiten auszuwerfen und auszugraben«. Es waren 1071 R., die R. 
zu 5 Batzen;' und 161 1 demselben 171 fl. »für 513 R. in der Land- 
wehr vom Ginheimer Steg bis an den Eisern Schlag, Graben 
aulfzuwerfleno ; 1 auch hier, wie aus dem Preis von j Batzen die 
Rute zu berechnen, beiderseits 6 Schuh breit und tief. 

2. 1619 wurden 198 1 /' K- Landwehr beim Schafhof »auf- 
geworfene und ausgeräumt, wahrscheinlich östlich vom Zk-^clsc!'.!^;- 
ebenso 375 R. von der Sachsenhäuser Warte bis zum Schafhof.' 

VIII. Die Landwehr im drelssigj ährigen Krieg. 

■ £18—1648. 

In dem nun folgenden dreissigpliriL^n Kr.ci: h;u die Landwehr 
sicherlich militärisch keine Rolle mehr gespielt. Dagegen war sie 
manigfacher Schädigungen ausgesetzt. Nach Kriegfc wurde sie «an 
manchen Stellen verschüttet« und unter den Watten hatte die Fried- 
berger das Unglück, am 6. Oktober 1634 von den Kroaten in Brand 
gesteckt zu werden. Die Herstellung erfolgte 16)7.' 

Von dem Werte der Warten aber als Ausblicks- und Signal- 
stationen in Kriegs- und Friedenszeiten war mau noch überzeugt. 
Nur so erklärt es sich, dass man noch 16.14 ällen Ernstes daran 
denken konnte, beim Eisernen Schlag an der Eschersheim er Strasse 



1 .. r 1: 1 .1 1 .:< I . ..11 . 1 1 ' Ii:." I. i ... Mi. 

HJscIir. JJ. natu Rb. - i WoIlT-Jung II, 9.1. - I S. S. 61, 



Diaitizcd by Google 



Fünftes Kapitel. 

Das Naehleben der Landwehr 
als Forstobjekt. 

i6ja— 17B5. 

I. HOsk blick. 

V 0 r 164S. 

Je mehr die ursprüngliche Bestimmung der Landwehren infolge 
der veränderten Wrliältui'i-.t' i h t 0 11 Sin:] verlor, desto rascher vollzog 
sich ihr Verfall. Die Bäume wurden nicht mehr gebückmässig ver- 
schnitten, das Nachpflanzen der Hecken, das zeitweilige Neuausheben 
der Graben kamen mehr und mehr ausser Übung. Nur als Forst- 
objekt nahmen sie noch das Interesse der Behörden in Anspruch. 
Dies hatten sie schon von Anfang an neben ihrer eigentlichen Be- 
stimmung gethan. Sehr häufig wurden, wie wir sahen, auf den 
Landwehren Weiden gepflanzt, besonders an wasserreichen Gräben, 
wie denen der Scckbachcr Landwehr. Der Weidenhau wird oft er- 
wähnt ' und bildete oft den Gegenstand von Streitigkeiten. Von den 
Ni.v.richti'u über forv.iicl'.e Nutzung der Landwehr in den vorher- 
gehenden Perioden mögen nur einige hier Platz linden: 

144t ist die Rede ov-on wyden wellen, an der tantwera 
gefallen.' 

1491 sollen die Bäume auf der Landwehr null' der Gesellen- 
Ecke« abgehauen werden. 1 

Die Forstmeister rechnung enthält im Jahrgang von Johanni 1581 
bis dahin 1582 unter der Überschrift »Ausgaben die SadistuiiL-.user 
Lnttgewchr zu hawent neun Itcms, von denen das letzte lauter 
MUWnbereideii von 8 wochen«, Gesanitsumnie 39 fl. 23 ß 8 h; und 
im folgenden Jahrgang dij tagclolin uff der Landtgewchr am Schaff- 
en!]' [die jiüisjeti liäinuej 1. tischnai denn und öfter die Notiz "Wellen 
uff der Landtgewehr zu hau-eno. 

' 1, Ii. 16a «in de; schwamm Kütilcn hg«, J. Ii. in Je; Uoiktniii'hutr 
Landweb von Sicin 65—8; oder 8>. — ' Hb. 1441. — I Bgmt. 1401, F. 43. 



.648-1?*}. 

Der drassigjlhrige Krieg hat gewiss die Landvehr auch in 
forstwirtschaftlicher llmsid-.t stark k^ch.uligi. Doch mag sich der 
Schaden allmahlig wieder ausgeglichen haben. Im i8. Jahrhundert 
begegnen wir dann häufiger energischen Massnahmen zur 
Aufbesserung des Holzbestandcs auf der Landwehr. 

So wurde 1727 bei einer Waldbesichtigung für nötig befunden 
»die alte Landtgewehr [=* Tannenwaldlandwehr] ... neu auf zu 
vürsten lasen und dann diese und die Förster Ecker gegen der 
Holtzheck über' nächst der noch übrigen lehren blicken wieder- 
umb in die heg zu legen, so baken die Früchten von erstcren ab 
und es sich tuhen lest.o ' 

Auch wurden Teile der Landwehr in Bestand gegeben. Die 
»Frankfurter Marbach« verlieh man 1729 auf 20 Jahre an Georg 
Lindheimer, Bürger und Viehhändler und Christoph Fries, Bürger 



Landwehr auf beiden Seiten mit •Weyden oder anderen zur Be- 
holzung tauglichen und dasigenorts wachsenden Bäumen, auf ihre 
Kosten zu bepflanzen. Die »Raidcln- erhalten sie umsonst aus nder 
Stadt Landwehr». Die Bestinder dürfen nicht umackern und dergi, 
müssen Eingriffe anzeigen und wenn ein löbliches [Rechcney-]Amt 
die beiderseitigen Graben wird neu auswerfen lassen, selbige auf 
eigene Kosten unterhalten. Die Sache scheint aber nicht lohnend 
gewesen zu sein. Dann schon 1732 baten die Beständer um Ent- 
lediguug, aber vergebens. 1735 baten Fries und zwei Vormünder 
der Lindheimer'schen Kinder um Entlassung von der mit dem Acker- 
gericht — an welches inzwischen die Verwaltung der Landwehr über- 
gegangen war — getroffenen Verleihung, da sie nur Schaden gehabt 
hätten. (Ende der Akten.) 1 

Jedenfalls scheint der luvstli^'.e Zustand der Landwehr vor Aus- 
bruch des siebenjährigen Krieges nicht gerade besonders schlecht 
gewesen zu sein. Um so schlimmer wirkte dann der Krieg. »In 
diesen unruhigen Zeiten hatten die Feld- und Holzdieb, welchen 
man . . . nicht genug aufpassen konnte ... in allen Land wehren 



■ aUreiKilii« s. ,S. 197. — ' l'slb. Ii. Ii, i). .1, C. 5. - ! Uijll.. A. .;; 7.. 



DigitizGd by Google 



- *55 - 

die meinen Baume nach und nach gestohlen«. Zu "Nachrinanzungcnii 
hatte man »wegen sonstiger Arbeit keine Zeil«; auch war »der Tage- 
lübu zu theuer, ingleichen keine Bäume ohne grosse Kosten herbei- 
zuschaffen«. So war nach dem Kriege an manchen Stellen der 
Landwehr «beinahe nichts als hohle Weiden, Hasel hecken und 
Dorneno übrig.' 

III. Seit dem siebenjährigen Krieg. 

Unter diesen Umständen kann es nicht auffallen, dass in den 



Dem gegenüber machten sich aber die Interessen der Anlieger geltend, 
die mit grosser Entschiedenheit zuerst die Abholzung und endlich 
die gänzliche Abschaffung der Landwehren verlangten, in diesem 
Kampfe blieb zunächst die r'orstvcrwaltung Siegerin, häufig gestützr 
auf die bei Behörden und Bürgerschaft noch lebendige Anschauung 
van der militärischen Notwendigkeit der Landwehren. 

i. Aufforstung der Zwerchlandwehr. 
1767-1768. 

Den ersten Gegenstand des Kampfes bildete die Frankfurter 
Zwerchlandwehr." Sie reichte damals nur noch vom Nordosteck 
der St.ilkui-jjsi'idc bis einig!- K . vnilieh der KiHi'.'l.iiiclislimdwehr. Ihre 
Siidspirze, .schon auf der Geleitskarte 1572 recht dünn, war seitdem 
von den rechts und links angrenzenden Wegen ganz aufgesogen 
worden, das nördlichste, zwei Morgen haltende Stück aber hatte man 
ger.tunte Zeit vor 1767 nach Abbau und Verkauf des dort anstehenden 
Lehmes in einen Acker verwandelt und gegen ; tl jährlichen /ins 
dem Grabeumeister in Bestand gegeben. Auf dem ungefähr 10 Morgen 
hallenden Rest der Zwerchlandwehr hatte 1667 das Ackergericht die 
wenigen noch übrigen wilden Bäume abhauen lassen und wollte nun 
das Stück mit einigen hundert Rüstern bepflanzen und [auf der Ost- 
seite] mit einem »lebendigen Zaun« versehen. Nachdem die Zu- 
stimmung der bürgerlichen Collegien* und die Genehmigung des 

'Bericht der Deputierten zum Ackerger. vom 11. April 17*8 in ■Aclrerger.- 
Lindw.i. — 'S. -S. 5}. Die der folgenden Darstellung zu Grunde liegender] Akten 
»(finden sich in Fase. iiAckergaiclii-Undwch». — I Es sind dies das seit 1612 
bestehende Kolk-;; dt: aNcunei'-, die :i. .1. die su.lii.Jien Ii -.\liriii: u;.-:l ^1 i'n.l.-i 
hit:en, und djs im Anfang des Iii. J;,:,-,;,,.,^,!.; p^;],., freue Kollep; der »Kin- 
iii]Jrün(iiyerp, einer s;.indi|;en Yi-tirellMg der Bi 



R»tes erlangt war, begann die Bepflanzung. Hierbei wurde ein Teil 
des Eekenheimer Weges, der sich auf Kosten der Landwehr über- 
mässig verbreitert hatte, mit in die Heye gezogen. 

Da richteten am 3 o. November die Anlieger der Zwerchkndwehr 
an Jen Rai d.Ls CcmiJi, v;n <i;-: Re]d.mxLii:;: Ab:t;ii'J zu nehmen. 
Da:, kürzlich vollzogene Abhauen der alten Bäume sei zwar zu be- 
gossen, weil sie durch Schauen, Wurzeln, Raupen, Spatzen, Raben 
i:nii Gc ; ir;ü.:l c'c:i l'elil ji'itcrn mit Schaden gebracht hatten. Dagegen 
würde durch die begonnene Aufforstung und liinzäunung oder sonn 
auf der Landwehr hergegangene Fussweg auf die [ostlich liegenden] 
Felder der Ackerbegüterten getrieben« werden. 

Hiergegen machte das Ackergerichc, auf das inzwischen die 
Aufsicht über die Landwehr übergegangen war, vom Hat zum Bericht 
auij-eüjviSert, folgendes geltend: die Küster sei ein Baum, dessen 
Wurzeln am tiefsten unter sich und am wenigsten auf der Oberfläche 
des Bodens hergingen. Sonst würde man sie nicht so hiuBg bei 
Gärten, Wiesen und Weinbergen dulden.' Die Landwehren, deren 
Gel. Inde cirsi !;-. , .:;e:i GtlJv;r::i:;i!ii- vmi den Besitzern abgetreten 
worden sei, mr.sstcn »ach der. »ssiM.rlidici! KcMMitiencn« erhalten 
werden. Das Bedenken aber mit dem Zaune sei um so mehr liin- 
f.illiL', ;ils die seit dem Bau der l : riedberger Warte zum l'cldwcu 
liLTiib^f drückte lickeuhciuier Strasse die für einen Milchen Weg ganz 
übermässige Breite von 15—18 Schuh habe. 

Der Rat liess sich überzeugen, und die Bepflanz.ung wurde be- 
schleunigt. 

Aber am 30. Dezember wiederholten die Anlieger ihre Vor- 
stellung: Die Bepflanzung werde »mit der Zeit einen Aufenthalt vor 
Schelme, Diebe, Rätiber und Huren gesiiidel. auch ein reeeptaculüm 
für Spatzen, Raben, Raupen und andere Insectcn abgeben«. Auch 
die Landwehr bei der Galgenwarte sei nein Schlupfwinkel vor Spitz- 
buben und ein Tummelplatz der Huren bishcro gewesene und sei es 
noch, und es könne nicht fehlen, dass durch diese Anpflanzung der 
Aufenthalt Tür Räuber u. s. w. vergrössert werde, »wie denn das 
allda stehende steinerne Kreutz' eine Anzeigen sei, »dass schon 
in dasiger Gegend Menschen ermordt und allda begraben liegen, 



derenthalben auch diese Zwerglandwehr vermutlich ausgehauen und 
Hellte gemacht worden«. Auch würden sich in dem »bey 10 Murgen 
bauenden Wäldgen dereinst Füchse, Hasen und Feldhühner ansiedeln 
und den Müssiggängern Gelegenheit geben, mit ihren Hunden die 
Felder zu vertreten. Dagegen könne dieser District, nach dem Muster 
des nördlichen Abschnittes in Ackerland verwandelt, »ohne einen 
kreuzer kosten daran zu wenden, alljährlich und mehr Gulden 
Pacht gebem nachdem man zuvor noch aus der daselbst befindlichen 
«Leimen Erdet etwa hjo fl. erlöst haben. 

Diesen Anschauungen der Ackcrbegütcrteii suchte ein Druck- 
blatt' weitere Verbreitung in der Bürgerschaft zu verschalten. Iis 
stellt zuerst die Frage auf: Was ist vorteilhafter, die Bepflanzung 
fortsetzen, »Graben machen und Hecken ziehen», oder die 4 Morgen 
iin welchen der beste und schönste Laimen stellte erst »vor Laimerl 
zu graben« verlehnen und dann zu Äckern machen, das übrige aber 
gleich zu Äckern machen? Dann verwirft es die Bepflanzung als 
»eine gern einschädli che Untern ehmunge, weil sie Gelegenheit biete 
für Diebsbanden, die sich in Haufen von 100 und mehr dort ver- 
stecken »und Raub und Mord in denen Höhlen und Gruben ver- 
üben können«, wodurch »gleichsam vorsetzlich eine zweite Hasel- 
becke wie bei Obermerle in der Wetterau, im Angesicht der 
.Stadt und selbst auf deren eigenem Gebiet errichtet« werde. Endlich 
rechfertigt das Druckhlatt die Abschaffung der Zwcrc bland wehr damit, 
dass sie nicht wie die «grosse Landwehr«' wegen der »Limiten mit 
denen benachbarten Herrschaften« unverändert bleiben müsse. 

Vom Rat am z, Februar 1768 zu nochmaligem Bericht auf- 
gefordert, erklärte das Ackergericht, in voller Übereinstimmung mit 
den vorher befragten bürgerlichen Kollegien am it. April, die 
ßaumzucht sei jeder anderen Benutzung vorzuziehen; das vorzeiten 
dem Grabenmeister aus Kot und nur provisorisch verliehene Stück 
müsse nach Ablauf der Leihe, alle übrig™ der Landwehr entKOjje'icii 
Plätze aber baldmöglichst wieder zur Landwehr gezogen werden ; 
die Bedenken wegen der Kosten seien unbegründet, vielmehr seien 
aus den Lochern für die Bäume hinlänglich Steine gewonnen worden, 
um einen 4 Schuh breiten Fussweg längs der ganzen Landwehr an- 

' »Gegeneinanderhilluni; des Schadens. IL 5. w., Vorstellung der Acktr- 
Uegüturlen 211 die Hirr.i-tMiui Kulliflitit, verlissl vnn Advocal Rost, Linda lim. 
HcMj.ne ;cm IScricht Jcs Aclicrgcr. v. II. Apr. 17(18. — ■ d. k die l.andivchi um 
.In Uamniniese zur Bornheinier Grenie, zwischen Stein 6; und 192. 



Endlich kam eine aus dem Haie gewählte Deputation in ihrem 
Gutachten vom 10. September zu folgendem Scliluss: Die Land- 
wehren sind zu erhalten, weil sie von verschiedenen Kaisern privi- 
legiert und durch die Stadt-Reformation ' sowie kaiserliche Itesu- 
lutioncs begründet sind, auch weil sie dem gemeinen Wesen zum 
Sthuu dienen. Die dann gepflanzten Baume bringen Nutzen. Die 
Vorstellung der Acker begüterten ist daher nicht zu berück nichtigen. 
Wo Rüstern stehen, bleiben sie; d:c Stücke aber, «o die Baume 
a ■>,;<•, ;.i:,g.'i Miii!, " i\i n<er d:e (u Ackerland angelegte 

y.wttc:il.e.!wchr" v.ml -neuerdi'.ii;s mit Blumer besetzen und i:!c;(li- 
falls bestens mannten;eren zu lassen«. Die bürgerlichen Kolleg.cn 
sollen künftig derartige Vorstellungen abweisen 

Dies wurde /um Baiibcsil.iuu tihojtn und die /«c:it;l .njui-hi 
alsbald mit Küstern, Cappeln und iSibjrischen ErbsenMumern 
besetzt ' 

2. Aufbesserung der Landwehr von Oberrad bis zur 
Langen Wiese. 

Seit 1773 wendeten die Behörden auch der linksmamischen 
Landwehr ihre Aufmerksamkeit zu. Um dem überall in Frankfurt 
auftretenden Holzmangel abzuhelfen, hatte das Forstamt nicht nur 
im Walde Pflanzungen gemacht, sondern auch »Bedacht genommen, 
die mehrcntheils ruinierte |!inksmainischej Landwehr, welche nie- 
mals von einigem Nutzen gewesen, vors künftige in etwas ertrag- 
licheren Stand zu setzen-. Nach einem von den beiden Oberförstern 
Johann Vogel und Hermann Dick in ihrem Gutachten vom 2. Sep- 
tember 1771 entwickelten Plane wurde an der ganzen Landwehr von 
Oberrad bis zur Langen Wiese mit Einschluss der Zwcrchbndwehr 
fürs erste als wenig wertvol'. jesgesiiiitde:) Jas im Ii. lange, sehmale 
und steinige Anfangsstück bei Oberrad und das 20t R. lange «an- 
noch mit gar nichts bewachsene« aber demnächst zu ('eplkin/ende 
Endstück vom Zicgelschlag zur Langen Wiese, auf dessen letztem 
Abschnitt zwischen der Mörfcldcr Strasse und der Langen Wiese 
der Hiedhofbeständer den neuen Graben ■ meist zu Aclter gezogen« 
hatte. 1 Der Rest wurde in 10 Distrikte geteilt, die je nach dem 
Boden verschieden behandelt wurden und von denen jährlich einer 
zum Abtrieb kam. 



' = das von Joh. Fichard E >- c vcrfasslc Gesetzliudi. -- ' Bericht de! Oberf. 
Vogel vom 19. Oktober 1779. — ) llnrl l.iij üiurrlull' der Landwehr du uRiedhrtfa 



J. Geplante Bepflanzung der rechtsm a in isch en 
Landwehr mit Obstbäumen. 



Nicht lange darauf, am 2$. Oktober 1774, stellten dann mehrere 
l!t^'.Ui.'rii; in Betreff der rechtsmainischen Landwehr beim 
AJ-nTLjtjTi.l!! unter WiiJuriiohir!:; der bekannten Argumente von der 
Zwccklosigkeit und Schädlichkeit der Landwehr folgenden eigen- 
artigen Antrag: Alles Hol? und alle Domen werden entfernt, die 
Gräben neu ausgestochen und mit ihrem Auswurf die »Brustwehren! 
erhöht. Statt der Weiden und anderen ■wilden Holzes« werden 
»fruchtbare Bäume« gepflanzt. Die Obst- und Grasnutzung wird 
verliehen. Die Hecken werden den Pächtern überlassen. Dafür 
sollen diese das Auswerfen der Gräben und Erhöhen der Brustwehren 
dauernd besorgen. Das Aerar kann somit die Besoldung eine 
Grabenmeisters ersparen und statt dessen einen neuen Schützen 
anstellen, 

Eine Ratskommission prüfte diesen Vorschlag, lehnte ihn aber 
entschieden ab, indem sie im Gegenteil empfahl, »mit den Land- 
wehren nicht die mindeste Veränderung vorzunehmen, vielmehr die 
Ackercommission anzuweisen, -auf deren Unterhaltung in gutem und 
gehörigem Stand ein beständig wachsames Auge zu haben«, und 
der liat erhob dies am 8. Dezember zum Bcschluss. 

Hatte man somit den Plan einer Obstkultur auf der rechts- 
mainischen Landwehr für immer abgetan, so wandte man sich um 
so eifriger der forstlichen Aufbesserung derselben zu. 

4. Aufbesserung der rechtsmainischen Landwehren 
(ausser der Zwerchlandwehr). 
1779-1781. 

Schon 1775 hatte Oberförster Vogel über den Zustand der 
:-.:,:i'.:.:]biii:ischen Landwehr Bericht erstattet. Doch wurden zunächst 
keine Massregcln ergriffen. 

Am 3t. August und 1. September 1779 besichtigte dann Vogel 
im Auftrag des Ackergerichts nochmals die Landwehr vom Gutleuthof 
zur Schlaghüuc in Bornheim und vom Hohen Steg zum Bassom- 
l'ierre'schen Hof [jetzt Neuhof | an der Eckenheimer Strasse. In 
■Line:-) liericht an das Ackergericht teilt er erstere Strecke in 17, 
letztere in 9 Stücke und beschreibt von jedem den Bestand, Dann 
ichlägt er vor, die ganze Landwehr zu vermessen, in Schlage ni 
•T 



Dipzcd by Google 



- zfo - 



[eilen und diese im Hauverlahreti nii; N.lc 1 1| !Ln 71: \<cwa\- 
schiften. Zur Sicherung eines rationellen Forstbetriebs soll der »LanJ- 
v. ehr- Aufseher« darauf achtet], dass in der Landwehr weder Vieh 



fast alle Jahre beim F.rbscn reis erholen und habe das Abdürren zahl- 
reicher Stämme zur Folge. 

Die Vogel'schen Vorschläge fanden zwar Billigung, kamen aber 
nur langsam zur Ausführung. Denn erst 1781 beauftragte das Acket- 
gcrieht Vogel, die >in der Landwehr auf der Stadt Frankfnrt Seite 
stehenden «wilden Obstbäumen und übrige abgingige Kappstümmel, 
d. h. ehemalige Gebückhiiinii^ iinii ahe Kappweiden, zu zeichnen 
und zu nummerieren. Vogel beding demzufolge die Landwehr am 
4. Dezember mit Landamts schreib er Dictz und den beiden Graben- 
meistern [Grabenmeister liiehl und «Neben- oder Heigraben meisten 
Hans] vom Gutleuthof bis zur Friedberger Warte und am 5. mit 
Grabenmeister Riehl vom hohen Steg herauf. Er fand 78 ver- | 
schiedene Obstbäume, davon 26 zwischen Gutleuthof und nGallen- 
wartc* und 35 zwischen Bocken heim er und Friedberger Warte; j 
Kappstümmel standen überall. Die Obstbäume sollten verkauft, 
und dann, dem Vorschlag von 1779 entsprechend, Massnahmen fut 
bessere forstliche Ausnutzung der einzelnen Land wehrteile getroffen 
werden. Die Vorbereitungen hierzu im Frühjahr 17S2 warfen in- 
teressante Streiflichter auf den verfallenen Zustand der Landwehren. 
Unter der Brücke des eisernen Schlags war »das Gewölbe mit Grund 
ganz zugellösst« und zwischen diesem Schlag und der Bockenheimer 
Warte «sowohl zwischen den zwei Gräben als auch auf den beiden I 
äusseren Seiten fast gar keine Fläche, wo der aufgehackte Grund, 
ohne in die Gräben zu fallen, liegen bleiben könnte» ; ein Hacken 
und Ansäen aber »neben den Äckern beyderseits der Gräben« schien 
■ wegen det Schäferei« aussichtslos. 

Ober den weiteren Fortgang der licsserungsarbcitcn sind mir 
keine Akten bekannt. 



ge weide 



:h Holz 




— i6i - 



Sechstes Kapitel. 

Die Abschaffung der Landwehr. 

17S5— i8ia 

Der Zeitraotn der sj sie malischen Abschaffung der Landwehr 
M^inni mir dem Jahre i~8j, erstreckt sich aber infolge Mutiger 
IVrci^rfihuntcr. Jurci; d u Kr e;:serei:.Tiisic S;s iSiu Kit;;»« 
nicht zu vergessen, dass einzelne Teile der Landwehr schon viel 
xaher abgescharrt, worden sind, und zwar reehtsmainisch das Sudcnde 
cer Zw.crchbndn.cli:, d;c DicknitlandWbr und kleine Stücke neben 
c:: (ialgun- ur.ö Höckelheim.': Watiu. lin"»smii'"..s:li J:C Ovsote 
■■ vichsenirluscr l.;njv.uhr. J.i l'-.i . c . .tijv. el ■ die ■ .. 
rlescr Veldmarkbclesuguiv und Tc;'.e du: Oberrod« I-andwehr. 
Doch empfiehl: ei sich, ihre Beseiiigunj'. mit den grossen Abschaffung" 
seit 1785 zusammen zu behandeln. 

Unsere Darstcllim;: bc-jln-.ir.ki sich auf das Schicksal der eigent- 
lichen Landwehr» reck eu, indem sie darauf verzichtet, auch von jedem 
Schlag die Zeil seines Eingehens nachzuweisen. Wegen der Warten, 
die mir ihren Schlägen im Dienste der Chausscegcldcrhebung ver- 
wendet wurden und dadurch die Landwehren noch lauge überlebten, 
verweisen wir auf Wolff-Jung. Über die Kettung der Warten durch 
Schöll von Ohlenschlager 1H0S und Klübers Fürsprache für dieselben 
1026 findet man genaueres in den 11 Mitteilungen« Bd. III, z6y 

Erster Abschnitt. 
Abschaffung der rech tsmaini sehen Landwehren. 

I. AbaiiiatluiiK der grussen Landwehr' von der Darum wies« hin 
Hontheim nebst der Zwerehlanüwehr. 
A. Das Ganze. 

Am 26. März 178; schloss Frankfurt mit Landgraf Wilhelm IX 
von Hessen-Hanau' gleich nach dessen Regierungsantritt einen Vcr- 
irag, welcher samtliche zwischen Frankfurt und Hanau schwebenden 
Streitigkeiten wegen Grenzen, Jagd und Geleire endgültig beilegte 

' .Grone Lind w du. Iiciss! i:i Jiosc! Zell luiiNi; die .Streike vom Gutleulliol 
Odo ton der Dammwiee bis Bornlieim; .kleine Landwehn die Strecke von der 
Etknhtimer Strasse mm -ra«n RieJerbucli. - * Seit 1760 Graf, dann Fürsi 
von Hanau, seit dem Tode seines Vaters [-"riedrkh. Anfall;; 1785 Landgraf. 



Digitizcd 0/ Google 



und eine neue Grenzsieinung bestimmte. Diese wurde 1787 aus- 
geführt. Die Steine, von Ken IIa- in Dackenheim gclicferi, sind innc» 
mit F, aussen mit HH, auf den Seiten mit 1785 und der Nummer 
bezeichnet und stehen noch. 

Über die Landwehren aber bestimmte der Vertrag Folgendes: 
Die Keichsstadt verpflichtet sich, »nach vollzogener Grcnzabsteinung.. 
ihre Lau dwehre, welche in denen dermaligen veränderten Zeiten 
ganz ohne allen weiteren Nutzen ist, vielmehr bis daher ein Zufluchts- 
ort für die Jagdcxccdenten und sonsttn gefährliche und liederliche 
Personen, auch denen Gewächsen und Früchten schädlicher Tiere, 
Vögel und Insekten gewesen ist, von dem Sulzenschlag bey 
Bornheim an . . . bis an die Bockenheimer Warte schleifen 
und den Boden auf eine unnachtciligcrc Weise benuzzen — sodann 
von gedachter Bockenheimer Warte bis an die Dam- 
Wiesen [zu Stein 65], wo gedachte Landwehrc des Wasser-Abzugs 
halber nicht wohl ganz abzuschaffen ist, in derselben alle Domen 
und sonstiges niedriges Gesträuch ausrotten, dagegen selbige blos 
mit hochstämmigen, wenigstens 10 Fuss hoch von unten aus- 
geschneidelten Bäumen bepflanzen, auch diese so halten und behauen 
zu lassen, damit deren Äste nicht über die anglänzenden Ländereyen 
hervorragen.« 

Dieser Vertrag wurde am 1. August von Kaiser Joseph II. 
ratmeiert, welcher dazu bestimmte, »dass weder in Absicht der Land- 
wehr, noch anderen Gegenstände, die geringste Veränderung vor- 
genommen werden, sondern alles so bleiben solle, bis die oAus- 
steinung der Landes-, Jagd- und Hoheitsgrenzen bewürket« und ein 
»Riss mit Beschreibung« gefertigt sei. 

Die im vergangenen Winter in der Landwehr begangenen Hab- 
frevel legten die Besorgnis nahe, dass alles Holz gestohlen würde. 
Daher bcschloss der Rat am 15. November auf Befürwortung der 
Schöffen, die Landwehr von der Dammwiese bis zum Sulzenschlag 
abholzen, verschleifen und umrotten zu lassen. 

Gegen die sofortige 'Ausführung dieses Beschlusses erhob am 
17. Dezember das Ackergericht Bedenken aus der Schwierigkeit der 
Holzabfuhr bei dem bestellten Zustand der Felder. Diese beseitigten 
aber die Schöffen am 28. durch Hinweis auf die die Landwehr be- 
gleitenden und durchziehenden Wege und committierten die Sache 
abermals dem Ackergericht zur Konferenz mit den bürgerlichen 
Kollegien. Aber es dauerte bis Anfang Oktober 1786, ehe sich diese 
nach einer nochmaligen Konferenz einverstanden erklärten. Nachdem 



DigiuzMBy Google 



nun wiederum eine Besichtigung staugefunden hatte, bestimmte das 
Ackergericht am 13. Oktober, die über 66 Eichenstämme seien dem 
Biuamt KU überweisen, die r; Birnbäume seien zusammen, Jas librige 
ü.'l.i .ibcr diMriiitwei-e m versteigern, wobei den Käufern auf ihre 
Kosten das Ausmachen der Wurzeln und das Vergleichen der Gräben 
zufalle; endlich sei auch die Landwehr vom Sulzenschtag bis Born- 
heim abzutreiben. Alles dies genehmigte der Rat am 17. Oktober. 

Nachdem nun die Landwehr in Distrikte geteilt war, begann 
die Versteigerung des stehenden Holzes am 2. November bei der 

Deshalb beschloss das Ackergericht am 4. November, die Abtreibung 
wieder selbst in die ilnnd zu nehmen. Doch gelang es mich am h., 
einen Distrikt einem Prcungcsheimcr, und einen andern mehreren 
Jl.irrilieieiern uiiiti der Reeniigiin!; vom 2. Xnvcmbcr /u überlassen. 

Inzwischen hatten verschiedene liegutcne den Wunsch geäussert, 
die auf ihre Güter stnsscndcn I.andweliricik Uullich r.u übernehmen. 

Hierüber, sowie über eine Vermessuni; und Steinung der Land- 
wehr zum Gutachten aufgefordert, machte am 2. Dezember der Stadt- 
eeunicter Ph. Chr. Bimsen in einem Bericht an das AckcTgcriclu 
folgende Vorschläge ; Die Landwehr solle den Austösscrn nicht pro 

-Grenzsteinen zu wenigstens Vi Mutten abgegeben werden, damit 
nicht, z.H. in HonihcimiT Termine;, 1 , eine weilläuligc Messung und 
Aiissteiniing i.ov.ie Xeiibc/eicbiiiiiiii und lie-.c!ii ei':iim;i im Bornheimer 
Giiterbticli nötig und damit die l'rage vermieden würde, wie mit den 
fremden Stiftsgiitcrn als Aiif.rnssern nu verfahren sei, Jenen doch fernere 
Acquisitioncn untersagt wären. Sodann miissieri die Stiicke zehentfrei 
sein. Denn wenn gewisse Distrikte an der Landwehr den Zehenten 
Jn milde Stiftungen gäben, so entstehe die heikle Frage, ob diese 
Stiftungen auch von den dazuerworhenen Landwehrstiicken den 
Zehnten zu bekommen hätten. Den Zehnten aber von jedem Stück 
apart zu heben, sei bei der Auflehnung der 50 -|i> Murgen Land- 
wehr auf mehr als 2 Wegstunden umständlich und kostspielig. L'm 
ferner die planierte Landwehr an der Hanauer Greive liegen Ueber- 
gtifle der Aufstösser und Ncbenlä'ger zu sichern, sei Messung del 
breite gegenüber jedem Grenzstein und Abpflöckung oder Absteinung 
nötig. Zur Ermittlung der Breite aber müssten die Anlieger die ein- 
•i'M.igigen Dokumente oder Steinbücher produzieren, die dort ver- 
zeichneten Ackersteine aufdecken und bei eingebogenen Steinen den 



hii:ziig durch ein Grabdien anzeigen. Dies könne in 10— 12 Tagen 
geschehen ; in weheren 4— j Tagen könne dann die doppelte Be- 
rechnung und Aufrcissung der neuen Äcker stattfinden. Zur neuen 
Steinung aber von Stein 66 an den »Hammelfangs Heiden« bis zum 
Dreimärker 191 brauche man ca. 110 billige, ordinäre grosse Wacker- 

Die bürgerlichen Kollegien erklärten sich mit diesen Vor- 
schlagen Bunsens einverstanden, soweit sie sich auf Abstellung und 
Kisslcgung bezogen, über die Verwendung der Landwehr aber be- 
hielten sie sich ihre Meinung vor. 

Um nun für die Steinung und Kisslegung einen Voranschlag 
aufstellen zu können, beginn B Unsen am 6. Januar 1787 mit 2 Acker • 
geschworenen die Landwehr von der Bockenheimcr Warte bis zum 
eisernen Schlag. Hierbei zeigten sich viele der Stücke, in welche die 
Landwehr inzwischen zur Abholzung eingeteilt worden war, noch 
i)]iU;ri]liri, l'i-i den meisten dagegen waren die Dornen und Bii.che 
entfernt und die Bäume gefällt, aber liegen gelassen. Von den mit 
einem Kreuz bezeichneten Land wehrst einen auf der inneren Seite 
li.uter: sidi /.war viele ucl'uistieii, .ui sehr vielen Stellen aber fehlten 
sie. Hier galt es, durch Aufmessen der Güter die Landwehrbreite zu 
finden, bevor die Vermessung begann. Da aber die Landwehr be- 
sonders auf der Stadtscite eine sehr winkelige Grenze hatte, so be- 
sichtigte sie Bungen noch einmal mit einem Ackergeschworenen. 
Hierauf veranschlagte er am 8. Januar 1787 für seine Arbeit an 
Stcimmg, Messung und Kisslegung 50 fl. Das Ackergcricbi ge- 
nehmigte die Summe und erteilte schliesslich Bunseu nebst 6 Ackcr- 
geschworenen den Auftrag: 

1. die Landwehr von den Dammwieset! bis zum Sul>;C[isch!.:.e 
abzupflücken, ab^usteinen und in Riss zu bringen, damit 
mau in Zukunft »von der bisheriger. c r geitiHdien Lage': dieser nun 
in Feld zu verwandelnden Landwehr «eine Urkunden erhalte, «um 
sich bei Verpachtung 11. s. w. danach richten zu können* ; 

2. den Teil, welcher in Frankfurter Gemarkung liegt, in S-Jel-.j 
für Neubruch einzuteilen und ein Güterbuch darüber anzulegen. Ali 
Vorarbeit für Bunsen sollten die Ackergeschworenen einstweilen die 
Revision der Landwehrsteine vornehmen. 

Am 22. Januar 1787 wurden drei Preungesheim er beauftragt, 
das Stück Landwehr von Stein 65 bis 82, wo das Holz auf Kosten 
des Ärars über der F.rdc abgehauen, zu Wellen gemacht und ver- 



Digiiized by Google 



kauft worden war, nach Ausgrabung des Wurzclholzes hi vergleichen 
und zu künftiger Benutzung ganz eben zu machen, wobei der eint 
[äussere J Graben zum Abfluss des Wassers bleiben sollte. 

B. Die grosse Landwehr in Frankfurter Gemarkung nebst 
Zwerchlandwehr. 

Bunsen nahm zunächst, an der Dammwiese beginnend, die 
grosse Landwehr in Frankfurter Gemarkung in Angriff. Ihre äussere 
Grenze war gegeben durch die Grenzstein« mit Hanau, die laut Ver- 
trag von 1785 vor Kurzem gesetzt worden waren, die innere wurde 
bestimmt teils durch die aufgefundenen alten Landwehrsteine, teils 
durch Aufmessung der Nebenläger nach den GQterbüchern, zum 
Teil unter Zuziehung der Besitzer. Es wurden 39 Stücke gemacht. 
Darauf wurde die Landwehr von den Ackergeschworenen abgepflückt 
und von Bunsen vermessen. 1 

Jetzt kam auch die Zwerchlandwehr an die Keine, deren süd- 
liches Ende neben der Sralburgsöde, wie wir sahen, bereits zwischen 
i)72 und 1767 verschwunden war. Schon am 4. November 1706 hatte 
Herr »Neuner« Diefenbach im Namen der bürgerlichen Kollegien 
beim Ackergericht den Anirag gestellt, da die grosse Landwehr ab- 
gehauen sei,' auch die Z w erch landwehr, die bis gegen den Weg 
an dem von Stalburgs Hof reiche, als zwecklos, uneiuträglkli, min 
dem Diebstahl noch mehr ausgesetzt, aufzuheben, das Holz zu 
verkaufen und das Land zu verpachten oder zu veräussern. Die 
Schöffen waren damit einverstanden, verlangten aber vorherige Riss- 
Icgung. Es fand sich auch ein Riss des secl. Lieutenants Söllner, 1 
der nach Prüfung durch die Ackergeschworenen noch zutraf und 
vom Rate für's erste an Stelle eines neuen genehmigt wurde. 

Nachdem nun am 14, November der Rat beschlossen hatte, die 
Zwerchlandwehr ebenso zu behandeln wie die grosse Landwehr, 
wurde ersterc in 8 Schläge geteilt und auf den 29, Januar 1787 die 
Versteigerung des Holzes angesetzt, wovon die Hanauischen Dorf- 
schaften und der Grabenmeister benachrichtigt wurden. Die Holz- 
Uuftr sollten die Gräben nach Anweisung verschleifen und die 
Wurzeln herausnehmen. Aber nur die Schläge 1 — 3 fanden Käufer. 
Sit brachten zusammen 17 fl. Der Rest wurde für jj fl. an Johann 
Körber und einige Eckenheimer überlassen. 

' Bunsens Riss in ras:. »Acker«».— Landwehr«. — ' Dies war damals noch 
mihi ganz der Fall. S. S. 164. — ■ Der undatierte Riss kam 1904 im Archiv 1 
™der zum Vorschein. 



Am 23. März mach«: sodann das Ackcrgcricht den Vorschlag, 
die grosse Landwehr in Frankfurter Gemarkung nebsi der Zwcrch- 
Undwehr zum Zweck der Verpachtung als zehemfreies Neubrach- 
land baldigst dem Kornamt zu überweisen, damit noch die Bestellung 
Mattfinden könne. Ueber die in Bornheimer Gemarkung liegenden 
Landwehnlismkte aber, »durch welche die angrenzenden Äcker 
durchziehen«, behielt man sich -nähere Communication nach ange- 
kommenem Riss und genommenem Augenschein» vor. Die bürger- 
lichen Kollegien sind itami: ein verstanden und sehen der beregten 
oCommnnicationii entgegen. Für die Absteinung der genannten Land- 
wehrstrecken lieferte wieder der Bockenheimer Steinhauer Rentier 
79 »Schiedsteine«, 3 Schuh lang, 1 Schuh über Erde, die innere Seite 
mit +, wie die alten Landwehr« eine, die äussere mit NB|= Neubruch J 
bezeichnet; das Stück mit Fuhrlohn auf den Platz zu 38 Kreuzern. 

Ein Ratsbeschluss vom 5. April verfügte dann die Überweisung 
der abgeholzten und orogerotttten grossen Landwehr bis zur Born- 
heimer Grenze nebst der Zwerchlaodwehr an dis Kornamt zum 
Zweck der Verpachtung, worauf Bunjcn mit den Ackergeschwoienen 
d.eGre-üpunkie der Z werchl andwehr unter Zuziehung der west- 
liehen Angrenzet feststellte. Es fanden sieh hierbei 5 alte Land* ent- 
steine. Dann wutde die üweichlandwehi abgepflückt, ahgesum:, ge- 
messen, gezeichnet und von Norden nach Süden in 5 Stucke ein- 

s ,«ii, • 

Am 13, Juli endlich gab das Ackergericht den Geschworenen 
des Met zgerband werks auf, das Amtsverbot bekannt zu machen, das^ 
kein Metzger hei 10 Reichstil. Strafe jut den urbar gemachten Land- 
wehrstücken treiben und hüten dürfe.' 



C. Die grosse Landwehr in Bornheimer Gemarkung. 

J. Abschaffung der Südspitze. 

Wie die Geleitskarte zeigt, ist schon vor 1572 das südlichste 
Stück der Bornheimer Landwehr von dem S, itt besprochenen, die 
ursprüngliche Sch!:i;:l:i4te ersetzenden fün.d'.en, an welches sich 
■ p.iter ii(':ril!iel: ;i:i Gärtche:i .in.dilift.-.. eii^ei)(niir;ien worden. Haus 
und Gänchen entsprechen dem Stück 53 (früher 161). 



1 Bimsen, Ri» .kr '/.wach l.i iiii well r i;?B in nAtkcrjrcr. — Landn-rhr. — 
1 Weil dir Ne Li bru dl Stücke bradifrci waren. 



Digitized b/Coogl 



Zwischen und 1S01 muss auch das Landwebistüct zwischen 
Stick ü (Sihtaghütte) und jt bereit', beseitet und mit dem spateren 
Stu» j; vereinig' worden sein, Denn :n: Bomheimer Lagerbuch 
lim 175; reiche Jic ljr.dw.ehc nucli bis lue Nordgrenzc von Stück 
(damals 161). 

j. Abschaffung von zwei Lan d w eh rstü ck c hen bei der 
Fricdberger Warte. 
1787- 

178t trat der Wartmann und Chaussecgeldcrheber Ehringer auf 
Jit l-rLt-Libiir^cr Warte um Überlassung von zwei Stückchen Land- 
wehr »links und rechts 1 von der Warte«, ersteres )7 ' s /« R., letzteres 
«1 M. 6Vs R. haltend, zur Benutzung. Er will die Umrottung und die 
Verzänqimg übernehmen, welch letztere »zur Verhinderung des Aus- 
: der reutenden [Reitenden] sehr nützlich sein werde«. Das 

Ackergericht war am tS. Oktober damit einverstanden, besonders 
wegen der »zur verhüthung allerley Unterschleifs und Umfahruug 
der Chaussee-Station nützlichen und nöthigen Verzäunung«, befür- 
wortete aber erst am 25. Juni 1787 die Überlassung »als ein Be- 
',i'liii:ri::sstück insuhiige, bis etwa »i-ui Ein rit hiim;- .kr Cluussir 
Geldern Erhebung überhaupt andere Veranstaltung gctrofTen werde», 
was der Rat genehmigte. Das westliche Stück grenzte an den 
Westrand der Strasse und war noch vor kurzem als Gärtchen erhalten, 
das östliche, den »zehntfreien Ackero begleitend und ebenso lang 
wie dieser, ist auch noch heute zu erkennen. 

4. Abschaffung eines dritten Stuckes am Stidende. 
ttoi, 

1801 verkaufte das Landamt dem Bornheimcr Joh. Hafner für 
|ü fi. «Vi Morgen Landwehr oben an der Schlaghütte zum Hofraithc- 
platzu.' Dem Masse nach muss es die Strecke sein nvisdiui liem 
heutigen Gässchen (■= No. 49) und Stück 52, also entsprechend der 
östlichen Hälfte der Stücke ;o + ji der Katasterkarte. 



' für den htaautgeherTdeal — * Uglb. A. j 11 24. 



j. Abschaffung des Restes der Bornheimer Landwehr.' 
iloi. 

Bei Gelegenheit des 1 l,if:]cr':>cka> Gesuches haue das Landarm 
den Wunsch zu erkennen gegeben, auch den Rest der Bornheimer 
Linöve/ir lossti.cl'.lagen, nwenn man anders über die ehemalige 
BeJcnklichkeir, den Platz der nun abgeholzten Landwehr auch für 
die Zukunft kenntlich zu halten, sich hinwegsetzen und zum Verkauf 
schreiten wolle, wobei freilich die Eigentümer der angrenzenden 
Äcker sich vor allem melden und so die Spuren dieser alten 
aus dem Mittelalter sich beschreibenden Festungswerke 
nach und nach verschwinden mogteno. 

Dem entsprechend erklärten am iK. l-'cbruar die bürgerlichen 
Kollegien, der Rest der Bornheimer Landwehr sei zunächst onoch- 
mals zu messen und abzusieben, sonach je eher je lieber ganz oder 
stückweise an den Meistbietenden zu verpachte n «- Die Vermessung 
und Steinuni; wird wohl alsbald erfolgt sein. 

D. Die grosae Landwehr nebst Zworchlandwohr in Zeiipachl. 

17S7 beiw, 1801—1609. 
Nachdem die Vermessung und Steinung der grossen Landwehr 
von der Dammwicse bis zum Häfner'schen Garten mit Einschluss 
der Zwerchlandwehr vollendet war, was für den Abschnitt in Frank- 
furter Gemarkung schon 1787, für den in Bornheimer Tcrnimcv erst 
1601 eintrat, wurde die genannte Landwehrstrecke, natürlich mit 
Ausnahme der bereits früher vcr.iusscrttri Teile, in Zeitpacht 
gegeben. Dieses Verhältnis dauerte bis 1809, in welchem Jahre 
z. B. als "Zeitpächter« der grossen Frankfurter Gematkung erscheinen : 
1. Frau Elise von Bcthmann, 2. Gastwirt Ameis, Bürger, fünf 



E. Die grosse Landwehr nebst Zworchlandwohr als 
Metzgarweide. 

Dank den Fortschrilten im Landbau war allmahl ig an die Stelle 
der alten Dreifelderwirtschaft das l-'rticliiwechselsystcni getreten, das 
die jährliche Reinigung des gleichen Grundstücks gestattete. Iiifuige 
davon lag es nunmehr im Interesse der Besitzer, den Weidegang 
von ihren Feldern fernzuhalten. Zwischen den AckecbegOterteu 
Frankfurter Seite und dem löbl. Metzgerhandwerk, das für seine 

' Uglb. A. s » 14. 



Digjtrzed by Google 



- 269 - 

Stechhämmel die Weide nicht clubehren kotinte, kam daher am 
10. April 1803 ein Vertrag zu Stande, der die Jahrhunderte lang 
beobachtete Brachordnung aufhob. Durch diesen Vertrag wurde 
der, Metzgern das Recht entzogen, auf den } Stadtfeldern in regel- 
mässigem Wechsel zu weiden, wofür ihnen das Landamt am ij, Mai 
als bleibenden Weidebezirk ein für allemal eine Reihe von Gelände- 
Mücken anwies. Zu diesen gehörten nicht nur die Mainwasen ober- 
halb Frankfurts und Sachsenhausens, das Vintenzviertel, die grosse 
und kleine Hundsweide und die Pfingstweide, sondern auch die grosse 
Landwehr vom Dammgraben bis Bornheim mit Ausnahme: 1. eines 
Distrikts nördlich von der Bockenheimer Laudstrassc, der an den 
Wartmann verlehnt wurde, 2. der zwei Stückchen bei der Fried lvri.'e: 
Warte und 3. der drei veräusserten Stücke am Südende bei Bomheim. 

Das den Metzgern angewiesene Gelände durfte weder zu andern 
Zwecken benutzt, noch verkauft, sondern nur gegen anderes Weide- 
land von gleicher Güte durch Vertrag vertauscht werden. 

Es wurde bezeichnet mit Steinen, die die Inschrift 

MEZGER 
WEIT 
1K09 

tragen und von denen noch viele erhalten sind. 

Die Erbpächter der Landwehrstücke aber wurden für die Ein- 
lasse an Ackerland durch die Acktrbei?iitcr:tn entschädigt. 

F. Verkauf der grossen Landwehr nebst Zwarchlandwehr. 

Aber die neue Einrichtung bewährte sich nicht. Die Nutzung 
J':s Weidelands war durch seine Länge sehr erschwert, Schätii::-m s;i:i : 
ik-r ;iii:.[ ossenden Grundstücke wegen seiner Schmalheil unvermeid- 
lich, und es fehlte an Ein- und Austrieb wegen. Daher bat schon 
18m die Metzgerinnung durch das Ackergericht um die Erlaubnis, 
Ja ein einfacher Tausch unmöglich sei, die Land wehrstücke in Bom- 
lieimer Gemarkung »an die Bornheimer Nachbarn gegen einen von 
diesen zur Erwerbung eines gleichen Weideplatzes dem Metzgerhand- 
werk zu entrichtenden Summe abtretten" und mit den Stücken in 
Frankfurter Gemarkung entsprechend verfahren zu dürfen. Über die 
neuer wo rbenen Gelände sollte die Stadt ebenfalls die Oberaufsicht 
baten. Das Ackergericht befürwortete die Bitte, und der Senat be- 
richtete darüber an die Grossherzogliche Generalcommission zu Hanau, 



Dipzed by Google 



- 2 7 " - 



welche am 22. Oktober dem Senat eröffnete, dass die Erlaubnis 
eventualiter zu erteilen sei, wenn die Metzger zuvor angilben, welches 
.indere Gelinde ihnen verbindlich zugesagt sei. 

Diese Bedingung wurde erfüllt, und der Verkauf find stau. 
Hierbei wurden lür d:e Stücke I — )J ;n I ranldurtcr Gemarkung pro 
Morgen ; Ii :6 kr., für die Sticke 1 — 11 m Itarr.hiiivcr Gemarkung 
; H, kr, durchschnittlich erzielt. Von der Zwcrcblandwehr in mir 
cc: Preß i::c!ic .■lÄ.-.rr.i Vt;:ii Sc rctischla,: ;u:'uj.fts alicb der (>:jbc:i 
auf 14; K. erhalten, auf den eisten 80 R. sogar nahezu in der alten 
Tiefe und Breite, 

II. Absah nffimg der GJnnheimcr LuiKhv^lu . 
I7»I, 

In dem Vertrag mit Hanau vom 26. März 1785 heisst es nach 
dem über die grosse Landwehr gesagten: »VI. stehet die Reichsstadt 
Frankfurt ab von ihren Ansprüchen auf die alte Landwehr, die 
Mark- oder Mar-Bach genannt, wie solche von der Gegend des 
eisernen Schlags durch die Bocken heim er und Ginnhcimer Felder 
nach dem Niddafluss zu läuft, aber in neueren Zeiten von ganz 
keinem Nuzzcn weiter, vielmehr denen Feldlluren, wodurch sie gehet, 
höchst schädlich isi, und lä'ssr solche an die Grafschaft Hanau über«, 
d. h. Frankfurt tritt seinen Anteil an der Ginnheimer Landwehr, die 
sog. »Frankfurter Marbach« an Hanau ab. Der ehemals Ftankfunei 
Anteil wurde abgeholzt, der Jusscre Graben zum Abf.uss der Mar- 
bach ganz, der innere teilweise belassen, sodass der Landwehr 
Charakter dort noch heute sehr deutlich iit. Von der Abschaffung 
des hanauischen Anteils ist m:r das Nähere nicht -lekannt. Aul dem 
■;:>;-|-;!{;i ihtjir Afsi .-. ;i doii!.'t:i /ä sc Inn tt'toj! u"i! N:d.!j ■ihe; 
iet?t noch teilweise Baume vom ehemaliger, inneren Granen 

III. Ahseliaffung der kleineu Landwehr von der EckanhelniBr 
Stranse zum grossen Riede rbruch. 
(786— i8oj. 
1. Allgemeines. 
Als am 4. November 1786 die bürgerlichen Kollegien im Ein- 
verständnis mit den Schöffen die Abschaffung der Zwerchlandwehr 
gut hiessen,' verlangten sie gleiche Behandlung für die Landwehr 
»von der Friedberger Chaussee zum ehem. Bassompierre'schen Hofe,o 
d. h. die ZeisselUn d wehr, und für »die von der ßomheimer 
■ S. S. 165. 



Digitizodb/ Google 



Heide gegen Riedern ziehende Landwehr», d. h. die Buchwald- 
und Z werchgrabenland wehr. Für beide Strecken wurde Riss- 
legung, für die zuletztgenannte Strecke, sowie für die ganze Frank- 
furt- Bora heimer Grenze Steinung gefordert. 

Am 23. Februar 1787 besichtigte das Ackergericht mit zwei 
Schöffen und zwei Deputietten der bürgerlichen Kollegien die Land- 
wehr von der Eckcnhcimer Strasse bis zum Bruch [Stein 72] und 
entwarf Tags darauf folgenden Plan: I. Die Strecke von der Ecken- 
beimer Strasse zu Meermanns Thorweg, die Meermann kaufen will, 
ist zu messen und in Riss zu legen; 2. von jenem Thorweg zur 



Sandwes [Stein 31-40] ist den Anliegern das etwa schon angeeignete 
gegen Kauf oder /.ins zu überlassen; 4. zwischen Sandweg und Bruch 
[Stein 40-72] das wenig vorhandene Holz von Vogel zu taxieren 
und mit Bedingung der Graben vcrschleifung käuflich oder unent- 
geltlich abzugeben. 

2. Abschaffung der Zeissellandwe.hr. 
1787 und später. 

Der Handelsmann juh. Meermann wünschte schon seit November 
1786 die neben seinen Gütern beginnende ganze Nordseite der 
/.^-clLnidwehr von der Eckenlieimer Strasse zum Ackeriierichts- 
acker ' neben der Friedlicher I.andstrasse. womöglich mit dem darauf- 
gehenden Holze zum Eigentum zu erwerben. Es wurde ihm am 
2j. Juni 1787 vom Ackergericht eröffnet, dass man ihm nur den 
neben seinem Hofe liegenden Teil von der Strasse bis an das 
Wild'sche Grundstück = iV* M. 2"/« R. nebsi einem Plätzchen vom 
lirciten Weg, beides zchent- und brachfrei, gegen jährlichen Grund- 
zins mit dem Rechte Mauern, Zäune und Gebäude darauf zu errichten, 
überlassen wolle. Dies bestätigte der Rat. 

Mit der Ostseite der Zeisscllandwehr wurde, wie das Flurbuch 
ausweist, nach dem Plane vom 23. Februar 1787 verfahren. 

3. Abschaffung der Dicknitlandwehr. 

"S97- 

Als man am 4. November 178t die Abschaffung der Landwehr 
'tischen Ecken heim er S:;,ihse und Bruch plante, war die Dicknit- 
landwehr längst nicht mehr vorhanden. Sie war, wie auch bei 

' Dieser all «TbI der eliemils sehr breiten Strasse« war trieb- und bmeh- 
Ireier Neubnich; Fssj. Ackerger. j(a, 17B0. 



- 2~]2 - 

der Begehung vom 2j. Februar 1787 erwähn: wurde, am 17. August 
1697 an Joh. Fay verkauft worden. Der Kaufbrief isl S. 54 abgedruckt. 
Der Graben der D ick nitland wehr hat als »Scheidgrabeno noch 
eine Zeit lang bestanden. 

4. Abschaffung der östlichen Buchwald- und der Zwerch- 
grabcnlandwehr (von Stein 40—72). 
17B7-1785. 

Am 17. Februar 1787 besichtigte Vogel die Strecke zwischen dem 
Sand weg und dem grossen iiiederbruch und teilte sie ui:u San.: weg Iht 
in 5 Stücke. Auf den drei ersten [Stein 40—61] fand er ca. 10 Rüstern, 
sonst wenig Holz, darunter viele Weiden und Heckenholz, auf dem 
vierten [Stein 61-69] '7 dicke Rüstern, «zu Schade für Brennholz«. 
Dort stehen solche auch jetzt noch. Am 2. März wurde auf der Srrcckc 
Sandweg— Bruch das Hob versteigert; ji 1 Born he im er Nachbarn a 
erstanden es für 87 fl. Diese hauen den Graben mit dem Auswurf 
n: vergleichen, ausser von Stein 40—45 [zwischen Sandweg und 
Landv. ehrv.egj und von Stein 69 — 71 | Zwerchgraben], wo er zur 
Wasserablassung bleiben musste. Dazu, wie zur Abtreibung des auf 
ihre Gefahr stehenden Holzes, wurde ihnen Frist bis zum Jahres- 
schluss gelassen, damit sie es bei müssiger Zeit verrichten könnten«. 

Im Sommer 1787 fand dann die Aussteinung der Bornheimer 
Grenze vom Dreimärker 192 zu Stein 269 am Erlengrabcn mit den 
noch stehenden 93 Steinen statt, und anschliessend daran die 
Steinung der anliegenden Landwehr. 

Erst im Herbst 1788 konnte man der Verwendung der nun- 
mehr abgeholzten und gesteinten Landwehr zwischen Sandweg und 
Bruch nahe treten. Bei der zu diesem Zwecke am 27. Oktober an- 
gestellten Besichtigung teilte das Ackergericht das Ganze vom Sand- 
weg herab in 11 Stücke und bestimmte über dieselben, vom Bruch 
k-iiinricsid, folgendes; Stück 11, von Stein 72—69 = Zwerdi^r.ibtii, 
wird dem Hospital als Eigentum gegen billig Tum' {le^cben ; 
Stück 10, von Stein 69 — G8 neben dem Holz hausen sehen Weingarten 
[Flurb. No. 10], Herrn von Holzhausen; Srück % von Srein 68 bis 
über (A hinaus, dem Anlieger Petsch [Weingarten Flurb. No. j], 
wenn er es wünscht; die Stücke io und 9 gegen jährlich zu be- 
stimmenden Grundzins. Der Rest, bestehend aus den je etwa 1 Morgen 
haltenden Stücken 8—1, bleibt Eigentum der Stadt und wird temporar 
vergeben. 

Als man hierüber 1 Instruction« bei den bürgerlichen Kollegien 
einholte, erklärten diese am 15. Dezember, es sei weder etwas zu 



Digitized by Google 



verkaufen [Stück n !] noch auf Grundzins zu geben [Stücke in und 9!], 
vielmehr seien alle Stücke an die Meist bieten den in Temporalbestand 



i. die Leihe dauert 6 Jahre; 2. die BeStänder haben das Und ins 
Ebene zu bringen, von Gesträuch und Wurzeln zu reinigen und in 
guten Bau zu stellen; 3. die Absrcinung zu belassen; 4. ihre Stücke 
nicht mit angrenzenden Stücken zusammen zu bebauen, sondern in 
ihren Furchen zu lassen; j, keine .Nlcliuratioiisvergütung zu be- 
anspruchen; f.. die Stücke sind zelientfrei und dem Viehtrieb nicht 
unterworfen, daher jährlich benutzbar; 7. das Bestandsgeld ist jährlich 
pränumerando an das Kornamt zu entrichten. — Die Bcständer der 
Stücke 1 {neben dem Sandweg) und i. (Zwe teilhaben) hatten 
ausserdem den Graben zu unterhalten. Heute ist nur noch der 
Zwerchgraben von Stein 71-72. aber in verengern Zustand, erhalten. 

;. Abschaffung der westlichen Bu eh w ald la nd \v e hr 
(von Stein 11—40). 
1788— 18t)}. 

Zuletzt kam der Reil der Buch waldland w eil r von Stein 
31 bis 40 neben den Feldorten uFrasskcller unten« und »Frasskeller 
oben» zur Aufteilung. Hier hatten, wie eine Besichtigung im 
11. August 1788 ergab, zwischen Stein 51 und 34 [alle?] 6 Anlieger' 
bereits Übergriffe gemacht. Es fand sich je ein alter Landwehrstein 
mit Kreuz 7/8 R. vom Graben in dem östlich am Bornheimer Fuss- 
pfade liegenden Falk 'sehen Garten [= Flurb. 230] und in Brunner 's 
Garten 1 zwischen dem Fusstifad nach dem Frasskeller und der ßerger- 
strav.se. Dadurch winde die imu/re I.aisilwcliT^ren/e verraten. Dagegen 
war zwischen Stein 34 und 40 kein Übergriff vorhanden. Dort war 
es möglich 11 Anlieger mit Landwclirare:il 7.11 verseilen.' Zwischen 
dem S . Januar und 9. Februar 1789 fanden dann vier Verkäufe statt 



■u : ,T S ll>. B. jfi, M c, 

Midien. - ' Im Flui 

-.: <!li:.^ Jiivli hier .i.iL'Te l'j: 



Inzwischen war do:-. auf der Landwehr von Stein Si -y) der total 
Wrp», ieui Musikanienwcg, angelegt worden. Da dieser nur den 
westlichen Teil der Landv. ehrbre.le neben den Grenzste.ncn in Anspruch 
nahm, so war neben ihm ein Slreifen übrig, der ebenso wie die 
gante l.andwehrbreite vun S'.ein ij— abgegeben werdeo könnt 
geschah |eizi Auf Grund eioes ftatsbeschlu-.sjs ioir. J,.n; 
verkaufte das Ackergericht 5 R. ;i Schuh nördlich neben Stein ;6 an 
den Bierbrauer Jakob Scher lenz!; i zur Vergriisscnirsi; seines daneben 
liegenden Grundstücks |= l'lurb. 18], den ganzen Rest aber, zu 600 fl. 
den Morgen, an die übrigen Anlieger. 



IV. AbsshuffHOB der QalgcnfclUlBDdwcrir. 



Die erste SlIiiiüIitiiii» eihilir ,lie ( ^■1;;ciiIi , 1JIjik1ui1i; viellei.li! 
schon ziemlich lange vor 178;' durch die Einrichtung des Wart- 
gärtchens südlich an der Strasse auf dem hier stark nach Osten 
vorspringenden Landwehrgeläncle. Südlich davon eigneten sich, eben- 
falls noch vor 1785, die Wartlcutc ein zweites Stück auf dem inneren 
Landwelirgrahen an und machten darauf einen schattigen Gang und 
eine Kegelbahn für ihre Bicrgistc. Dieses zweite Gänchen wurde 
178; dem Wartmann Bracht auf seine Bitte auf 1 Jahr unentgeltlich 
überlassen, sollte aber dann wieder zur Landwehr gezogen und «ge- 
hörig besameto werden. Doch scheinen beide Gärtchcn im Besiu 
der Wartleute geblieben zu sein. 



2. Abschaffung der Strecke Gutleuthof-Galgenwarte. 
1801. 

Nachdem am 27. April 1801 auf dem Gutlcuthof alles bis auf 

Almosenkastens, dem der Hof seit 1531 gehörte, angesichts der 

' Versicherung Jet AeltetHöelraurenen in einem Hcrichi des Ackcr<;mchts 
iJ Stnituni vom 7. Februar 1785. Die Gänclien im besten auf EL 171. 



DigitizDd t>y Google 



grossen Herstellungskosten 1 am 15, Februar 1802 an den Rai 
die Bitte,' 

r. das Guilcuthofsgcländc in mehrere Erbbcstandsgüter zu teilen; 
2. 40 Morgen vom lloiyluLLsen'sdieri llellerhof einzutauschen; 
j. die Landwehr 

a. vomGutlcu[liiil>!ir(,jli;iin\:iM('ciri^-|)liL^s]iilules»Sdiä| , er- 
glrtchenSH im Gutleuihof 

b. von der Galgcnwarte bis zum Ende der Helle rhof ick er 
an den Hellerhof billig zu verkaufen. Dieser Landwehrkauf ist Hor- 
hausen so willkommen, dass er, wenn er zu Stande kommt, auf die 
noch zu besprechen di.-n L.indw elir.ins;irüche seiner Vorfahren ver- 
zichten will. 

Auf die beiden eisten l'unkte der Bitte ging der Rai nid« 
ein.' Audi der Land wehr verkauf an Holthausen kam nicht zu Stande. 
Dagegen wurde aus dem Landwehrstück Gutleuihof- Warte der sog. 
aLandwchrackcre gemacht und als zehm- und brachfreies Grund- 
stück zu 24 Ii. jährlich in Bestand gegeben. 

Nun suchten die Deputierten und Pfleger für den Gutleuihof 
durch die Zeitung einen I-jUIicm injei. V.a den »vorzüglichsten (Jon 
currentemt gehörte der mecklenburgische Baron Ferber, dem dann 
auch der Rat am II. März 1803 den Erbbestand nebst dem Bürger- 
recht zuerkannte. Sein Leihebrief isi datiert von 1803. Am 20. Februar 
1804 erstand Ferber auf der Versteigerung den Landwchracker auf 
j Jahre zu 114 fl. jährlich. Er zahlte aber nur die Zinsen für ein 
Jahr. 180J verlangte er die eigentümliche I 'herljssullg des Land- 
".ehrackers gegen Abtretung von tV" Morgen an der Griesheimer 
Grenze, wohin der bisher zwischen Gutleuihof und Grindbrunnen 
befindliche Setundacker verlegt werden sollte, 1 starb aber darüber. 6 
Ferbers Nachbar war Gogel geworden, als er von ;enem ehemalige 
Cutleuthofsäcker kaufte, um daraus sein Gut zu machen. Auch zu 
einem ihm gehörenden Weg zwischen den zwei Gutem kaufte er 
Land von Ferber. 

5. Abschaffung der Strecke Galgenwarte — Siein 65. 

Etwa 60 R nördlich vom Hellerhof begann die Steglach, ein 
ungefähr j Morgen grosses -.umphiies l.el.inde. das bis zur Damm- 

■ S. S. Ii. — • Gullentliofaktcn No. III. — > Anlage B iu vorigem. - 
1 Ebensowenig auf den elekhzeiuj; erwogenen Plin, den Riedhof in parzellieren. — 
>S. Bei. PI, — »Seine Witwe, iftoo und 1810 mehrfach wegen rnetsrindigen 
Zinws gemahnt, t™ am ij. Februar 1810 ntn llerjl^etiung iler Pueril auf jo Ii. 



- 27« - 

wiese reichte. Auf der Westseite wurde sie von der Landwehr, auf 
der Ostseite von einem Graben begleitet, der mit der Landwehr 
nichts zu tun hatte. Die Landwehr blieb an den beiden südlichen 
Dritteln der Steglach stets cingrabig, erst am nördlichsten Drittel 
hatte sie wieder zwei Gräben. Im Nordende der Steglach befand 
sich ein ovicreckigter Platz, welcher mit einem besonderen Graben 
umgeben» war. Seine »ursprüngliche Bestimmung!! war 1809 adurch- 
aus problematisch« und ist es auch jetzt noch. Dargestellt ist er 1790 
auf einem Plan von Frankfurt von Hoch steter. ' Die Steglach ge- 
hörte schon seit alter Zeit zum Hellerhof. In dem Kaufbrief über 
diesen Hof von 1453 erscheint sie auf der einen Seite von der Land- 
wehr, auf der andern von privaten Gelinden, aber nicht wieder von 
der Landwehr, begrenzt. 

Nun behaupteten 1752 die von Hobhausen, der Graben ostlich 
an der Steglach mit dem daran befindlichen Gehölz gehöre zum 
Hellerhof, während ihn das Ackergerichx Tür einen Landwehrgraben 
erklärte. Eine gerichtliche Beschwerde deren von Holzhausen wurde 
1779 und 1781 abgewiesen. Als dann 1793 der 1 Icllerhofbcsiänder 
an jenem Graben wieder viel llnlü gefüllt und das Ackergericht ihm 
dies verboten hatte, wurde die Sache am Ji, März na Scabinatu 
:111s Gericht verwiesen«. Der weitere Verlauf der Sache ist mir nicht 
zugänglich, doch war sie 1809 noch nicht entschieden. Damals wurde 
sie von einer Ratscommisslon von neuem aufgenommen und nach 
nochmaliger Untersuchung folgendet Vergleich vorgeschlagen: Holz- 
iuusjii erkennt Jen IrjL'ücheii Graben an der Ostseite der Steglacl) 
j!s Ingenium der St.idt :m, dagegen verkauft diese .111 I IuIzIijusl-ii 
zum Hellerhof die Landwehr von der Galgenwarte bis zum Schwarzen 
Gelen Loch [d. h. bis Stein 65], haltend 14 M. 33 R. 50 Sch. zu 
2131 fl. 40 kr. und das darauf stehende Holz zu 1616 fl. 24 kr. 
Unter den Gtünden zur Empfehlung dieses Vorschlags heisst es u. a., 
dass die Landwehr ein Unterschlupf für Landstreicher und l-'eldfrevler 
sei. Gegen die Abtreibung derselben hatte ein Gutachten des Amts- 
rats Dietz Anstände üur Sprache gebracht, die aus der Grcnzdi Heren z 
mir ehemals Kinnuiin/, jem Nassau-Usingen herrührten. Worin diese 
aber bestanden, war damals aus den Landamts- und Ackergerichts- 
.ikten nicht /u ersehen. Sn wurde Jet V er gl eich 5 Vorschlag In allen 
Instanzen angenommen und am 28. December 1809 das Vergleichs- 
protokoll ausgestellt, gezeichnet: Moser, fiirstl. spec. Commissar bei 

1 Scnckenb. Bibliolli. 



dem combinierten Land- und Kornamt und Ackcrgcricht und Georg 
von Holzhausen; bestätigt von »Eminentissimus (Dalberg) am jo. 
Januar 1810c 

V. Absehe fTii iiK der RlederfeldJiindwehr. 

Über die Abholzung der Riedcrfeldtandwehr stehen mir keine 
Daten zu Gebote. Sicher ist nur, dass auf den Abschnitten c. «am 
gössen Riederbruch links«, und" S. ..am kleinen Rieder- 
fcrucho am 23. September 1 797 noch die Weiden standen.' 

Als 1793 vom Mittelgraben des grossen Ricdcrbruchs ein Graben 
diagonal durch d.is Visiceiuvium-l h.il-1i dem Feldgraben gezogen 
wurde, kamen ausser den das Vincenzviertel umgebenden Gräben 
mch die Abschnitte b. andcrReiherwiesc«, wenigstens bis zum 
Amstädter Acker und e. »am grossen Riederbruch rechts« in 
Wegfall und wurden zugeworfen. 1 Dasselbe Schicksal erfuhr der 
Abschnitt d. um grossen Riederbruch obena zu unbekannter 
Zeil, vielleicht bei der Grcnzsicinung 1787. 

Noch vor 1798 wurde der Abschnitt Wallgraben-Ost, viel- 
leicht auch -No rdost, bis auf eine vielleicht aus Mangel an Material 
zu erklärende Vertiefung, ausgefüllt. Der hohe Steg, von dem Battonn 
sagt, er habe aufgebort, »als der Graben daselbst ausgefüllt wurde», 
bestand 1798 auch.' 

Vor Mitte des 19. Jahrhunderts verschwand von der Westhälftc 
des Grabens vor Ried er n der westliche Teil, nach dieser Zeit 
beseitigte der jetzige Hofbeständer auch den ostlichen. 

Alle übrigen Grabenabschnitte blieben erhalten; besonders auf- 
fallend im Gelinde war wahrend des ganzen 19. Jahrhunderts der 
Abschnitt Wallgraben Nord. 

VI. Ahseh.iffittiB der Seckbacher Landwehr. 
Wann auf der Seckbacher Landwehr die Hecken und Weiden 
verschwunden sind, vermag ich nicht anzugeben. Von den Graben 
hat sich der längs der Sulz bis gegen linde des 19. Jahrhunderts, 
teilweise sc hlucht artig gestaltet, deutlich erhalten. Jetzt ist er 
stark eingeschränkt; der vom Eck der Sulz zum Königsgraben ist 
nach der Setzung der Grenzsteine von 1785, welche 1787 stattfand,* 
iugeworfen worden; der Königsgraben ist fast unverändert erhalten. 

' Uglb, A, 98, No. 88. — ' Atlirrgcriclitsj^ot. vom 7. Juni 179) in Uglb. 
-V9B.N0.6l. - ITlion...-., Mv.lmuvirii^licr i'l.m v,.:r. MaLmUiss 1798, M. II. 170. - 
' Vgl Km mr steimmg der Sulzemveuk s. Män 1787 In Mglb. A. 6u, IV u. V, 



- >?« - 
Zweiler Abschnitt. 
Abschaffung der I in ksmai irischen Landwehren. 

I. Abschaffung der Ostselte der SaefaKnhftuser Landwehr. 
Die Ostseite der Sachsenhäuscr Landwehr wird zum lernt 



natürlichen Verfall überlas 



und wie die Sachsen Ii äuser Feldmar' 



nur gesagt werden, dass sie wahrscheinlich längst vollzogen waren, 
als gegen Ende des XVIII. Jahrhunderts die Abschaffung der eigent- 

Strasse und K ii n ■ p ■ sh.i l h | d i r 1 1 1 1 ; : r .1 i ■ u n- ' ... ■ 1 iKv c- 1 1 r- [ wissen wir aus Akten/ 
dass er von jeher dem Rtiie gehört hat, aber schon 1765 sich in 
völligem VcrtaU befand, während er noch auf dem Hesler'schen Riss 
von 1678 > mit derselben Signatur wie die übrigen Landwehren he- 
zeichnet erscheint. 

1 S. S. 14a — ■ AclicrHerithi^jkicn betr. »Ableitung des Wassers durch ito 
D. Ordens Linge Wiese« in No. |ll der Rep. - I M. L n 



Digitizcd 0/ Google 



IV. Abschaffung der Landwehr an der Oppenheimer S 



1788 bat der Riedhof beständer durch Jen Schöffen StalburR 
das Ackergericht um Oberlassang der an sein Gelände [Kiedhöfer 
Viereck] grenzenden Landwehr zwischen der Langen Wiese und dem 
Ricdschlag, d. b. hier dem Schlau der Mörfcldcr Strasse, 1 als Ersatz 
(ür einige zum Wald geschlagene Riedhöfer Äcker. Es wurde ihm 
im 9. Juli der Bescheid: da die Landwehr [«. dieser Teil der 
LandwchrJ vom Forstamt abgetrenm und an das Ackergericht ge- 
geben werden solle, so habe dann dieses das weitere zu verfügen. 1 
Die Überlassung an den Riedhof wird bald eingetreten sein, denn 
als 179B die Landwehr zwischen Mürfcldcr Strasse und Zicgelschlag 
zu diesem Hof gezogen werden sollte, war von jenem Abschnitt 
nicht mehr die Rede. 

Abschaffung der Landwehr Mürfclder Strassc- 
Ziegclschlag. 
Nach 179S. 

Etwa 10 Jahre später, im Herbst T78B, wurde der Plan ge- 
i'.isit. Jus Ricdliof^d.inJc zum Zweck besserer Bewirtschaftung in 
mehrere kleine Höfe zu zerschlagen. Einen interessanten Riss zu 
dieser Verteilung entwarf G. Bunsen, wohl vor i8oi.' Die Zer- 
^hljjjuny unterblieb, da der Hof 1802 an Freiherrn Moritz von Bcth- 
mann verkauft wurde. 

Am 30. Juni [758 ersuchte das Land arm das Forstamr, auf der 
Landwehr zwischen Mürfeldcr Strasse und Zicgelschlaj; und auf der 
Zwcrchhndwehr das Gehöli und Gesträuch weghauen und abführen 
zu lassen, damit beide Stücke mit dem zu zerschlagenden Kiedhof- 
gelände an die Käufer überlassen werden könnten. Das erstere Stück 
muss bald darauf wirklich zum Riedhof gekommen sein.' Denn 
auf dem Bunsen 'sehe 11 Riss, der beide Stücke zum Hof zieht, erscheint 



111 .!..' /^cihiLlti' ■■Mir.k ■k , m l'k'.ll^l '■'■^■xA:r- 



DigitLzed by Google 



- 280 - 



e- herein abgeholz;, die Avcre bland wehr aber noch nicht. Gleich- 
zeitig wurde auch die Oppen he im et Strasse neben jenem Land- 
wehrstück aufgehoben und ihr Areal ebenfalls zum Riedhof geschlafen. 
Dunsen zeichnet sie gar nicht mehr. So entstand damals zwischen 
Mörfeldcr Strasse und Ricdschlag der sonderbare Strasscnzug Zicgcl- 
hiittenweg + Oppenheimer Strasse mit dem doppelten Knie im 
ehemaligen Ziegelschla;;. 

j. Abschaffung der Landwehr Ziegelsehlag-Riedschkg 
nebst Bornacker - Nord und Ost. 
Schon 1794 geschah an der Südwestspitzc der Sachsen hauser 
Landwehr eine Veränderung, indem »Frau Lindheimerii", die Be- 
sitzerin Je^ Bornackers, um dorthin bequemer als auf dem Feldweg 
(obersten Schaf hofweg 1 w gelangen, beantragte, in der Gegend, wo 
das alte Thor-Gemäuer steht, einen Weg über die Landwehr 
machen zu dürfen. Nach Verständigung mit den bürgerlicher, 
Kollegien wurde ihr gestaltet, den Weg durch das Forstamt machen 

bezog und sich das Recht vorbehielt, ihn, »wenn es die Notdurft 
erfordert, wieder zur Landwehr aufwerfen zu lassen».' Der Weg 
ist auf einem Faustriss von 179K gezeichnet. 1 

Das dem liornacker anliegende grosse Gelände der Ziegel- 
hiittc besass Lieutenant Erff. Dieser wölkt 179s gegen seinen 
Acker am Läubchesbusch,' der am Waldrande zwischen Forstantls- 
äckern lag, die drei Landwehrstrecken Ziegelhütte-Bornack er, Bom- 
acker-Nord und Bornacker- West" eintauschen, bezw. den über- 
schuss dieser Landwehrstücke kaufen. Die Sache wurde seit dem 
17. Oktober 1798 verhandelt, aber durch den Widerstand der 
bürgerlichen Kollegien stark verzögert. Am 27. Juli [799 wieder- 
holte Erff seinen Antrag. Da er inzwischen auch den Bomacker an 
sich gebracht hatte, so hielt es das I-'orstamt am 1. März iBou für 
vorteilhaft, auch die Landwehrteile nördlich und östlich vom Born- 
acker pro prt:iü UNSiioni:. .m Urft zu geben. Aul Antrag der btirgär 
liehen Kollegien wurden aber auch die Ncbenläger von Landwehr 
Bornacker -Ost, nämlich Mathes, der den nördlichen und seine 
Schwester Wittib Münch, die den südlichen der zwei anliegender 
Äcker hatte, befragt, ob sie sich am Kaufe beteiligen wollten. Als 
sich beide am 15. März bereit erklärt hatten, die östliche Hälfte des 

■ Forslaiulaktcn Ii. März 179,1. - ' ""d. 1798, in. Noi'cmbtr. - • Flurb. 
SudBcnh. II. 6ü, No. ;4", b, c, i. - " S. S. 168. 



Digitized ö/ Google 



Landwehrstreifens zum Taxpreis zu übernehmen, wurde am ig. Ober- 
förster Vogel beauftrag!, die 5 Land wehist ücke abholzen zu lassen. 
Mach dem neuen Projekt kam die Osthälftc des Land weh rstreifens 
Hcrn.kki r-Osi an Mathes und Münch, gegen Zahlung, die West- 
hälfic desselben aber, sowie die Land weh rstrecken Bornacker-Nord, 
■Süd, -West und Bornacktr /.iej^lsclila): :ui lirfT" und zwar z. T. gegen 
Abtretung des Ackers am Laubchesbusch, z. T. gegen Zahlung, alles 
als Eigentum ohne Lasten, aber mit der Verpflichtung, nachdem das 
Holz zur Disposition des Forstamts abgetrieben sei, die Stümpfe zu 
entfernen. Am j. April wurde die Sache vom Rate genehmigt und 
der Vollzug dem Forstamt committiert; am 24. Mai ward Fällung, 
Verkauf und Abfuhr des Holzes, ebenso die Vermessung erledigt, 
und es fand der Eintausch des Ackers am Laubchesbusch statt, der 
sofort mit Laubholz angesät, aus dem Flurbuch gestrichen und zum 
Walde gesteint wurde. Der Landwehrverkauf an Mathes und Münch 
wurde am 7. März 180: vollzogen. 

Aber die ErrTschc Tausch- und Kaufaction hatte noch ein 
Nachspiel. Am 14. Juni 1802 beschwerte sich ErlT beim Ackergericht 
darüber, dass seinem Vetter und Mandatar Justizrat Hoffmann, als 
dieser auf dem Ackergericht um Zuschrcibung der verkauften Land- 
wehrstücke an Erff gebeten, entgegengehalten worden sei, durch das 
Stück Landwehr Bornacker-Nord sei ein Weg [als Fortsetzung des 
obersten Schafhofwegs zur Oppenheimer Strasse] vorbehalten. ErlT 
protestierte hiergegen auf Grund der Akten und mit Hinweis auf 
den Vugcl'schcn Riss, der diesen Weg nicht habe. Vom Ackergericht 
zum Bericht aufgefordert, erklärte Bunsen am i j. September, als er im 
December 1798 beauftragt worden sei, die Landwehr für Erff abzu- 
messen, sei allerdings die Notwendigkeit berührt worden, den 
obersten Schafhofweg nach der Strasse durchlaufen zu lassen, wo- 
durch der Dung bequemer auf die im obersten und mittelsten Schaf- 
hof liegenden 5tücke gebracht werden würde, und er habe die 
Weisung erhalten, diesen Weg eine Feldrute breit liegen zu lassen. 
Vogel habe ihn nicht auf seinem Riss.' Bald darauf verkaufte Erff 
sein Gut bei der Ziegelhime an den Bürger und Handelsmann 
Schwanz. Hui ur.tr iio;hir.alip;en W-rkariiikiiiL; Je:. AckiTL.'crich:s im 
27. September mit Hoffmann als Vertreter F.rfTs und Schwanz als 
Käufer des ErftVhcn Gutes erklärte sich Schwanz nach Zureden 
hercii, vnn seinem Anteil an dem Land wehrst tick Bornackcr-Ost das 

■ Der ButttttTscbe Riss Ii« ihn. 



Dipjitized by Google 



erfordert] cht Areal zu einem Wege vom obersten Schafhofwcg nach 
dem Landwehrweg für 200 II. den Morgen an das Landarm abzu- 
treten. Der Weg wurde gemacht. Das dazu abgetretene Stück betrug 
nach Bunsens Messung am 29. September 28 R. 53 Sch. 

.,. Abschaffung der Z we rch land we h r. 
1798-1801. 

Wie wir sahen, sollte schon 1798 bei Aufstellung des Parzel- 
i in \t<^ planes dem Uiedhof aucli die Zwc rchlandwchr zugewiesen 
werden.' Südlich neben ihr, gegenüber der Salpeterliüttc, haue später 
der Handelsmann Bhrmann [im Feldern »auf dem Kamel«] Land ge- 
kauft, um eine Ziegclbrcnncrci mit 2 Öfen anzulegen, von denen 
womöglich einer mit Steinkohlen betrieben werden sollte.' Ehrmann 
wollte nun 1793 die nach Vermessung von Joh. Daniel Claus 24 R. 
98 Q Sch. kleines Decimalfeldmass haltende Zwerchlandwehr unter 
Überlassung des Holzes an das Forstamt hinzukaufen. Das Forstamt 
war einverstanden, aber die bürgerlichen Kollegien erklärten, »dass 

Stadt den Bedacht nehme und wohl gar von der Landwehr jenseits 
Sa c hsenhausen dazu verwenden müsse, an eine Veräusserung eines 
Teils derselben nicht zu gedenken sein. Dem entsprechend entschied 
der Hat am 16. September 179,1, dem Ehnninn sei tu eröffnen, odass 
man jetzo nicht tunlich halte, auf seinen Antrag Rücksicht zu nehmen".' 
Schliesslich kam die Zwerchlandwehr doch an den Ricdhof, zu dem 
sie jetzt noch gehört. 

V. Abiwriuftung der Landwehr Weiidelsivcg-Bornrwkci-. 

1787-1809. 

Die Abschaffung der Hauptmasse der linksmainischen Land- 
wehr vom Wcndelsweg bis zur Südwestecke des Bornackers vollzog 
sich, mehrmals unterbrochen durch die kriegerischen und politischen 
Ereignisse, gleichsam in 4 Akten in der Zeit von 1787 bis 1809. 
Unsere Darstellung derselben beruht hauptsächlich auf den l-'orstamts- 
und Ackergerichtsakten. 

I. Seit 1787. 

Als man sich 1787 mit der Revision und Ausmessung der Stadt- 
gemarkung und der Errichtung neuer Flurbüchern beschäftigte, kam 



' S. S. J7g. — ' Sdion frillicr bestand liier cinq Ziegelei. Ei wird ein Zieglcr 
Ferti erwähnt. - 1 L'glb. B. 41, Na. 46. 



auch die künftige Verwendung der linksmainischen Landwehr von 
der Oberräder Grenze bis zum Längen Bruch zum eisten Mal zur 
Sprache. Auf Grund einer Begehung der Waldgrenze und Landwehr 
von der Oberräder Grenze zur Mörfclder Strasse durch das Acker- 
gericht, den Oberförster Vogel, den Oberförste radjuneten und 2 
Ackergeschworenen am 29. April, wobei man die Landwehr nach 
dem Walde zu meist, nach der Stadl zu bereits nirgends mit Steinen 
versehen fand, schlug das Ackergericht vor, die Strecke Ober- 
räder Grenze- Wendelsweg zu dem angrenzenden Walde 
zuziehen, den Rest aber abzuholzen und den anliegenden 
Feldeigcntümern zehentfrei gegen Zahlung zu über- 
lassen. Erst am so. Juni 1788 befürworteten die Schöffen [der 
»Senatus 5cabinorumii] diesen Vorschlag und forderten dazu Vermei- 
dung der Vereinigung zehentfreier Stücke mit zehentpfiiehtigen,' Be- 
messung der Stücke auf mindestens einen Morgen und Versteigerung 
derselben entweder zum erb eigentümlichen oder, wie es auch mit 
der Landwehr gegen 1 Linau goilielien sei, bestand; weisen Besitz. 

Nachdem dies am 24. Juni vom Rate gebilligt war und eine 
weitere Besichtigung durch Ackergericht und Forstamt mit Zuziehung 
der bürgerlichen Deputierten stattgefunden hatte, erklärten die letz- 
teren am i;. December beim Ackergericht und Forstamt, das fürst- 
liche Haus Isenburg habe bei Gelegenheit des [seit Jahrhunderten 
seh webenden!] Jjgdprocesses die Wegschaffung der Landwehr ver- 
langt und mit deren Bewirkung gedroht. Es sei daher bedenklich, 
an der Landwehr irgend etwas zu ändern, bevor jene Schwierigkeit 
auf dem Rechtswege oder gütlich beseitigt sei. Auch ein wohl da- 
mals verfasstes undatiertes Gutachten an den Senat für Beibehaltung 
der Landwehr führt aus: da die Landwehr von jeher so heftig be- 
stritieu worden sei, so dürfe man sie nicht freiwillig abschaffen. 

Auf die Erklärung der bürgerlichen Deputierten antworteten 
die Sern".'l"r:i .1 r - 1 j.inin; ; ySy : (iren/sirem gelten mit Isenburg 
seien unmöglich, da die Grenze ausgesteint wäre; der noch an- 
hängige Process aber wegen der Extension des Wildbanncs werde 
durch die Landwehrfiage nicht berührt. Die Grenzen der Landwehr 
möge man immerhin erhalten, diese selbst aber müsse abgeholzt 
werden. Denn nicht nur habe sie, wie die Druckschriften bewiesen, 
seit lange gegen isenburgische Übergriffe keinen Schutz geboten — 
müssten doch die Bürger, welche jenseits der Landwehr auf ihren 

1 Kinc solche Vereinigung kraiiiu- im litrcich des Alrcn Berges in Herrath! 



□igilrzed by Google 



Feldern arbeiteten, Hunde und Flinten mitnehmen, weil sie durch 
die Landwehr von den übrigen abgesondert seien, — sondern sie 
bringe such ökonomischen Schaden, weil sie die Morgen- und Mit- 
tagssonne entziehe und, meist mit Dornen bewachsen, Frevlern, so- 
wie schädlichen Tieren und Insekten Zuflucht biete. Dagegen bestehe 
[Iii: Aiisicin, J.isj ibs FoiM.mit gegen den Übertritt des Viehes aul 
die Felder und gegen Eingriff in den Wald an diesem oallmählig 
eine Wand aufschlagen und erwachsen lassena solle. Die Ansicht 
der Schöffen fand am 27. Januar die Genehmigung des Rates. 

Trotzdem wurde die Landwehr zunächst noch wie ein sorg- 
[altig zu konservierender Teil des Waldes behandelt. Am 2. März 
beschloss das Forstamt die Abtreibung der Stüclte 5 und (,,' wo 
noch ein paar tooo gemischte Wellen ohne Nachteil gemacht 
werden könnten. Auf 1 bis 4 seien in den vorigen Jahren Wellen 
gemacht worden, die Stocke seien aber wieder sehr fjni angeschlagen. 

Inzwischen bemühte sich Bunsen, im Interesse des Flurbuches 
die Begrenzung der Landwehr festzustellen. Bei einer Besichtigung 
am 22. Juni zeigte sie sich an verschiedenen Plätzen überwachsen; 
mehrere Steine waren nicht zu finden, andere auf der äusseren Seite 
vom Ackergericht einseitig gesetzt worden. Hierzu bestimmte das 
Forstamt: wo Steine fehlen, seien sie im Abstand von 2 R. von der 
Grabenmitte zu setzen; das Überstehende sei abzutreiben, das Fehlende 
hinzuzuziehen; die einseitig ^csetiten Steine aber von Vogel zu 
revidieren und auf der Innenseite mit 1 ; A (Forstamt) zu bezeichnen. 

Am 29. Juni konnte Bunsen berichten, seine «Generalaufnahme 
der Sachsenhäuser Termine}-« sei bald fertig, doch sei ein »geo- 
metrisch richtiger Aufriss vom Ganzenet unmöglich, wenn nicht die 
Landwehr vom Wendclsweg zum Riedschlag entweder abgeholzt 
oder an bestimmten Orten wegen der Winkel durchhauen würde. 

Als die Sache an die bürgerlichen Kollegien kam, zeigten sich 
diese wieder ganz einseitig von Bedenken wegen Isenburgs und von 
forstwirtschaftlichen Erwägungen beherrscht. Ihre Deputierten er- 
klärten am 14. August, das Mandat Maximilians vom 2$. Juli 1494,' 
welches von Frankfurt die Beseitigung der Sachsenbäuser Warte 
verlangte, komme den isenburgischen Ansprüchen zu statten, und die 
leiten seien derart, dass man den Holzanbau auf alle Weise fördern 



' Die Nummern h-zichcn sich ael' ilic Kiotciluisfi iltr Landwehr in 10 bezw. 
11 Distrikte mm Zweck der forstlichen Ben irischahung nach dem Plane vom 
1. September 177:. Wo beginn die Zahlung? — 'S.S.liJ. 



Es 



ifeM. !)■•■ Laadwehr so dabei nicht abzuhobte 
u Gehölz »soccessive. nach der vom Forst* 
chtung wirtschaftlich zu benutzen. 

Hierauf icrsank die Angelegenheit in en 
> war die erste 7ei: Jet französischen Revolot 



:en, sondern vielmehr 
■rm gen offenen Ein- 



dreijährige Kuh«. 



2. Seit 1791. 



fcrst 1792 kam die Sache wieder in Fluss, als am 17. September 
;8 Sachsenhäuser Bürger eine Vorstellung an den Rat richteten be- 
treffs o Wegschaffung der höchst schädlichen Landwehr.« In dieser 
wird, unter Hinweis auf die Abschaffung der Frankfurter Landwehr 
und den Vorschlag dirs A.kLV-cridus vom April 1787 zur Abschaffung 
der Sachsenhäuser Landwehr vom Wendelsweg bis zur Murfelikr 
Strasse ausgeführt; da die Sachsenhäuser Landwehr nicht, wie die 
Frankfurter, durch Felder, sondern durcli Weinberge, Baumstücke 
und Gemüseländercicn gehe, so seien die Nachteile durch Abgang 
von Licht und Sonne, wodurch stärkere Maifrüste bewirkt würden, 
i.uwie durch Vü:;t] und Insekten, weil grösser. Ferner erschwere 
die Landwehr den Schützen das Länfangen von Gesindel und Feld- 
dieben und verursache den aussen Begüterten Unkosten durch Fuhr- 
lohn, da nur zwei Fahrwege, an der Warte und am Ziegelschlag 
[hier = KiedschlagJ hindurch führten. Ihr forstlicher Nutzen sei ge- 
ring, weil das alle 8—10 Jahre geschlagene krüppelige Holz nur zu 
lirbsenrcisern und Wellen brauchbar sei. ' 

Die Vorstellung -wurde am 24. September von 127 Hur^orii 
pr.isL-ntR'rt, worauf der Rat am 2j, ein Gutachten von Ackergericht 
und Forstamt verlangte. Dies Gutachten kam, so scheint es, nicht 
mehr zu Stande, wie denn überhaupt die bald darauf eintretenden 
kriegerischen Vorgänge — am 22. Oktober Einzug Nemvingers, am 
2}. die Auflegung einer Contribution von 2,000,000 iL, am 27. Ein- 
zug Custine's, am 1. December Sturm auf das Friedbcrgcr Tor — 
und die weltbewegenden Ereignisse der folgenden Jahre die Ange- 
legenheit der Sachsenhäuser Landwehr abermals zu einer langen 
Ruhe verurteilten. 



Verteuerung de« FOrawhiKtwfi oe.« von. ,(,. Dezember .79., in Uglb* D. i % 
Sa. I, hülst et, die [S:irii5enhäii5er| Landwehr sei auch kein Schur? lür die 
Weiden, dl der Weidgang seil mehreren huraleil Jahren nicht über die Gärten 
hiiuujrciche. 



Digitizod b/ Google 



— 286 — 
,. Sei. 1798. 

Die Friedenszeit zwischen Napoleons italienischem Feldzug und 
dem Krieg der zweiten Koalition liess auch die Landwehr frage wieder 
aufleben. Im März beschwerten sich der Ei nun d fünfziger Herr Stock 1 
und Georg Hartmann von Sachsen hausen, dass an ihren Gütern das 
Gehölz der Landwehr fast Vi R. Ubergewachsen und dadurch der 
Weg auf ihre Güter gedrängt sei. Die Güter sind, wie das Folgende 
zeigt, nahe am Wendelsweg ausserhalb der Landwehr zu suchen, der 
Weg ist der Landwehrweg. Oberförster Vogel bestätigte die Angabe 
und fand ausserdem »weiter herunterwärts nach der Warte zu, be- 
sonders an der alten Schanze.., auch Gegenden, wo, im Gegen- 
teil, der Weg ganz in die Landwehr »getrieben war, so dass die Land- 
wehr Steine über dem Weg nach den Gütern zu standen». Die hier 
erwähnte »alte Schanze» ist diejenige, welche zwischen WenrJels- 
und Hainerweg dicht am Landwehrweg lag.' Vogel wurde hierauf 
am 30. März beauftragt, in der erstgenannten Gegend die »Dornen 
und Hecken» wegzuräumen, an der alten Schanze aber den Weg 
nach den Steinen in die Güter zu treiben. 

Durah diesen Zwischenfall scheint die Sache wieder in Fluss 
geraten zu sein. Denn an: M.Juli brachte eine Deputation von 
Saebsenhäuser Bürgern das Gesuch vom 17. September 1792 beim 
Forstamt wieder in Erinnerung. Die alten Gründe wurden wiederholt, 
und nun gar über ij — zn Schuh Schotten geklagt. 

1799 wurde dann die abzuholzende Landwehr auf 7522 Ii. taxiert. 
Bald aber geb. neu der k^imiende K.uliuonskrieg und neue starke 
Kontributionen, sowie die Unruhen der folgenden Jahre von neuem 
Stillstand.' 

Frst 1H02 trat ein Ratsgutachten vom 5. März der Sache wieder 
näher. Das darauf bezügliche Forstamtsprotokoll vom S . Mai fand 
ich nicht in den Akten. Am 17. Juni empfahl dann der Rat, nachdem 
er ein Gesuch der Oberräder um Aufteilung der Landwehr am Vieh- 
weg bewilligt hatte, dem Forstamt, einen gleichartigen aAntrag wegen 
Ausreutung der Sachsenhäuser Landwehr, die nicht an den Wald 
stössei« einzubringen. Aber es geschah nichts, und so wiederholten 
die S.idiMTih.iu^-v am 29. November in einer mündlichen VorsieHim;; 
beim Ackeigericht ihre Wünsche aufs neue. Jetzt kam man ihnen 

■ Die .Stock bebe Wiesci S. S. iß. — • S. Plan Thonus 1790. — 1 Eine 
Ansicln der Sachienlijuser Wjrte von »arden um [öco (Museum C. 4)47) 7cigl 
noch westlich da. von iKihrn iSjumcu iibcrr.i^K- l.in.Swchrj-ebüich. 



wenigstens insofern enrgegen, als man der Wegenot durch Öffnung 
der Landwehr am Hasenpfad, Hainerweg und Wendelsweg für den 
Fährverkehr abhalf. Auch eine vermittelnde Ansicht über die Land- 
wehrfragc kam damals in einem Gutachten zum Wort: der mili- 
tärische Charakter der Landwehr — so wird ausgeführt — ist un- 
jweifelhaft; sie kann noch beute den Feind aufhalten, «Da indessen 
hiesige Stadt den Verteidigungsgeist so ziemlich verloren hat und 
der . . . Wald auch Vorteile genug zur Verteidigung verschaffet, 
so möchte die Landwehr . . . keine so grosse Notwendigkeit seino. 
Trotzdem isr ihre Abschaffung bedenklich, solange der Rechtsstreit 
über die Ausübung des Wildbanns [bis vor die Tore Sachsenhausen] 
schwebt. Denn ist die Landwehr einmal abgeschafft, so kann sie 
nicht mehr errichtet werden. Die ökonomischen Gründe der Petenten 
freilich sind hinfallig. In forstlicher Beziehung aber ist die Landwehr 
der Verbesserung nicht nur fähig, sondern auch bedürftig, denn bei 
dem steigenden Holzmangel muss der Holzbestand eher vermehr! 
werden, und woher soll man die Frbsenreiser nehmen, die der Wald 
nicht liefert? Nach alledem ist es zweifelhaft, ob Ausrottung oder 
Beibehaltung besser ist, Abschaffung wäre allenfalls für die Zwerch- 
landwchr und die Strecke Xicgclhütte-Hurenbrunncn dem Forstamt 
zur Prüfung anheim zu stellen. 

Jetzt trat wieder eine längere Pause ein. Erst am 30. August 
1804 erstatteten die Deputierten zum Forstamt dem Rat folgenden 
Bericht: Die von den Sachsenhäusern ehedem für die Abschaffung 
der Landwehr vorgebrachten Gründe sind sämtlich hinfällig. Denn 
einmal ist langer Schatten unmöglich hei der Richtung der Land- 
wehr von Ost nach West und ihrtr Bewirtschaftung als Niederwald 
mit lojährigem Abtrieb. Das Gehölz Ut »mehr einem englischen 
Bosket ähnlicher als einem Walde, was es ehedem vorgestellt hat«. 
Sodann isr Gesindel seit der Atmsführung der Deputierten keines 
beobachtet worden, endlich sind die Unkosten für Fuhren beseitigt, 
da nunmehr am Hasenpfad, Hainerweg und Wendelsweg die Stege 
weggeschafft, die Gräben ausgefüllt und Fahrwege eingerichtet sind. 
Dagegen sprechen für die Erhaltung folgende Gründe: 1. der Bedarf 
von 30—40000 Erbsen reisern. Zu diesen liefert die Landwehr einen 
starken Beitrag, der durch nichts ersetzt werden kann, seitdem das 
(iDldMciner Wäldchen abgetrieben ist. Nach Abschaffung der Land- 
wehr würden die Sachsenhäuser und Obcrrader alle Reiser im Walde 
stehlen; 2. der Bedarf des Bauamts an Faschinen, zu denen man 
die Hegen nicht ohne ein Forstverbrechen heranziehen kann; 3. der 



— 188 — 

Bedarf an einigen tausend Wellen; 4. der steigende Holzbedarf im 
allgemeinen, der jede Verminderung des Waldes verbietet und tun- 
lichstc Vermehrung dringend erheischt. Die vor einigen Jahren er- 
folgte Abgabe eines Vii M. enthaltenden schlechten und exponierten 
Stückchens Landwehr in der Oberri'der Gemarkung war eine Aus- 
nahme. Die Landwehr ist also höchst wichtig und unentbehrlich, 
zwar nicht mehr zur Verteidigung, woran man im letzten lang- 
wierigen Kriege [dem zweiten Koalitionstrjtsl o'^ 11 gedacht hat, 
wohl aber als Anhang des Waldes. Sie ist daher zu erhalten und 
vom Forstami ferner zu benutzen. 

Unbeirrt durch diese Ausführungen hielt der Rat am Gedanken 
der Abschaffung fest und kommittierte am 25. September Acker- 
gericht und Forstamt, nochmals mit den bürgerlichen Kollepen tu 
konferieren und diesen die Bitte der Sachs enhiluser, aber auch die 
Bedenken wegen Isenburgs mitzuteilen. Wären dann die Kollegien 
einverstanden, so sei Abnutzung, Grenzberichtigung und Aussteinung 
durch Steine mit Nummer und L W vorzunehmen und ein Aus- 
steinungsprotokoll anzufertigen; endlich sei von Ackcrgcricht und 
Forstamt ein gemeinschaftlicher Bericht über den Modus der 
Überlassung einzureichen, 

Hierauf erneuter Stillstand während der ereignisvollen Jährt 
1805— 1807. 

Erst 1808 wurde die Landwehrsache wieder aufgenommen. 
Inzwischen hatten sich, in Folge der Hinrichtung der primatischen 
Regierung seit dem •). September*! 806, durchgreifende Änderungen 
in der Verfassung und den Ämtern vollzogen. So war 1807 da.s 
AtktTg triebt und das Korn amt mit dem Landarm unter dem Namen 
Landrentamt vereinigt worden. Im Frühjahr iS:>8 bcschiiftiite 
man sich viel mit der Frage, wie die Weidgerechtigkeit zu Gunsten 
der Forstwirtschaft eingeschränkt werden konnte; hinsichtlich der 
Sachsenhauser Landwehr aber war der etwas sonderbare Plan auf- 
getaucht, aus Warte und Landwehr zusammen ein kleines Gut zu 
formieren. 

Am n, April stellte ein Gutachten des Forstamts mit Bezug- 
nahme auf den Katsbeschluss vom 25. September 1804 folgende 
Sätze auf: 

1. Da die Landwehr bisher vom Forstamt verwaltet wurde und 
diesem ihr Ertrag zugeflossen ist, so soll auch der Erlös aus ihrer 



Digitized B/ Google 



— 2&? - 



Vcräusserung dem Horstamt zu Gute kommen und nicht der Ab- 
lösung d;r WL-idiji.TtikiHkk'it. 

2. Der Plan, aus Warte und Landwehr ein Gut zu bilden, ist 

j. Eine neue Taxation der Landwehr ist nötig, da seit 1739 
4, Preise Bestieg*. Ad. 

4. Die Angrcn/.i'r sind zu fragt-n, ob sie den neuen Taxpreis 
zahlen wollen. Wenn nicht, so findet Veräußerung an die Meist- 
bietenden statt. 

Hierauf schlug am 22. April die fürstliche Generalkommission 
in einem Bericht an den Fürsten Primas betreffend bessere Kultur 
ia Unterwaldes vor, die Weidegerechtigkeit durch Ablösung ein- 
zuschränken und die Kosten der Ablösung ausser durch eine extn- 
.>r.:: n.ii- c I [üb.t;:liui:i T durdi Vuriiusserung einiger wenig nutzbarer 
Teile des Stadtwaldes oder vielmehr der zu demselben gerechneten 
■sogenannten Landwehren, zu bestreiten. Die Einrichtung von 
Warte und Landwehr zu einen, Gütchen aber erklärte auch dieser 
Bericht für unpraktisch, weil der Käufer viel für Urbarmachung an- 
rechnen müsse. 

Am 22. Juni beauftragte "dann die fürstliche Generalkonimission 
den Senat, von Horstamt und Landamt entweder ein gemeinschaft- 



in Erbrecht zu überlassen, 2. ob die benachbarte Landwehr zur Watte 
za schlagen oder mit dem Stadtwald zu vereinigen, 3. ob und wie 
der Wartmann abzufinden sei. Hierauf forderte ein Senatsbcschluss 
vom 28. Juni gemeinsamen Bericht des Land- und Horstamts. 

Inzwischen Übergaben am 17. August die Ackergeschworenen 
dem Forstami ihre Neutaxation der Landwehr. Das Areal betrug 
J7 M. I Viertel 22 R. j8 Seh-, der Taxwert 8721 fl. 15 kr. 

Es wurden nunmehr am 27. August die Laiidwehrinlieger auf das 
Forstamt geladen und gefräst, ob sie die ihren Ackern angrenzenden 
Landwehrstücke zum Taxpreis kaufen wollten. Am ja erklärte sich 
ein Teil derselben dazu bereit, während die anderen, freilich ver- 
geblich, den Senat um Gewährung der Taxpreise von 1739 baten. 
Aber das Horstamt verlangte die Unterschrift aller. 

Auf die weitere Hrage, ob jemand die Warte samt der Land- 
wehr als Gut kaufen wollte, meldete sich niemand; das Forstamt 
hielt daher nur noch die Vermietung der Wartgebäude mit Aus- 



DigitizGd by Google 



schluss der Försterwohnimg für aus sieht svoll, besonders wenn ei 
Schenkwirtsdiaft dazu komme. 

In dem nunmehr' erstatteten gemeinsamen Bericht li 
Land- und Forstamtes werden zunächst die eben erzählten V< 
gänge erwähnt. Darauf machte das Forstarat folgende Vorsehläj 
i. Kur ein kleiner Teil der Landwehr, für 2-; Kühe genügend, 



Angrenzern zum Taxpreis verkauft. Das Kapital wird zum Ankauf 
von Stadtobligationen verwendet, die beim Rechneiamt solange zu 
hinterlegen und zu verzinsen sind, bis sich ein passendes Ersatz- 
objekt zum Ankaur findet, z. ß. Grundstücke, die sich mit dem Walde 
verbinden lassen. Gelingt ein solcher Ankauf nicht, so sind von dem 
Getdc ausserordentliche Kulturen zur Besserung des Waldes -la 
machen. 3. Die Übernahme der Lieferung von Wellen, Erbsenreisern 
und Klotz- und Stockholz bedeutet zwar für den Forst einen 
Verlust ; dieser ist aber nicht gross, weil die Landwehr als Wald 
wegen ihrer Form und gefährdeten Lage auch bei strengster Auf- 
sicht nie so viel einbringen kann, wie ein gleichgroßes mit dem 
Wald vereinigtes Stück. 

Das Landamt aber, in welchem, wie erwähnt, das Acker- 
gericht aufgegangen war, wünschte, dass die Warte, deren schönes 
Gebäude ursprünglich .zum Aufenthalt der das Messgeleite eingeholt 
habenden bürgerlichen Cavalliere und deren Bewirtung« gedient 
habe, als Landgut veräussert weide. Dieses könne sich leicht nach 
und nach durch die billigen Äcker jenseits der Landwehr vergrössem. 
Der Wartmann, der nur noch die Funktion habe, »einen Notschuss 



Digiiizod by Google 



in den Meist bittenden entweder als Eigentum oder in Erbleihe ab- 
gegeben. Findet sich kein Liebhaber, so sind sie auf 6-9 Jahre 
meistbietend in temporale Pacht zu geben. In beiden Fällen isl dem 
Besitzer der Viehtrieb in den Wald nicht zu gestatten, falls er ihn 
nicht schon als Bürger haben sollte. 

2. Die Landwehr vom Wendelsweg zum Riedschlag, ausser 
einem Stück zur Erweiterung der [Darmstädtcrr] Chaussee ist an die 
Anlieger nach Massgabe ihrer Feldstücke zum Gesamt tax preis von 
8721 iL abzugeben unter den Bedingungen der Abtreibung, Urbar- 
machung und Verbindung mit ihren Grundstücken. 

3. Der Erlös ist bis zur Acquirierung anderer Realitäten durch 
das tvechnciamt zum Ankauf von Obligationen zu verwenden, die 
Zinsen zu den ordentlichen Gencraleinnahmen zu liehen. 

: resp. dem 



er am 22. Jur 
m Fotstverstät 
Der Erlös i 



Demgemass gab am 22. Juli das Landrentamt dem Forstami 
auf, das Gehölz mit Ausnahme der grossen Buche [des Hesenbaumes] 1 
am Hainerweg, die zur Bequemlichkeit der Feldbegüterten bleiben 
soll, zu Klaftern aufmachen und versteigern zu lassen und darüber 
Protokoll einzureichen. Die liolzverstcigerung fand am 17. November 
statt und ergab nach Abzug einiger Unkosten 432 11. 4J kr. Das 
Landwehrgelandc aber vom Wendelsweg bis zum Riedschlag wurde 
an die Anlieger »nach Massgabe ihrer Endstücke« verkauft. Die aus 
der Landwehr gemachten neuen Feldstücke tragen in den Kaiaster- 
karten des XIX. Jahrhunderts die gleichen Nummern wie die an- 
liegenden alten, jedoch mit dem Zusatz des Buchstaben B. Mit der 
Warte endlich, die man nicht veräusserte, wurde mir das kleine ihr 
östlich anliegende Landwehr stück verbunden, welches jetzt noch als 
Wart|;jrten dient. 



TL Abschaffung der Oberrflder Landwehr. 
I. Abschaffung der Lindwehr Lehengraben -Oberrad. 

Wann und wie die Landwehr zwischen dem Lehengraben und 
Überrad beseitigt wnrde, ist mir ak teil massig nicht bekannt. Auf 
den Rissen Mit? und 18 um 1600 fehlt sie schon, auf den Ober- 
rider Grundrissen von 173 3 erscheint an ihrer Stelle vom Lehcn- 
.urabeii bis zum nbcr-.ti.ii Tai der Seh.ifei g.issu ant einzige Lm^f 
Wiese, die spätere Ochsenwiesc. Sie ist noch ganz unberührt bis 
auf ihre Nordwesteckt, auf welcher das schon auf M I 17 und 18 
vorhandene Spielhaus, später Rathaus gebaut ist. 

2. Abschaffung der Landwehr am Vichweg innerhalb 

des Dorfes. 

Vor '7)J. . 

Das Landwehren de, welches vom äussetsten Schlag am Vichweg 
und der später neben demselben errichteten Mauer nach Norden in 
das Dorf hineinragte, ist auf den Rissen von 173-5 mit einem Hause 
und einem nördlich davor liegenden Ganchen besetzt. Auch der 
Riss von 1777 hat dieses Haus, wenn auch in ungenauer Stellung. 
Es ist das 1614 als »das gemein h irden ha uß«,' 179S als "Hirtcn- 
wolimmg« = bezeichnete und in letzterem Jahre seiner Lage nach ganz 
genau bestimmte Haus, das bald darauf verschwunden sein muss, da 
es im Flurbuch schon fehlt. Dort gehört das Landwehrende zu dem 
benachbarten Grundstück 439 C. 

3. Abschaffung der Landwehr am Wey land'schen Garten. 

>799- 

Neben dem südlichen Oberräder Dorfzaun lag ein grosses 
Hd Dunsen 'sches Ackergut |Flurb. No. 439 C], dessen Schmalseite 
in der Breite von etwa 19 FR. oder 15 WR. auf die Landwehr stiess. 
Auf diesem Landwehrteil hatte 1732 der Oberräder Schulmeister 
Griesinger kraft eines l:m; AüUaile Je:: Schorn v;in I k>!;;hausei: 
»ersehliehencno fvitsctmclusums vom 1 5. September 1739 gegen Zins 
ein Haus mit Garten anzulegen jngefirgm, I-r haue dadurch nach 
der Aullassimg des Klägers nicht nur eine in Kricgs/ciien gefahrlichc 
I.ini.Kvelireiu/leliLir.!; Seg.nigen. ■(indeiii auch d-.-is Thiirehespfad ' Ji-m 



' Utcrr.Wclirscluftsb. F. 177. — ■ FontamlSJÜiten vom II. und 14, Juli 1758,— 

' S. S. 



Digitizedb/ Google 



Gebrauch enmigen und Jen Vieliweg so vcrcni;i, »Jass weder eine 
Herde einet Her Je noch ein Gesdiirr einem Geschirr auswckliemr 
konnte. Landamt und Pors tarnt nahmen auf Ratsbefehl die Sache 
in Augenschein und stellten dem Rat anheim, den Griesinger für 
den etwa schon begonnenen Hau zu entschädigen. So wurde Jas 
Stiich Landwehr erhalten.' 

Als dann 1797 dieselben i Idtzluuseii'sclieii Äcker ausgesteint 
wurden, hatte Bimsen zwischen diesen und dem 'l'lu.vcjiesjil.; J c:!ii_;e 
fehlende Steine ohne Vorwissen des Forsumtä setzen lassen. Obgleich 
er sich auf einen Prdcedenzfall berief und erklärte, die Steine nach 
der für die ganze Landwehr angenommenen Norm von FR. von 
der Mitte des inneren Grabens gesetzt zu haben, mussten die Steine 
herausgenommen und alles wieder in Jen früheren Zustand gebracht 
werden. 1 

Nicht lange danach kam das Hilkhausen' sehe Gut an P. C. Wey- 
lanJ, Frankfurter Bürger und Tabak sfabri kante 11 zu Obctrad, der 
i'trcits die Clause [I : lurb. ^J9a] und Jas westlich angrenzende Sliick 
[Flurb. 459b] hesass. Er hatte die Hulzhauseu'schen Acker in einen 
Garten verw.uniek und wunichie nun i:n Stju:n:er 179S, um Sieine 
dortbui (ahrer. zu lassen, mter das Stück Landwehr, welches ober- 
halb Oberrad oächst der Hirter.wohnung ' an seinem Garten« herzog, 
einen Weg zu machen. Dieses wurde ihm :n der Breite von 10 Schuh 
gestattet.* 

Im Herbst bat dann Weiland auf Anregung des Foistamts um 
die weitere Liiauhiiis, ilas .me.rrnzeiidr Sli.sk 1. inJwckr nebst Jem 
-•<:: ierlau!e::dc:i 1 eil Jes 1 hj::l;e;^ :;Jes n. jaul 1:1 V. .: Ii uii, Skil- 
auf die in den Beschlüssen vom 24. Juni 17SS und 17. Januar 17H9 
au. gcs|;ru. hene, n.ir noch Je: Zustimmung der bürgerlichen Kollegien 
harrende Ansicht des Rate* betreffs Abschaffung der hnksmaimsch.cn 
Landwehr, glaubte das Forstamt am tu, Augost 1799 die Erlaubnis 
erteilen zu können D;e Üer.elm gai.' ö-jrcl Jen Ra! fand am ij. 
der Abschluss des Kontrakts aol dem Forsurme am 14. August statt 

4. AI 1 I . der Landwehr an »Herrn Kellerst 
Grundstück. 

Am 2.\. April tSot kaufte Herr Keller 19 R. ;o Schuh Land- 
wchrgtliind, wahrscheinlich das Stück neben Weyland, auf welches 

' Mglb. E. 48, N'o. 6. — ■ Forsiaiiusaliien jo, August 1797. — ' S. Ak v,->n k c 
Nummer. — * Fnistamtialitcn it. und 14. Juli 175g. — 1 Ibid. 1795. 



J.is ^ciiLiiuiic Miss ji.ii.st. Der l'reis war zuerst, »nach dem Verhältnis 
wie Herr Weyland dergleichen ebenfalls erhalten- hatte, auf 65 B. 
24 kr. angesetzt, dann aber auf 30 fl. reduziert worden.' 



Vorschlag, »Jas In die Oberrädci- Gem.uku:)« hiiiem? icheiide«, nach 
Messung des Oberförsters Vogel von 1799 2 M. >U W R. haltende, 
»Stück Landwehr bis an den Wald, das fast durchaus mit geringem 
Gesträuch bewachsen und diesen Boden je näher Oberrad, desto 
sandiger und schlechter!! sei, in drei Teile zti teilen und an die An- 
lieger zu verkaufen. Hierbei sollte der Thürchespfad beibehalten und 
von dem übermässig breiten Viehweg die Übergriffe auf die Land- 
wehr unter Setzung von Grenzsteinen rückgängig gemacht werden. 
Das Fofstamt, welches den Vorschlag billigte, sich jedoch die Ab- 
räumung und Verwertung des Holzes vorbehielt, bat im Einver- 
ständnis mit den hurporlkhen Kollegien den Rat, die Landwehr im 
Werte der Güter, d. h. zur Taxe von 200 fl. pro Waldmorgen, ver- 
kaulcn zu dürfen, verwahrte sich jedoch j^oh jede weitere Mehmälerung 
des Waldes. Die Schöffen fügten noch Aussteinung der abzugebenden 
Landwehr durch Steine mit Jahreszahl und L W und Aufnahme 
eines ins Archiv zu legenden Aussteht ungspro 10 koll es hinzu.' Darauf 
;;aichini;;te der Rat alles am 17. Juni, und die Ausführung fand statt. 

6. Abschaffung der Landwehr zwischen Viehweg 
und Wendelsweg. 

Die Landwehrstrecke Vieh weg- Wendelsweg grenzte durchweg 
an den Wald, seitdem das Dreieck zwischen Wendeis-, Bischofs- und 
Landwehrweg aufgeforstet war, was nach 1600 geschehen sein 
muss, da die Risse M I 17 und 18 hier noch keinen Wald haben. 
Seitdem 1802 das angrenzende Stück am Viehweg und 1809 die 
Landwehr westlich vom Wendelsweg aufgeteilt war, hatte auch die 
Strecke Viehweg- Wendelsweg ihre Rolle als Landwehr ausgespielt. 
Da sie aber einen Teil des Waldes bildete, so blieben die Gräben, 
wie bei der Tannenwaldlandwchr, unausgeführt und bieten daher noch 
heute ein deutlichen ßiiJ der .dten \Ve!iraid:ige. Von den Gebückbäumen 
standen noch viele zu Coliauscn's Zeit. Jetzt sind sie verschwunden. 



1 Foratamtukteu 1801. — J Ibid. iBo; und Uglk. A. s 



DigiiizMBy Google 



Anhang. 



I. Steinungcn der Landwehr. 

Die Nachrichten über Steinlinden der Landwehr, die mir be- 
ginnt geworden sind, sollen hier kurz zusammengestellt werden. 

1. Am 9. November 1415 wurden bezahlt »3 8 6 ß 6 h [der 
/) =*■ 9 h. gerechnetl] umb 100 und 7 margstein iglichen für 6 h., 
und hat man die sieben dar inne gelassen, die lantwer vor der 
stat zu steinen. Item 25 fl von 5 t'cncn diu -ulbi-i steine zumren.«' 
Ferner am y>. November: »34 ß 4 h. umb 65 Marksteine zur lantwer.«' 
Rechnet man den Stein ebenfalls zu 6h., so musste der Gi'^niijuvr; 
;j jt € h. betragen, er betragt aber 22 h. mehr. — Am 18. April [4 i(< 
heisst es: 119 ffi han wir gegeben den gesworn, als sie die lantwer 
steinten, daz aller Dienlich wissetc, wie nahe er derb; eren [pflügen] 
mochte«.' 

2. Am 37. Marz 14.15 wurden bezahlt 110 ß von zweie Fürthen 
1 oft" die lantwer [welche?] und greben [Stadtgräben ?| 

3. Kurz nach dem t(~, Oktober 1459 wurde beschlossen »die 



dazu bestimmt »die lantwer für dem Bomheimer walde widder zu 
steinen.« 7 Es fand also eine Ncustcinung der Buchwaldlandwchr 
statt, ßci dieser Gelegenheit unterließ man auch nicht »eynen .weg 
uff der lantwer für dem bornheimer walde [= Bornheimer Land- 
wehrweg (+ Bcgleitwcg am b'rasskeller iiiiui?)) ilvz List einen.«' 

4. »1462 ist die Landwehr abgesteinet worden...' Welche? 

5, Am 5. Dccember 1467 bcschloss man »umb die lantgewer 
[»eiche?! die SIe 5" wyder offrichten laßen und fortcr also steyn 



Dlgilized by Google 



umb, und lut 3 Tag dar mit umgangen.«' Innere Sicinung, wahr- 
scheinlich vom Langen Bruch zum Wendclswcg = yo6 Ii. Siehe das 
Folgende. 

7. 148,- wurden n2 S den geswumen geben umb steine zu 
setzen vom Rodenkrutze bis in das Gerichte und Termincy zu Ober- 
rode V Wahrscheinlich auch innere Swinung vom Wendelsweg zur 
Zinjjel = 594 R. oder zum Lehngraben = 659 R. Die für 6 und ; 

Von diesen älteren Steinungen hatten sich gegen Ende des 
XVIII. Jahrhunderts noch viele Steine erhalten. Sic sind alle ohne 
Datumzahl und Nummer und tragen auf der Ausscnscite ein gerade- 
stehendes gleicharmiges Kreuz +. 

Am 18. Juni 1727 fanden sich auf dem Frankfurter Anteil der 
Ginnheimer Landwehr nur noch 3 Steine. ' 

Am 6. Januar 1787 fand Bunscn zwischen der Bockenheims 
Warte und dem Eisernen Schlag auf der inneren Seite noch viele 



Stück Flurb. i W und dem Ackergerichts-, spater Komamtsaek« 
Flurb. 33. 

Nach dem j. April 1787 fand Bunsen an der Zwerchl and wehr 
5 Landwehrsteine. Sein Riss der Zwerchlindwehr von 1788 gibt 
deren nur 4 und zwar innen. Der etwas frühere Söllner'sche Riss 

Am 29. April 1787 fand Bunsen die linksmainische Landwehr 
von der Oberlider Grenze mir Miirk'Sder Sii-jsm: «nach Jens W.i'.ik 1 
■ zu meist, nach der Stadt zu beinahe nirgend 3 mit Meinen vench:;'.. 
Am 11. August 17S8 fanden sich bei einer Besichtigung der 
Bumhcinier Grenze zwischen Stein 31 und 34 2 innere Land- 
Ich selbst habe von allen diesen Steinen noch die 4 auf S. 170 
naher bezeichneten auf der Ausscnseite der Landwehr zwischen 
Wendeis weg und Bornacker gesehen. 

Sic sind samtlich von Basalt und nachlassig behauen. I— 3 sind 
oben abgerundet, 4 schliesst gerade ab. Vielleicht liegen zwei ver- 
schiedene Steinungen vor. 

is Rb. - 



DigiiizGd t>y Google 



8. Von einer Steinung vor 1727 zwischen dem Hospitalgut 

unter dem Aken Berg einerseits und den. Rechneiaml, dem damals 

noch die Landwehr unterstellt war, andererseits land ich 2 Steine, 

, . .. . . $OP - . . - RECH , . . 

auf der emen Scue nut , uf der andern m,t ^ benennet, 

zwischen Siein 69 ur.d 70 .Uli Zwerchgr.ibcii und zwischen Stein 7: 
und 73 an der Landwehr »Grosser Riederbruch rechts.* 

9. Von einer anderen ebenfalb vor 1727 von den gleichen 
Koritr.iiieiüeu fernen fand ich 3 Steine mit $©P und RA. Sie 
stehen: 1. an der «Landwehr am Rhederfeld» ; 1. und 3. an der »Land- 
wehr an der Reibenwiese«. Der letzte tragt oben die Nummer 15, 

10. Auf eine Landwchrsteinimg von 177; schliesse ich daraus, 
dass ich 4 Steine gefunden habe, welche auf der Vorderseite 

auf der Rückseite je die Nummern 14, 19, 14, 33 tragen. Es fand sich 

No. 14 nördlich vom jüdischen f-edho: auf einer nach Osten zum 
Siein 3 der Bornheimer Grenze verlaufenden Ackergrenze; 

No. 19 .im SüJwcs'.eck des das ehem. PidvcrniajM/in himer dem 
Friedhof umgebenden viereckigen Platzes, ausgerissen; 

No. 24 im Fischerfeld, etwa 30 R. südlich von dem das kleine 
Riederbruch begleitenden Wege als Ackergrenze; 

No. westlich am Landwehrgraben der Reiherwiese aus- 
gerissen. 

Die Steine 14, 19, 24 sind sicher verschleppt, 33 könnte neben 
seinem ursprünglichen Standort liegen. He/ng sich die Steinung aul 
die Riederfeldl.mdwirlir ■.tun Main herauf? 

alten Berg nnd Ackcrgcricht. Gefunden habe ich einen Stein mit 
einerseits $BP, andererseits ( fi an der Landwehr »Grosses Rieder- 
bruch linksu kurz vor dem Eck, wo das kleine Bruch beginnt. 

beschlossen war, besteUie das Ackergericht bei Renffer in Bockenh, 
für die Steinung der grossen Landwehr vom Dammgraben bis 
Bornheimer Grenze mit Einschluss der Zwerchlaudwehr 79 Schied- 
steine, die aussen mit -f-, innen mit Nß [Xcubruch] bezeichnet > 
Sic sind aurdem Bunscn 'seilen Risse einge trugen bei der grossen Land- 
wehr von Stein 65—19Z, wo diese die Grenze bildet, und bei der 
Zwcrchl and wehr. Von diesen Steinen habe ich noch 12 in situ 



gesehen, 4 von ihnen haben das stehende Kreuz, wie die allen 
Landwehrsteine, 8 das liegende X. Die vier der ersteren An 
standen 

1. gegenüber Stein 18;; 

2. gegenüber Stein 189; 
;. gegenüber Stein 192; 

4. .111 der Zwerclilandwchr innen, im Weggraben e'twa jo H. 
nordlich vom Fricdhofportal ; es ist der zweite von Norden der von 
Bansen I7S8 eingetragenen. 

Von den 8 Steinen der zweiten Art sind Süssere Landwehrsteine 

1, 24 R. südlich von Stein 65; 

2. I R. Östlich von Stein 65; 

;. und 4. zwischen Stein nj und 120 am Ginnhcimcr Stadtweg; 
innere Landwehrsteine: 

5. gegenüber Stein 66; 

6. gegenüber Stein 80; 

7. gegenüber Stein 8; auf der Ecke; 

8. gegenüber Stein 90, j R. davon; 

9- an der Zwerchlandwchr nördlich von dem vorhin genannten. 

Der Sinn des liegenden Kreuzes ist mir nicht bekannt. Vielleicht 
hat man die vorhandenen alten Steine mit +- benutzt und ihnen 
NB aufgcmeisselt, den neuen aber zum Unterschied das liegende 
Kreuz gegeben. 

Ij. Von den S. 269 erwähnten, 1809 gesetzten Metzger- 
weidsteinen sah ich z. B. an der Boctenheimei Landwehr mich 
folgende: 

1. ungefähr 30 R. südlich von Stein 6j; 

2. gegenüber Stein 66; 

3. gegenüber Stein 71; 

4. gegenüber Stein 73 ; 
;. gegenüber Stein 76; 

6. gegenüber Stein 79; 

7. gegenüber Stein 81. 




Digiüzed by Google 



II. Berichtigungen und Zusätze. 




□igitized by Google 



— loa - 



S. 1 19, 1. it- V 1 .-- 1- lic- ; i> inlan?-- h ij i : .1 11 . ; ■v..hr..-:iei r ilk-h eine Knicke, sictn-; 
tili SlI.I.Il:- Se le Al'.eli.nhi.^ [e..h.iji:i l 7.[e rii.iri -.. :i-n. 14,^; i[.'.iii am z.|. .\r.r I 
l,e:.c]ive[ie ] ' ! 1 1 M | .] . v.u. !].la.l.i Jaultet, mia-, die i-.T.d'-e .Uli: liamnian siij.e 

;:etr,ie,.'e.i ■.in,- ;:c.viy. ..erde Je; Nu»cn LliiMtr. .earl und dinneii 111 
| i.u I 're::i:i!<--l<.iine; [ViiL-] ahe- dl; e^ler 1 1 :,■ ; .k 1 i .- h fi 1 1 ..:h.J;:i, 

tarte rtwSe Miet erst an,«. 

S. X. ju u 
gmssf Ritt villi 1)77 liabe« ciiie fahrbari lln 
selben e-ii.e-i e.nfaehcii h,.lM.iieii 1) ;e hiscll lag.». 

S. I17, Z. ((. Ii"i;;e llimu: liti-nJ.1 .Iis Ulfiet Harb. So. H itC.lifrie-J 

viiii Ck-ens Wiese«. Revers betr. das I_aii, ; e flieeh, !i,i[iit in N.>. jii der Rejv.. 

S. IJ1, Z. II lies: .Neue Slrasac (■!.>. 

S. lü, Z, 7 und 3 streiche von iwo. bis .msininicnlrifli... 

S. 168, 2. 1J SUR «Nordenda lies: .Weslrando. 

S. i;o, Z. lz u.V.: ...vcstiieii« lies- Mödlich..: Z. stall ..SüjMrcifctt« - 
.1 Kl. 'Iii irr . K tl « S.|.|-,i'e:v, - „\.::.\t::eiV:i,.; / > , -'.II! .Westedll - 

»S.id.,e.i,ck., 1 .:.m „O.uvl.. - »Nur Josteck.. 

^ S. ijj, z. J (i6a) Ober die 



::i ds-i l'r) ."..Den in 



best ndge* ss von a„:.,-i.. .m. u < iv-,ai.,.:i: m 14. Mar, H^ifyä 

1. 1 1 . : ■!. 1.1.' I I 1 |] n [ =1 laßen; v 

hin uf'eil lide-n da. cd-.i Leinen i.r.i vs i liii-r briiiir..:!. aneli 

passr niebt auf die Nei.e War!-. .1:1 iKnen Weg. wolll at 

am Millllberi'Ht'i' Vei n.i:'-i;:i ,.1'ele: M. ...ler uMillelil» 11: ie-.c:, i.n.l dir 

Müller der Deiilschhcrrcnmüiile gemein». 
S. 187, Z. 1 bis j jeh, 

.tz. Ii«: bis .11.; f.. 1 

von 17-1 !■,!■[ ..it .Vaae.i, ;i;i,; ie.cht das Haus 11 
,iie I r,ll.!*itr •<■,!■.: !i:i I l.i.hedi rei.k. I n.lmii 
narli Nnr.tMi. d,.::, leblt .Mi il.ui. aa: .kr ,:„d d:e l'i 
l| I r I s dl I 



S. ijj, Z. Ii rieh »verde A'... seliieb: ein: i,A-j( ,!e:;i \v[edei ief S cfiindcncD 
Iii. I i. I ,1 

II neben 'llaus in; ran ei::.:!. 
Mause bedeekl, die nördliche, die bis über Hins IO] hbunsreldn. isi frei. 

S. 106, Z. 1 von unlcn lies: .Der uiHei'.- ii-. .ierbei^-.ie? idieiul dort einen 
S.iil.i,: i;e!i.,!-1 <u iuKi:.. An: 2S. Oktni-LT i W i ralibe iv..lii « 1 j 17 Jakob Klobe- 
l.n:;:: .i.-iii ;i:iii;.-:i ::r.i ![■■::!:. .:: ..■:: .ies Ode:, v.i: .-.,e::' .le-ei: ;i: ::i:.el.e:i 
.... de,, i-,:iV..I,e:i Rheder.. .:.:.! 'e' ei:-, v„r dein l>rL=]:e ur,,:. 

das Hole . ... als in der r.id da, l-ei,.|l,,,: i.atl.-. (Hb. [;oi H. 56s.) Die 
Wli.reerle "L-ei:, l'.ie.lern» in.i ^ie de. K.-.-.leraer^.. •■■ei^.e .■.!!..::■. UM Glider, ye.-a 
( We^tver.-. 1.1^;) — oi ere:. lli.ee. aeie-.-. e.: .:reUe.-l v. üMLe:]. I>er eii:e Seil.i; 
flllii: ::K.l Jl.l ..■.■■[! Jlei: Ai:ij::l' Jvv ',V,'j... D.i. a .i...:i ;i::ii, ,::,. In. In. 

n den Bucltwald aiebenJc Koni« ' 



ii ,i!eil,iTi Iii. 1.1 ■: fLul) mm l'i . 1 I .111 iii, I' 1 1".| "« e:'. 11, 1 ■ 

deo ■.vi-iu'erie-i ni :.re:l:. J.ei^'T. ;>.-r ^.veile .-..-':i I.,-; m.:i:,I il.n v..l:l a.n Anian- 
.l e:es \\'e^es. .1.1 vo die ,:1,.i:!:M!ra..e* ■..i'-r -.[.t.: J jm-: e. I.erei.ter konirnr. 



Digilized b/ Google 



Zur Erinnerung 

Senalor Dr. Emil von Oven. 

1817—1903. 

Von Sudtirehiw Dr. R. Jung. 



In dem am IJ. November 1003 im 87. Lebensjahre dahin- 
geschiedenen Senator von Oven hat unsere Stadt das lelulebende Mit- 
glied des Senates, den leti liebenden Bürgermeister der Freien Stadt 
Frankfurt verloren. Ein Stuck Alt - Frankfurt ist mit ihm iu Grabe 
getragen worden und auch ein Stück Geschichte unseres Vereins. Den 
reichen Verdiensten, welche sich dieser ausgezeichnete, von allen seinen 
Mitbürgern und Mitarbeitern hochverehrte Mann um unsere Sladt und 
um unseren Verein erworben hat, sind wir es schuldig, wenn wir den 
M.njk'.-jjrn unseres Vereins ein Bild seines langen Lebens, seines viel- 
veriweigten Wirkens im öffentlichen Dienste wie in der Tätigkeit unseres 
Vereins iu entwerfen versuchen. 

Die Kaufmannsfamilie von Oven ist mit dem Urgrossvater des 
Senators, Friedrich Wilhelm von Oven, .76] aus Gelsenkircherl hier 

Vater des Senators war Johann Christian von Oven, Teilhaber der 
Firma Seelig und von Uvea, die Mutter war Luitgarde von Oven, die 
Tochter des früheren Verwalters der Frankfurter Deutschor Jens-Kommende 
und Horkammerrates Georg Anton Rosalino. 

Heinrich Anton Emil von Oven wurde am 1. April 1817 als erstes 
Kind seiner Eltern in Frankfurt am Main geboren. Für die Toleranz, 
die im damaligen Frankfurt im Jubeljahre der Reformation herrschte, 
ist es bezeichnend, dass der streng katholische f,rossvater Rosalino bei 
der Taufe durch den Pfarrer Anton Kirchner, den Geschichtschreiber, 
Pate stand. Schon im fünften I-ebensjahre verlor der Knabe den 
Vater i die Mutter konnte das Geschäft ihres verstorbenen Mannes nicht 

der Kinder widmen. Die Aussicht auf Stipendien veranlasste sie, ihren 
ältesten Sohn Emil an Ostern 1815 in die unterste Klasse des städtischen 
Oyiii:i.!>,iiims eintreten iu lassen; er war der erste seiner Familie, der 
fllr einen gelehrten Beruf erzogen werden sollte. 



Emil von Oven hal die Klassen des Gymnasiums in neun Jahren 
glatt durchlaufen. Die leinen Jahre seiner Schulzeit und seine Studien- 
jahre fallen in eine bewegte Epoche deutscher und Frankfurter Geschichte. 
Als Gymnasiast hat er die Folenbegeisterung, das Hambacher Fest, das 
Frankfurter Attentat vom 3. April 1833 erlebt, als Student die rigorose 
Unterdrückung aller freiheitlichen Aeusserungen auf der Universität ge- 
sehen. Das Frankfurter Gymnasium, damals noch im alten liarfüsser- 
kloster, wo jetit die alte Börse und das Denkmal für die deutsche 
Einheitsbewegung sich erheben, stand damals unter der [>ietis tisch er 
Leitung des Rektors Voemel; mit seinem gani einseitig altphilologisch 
betriebenen Unterricht, in welchem alle anderen Disziplinen neben 
Latein und Griechisch nur ganz mangelhaft gelehrt wurden, war es 
keine Mustcranstalt; es genügte den Anforderungen, die man damals 
modern nannte, in keiner Weise, wie wir den Lebenserinner Linien de« 
Grafen Adolf Friedrich von Schack, der mit dem jungen von Oven 
eine Schulbank drückte, und denen des wenige Jahre jüngeren Willibald 
Iieyschlag, des fiteren ILillcn-ci Tiicnlo^en, leicht entnehmen kbnnen. 
17 jährig wurde von Oven an Ostern 1834 mit dem Zeugnis der Reife 
mm Studium der Rechte nach Heidelberg .m l.is- n - Rektor Voemel 
bescheinigte ihm : »Betragen, Fleiss und Fähigkeiten bewährten sich in 
allen Fächern des Gymnasialunterrichts als sehr gut . . . auch wird 
demselben bezeugt, dass er sich nie demagogischer Umtriebe verdächtig 
gemacht hat.« 

Aus Mangel an Mitteln war der Abiturient nicht in der läge, 
sogleich die Universität zu beliehen; bei den dürftigen Verhältnissen 
der Mutter niusslen erst die nötigen Stipendien aufgebracht werden, 
ihm den Besuch der Hochschule zu ermöglichen. Mit den Empfehlungen 
seines Lehrers Professor Herling und des Pfarrers Anton Kirchner ge- 
lang es, die Mittel zum Studium zusammenzubringen, und im Herbst 
1 S m bezog von Oven ftlr drei Jahre die Heidelberger Hochschule. 

Ihr gerade Dir die Jurisprudenz hervorragend ausgestalteter Lehr- 
körper war damals, wie Erich Mareks in seiner Festrede von 1903 
näher ausgeführt hat. beherrscht von einem »massvollen, nicht so sehr 
rückwärts, als vorwärts gewandten Liberalismus, indem sich bereits dem 
liberalen ein gewisses historisches Element beigeselltem Thibaut und 
Schlosser wnren seine bedeutendsten Vertreter, Der junge von Oven 
war seiner ganzen Natur nach kein Sturmer und kein Dränger; dem 
massvollen Liberalismus, den er in seinen Studienjahren kennen lernte, 
ist er unter den verschiedenen politischen Wandlungen während seiner 
Mannesjahre bis zuletzt treu geblieben, von Oven hat sich nicht auf 
das Studium der Hechle beschrankt; ausser den juristischen Kollegien 
hat er mehrere hcsi hichthrhe gehurt; seine Lehrer sind Thibaut, 
Zachariae und Mittermaier lUr die Rechte, Schlosser und Sachse ftlr die 
Geschichte gewesen. 




— IIP — 

Bald nach der Vollendung seines jo. Lebensjahres, im 6. Studien- 

im 30. Juli 18J7 als Doctor juris utrinsqiM promoviert Er kehrte 
nach Frankfurt zurück, um sich dort auf sein Staatseiamen vor dem 
Frankfurter Stadtgericht vorzubereiten ; nur dadurch war die Zulassung zur 
Advokatur iu erlangen. Es fand am 10. Februar iBjS statt; das Stadt- 
gericht erklärte sich damit »wohl zufrieden«; am j. Juni 1838 wurde 
von Oven unter die Zahl der Advokaten aufgenommen und leistete am 



Hl 



d.e Abschaffung dei Wandei 

Iahte d.e Gesamtheit am b« 
Ze.i der verknöcherten /er 
tissung. Ende 1B30 »urdi 
folymtmische Cesellul.aft 
Wi.l en er bis in die lettte 
MiigHn! geblieben Dt, 

Die kleine Praxis, die Sorge lut Mutter und üewhwülc nöi'gte 
tu so manchen Arbeilen, deren sich dei angehende Rechtsanwalt von 



DigitizGd by Google 



und Mniieit ai.s<|>rach und au>h die Auf- 
■e.ntn sih*eren Unkosten Ihr den rVull.ng 
t Wirkungskreis für temc Kräfte« - dabei 
en. I>ei Verfasser bekannte. damit in dei 

uffienommen. m deien gemeinnuuigeui 
■it seine» Lehtns ein hervorragend tatiges 



heute nicht leicht unterziehen wird. 1840 Übernahm von Oven die 
Neuordnung des Archivs des Allgemeinen A unosenkast e ns ; diese Arbeit 
eröffnete ihm einen guten Einblick in das Wesen und die Verwaltung 
einer grossen Öffentlichen Stiftung, sie befriedigte sein Interesse an der 
Geschichte seiner Vaterstadt durch die Bekanntschaft mit bedeutungs- 
vollen Urkunden topographischen, wirtschafts. und kirch enges chichtlichen 
Inhaltes. Die Ordnung dieses jetzt dem Stadtarchive einverleibten 
Stiftungsarchiv es beruht noch heute auf der Arbeit von Ovens. 

Er hatte diese Privalarbeit eben begonnen, als sich ihm die ge- 
wünschte Aussicht bot, in den Dienst der Stadt einzutreten, allerdings 
noch nicht als festangestellter Beamter, sondern vorerst als Hilfsaktuar 
beim Land verwaltungs- Amt mit 3 Gulden Diäten für jeden Arbeitstag. 
Am 1. Juni 1840 trat er diese Stellung an; es war der bescheidene 
Anfang einer 6rjährigen Ijiufbahn in der stadlischen Verwaltung. Am 
Ii. Mai 1843 trat von Oven in der gleichen Stellung als Aktuariats- 
gchilfe 1 um Land- Just iiarat Uber; am J.November wurde bei der Wahl 
eines Land-Justizamtroannes, einer neugeschaffenen Stellung, die goldene 
Kugel für ihn gezogen. Diese mit zooo Gulden besoldete Stelle 
bekleidete von Oven bis zu seiner Berufung in den Senat. 

Auch diese amtli< he Stellung liess ihrem Inhaber Müsse, von Oven 
ist in den 40er Jahren als Assistent der Polytechnischen Gesellschaft 
und als Mitglied des evangelisch -lutherischen Gemeinde -Vorstandes 
hervorragend tätig gewesen. 1849 — 1850 war er als Vizesenior dieses 
Gremiums in erster Linie bei der Ausarbeitung einer neuen Gemeinde- 
Verfassung beteiligt und hat den Bericht der dafür niedergesetzten 
Kommission verfasst. Im Jahre 1K4J wurde er als Suppleant in die 
Gesetzgebende Versammlung gewählt, ohne die Gelegenheit zu finden, 
als Ersatzmann zur Arbeit einberufen zu werden. 

In der lokalen Bewegung des Jahres 1848 ist von Oven zunächst 
nicht hervorgetreten. Am zj- Oktober wurde er als Mitglied in die 
Verfassungsgebende Versammlung des Freistaates Frankfurt gewählt; er 
hat sich hier weniger als Redner, denn als arbeitendes Kommissions- 
mitglied, besonders in einigen die Landgemeinden betreffenden Fragen, 
bemerkbar gemacht. In seinen A'ln.tiriiTii^njrn hifi: i;r fes; zur j;e- 
mlHigten Partei und ist, als der radikale Entwurf der Verfassung ab- 
genommen worden war, am 19. Dezember 1849 mit seinen Gesinnungs- 
genossen von der Minorität ausgetreten. Die Abstimmung Uber den 
Verfassungsentwurf hatte die klare Scheidung der liberalen Partei 
gebracht; von Oven hatte sich mit Jucho, Mappes, Varrenlrapp u. a. 
der gemässigten l'artei, den Gothaern, wie sie nach ihrer Stellungnahme 
zu den allgemeinen deutschen Fragen genannt wurden, angeschlossen; 
er war auch dem im Juli 1X41; ^-gründeten Patriotischen Verein bei- 
getreten, dem Sammelpunkt der »konservativ -liberalen« Elemente, wie 
sich anfänglich die Gothaer im Gegensatz zu Reaktionaren und Radikalen 



Digitizod by Google 



nannten. Im Herbst 1850 wurde von Oven wieder und zwar als wirkliches 
Mitglied in die Gesetzgebende Versammlung gewählt. Er hat sich dort 
als nichtiger Arbeiter in den Kommissionen bewährt: Cr war hauptsachlich 
iq wirtschaftlichen Angel egenheiter) und in Fragen, welche die Land- 
in den langwierigen Verhandlungen um die Reorganisation der Ver- 
fassung ist er damals ebenso wenig wie spater hervorgetreten. 

Durch seine amtliche Tätigkeit, durch seine Mitarbeit in der 
Constituante und in der Gesetzgebenden Versammlung hatte er sich 
eine gründliche Kenntnis der stadtischen Verwaltung erworben, in seinem 
OTHUlieheii Auftreten hatte er sich als massvoller, der Mittelpartei an- 
gehörender und weder nach rti-his, noch als links verletzend aultretender 
Politiker erwiesen. So war es nicht auffallend, dass bei der nächsten 
Ergänzung des Senates sich die Blicke der Wahlmänner auf seine 
Person richteten. 

Da die Senalswahl vom z. Dezember 1853 eine gewisse politische 
Bedeutung in der lokalen Geschichte beanspruchen darf, so ist es nicht 
überflüssig, etwas ausführlicher auf sie einzugehen. 

Die Bewegung der Jahre 1S48 und 1849, in welche auch die 
Hlligerschaft der Freien Stadt Frankfurt hoffnungsfroh eingetreten war, 
hatte für die liberal und demokratisch gesinnte Mehrheit mit einer 
herben Enttäuschung geschlossen. Was die Bürgerschaft in jenen beiden 
(ihren errungen halle — pulüische Amnestie, unbedingte f'rcislrciheil, 
in-ic Berechtigung zu öffentlicher Vereinigung, staatsbürgerliche Gleich- 
^icllun^ der Landhewuluier, Heisassen und Israeliten — war in Gefahr, 
■■.'i der i'.iTc-nl;rcchcrulL'n Kcakiii.n wieder genommen zu werden. Am 
i=. Dezember 1S40 halte der Reichsverweser sein Amt niedergelegt; 
1'.- litM-häfte der ehemaligen Reichsregierung tibernahm die Bundes- 
ZenlriUtommiaion, bis am u. Mai 1851 der alte Bundestag wieder- 
kehrtc. Nach der Wiener Kongrcssukte : ;l -liürtiT. Sirciiigkeiten Uber 
Änderungen der Frankfurter Verfassung zur Kompetenz des Bundes; 
dass dieser die neue Verfassung, welche die Verfassungsgebende Ver- 
sammlung, die sogenannte Constituante, mit grosser Mehrheit beschlossen 
■nl'.c, pje nehm igen werde, war vollständig ausgeschlossen, zumal es von 
allen Korporationen, deren Rechte durch den ullraradikalen Entwurf 
geschmälert wurden, Protesle regnete. Nicht nur um ein Einschreiten 
des Rundes zu verhüten, sondern auch aus offener Gegnerschart gegen 
den Inhalt des Entwurfes weigerte sich der Senat, ihn der Abstimmung 
rler Bürgerschaft zu unterbreiten; er machte am j. Januar 1850 den 
Verhandlungen des oft wild bewegten lokalen l'arlamentchens ein Ende, 
indem er ihm den Sitzungsraum verschloss, und berief die Bürger zur 
Neuwahl der in der alten Verfassimg vorgesehenen wichtigsten Bürger- 
Vertretung, der Gesetzgebenden Versammlung, um mit dieser das Werk 
der Verfassungsrevisinn vorzunehmen. Da die Demokraten, welche die 



□igitized by Google 



grosse Me 





DialiZO'J Ey Co 



lalsergflnzungswahlen beteiligen, bis eine 
ii- Y i;i 1. 1 55 ungs frage abgestattet hatte; da 
ig im Interesse der Geschäfte als dringlich 
t nach. Die Wahl wutde auf den a. De- 



'ahlherren auferlegten Verschwiegenheit nichts in die 
Bei der Vornahme iweier weiterer Ratswahlen am 
ermochten sich die Mitglieder des Konklaves nicht iu 



Digitizod by Google 



:l an kam wieder etwas Leben in die, wie es schien, 
sumpfte Verfassungsbewcgung j es so]] aber nicht behauptet 
dieser Fortschritt gerade den neuen freisinnigen Sctiais- 



ine Jahre bis zu den Grenzen der Menschheit fuhren dürfen! 

Senator Dr. von Oven schied nach seiner Wahl als von der Horger- 
haft gewählte' Mitglied aus der llescE^eliendeu Versammlung aus, 



ünt.zcdtj. Cot 



185s bekleidete er das Ami des jtingi 
ilteren Bürgermeisters. Er ist auch *U eingehet Senator mehrfach als 
»tirdiger Repräsentant der höchsten städtischen Behörde aufgetreten, 
wie 1859 beim Festmahl des Schillerfesles ; bei der Enthüllung des 
Schillerdenkmals am 9. Mai 1864 übernahm er es in seiner Eigenschall 
als älterer Bürgermeister mit würdigen «'orten in die Obhut der Stadt. 

Von den amtlichen Stellungen, die von Oven als Senator einnahm, 
ist die als Chef der städtischen Baubehörde entschieden die wichtigste 
gewesen. Als um die Mitte der 50er Jahre die Verfassungsstreitigkcitcn 
iu Ende gingen, als der Aufschwung des Handels und Verkehrs eine 
raschere Ent Wickelung der entschieden suruckgebliebenen kommunalen 
Einrichtungen erforderte, begann für das letzte Jahrzehnt der Freien 
Stadl eine Epoche der Reformen und Neueinrichtungen, deren hastiges 
Tempo seltsam abstach von der Langsamkeit, mit der die ersten vier 
Jahriehnte die kommunale:! Arbeiten eciurderl hatten. Immer mehr 
1:111 in dieser letzten t'eriode der freistadtischen Zeit die Tätigkeit de 
Baiiamts in den Vordergrund, in dessen Vonitl Herr von Oven iSfii 
den allen Schöffen von Ctlndcrrodc ablöste. Hing üiirti die Initiative 
iu den einzelnen Unternehmungen in den meisten Fällen von hervor- 
ragenden Mitgliedern der Geset/gehenden Versammlung und nicht vom 
Senate aus — filr die Fortschritte auf dem Gebiete der Hygiene sei 
nur an die Verdienste \"a;remr.!|i|.s erinnert! — und ist es schwer fest- 
zustellen, welchen Anteil der Olef der Baubehörde an den einzelnen 
Arbeiten nahm, so darf doch behauptet werden, dass ihm an der ver- 
'■i r.dniii.illcn Forderung, an der rasrhen Durchführung der neuen Bauten 



ein besonderes Verdienst gebührt, denn min hätte ihn sonst nicht so 
lange an der Spitze dieser wichtigen Behörde belassen; um ihre Be- 
deutung zu erkennen, braucht man nur auf die ihr in dieser Zeit 
gestellten Aufgaben hinzuweisen : Verbreiterung von Strassen und An- 
legung von Verbindungen zwischen grossen Strasse ni Ilgen, Eesiedelung 
der Aussenstadt in planmilssiger Heliauung, Ufer- und Brucken bauten, 
Anlegung von Eisenbahnen und Telegraphen, k:i-r. lisicrung und Wasser- 
versiirfi'jnf;, Krrii.-htu.np; von vier ^Lhulecbäutien u. i. Wenn das liauami 
im Frühjahr 1866 die (lesamlkosten für die in Ausführung begriffenen 
wie für die in den nächsten fünf Jahren in Aussicht genommenen Bauten auf 
etwa Millionen Ciililuri veranschlagte, so wird niemand dem Amte 

und seiner Leitung den Vorwurf machen können, dass man es an der 
nötigen Rührigkeit habe fehlen lassen. 

Diese Epoche raschen kommunalen Fortschrittes wurde durch die 
Ereignisse des Jahres 1866 unterbrochen. Sie riefen den Senator 
von Oven zu anderen Arbeiten ab. Da er Vorsitzender der nach dem 
Ausbruche der Feindseligkeiten errichteten Einqi 1 ar Ii erungs -Kommission 
war, so trafen ihn die Unannchui1i< hielten, mii weichen nach dem 
Einrücken der preti*i.U< heu Truppen das Muatticrgcsilinft verbunden 
war, in erster Linie. Als die Verhandlungen Uber die NeugeMnlinnj: 
der städtischen Ycr!-.:iltni.;;c Mitte August in Kerlin begannen, reiste von 
Oven, der unter den jüngeren Senatoren die grösstc Geschaftskcnntnis be- 
no, als Beirat des Vorsitzenden des Senats Syndikus Dr. Muller dorthin 
ab und blieb zwei arbeitsreiche Monate in der preussischen Hauptstadt. 
Ihm fiel die Aufgabe zu, die höheren Beamten der Ministerien, welche 
mit den Frankfurter Angelegenheiten befiiw-i wurden, Uber diese zu linter- 
nötigen Akten und BUcher, arbeitete er eine ganze Reihe von Denk- 
schriften Uber die verschiedenen Zweigt der süuitisrhen Verwaltung und 
Uber den Zustand der städtischen Finanzen aus, welche den ersten 
Verhandlungen Uber die neue Verfassung der Stadt und deren Stellung 
in der preussischen Monarchie zu Grunde gelegt wurden. Von beiden 
Seiten wurde seine Tätigkeit in ehrendster Weise anerkannt. Am 
9. Oktober berief ihn der Minister Graf zur Lippe zum Hilfsarbeiter 
im Justizministerium auf unbestimmte Zeit, aber mit Beibehaltung seiner 

Frankfurter Kollegen im Interesse der Stadt wie in seinem eigenen 
herzlich Glück wünschten, nicht angetreten-, er ist Ende Oktober nach 
Frankfurt zurückgekehrt und durch einen besonderen Dank des Senates 

Nachdem die Einverleibung der Stadt in die preussische Monarchie 
entschieden war, war die nächste Frage die der Trennung des st.iitiirheii 
■■ml Fi.idtisrhen Vermögens. An den Vorarbeiten und an den ersten 
Verhandlungen Uber diese Angelegenheil mit dem Ziviladministrator 



DigitizGd by Google 



- xr - 

i. Patow und dem Zivilkommissar i. Madoi war Herr von Oven ais 

Im April 1867 gehörte er wieder zu den Kommissaren des Senates, 

einem Be voll mach t igten der Staitsregiening Ober den ersten Entwurf 
zu einer Trennung des staatlichen und stadtischen Vermögens zu ver- 
handeln hatten. Dieser Entwurf wurde vom Senate wie von der Bürger 

der Regierung zu weit entgegenkommend, abgelehnt, wie die städtischen 
Kommissare selbst ihren Kollegien cni]ilol]kn hatten. An den im Oktober 

Herr von Oven nicht mehr beteiligt* 

Am 1. Juli 1867 ubernahm von Oven die Geschäfte des durch 
den Rucktritt des Senators Forsboom verwaisten jüngeren Bürgermeister- 
amtes. Am Ji. Januar 1868 wurde er als besoldeter Stadtrat auf u Jahre 
in den neuen Magistrat gewählt, der am 29. Februar die Vernaliim:; der 
kommunalen Angelegenheiten übernahm. Dass sich unter den besoldeten 
Mitgliedern der neuen Behörde nicht weniger als vier ehemalige Senatoren 
befinden, denen man vorwarf, in den vorangegangenen Verhandlungen 

nebligen Wei.e gewahrt zu haben, enegte den Unwillen eines grossen 



lieh dieser seiner Bedeutung 



Diajtized Oy Google 



wnhl hewussl; er war Moli darauf, als lel/tubcrlebender Senator '.in: 
Burgerm eisler der Freien Stadl, als letzter Vertreter der ehemaligen 
Souveränetat seiner Vaterstadt begrusst tu werden. 

Uns aber war er mehr! Unserem Verein war er ein Mitglied, ein 
Freund von unerschütterlicher Treue und Anhänglichkeit. In ihm leite 
der historische Sinn seiner Generation, der Euler, Stricker, Stciti, 
Creiienach, Kriegk, der Generation, welche unseren Verein gegründet 
hat. Bereits 1854 war von Oven Mitglied der Gesellschaft filr Frankfurts 
Geschichte und Kunst, aus welcher drei Jahre später unser Verein 
hervorgegangen ist. Wahrend dieser von Anfang an das Interesse des 
Publikums durch Öffentliche Verhandlungen und Werbung gewinnen 
wollte, beschränkte sich die Gesellschaft darauf, alle paar Jahre ein 
Heft ihrer Zeilschrift, des Archivs für Frankfurts Geschichte und Kunst 
herauszugeben-, der arbeilenden Mitglieder waren nur wenige, der bei 
tragenden auch keine grosse Zahl; der Mitgliederkreis der Geselliehlfl 
war ein aristokratischer, etwas ängstlich auf hervorragende Amtsstellung, 
höhere Bildung und grosseren Besitz beschrankt; in der Mitgliederliste 

der Name des Herrn von Bismarck -Sc hönhausen), dann die zahlreichen 
Doclores juris und Lerne der hohen Finam auf. Unter den Mannern, 

traten und welche wir im weiteren Sinne als die Gründer des Vereins 
betrachten, linden wir auch den Namen des Senators von Oven. Erst 
von 1859 ab erscheint er, soweit sich das aus unseren Protokollen fest- 
stellen lässt, als ein regelmässiger, häufig an der Diskussion sich be- 
er in den Vorstand ein als Ersatz ftlr den kurz vorher verstorbenen 
Senator Gwinner, den auseeicic'ir-.ttcn Kenner der Frankfurter Kunst- 
geschichte. Seitdem hat ihm jedesmal die Hauptversammlung das Mandat 
erneuert ; als ihn der Vorstand am 1. April rSg; an seinem So. Gchuris- 
I.L];u zum Khre-i:iili!lii:d ■:: '.Li n 11 innsste ::i ..'Uiin^-ailLi.w aus dem 
Vorstand ausscheiden, wurde aber auch fernerhin mit benit-:n.l:M- Stimme 

äusseren Zugehörigkeit zum Verein. 

Wie er innerlich mit uns lebte und strebte, das ist uns allen in 
frischester, dankbarster Erinnerung. Soviel er auch in anderen Vereinen 
von wissenschaftlichen, kirchlichen, gemeinnützigen Zwecken tätig war 
— mit der Zahlung eines Beitrags hat er es selten bewenden lassen — 
für uns hatte er immer Zeit und Müsse. Unsere Vereinsveröffentlichungen 
verdanken ihm eine Reihe nicht sehr umfangreicher, aber gediegener 

Tätigkeil hervorgegangen, aus Gutachten, die er Uber s.hwicrij;c Frscim 
der Vergangenheit zu erstatten hatte, n ie Uber das geistliche Palrunals- 
recht der Stadl an Dorfkirchen der Umgebung oder Uber die Fischerci- 



Diojtizcd by Google 



die äussere Geschichte des städtischen Theaters in den Jahren 1751- 187a 
ist seiner amtlichen Befassung mit dem Neubau des Opernhauses und 
dem Theaterbetric-b entflossen, wahrend andere, wie die Statistik der 
/:cenj,'eriic.ndc 15:).; !7'7- K rieL.5'.usfuie;;n 'kr Stadt in der 

Franzeisenzeit 1792 — 7373, die Geschichte der Brilckenkai>elle ihre Ent- 
stehung lediglich dem historischen Interesse des Ver lässer.s verdanken. 
In keiner Beziehung zu unserem Verein und zu wisscrisciiafilir-hcn Siinlicn 
steht sein bekanntestes Werk : die Sammlung der Gesetze, Statuten und 
Verordnungen seit 7S66 — eine nach Anlage wie Durehfuhrunc; nicht ge- 
rade .duckliehc Arbeit. Seine zahlreichen Beitrage zu dem Sammelwerke 
Frankfurt a. M. in seinen hygienischen Verhältnissen .md Hinrichtungen 
(Frankfurt i3Bi) sind wiederum aus seiner amtlichen Tätigkeit an den 
Von ihm geschilderten Einrichtungen und Anstalten entstanden. Von 
sonstigen Arbeiten sei noch eine tibersichtliche Darstellung des Frank- 
furter Partikularrechtes in Holtzendorffs EncyklojKi.lie erwähnt. Nicht 
allzuhaurig hat uns der Vielbesr-h aiti-tc durch Vomage, sehr oft aber 
durch kleinere Mitteilungen in den Vereinssitzungen erfreut : ich eric.ncrc 
nur daran, dass er wenige Tage vor seinem 80. Geburtstage uns einen 
Vortrag tlber die Entwickeln!!- der freisUcItisclien Verfassung hielt, in 
vollkommener Frische des Geistes und belebt dun h eine Reihe eigener 
F.rlebnissc und Erinnerungen. Auch an unseren Sommerausflllgen hat 
er häufig Teil genommen und mit uns als beinahe Sojähriger die N.ing- 
wMle des Altkönigs erklettert. Die Aufzählung seiner Verdienste um 
unseren Verein wäre unvollständig, wenn ich nicht daran erinnerte, wie 
er in seinen amtlichen Stellungen als Chef der Baudeputation wie der 
Kommission für Kunst- und Altertumsgegenstilnde unsere llcslrdiiiiigai 
der Denkmalpflege auf das zuvorkommendste jsfflrdcri hat. Als wir 
ihn im Jahre 1001 zu seinem Sciialorcnv.iljil.ium bcduckii'unscliten, dl 
hat er in schlichten Worten dem Verein für alle Anregung gedankt, 
die ihm durch lange Jahrzehnte in dessen Kreis geworden war, und hat 
mit dem Wunsche geschlossen: Vivat, ercseat, floreat in honorem nrliis 
— er wachse, blähe und gedeihe zu Ehren der Vaterstadt! 

Mit diesem uns ehrenden Wunsche unserem verewigten Senators 
von Oven darf dieser Nachruf schliessen! Das Gedächtnis dieses alle- 
zeit treuen Mitgliedes, des Mannes von reichem Wissen, von freudiger 
Arkeits^rafi. voller Bescheidenheit in der Wertung des eigenen Ver- 
dienstes, voller Milde in der Beurteilun; fremder Leistung, die Erinnerung 
an die liebciisivflrdigc. dir! ir< htgdiielenilc I 'cisünlichkeit wird in unserem 
Kreise nicht vergehen! 



\ 

Digilized by Google 



Verein für Beschichte und Altertumskunde 



.Frankfurt a. M. 



Grachäftlidic Mitteilungen. 



f. Bericht über diu Tätigkeit des Vereins im Jahre 1901. 

Knlaiicr in .1« Hmptmsjmnilutitf am Januar iijoi. 



vom 9. Dezember 1K99 tieschliMcntn neun Sul/unj; genehmigt hallt 
ist der Verein am :S. April itjoi in das Vereinsren ister eingclrage 
wurden. Di« gedruckte neue Satzung ist allen unseren Mitgliedern ii 
Okiuber 190: itigCKndet worden. Möge das Leben unseres Verein 
unter dem neuen Rechl ebenso gedeihen wie unter dem alten) 

jahrigen Haupt Versammlung vorgenommenen Wahlen aus den Herren 



Dil!'., Traut, der Ausflugs-Aussi huss aus den Herren Pndjira, Prliisiir, 
Thomas, Harnmiran, Kehr, der Biblioihets-Aussehuss aus den Herren 
Jung, Htuer, Traut. Die laufenden Geschäfte des Vereins besorgte .in 
dessen Geschäftsstelle im Archiv der Vorsitzende. 



1) Frankfurts Politik im dreis5igjährigeti Kriege 1613— 1631. (Dr. 
B. Traut) 

2) Die Frankfurt« Stadtverwaltung zur Zeit des Fürsten Primas. 
(Dr. R. Jung.) 

3) [lie Kicder Hofe. (E, Fadjtra.) 

4) Die Landwehr im Rieder Feld! {Prof, £. Eiliuür.) 

5) Der Handel zwischen Frankfurt und Lothringen. (Dr. A. Dilti.) 



Dipzcd by Google 




Uigitizod by Google 



- XX' — 
n Regierung in Winbac 



Herren Seldau. Antkts und MMUr in Darmsudt als Geschäftsftihrei 

aus unserem Vorstände Herr Prot \Vo!ff % - als Beisitzer mgehOrtn. 
Über die wissenschaftlichen Verhandlungen der Freilinger Tagung des 
Verbandes wie des Gewinn eieius — auf beiden waren wir durch Herrn 
Architekten Thomm vertreten — ist im Korres|>ondenzblatt des Gesaml- 
ifereint eingehender Bericht erstattet worden. 

Die im vorigen Jahresberichte ausgesprochene Hoffnung, dass dir 
staatlichen, j.rovinii.ilen und kommunalen Behörden den Historischen 



Digiiized b/Coogli 



- XXI* - 

Kommissionen in Wiesbaden und Marburg, den Vereinen in Darmsiadt, 
Wursburg und Frankfurt die nicht im r )L -:t-Ji r lilln ln-n Mittel -tu dn Heraus- 
gabe eines historischen Karle nwerk ci Uber I les.en- Nassau, Waldei k, 
Hessen und A Schauenburg bewilligen werden, ist bis jeut nur iu einem 
Weinen Teile in Erfüllung gegangen; gerade von denjenigen Behörden, 
von denen die j,Tüss:en l!eiir;i^e erwartet werden dürfen, liefen noch 
keine Zeichnungen vor; wir hoffen, das durch deren Zuschüsse im 
Laufe des nächsten Jahres das Zustandekommen des wissenschaftlich so 
bedeutsamen Werkes gesichert wird und mit der liearbeilung begonnen 
»erden kann. 

Zu den Gesellschaften, mit denen wir in S ch r if tenau s t auscb 
■ sieben, sind im Hsrtrlif sjalnt- hin zugetreten: 

Ifadische Histcrisrhe Kommission in Karlsruh!, 
Muhlhäuser Altertumsvercin in MMkaustn i. TA., 
Verein für Geschichte und Altertumskunde in II oben* uliern in 
Sigaaringfa. 

Die Schriften der beiden Icl/.tgeuaiinlcn Vereine werden von uns 
an die SLadtbibliothek abgegeben. Platzmangel im Stadtarchiv, wo 
. unsere Bibliothek vereinigt mit der Handbibliothek de* Archivs auf- 
genullt ist, hat den Vorstand ver.mlas«!, einige t;rn;j|ien inscrcr Ullchcrei, 
besonders zur Geschichte est- und norddeutscher Landschaften, der 
Stadlbibliothek tu überlassen. Mit Dank haben wir verschiedene Ge- 
schenke an Ulli hern /.u verzeichnen: wir nennen hier nur das Werk 
Über den Österreichischen Limes, weh lies uns die KaiscHiiiie Akademie 
der Wissenschaften in Wien zusendet, und das Sehaerersrhe Werk über 
die Abtei Kberbach im Rhcin^m. welches wir dem Kg!. ]'icii:si-ahcn 
Kultusministerium verdanken. 

Mit gciicmendeni I Linke .in die ii.iuiiiclitn Behörden fei schliesslich 
erwähnt, dass die Um erstutzu n g vo n Mk. 1000 aus städtischen 
Mitteln, der wir uns seil 1895 erfreuen, auch fUr die Jahre 1901— rgc.5 
uns wieder bewilligt worden ist. 



Digilized by Google 



Einnnhmp. II. Reclinungs-Abs;h 













IMI 


An Kassa- Konto 










An Mitgliederbeitrag-Konlo 








1 De/ 


^ ' LS 1-11 ^ 6 
11 ' K ezoEene"asterr 11 a 5 ol.osvo 


11 1850(1. Okt) 


SSO 86 


■•IV 




Zinsen von Werlpapieren 




27 i 80 






An Frankfurter Gewerbakase 




■ 






Konto-Korrenl A. -Konto 
















SM 




An Sparkasse -Konto 
















um 




An Subventions-Konto 










UnlerBllll/.ung der städtische 


Behörden fllr 



















Digiiizcd &/ Google 



- xxiii- - 



Jas Jahr 1901. --\.u«gnl>e. 





M 


Pf. 


M. Pf. 


] Per Verlag-Konto 










IM 


~ 




Satt und Druck des Archiv für Frankfurts 








Geschichte und Kunst, III, Folge, Rand 7 


2 in;) 


M 




Satt und Druck Uber römische Funde in 








Heddernheim und Zeichnungen dazu . . 


2M 


liÖ 


2014 HO 


Per Ausgrabungs-Konto 














K4 II 


Per Bibliothek-Konto 








Ankauf von Büchern und Zeitschriften . . 


143 












ITA ! 85 


Per Gewerbekasse 

Konto -Korrent A.-Konlo 






i 








.1100 | - 


Kl 
















400 Exemplare des Korrespondcniblattes der 












20 




Vertretung des Vereins bei der Generalver- 














Loka] miete 




nI 




"■v 




Drin karbeiten, Anzeigen 


20.'i 




Erhebung der Mitgliedsbeiträge und Aus- 








M 






IM 


13 1 












■<» 






! Eintragung ins Vereinsregister 




40 






M 






1 Vereinuiiener 






1232 ■ 27 


Per Effekte n-Konto 




'. 1 ' 


gekaufte M. iidc— 31/1% Hess. Staatsrente 






I1H5 05 


Per KaHaa-KoUto 












1159 l'J 



Jl ' ! "" r ' 17 

Emil Padjera. 

V.l. Kaisenfülircr. 



Digiiizod t>y Google 



III. Bericht über die Tätigkeit des Vereins im Jahre 1902. 

Erstattet in .!li ILiuiUvur-.umnl.mi; .1111 i*t. Jjnujr inor. 



Dti Henrhi über das jj. Ose ha fts jähr onsete« Vereins darf mit 
der er fit j Iii: Inn I es:st:llunK l>i'i;:nnin. dass w;r uns der »aihnnilcn 
V j 1.1 und 'IV.ln.i me ■ --.res Mitglieder, des -t'j> aften I ^iikjoks unserer 
■ ssensehaftlichcn Arbeiten rilhmen können 

Der Vorstand besur.d naih den in der vorjährigen Haupt- 
Versammlung erlogen Hahlen aus den Herren: 

Otto Lern!/, Direktor des Hisior;Sthen Museums. 

I): jtr, Aitxandtr Oi'tt, Reehlsan*alt. 

Professor Otto Donncr-ven Kithttr, Maler, 

Professor Dr. phU. Otto Heuer , Generalsekretär des Freien 

De 11 [sehen Hoch Giftes, 
Dr. phil. Rudolf Jung, Sladtarchhar, 
Professor Dr. phil. Isidor Kr at au er, Oberl ehrer, 
illlhtlm Mappes, Kaufmann, 

Hr. phil. Htinritk voa iV.ilhusius-iVtinstrdt, Jlililmtliekar. 
Emil Padjtra, Rentner, 

Professor Dr. phil. Eduard Pllissiir, Oberlehrer, 
Professor Dr. phil. Alexander Kita, Oberlehrer a. D., 
Dr. rer. pol. Gottlieb Schnapper- Arndt , Privalgelehrter, 
Christian Ludwig Thomas, Architekt, 
Professor Dr. phil. Georg Walff, Oberlehrer. 
Ausser diesen Mitgliedern wird Herr Senator Dr. Emil von Oven 
mil beratender Stimme zu den Vorstandssitzungen eingeladen. Vor- 
fitzender nar Herr Dr. Jung. Stellvertreter de* Vorsitzenden Herr 
Professor Wulff; das Amt des ikhriftf uhrers bekleidete Herr Mappcs, 
das des Kasse nfllhrers Herr Padjtra. Der S lmflli ih;nj;s - Aumi Ihiv 
bestand aus den Herren Jung, Donner, Riese; der Orts-Ausschuss aus 
den Herren Padjtra, DieU, Traut; der Ausflugs -Ausseh USB aus den 
Herren Thomm, l'iliisitr, Hammerau, Kohr. Olhs; der liiKLr.lieki.- 
Ausschuss aus den Herren Jan/;, Htutr, Traut. Die laufenden Vereins- 
geschäftc erledigte der Vorsitzende »an der Geschäftsstelle im Archiv- 

Ans dem Vorstande haben diesmal* satzungsgemäss die Herren 
Donnrr-ivn Rithtfr, Mappes, ivit Nitlhuiiui und Riist auszuscheiden. 



iecbnung lies laufenden Jahres 
Herren Biraann Mental und 



Kr 



R< 



«rm.-misi iicin (iehiele dimii i'ilr immer mil unseren: Vereine verbunden. 
Wir gedenken schliesslich noch eines Jubiläums, das unser Senior, Herr 
Senator Dr. von Oetn, am >. Dezember beging: an diesem Tage waren 



Digitizod b/ Google 



- XXVI- - 



5<> Jahr« vergangen, seil Herr van Oven in den Senat der Freien Stadt 
gewählt wurde. Der Vorstand hat diese Gelegenheit nicht vorübergehen 
lauen, ohne dem ahm, allvcrehrten Herrn seinen Gluckwunsch und 
seinen Dank für sein langjährige« Wirken auch für unseren Verein aus- 
zusprechen, zu dessen Grundern wir ihn zählen dürfen. 

Von den Veröffentlichungen unseres Vereins ist im abgelaufenen 
Jahre Il-iU^Ik]] die fünft i; I .iefer im» des von uns in Gemeinschaft mit 
dem Architekten- und Ingenieur. Verein herausgegebenen Werkes »Uie 
Baudenkmäler in Frankfurt a. M.< ersehienen; sie enthält die hervor- 
ragendsten l'rivatbaulcn und die alte Juden-Gasse: Bearbeiter sind die 
Herren Stadtarchivar Dx./ung und Architekt Dr. Huben. Die Sr.hluss- 
licferung des Werkes wird im Laufe des Jahres 1903 ausgegeben werden. 
Wir erinnern die Mitglieder daran, dass ihnen Vertrags massig das Recht 
zusteht, das Werk zu so"/« lies Ladenpreises (jede Lieferung also EU 
Mk. 3. — ) direkt von dem Kommissionsverlag, der K. Th. Völckersc.hen 
Bachhandlung, zu beziehen. Leider konnten wir den Mitgliedern im 
abgelaufenen Jahre keine besondere Verein svereflcntl ich ung bieten; wir 
haben ihnen ausser dem «blichen abgeschlossenen Jahrgange des Kor- 
ie*l:riilii.''/.li]ättls der WesnU-uls. her. /eil? clirifl fllr 190t nur noch 
Dr. Quillingl kleinen Fuhrer durch das Historische Museum zugehen 
lassen, von der Ansicht geleitel, dass die Verbreitung der Kenntnis 
über die Bestünde unseres städtischen Museums durchaus zu dem Kreise 
unserer Aufgaben gehört. Von den Veröffentlichungen unseres Vereins 
befinden sieh zur Zeit nicht weniger als drei im Druck. Wir nennen 
in erster Linie Orntifnidi Arbeit über das Wirken des KönigslieutenanLs 
Grafen Thoranc in Frankfurt 1759—176; während der Besetzung der 
Stadt durch die Franzosen, gcwl'KCTNiasscii die lokale Ergänzung zu 
ileru trefflichen, geschichtlich wie kunsl- und litte rarhistorisch so be> 
deutenden Werke von Dr. Marlin Schtibart Uber den KCnigslieutenant, 
dem Goethes Schilderung in Wahrheit und Dichtung zur Unsterblichkeit 
verhnlfen, dem aber auch die lüuitischc Geschichtsschreibung für seine 
aufgeklärte Verwaltung während dieser bedeutsamen Epoche einen Ehren- 
platz anzuweisen hat; diese Schuld einzulösen, is! der Zweck der Arbeit 
unseres Ehrenmitgliedes Dr. Grettftni. Oli wir sie im laufenden Jahre, 
in dem sie sicher vollendet w«d, noch ausgeben werden, ist fraglich; 
vielleicht dienl sie erst als Vereinsgabe für 1904. Als Veröffentlichung für 
dieses Jahr haben wir die Festschrift bestimmt, die wir dem Historischen 
Museum zur Feier seines 35jährigen Beslehcns widmen wollen. Mi! 
reichem Tafelschmuck ausgestalte!, wird sie mehrere Arbeiten zur Ge. 
schichte der stadtischen Sammlungen und des Museums, zur Erläuterung 
einzelner Gegenstände desselben und zur Frankfurier Kunstgeschichte 
Iringen, ein, wie wir hoffen, nach ihrer äusseren Ausstattung wie nach 
ihrem Inhalt würdiges Zeugnis des Interesses, das wir an dem Werden 
und Wai h«tn unseres vaterstarltischeu Museums nehmen. Auch der 



- xxvii- - 

S. Hand der III. Folge unserer Vereins Zeitschrift, des Archivs für frank für 15 
Geschichte und Kunst, befindet sich bereits im Druck; er wird unter 
anderen Arbeiten die wertvollen und mit allgemeinem Interesse auf- 
genommenen Forschungen des Herrn Professor Dr. PeUtsitr zur Orts- 
beschreibung der Frankfurter Gemarkung und der Landwehren um die 
Stadl veröffentlichen; wann der Band von uns ausgegeben werden 
lärm, steht noch nicht fest. Ausser der Festschrift wird Ihnen natürlich 
auch der Jahrgang 1503 des Westdeutsrhen Korrespondenzblattcs in 
diesem Frühjahre zugehen. 

In den 9 wissenschaftlichen Sitzungen, welche wir im 
Vereinsraume der Kunstlergesellschaft abhielten, hörten wir folgende 
Vortrage: 

r) Das neue Frankfurter Urkundenbuch und seine Bedeutung fllr 
die stadtische Geschichtsforschung, (Dr. H. von Natbuhit.) 

2) Frankfurter Hochsehulbestrebungen 1384-, 866. (Dr.A./»*ffO 

3) Die Bestandteile des Frankfurter Stadtgebietes um 1500. (Pro- 
fessor Dr. E. PeUtsitr.) 

4) Die Sachsenhäuser Klubbisten zur Zeit der französischen Re- 
volution. (Dr. K. Jung.) 

5) Das Frankfurter Zinngiesser- Handwerk. (Dr. A. Dills.) 

6) Das W i Hemer- Häuschen auf dem Huhnerweg und seine Erinne- 
rungen. (Professor Dr. O. Heuer.) 

7) Hügelgräber der Bronzezeit im Kranichstcincr Park. (Hofrat 
F. Kofltr in Darmstadt.) 

8) Ein neu entdecktes römisches Gräberfeld in Frankfurt Hin- 
gebung. (Dr. F. Quillitig.) 

9) Wie hiess die Römerstadt bei Heddernheim? (Professor Dr. 
A. Fi/sc.) 

10) Bericht Uber die Generalversammlung der deutschen Geschichts- 
vereine in Düsseldorf. (Professor Dr. G. Wolf) 

Ausserdem veranstalteten wir in Gemeinschaft mit dem Arehilcktcn- 
«nd Ingenieur-Verein und dem Freien Deutschen Hochslift am 16. April 
einen besonderen Vortragsabend, an welchem Herr Architekt Dr./ Hülsen 
unlcr Vorführung zahlreicher Lichtbilder Uber die Ausgrabungen der 
Berliner Königlichen Museen in Milet (Kleinasien) sprach, an denen 
der Vortragende beteiligt war. 

Wie Ihnen bekannt, bringt das Koncspondenzblatt der West- 
deutschen Zeitschrift regelmässig Berichte Uber diese Vorträge, welche 
die Redner zur Veröffentlichung in demselben dem Vorstände tur Ver- 
fügung stellen. Von den oben genannten Vortragen sind unseres Wissens 
der des Herrn Professor Heuer Uber das W i Hemer -Hau sehen im Feuilleton 
der Frankfurter Zeitung vom 31. Januar 190s, der des Herrn Hofrats 
Ke/Ur im Archiv für Hessische Geschichte und Altertumskunde, Neue 
Folge, Band Iii, Heft i abgedruckt worden; der des Herrn Dr. Diel; 



- xxvm- - 

(Iber die Frank Furier Zinngicsser wird in unserer Festschrift Fllr das 
Historische Museum erscheinen. 

Dur Jahresbericht darl diesmal von 7 Verci nsaiisflügcn sprechen, 
für welche dein rührigen Anslluj;s-Aussi hu:s ein besonderer I >a:ik ircbilh,:. 
Am s6. März nachmittags wurde das unter Leitung des Herrn Dr. fjailli»; 
bei Praunheim aiilymierkli: römische (Ii abi-rfcld be-ichtigt. Am 3. Mai 
nachmittags nahmen etwa jo Herren und Damen an einem AtMiuge 
nach Kllsselsheim und S(i]f«rt teil; FUr die Führung im Schloss Russe lsheini 
litkI Ircundtiche Aufnahme in seinem Besitztum hat uns Herr Freiherr 
S,ch.-nJ?rf-{'trna zu Dank verpflichtet. Am 1. Juni vormittags 
besichtigten wir unter Führung der Herren Thomm und Dr. ffammiran 
die Kingwälle am dem I lilhnerbcrg bei Kronberg. Am äi. Juni nach- 
miliar fuhren etwa (10 Herren und Damen nach Höchst, woselbst FFerr 
Dr. Hillstn im Bolongaroschcn Haus, Herr Dr. SucAitr und andere 
Mitglieder des dortigen Altertumsvereins im Schloss, Museum und in 
der Jus:imtskiri he die Führung ubernahmen. Der einzige Tagc:au;l1 a,: 
am 31. August galt dem Otzberg und dem Schloss Nauses. Am 34. Sep- 
tember naclimillafis wurde unter ['tlhriing de:. Herrn l'rnt'es-or l'/liuur 
der Östliche Teil der rcchismainisc.hen Landwcbi begangen. Am Nach- 
mittage des iH. Oktobers endlich wurden unter Führung unseres kor- 
respondierenden Mitgliedes, des Herrn Baiiratcs JuceM, die neuen Bauten 
auf der Saalburg und ilie römischen Hcirungsanlagen in Betrieb be- 
lichtigl | leider war gerade dieser letzte Aus Bug vom Wetter sehr wenig 
begünstigt. 

An den Alts grabun ge n , welche im Berichtsjahre in der Stadt 
und ihrer Fmgebmnt vor ticuoimiicn wurden, waren wühl viele Mil-]l..-:k r 
unseres Vereins, aber dieser direkt nicht beteiligt. Im Auftrage der 
städtischen Kommission Fllr Kunst und Altertumsgegenstände durch- 
Forschte unser Vorstandsmitglied Herr An hitekt Thomas beim Abbruche 
der Frasskeller -Mauer am Krautmarkt den Oebäudcschutt nach frllh- 
romanischen Werkstucken, die dort Verwendung gefunden hatten; im 
gleichen Auftrag deckte er die Stelle eines römischen CutshoFcs mit 
Hemchsftigebäade in der Oberen Wiesenstrasse auf, worüber er in 
unserer Festschrift f:lr das Museum au.fuhiüch licrichlen wird. Die 
AuMecktlOg des «mächen Totenfeldes, welche Herr Dr. Quilting unter 
Beistand zahlreicher Altert umsfrennde ausführte, brachte dem Historischen 
Museum einen wertvollen Zuwachs ,111 t iraherfunden ; des Herrn Dr. 
QaiUing und der Herren, welche ihn in der Ausgrabung unterstützten 
und welche die Geldmittel dazu zur Verfügung stellten, in Dankbarkeit 
iu gedenken darf dieser Bericht nicht unterlassen. Die Spenden für 
diese Atbeilen. die das lebhafteste Interesse unserer Kinwohners.hari 
finden, rlnsseii iu so reii hem Masse, dass von den von uns dir slautis. heu 

Kommiision fur und Altertumsgegenstande zur Verfügung ge- 

slellren izr. Mark mir die Hälfte zur Verwendung gekommen ist. 



OigiiizBd b/ Google 



- xx ix* - 



Von dem Verband »est- und suddeutscher Vereine dir 
römisch-german ische V o rsr hu n g , dessen <li L-aj^Llii L- lt Veibantls- 
tig mil der Düsseldorfer Generalversammlung zusammenfiel, ist nichts 
iu törichten, was die Interessen unseres Vereines näher anginge. Mil 
ilcm Gefühle tiefer Trauer sei auch hier erwähnt, tlass der Vorstand 
des Verbandes, zu dem von unseren Mitarbeitern Herr Prof, Weif ge- 
frört, eines seiner hervorr^gtmls-eu Mitglieder, einen der erfolgreichsten 
l'iuniere der rtjmisoc -gentium ■.■heu l'tjrsehHüg, l'rofessor Dr. /-t/ix llrttittr 
m Trier, durch den Tod verloren hat. Wie Ihnen bekannt, hat die neu 
jcgrtlndetc romisch -germanis che Kommission des Kaiserlic h 
Deutschen A r ch aeo 1 0 g i sc h c n Institutes am i. Oktober 1901 
ihre Tätigkeit begonnen. Wir haben allen Grund, uns der Errichtung 
dieser Keii lisbchorde und insbesondere ihrer Ycrleeun); in unsere Stadl 
iu freuen; wir hoffen von ihr eine tatkräftige Mitarbeit auf dem von 
uns wie von unseren Nachbarn-reinen seit Jahren ::iii besonderem Kii'er 
;c|lieg;cn gemeinsamen Kt rs.-hnngsex-bictc. tler Aufhellung der deutschen 
Homerzeit. Wir wünschen der Tätigkeit der neuen Behörde alles Gluck 
und versprechen ihr treue Kameradschaft. Zweifellos wird auch die 
I-erscbuTi- in unserer Gegend, in unseren] Gebiete durel: sie eine neue 
Belebung erfahren. Um sie besser iu konzentrieren und zu organisieren, 
haben sich die städtische Kommission ftlr Kunst- und Alterlumsgegen- 
<uinde sowie die Vorstände des Vereins fllr das Historische MuseiiTii 
und unseres Vereins zu gemeinschaftlichem Vorgehen bei klinüi.iicii Aus- 
grabungen in der Stadt, ihrem Gebiet und ihrer Umgebung verbunden. 
Sie haben eine aus den drei Vorsitzenden, je einem sachkundigen Mi-- 
gliede nmi dem Muscumstlireklni- ho-'.eacnde Kommission eingesetzt und 
derselben jährlich bestimmte Mittel zu Ausgrabungszwecken angewiesen; 
liirse rriiiki'.tner Ausgrabungs-K rimmissi.ui win! fortan alle diese Arbeiten 
Übernehmen, welche die drei Gremien bisher, wenn auch in voller 
Einigkeit, doch nicht immer in richtigem Zusammenhang unlernommen 
hatten; auf diese Weise wird endlich eine planmassige. von wissen., haft- 
lichen t lesiehtäjiUnklcn geleitete llurchi.irr.hung unseres Grundes und 
lie.le.ns narh und nach zu Stande kommen. Ilie Kiud.-f.li.ke ,;us ihrer 
Tätigkeit fallen natürlich unserem Historisehen Museum zu; doch ist 
:!:e Ausgrabung von solchen durchaus nii ht der leitende Zweck fllr die 
Kommission; ihr steht die «■issensrharilidie Erforschung, die Erkenntnis 
unserer ältesten Kulturepochen in der ersten Linie. 

Mehrfach hatten wir Veranlassung auf dem Gebiete der Denkmal- 
pflege tätig zu sein. Unsere Verwendung ftlr die schönen Decken- 
-emälile im Rinde- 1 .aiais/i welche unter dem ['ostbetrieb raseh ihrer 
Zerstörung entgegengehe«, hat (he Ober].. ist. hrcktiun in kurzen Worten 
ihgewiesen; sie teilte uns mit, »dass die Instandsetzung und fernere 



■) Vgl. Wölfl und Jung, Die Baudenkmäler in Frankfuri a. M., Bd. IL 



- xxx- - 



Erhaltung der ihrem Verfall entgei;cnL:clictii[en Deckengemälde nichi 
beabsichtigt wird«. Mit diesem lakonischen Bescheid durften wir uns 
nie Iii zufrieden geben; wir wandten uns an den Konservator der Kunst- 
denknuUer in Berlin mit der lütte, auf die- Reichipcatbehörde in unserem 
Sinne einzuwirken. Auf unsere Eingabe ist uns noch keine Antwort 
geworden: wir hoffen, dass der Zerstörung jener Gemälde Einhalt getan 
werde und dass auch die Ueii lislicliiirde sich zu den Grundsätzen der 
Denkmalpflege bekennt, welche die l.andesbehordc mit so lobenswertem 
Eifer jetzt (iberall betätigt. Ein weit grösseres Entgegenkommen haben 
uns die städtischen Behörden erwiesen, als wir für die Erhaltung des 
Hofes der Galluswartc, der der Anlegung eines Geleises der Strassenbahn 
,.u in Opfer fallen sollte, und für die Erhaltung des Inneren des h-en- 
häuser Wartturmes eintraten, in welches ein Entluftun gs.se hlot der 
städtischen Kanalisation eingebaut werden sollte. Die Beseitigung des 
Hofes der Galluswarte hätte den ganzen Charakter dieser mittelalterlichen 
IVehranlage vernichtet, denn der Hof ist ein integrierender Teil der 
Warte; der Sachsenhäuser Wartturm ist der einzige, dessen Wehrein- 
richtung im Inneren noch erhalten ist und das ciniige Beispiel einer 
solchen V erleid igungseinrichtung in gani Deutschland. Unsere Einsprache 
gegen die Pläne, die man gegen diese beiden Watten hegte, ist nicht von 
allen Seiten beifällig aufgenommen worden; wir sahen uns veranlasst, 
in dem einen Falle unseren ablehnenden Standpunkt in einer Zeitungs. 
erklarung iu vertreten. Noch haben die städtischen Behörden in beiden 
Angelegenheiten nicht endgültig entschieden; wir haben aber allen Grund 
anzunehmen, dass die Entscheidung in unserem Sinne fallen wird. 

Es ist lebhaft zu bcgrllsscn, dass endlich auch der Regierungs- 
bezirk Wiesbaden zu seiner Kommission zur Erforschung 
und Erhaltung der Denkmäler gekommen und in der Person 
unseres Mitbürgers und Mitgliedes, Herrn Professor Luthmir, ein Kon- 
servator für den Beiirk ernannt ist. In einer vorberatenden Konfcreni, 
welche am 13. Januar 190; unter dem Vorsitze des Herrn Ohe rpräsi den teil 
in Wiesbaden (liier die 1 irganisation der Denkmalpflege in unserem lliviik 
beriet, war der Verein durch den Vorsitzenden lerirelen. Das cifrculii-iii' 
Ergebnis dieser Vorberatung ist die von dem Kommunallandtage dureli 
Beschlnss vom 17. April 190a gebildete Bezirks- Kommission, erfreulich 
auch deshalb, weil der Wiesbadener und der Frankfurter Altertümsverein 
wie bei der vorberatenden Konferenz, so auch in der Kommission ver- 
treten sind; zu ihren Mitgliedern sind von unserem Vorstande der Vor- 
sitzende und Herr l'adjtra ernannt worden, freilich nicht in ihrer 
Eigenschaft als Mitglieder unseres Vorstandes. Von der neuen Kommissinn 
und dem neuen Konservator dürfen wir hoffen, dass sie auch für unser 
Interessengebiet segensreich wirken werden, und dass wir in dem Kampfe 
um Erhallunp wert vi .11 er il.uultnkin ilrr an ! leiden einen kräftigen Rückhalt 
haben werden. 



□igjiizodby Google 




Digiiized by Google 



V. Bericht über die Tätigkeit des Vereins im jähre 1905. 



Der Vorstand bestund nach den in der Hauptversammlung 
vorn =9. Januar [903 erfolgten Waiden a.ü 1'oli.rniien Herren: 
Otto Cornill. Ilirck-.ur des Ilistorisrhsn Museums, 
Dr. jur. Altxandcr Dittz, Rechtsanwalt, 
frofussor Ottn ]),»ir./r-vcn Ri.httr, Maler, 
Professor Dr. phil. Otto Htutr, Generalsekretär des Freien 

Deuts dien Hochstifts, 
Dr. phil. Radolj /ans, Stadtarchivar, 
Professor Dr. phil. Isidor Kratautr, Überlehrer, 
Willulm Mappts, Kaufmann. 

Dr. phil. Heinrich 7111 A~alii:<:.i;u-A~rit:sliJl, Bibliothekar, 
Emil Padjtra, Rentner, 

Professor Dr. phil. Eduard Ptlissitr, Überlehrer, 

Professor Dr. phil. Altx-ander Rita, Oberlehrer a. D. 

Dr. rer. pol. Göttlich Stknapptr-Arndl, Privatgelehrter, 

Christian Ludwig Thomas, Architekt, 

Professor Dr. phil. Giorg Wolf, Oberlehrer. 
Den Vorsiti führte Herr Dr. fang, dessen Stellvertretung Herr 
Professor Wolf, Schriftführer war Herr Mappts, KassenfUhrer Herr 
Padjtra. Den Schriftleilungs - Ausschnss bildeten die Herren Jung, 
Donntr, Riat; den Orts-Ausschuss Padjtra, Dittt, Traut; den Aus- 
flugs Ausschuss Thomas, Pt/issitr, Hammtran, Kobtr, Oths; den Biblio- 

Wolff, Pt/issitr, Sthnapptr- Arndt, Donner. Die laufenden Ve"reins- 
geschafie erledigte der Vorsitzende an unserer Geschäftsstelle im Archiv- 

Die Amisdauer der Herren Kratautr, Padjtra, Thomas und IVolf 
als Mitglieder des Vorstandes ist abgelaufen. Da sich diese Herren 
zur Annahme einer neuen Wahl bereit erklart haben, so glaubt der 
Vorstand Ihren Wünschen entgegenzukommen, n enn er Ihnen die rt ieder 
wähl dieser in der Arbeit unseres Vereins vielbewfihlten Kräfte un- 
maßgeblich empfiehlt. 



Digiiizeö, Google 



- XXXV - 



Die Jahresrechnung ist von den Herren Kerl Sihuihherd 
und Philip;' Peuly geprüft worden; das Ergebnis wird Ihnen nachher 
der Hen- Kassen Iii hrer vortragen. Wir schlagen Ihnen die Wiedennhl 
der beiden Herren als Prüfer der Jahresrechnung für 1904 vor, sowie 
der Herren Revisor Hermann Menlzel und Kaufmann Fri/drick Kohr 
als ErsatzprUler. 

Die Zahl unserer Mitglieder ist im Laufe des Jahres auf 367 ge- 
stiegen; 11 Mitglieder sind ausgetreten, 11 weitere gestorben, wahrend 
31 Mitglieder neu eintraten. Von denen, die im Laufe des Jahres 1003 uns 
durch den Tod entrissen wurden, nennen wir als einen der Mitgrtlnder 
unseres Vereins den Buchdruckereibesitzer August Oslrrritlh-Laurin, 
dessen typographische Anstalt von jeher unsere Vereinszeitschrift und andere 
unserer Si:hrii'tcn gedruckt hat; wir gedenken ferner des Architekten 
Friedrich Satunvtm, der in früheren Jahren ein beliebter Mitarbeiter 
und Besucher unserer Vortragsabende war, und des Konsistorialrates 
und Pfarrer Dr. Wilhelm Bant, der bis in seine lernen Lebensjahre 
uns ein treuer Freund und früher auch ein eifriger Mitarbeiter gewesen 
ist. Wir gedenken schliesslich unseres am 117. November im Alter von 
mehr denn B6 Jahren Heimgegangenen Ehrenmitgliedes, des Senators 
Dr. Emil van Oven, der uns von der Gründung unseres Vereins an bis 
in die letzten Tage seines langen Lebens mit Rat und Tat eine uner- 
schütterliche Treue erwiesen hat. Es würde den Rahmen dieses ge- 
schäftlichen Berichtes weit tibersteigen, wenn wir an dieser Stelle seiner 
Bedeutung und seinen Verdiensten um unsere Stadt sowohl wie um 
unseren Verein gerecht werden wollten. In der ersten Sitzung nach 
dem Hinscheiden dieses hochverehrten Greises hat der Vorsitzende ver- 
sucht, den Mitgliedern ein Lebensbild dieses Mitbürgers zu entwerfen, 
mit dem ein Stuck Alt-Frankfurt und auch ein Stuck Geschichte unseres 
Vereins zu Grabe getragen worden ist. Heute wollen wir uns darauf 
beschranken, den herzliehen Dank für alles, was er für uns als allezeit 
eifriger Förderer unserer Vereinsbestrebungen, als erfolgreicher Forscher 
auf dem Gebiete der vaterstädtischen Geschichte getan hat, zu wieder- 
holen, einen Dank, den wir in den Blattern und an seiner Bahre bereits 
in der Öffentlichkeit ausgesprochen haben. Lassen Sie uns unsere Toten 
des Jahres T903 durch Erheben von den Sitzen ehren! 

Von Veröffentlichungen unseres Vereins ist im Berichtsjahre 
die .Festschrift zur Feier des 25jährigen Bestehens des städtischen 
Historischen Museums in Frankfurt a. M.o ausgegeben worden und 
ausserdem, wie üblich, der Jahrgang 1001 des Korrespondenzblattes 
der Westdeutschen Zeitschrift. Dass wir der Festschrift einen Umfang 
und eine äussere Ausstattung gegeben haben, wie wir sie unseren 
sonstigen Schriften nicht geben können und dürfen, wird gewiss Ihre 
Billigung gefunden haben; unser Verein ist auf das engste mit dieser 
schönen städtischen Anstalt verknüpft, wir haben ihr unsere eigene 



Digitizod by Google 



Sammlung anvertraut, sie liefert uns fortwährend ein reiches Anschauungs- 
material fitr unsere Arbeiten; unser Verein und das Museum wirken auf 
dem gleichen Gebiete, ein jeder auf seine Weise, eintrachtig zusammen. 
Bei der Feier am iS. Juri Uberreichte der Vorsitzende dem Chef der 
dem Museum vorgesetzten Behörde das Widmungsesemplar der Fest- 
schrift, sprach der Anstalt in kurzen Worten Glückwunsch und Dank 
aus und schloss mit dem innigen Wim« lic laneren Zu.-auiriicnw-irketii 
an der gemeinsamen Aufgabe: die Erinnerung an Frankfurts reiche 
Vergangenheit allezeit unter der Bürgerschaft lebendig zu erhalten. 

Wtr sind jetzt endlich in der l-age, unseren Mitgliedern eine langst 
angekündigte VeiöTfclulicliuri;; als Vereinspja'lie für das laufende Jahr i}04 
darbieten zu können: die Arbeit uni eres Ehrenmitgliedes, des Herrn 
üeaeimer: Ard-.ivratcs Ur. Grufettns in Schwerin i. M. Uber das Wirken 
des Königsliculenanls Grafen Thoranc in Frankfurt 1759—176». Wir 
hoffen, mit dieser Veröffentlichung nicht nur der lokalgesohichllichen. 
sundern auch der Goel he- Forschung einen Dienst zu erweisen; gehün 
doch der Königslieutenant zu den Persönlichkeiten, die von bedeutendem 
Einflüsse auf den jungen Goethe gewesen sind und deren der alte in 
Dankbarkeit sich erinnert hat. Allerdings der Goethe- Forschung in 
weiterem Sinn — denn der Knabe Wolfgang Goethe spielt in der 
amtlichen Tätigkeit Thorancs keine Rolle. Mit gebührendem Danke 
sei erwähnt, dass das Freie Deutsche Hochstift im Goethchanse, das ja 
mehrere Jahre das Quartier des Königsliculenanls gewesen ist — wie 
zu Beginn, so auch zum Ab-.iihiis der Drin kicgun:; uns wiederum einen 
namhaften Kostenbeitrag bewilligt hat. Ausser der Grotefendschcn Schrift 
wird den Mitgliedern airci; der jetzt abgeschlossene Jahrgang 1903 de! 
Korres]iondcn:;b1jttes der Westdeutschen Zei'.j.hrift zugehen. 

Im Drucke befindet sich der 8. Band der dritten Folge unserer 
Vereinte itSL hriil. des Archivs für Frankfurt", (i csdlichte und Kunst: CT um- 
fasil die s:> s;ciI:cL;ecen wie interessanten lii].ü-r.i[)h: sehen und historischen 
Forschungen des Herrn Professor Prlissirr Uber die Gemarkung und die 
Landwehren um Frankfurt und Sai hsenhausen und wird auch das uner- 
läßliche kartographische Material enthalten. Der Band, welchen die 
Arbeit des Herrn Professor Pilissitr füllen dürfte, soll 19a; ausgegeben 
werden. Die sechste und letzte Lieferung des von uns in Gemebsctuii't 
mit dem Architekten- und Ingenieur-Verein herausgegebenen Werkes 
• Die Baudenkmaler in Frankfurt a. M.« wird voraussichtlich gegen 
Ende 1004 erscheinen. 

In den 10 wissenschaftlichen Sitzungen, welche wiederum 
im Vereinsraume der KllnsUerge-ellschafi stattfanden, wurden folgende 
Vorträge gehalten: 

1) Frankfurt und die Stadtebtlnde im Mittelalter. (Prof. Dr. 
O. fftutr.) 

2) Das Sachscnhäuscr Gebiet um 1500. (Prof. Dr. £. J'rlissirr.) 



- xxxvii- _ 



3) Franz von Sickingen und die Reichsstadt Frankfurt 1515—1513. 
(Dr. W. Lühe.) 

4) Die Ablösung der ewigen Zinsen der Geistlichkeit zur Re- 
formationszeit in Frankfurt. (Dr. W. Luit.) 

5) Das reguläre Militär der Reichsstadt und Freien Stadt Frankfurt. 
(Dr. S. Jung.) 

6) Der Buchhändlct Friedlich Christian Schwan und seine Tätigkeit 
in Frankfurt 1704—1765. (Dr. R. Hering.) 

j) St adtschultheiss Friedrich Maximilian v.Günderrode 1753—1814. 
(Dr. X. Jung.) 

8) Senior Dr. Wilhelm Friedrich Hufnagel 1754-1830. (Pfarrer 
Dr. H. Dechen!.) 

9) Senator Dr. Emil von Oven 1817—1903. (Dr. £. Jung.) 
10) Das römische und vorromisehe Praunheim. (Prof. Dr. G. Wolf.) 
m) Die heutige Denkmalpflege mit besonderer Beziehung am 

Frankfurt. (Bezirkskonservator Prof. F, Luthmer.) 

Die von den Vortragenden verfassten kunen Berichte Uber die 
einzelnen Vortrage werden fortlaufend im Korrespondeniblatte der 
Westdeutschen Zeilschrift abgedruckt. Es ist uns nicht bekannt geworden, 
diss einer dieser Vorträge im Wortlaute abgedruckt worden ist; mehrere 
derselben (z. B. Nr. z und 4) sind Auszüge aus umfangreicheren Arbeiten 
der Vortragenden, welche noch nicht im Druck erschienen sind. 

Im Sommer und Herbst unternahmen wir 6 Ausflüge, die sich 
sämtlich zahlreicher Beteiligung erfreuten; des Ausflugs -Ausschusses und 
besonders der Bemühungen des Herrn Prof. PtUttitr für die Vorbereitung 
und Durchfuhrung dieser Ausflüge werde auch an dieser Stelle dankbar 
gedacht. Am 3. Mai wurde der erste Tagesausflug nach Hanau, Philipps- 
rulle und Wilhclmshad unternommen ; am Z3. Mai folgte ein Nachmittags- 
iLsflug nach Gross- und Klein-Sleinheim, an welchem sich nicht weniger 
ils 86 Personen beteiligten. Der zweite Tagesausilug führte uns am 
14. Juni nach den beiden Reifenberg und 111 den Ruinen der Burg 
Haltstein. Das Ziel der dritten am 13. August unternommenen Tagesfahrt 
*ar die alte Reichsstadt Friedberg mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten. 
Am 9. und z6. September folgten dann zwei Nachmittagsspaziergange; 
der erste galt Seckbach und Betgen, der zweite der Besichtigung der 
Riederhöfe und der dortigen Landwehr. Allen den Herren, die sich 
uro Fuhrung und Erläuterung verdient gemacht haben, spricht der Vor- 
stand seinen herzlichen Dank aus und bittet sie, diesen Ausflügen, der 
Betätigung des Vereinslebens zur Sommerszeit, auch fernerhin ihre Mit- 
hilfe zuwenden zu wollen. Der erste fUr Marz oder April vorgesehene 
Ausflug im neuen Jahre wird uns, wie wir hier schon bemerken wollen, 
™,-,u^ir.litlu:]-, nii:ht ins Freie und nicht nach auswärts führen; er soll 
□er Uesichtigung der Innenrilumc unseres neuen Rathauses und der wieder- 
hergestellten Prunkräume des allen Römers gewidmet sein. 



Digiiizcd by Google 



- XXXVIII* — 



Wie Ihnen bekannt, h^hcr. <':'.<: die: hiesigen, an Aus g rabu ngen 
interessierten Körperschaften, die städtische Kommission für Kunst- und 
Altcrtumsgegenstände, der Verein für das Historische Museum und unser 
Verein sich zu gemeinsamer T:üi«keit vereinigt and eine besondere 
Kommission mit diesen Arbeiten betraut. Die Ausgrabungen im Früh- 
jahr galten der Villenvorstadt und dem Totenfelde in Praunheim; Uber 
die Ergebnisse derselben hat der Leiter der Arbeit Herr Professor Hilf, 
in einer Vercinssilzung Bericht erstattet. Die Arbeiten im Herbst und 
Winter erstrechten sich auf die eigentliche Kämerstadt Heddernheim; 
die gante Anlage des Torbaues der purta principalis sinislra wurde 
aufgefunden, ein Stuck des Praetorium^ aufgedeckt und ein doppeltes 
Längenprofil durch die ganze Römerstadt aufgenommen; das wichtigste 

rechteckigen Erdlagers nördlich vom Steinkastell, einer der grössten 
rU:ni.;rhcr. fi^le -v.g-.inc.cn au;' ro htiriicr.iäi.-licni JJci.ii;:'., d,is als passageres 
Lager aus der Zeit des Chattenkriegs anzusprechen ist. Das Nähere 
Uber diese äusserst ergebnisreiche Arbeit wird Ihnen hoffentlich dem- 
nächst in einem besonderen Vortrage dargelegt werden. Den Beamten 
des Tiefbau -Ami es. welche dort eine Gas- und Wasserleitung legten und 
dabei die Ausgrabungen verständnisvoll forderten, sowie dem mit der 
Überwachung der Arbeiten beauftragten Assisienten des Museums, Herrn 
Wtlckir, sei auch hier für ihre Mitarbeit herzlich gedankt. 

Von unserer Tätigkeit auf dem Gebiete der Denkmalpflege 
ist zunächst zu berichten, dass die im vorigen Jahresberichte ausge- 
sprochene Hoffnung auf unversehrte Erhallung der Galluswarte samt dem 
Hof aufgegeben werden muss. In einer an Ort und Stelle abgehaltenen 
Konteren-, an welcher die technischen Vorsteher des Tiefbau-Amtes und 
desF.lirklriiiiäls-und Bahn-Amtes, der Bezirkskonservator und von unserem 



legung des Hofes Auskunft gibt«. 

Ein besseres Schicksal, als der vorjährige Bericht befürchtete, ist 
dem stolzesten Furstenpalast unserer Stadt, dem Thum und Taxis-Palais 
beschic-den: ti wird lULt Voraussicht nach in den Besitz der Stadt 



- XXXIX- - 



übergehen und in seinem Kunstwert erhalten bleiben. In einer Konferem, 
zu welcher der Herr Oberbürgermeister Vertreter der an der Erhaltung 
des Gebäudes interessierten Vereine geladen hatte, wurde die Absieht 

seiner Zerstörung entgegengehenden Palast durch Ankauf für die Stadt 
iu retten, allseitig mit lebhafter Freude begrtisst; im Palais sollen solche 
städtische Ämter untergebracht werden, deren Dienst bei rieb das Gebäude 
nicht schadigt; einige Zimmer sollen mit Erinnerungen an die Zeit aus- 
gestattet werden, da von hieraus Deutschland regiert wurde, also an 
die fünf Jahr lehnte von 1816—1866; die Wiederherstellung der Innen- 
räume soll dem heimischen Kunstgewerbe lohnende Aufgaben bieten. 
Heilen wir, dass der schöne Gedanke mr Ausführung kommt und 
unserer Stadt eines ihrer werlvollsten Baudenkmäler aus reichsstädtischer 

Aus dem Kreise unserer Mitglieder sind dankenswerte Anregungen 
an uns gekommen, mit der durch den Zollbetrieb immer bedrohlicher 
werdenden Verwüstung des Karmeliter- Kl osters uns zu befassen und 
dafür zu sorgen, dass der Rententurm durch Freilegung seines unteren 
Teiles sein altes charakteristisches Aussehen als Festungsturm der Main- 
front wieder erhält — in beiden Angelegenheiten werden wir uns 

Die neue Denk mal]) (lege- Kommission für den Rcgierr]n^sl:rr;irh 

legenheit gehabt, sich mit Frankfurter Fragen iu befassen. 

Das Zustandekommen des Historischen Kartenwerkes Uber 
Hessen -Nassau, Crossheriogtum Hessen und Aschaffenburg, welches wir 
xmi in chnfilich mit den Historischen Kommissionen in Marburg und 
Wiesbaden und dem Historischen Verein in Wurzburg hcrau.-^^bci] 
wollen, ist immer noch nicht gesichert, da sich ausser anderen Kon- 
tribuenten, aur die wir hoffen, auch die Grosshenoglich Hessische 
SUatBregierang Uber ihre finanzielle Beteiligung immer noch nicht 
erklärt hat. 

Auf der Generalversammlung des Gesamt! ereins der Deutschen 
Geschichts- und Altertumsvereine in Erfurt waren wir durch Herrn Pro- 
fesaor Welff vertreten, Fragen von besonderer Bedeutung für unseren 
Verein sind dort nicht zur Erörterung gekommen. Wir machen auch in 
diesem Bericht auf das sehr inli alt reiche Korrespondenzblntt des Gesamt- 
vereins aufmerksam; der Abonnementspreis betragt jährlich nur 5 Mark; 
bei Bezug von mindestens 5 Evemiilaren ermässigt er sich auf 3, bei 
mindestens 30 Exemplaren auf i Mark. 

Den Vereinen, mit denen wir im Sehr ift e n au sta usc h stehen, 
sind im abgelaufenen Jahre hinzugetreten; 

Dttmold, Geschichtliche Abteilung des Naturwissenschaftlichen 



_ XL* - 

Hannovir, Verein für Geschichte der Stadt Hannover, 
Alitau, Kurländische Gesellschaft für Literatur und Kirn«, 
Sektion fllr Genealogie, Heraldik und Sphragistik. 
Die Veröffentlichungen dieser Vereine werden von uns an die 
Stadtbibliothek abgegeben. 

Wenn wir auch nicht ohne Befriedigung auf die Tätigkeit des 
Vereint im abgelaufenen Jahr taiuckblir-en dürfen. so Bollen wir uns 

fangreichere Tätigkeit entfalten könnten, zumal in Veroffentlif hungen 
aus dem Gebiete unterer St ad; geschiente, «n dass a-jrh der. Mjljj ieden . 
die sich nicht an unseren Siüjngen beteiligen können, mehr geboten 
weiden kann. Der Vorstand befass; sich itr /«it mit der Erwägung, 
ob der Verein nicht, wie das die lokal gescbicbüich eo Vereinigungen in 
andnen Städten tun. ein Mo natsb .att herausgeben soll, welches aussei 
den geschäftlichen Mitteilungen kleinere wissenschaftliche Arbeiten in 
rascher Folge bringt, die etwa alle swei Jahre erscheinenden Bände 
unserer Vereins! eilschrirt von diesen kleineren Aufsätien entlastet und 
für die umfangreicheren Arbeiten frei macht. Der Votstand glaubt, 
dass ein solches Monatsblatt das Interesse der Mitglieder immerfort 
wach erhalten und die Vereinstätigkeit heilsam befruchten wird. An 
Stoff und an Arbeitern fehlt es nicht, wohl aber an Geld! Da wir auf 
eine Erhöhung der städtischen Unterstützung nicht hoffen dürfen, so 
lassen sich die fehlenden Geldmittel nur durch die Anwerbung neuer 
Mitglieder gewinnen. Wir bitten deshalb die Angehörigen unseres Vereins 
nach Kräften dafür sorgen zu wollen, dass unser Kreis sich vergrößert ; 
nur so kann unsere Tätigkeit nach innen wie nach aussen gesteigert 
werden, nur so können wir den vielen an uns herantretenden Aufgaben 
gerecht werden I 



I £ i 1 1 II ; 1 1 1 1 1 1 • ■ 1 1 . 



VI. Rcdimin^-Av 



.n Kassa-Konto 

Harb [islaml 

An Mitglioderbeitrag-Konlo 

hresbeitrage der Mitglied« . . . 
An Effoklen-Konto 

irkaufle M. 1200.— j'/i'/o Hess, Staats-. 

anleihe 

nsen von Wertpapieren 

An Sparkasse-Koiilu 

Zahlungen 

An Frankfurter Geworbekaese 
Konlo-Korrent A-Konlo 

Zahlungen 

An Subvontions -Konto 

ntcrstUtzung der stttdt. Behörden 1903/04 
An Verlag -Konto 

""erkaur von Veieinsschtiften . . . 
An Konto: Historisches Kartenwerk für 
Hessen-Nassau, Hessen elo. 

Zahlungen 

An Subvention s -Konto 

nlersttltiunj; des Freien Deutschen Hoch 
stifis für Herausgabe det Btleie Thorancs 



Dipzcd by Google 




- XLI1I- - 



Jas Jahr 1905. .Ausgabe. 



■ 


M. 


1': 


M. 


i'i. 


1 Per Bibliothek-Konto 










ELi Ankauf von Büchern und Keilschriften . . 


OS 










21 


05 


113 


05 












Per Kommission für Herausgabe der Käu- 




















fer Verla Konto 










, Honorare für die Festschrift für das hislor. 










Museum 








; ■ Zeichnungen und Lichtdrucke 










| Sau und Druck der Festschrift 










joo Abzüge: Die rechlsmainische Landwehr 










Frankfurts 










Per Frankfurter Gewerbekassc 










[ Konto -Korrent A.-Konto 




















1 Per Invontar-Konto 










j | i Gummistempel 






a 


75 


Per Hono rar- Vo räch uss-Konto 




















Per Unkosten-Konto 










1 Beitrag zum Verband sUd- und westdeutscher 










\ Eintragung des Vereins .' 

:<■..> Kxcuipkrc (ks KorrL-SMmdcnzblaltes . 




fiO 






[ Kosten bei Ausflügen 




W 






[ Protokolle der Generalversammlung zu Erfurt 




SO 






1 Einkassieren der Mitgliederbeiträge und Aus- 












7<l 


40 






1 Vertretung des Vereins bei der Generalver- 










{ Sammlung in Erfurt 


100 








! Druckarbeilen 


63 


60 






; Schriftliche Arbeiten 


40 








I Kleine Ausgaben 




46 


1241 




Per Kaasa-Konto 
















303 


71 










r.4 












P-Dan&cr 190}. ^ 










mil Padjera, 




d. Zt. Kass 







DigitizGd b/ Google 



VII. Bericht über die Tätigkeit des Vereins im Jahre 1904. 

Erstaun in der Hauptversammlung im 16. Februar 1305. 



den in der vorjahrigen Haupt Versammlung volliogenen 
Wahlen setile sich der Vorstand aus folgenden Herren zusammen: 
Olli CorniU, Direktor des Historischen Museums, 
Dt. jur. Alexander Dilti, Rechtsanwalt, 
Professor Otto Dentur-von Rithttr, Maler, 
Professor Dr. phil. Otto Heuer, Generalsekretär des Freien 

deutschen Hochstifts, 
Dr. phil. Rudolf Jung, Stadtarchivar, 
Professor Dr. phil. Isidor Krrtcaucr, Oberlehrer, 
Wilhelm Mappcs, Kaufmann, 

Dr. phil. Heiiirieh von Nathusius-Ntimttil, Bibliothekar, 
Emil Padjera, Rentner, 

Professor Dr. phil. Eduard Pelissier, Oberlehrer, 

Professor Dr. phil. Altxandir Rita, Oberlehrer a. D. 

Dr. rer. pol. Göttlich Schnappcr-Arndl, Frivatgelehrter, 

Christian Ludwig Thomas, Architekt, 

Prof. Dr. phil. Georg Wolff, Oberlehrer. 
Das Amt des Vorsitzenden bekleidete Herr Dr. Jung, das des 
Stellvertreters des Vorsitzenden Herr Professor Wulff; Schriftführer war 
Herr Mappet, KassenfUhrer Herr Padjcra. Der Schriftleitungs-Ausschuss 
bestand aus den Herren Jung, Donner, Riese; der Orts-Ausschuss aus 
den Herren Padjera, Dielt, Traut; der Aus flugs- Ausschuss aus den 
Herren Thomas, Pelissier, l'adj/rj. K<<btr, Otfo; der Bibliotheks-Aus- 
schuss aus den Herren Jung, Heuer, Traut; der Vortrags- Ausschuss au( 
den Herren Wolff, Pelissier, Schnapper-Arndt, Donner. Die laufenden 
Vereinsgeschäfte werden vom Vorsitzenden an unserer Geschäftsstelle 
im Archivgebäude erledigt. 

Die Amtsdauer der Herren Dictz, Heuer und Pelissier ist abge- 
laufen ; Herr Dr. Schnapper- Arndt ist im I.aufe des Berich [sjahra 
verstorben. Herr Professor Dr. Heuer rnuss im Hinblick auf seine 
Übersiedelung nach Homburg v. d. H., die ihm kaum gestattet, an den 
Vortragsabenden Teil zu nehmen, auf eine Wiederwahl verzichten. An 
Stelle der beiden letztgenannten Herren schlagen wir unmassgeblich die 
Wahl der Herren Muse ums -Direktorial -Assistenten Dr. Otto Läufer und 
Rudolf Weliker vor, an denen der Vorstand zwei in unserem Verein 




Direktor Otto Comill sein So. I^bcnejahr. Die Verdienste dieses Herrn 
um unseren Verein wie um alle Bestrebungen der Krankfurier Altertums- 
kunde und Denkmalpflege sind so bekannt und allgemein anerkannt, 
diss wir unsere Mitglieder nur mit diesen Worten daran ia erinnern 
brauchen. Der Vorstand hat Herrn Direktor Cornill, der diesen Tag 
in voller körperlicher wie geistiger Frische und vor allem in freudiger 
Schaffenslust feiern durfte, zum Ehrenmitgliede des Vereins ernannt; der 



Digitizod by Google 



- XLV1* - 



les hat bei der Gratulationsfeier in der Wohnung 
ics ihm mit wenigen, herzlichen Worten des 
■r Ernennung uberreicht, für deren kUnstltnschc 
trchileklen Dr. Hülsen zu besonderem Dankt 



cliüpfui 



Westdeutschen Zeilschrift erhallen. Im lau 
der drillen Folge unserer Vereins/.eilsehri 
Oeschichte und Kunst zur Ausgabe gela 
üblichen Mitteilungen geschäftlicher Natu' 



; im abgelaufenen 
.Scheimcn Arrfiiv- 
ken des Königs- 
schienen und hat, 
der wissenschaft- 



.ersehoben werden, da der Bearbeiter dieser Lieferung, Herr Architekt 
Dr. HÜIstn, wiederum auf mehrere Mimate zur Teilnahme an den Aus- 
grabungen der Berliner königlichen Museen in Milet (Kleinasien) be- 



Ypreink'iingen, sondern auch der beiden stadtischen Anstalten, des 
Museums und des Archivs, auszubauen, denen die Pflege der geschicht- 
lichen Erinnerungen der Stadt obliegt. 



- xLvir — 



Wir hielten im abgelaufenen Jahre 10 wissenschaftliche 
Sitzungen im Lokale der Kunstlergesellschaft ab, in «-eichen folgende 
Vorträge gehalten wurden; 

i) Frankfurter Kleiderordnungen im Mittelalter. (Dr. O. Laafir.) 
!) Die Handelsbeziehungen zwischen Venedig und Frankfurt. 
(Dr. A. Dittt.) 

j) I-andgraf Philipp der Grassmutige und die Reichsstadt Frank- 
furt. (Dr. R. Jung.) 

4 ) Das stadtische üteuerwesen vor 300 Jahren. (Dr. F. Bolir.) 

5) Der k. k. Feldmarschall Johann Hieronymus zum Jungen 
1660—1731 und die Frankfurter Patrizierfamilic zum Jungen. 
(Dr. H. v. Ifatkutius.) 

6) Frankfurt um Vorabend der Wahl Karls VII. (Professor Dr. 
J, Xrmautr.) 

7) Die Verbündeten in Frankfurt im November tSii, (Professor 
Dr. f. Kraiautr.) 

8) Die Frankfurter Landwehr im XVII. und XVIII. Jahrhundert. 
(Professor Dr. E. Prlissür.) 

i)) Die Abschaffung der Frankfurter Landwehr. (Professor Dr. 
B. J'riissiir.) 

m) Die neuesten Ausgrabungen in Heddernheim. (Professor Dr. 
G. Mlf.) 

it) Die Festung Königstein. (F.. Padjira). 

Von diesen Vortragen ist unseres Wissens nur No. 7 in der ge- 
haltenen Form in den Frankfurter Nachrichten abgedruckt worden; 
No. 4, 8 und 9 behandeln einzelne Abschnitte aus grösseren Werken 
dtr Verfasser, die noch nicht im Druck erschienen sind. Über alle 
diese Vorträge finden Sie kurze, von den Vortragenden herrührende 
Auszüge im Korrespondemblattc der Westdeutschen Zeitschrift, Jahr- 
gang 11104. Den Herren, die sich uns foi Vorträge tut Verfügung ge- 
stellt haben, sei hiermit unser herzlichster Dank ausgesprochen. 

Dem Architekten- und Ingenieur- Verein haben wir für die F.inladung 
III einem Vortrag des Herrn St:nlir.il S:l.,i;in:a)tri tlhei 1 leiinutschutz zu 
danken, an dem mehreie unsere! Mitglieder Teil nahmen-, den in diesem 
Vortrag ausgesprochenen Wünschen, die sich mit den unseren in Bezug 
auf die Denkmalpflege so nahe berühren, können wir nur besten Erfolg 
wünschen. 

Im Laufe des Sommers, während dem die sonstige Tätigkeit des 
Vereins ruht, hat unsere AusHugi-Kommisaion vier Ausflüge veran- 
staltet. An dem ersten (15. Mai) beteiligten sich etwa 100 Personen; 
sein Ziel war die Ruine der Feste Königstein, die uns Herr E. Fadjtra 
an der Hand von bisher zum Teil unbekannten Planen sachkundig er- 
littene; ein Gang Uber Falkenstcin nach Kronberg beendete am Nach- 
mittag den gelungenen Ausflug. Am Nachmittage des 1 1. Juni besuchten 



- xLvm* - 



wir unler Führung der Herren Blatlncr vom Römer -Bau bureau das neue 
Verwaltungsgebäude und daran anschliessend unter Führung des Herrn 
Dr. IMsin Teile des allen Römers; etwa aoo— 300 Personen benutiten 
diese Gelegenheit, den Neubau kennen iu lernen. Der drille !\a&i i 
am j6. Juni galt den Sehenswürdigkeiten des Städtchens Babenhausen, 
Schloss mit romanischer Halle, Kirche, I'alriiierhauser, S ladt befestig ung; 
an diesem Tagesausflug nahmen 37 Mitglieder und Damen Teil. Am 
10. August Nachmittags wurde- ein Spaziergang Uber liinkelstein nach 
der Schwcdenschanze und Schwanheim unternommen. Den Herren von 
dem Ausflugs -Ausschiiss und allen denen, die sich um Vcrar.M ili m; 
dieser Ausflüge oder um Erklärungen bei denselben verdient gemacht 
haben, sprechen wir hiermit unseren besten Dank aus. 

Auf Bitte des Vorsitzenden führte am Vormittage des I. Oktober 
Herr Major Schramm aus Metz einem engeren Kreiso von Altertums 
freunden auf der Saalburg die von ihm hergestellten Nachbildungen 
römischer Wurfmaschinen in Tätigkeit vor; vorher hatte ein Gang 
durch die Saalburg unter Fuhrung des Herrn Geh. Baurales Professors 
Jacebi, unseres korrespondierenden Mitgliedes stattgefunden. Da sich 
an dieser Veranstaltung aus begreiflichen Gründen nur ein engerer Kreis 
beteiligen konnle, so war es uns nicht möglich, alle unsere Mitglieder 
daau zu bitten. Die Herren Major Schramm und Geh. Rat Jatobi haben 
sich der freundlichst von ihnen übernommenen Aufgabe in einer Weis; 
entledigt, welche die etwa 30 Teilnehmer zu tiefem Danke verpflichtet hat') 

Auch im abgelaufenen Jahre hat die von der stadlischen Kotii- 
rnissirjn Air Kunst und Altert umsgegenst linde, dem Verein für das 
Historische Museum und unserem Verein niedergesetzte Ausgrabungs- 
Kommission eine rege Tätigkeit enlfalten können. Unser Vorstands- 
mitglied Herr frotessor IVcljf berichtet darüber; 

Die Arbeiten erstreckten sich während der Monate Februar und 
März des Jahres 1904 auf das Prätorium des Domitianischen Kastells 
und die Nordscile des jjni^ri T-'.riilagers, deren Feststellung infolge der 
unerwarteten Unregelmässigkeiten des Grundrisses dieser Teile sehr 
schwierig und zeitraubend war. In den FrUhlingsmonaten und wiederum 
vom Septembei an nahm die Aufdeckung der bei der Verfolgung der 
u cäUiciiu des ^cn^nriuri l,;u;i;rs angeschnittenen ausgedehnten Töpfereien 
aur dem grossen Acker des Gastwirts Westerfeld ausserhalb des Nordlores 
der Römerstadt Zeit und Mittel völlig in Anspruch. 14 Töpferoren von 
verschiedener Form und Grösse werden auf engem Räume aufgedeckt 
und neben ihnen Reste der Belriebsan lagen und der zwischen den 
Töpfereien und der RÖmerslrasse nach der Saalburg gelegenen Gebäude 
ans der ersten Zeit der römischen Herrschaft untetsucht und sorgfaltip 

') Vgl. (Iber diese römischen Geschütze, welche dem Kaiser Wilhelm II. für 
die Saalburg vun ,1c: Ccclli.-LLl't i:;r [.cihM:!.?i-cl.-_- (Ic sei lichte und AlteTtumszuöJr 
cewidmcl wurden, deren Jahrbuch Band XVI. 



Digitized b/Cl)Ogl 



- IL' — 

auf dem für das Jahr 1904/05 gepachteten Teile des Ackers im Früh- 
jahr fortgesetzt werden. Aber bereits jetzt sind ihre Ergebnisse für 
unsere Kenntnis der Geschichte der romischen Okkupation und der 
materiellen Kullur unserer Gegend in jener Zeil von hervorragender 
Bedeutung. Unier den Fundstucken sind von besonderem Interesse 
die in den Öfen und in den neben ihnen befindlichen Gruben fllr raiss- 

versehrt, teils so gefunden, dass sie aus ihren Bestandteilen wieder 
zusammengesetzt werden konnten, und so licmlich den gesamten Bestand 
eines proviniial römischen Haushaltes vom Ende des II. Jahrhunderls 
an keramischen Küchengeräten erkennen lassen. Zum ersten Mal 
konnten auch gewisse Typen der roten Sigillaraware als Heddemheimer 

Hohnlich reiche Ausbeute der Grabungen ist im Historischen Museum 
untergebracht, wo sie demnächst systematisch aurgestellt werden wird. 

Diejenigen unserer Mitglieder, welche sich fllr die Ausgrabungen 
auch ausserhalb unseres engeren Arbeitsgebietes interessieren, machen 
wir auf den ersten im Frühjahr rgo5 erscheinenden Bericht der Rümisch- 



Karmelitcr- Kirche ein günstiges Schicksal walten wird. Unserem Vo 
schlage, den unteren Teil des Rententurms freizulegen und ihm dadurc 
das alte charakteristische Aussehen als Fes lungs türm wiederzugeben, i 



DigiiizodBy Google 



V 



forschung, welche vom 6. bis 9. April in Mannheim stattfand, waren 
wir durch Herrn Professor Dr. Hilf, auf der vom 9. bis 11. August in 
Danzig abgehaltenen Hauptversammlung des Gesamtvereins der 
deutschen Geschieht*- undAltertums vereine durch den Vor- 
sitzenden vertreten. Auf beiden Tagungen, »eiche von der erfreulichen 
Blute und der eifrigen Arbeit dieser Vereinigungen zeugten, sind be- 
sondere Fragen, die unsere Interessen naher berührten, nicht zur Kr- 
or:er^ng Bekommen. 

In den Verharr:. sngen Uber das historische Kartenwerk fer 
iipwrr. Sasiau, {jrosf.heringlun Hessen. Walder k und As. hi^ti:'. ri 
ist leider kein Fortschritt 111 eri.eltn gewesen, so das*. d;e hislorivhen 
üimaw.nwn um! Vereint, »eiche dieses «ei't unternehmen Wullen 

dem Umerne'im^n Abitand nehmen soll, da ohne die nnantwlle Unter. 



Burk/barg, Verein für Geschiihte, Altertümer und Landeskunde 

des Fürstentums Schaumburg-Lippe; 
Donauwörth, Historischer Verein für Donauwörth und Umhegend, 
Friidbtrg, Gcschichts- und Altertumsverein, 
Htilbronn, Historischer Verein, 
Tubini:tn. Schwäbischer Albverein. 



L 




Digiiizcd &/ Google 



Jos J.ihr 1904. 



Bibliothek-Konto 



Per Verlag-Konto 

Honorar 

Sali und Druck von Soo F/iemplarri 
Königsleutnant Graf Thoranc. . . 



Zahlungen .... 
Per Sparkasse -Konto 



Per Unkosten-Konto 

400 Exemplare des Korrespondcnibtell 
Beitrag nun Vi-s !).n-..l mii!- und wtV.riirnlv i:ci 
Vereine 



Elektr. Beleuchtung . 



Einkassieren der Mitgliedsbeiträge und A 

tragen der Vereinssdirift 

Beitrag zum Gesamt verein und 15 Protokoll« 



blau 

Druckarbeiten . . . 
Schriftliche Arbeiten 
Kleine Ausgaben . . 

Per Kassa -Konto 
Barbestand .... 




k 



ische Landwt 



= Aussetzen des Crabcns; 



<